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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Küstenschutz (G-SIG: 10004401)

Entwicklung der Küstenschutzforschung von 1975 bis 1986, Forschungsaufträge zur Sicherung der Insel Sylt

Fraktion

CDU/CSU, FDP

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Datum

11.08.1986

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/582003.07.86

Küstenschutz

der Abgeordneten Carstensen (Nordstrand), Metz, Lenzer, Bohlsen, Dr. Olderog, Austermann, Hinrichs, Dr.-Ing. Kansy, Uldall, Stutzer, Gerstein und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Dr.-Ing. Laermann, Kohn, Bredehorn, Ronneburger, Baum, Frau Seiler-Albring, Dr. Weng (Gerlingen), Wolfgramm (Göttingen) und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Küstenschutz gehört für die Menschen der schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Küstenregionen seit Jahrhunderten zu den elementaren Aufgaben zur Sicherung von Gut und Leben. Neben dem Schutz der Marschen durch den Bau und durch die Erhöhung von Deichen hat der Schutz der sandigen Brandungsküsten inzwischen für die Erhaltung der Küstenlinie eine herausragende Bedeutung. Derzeit gilt es insbesondere, die teilweise erheblichen Sandverluste und den dadurch verursachten Rückgang der Küstenlinie bis zu mehreren Metern pro Jahr in den Griff zu bekommen. Solche Probleme gibt es jedoch nicht nur an den Küsten der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch an vielen anderen Sandküsten der Erde.

Die Erforschung der hydrologischen Vorgänge an den Küsten kann die Effizienz des Küstenschutzes ebenso verbessern wie der Einsatz moderner Technologien im Deichbau und bei den Sandvorspülungen.

Wir fragen daher die Bundesregierung:

Fragen13

1

Wie und mit welchen Vorhaben sind bisherige Küstenschutzmaßnahmen in der Bundesrepublik Deutschland wissenschaftlich begleitet worden

a) an mit Deichen geschützten Küsten,

b) an den sandigen Küsten?

2

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Arbeiten für weitere, folgende Küstenschutzmaßnahmen?

3

Wie werden begleitende und vorbereitende Forschungen finanziert?

4

Wie hat sich die Förderung der Forschung auf dem Gebiet des Küstenschutzes von 1975 bis 1986 entwickelt?

5

Welche Forschungsaufträge sind im Zusammenhang mit Küstenschutzmaßnahmen zur Sicherung der Insel Sylt vergeben worden?

6

Wie hoch ist das Förderungsvolumen dieser Aufträge?

7

Inwieweit sind Probleme des Umweltschutzes in die Planung des Küstenschutzes und in Forschungsvorhaben mit eingeschlossen?

8

Welche Forschungsvorhaben wurden begonnen im Hinblick auf

a) die Erfassung des Seeganges im Küstenvorfeld zur Bemessung von Küstenbauwerken,

b) das Wiederanwachsen des Deichvorlandes bei Deichneubauten bzw. Vordeichungen und

c) Erfassung des Wasserspiegelanstieges in der Nordsee und seine Auswirkungen auf Küstenschutzmaßnahmen?

9

In welchem Umfang sind Sandentnahmestellen für die Sandvorspülung für die Insel Sylt in Untersuchungen aufgenommen worden, und welche Kriterien spielten dabei eine Rolle?

10

Kann anhand der Untersuchungsergebnisse ausgeschlossen werden, daß durch Sandentnahme für Vorspülungen Schädigungen und Belastungen für andere Inseln, Sande und Küsten auftreten?

11

Auf welche Arbeiten aus dem Ausland konnte bei bisherigen Küstenschutzmaßnahmen zurückgegriffen werden?

12

An welchen anderen Küsten, auch außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, treten ähnliche Probleme wie an der Westküste der Insel Sylt auf?

13

In welchem Umfang ist es möglich, die Ergebnisse der laufenden deutschen Forschungsaktivitäten auf ausländische Küsten zu übertragen?

Bonn, den 3. Juli 1986

Carstensen (Nordstrand) Metz Lenzer Bohlsen Dr. Olderog Austermann Hinrichs Dr.-Ing. Kansy Uldall Stutzer Gerstein Dr. Dregger, Dr. Waigel und Fraktion Dr.-Ing. Laermann Kohn Bredehorn Ronneburger Baum Frau Seiler-Albring Dr. Weng (Gerlingen) Wolfgramm (Göttingen) Mischnick und Fraktion

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