[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung vom
17. August 2016 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/9432
18. Wahlperiode 19.08.2016
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Christine Buchholz,
Eva Bulling-Schröter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/9226 –
Aktivitäten des Military Engineering Centre of Excellence (MILENG COE) in
Ingolstadt
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das für Doktrinentwicklung und Transformation der NATO zuständige Allied
Command Transformation (ACT) wird seit dem Jahr 2004 von so genannten
Exzellenzzentren (Centre of Excellence – COE) unterstützt, die sich selbst als
„internationale militärische Organisationen“ bezeichnen, die außerhalb der
Kommandostruktur der NATO stünden. Soweit den Fragestellern bekannt,
existieren bislang 23 vom ACT zertifizierte COE (
www.nato.int/cps/en/natolive/
topics_68372.htm). Drei davon befinden sich in Deutschland, das zugleich auch
als deren Rahmennation fungiert: das Joint Air Power Competence Centre
(JAPCC) in Kalkar als erstes zertifiziertes COE der NATO, das Military
Engineering Centre of Excellence (MILENG COE) in Ingolstadt sowie das Centre
of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters (COE CSW) in
Kiel.
Die Gründung des Civil-Military Cooperation Centre of Excellence (CCOE) in
Den Haag geht auf eine deutsch-niederländische Initiative zurück, womit beide
Staaten als Rahmennationen fungieren (
www.nato.int/cps/en/natolive/topics_
68372.htm). Neben den Rahmennationen erhalten die jeweiligen COE
finanzielle Unterstützung und Personal aus verschiedenen Mitgliedstaaten, die als
„Sponsoring Nations“ bzw. „Contributing Nations“ bezeichnet werden (
www.nato.
int/cps/en/natolive/topics_68372.htm).
Die jeweilige Rahmennation handelt mit der NATO und weiteren NATO-
Staaten und -Partnern Abkommen (Memorandum of Understanding – MoU) über
die Zusammenarbeit, Unterstützung und Finanzierung der COE aus. Hierbei
handelt es sich um ein „Operational MoU“ zwischen den „Sponsoring Nations“,
welches Aufbau, Betrieb und Finanzierung eines COE definiert, während ein
„Functional MoU“ zwischen den „Sponsoring Nations“ und dem Headquaters
Supreme Allied Commander Transformation (HQ SACT) die Zusammenarbeit
zwischen dem COE, HQ SACT und weiteren NATO-Einrichtungen regelt. In
Folge der Verhandlungen zwischen den beteiligten Nationen und dem HQ
SACT wird das jeweilige COE, sofern es alle nötigen Anforderungen erfüllt,
von der NATO zertifiziert. An den jeweiligen Arbeitsschwerpunkten der COE
arbeiten verschiedene Experten (Subject Matter Expert – SME), die häufig in
weitere NATO-Arbeitsgruppen eingebunden sind. Die Leistungen der
Exzellenzzentren werden nicht ausschließlich von der NATO genutzt, sondern
können auch von verbündeten Akteuren angefragt werden. Im Rahmen ihrer Arbeit
unterstützen die Einrichtungen auch laufende NATO-Einsätze (s. Christopher
Schwitanski: NATO-Exzellenzzentren – Planen für den nächsten Krieg, IMI-
Studie 2016/06). Kontrolliert wird die Arbeit eines COE über ein
Führungskomitee (Steering Committee – SC), in welchem Vertreter der an der Einrichtung
beteiligten Nationen sitzen (
www.stratcomcoe.org/steering-committee).
Das MILENG COE wurde im Jahr 2006 durch das ehemalige Euro NATO
Training Engineer Centre (ENTEC) initiiert und befindet sich in der Pionierkaserne
der Bundeswehr in Ingolstadt (Bundestagsdrucksache 18/4567). Es hat die
Aufgabe, „in den Bereichen Ausbildung und Erziehung, Informationsmanagement,
Konzept-, Doktrinentwicklung und Durchführung von Experimenten
teilstreitkräfteübergreifende Pionierfachexpertise bereitzustellen“ mit dem Ziel der
„Verbesserung der Interoperabilität der Pionierkräfte innerhalb der NATO“
(Bundestagsdrucksache 18/4567). Hintergrund ist laut Bundesregierung die von
der NATO im Jahr 2002 eingeleitete „Neuausrichtung der NATO-
Kommandostruktur mit der Zielsetzung einer Reduzierung bzw. Konzentration auf die
militärischen Kernfähigkeiten sowie den Vorgaben zur Entwicklung der Doktrinen
für die NATO-Reaktionskräfte (NRF)“ (Bundestagsdrucksache 18/4567).
