Einleitung von N,N-Dibutyl-formamid durch die BASF
des Abgeordneten Dr. Ehmke (Ettlingen) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Augenscheinlich finden unter den Augen der zuständigen Überwachungsbehörden andauernd stoßweise Einleitungen von organischen Schadstoffen durch Betriebe der chemischen Industrie statt. Diese Einleitungen werden, sofern sie vom Verursacher festgestellt werden, noch nicht einmal an die betroffenen Wasserwerke und Aufsichtsbehörden weitergemeldet. Dabei sind von diesen Einleitungen Gefahren für die Gesundheit der Trinkwasserkonsumenten zu befürchten.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen5
Ist der Bundesregierung bekannt gemacht worden, daß am 15. bis 17. Mai 1984 von der BASF AG stoßweise N,N-Dibutylformamid eingeleitet wurde?
Kann sie die Information der GRÜNEN bestätigen, daß dieser Vorgang bisher seitens der BASF geheim gehalten wurde?
Plant sie, initiativ zu werden, damit die Informationen über derartige Vorkommnisse zukünftig besser fließen können?
Wie beurteilt sie die Entfernungsleistungen der Uferfiltration, da nach internen Untersuchungen der BASF N,N-Dibutylformamid biologisch im Rahmen des Reinigungsprozesses im Abwasser sich als schwer abbaubar erwies?
Ist nach Erkenntnissen der Bundesregierung N,N-Dibutylformamid an Aktivkohle adsorbierbar, und auf welche Grundlagen stützt sie ihre Erkenntnisse?