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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Rahmenbedingungen akademischer Qualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern

<span>Bedarf an akademisch qualifizierten Erziehern im Bereich vorschulische Bildung und Betreuung, Vorteile, Notwendigkeit und Kosten einer akademischen Aus- und Fortbildung, Anzahl aller Erzieher, Qualifikationsgrad im Ländervergleich, Studienangebote für Erzieher, Kosten für Kommunen, Länder und Bund für höheren Qualifizierungsgrad von Erziehern</span>

Fraktion

FDP

Datum

22.12.2008

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/1126203. 12. 2008

Rahmenbedingungen akademischer Qualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern

der Abgeordneten Uwe Barth, Miriam Gruß, Ina Lenke, Cornelia Pieper, Patrick Meinhardt, Jens Ackermann, Dr. Karl Addicks, Christian Ahrendt, Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Patrick Döring, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Otto Fricke, Horst Friedrich (Bayreuth), Hans-Michael Goldmann, Dr. Christel Happach-Kasan, Elke Hoff, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Hellmut Königshaus, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Heinz Lanfermann, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Michael Link (Heilbronn), Markus Löning, Horst Meierhofer, Burkhardt Müller-Sönksen, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Gisela Piltz, Marina Schuster, Carl-Ludwig Thiele, Florian Toncar, Dr. Daniel Volk, Christoph Waitz, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Volker Wissing, Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Die Bundesregierung hat ihr Interesse bekundet, die Länder in ihrem Bemühen zur Steigerung der Qualität der frühkindlichen Bildung durch eine systematische Fort- und Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern zu unterstützen. Neben der Einrichtung eines Internetportals, welches „Weiterbildungsmodule“ für ca. 80 000 Erzieherinnen und Erzieher zur Verfügung stellen soll, werden Aufstiegsstipendien für beruflich Qualifizierte in Aussicht gestellt.

Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit die von den Hochschulen vorgehaltenen Studienangebote im Bereich der Frühpädagogik den tatsächlichen Bedarf decken können und inwiefern das von der Bundesregierung bereitgestellte Instrumentarium (z. B. Aufstiegsstipendien für beruflich Qualifizierte) dazu geeignet ist, die diagnostizierten Schwachstellen zu beheben.

Bei der Beantwortung der Fragen bitten wir darum, nach Möglichkeit auf die geschlechtsspezifische Verteilung der Fallzahlen einzugehen.

Wir fragen die Bundesregierung:

1. Wie bewertet die Bundesregierung den Bedarf an akademisch qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern im System der vorschulischen Bildung und Betreuung?

2. Welche Vorteile bietet die akademische Aus- oder Fortbildung von Erzieherinnen und Erzieher, gerade mit Blick auf die Qualität der Bildungs- und Betreuungsleistungen der Kindertagesstätten?

3. Wie bewertet die Bundesregierung den Bedarf an akademisch qualifiziertem Personal mit Leitungsfunktion an Kindertagesstätten? Welche Schwerpunktsetzung ist in der Ausbildung von Leitungskräften nach Ansicht der Bundesregierung in pädagogischer aber auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht erforderlich?

4. Inwiefern betrachtet die Bundesregierung ein wissenschaftliches Grundwissen im Bereich der Pädagogik als notwendige Voraussetzung für eine qualifizierte Sprachstandsbeobachtung und eine systematische Sprachförderung?

5. Wie viele Erzieherinnen und Erzieher arbeiten in der Bundesrepublik Deutschland in Kindertagesstätten? Wie unterscheidet sich der formale Qualifikationsgrad dieser Erzieherinnen und Erziehern im deutschen Ländervergleich? Worauf sind die Unterschiede zurückzuführen?

6. Inwiefern sieht die Bundesregierung eine Notwendigkeit, das pädagogische Personal an Kindertagesstätten akademisch aus- und fortzubilden?

7. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bislang getroffen, um die akademische Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern zu unterstützen? Wie viele Erzieherinnen und Erzieher konnten bislang davon profitieren?

8. Wie haben die deutschen Hochschulen bislang auf den Bedarf der akademischen Aus- und Fortbildung reagiert?

9. Welche auf die Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern ausgerichteten Studienangebote finden sich an Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland?