Im Rahmen seiner Tätigkeit veranstaltet das MILENG COE regelmäßig
verschiedene Veranstaltungen, darunter den so genannten Industry Day, der u. a.
den Austausch zwischen Militär und Wirtschaft ermöglichen soll, und das
Information Exchange Seminar. Unter der Zielgruppe dieser Veranstaltung
werden u. a. NGOs, Internationale Organisationen, die Vereinten Nationen, Zivil-
Militärische Zusammenarbeiten (CIMIC), Industrie und die akademische Welt
gelistet (siehe offizielle Website:
http://milengcoe.org/events/Pages/Information-
Exchange-Seminar-(IES).aspx).
Im Unterschied zu den anderen in Deutschland ansässigen Exzellenzzentren
finden sich auf der offiziellen Website des MILENG COE nur spärliche
Informationen über die konkrete Tätigkeit der Einrichtung und der Zugang zu
Publikationen der Einrichtung ist nur mittels Login möglich (zum Vergleich siehe z. B.
www.japcc.org/publications/). Seit dem Jahr 2009 bis zum Jahr 2014 erhielt das
MILENG COE 510 151 Euro aus dem Bundeshaushalt (Bundestagsdrucksache
18/4567).
Die Fragesteller befürchten, dass mit den Exzellenzzentren gezielt und mit
Steuergeldern finanzierte Foren für Militärs und angehende Führungskräfte
geschaffen werden, im Rahmen derer durch Entwicklungen offensiver
Einsatzszenarien, Einführung neuer Technologien und verzerrter Bewertung vergangener
und aktueller Konflikte eine aggressivere NATO-Doktrin implementiert wird,
welche auch in Spezialfeldern, wie der Cyberkriegsführung, zur Anwendung
kommt. Auch eine Studie der Informationsstelle Militarisierung e. V. legt nahe,
dass durch die vermehrte Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteure seitens
der Exzellenzzentren sowie den Einsatz strategischer Kommunikation und
einseitige militärische Betrachtung gesellschaftlicher und sozialer
Problemstellungen die Hemmschwelle für zukünftige militärische Einsätze weiter abgesenkt
wird (s. Christopher Schwitanski: NATO-Exzellenzzentren – Planen für den
nächsten Krieg, IMI-Studie 2016/06).
V o r b e me r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Das Military Engineering Centre of Excellence (MILENG COE) ist eine in der
NATO anerkannte, einmalige multinationale Pionierorganisation mit dem Status
einer Internationalen Militärischen Organisation (IMO) gemäß Artikel XIV des
Pariser Protokolls vom 28. August 1952.
Dies hat zur Folge, dass für die Beantwortung von Fragen aus dem nationalen
Raum nur der Deutschen Anteil (DtA) des MILENG COE beauftragt werden
kann und nur Aussagen getroffen werden können, die sich auf den DtA MILENG
COE beziehen.
Fragen zu Daten über Lehrgangsteilnehmer und deren Herkunft, teilnehmende
Firmen und deren Herkunftsländer werden gemäß den Erkenntnissen des
DtA MILENG COE beantwortet.
1. In welcher finanziellen Höhe hat sich Deutschland in den Jahren 2014 und
2015 als Rahmennation an den COE beteiligt (bitte entsprechend der COE
nach Jahren auflisten)?
COE-Name 2014 (in Euro)
2015
(in Euro)
Joint Airpower Competence Centre 144.771 221.189
Military Engineering 10.151 116.085
Operations in Confined and Shallow Waters 189.485 78.709
2. An welchen COE ist Deutschland in den Jahren 2014 und 2015 in welcher
finanziellen Höhe als „Sponsoring Nation“ beteiligt gewesen (bitte
entsprechend der COE nach Jahren auflisten)?
