[Deutscher Bundestag Drucksache 14/7422
14. Wahlperiode 12. 11. 2001
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit vom 7. November 2001 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Birgit Homburger, Marita Sehn,
Hildebrecht Braun (Augsburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 14/6980 –
Klimaschutzprogramm der Bundesregierung und Umsetzung des
Kyotoprotokolls in Deutschland (Nachfrage)
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Nach den Vorgaben der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages kann
das Parlament in Kleinen Anfragen von der Bundesregierung Auskunft über
„bestimmt bezeichnete Bereiche“ verlangen. Nach herrschender Meinung und
Praxis konkretisiert die Kleine Anfrage neben anderen Instrumenten insoweit
das Recht des Parlaments, von der Bundesregierung Detailinformationen zu
bestimmten politischen Problembereichen zu erhalten. Die Regelfrist zur
Beantwortung einer Kleinen Anfrage beträgt vierzehn Tage.
In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion der FDP
„Klimaschutzprogramm der Bundesregierung und Umsetzung des Kyotoprotokolls in
Deutschland“ (Bundestagsdrucksache 14/6833) führt die Bundesregierung
aus, dass eine Beantwortung der gestellten Fragen „in der Kürze der zur
Verfügung stehenden Zeit nicht möglich“ sei (Antwort auf die Fragen 25 bis 36),
„den Rahmen einer Kleinen Anfrage sprenge“ (Frage 45 in Verbindung mit
Frage 46) bzw. „im Rahmen einer Kleinen Anfrage nicht möglich sei“
(Frage 50 in Verbindung mit Frage 51). Von der bestehenden Möglichkeit, die
Beantwortungsfrist im Benehmen mit dem Fragesteller zu verlängern, hat die
Bundesregierung im vorliegenden Fall keinen Gebrauch gemacht, obwohl die
Fragesteller angesichts der besonderen Bedeutung des Themas und der
gestellten Fragen gegenüber dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit im Vorfeld der Anfrage diesbezügliche Bereitschaft
signalisiert hatten. Statt dessen wurden überdies insbesondere die Fragen 15,
24 und 39 unbefriedigend beantwortet. Ein insoweit nicht hinreichend
erkennbares Bemühen der Bundesregierung um eine angemessene Beantwortung der
Kleinen Anfrage der Fraktion der FDP erweckt den Eindruck mangelnden
Respekts vor demokratischen Fragerechten des Parlaments. Der beschriebene
Sachverhalt ist nicht akzeptabel, zumal es sich beim weltweiten Klimaschutz
um einen Politikbereich handelt, der ein besonderes Engagement und
umweltpolitische Ernsthaftigkeit erfordert. Überdies hat der Bundesminister für
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, sich bereits mehrfach
öffentlich zu den in der Kleinen Anfrage angesprochenen Sachverhalten
geäußert, so dass eine inhaltliche Konkretisierung der diesbezüglichen Haltung der
Bundesregierung ohne weiteres erwartet werden kann. Jenseits dessen hat der
Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen
Trittin, auf der jüngsten Tagung der bundeseigenen Kreditanstalt für
Wiederaufbau am 17. September 2001 in Berlin ausdrücklich erklärt, den Handel mit
Emissionszertifikaten im Rahmen der deutschen Klimapolitik nutzen zu
wollen. Ein in diesem Sinne lautender Antrag der Fraktion der FDP wurde noch
am Vorabend der Bonner Weltklimakonferenz von der Regierungskoalition im
Deutschen Bundestag jedoch abgelehnt.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung weist den Vorwurf einer unangemessenen Beantwortung
der Kleinen Anfrage der Abgeordneten Birgit Homburger, Margit Sehn, Jürgen
Koppelin und der Fraktion der FDP – Bundestagsdrucksache 14/6784 –
nachdrücklich zurück.
Die damalige Anfrage hatte einen Umfang von 51 Fragen und sprengte damit den
üblichen Rahmen einer Kleinen Anfrage deutlich. Die Bundesregierung hat sich
deshalb bemüht, innerhalb eines sehr kurzen Zeitrahmens die Fülle der
gestellten, teilweise äußerst komplexen Fragen im Rahmen der verfügbaren
Kapazitäten zu beantworten.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass einzelne Fragen umfangreicher
Recherchen sowie der ausführlichen Auswertung wissenschaftlicher Quellen
bedurft hätten, die selbst bei Verlängerung der Beantwortungsfrist allenfalls
ansatzweise möglich gewesen wäre.
Unter Bezug auf die in der Beantwortung der Kleinen Anfrage der Abgeordneten
Birgit Homburger, Margit Sehn, Jürgen Koppelin und der Fraktion der FDP –
Bundestagsdrucksache 14/6784 – „Klimaschutzprogramm der Bundesregierung
und Umsetzung des Kyotoprotokolls in Deutschland“, Bundestagsdrucksache
14/6833, vom 28. August 2001 enthaltenen Vorbemerkungen, in denen die
Bundesregierung ausdrücklich den hohen Stellenwert der Klimaschutzpolitik im
Rahmen der Umweltpolitik hervorgehoben hat, werden die nunmehr gestellten
Fragen wie folgt beantwortet:
1. In welchem Umfang sowie in welcher Form und durch welche
Einrichtungen wurden bzw. werden klimarelevante Emissionsminderungen im
Rahmen des Konzepts der Niederlande zur internationalen Klimapolitik
dokumentiert bzw. zertifiziert und wie wird mit diesen Reduktionszertifikaten
gegenwärtig bzw. künftig verfahren?
Im Rahmen des niederländischen ERU-PT-Konzepts wird den Projektnehmern
vom niederländischen Staat ein Angebot zum Aufkauf von projektbezogenen
Emissionsgutschriften gemacht. Dabei handelt sich um eine Art internationales
Ausschreibungsverfahren, mit dem die Übernahme einer bestimmten Menge von
Emissionsgutschriften aus Joint Implementation Projekten sichergestellt werden
soll. Die im Rahmen der verschiedenen ausgeschriebenen Transaktionen
durchgeführten Aktivitäten werden von der niederländischen NOVEM dokumentiert.
Ebenfalls ist ein Zertifizierungsverfahren vorgesehen. Die niederländische
Regierung schreibt zum 5. Dezember 2001 den dritten ERU-PT in Bezug auf die
mittel- und osteuropäischen Staaten aus (50 Mio. Euro mit dem CO2-Ziel: 50
Mio. t). Der erste ERU-PT– CDM – Tender wurde zum 1. November 2000
ausgeschrieben (Volumen 10 Mio. Euro mit dem CO2-Ziel: 2 Mio. t). Im Rahmen
der bislang durchgeführten Projekte deckten die Zahlungen aus dem ERU-PT-
Programm 38 % der gesamten Kosten. Der niederländische Ansatz zielt darauf,
bereits vor dem Jahr 2008 (erste Verpflichtungsperiode nach dem
Kyotoprotokoll) Erfahrungen mit der Umsetzung der projektbezogenen Kyoto-
Mechanismen zu gewinnen und den beteiligten Akteuren eine gewisse Sicherheit zu geben.
Aus Sicht der Bundesregierung zielt die Initiative der niederländischen
Regierung darauf, die im Rahmen des ERU-PT-Programms generierten CO2-
Emissionsgutschriften zur Erfüllung der von den Niederlanden im Rahmen der EU-
Lastenteilung übernommenen Verpflichtung zur Minderung der so genannten
Kyoto-Gase um 6 % in der ersten Verpflichtungsperiode 2008 bis 2012
(Basisjahr 1990) zu verwenden. Ob dies letztlich realisiert werden kann, hängt von der
Operationalisierung der Kyoto-Mechanismen auf der Basis des Kyotoprotokolls
und des Bonner Beschlusses ab. Abschließende Beschlüsse hierzu sollen von der
7. Vertragsstaatenkonferenz (VSK) der Klimarahmenkonventionen, die vom 29.
Oktober bis zum 9. November 2001 in Marrakesch, Marokko, stattfindet, gefasst
werden.
