Einreise von Aslybewerbern über die DDR bzw. Berlin (Ost)
der Abgeordneten von Schmude, Lintner, Dr. Blens, Böhm (Melsungen), Boroffka, Buschbom, Graf Huyn, Dr. Kunz (Weiden), Lattmann, Rühe, Saurin, Sauer (Salzgitter), Straßmeir, Werner (Ulm), Wilz, Frau Dr. Wisniewski und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Hoppe, Ronneburger und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Wie viele Asylbewerber sind 1985 über die DDR in die Bundesrepublik Deutschland eingereist,
a) davon über das Land Berlin,
b) über Grenzübergänge DDR—Bundesrepublik Deutschland?
Wie verteilen sich die Asylbewerber auf die einzelnen Herkunftsländer?
Wie groß ist der Anteil der Asylbewerber, die per Flugzeug über Berlin-Schönefeld eingereist sind?
In welchem Umfang haben diese Asylbewerber die Dienste
a) der Interflug,
b) der sowjetischen Aeroflot in Anspruch genommen?
Welche Deviseneinnahmen sind dadurch der DDR bzw. der Sowjetunion zugeflossen?
Welche weiteren Einnahmen erzielt die DDR aus der Weiterleitung der Asylbewerber etwa an Gebühren, Fahrtkosten bis zur Grenze etc.?
Ist der Bundesregierung bekannt, ob und in welchem Umfang die diplomatischen Vertretungen der DDR und anderer Ostblockstaaten in den Heimatländern der Asylbewerber Visagebühren erheben?
Werben die Interflug bzw. die Aeroflot in den Heimatländern der Asylbewerber mit Flügen nach Berlin-Schönefeld und der Möglichkeit, in die Bundesrepublik Deutschland weiterzureisen?
Beachten die Behörden in der DDR die Forderung der skandinavischen Länder, Ausländer nur dorthin ausreisen zu lassen, wenn sie gültige Visa vorweisen können?
Wie beurteilt die Bundesregierung die Aussichten, mit der DDR zu einer befriedigenden Lösung des Asylbewerberproblems zu kommen?