Nitratbelastung von Gemüse
der Abgeordneten Wolfgang Weiermann, Dr. Marliese Dobberthien, Klaus Lennartz, Hermann Bachmaier, Friedhelm Julius Beucher, Lieselott Blunck, Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk, Peter Conradi, Klaus Daubertshäuser, Ludwig Eich, Lothar Fischer (Homburg), Arne Fuhrmann, Monika Ganseforth, Dr. Liesel Hartenstein, Renate Jäger, Volker Jung (Düsseldorf), Susanne Kastner, Siegrun Klemmer, Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Ulrike Mehl, Michael Müller (Düsseldorf), Jutta Müller (Völklingen), Jan Oostergetelo, Manfred Reimann, Harald B. Schäfer (Offenburg), Otto Schily, Karl-Heinz Schröter, Dietmar Schütz, Ernst Schwanhold, Hans Georg Wagner, Verena Wohlleben, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz
Vorbemerkung
Von den Verbraucherzentralen Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände durchgeführte Untersuchungen zur Nitratbelastung von Kopfsalat, Feldsalat und Weißkohl geben Anlaß, den gesundheits- und umweltpolitischen Aspekten der Nitratbelastung in der Lebensmittelgruppe der Gemüse nachzugehen.
Wir fragen deshalb die Bundesregierung:
Fragen20
Wie beurteilt die Bundesregierung die gegenwärtige Situation bei der Nitratbelastung von Gemüse?
Welche Gemüsearten sind von einer hohen Nitratbelastung besonders betroffen?
Wie werden die gesundheitlichen Auswirkungen hoher Nitratbelastungen in Gemüse eingeschätzt?
In welchem Verhältnis stehen Nitratbelastungen in Gemüse, Nitratbelastung des Trinkwassers und Nitrat- bzw. Nitritbelastungen anderer Lebensmittel?
Welche Kontrollen bzw. routinemäßigen Überprüfungen werden durchgeführt?
Welches sind die Ergebnisse der letzten drei Jahre, gegliedert nach Art, Herkunft und Anbauverfahren (herkömmlich bzw. alternativ) des Gemüses?
Gibt es Besonderheiten bei dem Gemüse, das im Beitrittsgebiet erzeugt wird?
Gibt es Besonderheiten bei dem Gemüse, das aus den Nachbarländern in die Bundesrepublik Deutschland eingeführt wird?
Welche Anstrengungen werden unternommen, den Nitratgehalt bei Gemüse zu verringern?
Sieht die Bundesregierung den Stickstoffeintrag aus der Umwelt auf Pflanzen und in die Böden als eine im Vergleich zur Düngung relevante Ursache hoher Nitratbelastungen von Gemüse?
Welchen Stand gibt es bei der Züchtung und Nutzung von bestimmten Gemüsesorten, die weniger als andere zur Anreicherung des Nitratgehalts neigen?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Forderung nach gesetzlichen Höchstwerten für besonders nitratreiche Gemüsearten?
Gibt es nach der gegenwärtigen Rechtslage die Möglichkeit, Gemüse mit einem gesundheitsgefährdend hohen Nitratgehalt aus dem Verkehr zu ziehen?
Bei welchem Nitratgehalt wäre nach Ansicht der Bundesregierung ein solcher Schritt geboten?
Wer hätte bei einem solchen Schritt die wirtschaftlichen Folgen zu tragen bzw. in welcher Weise sind die befaßten Behörden mit dem Risiko einer Entschädigungspflicht belastet?
Sollten für Kindernahrung besondere Maßnahmen ergriffen werden?
Wie können andere besonders gefährdete Personengruppen (z. B. Nierenkranke) geschützt werden?
Wie beurteilt die Bundesregierung eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte Anbauverfahren bei Gemüse („Treibhaus" bzw. „Freiland" oder „herkömmlicher" bzw. „biologischer Anbau")?
Welche Beachtung findet die Nitratbelastung von Gemüse bei den Europäischen Gemeinschaften?
Welche Auswirkungen wird der europäische Binnenmarkt in diesem Bereich haben?