2. Wie hoch sind die Grenzkosten bzw. die erforderlichen
Grenzinvestitionsausgaben für eine zusätzlich vermiedene Tonne CO2 bzw. CO2-Äquivalent
auf globaler Ebene?
Eine generelle Aussage zur Höhe der Grenzkosten bzw. der erforderlichen
Grenzinvestitionsausgaben für eine zusätzlich vermiedene Tonne CO2 bzw. CO2-
Äquivalent auf globaler Ebene kann nicht gemacht werden. Dies liegt zum einen
darin begründet, dass gegenwärtig noch kein globaler Markt für CO2-
Emissionsgutschriften existiert und zudem die Grenzkosten bzw.
Grenzinvestitionsausgaben für unterschiedliche Maßnahmen und in unterschiedlichen Ländern sehr
stark voneinander abweichen. Nach Auffassung der Bundesregierung kann die
gestellte Frage nach der Höhe der globalen Grenzvermeidungskosten
gegenwärtig nicht zuverlässig und zudem nicht umfassend beantwortet werden. Punktuelle
Angaben in den genannten Untersuchungen und Studien bzw. Erfahrungen, die
im Rahmen von limitierten Emissionshandelssystemen oder von
Simulationsprojekten gewonnen werden konnten, sind entweder veraltet, methodisch zu
hinterfragen, nicht repräsentativ bzw. durch eine nicht ausreichende Zahl von
Projekten und Maßnahmen unterlegt. Vielfach dürfte es sich bei den zitierten Kosten
auch nicht um Grenzkosten handeln, das heißt um Kosten, die zur Erreichung der
letzten vermiedenen Einheit Kohlendioxid aufgewendet wurden. Aus den oben
genannten Gründen hält die Bundesregierung die Ergebnisse der Studien schon
wegen der mittlerweile deutlich geänderten Rahmenbedingungen nicht für
belastbar. Sie macht sie sich deshalb auch nicht zu eigen. Punktuelle Angaben in der
Literatur bzw. Erfahrungen, die im Rahmen von begrenzten
Emissionshandelssystemen gewonnen werden konnten, lassen aus heutiger Sicht die folgenden
Aussagen zu:
1. Kostenschätzungen für CO2-Emissionen im Zeitablauf
(in US-$ pro Tonne CO2-e; Preisbasis 1990)
Studie/Autor Typ 1991 – 2000 2001 – 2010 2011 – 2020 2021 – 2030
Ayres und Walter (1991) MC – 8,2 – 9,5 – –
Nordhaus (1994)
„best guess“
„expected value“
CBA
1,4
3,3
1,9
4,9
2,3
7,2
2,7
–
Cline (1992) CBA 1,3 – 33,8 2,1 – 42,0 2,7 – 50,7 3,2 – 60,3
Peck und Teisberg (1992) CBA 2,7 – 3,3 3,3 – 3,8 3,8 – 4,9 4,9 – 6,0
Fankhauser (1994) MC 5,5
(1,7 – 12,3)
6,2
(2,0 – 14,4)
6,9
(2,3 – 15,9)
7,6
(2,5 – 17,5)
Maddison (1994) CBA/ MC 1,6 – 1,7 2,2 – 2,3 3,0 – 3,1 4,0 – 4,1
Anmerkung:
Werte in Klammern geben die Endpunkte des 90%-Konfidenz-Intervalls wieder.
CO2-e = CO2-Äquivalente unter Einbeziehung aller Treibhausgase
Typ: MC = Analyse der marginalen Kosten; CBA = Kosten-Nutzen-Analyse
Bei den in den Zeilen 4, 5 und 7 der Tabelle enthaltenen Spannbreiten handelt es sich um die von den jeweiligen Studien
ermittelten niedrigsten bzw. höchsten Werte.
Quellen:
IPCC: „The Second Assessment Report 1995/96“; Watson, R.T./M.C. Zinyowera/R.H. Moss (eds.): „Climate Change 1995:
The IPCC Second Assessment Report, Volume 2“, Cambridge 1996; zitiert nach: Frankhauser, S. and R. Tol: „Recent
Advancements in the Economic Assessment of Climate Change Costs“, CSERGE Working Paper GEC 95 – 31, University
of East Anglia, Norwich 1995
Betrachtet man die Werte zwischen den Jahren 2001 und 2010, so liegt der
Schätzbereich zwischen 1,9 und 42 US-$ je Tonne CO2-Äquivalent.
2. Im Rahmen der von der Global Environmental Facility mit den
Durchführungsorganisationen Weltbank, UNDP und UNEP durchgeführten Projekten
(vgl. auch Antwort zu Frage 6) wird für kurzfristig wirksame Maßnahmen ein
Zielwert von 2,7 US-$ je Tonne CO2 und für längerfristige Maßnahmen von
13,6 US $ je Tonne CO2 angestrebt.
3. Im Rahmen des niederländischen ERU-PT-Programms, das, wie in der
Antwort zu Frage 1 bereits angesprochen, eine Ausschreibung von Joint-
Implementation-Projekten außerhalb der Niederlande zur Erfüllung der von den
Niederlanden im Kyoto-Protokoll eingegangenen Verpflichtungen vornimmt, wird mit
Reduktionskosten von deutlich unter 10 US-$ je Tonne CO2 in Preisen von 2000
ausgegangen.
4. In dem von der Weltbank aufgelegten „Prototype Carbon Fund“ ( PCF) sollen
die verfügbaren Mittel vorrangig zur Finanzierung „Low Hanging-Fruit-
Projekten“ (Clean Development Mechanismus und Joint Implementation) in
Entwicklungs- und Transformationsländern verwendet werden. Angepeilt werden
Projekte, bei denen die Vermeidungskosten weniger als 3 US-$ je Tonne CO2
betragen.
Die Spannbreite möglicher Preise für handelbare CO2-Emissionszertifikate
ergibt sich aus der folgenden Tabelle:
Anmerkung:
Bei den in den letzten beiden Spalten der Zeilen 7 und 8 der Tabelle handelt es sich um
niedrigste bzw. höchste Preise, die von den Verfassern der jeweiligen Veröffentlichung
ermittelt wurden.
Quelle Annahmen US-$ pro t
C
US-$ pro t
CO2
Dr. Michaelowa Schätzung 18 5
Van der Mensbrugghe (1998) Schätzung aufgrund
ökonomischer Modelle 19 5,2
McKibbin et al. (1998) Schätzung aufgrund
ökonomischer Modelle 13 3,5
Edmonds et al. (1998) Schätzung aufgrund
ökonomischer Modelle 26 7,1
Ellermann et al. (1998) Schätzung aufgrund
ökonomischer Modelle 24 6,6
DETR ( Homepage des britischen
Umweltministeriums, Aug. 2000) Derzeitige Handelspreise 1,8 – 73 0,5 – 20
Weltbank und Broker
(zitiert in Pearce et al. 1998) Schätzung 1 – 10 0,3 – 2,7
US Administration Schätzung 14 – 23 3,8 – 6,3
3. Kann die Bundesregierung zumindest näherungsweise Angaben zur Höhe
der Grenzkosten bzw. der für die Verminderung der Emission einer
zusätzlichen Tonne CO2 bzw. CO2-Äquivalent erforderlichen
Grenzinvestitionsausgaben machen, sofern diese Emissionsminderung in Deutschland
aufgrund der im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung im Einzelnen
aufgeführten Maßnahmen erzielt wird?
