Der Bundesregierung liegen im Hinblick auf die Zuständigkeit der Länder für die Zulassung und Überwachung von Abfallentsorgungsanlagen keine abschließenden Sachstandsinformationen vor.
Bei Deponien gilt dies insbesondere für die geplanten Anlagen sowie die industrieeigenen Deponien, die grundsätzlich nur für die Ablagerung betriebseigener Abfälle zugelassen sind.
Der Bundesregierung sind 13 oberirdische öffentlich zugängliche Sonderabfalldeponien bekannt. Darüber hinaus stehen drei Deponien für die untertägige Ablagerung von Abfällen zur Verfügung. Diese Deponien sind in den Tabellen 2 und 3 aufgelistet.
Tabelle 2: Öffentlich zugängliche Sonderabfalldeponien
Land Deponie Betreiber Telefon Bemerkungen Bd-W Billigheim Gesellschaft zur Beseitigung von 07 11/51 10 34 Inbetriebn.: 1989 Sonderabfällen in Baden-Württem- *Betriebsende: ca. 1997 berg mbH., Welfenstraße 15, Restvolumen: ca. 0,7 Mio. m3 7012 Fellbach 4
Bay Schwabach Zweckverband Sondermüllentsor- 0 91 22/7 97-0 Inbetriebn.: 1969 gung Mittelfranken (ZVSMM), *Betriebsende: ca. 1989 Rother Straße 56, 8540 Schwabach
Gallenbach • Gesellschaft zur Beseitigung von 0 89/38 99-0 Inbetriebn.: 1975 Sondermüll in Bayern mbH. (GSB), *Betriebsende: ca. 2000 Herzogstraße 60, 8000 München 40 Restvolumen: ca. 0,56 Mio. m3
Raindorf Zweckverband Sondermüllentsor- 0 91 01/70 60 Inbetriebn.: 1985 gung Mittelfranken (ZVSMM), *Betriebsende: ca. 1996 Seckendorfer Straße 2, Restvolumen: 8501 Veitsbronn-Raindorf ca. 0,67 Mio. m3
Hess Kleinseelheim Hessische Industriemüllgesell- 0 62 58/80 90 Inbetriebn. : 1972 schaft (HIM), Justus-von-Liebig- *Betriebsende: ca. 1990 Str. 13, 6083 Biebesheim Restvolumen: ca. 5 000 m3
Nds Hoheneggelsen Niedersächsische Sonderabfall- 0 51 29/10 77 Inbetriebn.: 1971 deponie Hoheneggelsen GmbH *Betriebsende: ca. 2010 (SDH), Ziegeleiweg 1, 3201 Söhlde OT Hoheneggelsen
NW Grevenbroich- Firma Trienekens, Greefsallee 1-5, 0 21 62/37 02-0 Inbetriebn. : 1973 Neuenhausen 4060 Viersen 1
Hünxe- AGR-Abfallbeseitigungsgesell- 02 01/72 26-0 Inbetriebn. : 1980 Schermbeck schaft Ruhrgebiet mbH, Rüttenscheider Straße 66, 4300 Essen 1
Ochtrup Gesellschaft für Materialrück- 0 23 25/43 00-1 Inbetriebn.: 1976 gewinnung und Umweltschutz *Betriebsende: 1994 mbH, Heerstraße 29-43, 4690 Herne 2
Breitscheid Firma Muscheid, Hummels- 0 21 02/1 79 92 Inbetriebn. : 1971 beck 110, 4030 Ratingen *Betriebsende: Dez. 1989
Rh-Pf Gerolsheim Gesellschaft zur Beseitigung von 0 62 33/77 06-0 Inbetriebn.: 1977 Sonderabfällen in Rheinland-Pfalz *Betriebsende: ca. 1991 mbH (GBS), Postfach 1513, Restvolumen: 6710 Frankenthal ca. 948 Mio. m3
Schl-H Rondeshagen Müllverbrennungsanlage Stapel- 0 45 01/13 61 Inbetriebn.: 1982 feld GmbH, Zum Gutshof 11, *Betriebsende: ca. 2002 2061 Groß Weeden
*) Das voraussichtliche Betriebsende wird wesentlich von den Anforderungen der TA Besonders überwachungsbedürftige Abfälle und der Entwicklung der danach zu deponierenden Abfallmengen abhängig sein.