COE-Name 2014 (in Euro)
2015
(in Euro)
Civil-Military Cooperation, Niederlande 338.293 266.157
Combined Joint Operations from the Sea, Vereinigte Staaten von Amerika 55.857 7.823
Command and Control, Niederlande 36.648 28.795
Cooperative Cyber Defence, Estland 54.857 11.143
Counter Improvised Explosive Device, Spanien 35.315 34.866
Defence against Terrorism, Türkei 12.945 12.322
Joint Chemical Biological Radiological Nuclear Defence, Tschechien 11.089 10.220
Military Medicine, Ungarn 27.308 29.943
Military Police, Polen 0 20.253
Mountain Warfare*, Slovenien 0 0
Naval Mine Warfare*, Belgien 0 0
Strategic Communications*, Litauen 0 0
* Für die Teilnahme an diesen COE werden Zahlungen erst ab dem Jahr 2016 fällig.
3. Aus welchen Haushaltstiteln sind die finanziellen Mittel in welcher Höhe für
den Unterhalt und die Unterstützung des MILENG COE bereitgestellt
worden (bitte nach Jahren und Haushaltstiteln aufschlüsseln)?
Die Haushaltsmittel für das MILENG COE werden aus Kapitel 1401 Titel 678 02
bereitgestellt.
Haushaltsjahr IST-Ausgaben in Euro
2009 100.000
2010 100.000
2011 100.000
2012 100.000
2013 100.000
2014 10.151
2015 116.085
4. Welche weitere Unterstützung leistet die Bundesregierung dem MILENG
COE?
Das MILENG COE wird durch das Heer mit 15 Dienstposten (12 militärische
und drei zivile Dienstposten) und durch Bereitstellung von Infrastruktur (ein
Dienstgebäude) in der Pionierkaserne auf der Schanz in Ingolstadt unterstützt.
5. Mit welcher Begründung bzw. Intention initiierte das ENTEC im Jahr 2006
die Gründung des MILENG COE (Bundestagsdrucksache 18/4567)?
Das Euro NATO Training Engineer Center (ENTEC) initiierte die Gründung des
MILENG COE infolge der im Jahr 2002 eingeleiteten Neuausrichtung der
NATO-Kommandostruktur. Zielsetzung ist eine Reduzierung bzw.
Konzentration auf militärische Kernfähigkeiten im Hinblick auf die Vorgaben zur
Entwicklung bzw. Fortentwicklung der Doktrinen für die NATO-Reaktionskräfte (NRF)
und zur Förderung der Interoperabilität der Bündnisstreitkräfte.
6. Welche Vorteile bietet das MILENG COE gegenüber dem bisherigen
ENTEC?
Die Bereitstellung von teilstreitkräfteübergreifender Pionierfachexpertise für die
Bereiche Informationsmanagement, Konzept- und Doktrinentwicklung sowie
Durchführung von Experimenten war nicht Teil der Aufgaben des ENTEC in
München. Darüber hinaus ist das MILENG COE im Vergleich zum ENTEC
aufgrund der breiter gefächerten Aufgabenstruktur attraktiver für die Gewinnung
weiterer teilnehmender Nationen (Sponsoring Nations).
7. Welchen Mehrwert erhoffte sich die Bundesregierung von der Einrichtung
innerhalb der Kaserne „Auf der Schanz“?
Die Einrichtung in der Pionierkaserne auf der Schanz erfolgte aufgrund der
Schließung der Prinz-Eugen-Kaserne in München. Mit der Verlegung der
Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik von München nach
Ingolstadt im ersten Quartal 2009 wurde das unterstellte ENTEC aufgelöst und das
Personal als Nukleus für das am 27. März 2009 in Dienst gestellte MILENG COE
in Ingolstadt herangezogen.
8. Mit welcher Zielsetzung wurde das MILENG COE eingerichtet, was ist
seine Aufgabenstellung, und welche Arbeitsergebnisse werden angestrebt?
Das MILENG COE hat den Auftrag, in den Bereichen Aus- und Fortbildung,
Informationsmanagement, Konzept- und Doktrinentwicklung und bei der
Durchführung von Experimenten teilstreitkräfteübergreifende Pionierfachexpertise
bereitzustellen.
Das MILENG COE unterstützt die NATO bei der Entwicklung, Bewertung und
Einführung von pionierrelevanten Konzepten, Doktrinen und Standardization
Agreements (STANAG).
Dabei arbeitet das MILENG COE eng mit den entsprechenden NATO-
Arbeitsgruppen wie dem Military Committee Land Standardisation Board (MCLSB), der
Military Engineer Working Group (MEWG) oder dem NATO Standardisation
Office (NSO) zusammen.