Angaben zur Höhe der Grenzkosten bzw. für die Verminderung der Emissionen
einer zusätzlichen Tonne CO2 bzw. CO2-Äquivalent erforderlichen
Grenzinvestitionsausgaben können nicht für die gesamte Bandbreite möglicher bzw. bereits
durchgeführter Klimaschutzmaßnahmen gemacht werden. Allerdings liegen für
einzelne Maßnahmen durchaus punktuelle Kostenangaben vor.
4. Wenn ja: Wie lauten diesbezügliche Schätzungen der Bundesregierung für
jeweils welche im Klimaschutzprogramm ausgewiesene Maßnahme?
5. Wenn nein: Hält es die Bundesregierung für sinnvoll und erforderlich,
solche Informationen zu ermitteln und auf welche Weise gedenkt die
Bundesregierung dies gegebenenfalls zu tun?
Vorliegende Schätzungen über die Höhe der Grenzvermeidungskosten bzw. der
Grenzvermeidungsinvestitionsausgaben streuen über eine sehr große
Bandbreite. Sie reichen von negativen Kosten über Kostenneutralität und sehr
niedrigen Kosten bis hin zu exorbitant hohen Kosten von CO2-
Minderungsmaßnahmen. Gründe für die stark voneinander abweichenden Kosten liegen u. a. auch im
Entwicklungsstand einzelner Technologien. So kann etwa die Photovoltaik zum
gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit Maßnahmen der Verhaltensänderung, die auf
bereits installierten Techniken bzw. Messung und Regelung durch
Thermostatventile basieren, konkurrieren. Die Bundesregierung ist vor diesem Hintergrund
insbesondere bei Zukunftstechnologien wie der Photovoltaik oder der
Brennstoffzelle bemüht, Kostendegressionsprozesse zu beschleunigen, um diesen
Technologien einen schnelleren Markteintritt zu ermöglichen. Insgesamt hält die
Bundesregierung die Ermittlung solcher Informationen für sinnvoll. Dies auch
deshalb, weil sich mit Veränderungen des Standes der Technik in der Regel
Kostensenkungen ergeben und damit auch das Verhältnis der alternativ
durchführbaren Maßnahmen verändert wird. Die Bundesregierung wird wie bereits in der
Vergangenheit hierzu sowohl eigene Studien an wissenschaftliche Einrichtungen
vergeben, als auch kontinuierlich die zu dieser Frage neu vorgelegte nationale
wie internationale Literatur auswerten.
6. Welche klimapolitischen Aktivitäten jeweils welcher multilateraler
Organisationen (beispielsweise der Weltbank und des „Prototype Carbon Fund“
sowie anderer multilateraler Finanzinstitute, etwa der Europäischen
Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und
Entwicklung) begründen konkret und aufgrund welcher Sachverhalte die in
der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der
FDP (Bundestagsdrucksache 14/6833) diesbezüglich bekundete „positive“
Einschätzung?
Der „Prototype Carbon Fund“ (PCF) der Weltbank stellt das weltweit bislang
einzige – in Durchführung befindliche – Finanzierungsinstrument dar, das die
neuen projektbezogenen Instrumente des Kyotoprotokolls erprobt. Angesichts
der transparenten Informationsplattform trägt es zur Verbreitung von
Erfahrungen mit diesen Instrumenten bei. Der PCF wird positiv eingeschätzt, weil er
Projekte fördert, die nach dem Inkrafttreten des Kyotoprotokolls unter Joint
Implementation (JI) und dem Clean Development Mechanism (CDM) anerkannt
werden können. Die Kriterien und Verfahren, die der PCF entwickelt hat und
nutzt, entsprechen in den wesentlichen inhaltlichen und verfahrenstechnischen
Erfordernissen und wird den anstehenden Detailregelungen der 7. VSK zu JI und
CDM voraussichtlich entsprechen. Der Prototype Carbon Fund wird
sicherstellen, dass die von ihm geförderten Projekte der Integrität des Kyotoprotokolls
genügen. Er ist somit beispielhaft für Regelungen und Verfahren, die auch von der
Bundesregierung für JI- und CDM-Projekte entwickelt werden.
Daneben hatte die Weltbank das AIJ-Programm (Activities Implemented
Jointly) durchgeführt, mit dem auch vor den Aktivitäten des PCF Erfahrungen zu
Joint Implementation gesammelt wurden. Die Weltbank hat seit 1997 ein
Studienprogramm („National JI/CDM Strategy Studies Program“) zusammen mit der
Schweiz aufgelegt, das EL u. a. bei dem Aufbau von Kapazitäten zur Nutzung
der Kyoto-Instrumente unterstützt. Schließlich sind bei der Weltbank alle die
Klimaschutzvorhaben zu nennen, für die sie GEF-Mittel verwendet.
Die EBRD finanziert eine Reihe von Energieeffizienzvorhaben, die
möglicherweise nicht unter dem Stichwort „Klimaschutz“ geführt werden. Hinsichtlich der
EIB wird auf ihr Dokument verwiesen, das unter
http://www.eib.org/pub/divers/
clima_en.pdf zu finden ist.
Die in der Antwort der Bundesregierung geäußerte positive Einschätzung
resultiert aus der Kenntnis und der Bewertung der Projekte, die von den genannten
multilateralen Organisationen durchgeführt wurden. Hier auf einzelne Vorhaben
einzugehen und eine Bewertung dieser Projekte vorzunehmen, würde zum einen
den Rahmen einer Kleinen Anfrage deutlich übersteigen und ist zum anderen
auch im Hinblick auf interne Entscheidungsverfahren, die innerhalb der
genannten multilateralen Organisationen ablaufen, nicht angemessen.
7. Bedeutet die in der Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion der FDP
seitens der Bundesregierung vorgenommene „positive“ Bewertung dieser
Aktivitäten, dass die Bundesregierung keine qualitativen Unterschiede bei
den dort durchgeführten Projekten bzw. zwischen den Konzepten der
genannten Organisationen erkennen kann?
8. Wenn nein: Wo sieht die Bundesregierung qualitative Unterschiede
hinsichtlich der dort durchgeführten Projekte bzw. zwischen den Konzepten
der genannten Organisationen und welche Schlussfolgerungen zieht die
Bundesregierung aus diesen Beobachtungen hinsichtlich ihrer eigenen
klimapolitischen Bemühungen?
Nein. Die Bundesregierung sieht durchaus unterschiedliche Qualitäten der im
Einzelnen durchgeführten Projekte. In diesem Zusammenhang ist unter anderem
an die allgemein bekannte Position der Bundesregierung zu erinnern, nach der so
genannte Senkenprojekte mit Zurückhaltung betrachtet werden. Die
Bundesregierung steht insbesondere Projekten, die zu einem verstärkten Einsatz
erneuerbarer Energien führen sowie denen, die zu einem rationellen und sparsamen
Energieeinsatz führen, sehr positiv gegenüber.
9. Welche Projekte wurden in der laufenden Legislaturperiode unter
Beteiligung des Bundes im Rahmen der bilateralen
Entwicklungszusammenarbeit finanziert oder kofinanziert, die eine Verringerung von
Treibhausgasemissionen in Entwicklungs- oder Schwellenländern zum Ziel hatten
bzw. bewirkt haben, welche Projektträger, Organisationen, Investoren und
(Gast-)Länder waren bzw. sind daran beteiligt und welche
Emissionsminderungen wurden hinsichtlich welcher Treibhausgase in jeweils welchem
Umfang erzielt bzw. stehen zu erwarten und welche Projekte dieser Art
sind für die Zukunft geplant?
