Ausbildungsplatz-Potential von Gastronomie und Hotellerie
der Abgeordneten Ernst Burgbacher, Dirk Niebel, Klaus Haupt, Helga Daub, Daniel Bahr (Münster), Rainer Brüderle, Dr. Christian Eberl, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Otto Fricke, Horst Friedrich (Bayreuth), Rainer Funke, Hans-Michael Goldmann, Dr. Karlheinz Guttmacher, Dr. Christel Happach-Kasan, Christoph Hartmann (Homburg), Ulrich Heinrich, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Ina Lenke, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Markus Löning, Günther Friedrich Nolting, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Eberhard Otto (Godern), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Dr. Andreas Pinkwart, Marita Sehn, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Max Stadler, Dr. Rainer Stinner, Carl-Ludwig Thiele, Dr. Dieter Thomae, Jürgen Türk, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Wolfgang Gerhardt und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt ist dramatisch. Die Arbeitslosigkeit im Januar 2003 ist so drastisch gestiegen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Mit über 4,6 Millionen ist die Zahl der Arbeitslosen so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr. Vor diesem Hintergrund sind sämtliche Potentiale zur Behebung der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland auszuschöpfen. Die Gastronomie und Hotellerie mit jährlich bis zu 90 000 Auszubildenden kann insbesondere zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit einen wichtigen Beitrag leisten. Dieses Potential in der Tourismusbranche sollte bei 20 000 fehlenden Lehrstellen Ende des Jahres 2002 ausgeschöpft werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Wie viele weibliche und männliche Auszubildende sind in der Tourismusbranche insgesamt beschäftigt und wie viele davon in der Gastronomie und Hotellerie?
Wie viele Betriebe der Tourismusbranche sind insgesamt Ausbildungsbetriebe?
Sieht die Bundesregierung vor dem Hintergrund von 4,6 Millionen Arbeitslosen in Deutschland die Notwendigkeit für eine maßvolle Reform des Jugendarbeitsschutzgesetzes, um das Ausbildungsplatz-Potential in der Tourismusbranche auszuschöpfen?
Sieht die Bundesregierung in einer Liberalisierung des Jugendarbeitsschutzgesetzes bessere Ausbildungsperspektiven in der Gastronomie und Hotellerie insbesondere für Real- und Hauptschulabsolventen?
Sieht die Bundesregierung vor dem Hintergrund eines veränderten Ausgehverhaltens von Jugendlichen – Jugendliche im Alter ab 16 Jahre dürfen schon heute alleine öffentliche Tanzveranstaltungen und Gaststätten bis 24 Uhr besuchen – die Notwendigkeit, das Jugendarbeitsschutzgesetz entsprechend anzupassen?
Wie bewertet die Bundesregierung die These, dass aufgrund der Sommerzeit viele Gäste oftmals später zum Essen ins Restaurant kommen und das bisherige Arbeitsende der jugendlichen Auszubildenden um 22 Uhr zu erheblichen Störungen des Betriebsablaufs führt?
Wie bewertet die Bundesregierung den Umstand, dass bereits heute Ausnahmen für mehrschichtige Betriebe und Bäckereien und damit unterschiedliche Arbeitszeiten für Jugendliche bestehen?
Liegen der Bundesregierung Kenntnisse und Erfahrungen aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vor, in denen der Arbeitsschutz für jugendliche Beschäftigte in der Gastronomie und Hotellerie bezüglich der Nachtruhe verändert wurde?