Tabelle 3: Öffentlich zugängliche Deponien
Land Deponie Betreiber Telefon Bemerkungen Bd-W Salzbergwerk Südwestdeutsche Salzwerke AG, 0 71 31/13 71 Inbetriebn.: 1987 Heilbronn Postfach 3120, 7100 Heilbronn nur für Rückstände aus MVA-Abgasreinigung
Hess Herfa-Neurode Kali und Salz AG Werk Winters- 0 66 24/81 32 51 Inbetriebn.: 1972 hall, 6432 Heringen, Hauptverwal- *Betriebsende: ca. 2009 tung: Postfach 407, 3500 Kassel Restvolumen: 2,5 Mio. m3
NW Zeche Zoll- Ruhrkohle AG, Rellinghauser 02 01/17 71 Inbetriebn.: 1988 verein, Essen Straße 1, 4300 Essen 1 nur für Kraftwerksreststoffe Katernberg
*) Das voraussichtliche Betriebsende wird wesentlich von den Anforderungen der TA Besonders überwachungsbedürftige Abfälle und der Entwicklung der danach zu deponierenden Abfallmengen abhängig sein.
Die der Bundesregierung vorliegenden Informationen zu den öffentlich zugänglichen sowie den geplanten Abfallverbrennungsanlagen sind in den Tabellen 4 und 5 aufgelistet.
Tabelle 4: Sonderabfallverbrennung in den Bundesländern (Stand: 1988)
Land Vorhandene Anlagen Geplante bzw. Ausbau vorhandener Anlagen Anzahl Kapazität Anzahl Kapazität in 1 000 t/a in 10 000 t/a Baden-Württemberg — — 1 (1) 60 Bayern 4 (3) 120 + 5*) 3 (2) 135 Berlin - — 1 15 DDR Bremen — — — Verbund mit Schl.-Holst.
Hamburg 1 (1) 50 + 50*) 1 (1) 20 Hessen 5 (1) 110 3 (2) 100 Niedersachsen 1 5 1 (1) 60 Nordrhein-Westfalen 14 (1) 285 4 (2) 170 Rheinland-Pfalz 1 100 2 (1) 90 Saarland — — 1 (1) 15 Schleswig-Holstein 1 20 1 (1) 35 Gesamt 27 690 + 55*) 18 700 davon öffentlich betr. (6) 231 + 55*) (12) 515 zu erwartende Stilllegungen sind hierbei unberücksichtigt
*) = hausmüllähnlicher Gewerbemüll
Tabelle 5: Standorte der betriebenen und in Planung befindlichen öffentlich zugänglichen Sonderabfallverbrennungsanlagen
Land Verbrennungs- Betreiber Bemerkungen anlage Bd-W Kehl Gesellschaft zur Beseitigung geplante Kapazität: 60 000 t/a von Sonderabfällen in Baden- Verfahren noch nicht eingeleitet Württemberg mbH. 1 weitere Anlage geplant
Bay Schwabach Zweckverband Sondermüll- derzeitige Kapazität: 30 000 t/a entsorgung Mittelfranken (ZVSMM)
Ebenhausen Gesellschaft zur Beseitigung derzeitige Kapazität: 60 000 t/a von Sondermüll in Bayern mbH. geplant weitere 100 000 t/a (GSB), Herzogstraße 60, 8000 München 40
Schweinfurt GSB derzeitige Kapazität: 20 000 t/a
HH Hamburg AVG 50 000 t/a weiterhin Versuchsanlage mit ca. 3 000 t/a geplant
Hess Biebesheim HIM derzeitige Kapazität: ca. 60 000 t/a Planfeststellungsunterlagen für weitere 30 000 t/a eingereicht
Nds Oker/ Metaleurop GmbH geplante Kapazität: 30 000 t/a Harlingerode Planfeststellungsunterlagen eingereicht
Dörpen bei keine Einzelheiten zu Kapazitäten und Papenburg Planungsstand bekannt
NW Herten AGR, Essen derzeitige Kapazität: 30 000 t/a Planfeststellungsverfahren für weitere 30 000 t/a läuft
KEA, Essen KWU, Kleinholz Planfeststellungsverfahren läuft seit 1986 geplante Kapazität: ca. 60 000 t/a
Castrop-Rauxel Edelhoff geplante Kapazität: 30 000 t/a
Krefeld AVAK geplante Kapazität: 60 000 t/a mindestens 4 weitere Anlagen, über die keine genauen Angaben vorliegen, geplant
Rh-Pf Kaisersesch GBS geplante Kapazität: 60 000 t/a Planfeststellungsverfahren eingeleitet
Schl-H Brunsbüttel SAVA, Kiel geplante Kapazität: 35 000 t/a Planfeststellungsverfahren eingeleitet
In der Tabelle 6 sind die Standorte, an denen chemisch-physikalische Behandlungsanlagen betrieben werden, geordnet nach Bundesländern aufgelistet. Die Tabelle enthält weiterhin Angaben zur Technik in den Anlagen, soweit sie der Bundesregierung vorliegen.