Mit dem Instrumentarium der Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit
(FZ und TZ) unterstützt die Bundesregierung Entwicklungsländer jährlich in
einer Höhe von 500 Mio. DM im Klimaschutz. Die Projekte und Programme
betreffen hauptsächlich den Energiesektor und den Bereich Tropenwaldschutz.
Aber auch die Sektoren Industrie und Verkehr spielen eine Rolle. Dabei betreffen
die Maßnahmen vor allem die Reduktion von CO2-Emissionen, da CO2 das
bedeutendste Treibhausgas (THG) ist und die Reduktion dieses THG besonders
viele Möglichkeiten für betriebswirtschaftliche, volkswirtschaftliche und
umweltpolitische win-win Optionen bietet.
Die Quantifizierung der Emissionsminderungen ist nicht immer möglich, da die
Maßnahmen oft langfristig angelegt sind und den Boden für weitere Aktivitäten
des Gastlandes im Klimaschutz bereiten. Eine Ermittlung der Kosten für eine
reduzierte Tonne CO2 in der Entwicklungszusammenarbeit ist auch außerdem mit
Vorsicht zu betreiben, da die Entwicklungszusammenarbeit mit ihren Aktivitäten
im Klimabereich auch andere Ziele als reinen Klimaschutz verfolgt. Die
Erreichung dieser Ziele (andere ökologische, wirtschaftspolitische, soziale Ziele etc.)
muss durch die Projektkosten ebenfalls gesichert werden.
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit soll das Engagement im Bereich
Klimaschutz, der auch die Anpassung der Entwicklungsländer an den
Klimawandel einschließt, weiter vertieft werden. Dies steht im Einklang mit den
Beschlüssen der internationalen Staatengemeinschaft zur Umsetzung des
Kyotoprotokolls auf der 2. Hälfte der 6. VSK in Bonn im Juli 2001. Dabei richtet sich
das Hauptaugenmerk auf Maßnahmen in den Bereichen erneuerbare Energien,
angebots- wie nachfrageseitige Energieeffizienz, Vorbereitung der
Entwicklungsländer auf den CDM und Tropenwaldschutz.
Technische Zusammenarbeit (TZ)
Neben einer Vielzahl von Projekten der TZ im Umweltbereich, die auch die
Reduktion von Treibhausgasen umfassen, ist das Klimaschutz-Programm für
Entwicklungsländer besonders hervorzuheben (siehe auch Kasten unter
Projektbeispiele). Im Rahmen des Klimaschutz-Programms für Entwicklungsländer
(KAP), durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für technische
Zusammenarbeit (GTZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), werden seit längerem in
Entwicklungsländern (z. B. China, Indien, Indonesien, Thailand, Vietnam, Philippinen, SADC-
Staaten, Marokko, Syrien, Chile, Kolumbien, Peru, Argentinien) nationale und
regionale Studien durchgeführt, in denen Optionen für Investitionsvorhaben zur
Minderung von THG-Emissionen identifiziert werden. Darüber hinaus werden
auch Partner dabei beraten, wie sie in Sektoren, die im Wesentlichen für die
THG-Emissionen verantwortlich sind, Energie, Industrie und Verkehr, durch
wirtschaftlich vorteilhafte Investitionen Emissionen reduzieren können. Dazu
zählen vornehmlich auch Maßnahmen zur Energie-Effizienz-Steigerung, aber
auch zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen. In einigen der genannten Länder
berät die GTZ auch dabei, die Partner auf die Umsetzung des Kyotoprotokolls,
insbesondere hinsichtlich der Nutzung des Mechanismus für eine
umweltverträgliche Entwicklung (CDM), vorzubereiten. Die nationalen Studien als auch
einzelne Planungen zum CDM können Grundlage für
Investitionsentscheidungen deutscher Investoren bilden. In Marokko bereitet beispielsweise die Firma
FARMATEC auf Basis der GTZ-Planungen ein CDM-Projekt zur
Abfallbehandlung vor, dass voraussichtlich Emissionen im Umfang von einigen Tausend
Tonnen CO2-Äquivalent einsparen wird.
Finanzielle Zusammenarbeit (FZ)
Im Folgenden ein Überblick über laufende Vorhaben der FZ. Seit 1998 wurden
FZ-Vorhaben, die neben anderen Zielen auch eine Verringerung von THG-
Emissionen zur Folge haben, in der Größenordnung von rd. 500 Mio. DM
zugesagt. Darunter fallen im Wesentlichen Projekte der erneuerbaren Energien
sowie einige Vorhaben zur Energieeffizienzsteigerung von Kraftwerken.
Weitere FZ-Vorhaben, die sich auch auf die Verringerung von THG-Emissionen
beziehen, befinden sich derzeit in unterschiedlichen Planungsstadien. Das
voraussichtliche Finanzierungsvolumen liegt in der Größenordnung von 1,1 bis 1,4
Mrd. DM. Der überwiegende Teil betrifft wiederum Vorhaben der erneuerbaren
Energien.
Weitere Projektbeispiele:
Projekt PilotprogrammzurErhaltung der brasilianischenWälder (PPG7)
Projektname:
Pilotprogramm zur Erhaltung der brasilianischen Regenwälder
Projektziel:
Schutz und Erhaltung des Regenwaldes in Amazonien; Verringerung der
Kohlendioxidemissionen
Empfängerland/
-region:
Brasilien
Sektor:
Forstwirtschaft
Mittelbereitstellung:
500 000 000 DM
Laufzeit:
seit 1992
Projektbeschreibung:
Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen (G7-Staaten)
beschlossen bei ihrem Gipfeltreffen 1990 in Houston, Texas (USA), gemeinsam mit
Brasilien, der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten des Amazonaspaktes, ein
Pilotprogramm in Amazonien zu initiieren, das dem Schutz der Wälder dient, eine
dauerhafte Bewirtschaftung unterstützt und die Bedrohung des Weltklimas und damit
die Überlebenschancen künftiger Generationen durch Umweltprobleme mindert.
Daraus entwickelte sich das weltweit größte internationale Kooperationsprogramm im
Umweltbereich. Die der Weltbank übertragene Programm-Koordinierung stellt eine
Aufgabe dar, für deren Bewältigung es kaum vergleichbare Beispiele und Erfahrungen
gibt und die es dementsprechend erforderlich machte, eigene und schrittweise
Lösungen für die schwierigen Planungs- und Abstimmungsprozesse zu entwickeln.
Die Steuerung der Projekte vor Ort und die Abstimmung mit der Weltbank wird
gemeinsam von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der GTZ ausgeübt, die
alle deutschen Aktivitäten koordinieren.
Die in den verschiedenen Maßnahmenbereichen (Unterprogrammen) des PPG7
durchgeführten Vorhaben und Förderaktivitäten zielen auf die verschiedenen Dimensionen
und Aspekte der Entwaldungsproblematik wie z. B. Ansätze zum Schutz von
Waldökosystemen und Lebensräumen der indigenen Völker, die nachhaltige
Bewirtschaftung der nutzungsfähigen Waldvorkommen und -standorte, die Bereiche von Forst-
und Naturressourcenpolitik, institutionelle Entwicklung, wirksame Partizipation und
Organisation der Zielgruppen und Programmbeteiligten, Forschung und dergleichen.
