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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Die Ausbildung von Rabbinern, Kantoren und Religionslehrern für das Judentum der liberalen und orthodoxen Richtung in Deutschland (G-SIG: 16012395)

Finanzierung der Rabbinerausbildung am Abraham Geiger Kolleg (AGK) an der Universität Potsdam und an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg (HfJS), Anzahl der Studenten, Möglichkeit der institutionellen Förderung, Gesamtbildungskonzept des Zentralrates der Juden, Kooperationsverträge mit ausländischen Rabbinerausbildungsstätten, Ausbildungsstätten für jüdische Kantoren und Religionslehrer, Anzahl der jüdischen Gemeinden, Evaluation des Vertrages mit der jüdischen Gemeinschaft von 2003, Berücksichtigung liberaler Juden in der Revision des Vertrages ab 2008

Fraktion

DIE LINKE

Datum

24.07.2007

Antwortdauer

18 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/602806. 07. 2007

Die Ausbildung von Rabbinern, Kantoren und Religionslehrern für das Judentum der liberalen und orthodoxen Richtung in Deutschland

der Abgeordneten Bodo Ramelow, Dr. Lukrezia Jochimsen, Dr. Hakki Keskin, Dr. Lothar Bisky und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

Seit 1999 gibt es wieder Möglichkeiten der Rabbinerausbildung in Deutschland. Das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam (AGK) hat 2006 die ersten drei Rabbiner seit dem Holocaust ordiniert.

Gegenwärtig soll es außerdem eine Rabbinerausbildung für alle jüdischen Richtungen an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg (HfJS) geben.

Beide Institutionen werden durch den Bund finanziell gefördert (06 02 Titel 685 04 – 193: AGK 150 000 HfJS 508 000). 2006 wurde eine Regelung getroffen, dass beide Institutionen durch eine Mischfinanzierung von Bund, Ländern (KMK) und Zentralrat getragen werden sollen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen27

1

Wie viele Studierende studieren am Abraham Geiger Kolleg und an der HfJS im SS 2007?

2

Wie viele Studierende sind jüdischen Glaubens?

3

Wie viele Studierende sind gegenwärtig für den Abschluss als Rabbiner eingeschrieben, und wo werden sie diesen Abschluss machen?

4

Wie viele Rabbiner wurden bisher an der HfJS und am AGK als Rabbiner ordiniert?

5

In welche Rabbinerberufsverbände wurden diese Rabbiner nach Abschluss ihrer Ausbildung aufgenommen, d. h. mit welcher Akkreditierung wird die Ordination vergeben?

6

Wie viel Mittel aus Bundes- und Länderförderung erhalten die beiden Institutionen?

7

Wie viel Geld wendet der Zentralrat der Juden in Deutschland für beide Institutionen aus Mitteln der öffentlichen Hand auf?

8

Gibt es für beide Institutionen bauliche Planungen zur Sicherstellung der weiteren Arbeit?

Wie werden diese finanziert, und liegt ein Nutzungskonzept vor?

9

Gibt es Überlegungen seitens der Bundesregierung, wie unter Wahrung der Neutralitätspflicht und in Anwendung des Gleichheitsgrundsatzes, eine ausreichende Finanz- und bauliche Ausstattung für beide Institutionen erreicht werden kann?

10

Wie und durch wen wird der Erfolg der Verwendung der öffentlichen Mittel an der HfJS und dem AGK evaluiert?

11

Was kostet die öffentliche Hand die Ausbildung eines Rabbiners an der HfJS und am AGK pro Kopf?

12

Erhalten beide Einrichtungen die vorgesehenen Mittel oder sind Finanzierungsprobleme bekannt?

13

Wird die HfJS institutionell gefördert, und durch wen?

Wirbt sie auch private Spenden ein, und wenn ja, wie viel?

14

Wird das AGK institutionell gefördert, und wenn ja, durch wen?

Wirbt es auch private Spenden ein, und wenn ja, wie viel?

15

Warum wird das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam nicht durch den Bund institutionell gefördert?

16

Gibt es, unter der Voraussetzung, dass die institutionelle Förderung des „Internationalen Auschwitz-Komitees“ (06 02 Titel 685 04 – 193) in Zukunft entfällt, Überlegungen der Bundesregierung, dass das Abraham Geiger Kolleg dann in diese bestehende institutionelle Förderung des Bundes nachrückt?

17

Liegt das im April 2006 von der brandenburgischen Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka vom Zentralrat der Juden in Deutschland als Grundlage für die weitere Beratung innerhalb der KMK geforderte Gesamtbildungskonzept vor?

Was wird darin über die Ausbildung von Rabbinern, Kantoren und Religionslehrern der liberalen und orthodoxen Richtung im Judentum ausgeführt?

18

Welche Kooperationsverträge haben die HfJS und das Abraham Geiger Kolleg nachweislich mit Rabbinerausbildungsstätten des Auslandes geschlossen, um ihrer Aufgabe der Rabbinerausbildung gerecht zu werden?

Kann das BMI (Bundesministerium des Innern) diese Kooperationsverträge dokumentieren?

19

Welche Aufgabe hat die Yeshivas Beis Zion der Ronald S. Lauder Foundation Berlin für die Rabbinerausbildung in Deutschland?

20

Erhält diese Einrichtung mittel- oder unmittelbar Förderung der öffentlichen Hand, z. B. aus Mitteln des Vertrages der Bundesrepublik Deutschland mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland von 2003?

21

Welche Ausbildungsstätten für jüdische Kantoren und Religionslehrer existieren in Deutschland oder sind geplant?

22

Wie viel Geld wird aus Bundes- und/oder Landesmitteln für die Ausbildung von Kantoren und Religionslehrern verwendet?

23

Wie viele jüdische Gemeinden gibt es in Deutschland (bitte auch unter Berücksichtigung der Gemeinden, die nicht Mitglied in einem Landesverband sind und/oder der Union progressiver Juden in Deutschland angehören)?

24

Wie viele Mitglieder hat die Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschlands und die Orthodoxe Rabbinerkonferenz (beide beim Zentralrat der Juden in Deutschland)?

25

Wie werden Zuwanderer jüdischen Glaubens aus Russland in die unterschiedlichen Ausbildungsrichtungen integriert (eine Ausweisung der Ausbildungszahlen für diese Gruppe wäre wünschenswert)?

26

Wie werden im Rahmen des Vertrages der Bundesrepublik Deutschland mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland von 2003 die derzeitigen Mittel von 3 Mio. Euro für Ausbildung von Rabbinern, Kantoren und Religionslehrern verwendet?

27

In welcher Form ist geplant, den Vertrag mit der jüdischen Gemeinschaft von 2003, bei dem liberale Juden nicht berücksichtigt wurden, zu evaluieren, und welche Bedarfsmeldungen zur weiteren Finanzausstattung sind derzeit angekündigt?

Wird die Bundesregierung die Belange liberaler Juden, vor allem im Hinblick auf gleiche Voraussetzungen bei der Ausbildung von Rabbinern, Kantoren und Religionslehrern, in der Revision des Vertrages ab 2008 berücksichtigen, und wie?

Berlin, den 5. Juli 2007

Dr. Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Fraktion

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