Ziel ist die Verbesserung der Interoperabilität der Pionierkräfte innerhalb der
NATO.
9. Welche Publikationen sind aus der Arbeit des MILENG COE bislang
hervorgegangen, und wie werden diese dem Deutschen Bundestag und der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht?
Das MILENG COE bearbeitet folgende Allied Joint Publications (AJP) und
Allied Tactical Publications (ATP):
AJP-3.12 (B) Allied Joint Publication For Military Engineering –
STANAG 2238,
ATP-3.12.1 Allied Tactical Publication For Military Engineering –
STANAG 2394,
ATP-3.12.1.1 Allied Tactical Publication For Military Search –
STANAG 2283,
AEngrP-3.12.1.2 Allied Engineer Publication For Military Search Training
Requirements – STANAG 2626,
ATP-3.12.1.3 Route Clearance – STANAG 2625.
Diese Publikationen sind als „NATO UNCLASSIFIED“ eingestuft und dürfen
nicht ohne die Zustimmung der NATO zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt
werden.
10. Ist oder war das MILENG COE entsprechend seiner Aufgabendefinition
an der Durchführung von Experimenten beteiligt (Bundestagsdrucksache
18/4567)?
Das MILENG COE hat mit einem militärischen Vertreter an zwei NATO-
Experimenten des Headquarters Supreme Allied Command for Transformation
(HQ SACT) in den Jahren 2015 bzw. 2016 teilgenommen bzw. wird teilnehmen.
11. Um was für Experimente handelt(-e) es sich dabei, und zu welchen
Ergebnissen haben sie geführt?
Die Experimente sind das NATO Urbanisation Experiment vom 20. bis 25.
September 2015 und das NATO Urbanisation Experiment vom 28. September bis
7. Oktober 2016, die das HQ SACT durchgeführt hat bzw. durchführen wird.
Bei den Experimenten handelt es sich um konzeptionelle Überprüfungen. Die
Ergebnisse des ersten Experiments sind in der durch HQ SACT erstellten und als
„NATO UNCLASSIFIED“ eingestuften NATO Urbanisation Conceptual Study
vom 29. März 2016 zusammengefasst.
12. Findet im Rahmen der Arbeit des MILENG COE die Erprobung neuer
Technologien und Systeme statt, um welche Technologien und Systeme handelt
es sich, und wie und wo werden diese erprobt (s. Christopher Schwitanski:
NATO-Exzellenzzentren – Planen für den nächsten Krieg, IMI-
Studie 2016/06)?
Im Rahmen der Arbeit des MILENG COE findet keine Erprobung neuer
Technologien und Systeme statt.
13. Wie werden die Inhalte des „Operational MoU“ zwischen den „Sponsoring
Nations“ und dem „Functional MoU“ zwischen den „Sponsoring Nations“
und HQ SACT dem Deutschen Bundestag und der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht?
Bei den dem MILENG COE zugrunde liegenden Memoranda of Understanding
(MoU) handelt es sich um Absprachen unterhalb der Schwelle der
völkerrechtlichen Verbindlichkeit. Damit unterliegen sie nicht der Verpflichtung, im
Bundesanzeiger veröffentlicht zu werden. Da diese MoU von den MoU-Partnern
einvernehmlich mit der NATO-Sicherheitseinstufung „NATO UNCLASSIFIED“
versehen wurden, dürfen Informationen über diese MoU oder die MoU selbst nicht
frei der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine Einsichtnahme bedürfte
der vorherigen Zustimmung der MoU-Partner.
14. Wie werden die Inhalte und Ergebnisse der Arbeit des MILENG COE dem
Deutschen Bundestag und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?
Die Inhalte und Arbeitsergebnisse werden durch das MILENG COE über das
MILENG COE Steering Committee dem Bundesministerium der Verteidigung
bereitgestellt.
Im Rahmen der Dokumentenlandschaft „Einsatz“ werden die in dem MILENG
COE entwickelten NATO-Doktrinen unter nationaler Ressortleitung
verantwortet.
Diese Publikationen sind ebenfalls als „NATO UNCLASSIFIED“ eingestuft.