Erfolge des Programms sind das sichtbar beförderte Umweltbewusstsein (Bedeutung
nachhaltiger Amazonaspolitik), die Übernahme nationaler Eigenverantwortung für das
Programm, die Einführung partnerschaftlicher Prozesse bei Politikentwicklung und
Planung, die Stärkung der programmrelevanten Institutionen, die Demarkierung
umfangreicher Schutzgebiete für die indigene Bevölkerung, der Erfahrungsgewinn durch
Erprobung verbesserter Wald- und Landnutzungsmethoden und die Einsparung von
THG-Emissionen.
Projekt Klimaschutz-Programm für Entwicklungsländer (KAP)
Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Dag-Hammarskjöld-Weg 1
D-65760 Eschborn
Telefon: 0049-6196-79-0
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Palmengartenstraße 5–9
60325 Frankfurt/Main
Telefon: 0049-69-7431-0
Weltbank
Brasilianisches Forstministerium, Brasilia
Einfluss auf die THG-Emissionen:
nicht quantifizierbar
Projektname:
Klimaschutz-Programm für Entwicklungsländer (KAP)
Projektziel:
Partnerorganisationen in Entwicklungsländern berücksichtigen zunehmend
Klimaschutz (THG-Minderung und Anpassung) in relevanten Projekten der
deutschen EZ (Mainstreaming)
Empfängerland/
-region:
Asien, Afrika,
Lateinamerika
Sektor:
Energie,
Industrie, Transport,
anpassungsrelevante
Sektoren
Mittelbereitstellung:
20 000 000 DM
Laufzeit:
seit 1992
Projektbeschreibung:
Das 1992 installierte Konventionsprojekt dient der Umsetzung der
Klimarahmenkonvention und des Kyotoprotokolls. Ziel des Vorhabens ist es, Partnerorganisationen in
Entwicklungsländern zu unterstützen, Klimaschutz (THG-Minderung und Anpassung)
in relevanten Projekten der deutschen EZ zu berücksichtigen. Dazu arbeitet das
Projekt in einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen mit Partnerorganisationen in über 20
Ländern zusammen. Dadurch können in der bilateralen technischen Zusammenarbeit
gezielte Beiträge für die Erstellung von Treibhausgasinventaren, bei der Ermittlung von
Risiken, die der Klimawandel für Entwicklungsländer mit sich bringen wird, und beim
Aufbau personeller und institutioneller Kapazitäten für die bessere Integration des
Klimaschutzes in die laufende EZ geleistet werden. Steigende Bedeutung erfährt die
Unterstützung der Partnerländer bei der Vorbereitung auf den CDM und bei adäquaten
Anpassungsmaßnahmen an die negativen Auswirkungen des Klimawandels.
Außerdem wird verstärktes Augenmerk auf die Mobilisierung von Partnern aus anderen
Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit, der Privatwirtschaft und
Nichtregierungsorganisationen für Klimaschutz in Entwicklungsländern gelegt.
Der Schwerpunkt liegt auf dem Energiesektor, doch betreffen Maßnahmen auch die
Bereiche Industrie, Abfall, Transport und Verkehr sowie anpassungsrelevante
Sektoren.
Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Dag-Hammarskjöld-Weg 1
D-65760 Eschborn
Telefon: 0049-6196-79-1352
Einfluss auf die THG-Emissionen:
nicht quantifizierbar
Projekt Windpark Zafarana
Projektname:
Windpark Zafarana I bis III
Projektziel:
Beitrag zum globalen Klimaschutz durch die Vermeidung von CO2-Emissionen;
Beitrag zur kosten-effektiven Bereitstellung umweltschonend erzeugter
elektrischer Energie, die alternativ durch die Nutzung fossiler Brennstoffe erzeugt
werden müsste.
Empfängerland/
-region:
Ägypten
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
145 000 000 DM
Laufzeit:
seit April 1999
Projektbeschreibung:
Die Stromerzeugung Ägyptens wird zu 80% in thermischen Kraftwerken, die vor
allem mit Gas gefeuert werden, gedeckt. Im Sinne einer langfristigen Vorsorge für eine
umweltgerechte Energieversorgung und die Vermeidung von Versorgungsengpässen
beschloss die ägyptische Regierung u. a. die Errichtung eines Windparks in Zafarana
am Roten Meer. Das von der Bundesregierung unterstützte Projekt sorgt auf
kosteneffiziente Weise für die Erzeugung umweltschonender Energie. So wird ein Beitrag zur
lokalen Luftreinhaltung vor allem durch die Einsparung von CO2-Emissionen zum
globalen Klimaschutz geleistet. Es ist zu erwarten, dass nach Installierung der
Windkraftanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 78 bis 85 MW, bestehend aus
etwa 140 Einzelanlagen mit einer Leistung zwischen 500 und 600 kW insgesamt
70 bis 80 MW/Jahr über 300 GWh elektrische Energie in das nationale Netz
eingespeist werden können. Maßnahmen zur Netzanbindung (Bau und Erweiterung von
Umspannstationen, Installierung einer Übertragungsleitung) begleiten den Bau der
Einzelanlagen.
Ansprechpartner:
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Palmengartenstraße 5–9
60325 Frankfurt/Main
Telefon: 0049-69-7431-0
New and Renewable Energy Authority, Ägypten
Einfluss auf die THG-Emissionen:
Vermeidung von rund 180 000 t CO2/Jahr bzw. 3,6 Mio. t CO2 über die
Lebensdauer im Vergleich zur Erzeugung durch thermische Kraftwerke, die mit Erdgas
und Schweröl gefeuert werden.
Projekt Energieeffizienzsteigerung in Kohlekraftwerken
Projektname:
Steigerung der Energieeffizienz und CO2-Reduktion; Kooperation mit dem
Zentrum für Kraftwerkstechnik und Energiewirtschaft (ZKE)
Projektziel:
Steigerung der Effizienz und CO2-Reduktion durch Einführung verbesserter
Technologien in Kohlekraftwerken
Empfängerland/
-region:
VR China
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
7 500 000 DM
Laufzeit:
Oktober 1995 bis
September 2001
Projektbeschreibung:
Annähernd 70% der Stromerzeugung werden in der VR China durch Kohle gewonnen.
Doch viele Kraftwerke sind veraltet und haben sehr geringe Wirkungsgrade
(durchschnittlich nur 29%). Dadurch belasten sie die lokale Umgebung mit Ruß und tragen
mit CO2 -Emissionen zum gobalen Treibhauseffekt bei. Daher werden schon seit Ende
der 80er Jahre mit deutscher Unterstützung nicht nur neue Kraftwerke gebaut, sondern
auch Altanlagen optimiert.
Die bisherige Pilotphase des Projektes in Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für
Kraftwerkstechnik und Energiewirtschaft – ZKE“ gestaltete sich sehr erfolgreich. In
Südchina erprobt die GTZ den Einsatz einer breiten Palette deutscher
Kraftwerksmessgeräte. Daneben geht es um den Aufbau institutioneller und personeller Kapazitäten.
Unter anderem durch Trainingsseminare wurden Qualifikation und Möglichkeiten
relevanter Institutionen, insbesondere in den ärmeren Provinzen gesteigert, in denen es
am notwendigen Know-how und an Ausstattung mangelt.