Tabelle 6: Standorte von chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen und Angaben zu deren technischen Ausstattung*)
Bundesland Standort Technik Baden-Württemberg 7597 Rheinau Emulsionsspaltungsanlage 7982 Baienfurt nicht bekannt 7530 Pforzheim Entgiftungs- und Neutralisationsanlagen (3 Anlagen)
7500 Karlsruhe nicht bekannt 7410 Reutlingen-Betzingen nicht bekannt 7335 Salach Emulsionstrennanlage, Kammerfilterpresse, Neutralisationsanlage 7070 Schwäbisch-Gmünd Ölabscheider 7054 Korb nicht bekannt 7550 Rastatt Emulsionstrennanlage 6909 Dielheim nicht bekannt 7213 Dunningen nicht bekannt 6909 Rauenberg nicht bekannt 7896 Horheim nicht bekannt 6901 Mauer nicht bekannt 7592 Renchen nicht bekannt 7320 Göppingen nicht bekannt
Bayern 8076 Ebenhausen Emulsionsspaltung, Neutralisation, Schlammentwässerung, Entgiftung 8192 Geretsried Destillationsanlage 8540 Schwabach Emulsionsspaltung, Neutralisation, Schlammentwässerung, Entgiftung
Berlin 1000 Berlin nicht bekannt (7 Anlagen)
Bremen 2800 Bremen Neutralisations-, Entgiftungs-, Emulsionsspalt- (3 Anlagen) anlage, Entwässerung 2850 Bremerhaven Emulsionsspaltanlage
Hamburg 2000 Hamburg Entgiftungsanlagen (4 Anlagen)
Hessen 6000 Frankfurt-Fechenheim nicht bekannt 3500 Kassel-Bettenhausen nicht bekannt 6083 Biebesheim Thermische Emulsionstrennanlage
Niedersachsen 3162 Uetze-Dedenhausen nicht bekannt 3000 Hannover nicht bekannt 3320 Salzgitter nicht bekannt 3251 Aerzen nicht bekannt 3030 Walsrode nicht bekannt 4520 Melle-Oldendorf nicht bekannt 4500 Osnabrück nicht bekannt 3403 Friedland nicht bekannt 3060 Stadthagen nicht bekannt 2875 Granderkesee nicht bekannt 3170 Gifthorn nicht bekannt 2949 Wangerland-Wiefels nicht bekannt 4470 Meppen nicht bekannt 4550 Bramsche nicht bekannt
noch Tabelle 6
Bundesland Standort Technik Nordrhein-Westfalen 4800 Bielefeld Schlammentwässerung, Kammfilterpresse, Spaltanlage, Entgiftungsanlage 4405 Nottuln Schlammentwässerung, Ölabtrennung 4830 Isselhorst Emulsionsspaltanlage 4938 Schieder-Schwalenberg Emulsionsspaltanlage 5800 Hagen-Hohenlimburg Emulsionsspaltanlage 4690 Herne . nicht bekannt (2 Anlagen)
5860 Iserlohn Entgiftungsanlage 5860 Iserlohn-Letmathe Emulsionsspaltanlage 5900 Siegen Emulsionsspaltanlage 5910 Kreuztal Emulsionsspaltanlage 4780 Lippstadt Entgiftungs-, Neutralisations-, Entwässerungsanlage 4400 Münster nicht bekannt 4290 Bocholt nicht bekannt 4370 Marl nicht bekannt 4650 Gelsenkirchen nicht bekannt 4530 Ibbenbüren nicht bekannt 4434 Ochtrup nicht bekannt 4440 Rheine nicht bekannt 4418 Nordwalde nicht bekannt 4402 Greven nicht bekannt 4416 Everswinkel nicht bekannt 4100 Duisburg-Walsum Eindicker-, Dekantier- und Emulsionsspaltanlage 4300 Essen Destillations-, Neutralisationsanlage 5600 Wuppertal Emulsionsspaltanlagen (2 Anlagen) 5603 Wülfrath Emulsionsspaltanlage 4420 Coesfeld nicht bekannt
