[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 3. Mai 2018 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/2035
19. Wahlperiode 08.05.2018
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Heike Hänsel,
Andrej Hunko, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/1362 –
Visaerteilungen im Jahr 2017
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Wie aus Antworten der Bundesregierung auf regelmäßige Anfragen der
Fraktion DIE LINKE. zur Visapraxis hervorgeht, sind die Ablehnungsquoten in
Bezug auf einzelne Länder, mitunter aber auch innerhalb eines Landes, höchst
unterschiedlich (vgl. zuletzt Bundestagsdrucksache 18/11588). Insbesondere in
ärmeren Regionen oder Ländern, aus denen viele Asylsuchende kommen, werden
Visumanträge überdurchschnittlich häufig abgelehnt. Während die
Ablehnungsquote im Jahr 2016 weltweit 6,71 Prozent betrug, lag sie zum Beispiel in
Afghanistan bei 28,4 Prozent (ebd., Anlage zu Frage 1 auf
Bundestagsdrucksache 18/11588). In der Gesamt-Türkei betrug sie 7,1 Prozent, in Ankara 9,4
Prozent. Insbesondere in den subsaharischen afrikanischen Ländern sind die
Ablehnungsquoten sehr hoch (z. B. Guinea: 48,8 Prozent, ebd.). Bei nationalen
Visa, die fast 13 Prozent aller erteilten Visa ausmachen, betrug die
Ablehnungsquote 2016 im weltweiten Durchschnitt 10,6 Prozent (ebd., Anlage b zu Frage 1
auf Bundestagsdrucksache 18/11588).
In diesen Quoten sind allerdings Fälle nicht erfasst, in denen Betroffene
angesichts hoher Anforderungen oder infolge von – nach Auffassung der
Fragesteller – Schikanen ein Visumverfahren nicht mehr betreiben und aufgeben oder
mangels Erfolgsaussichten erst gar keinen Antrag stellen. In der Praxis reicht
für eine Ablehnung oftmals bereits aus, keine minderjährigen Kinder zu haben und/
oder über keine regelmäßigen Einkünfte zu verfügen. Daraus wird auf eine
angeblich „mangelnde familiäre bzw. wirtschaftliche Verwurzelung“ im
Herkunftsland bzw. eine „mangelnde Rückkehrbereitschaft“ geschlossen. Solche
Ablehnungen sind für die Betroffenen oft nicht nachvollziehbar, zumal in der
Regel nur ein pauschal vorgegebener Standardsatz angekreuzt wird, etwa: „Ihre
Absicht, vor Ablauf des Visums aus dem Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten
auszureisen, konnte nicht festgestellt werden“ (vgl. Bundestagsdrucksache
18/11588).
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 19. Dezember
2013 in der Rechtssache „Koushkaki“ ist zumindest geklärt, dass Reisende
einen Anspruch auf Erteilung eines Schengen-Visums haben, soweit kein
rechtlicher Versagungsgrund vorliegt. Bei der Prüfung, ob „begründete Zweifel“ an
der Rückkehrabsicht bestehen, haben die Mitgliedstaaten zwar einen weiten
Beurteilungsspielraum, es muss jedoch auch keine „Gewissheit“ bestehen, dass die
Reisenden vor Ablauf des Visums wieder ausreisen. Allerdings wurde in der
nationalen Rechtsprechung bereits beklagt, dass die europarechtlichen
Vorgaben zur Prüfung der Rückkehrbereitschaft dermaßen unbestimmt seien, dass die
Prüfung „praktisch ins Belieben der Behörde gestellt“ würde. Die
Verwaltungsgerichte könnten dieses weitgehende Ermessen nicht wirksam kontrollieren:
„Dort, wo die Behörde frei ist, hat das Gericht nichts zu prüfen“ (VG Berlin
4 K 232.11 V, Urteil vom 21. Februar 2014; vgl. auch das Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 17. September 2015, BVerwG 1 C 37.14).
