Die nichtstaatlichen Hochschulen werden unterschiedlich finanziert. Nach den dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft vorliegenden Informationen kann dazu im einzelnen folgendes mitgeteilt werden:
Von den wissenschaftlichen Hochschulen der Kirchen, Orden und Religionsgemeinschaften wird ein Teil aus Eigenmitteln der Träger oder aus Eigenmitteln und aus Gebühreneinnahmen finanziert. Ein Teil erhält zu den Eigenmitteln und zu Gebühreneinnahmen staatliche Zuschüsse.
Für die wissenschaftlichen Hochschulen der anderen nichtstaatlichen Träger wurden jeweils eigenständige Finanzierungen entwickelt. So finanziert sich beispielsweise die Private Universität Witten/Herdecke ausschließlich aus Spenden.
Die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Koblenz wird aus Erträgen aus dem Stiftungskapital, Zuwendungen von Privatpersonen und Unternehmen sowie aus den Einnahmen aus Studiengebühren (rd. 5 000 DM pro Semester) getragen.
Die E. A. P. Europäische Wirtschaftshochschule Berlin wird aus Eigenmitteln des Trägers, der Chambre de Commerce et d' Industrie de Paris, durch Gebühreneinnahmen (rd. 4 400 DM pro Studienjahr) sowie durch einen Zuschuß des Landes Berlin finanziert.
Die kirchlichen Fachhochschulen für Sozialwesen erhalten Zuschüsse des jeweiligen Sitzlandes zu den laufenden Ausgaben, die in den Haushaltsplänen der betreffenden Länder ausgewiesen sind.
Von den übrigen nichtstaatlichen Fachhochschulen finanziert sich die Hochschule für Berufstätige in Rendsburg aus den Einnahmen aus Studiengebühren. Die Fachhochschule Isny und die European Business School in Oestrich-Winkel, die Fachhochschule Wedel und die Fachhochschule Fresenius in Wiesbaden werden durch Einnahmen aus Studiengebühren und durch Zuschüsse des jeweiligen Sitzlandes (ebenfalls nach Maßgabe der Landeshaushaltspläne) finanziert. Die Rheinische Fachhochschule Köln erhält Zuschüsse des Rechtsträgers und Zuschüsse des Sitzlandes. Die Fachhochschule der Stiftung Rehabilitation in Heidelberg wird über Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation finanziert.
Von den nichtstaatlichen Hochschulen und Fachhochschulen für Kunst und Gestaltung finanzieren sich die Freie Kunst-Studienstätte Ottersberg durch die Einnahmen aus Studiengebühren (rund 960 DM pro Trimester), die Merz-Akademie in Stuttgart, die Alanus-Hochschule in Bonn und das Institut für Kommunikations-Design in Konstanz durch Einnahmen aus Studiengebühren und durch Zuschüsse des Sitzlandes, die Städtische Fachhochschule für Gestaltung in Mannheim durch Zuschüsse des Landes und der Stadt Mannheim.
Einige nichtstaatliche Hochschulen sind auf Antrag des Sitzlandes und Empfehlung des Wissenschaftsrates durch Rechtsverordnung der Bundesregierung in die Anlage zum Hochschulbauförderungsgesetz aufgenommen und damit in die Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau einbezogen worden. Dies sind die
- Katholische Fachhochschule für Sozialwesen und Religionspädagogik in Freiburg im Breisgau
- Katholische Universität Eichstätt
- Evangelische Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin
- Fachhochschule der Pfälzischen Landeskirche mit den Fachrichtungen Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Ludwigshafen
- Katholische Fachhochschule für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Praktische Theologie Mainz
- Staatlich anerkannte Fachhochschule für Physikalische Technik und Informationstechnik in Wedel.
Bei Investitionsvorhaben (Bauten einschließlich Erstausstattungen, Beschaffung von Großgerät), die in die Rahmenpläne für den Hochschulbau aufgenommen wurden, beteiligt sich der Bund mit 50 % an den Zuwendungen der Länder.
Zum jeweiligen Anteil der verschiedenen Finanzierungsquellen an der Gesamtfinanzierung der einzelnen Hochschulen liegen der Bundesregierung durchgängige Informationen nicht vor.