Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 10/2659
10. Wahlperiode
20.12.84
Sachgebiet 2129
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Drabiniok und der Fraktion DIE GRÜNEN
— Drucksache 10/2267 — .
Formaldehyd-Belastung der Atemluft durch Kfz-Verkehr
Der Bundesminister des Innern — U II 3 — 98/1— hat mit Schreiben
vom 19. Dezember 1984 die Kleine Anfrage im Einvernehmen mit
dem Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und
dem Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung namens der
Bundesregierung wie folgt beantwortet:
1. Wie groß ist die Formaldehyd-Belastung in den Ballungsgebieten
und in Großstädten in den Straßenschluchten der stark befahrenen
Hauptverkehrsstraßen (Straßenbreite: 22 m, Fahrbahnbreite: 13 in,
DTV = 45 000 Kfz/24 Std., LKW-Anteil: 10 %, Diesel-PKW-Anteil:
7,5 %, Straßenbegrenzung beidseitig: 5 bis 7 Geschosse z. B.) zur
Spitzenstunde heute
a) auf der Fahrbahn,
b) auf dem Gehweg?
Der Bundesregierung liegen Meßwerte zur Formaldehyd-
Konzentration in den Ballungsgebieten und Großstädten, die unter den
speziellen Randbedingungen der Frage ermittelt wurden, nicht
vor.
Sämtliche der Bundesregierung vorliegenden Meßwerte aus den
Innenstädten in Köln und Frankfu rt liegen aber unter den
zulässigen Grenzwerten (Neumarkt in Köln: Dezember-Mittelwert
2,3 µ g/m3, Juni-Mittelwert 8,2 µg/m 3, 95-Perzentil Dezember
8,5 µg/m 3, 95-Perzentil Juni 18,3 µg/m 3, Spitzenbelastung
während des Berufsverkehrs 23,1 µg/m 3 ; Frankfurt Innenstadt:
Mittelwert 13 µg/m 3, Maximalwert 25 µg/m 3).
2. Wie groß sind die Grenzwerte (MAK, MIK)?
Die MIK-Werte gemäß VDI-Richtlinie 2306 (1966) betragen
für die Langzeitbelastung MIKD : 30 µg/m 3 ,
für die Langzeitbelastung (4h) MIKD : 70 µg/m 3 .
Der MAK-Wert beträgt 1,2 mg/m 3 .
3. Was gedenkt die Bundesregierung zu tun, damit die Formaldehyd-
Belastung der Bevölkerung durch Straßenverkehr abnimmt?
Bei heutigen Pkw mit Ottomotoren rechnet das
Umweltbundesamt mit Emissionsfaktoren zwischen 20 und 50 mg je km
Fahrstrecke.
Hingegen werden für Pkw mit Katalysatoren Werte zwischen
1,8 und 2,4 mg/km erzielt. Dies zeigt, daß durch den Beschluß der
Bundesregierung, schadstoffarme Fahrzeuge in den Verkehr zu
bringen, auch eine nachhaltige Verminderung der
Formaldehydemissionen des Straßenverkehrs zu erzielen ist.]