15. Welche militärischen Organisationen und Akteure sind in die Tätigkeit des
MILENG COE mit welchen Aufgaben eingebunden oder unterhalten
Kooperationen mit dem Exzellenzzentrum?
Die NATO Command Structure, NATO Force Structure und NATO Command
Arrangements sind in die Arbeit des MILENG COE mit den Aufgaben der
Standardisierung und Ausbildung im Bereich Military Engineering eingebunden.
Mit dem NATO Explosive Ordnance Disposal Centre of Excellence (EOD COE)
in der Slowakei besteht eine Kooperation im Bereich der Ausbildung.
16. Hat das MILENG COE innerhalb oder außerhalb der Pionierkaserne „Auf
der Schanz“ bereits Lehrgänge oder Übungen mit Angehörigen anderer
Streitkräfte durchgeführt (bitte nach Datum unter Angabe der beteiligten
Nationen, der Dauer, Lehrinhalte und des Ortes auflisten), oder sind solche
Lehrgänge bzw. Übungen zukünftig geplant?
Das MILENG COE hat innerhalb oder außerhalb der Pionierkaserne auf der
Schanz keine Übungen durchgeführt, und es sind keine geplant.
Folgende Lehrgänge werden jährlich durchgeführt:
NATO Tactical Military Engineering Course (2x),
NATO Operational Military Engineering Course (2x),
Military Engineering Multinational Advisory Course (2x),
Military Engineering Multinational Basic Course (3x),
NATO Military Environmental Protection, Practices & Procedures Course (2x),
International Bridge Assessment Course (1x).
Die Lehrgänge werden als Inhouse-Kurse im MILENG COE mit jeweils 5-tägiger
Dauer durchgeführt.
Die Lerninhalte umfassen die Bereiche Military Engineering, Enviromental
Protection, Infrastructure, Bridge Assessment und Military Search.
Jahr Anzahl Teilnehmer aus Anzahl Nationen
2009 129/12
2010 114/12
2011 140/11
2012 222/11
2013 165/17
2014 207/19
2015 232/23
2016 Bisher: 130/15
Eine Aufschlüsselung nach Teilnehmern pro Nation liegt nicht vor.
Auf Anfrage von „Sponsoring Nations“ und nach einer Entscheidung durch das
MILENG COE Steering Committee führt das MILENG COE mit einem „Mobile
Training Team“ Lehrgänge auch außerhalb der Pionierkaserne auf der Schanz in
der nachfragenden Nation durch. Folgende Lehrgänge wurden durchgeführt:
Military Engineering, 24 Teilnehmer, in Rumänien 2012,
Military Engineering, 27 Teilnehmer, in Rumänien 2014,
Military Engineering, 23 Teilnehmer, in Griechenland 2015,
Military Engineering, 23 Teilnehmer, in Italien 2016,
Military Engineering, in Ungarn 2017 angefragt, aber noch nicht entschieden.
Die Lerninhalte zu Themen des Military Engineering werden durch die
anfragende Nation bestimmt.
17. Welche nichtmilitärischen Organisationen und Körperschaften sind in die
Tätigkeit das MILENG COE mit welchen Aufgaben eingebunden?
Es sind keine nichtmilitärischen Organisationen und Körperschaften in die
Tätigkeit des MILENG COE eingebunden.
18. In welche NATO-Arbeitsgruppen ist das MILENG COE im Rahmen seiner
Arbeit eingebunden?
Das MILENG COE ist im Rahmen seiner Arbeit in folgende Arbeitsgruppen des
NATO Standardization Office eingebunden:
Allied Joint Operation Doctrine Working Group (WG),
Land Operations WG,
Military Engineering WG,
Explosive Ordnance Disposal Interservice WG,
Force Protection WG,
Air Operations WG,
Counter-Improvised Explosive Device WG.
19. Welche Personen vertreten Deutschland als „Sponsoring Nation“ im SC des
MILENG COE (bitte unter Angabe von Funktion und/oder Rang)?
Deutschland wird im Steering Committee des MILENG COE durch die
Referentin bzw. den Referenten Military Engineering in der Abteilung Strategie und
Einsatz im Bundesministerium der Verteidigung vertreten.
20. An welchen konkreten inhaltlichen Projekten wird, nach Kenntnis der
Bundesregierung, im MILENG COE im Rahmen seines Auftrags gearbeitet?
