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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Auswirkungen einer Entscheidung für eine Magnetbahn-Referenzstrecke Hamburg - Hannover (G-SIG: 11002126)

Auswirkung auf das Wirtschaftsergebnis der Bundesbahn und auf das Stadtgebiet Hamburg, Elbquerung der Magnetbahn, Umweltverträglichkeitsprüfung gem. EG-Richtlinie (85/337/EWG), gemeinwirtschaftlicher Nutzen

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

25.08.1988

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/258927.06.88

Auswirkungen einer Entscheidung für eine Magnetbahn-Referenzstrecke Hamburg—Hannover

des Abgeordneten Weiss (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

  • Um wieviel Prozent werden die Fahrgastzahlen der Deutschen Bundesbahn bezogen auf alle DB-Linien, insbesondere der der ICE- und IC-Linien, sinken?
  • Wie wird sich eine parallele Magnetbahnstrecke Hamburg— Hannover auf das IC-Angebot und den halbstündigen IC- Takt auf dieser Strecke auswirken?
  • Welche Auswirkungen werden sich — angesichts dessen, daß die Magnetbahn nur leichteste Güter transportieren und umschlagen kann — auf die Qualität der Güterverkehrsbedienung für Hamburg ergeben?
  • Wird die Deutsche Bundesbahn gezwungen sein, die ICE- Linien schon in Hannover statt Hamburg wenden zu lassen, da die Strecke Hannover — Hamburg ohnehin eine Auslaufstrecke des Hochgeschwindigkeitsnetzes darstellt und sich bei parallelem Betrieb durch die Magnetbahn eine Bedienung durch die Deutsche Bundesbahn wi rtschaftlich nicht vertreten läßt?
  • Welche Auswirkungen werden sich demnach für die Bedienungsqualität Hamburgs ergeben?
  • Kann unter diesen Bedingungen an dem geplanten ICE- Ausbesserungswerk Hamburg-Eibelstedt, das Hamburg nach langen Auseinandersetzungen gegenüber München- Freimann zugeschlagen wurde und das für Hamburg 300 langfristig gesicherte Arbeitsplätze sichert, festgehalten werden? Wieviel hat die Deutsche Bundesbahn bisher an Investitionen in dieses getätigt?

Fragen5

1

Wie wird sich eine Magnetbahn-Referenzstrecke Hannover — Hamburg auf das Wirtschaftsergebnis des öffentlichen Verkehrsträgers Deutsche Bundesbahn auswirken?

2

Welcher Effekt für die Verlagerung des innerdeutschen Flugverkehrs auf bodengebundene Verkehrssysteme — entsprechend der Argumentation der Befürworter der Magnetbahn — ergibt sich nach Ansicht des BMV aus einer Referenzstrecke Hannover—Hamburg angesichts der Tatsache, daß derzeit zwischen Hamburg und Hannover gar keine Linienflüge angeboten werden?

3

Wie wirkt sich eine Magnetbahn-Referenzstrecke auf das Stadtgebiet Hamburg aus, wie stellt sich die Bundesregierung die Anbindung des Flughafens Hamburg-Fuhlsbüttel in bezug auf die Interessen der betroffenen Wohnbevölkerung vor?

Wie und wo stellt sich die Bundesregierung die Überquerung der Elbe für die Magnetbahn-Referenzstrecke vor, und welche Folgen ergeben sich aus dieser Querung?

Wem werden die Kosten einer Elbquerung der Magnetbahn angelastet werden?

Wird eine solche Elbquerung der Magnetbahn vorbehalten werden oder werden dabei auch öffentliche Verkehrsträger — angesichts der Auslastung aller übrigen Elbquerungen für den öffentlichen Verkehr — berücksichtigt?

4

Wie und zu welchem Zeitpunkt wird das Bauvorhaben der Magnetbahn-Referenzstrecke einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß EG-Richtlinie (85/337/EWG) unterworfen werden?

5

In welcher Hinsicht genießt die Magnetbahn-Referenzstrecke Hamburg — Hannover nicht den Grundsätzen der Bundesverkehrswegeplanung?

Insbesondere wie vertritt die Bundesregierung, daß die Strecke Hamburg — Hannover wie weitere untersuchte Strecken nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums vom 20. Mai 1988 nicht dem darin geforderten gemeinwirtschaftlichen Nutzen, auf den sie hin untersucht wurde [vgl. schriftliche Frage Drucksache 11/2407 Nr. 72 des Abgeordneten Weiss (München)], entspricht?

Bonn, den 27. Juni 1988

Weiss (München) Dr. Lippelt (Hannover), Frau Schmidt-Bott, Frau Vennegerts und Fraktion

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