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Kleine AnfrageWahlperiode 13Beantwortet

Verglasung und Transport radioaktiver Flüssigkeitsabfälle aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe (G-SIG: 13010603)

Entscheidung über die Entsorgung der nuklearen Flüssigkeitsabfälle der vor Jahren stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, Vor-Ort-Verglasung oder Verglasung in Mol/Belgien, Verfahren, Kosten, Sicherheitsfragen

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie

Datum

06.07.1995

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 13/166912. 06. 95

Verglasung und Transport radioaktiver Flüssigkeitsabfälle aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe

der Abgeordneten Monika Knoche und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Eine Hinterlassenschaft aus 20jährigem Betrieb der vor Jahren stillgelegten Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) sind die 80 000 Liter nuklearer Flüssigabfälle.

Sie haben eine hohe Strahlenintensität, müssen gesichert und gekühlt werden. Diese Lösung (high-active-waste-concentrate = HAWC) enthält neben ca. 12,5 kg Plutonium und ca. 600 kg Uran alle weiteren Spaltprodukte und Aktiniden — die Lagerung findet in Karlsruhe statt.

Nun planen die WAK und das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) das HAWC in einer Anlage im belgischen Mol zu verglasen. Dazu sollen auf dem Gelände der WAK eine HAWC-Abfüllstation — genannt HAWA — und in Mol eine Entleerstation gebaut werden. Das HAWC soll in ca. 30 Castor-2d-Behältern nach Belgien verbracht werden.

WAK und FZK haben eine Bau- und Betriebsgenehmigung beantragt.

Im Sommer 1994 fand der Anhörungstermin statt.

Bündnisgrüne, Greenpeace und das Öko-Institut Darmstadt hatten dieses gesamte Vorhaben aufgrund der Transportrisiken bereits anläßlich des im Januar 1994 in Gang gebrachten Genehmigungsverfahrens für unverantwortlich gehalten und die Vor-Ort-Verglasung präferiert.

Da die Bundes- und Landesregierung als Gesellschafterinnen und Gesellschafter des Forschungszentrums Karlsruhe über das künftige Konzept entscheiden, fragen wir die Bundesregierung:

1. Beabsichtigt die Bundesregierung noch immer, die Abfüllanlage in der WAK zu bauen und die Verglasung in Mol vornehmen zu lassen?

Fragen12

2

Falls ja, welche Kosten entstehen für die Abfüllanlage im FZK ohne Flugzeugabsturzsicherung?

Was wird mit der von der Stadt Karlsruhe geforderten Flugzeugabsturzsicherheit?

3

Welche Kosten entstehen für:

Die Castorbehälter/den Transport?

4

Die Verglasung in Mol?

5

Die Lagerung der Kokillen?

6

Wo sollen die Kokillen zwischengelagert werden?

7

Wie lange sollen die Kokillen zwischengelagert werden?

8

Wie viele Kokillen werden anfallen?

9

Falls die Verglasung in Mol aufgegeben wird, plant die Bundesregierung eine Verglasungsanlage im Forschungszentrum Karlsruhe?

Wenn ja:

10

Was wird diese kosten?

11

Welcher Sicherheitsstandard wird dabei angelegt?

12

Welche Kapazitäten soll diese Anlage haben (Angaben in l/Tag)?

13

Wo sollen die Kokillen im Fall einer Verglasung in Karlsruhe zwischen- und endgelagert werden?

Bonn, den 8. Juni 1995

Monika Knoche Joseph Fischer (Frankfurt), Kerstin Müller (Köln) und Fraktion

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