Bildung von Dioxinen und Furanen bei der chemischen Produktion
des Abgeordneten Vogel (München) und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
In einem Bericht der EPA wurden 1980 Listen aufgestellt von Stoffen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Dioxine und Furane enthalten. Zahlreiche dieser Stoffe werden auch in der Bundesrepublik Deutschland produziert. Der jüngste Sachstandsbericht Dioxin des Umweltbundesamtes macht keine Angaben über die Verunreinigung dieser Stoffe mit Dioxinen und die Produktionsstätten in der Bundesrepublik Deutschland. Um zu einer sachgemäßen Einschätzung der Dioxinproblematik zu gelangen, müssen diese Daten der Öffentlichkeit zugänglich sein.
Wir fragen daher die Bundesregierung:
Fragen11
a) In welchen Verwendungsbereichen werden in der Bundesrepublik Deutschland 1. 4-Brom-2,5-dichlorphenolhaltige und 2. 2-Chlor-4-fluorphenolhaltige Stoffe verwendet?
b) Welche Hersteller dieser Stoffe sind der Bundesregierung in der Bundesrepublik Deutschland und im übrigen EG-Bereich bekannt?
c) In welchem Umfang wurden bisher Proben aa) 4-Brom-2,5-dichlorphenolhaltiger und bb) 2-Chlor-4-fluorphenolhaltiger Stoffe auf Verunreinigungen mit Dioxinen und Furanen hin untersucht? Bei wie vielen untersuchten Proben wurden Dioxine und Furane in welcher Konzentration festgestellt?
a) Für welche Zwecke wird nach Kenntnis der Bundesregierung der von den Chemischen Werken Köln-Kalk hergestellte Stoff Decabromphenoxybenzol verwendet?
b) In welchem Umfang wurden bisher Proben decabromphenoxybenzolhaltiger Stoffe auf Verunreinigungen mit Dioxinen und Furanen untersucht? Welche Ergebnisse wurden dabei festgestellt?
a) In welchem Umfang wurden bisher Proben folgender Stoffe auf Verunreinigungen mit Dioxinen und Furanen untersucht:
— 2,4-Dibromphenol der Chemischen Werke Köln-Kalk,
— 2,3-Dichlorphenol der Chemischen Werke Lahr,
— 2,4-Dichlorphenol der Bayer Werke,
— 2,5-Dichlorphenol der Bayer Werke,
— 2,5-Dichlorphenol der Chemischen Werke Lahr,
— 2,6-Dichlorphenol der Chemischen Werke Lahr,
— 2,6-Dichlorphenol der Bayer Werke,
— 3,4-Dichlorphenol der Chemischen Werke Lahr,
— Pentabromphenol der Chemischen Werke Köln-Kalk,
— 2,4,6-Tribromphenol der Chemischen Werke Köln-Kalk,
— 0-Bromphenol der Chemischen Werke Lahr,
— 0-Bromphenol der Chemischen Werke Köln-Kalk,
— 0-Chlorphenol der Bayer Werke,
— 0-Chlorphenol der Chemischen Werke Lahr,
— 4-Chlorresorcin der Bayer Werke,
— 4-Chlorresorcin der Firma Merck,
— polychlorierte Naphtaline der Bayer Werke,
— Tetrabrombisphenol A der Chemischen Werke Köln-Kalk?
b) Welche Konzentrationen an Dioxinen und Furanen wurden bei Untersuchungen der in Frage 3 a) genannten Stoffe festgestellt?
a) Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung, außer den Bayer Werken, in der Bundesrepublik Deutschland noch andere Hersteller chlorierter Naphtaline? Wenn ja, welche?
b) Welche Mengen chlorierter Naphtaline haben nach Kenntnis der Bundesregierung die Bayer Werke jeweils in den letzten fünf Jahren zu welchen Verwendungszwecken hergestellt?
a) In welchem Umfang wurden bisher Proben folgender Biozide auf Dioxine und Furane untersucht:
— 2,4-D der Bayer Werke,
— 2,4-D der BASF,
— 2,4-DP der BASF,
— 2,3,4,6-Tetrachlorphenol der Chemischen Werke Lahr?
b) Welche Konzentrationen der verschiedenen Dioxine und Furane wurden bei Untersuchungen der in Frage 5 a) genannten Biozide bisher festgestellt?