Das „Programme of Work“ wird durch das MILENG COE Steering Committee
festgelegt und jährlich beschlossen. Das MILENG COE arbeitet im Rahmen
seines Auftrages an den im „Programme of Work“ inhaltlich festgelegten Projekten.
Aktuelle Projekte sind:
Vorarbeiten für die Revision und Erstellung von NATO-Dokumenten und
-Konzepten sowie Taktik- und Verfahrensentwicklung,
Entwürfe für konzeptionelle Dokumente (NATO Policies),
Zukunftsstudien und Handlungsempfehlungen,
Durchführung von Konferenzen und Tagungen in internationaler
Zusammenarbeit,
Ausbildungsunterlagen und Kurse, Beiträge in Fachzeitschriften.
21. Wurden die Leistungen des MILENG COE auch von Akteuren angefragt,
die nicht Teil der NATO sind, und wenn ja, von welchen?
Nein.
22. Wurden bislang Auslandseinsätze der NATO oder ihrer Mitgliedstaaten
durch konkrete Projekte des MILENG COE unterstützt oder begleitet, oder
ist dies künftig vorgesehen (bitte nach Einsätzen und Art der Unterstützung
aufschlüsseln)?
Nein.
23. Waren Mitarbeiter des MILENG COE bislang im Ausland tätig (bitte mit
Angabe des Zeitraums, Auftrags und Ortes)?
Auf die Antwort zu Frage 16 wird verwiesen.
Zudem finden die Treffen der in der Antwort zu Frage 18 aufgeführten
Arbeitsgruppen im jährlichen Wechsel in den verschiedenen NATO-Nationen statt.
24. Für welche Themenfelder stellen beim MILENG COE so genannte SME
Expertise zur Verfügung (
http://milengcoe.org/milengcoe/Pages/Core-Tasks.
aspx)?
Das MILENG COE stellt für folgende Themenfelder mit Subject Matter Experts
(SME) Expertise zur Verfügung:
Military Engineering,
Military Search,
Route Clearance,
Force Protection,
Environmental Protection,
Sustainment,
Mobility and Counter Mobility,
Deployed Infrastructure.
25. Wieso ist der Zugriff auf Dokumente und Publikationen des MILENG COE
über die Website des Exzellenzzentrums im Unterschied zu anderen COE
nur mittels Login möglich?
Der überwiegende Anteil der Dokumente und Publikationen ist gemäß Vorgabe
der NATO als „NATO UNCLASSIFIED“ eingestuft und gemäß dem NATO-
Standard nicht frei zugänglich.
Das MILENG COE ist gemäß dem Operational MoU an die NATO-Verfahren
und -Standards gebunden.
26. Welche Gründe kann die Bundesregierung für diese – von den anderen COE
stark abweichende – Veröffentlichungspolitik bzw. Öffentlichkeitsarbeit
nennen?
Auf die Antwort zu Frage 25 wird verwiesen.
27. Welche Unternehmen haben an bisherigen „Industry Days“ des MILENG
COE teilgenommen (bitte nach Jahren auflisten), und welche werden in
diesem Jahr bereits erwartet (
http://milengcoe.org/events/Pages/Industry-
Day.aspx)?
Das Steering Committee für das MILENG COE hat das COE mit der jährlichen
Durchführung des Industry Day beauftragt. Dies ist eine multinationale
Veranstaltung.
Die Durchführung des Industry Day liegt in der Verantwortung des
internationalen Anteils des MILENG COE.
Im Jahr 2014 haben 50 Firmen aus 21 Staaten teilgenommen.
Im Jahr 2015 haben 36 Firmen aus 8 Staaten teilgenommen.
Im Jahr 2016 wird eine vergleichbare Größenordnung und Teilnahme erwartet.
Eine Registrierung der Teilnehmer hat noch nicht begonnen.
Informationen zu den Jahren 2009 bis 2013 liegen dem DtA MILENG COE nicht
vor.
28. Mit welcher Begründung richtet sich das „Information Exchange Seminar“
auch gezielt an zivile Teilnehmer (
http://milengcoe.org/events/Pages/
Information-Exchange-Seminar-(IES).aspx)?
Das Steering Committee für das MILENG COE hat das MILENG COE mit der
jährlichen Durchführung des Information Exchange Seminar beauftragt. Dies ist
eine multinationale Veranstaltung.