Besonders erfolgreich ist ein von der GTZ eingesetzter mobiler Messwagen, der
bereits in über 30 der 400 größten Kraftwerke eingesetzt wurde. Durch die Messungen
konnten die Anlagen so modifiziert werden, dass bisher Kohle zu Weltmarktpreisen
von ca. 240 Mio. DM eingespart werden konnten. Über die KfW fördert die
Bundesregierung mit einem Kreditabkommen die Anschaffung weiterer Messwagen ab 2001
zur Optimierung von 400 Kraftwerken mit insgesamt 72 000 MW Leistung. Die GTZ
ist für die Schulung der chinesischen Fachkräfte auf die neue Messtechnik
verantwortlich. Die neuen Messwagen lassen eine Einsparung von 1,8 Mio. t Kohle im Jahr
erwarten, verbunden mit einer CO2-Reduzierung um etwa 3,6 Mio. t.
Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Dag-Hammarskjöld-Weg 1
D-65760 Eschborn
Telefon: 0049-6196-79-0
China Longyuan Power Group Corporation (CLYPG)
Einfluss auf die THG-Emissionen:
2,7 Mio. t CO2 seit Projektbeginn
Projekt Förderung von Biogasanlagen
Projektname:
Programm zur Förderung von Biogasanlagen I und II
Projektziel:
Verbesserung der Lebensbedingungen in bäuerlichen Haushalten und Entlastung
der Umwelt.
Dauerhafte Nutzung von Biogasanlagen zur Erzeugung regenerativer Energie in
bäuerlichen Haushalten für Koch- und Beleuchtungszwecke sowie von
kompostiertem Faulschlamm für Düngezwecke
Empfängerland/
-region:
Nepal
Sektor:
Energie, Biomasse
Mittelbereitstellung:
29 000 000 DM
Laufzeit:
März 1997 bis
März 2003
Projektbeschreibung:
Das Programm leistet einen Beitrag zur Schonung der Wald- bzw. Holzressourcen, zur
Verbesserung der Gesundheitssituation und zur Arbeitsentlastung von Frauen und
Kindern. Das Biogasprogramm, das 1975 begann, wurde seit 1992 durch niederländische
Entwicklungshilfe technisch und finanziell unterstützt. Seit 1997 beteiligte sich die
KfW an der Finanzierung. In der ersten Phase des dritten Ausbauprogramms (von
März 1997 bis Juni 2000) wurden in Kooperation zwischen nepalesischer,
niederländischer und deutscher Seite 38 600 Anlagen (Geschätzte Lebensdauer der Anlagen: 20
Jahre) verbreitet. In der sich anschließenden zweiten Phase (BSP III-2) sollen weitere
63 500 Anlagen errichtet werden. Die von KfW bereitgestellten Mittel werden
teilweise als Baukostenzuschüsse und teilweise zur Refinanzierung der durch
nepalesische Banken vergebenen Kredite verwendet.
Ansprechpartner:
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Palmengartenstraße 5–9
60325 Frankfurt/Main
Telefon: 0049-69-7431-0
Agricultural Development Bank of Nepal (ADB/N)
Netherlands Development Organisation (NEDA)
Einfluss auf die THG-Emissionen:
Positive, aber nicht quantifizierte Minderung durch die Vermeidung der
Verbrennung von Holz aus nichtnachhaltiger Waldnutzung
Projekt Integriertes Solarthermisches Kraftwerk
Projektname:
Integriertes Solarkraftwerk Mathania
Projektziel:
Demonstration und Nachweis des kommerziellen Betriebs der solarthermischen
Rinnentechnologie in Kombination mit einem GuD-Kraftwerk in einem
Entwicklungsland. Dadurch Anstoß zur weltweiten Replikation dieser Technologie,
wodurch deutliche Kostensenkungseffekte erwartet werden.
Beitrag zur Sicherstellung von Produktion und Verbesserung der Produktivität
bei gewerblichen Verbrauchern durch die zusätzlich bereitgestellte Energie und
damit zum Wirtschaftswachstum.
Empfängerland/
-region:
Indien,
Bundesstaat Rajasthan
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
250 000 000 DM
Laufzeit:
Mai 2001 bis
Mai 2004
Projektbeschreibung:
Das Projekt umfasst Bau und Betrieb eines integrierten solarthermischen Kraftwerks
mit Gas- und Dampfturbine (ISCC) von ca. 140 MW Leistung. Davon werden rund
35 bis 40 MW durch solarthermische Erzeugung durch Parabolrinnenspiegel
bereitgestellt. Die Integration des mit solarer Energie erzeugten Dampfes in einem
Kombikraftwerk ist weltweit erstmalig. Die Anlage wird voraussichtlich ca. 800 GWh/Jahr
elektrische Energie in das Verbundnetz einspeisen. Die aus Sonnenenergie erzeugte
Strommenge dürfte rund 65 GWh/Jahr betragen. Detailplanung, Bau und Betrieb für
die ersten fünf Jahre werden einem privaten Generalunternehmer übertragen, der im
Rahmen einer internationalen Ausschreibung ermittelt wird. Das Projekt wird als
Pilotprojekt genutzt und ist das erste in einer Serie von ähnlichen Projekten, die in
Mexiko, Marokko und Ägypten geplant sind.
Um sicherzustellen, dass adäquate institutionelle und logistische Unterstützung auch
für den zukünftigen Ausbau des Solarthermalkraftwerkes zu Verfügung steht, wird im
Rahmen des Projektes auch technische Unterstützung geliefert, u. a. in Form von
Trainingsprogrammen für lokale Fachkräfte.
Ansprechpartner:
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Palmengartenstraße 5–9
60325 Frankfurt/Main
Telefon: 0049-69-7431-0
Global Environment Facility
Einfluss auf die THG-Emissionen:
Rund 13 090 Mio. t CO2 über die Lebensdauer von 25 Jahren im Vergleich zu
einem mit Steinkohle befeuerten Kraftwerk
Projekt Löschung von Kohlebränden in der VRChina
Projektname:
Löschung von Kohleflözbränden in den nördlichen Provinzen der VR China
(PPP-Maßnahme)
Projektziel:
Entwicklung von Strategien zur Löschung von Kohlebränden in der VR China
Empfängerland/
-region:
VR China
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
246 000 DM
Laufzeit:
September 2000
bis November 2000
Projektbeschreibung:
Großflächige Kohlebrände in den nördlichen Provinzen der VR China setzen große
Mengen von umweltschädlichem CO2 und Methan, die nicht nur lokal und national,
sondern auch global Auswirkungen zeigen. Bei dem als PPP-Maßnahme
durchgeführten Projekt mit einem Gesamtvolumen von 871 000,- DM wurden zur Eindämmung
der Brände Felderhebungen zu ausgewählten Brandherden und Ursachen mit dem
lokalen Partner durchgeführt. Durch umfangreichen Know-how Transfer wurden
chinesische Fachkräfte in die Lage versetzt, mittels moderner Techniken Kohlebrände
einzudämmen und zu vermeiden. Für die zukünftige Zusammenarbeit in zwei
Pilotregionen wurde ein Abkommen zwischen der RAG AG, Essen, und der chinesischen
State Administration of Coal Industry (SACI) über Kooperation bei der Löschung und
Vermeidung von Kohlebränden abgeschlossen. Die GTZ wird bei der Durchführung
mitarbeiten.
Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Dag-Hammarskjöld-Weg 1
D-65760 Eschborn
Telefon: 0049-6196-79-0
Einfluss auf die THG-Emissionen:
noch nicht quantifizierbar
Projekt CO2-Minderung imVerkehrssektor Surabaya
Projektname:
Pilotvorhaben CO2-Minderung im Verkehrssektor Surabaya
Projektziel:
Entwicklung von Optionen zur Senkung der CO2-Emissionen des Stadtverkehrs
in Surabaya
Empfängerland/
-region:
Indonesien
Sektor:
Transport
Mittelbereitstellung:
1 350 000 DM
Laufzeit:
November 1995 bis
Dezmber 2001
Projektbeschreibung:
Surabaya, Indonesiens zweitgrößte Stadt, hat große Probleme im Verkehrssektor, die
sich u. a. in einer gesundheitsgefährdenden Luftverschmutzung durch massive
Emissionen des Individualverkehrs manifestieren. Allerdings lagen bisher über die
Anwendbarkeit von emissionsreduzierenden Maßnahmen im städtischen Verkehr in
Entwicklungsländern keine systematischen Erkenntnisse vor.
Die im Auftrag des BMZ durchgeführte Studie sollte ein Konzept zur Bewertung bzw.
Eingrenzung der im Transportbereich zur Reduktion der CO2-Emissionen einsetzbaren
Instrumenten erstellen. Neben dem globalen Nutzen wird das Projekt durch die
Reduzierung der Emissionen allgemein und Steigerung der Effizienz auch einen lokalen
Nutzen für Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und Ökologie haben.
Das Vorhaben verfolgt einen kommunalen Ansatz und soll in besonderem Maße die in
Industrieländern und in Ansätzen auch in anderen Entwicklungsländern (z. B. Curitiba
in Brasilien) vorliegenden Erfahrungen mit neuen Nutzungsformen von
Verkehrssystemen berücksichtigen.
Im Rahmen des Pilotvorhabens werden Erfahrungen aus Ansätzen/Konzeptionen zur
CO2-Minderung ausgewertet und für Surabaya aufbereitet, ein Plan zur Vermeidung
von CO2-Emissionen im Verkehrsbereich von Surabaya erstellt und exemplarische
Maßnahmen des Aktionsplans zur Einführung neuer Verkehrssysteme und neuer
Formen des Verkehrsmanagements eingeführt und umgesetzt.
Surabaya dient damit als Pilotprojekt einerseits zur Entwicklung eines nachhaltigen
städtischen Transportsystems und andererseits auch zur Ausarbeitung von Optionen
bzw. eines Modells, wie CO2-Emissionen aus dem Transportsektor in großen Städten
in Entwicklungsländern reduziert werden können.
Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Dag-Hammarskjöld-Weg 1
D-65760 Eschborn
Telefon: 0049-6196-79-0
Einfluss auf die THG-Emissionen:
ca. 880 000 t CO2/Jahr
Projekt Einführung verbesserter energiesparender Keramikbrennöfen in
Thailand
Projektname:
Thailändisch-deutsches Projekt zur Förderung der Energieeffizienz
Projektziel:
Verbesserung von Produktionsqualität und Produktionsmanagement;
Reduktion von Energiekosten und CO2/SO2-Emissionen
Empfängerland/
-region:
Thailand
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
12 520 000 DM
Laufzeit:
Oktober 1993 bis
Dezember 2001
Projektbeschreibung:
Im Rahmen des deutsch-thailändischen Projektes zur Förderung der Energieeffizienz
wurden verschiedene neue Technologien bereitgestellt.
Zur Verbesserung der sehr veralteten Technik und Produktion in der thailändischen
Keramikindustrie ist beispielsweise ein neuartiger deutscher Brennofen eingeführt
worden, um die Produktionsqualität und das Produktionsmanagement zu verbessern
und Energiekosten zu reduzieren. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden im
Rahmen dieses Technologietransferprojektes Trainingsseminare und Workshops
durchgeführt und ein Trainingshandbuch erstellt, um die Unternehmen mit den
Produktionsmethoden vertraut zu machen. Mit dem neuen Ofentyp konnten 73 % des
Primärenergieverbrauchs und 70 % der Energiekosten eingespart werden. Seit der
Einführung des ersten Ofens wurden bis heute weit über 1500 Keramikbrennöfen
verbreitet, die große Mengen an CO2-Emissionen einsparen. Die erfolgreiche Technik
wurde auch in Vietnam, den Philippinen, Indien und Brasilien eingeführt und trägt
auch dort erheblich zur Einsparung von CO2-Emissionen bei.
Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Dag-Hammarskjöld-Weg 1
D-65760 Eschborn
Telefon: 0049-6196-79-0
Einfluss auf die THG-Emissionen:
250 000 t CO2/Jahr
3 000 t SO2/Jahr
Projekt Umweltverträgliche Energieversorgung in der Mekong-Region als
Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und zum globalen Klimaschutz
Projektname:
Umweltverträgliche Energieversorgung in der Mekong-Region als Beitrag zu
einer nachhaltigen Entwicklung und zum globalen Klimaschutz
Projektziel:
Nachhaltige Erhöhung des Bewusstseins und des planerischen und technischen
Wissens in der Mekong-Region über wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten
umweltschonender Umwandlungstechnologien und erneuerbarer Energien
Empfängerland/
-region:
Mekong-Region
(Laos, Vietnam,
Kambodscha,
Yunnan/China,
Thailand)
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
1 926 000 DM
Laufzeit:
seit 2000
Projektbeschreibung:
Durch ein gemeinsames Dialog- und Trainingsprojekt fördern CDG (Carl Duisberg
Gesellschaft) und CORE (Council on Renewable Energy in the Mekong Region) die
Verbreitung erneuerbarer Energien als einen Beitrag zur nachhaltigen
Energieversorgung. CORE ist ein Netzwerk von Experten aus öffentlichen Institutionen, aus der
privaten und staatlichen Wirtschaft aus Laos, Kambodscha, Vietnam, Thailand und der
chinesischen Provinz Yunnan. In dem Fortbildungsprojekt werden private und
staatliche Unternehmen unterstützt, die Strom bzw. Energiedienstleistungen auf der Basis
erneuerbarer Energien anbieten. Für die Energieplanung zuständige Behörden und
Institutionen werden bei der Formulierung von Strategien für eine verstärkte Nutzung von
erneuerbaren Energien beraten.
Die Energieversorgung in den Ländern der Mekong-Region weist eine erhebliche
Variationsbreite auf. In den Ländern Laos, Kambodscha und Vietnam sind mehr als 80 %
der ländlichen Bevölkerung nicht an die zentrale Stromversorgung angeschlossen. In
der gesamten Provinz Yunnan hingegen haben lediglich 10 % der Haushalte keinen
Netzzugang; noch günstiger sieht die Ausgangslage in Thailand aus.
Betrachtet man die aktuelle Nutzung erneuerbarer Energien, so lässt sich ebenfalls
feststellen, dass ein erhebliches Gefälle zwischen den im Netzwerk vertretenen
Ländern/Regionen besteht. In der chinesischen Provinz Yunnan und in Thailand bestehen
bereits einheimische Produktionsanlagen für solarthermische Kollektoren und PV-
Modul-Fertigungsanlagen. Dagegen werden in Ländern wie Laos oder Kambodscha diese
Technologien bisher kaum genutzt. Unterschiedlich ist auch die Erfahrung in den
einzelnen Ländern in den Bereichen Kleinstwasserkraftnutzung und Biogasanlagen. Das
Fortbildungsprojekt unterstützt deshalb den Erfahrungsaustausch zwischen den
Mekong-Anrainerstaaten. Das Fortbildungsprojekt leistet aber auch einen wichtigen
Beitrag bei der Ableitung von Handlungsanweisungen aus den Masterplänen für die
Elektrifizierung des ländlichen Raumes, soweit darin bereits Aktionsprogramme für einen
verstärkten Einsatz erneuerbare Energien formuliert sind (Vietnam) und es berät auch
politische Entscheidungsträger, die eine Strategie für einen gezielten Ausbau der
Nutzung erneuerbarer Energien entwickeln (VR China).
