Die Bundesregierung fördert nachstehende Projekte, in denen u. a. Umweltaspekte bei der energetischen Nutzung von Brennstoffen aus Abfallmaterialien untersucht werden:
- a) „Untersuchung der Einsatzmöglichkeit von Brennstoff aus Müll zur Energiegewinnung in Kraftwerken" , das von der TU Berlin, Arbeitsgruppe Umweltstatistik durchgeführt wird. — Laufzeit: 1. September 1981 bis 31. Oktober 1984 — 50 %ige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 753 000 DM
- b) „Verbrennungsversuche mit Brennstoff aus Müll in einer Kohlekesselanlage" der Fa. Saarberg-Fernwärme GmbH, Saarbrücken, in dem u. a. auch Preßlinge aus gemischtem Altpapiermaterial zum Einsatz kommen. — Laufzeit: 1. August 1981 bis 31. Dezember 1983 — 60 %ige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 883 000 DM
- c) „Laborversuche Roh- und Carbonpellets; Technikumsversuche mit Pilotanlage, Verbrennungsversuche in Betriebsanlagen" der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld GmbH, in dem ergänzend thermisch vorbehandelter Brennstoff aus Müll hergestellt und versuchsweise verbrannt wird. — Laufzeit: 1. Januar 1982 bis 31. Dezember 1983 — 33,5 %ige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 592 000 DM
- d) „Brennstofferzeugung mittels Niedertemperatur-Pyrolyse", das von der Fa. Pyrolyse Objektgesellschaft Koblenz mbH durchgeführt wird. — Laufzeit: 1. August 1981 bis 31. Dezember 1983 — 50 (Yoige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 4,5 Mio. DM
- e) „Alternativbrennstoff aus Siedlungsabfällen" Mannesmann Veba Umwelttechnik GmbH — Laufzeit: 1. Juli 1980 bis 30. Juni 1984 — 75 %ige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 4,4 Mio. DM
- f) „Rohstoffrückgewinnungszentrum Ruhr" Abfallbeseitigungsgesellschaft mbH — Laufzeit: 1. Juli 1977 bis 30. Juni 1981 — Förderungsbetrag: 37 Mio. DM
- g) „Herstellung von hochwertigem Brennstoff aus (vorsortiertem) Müll und Entwicklung allgemeiner Qualitätsrichtlinien zum Einsatz von Brennstoff aus Müll in großtechnischen Feuerungsanlagen" Trienekens Städtereinigung — Laufzeit: 1. Oktober 1983 bis 31. Dezember 1986 Zuwendungsempfänger hat Vorhaben zunächst zurückgestellt.
- h) „Verwertung von Shredder-Abfällen in der Zementindustrie" Dyckerhoff-Zementwerke AG — Laufzeit: 1. September 1981 bis 31. Oktober 1983 — 33,3 %ige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 2,5 Mio. DM
- i) „Einsatz von aufbereiteten Siedlungsabfällen als Brennstoff in der Zementindustrie" Portland Zementwerk Wittekind, Hugo Miebach Söhne — Laufzeit: 1. Oktober 1981 bis 31. Dezember 1984 — 40 (Yoige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 12 Mio. DM
- k) „Getrennte Erfassung und Verwertung von Werkstoffkomponenten aus Hausmüll unter Einsatz der sogenannten ,Grünen Tonne' dargestellt am Beispiel der Stadt Kempen" Städtereinigung Schönmackers GmbH & Co.KG — Laufzeit: 1. Dezember 1982 bis 31. Oktober 1985 — 50 %ige Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten von rd. 4,7 Mio. DM.
Bezüglich bekannter Emissionsdaten bei der Nutzung von Brennstoffen aus Müll wird auf die Antwort auf die Frage der Abgeordneten Frau Matthäus-Maier Nr. 63 (Drucksache 10/569) hingewiesen.
Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die ebenfalls Versuche zur energetischen Verwertung von Brennstoffen aus Müll umfassen, werden die nachstehend genannten, emissionsrelevanten Parameter ermittelt: — im Brennstoffeinsatz: Heizwert, Brennwert, Wasser-, Aschegehalt, flüchtige Bestandteile Elementaranalyse auf C, H, O, N, Cl, F, S insbesondere auf die Schwermetalle: Fe, Zn, Cu, Ni, Cd, Pb, Cr, Hg — im Abgas: O2, CO2 CO, NR Gesamt-Kohlenstoffkonzentration, SO anorganische Fluor- und Chlorverbindungen, Gesamt- Staubgehalt — als Staub- und Ascheinhaltstoffe: Schwermetalle: Fe, Zn, Cu, Ni, Cd, Pb, Cr, Hg — sowie im Hinblick auf die Deponierfähigkeit von Staub und Asche: Auslaugtests mit Eluatanalyse auf o. g. Schwermetalle.
Die konkreten Meßergebnisse erwartet die Bundesregierung nach Abschluß und Auswertung der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.
Die Bundesregierung geht davon aus, daß das angestrebte Ziel, die umweltfreundliche Nutzung des Energieinhaltes von Abfällen in bestimmten Industriebereichen und damit einhergehend eine deutliche Einsparung von Deponievolumen, erreicht werden kann.