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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Ziele bei der sogenannten Energiewende und dem Ausbau der Elektromobilität

Widersprüchlichkeit der angestrebten Senkung des Stromverbrauchs und des Strommehrbedarfs durch die geplante Erhöhung der Anzahl von Elektroautos bis 2030 bzw. 2050, Maßnahmen zur Durchsetzung der verminderten Stromnutzung<br /> (insgesamt 4 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

04.04.2018

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/119413.03.2018

Ziele bei der sogenannten Energiewende und dem Ausbau der Elektromobilität

der Abgeordneten Dr. Rainer Kraft, Dr. Dirk Spaniel und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die von der deutschen Regierung geförderten Ziele der, nach Auffassung der Fragesteller, sogenannten Energiewende beinhalten u. a. eine Reduktion des Stromverbrauches in Deutschland (www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/ Energiewende/Energiesparen/stromnetze/_node.html). So soll nach dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, gegenüber 2008, der Stromverbrauch bis 2020 um 10 Prozent, bis 2030 um rund 15 Prozent und bis 2050 um 25 Prozent gesenkt werden.

Gleichzeitig plant die Bundesregierung, dass im Jahre 2030 mindestens sechs Millionen Elektroautos (E-Autos) auf Deutschlands Straßen fahren (Regierungsprogramm Elektromobilität, vgl. www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/regierungsprogramm-elektromobilitaet-mai-2011.pdf?__blob=publicationFile&v=6). Studien gehen sogar von einer größeren Anzahl aus.

Für eine Million E-Autos ergibt sich ein Strommehrbedarf von rund 2,67 TWh/p. a. inkl. Ladeverluste (Fetene, G. M., Prato, C. G., Kaplan, S., Mabit, S. L. & Jensen, A. F. (2016). Harnessing Big-Data for Estimating the Energy Consumption and Driving Range of Electric Vehicles. Paper presented at Transportation Research Board (TRB) 95th Annual Meeting, Washington, D. C., United States); für alle 45,8 Millionen PKW, laut Kraftfahrt-Bundesamt, Stand: 1. Januar 2017, also ein Plus von ca. 122 TWh pro Jahr. Gegenüber 2008 stellt dies einen Strommehrbedarf von ca. 0,45 Prozent je einer Million E-Autos dar bzw. einen Stromzuwachs von rund 20,5 Prozent für alle Autos.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Ist sich die Bundesregierung der Widersprüchlichkeit der beschriebenen Ziele bewusst?

2

Ist es richtig, dass für 2030, sollte erreicht werden, die Menge von sechs Millionen E-Autos und das avisierte Stromeinsparpotential 17,7 Prozent statt 15 Prozent?

3

Sollte es zwischen 2030 und 2050 zu einem nahezu vollständigen 1:1-Austausch der PKW mit Verbrennungsmotor durch E-Autos führen, entsprächen die geplanten 25 Prozent plus den dann nötigen 20,5 Prozent, in Summe ca. 45,5 Prozent, dem Ersatz von 45,8 Millionen PKW mit Verbrennungsmotor?

4

Falls ja, mit welchen (Zwangs-)Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung, eine verminderte Stromnutzung von ca. 45,5 Prozent gegenüber 2008 exklusive Elektromobilität in Deutschland durchzusetzen?

Berlin, den 6. März 2018

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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