Zur Sicherstellung der Energieversorgung und zur Sicherung des Klimas soll aber
nicht nur eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien beitragen, das Projekt
vermittelt auch Maßnahmen und Methoden für eine möglichst effiziente Energieverwendung.
Langfristige Wirkung wird dadurch erzielt werden, dass künftig verstärkt in
Berufsfachschulen praktisches Wissen über erneuerbare Energien vermittelt wird.
Das Projekt wird in enger Abstimmung mit der GTZ und mit Unterstützung deutscher
Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien durchgeführt.
Ansprechpartner:
Carl Duisberg Gesellschaft e. V. (CDG)
Lützowufer 6-9
D-10785 Berlin
Telefon: 0049-30-25482110
Einfluss auf die THG-Emissionen:
nicht quantifizierbar
Projekt Nachhaltige Energieversorgung in Brasilien und Argentinien
durch den Ausbau derWindenergie
Projektname:
Nachhaltige Energieversorgung in Brasilien und Argentinien durch den Ausbau
der Windenergie
Projektziel:
Planer aus beratenden Ingenieurbüros, Energieversorgungsunternehmen und
von Betreibergesellschaften sind in der Lage, Windparkprojekte im Megawatt-
Bereich unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu planen, die
erforderlichen Finanzierungskonzepte zu entwickeln und die Realisierung der
Projekte zu steuern. Unternehmen in Argentinien und Brasilien sind befähigt,
Wartung und Reparatur installierter Anlagen zu übernehmen, Komponenten
herzustellen sowie Windkraftanlagen in Lizenz zu bauen und aufzustellen.
Empfängerländer:
Brasilien und
Argentinien
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
1 878 000 DM
Laufzeit:
seit 1999
Projektbeschreibung:
Damit die Ressource Wind verstärkt zum Einsatz kommen kann, müssen potentielle
Investoren/Betreiber umfassend über die Leistungsmöglichkeiten und die
Wirtschaftlichkeit der jeweils neuen Generation von netzeinspeisenden Windenergieanlagen
informiert sein. Projektplaner, Energieversorgungsunternehmen (EVU) und sonstige
Betreiber sowie Anlagenhersteller müssen durch günstige Finanzierungsvereinbarungen
Zugang zu nationalen und internationalen Finanzmitteln haben. Fachgespräche
zwischen Finanzierungsinstitutionen und potentiellen Betreibern von Windenergieparks
über Kreditbedingungen einschließlich Risikoabsicherung,
Gewährleistungsansprüchen, Vertragsgestaltung mit Stromabnehmern etc. sind dafür eine wichtige
Voraussetzung. Die Erstellung von Business Plänen und die Variation der darin enthaltenen
Parameter erlaubt eine genaue Analyse der Faktoren, die darüber entscheiden, welche
Windenergieprojekte wirtschaftlich und über die Märkte teilfinanzierbar sind. Das
Dialog- und Fortbildungsprojekt berät auch Entscheidungsträger aus Energiepolitik und
Regulierungsbehörden, die für die Ausgestaltung der politischen und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen für die Windenergienutzung verantwortlich sind. Technische
Aspekte der Windkraftnutzung werden in speziellen Fachseminaren behandelt; die
Grundlagen der Windenergienutzung werden in Einführungskursen an verschiedenen
Universitäten vermittelt.
An Standorten mit guten Windverhältnissen und ausreichender Netzqualität steht die
Windenergienutzung an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit.
Argentinien und Brasilien verfügen über die technischen Voraussetzungen für die
Produktion von Komponenten für Windkraftanlagen. Beide Länder können in die Lage
versetzt werden, in Joint Venture mit deutschen Unternehmen oder in Lizenz, eigene
Windkraftanlagen zu bauen. Sie bieten überdies günstige Voraussetzungen für die
Gründung von Tochtergesellschaften deutscher Anlagenhersteller.
Das Projekt ist als PPP-Projekt konzipiert, die stark praxisbezogenen Dialog- und
Fortbildungsmaßnahmen der CDG werden gemeinsam mit Vertretern der deutschen
und brasilianischen Windenergieindustrie durchgeführt. Als Partner beteiligt sind auch
wissenschaftliche Einrichtungen, Energiebehörden, Finanzierungsinstitutionen und
Nichtregierungsorganisationen.
Ansprechpartner:
Carl Duisberg Gesellschaft e. V. (CDG)
Lützowufer 6-9
D-10785 Berlin
Telefon: 0049-30-25482110
Einfluss auf die THG-Emissionen:
nicht quantifizierbar
Projekt Hocheffiziente Erdgasnutzung als Beitrag für eine
umweltverträgliche Energieversorgung in Brasilien (PPP-Projekt)
Projektname:
Hocheffiziente Erdgasnutzung als Beitrag für eine umweltverträgliche
Energieversorgung in Brasilien (PPP-Projekt)
Projektziel:
Vermittlung von Kenntnissen über hocheffiziente Technologien bei der
Übertragung, Verteilung und Nutzung von Erdgas in Deutschland und Europa für
Führungskräfte, leitende Ingenieure sowie Marketing- und PR-Experten aus der
brasilianischen Gasversorgungswirtschaft.
Empfängerländer:
Brasilien
Sektor:
Energie
Mittelbereitstellung:
220 000 DM
Laufzeit:
2000 bis 2002
Projektbeschreibung:
Zur Sicherung der zukünftigen Energieversorgung in Brasilien gewinnt Erdgas
zunehmende Bedeutung. Im Bereich der thermischen Kraftwerke ist Erdgas als Brennstoff
erheblich emissionsärmer und damit umweltverträglicher als Diesel und Kohle.
Besonders aber im Bereich Verkehr könnte eine verstärkte Nutzung von Erdgas als
Brennstoff die Umwelt entlasten.
Gemeinsam mit dem brasilianischen Gasverband ABEGÁS (Associação Brasileira das
Empresas Estaduais Distribuidoras de Gás Canalizado) führte die CDG
Fortbildungsmaßnahmen für die brasilianische Gasversorgungsindustrie durch. Im Vordergrund
stand die Vermittlung von Kenntnissen hocheffizienter Technologien zur Nutzung von
Erdgas wie z. B. die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung sowie Antriebstechnologien für
Busse und Pkw.
Die Heranführung an die Brennstoffzelltechnologie und die Unterrichtung über den
Stand der Technik bei der Reformation von Erdgas zu Wasserstoff, der Speicherung
von Wasserstoff sowie der Erzielung der Wirkungsgrade von Brennstoffzellen ist ein
elementarer Bestandteil des Fortbildungsprojektes.
Aus entwicklungs- wie auch aus umweltpolitischer Sicht ist es besonders wichtig,
auch Industrien und Forschungseinrichtungen in Lateinamerika in dieser Problematik
fortzubilden, da der Einsatz von Erdgas nur als ein Übergang zur
Brennstoffzellentechnologie und Wasserstoffnutzung angesehen werden muss.
Ein wichtiger Programmaspekt ist darüber hinaus ein Austausch zwischen Vertretern
der brasilianischen Gasversorgungsindustrie und deutschen Anlagenherstellern.
Ansprechpartner:
Carl Duisberg Gesellschaft e. V. (CDG)
Lützowufer 6-9
D-10785 Berlin
Telefon: 0049-30-25482110
Einfluss auf die THG-Emissionen:
nicht quantifizierbar
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 13 20, 53003 Bonn, Telefon (02 28) 3 82 08 40, Telefax (02 28) 3 82 08 44
ISSN 0722-8333]