10. Wie hoch sind die im Rahmen dieser Studiengänge jeweils bereitgestellten Platzkapazitäten?

11. Wie viele Studentinnen und Studenten können pro Semester an deutschen Hochschulen ein solches Studium aufnehmen?

12. Inwiefern sind die deutschen Hochschulen in der Lage, den Bedarf der Träger von Kindertagesstätten an akademisch qualifiziertem Personal zu decken?

13. Ist zu erwarten, dass sich ein höherer Qualifizierungsgrad von Erzieherinnen und Erzieher sich mit Blick auf die Vergütung der Tätigkeit bemerkbar macht? Welche Mehrausgaben würden dadurch auf Kommunen, Länder, Bund und die privaten Träger zukommen?

14. Welche Mehrausgaben würden auf Kommunen, Länder, Bund und die freien Träger durch eine verbesserte Qualifizierung der Leitungskräfte zukommen? Worauf beruhen diese Annahmen?

15. Wären solche Mehrausgaben nach Ansicht der Bundesregierung aufgrund der zu erwartenden Steigerung der Bildungsqualität zu rechtfertigen?

16. Über welche Qualifikationen verfügen die so genannten Zweitkräfte in einer Kitagruppe?

Fragen16

1

Wie bewertet die Bundesregierung den Bedarf an akademisch qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern im System der vorschulischen Bildung und Betreuung?

2

Welche Vorteile bietet die akademische Aus- oder Fortbildung von Erzieherinnen und Erzieher, gerade mit Blick auf die Qualität der Bildungs- und Betreuungsleistungen der Kindertagesstätten?

3

Wie bewertet die Bundesregierung den Bedarf an akademisch qualifiziertem Personal mit Leitungsfunktion an Kindertagesstätten? Welche Schwerpunktsetzung ist in der Ausbildung von Leitungskräften nach Ansicht der Bundesregierung in pädagogischer aber auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht erforderlich?

4

Inwiefern betrachtet die Bundesregierung ein wissenschaftliches Grundwissen im Bereich der Pädagogik als notwendige Voraussetzung für eine qualifizierte Sprachstandsbeobachtung und eine systematische Sprachförderung?

5

Wie viele Erzieherinnen und Erzieher arbeiten in der Bundesrepublik Deutschland in Kindertagesstätten? Wie unterscheidet sich der formale Qualifikationsgrad dieser Erzieherinnen und Erziehern im deutschen Ländervergleich? Worauf sind die Unterschiede zurückzuführen?

6

Inwiefern sieht die Bundesregierung eine Notwendigkeit, das pädagogische Personal an Kindertagesstätten akademisch aus- und fortzubilden?

7

Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bislang getroffen, um die akademische Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern zu unterstützen? Wie viele Erzieherinnen und Erzieher konnten bislang davon profitieren?

8

Wie haben die deutschen Hochschulen bislang auf den Bedarf der akademischen Aus- und Fortbildung reagiert?

9

Welche auf die Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern ausgerichteten Studienangebote finden sich an Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland?

10

Wie hoch sind die im Rahmen dieser Studiengänge jeweils bereitgestellten Platzkapazitäten?

11

Wie viele Studentinnen und Studenten können pro Semester an deutschen Hochschulen ein solches Studium aufnehmen?

12

Inwiefern sind die deutschen Hochschulen in der Lage, den Bedarf der Träger von Kindertagesstätten an akademisch qualifiziertem Personal zu decken?

13

Ist zu erwarten, dass sich ein höherer Qualifizierungsgrad von Erzieherinnen und Erzieher sich mit Blick auf die Vergütung der Tätigkeit bemerkbar macht? Welche Mehrausgaben würden dadurch auf Kommunen, Länder, Bund und die privaten Träger zukommen?

14

Welche Mehrausgaben würden auf Kommunen, Länder, Bund und die freien Träger durch eine verbesserte Qualifizierung der Leitungskräfte zukommen? Worauf beruhen diese Annahmen?

15

Wären solche Mehrausgaben nach Ansicht der Bundesregierung aufgrund der zu erwartenden Steigerung der Bildungsqualität zu rechtfertigen?

16

Über welche Qualifikationen verfügen die so genannten Zweitkräfte in einer Kitagruppe?

Berlin, den 3. Dezember 2008

Dr. Guido Westerwelle und Fraktion

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