Die Durchführung des Information Exchange Seminar liegt in der Verantwortung
des internationalen Anteils des MILENG COE.
Military Engineering hat im Rahmen des „Comprehensive Approach“, z. B. im
Bereich Disaster Relief Management, Berührungspunkte mit zivilen
Organisationen.
Für die Abstimmung bei der Zusammenarbeit und zum besseren Verständnis der
Verfahrensabläufe, der Vorgehensweise und der Möglichkeiten der
unterschiedlichen Organisationen bedarf es unabdingbar auch der Einbindung ziviler
Expertise.
29. Welches Ziel wird mit der Einbindung ziviler Akteure im Rahmen der
Veranstaltung „Information Exchange Seminar“ verfolgt, welche Akteure haben
in der Vergangenheit an diesen Veranstaltungen teilgenommen (bitte nach
Jahren auflisten), und welche werden in diesem Jahr erwartet?
Auf die Antwort zu Frage 28 wird verwiesen.
Im Jahr 2015 nahmen keine zivilen Teilnehmer am Seminar teil; für das Jahr 2016
ist eine Teilnahme noch nicht absehbar.
Informationen zu den Vorjahren sind dem DtA MILENG COE nicht bekannt.
30. Welche Kontakte bestehen zwischen dem MILENG COE und
privatwirtschaftlichen Unternehmen, und zu welchen Anlässen besuchten
Vertreterinnen und Vertreter privatwirtschaftlicher Unternehmen das MILENG COE
(bitte unter Angabe der Unternehmen auflisten)?
Kontakte finden im Rahmen des jährlichen Industry Day statt. Ergänzend wird
auf die Antwort zu Frage 27 verwiesen.
31. Ist das MILENG COE an der Vergabe von Aufträgen an
privatwirtschaftliche Unternehmen beteiligt (bitte unter Angabe der Unternehmen und der Art
des Auftrags auflisten)?
Das MILENG COE vergibt Aufträge an private Dienstleister zur Durchführung
seines Betriebes (z. B. Reinigungsfirma etc.).
32. Welche Kontakte bestehen zwischen dem MILENG COE und privaten und
öffentlichen Forschungseinrichtungen, und zu welchen Anlässen besuchten
Vertreter privater und öffentlicher Forschungseinrichtungen, das MILENG
COE (bitte unter Angabe der Institutionen auflisten)?
Es bestehen keine Kontakte zwischen dem MILENG COE und privaten und
öffentlichen Forschungseinrichtungen, und es besuchten keine Vertreter privater
und öffentlicher Forschungseinrichtungen das MILENG COE.
33. Welche Formen der Kooperation bestehen zwischen dem MILENG COE
und den in der Pionierkaserne „Auf der Schanz“ stationierten
Pioniereinheiten der Bundeswehr und dem Ausbildungszentrum Pioniere?
Der DtA des MILENG COE ist dem Ausbildungszentrum Pioniere (bis 30. Juni
2016 Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik) truppendienstlich
unterstellt.
34. Wie beurteilt die Bundesregierung die Verortung des MILENG COE
außerhalb der NATO-Kommandostruktur, und welche möglichen Vorteile und
Risiken gehen aus ihrer Sicht hiermit einher?
Durch die Verortung des MILENG COE außerhalb der NATO-
Kommandostruktur unterliegt das COE keiner direkten Beauftragung durch die NATO. Die
Nationen, die das jeweilige COE bilden, handeln somit souverän und entscheiden im
Rahmen der jährlichen Steering Committee-Treffen im Konsens, welche Anträge
als Auftrag in das jährliche „Programme of Work“ für das COE aufgenommen
werden. Somit stellt die Verortung außerhalb der NATO-Kommandostruktur
einen Vorteil und kein Risiko dar.
35. Wie bewertet die Bundesregierung die bisherige Tätigkeit des COE, und auf
welcher Grundlage?
Das MILENG COE hat die größte multinationale Beteiligung (Deutschland und
weitere 16 Nationen) aller 23 NATO-akkreditierten COE. Auf der Grundlage der
während der Steering Committee-Treffen vorgetragenen Ergebnisse in
Verbindung mit den Rückäußerungen der einzelnen Antragsteller zeigt sich eine hohe
Zufriedenheit über die Arbeits- und Ausbildungsergebnisse.
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