Rheinland-Pfalz 6580 Idar-Oberstein Neutralisations-, Entgiftungsanlage 5470 Andernach Emulsionsspaltanlage 6700 Ludwigshafen nicht bekannt 6500 Mainz Emulsionsspaltanlage
Saarland 6630 Saarlouis Emulsionsspalt-, Neutralisations-, Entgiftungs-, (2 Anlagen) Entwässerungsanlage 6625 Püttlingen Emulsionsspaltanlage 6600 Saarbrücken Emulsionsspalt-, Entwässerungsanlage
Schleswig-Holstein 2300 Kiel nicht bekannt 2380 Schleswig nicht bekannt 2390 Flensburg Emulsionsspaltanlage 2400 Lübeck Emulsionsspaltanlage 2300 Klausdorf Emulsionsspaltanlage 2370 Rendsburg Emulsionsspaltanlage
Angaben zu in Genehmigungsverfahren, zu in Bau befindlichen chemisch-physikalischen Anlagen oder zu Kapazitäten der in Tabelle 5 genannten Anlagen liegen aus genannten Gründen der Bundesregierung nicht vor.
Zur Verwertung von Sonderabfällen wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Frau Hensel und der Fraktion DIE GRÜNEN vom 3. Juli 1989, Drucksache 11/4913, sowie auf Frage 5 verwiesen.
Die Durchführung der bundesrechtlichen Vorschriften auf dem Gebiet der Luftreinhaltung bei Anlagen zur thermischen bzw. zur chemisch-physikalischen Behandlung von Sonderabfällen, insbesondere die Überwachung des ordnungsgemäßen Betriebes dieser Anlagen, obliegt den Ländern. Die Bundesregierung verfügt nicht über Angaben zur tatsächlichen Höhe der Schadstoffemissionen (Dioxine, Furane) der einzelnen Anlagen.
In der TA Luft 1986 hat die Bundesregierung bestimmt, daß der Emissionsmassenstrom von Stoffen mit besonders hohem Gefährdungspotential, wie polyhalogenierte Dibenzodioxine, polyhalogenierte Dibenzofurane oder polyhalogenierte Biphenyle, unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit soweit wie möglich zu begrenzen ist. Hierbei sind neben der Abgasreinigung insbesondere prozeßtechnische Maßnahmen sowie Maßnahmen mit Auswirkungen auf die Beschaffenheit von Einsatzstoffen und Erzeugnissen zu treffen. Bei Altanlagen sollen zur Umsetzung der sich hieraus ergebenden Anforderungen nachträgliche Anordnungen erlassen werden. Unabhängig von weiteren Verbesserungsmaßnahmen, die in der Zwischenzeit durchgeführt wurden, wird die Bundesregierung in Kürze in einer Verordnung auf der Grundlage des § 7 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes weitere Maßnahmen zur Verminderung der Emissionen an Luftverunreinigungen aus Abfallverbrennungsanlagen festlegen. Hierbei werden auch die Schadstoffemissionen (Dioxine/Furane) besonders berücksichtigt.