Schleizer Dreieck
der Abgeordneten Uwe Hiksch, Dr. Ruth Fuchs, Gerhard Jüttemann und der Fraktion der PDS
Vorbemerkung
Seit 1922 werden auf dem sog. Schleizer Dreieck (Bundesstraße 2 und 282, sowie Kreisstraße 552) nationale und internationale Auto- und Motorradrennen durchgeführt. Die bundesweite und zum Teil internationale Bedeutung des Schleizer Dreiecks ist eine wichtige Grundlage für Tourismus und Fremdenverkehr in der Ostthüringer Region. Derzeit weist die Strecke einige Sicherheitsmängel auf. Deshalb hat sie nur noch bis Ende des Jahres 2002 eine Renngenehmigung. In der strukturschwachen Region Ostthüringen ist somit ein bekannter Wirtschaftsfaktor bedroht.
Örtliche und überörtliche Entscheidungsträger bemühen sich seit vielen Jahren, das Schleizer Dreieck als neue Rennstrecke – unabhängig vom öffentlichen Verkehrsraum – zu bauen. Dazu wurde bereits eine Machbarkeitsstudie der Aufbaugesellschaft Ostthüringen zur Erschließung eines Gewerbegebietes im Raum Schleiz erstellt.
Kernpunkt dieses Gewerbegebietes soll ein Fahrsicherheitszentrum sein.
Mit Hilfe des Slogans „Autoland Thüringen“ und des Imagefaktors „Schleizer Dreieck“ hofft das Bundesland Thüringen auf neue Investoren für Industrieansiedlungen in der Region. Dafür sind die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur und die Schaffung ausreichender Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Ostthüringer Region aus Thüringer Sicht unerlässlich.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zum Schleizer Dreieck?
Sieht die Bundesregierung – ähnlich wie das Land Thüringen – die Notwendigkeit, das Schleizer Dreieck als zentralen Bestandteil eines touristischen Entwicklungskonzeptes der Ostthüringer Region zu erhalten?
Welche konkreten Möglichkeiten bestehen nach Auffassung der Bundesregierung z. B. im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur zur Unterstützung und Förderung des Erhaltes des Schleizer Dreiecks?
Welche Förderinstrumente stehen nach der Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur oder darüber hinaus zur Verfügung, um neben der traditionellen wirtschaftsnahen Infrastrukturförderung auch eine regionale Imagebildung zu unterstützen?
Sieht die Bundesregierung Chancen z. B. im Rahmen der Förderung regionaler Kompetenzzentren, durch den Erhalt des Schleizer Dreiecks die Entwicklung des Motorradherstellers Simson zu unterstützen?
Sieht die Bundesregierung einen steigenden Bedarf für Fahrsicherheitszentren auf Grund der Diskussion, für Absolventen von Fahrsicherheitszentren Schadenfreiheitsrabatte zu ermöglichen?