Auch wenn eine Verpflichtungserklärung abgegeben wurde (Bürgschaft der
Einladenden, für sämtliche Kosten aufzukommen), wird die
„Rückkehrbereitschaft“ nach Kenntnis der Fragesteller häufig in Frage gestellt. Dies brüskiert
viele Menschen, insbesondere deutsche Staatsangehörige, die oft schockiert
sind, wenn ihnen derart misstrauisch ein Besuchswunsch verwehrt wird, obwohl
sie für alle eventuellen Kosten aufkommen wollen. Das Standard-Argument der
Behörden, eine Verpflichtungserklärung sichere nicht die Ausreise der
Betroffenen, trifft allenfalls formal zu. Übersehen wird dabei aus Sicht der Fragesteller
jedoch, dass a) die mit Bürgschaften eingeladenen Personen im Regelfall alles
tun werden, um wieder auszureisen, schon um die ihnen persönlich bekannten
Gastgeber nicht zu schädigen und sie nicht mit möglichen Kosten in Höhe
Tausender Euro zu belasten, b) selbst im unwahrscheinlichen Falle einer
verweigerten Ausreise diese dann zwangsweise durchgesetzt werden kann (Abschiebung),
wobei auch diese Kosten von den Einladenden übernommen werden müssen,
c) es schlicht unverhältnismäßig ist, wegen einer höchst geringen Zahl von
Einzelpersonen, die womöglich entgegen ihrer Zusicherung und trotz vorliegender
Verpflichtungserklärung nicht wieder ausreisen und untertauchen (dabei aber
keine direkten Kosten verursachen, weil staatliche Hilfsleistungen ohne Gefahr
der Abschiebung nicht in Anspruch genommen werden können und im Übrigen
eine Verpflichtungserklärung vorliegt), so vielen einladenden Personen und
Gästen durch die Verweigerung eines Visums trotz einer
Verpflichtungserklärung nach Auffassung der Fragesteller vor den Kopf zu stoßen (vgl.
Bundestagsdrucksache 18/11588).
Grundsätzlich problematisch ist aus Sicht der Fragesteller weiterhin, dass es für
Paare vor einer Eheschließung oft keine Möglichkeit gibt, sich in Deutschland
näher kennenzulernen und hier im Kreise der Verwandtschaft zu prüfen, ob die
Bindung auf Dauer tragen kann und ob Deutschland der gemeinsame
Lebensmittelpunkt sein soll. Denn ein „Kennenlernvisum“ oder „Verlobtenvisum“ gibt
es nicht. Ein Besuchsvisum wird nach Kenntnis der Fragesteller in solchen
Fällen regelmäßig verweigert, weil unterstellt wird, die Betroffenen wollten nicht
wieder ausreisen bzw. wollten eigentlich heiraten, wofür aber ein anderes
Visum beantragt werden müsse. Viele Paare sehen sich hierdurch gezwungen,
frühzeitig zu heiraten, selbst wenn sie sich noch nicht sicher sind, weil dies die
einzige Chance ist, ein gemeinsames Zusammenleben in Deutschland zu
erproben. Auch auf ausdrückliche Nachfrage der federführenden Fragestellerin wird
im Auswärtigen Amt keine Notwendigkeit hierfür gesehen, sondern auf die
bestehende Möglichkeit eines Visums zur Eheschließung in Deutschland
verwiesen.
Die Fraktion DIE LINKE. hat in der Vergangenheit mehrfach zu lange
Wartezeiten im Visumverfahren und den Einsatz externer Dienstleister kritisiert (vgl.
nur Bundestagsdrucksachen 17/10022 und 17/12476 und
www.migazin.de/2013/
04/09/rechtswidrige-privatisierung-visumverfahren/), was zu Prüfungen durch
die EU-Kommission führte (vgl. Bundestagsdrucksache 18/57). Die
Bundesregierung will langen Wartezeiten vor allem durch den Einsatz externer
Dienstleister begegnen (vgl. Bundestagsdrucksachen 17/8221 und 18/57), doch diese
Teilprivatisierung des Verfahrens ist für die Reisenden mit zusätzlichen
Mehrkosten verbunden und darf nach dem EU-Visakodex eigentlich nur in
besonderen Ausnahmefällen erfolgen. Der Visakodex verpflichtet die Mitgliedstaaten
dazu, ein kundenfreundliches und qualitativ hochwertiges
Dienstleistungsangebot im Visumverfahren zu gewährleisten (Artikel 38 Absatz 1), und zwar
unabhängig davon, ob private Dienstleister bei der Antragsannahme eingesetzt
werden oder nicht. Bei der Auslagerung der Antragsannahme auf private
Dienstleister wurden die Reisenden zum Teil nur unzureichend darauf hingewiesen,
dass nach EU-Recht immer auch die Möglichkeit einer kostenlosen
Antragstellung in den Visastellen besteht (vgl. z. B. Bundestagsdrucksache 17/13991,
Antwort zu Frage 9 und Vorbemerkung der Bundesregierung auf
Bundestagsdrucksache 18/1212).
1. Wie hoch war die Zahl der im Jahr 2017 beantragten, zurückgezogenen,
erteilten bzw. abgelehnten Visa (bitte tabellarisch und in der Differenzierung
wie in der Antwort zu Frage 1 auf Bundestagsdrucksache 18/4765
darstellen)?
Es wird auf die Anlagen 1 und 2* zu Frage 1 verwiesen.
2. Wie haben sich die Zahlen erteilter Visa bzw. die Ablehnungsquoten im Jahr
2017 im Vergleich zum Vorjahr prozentual entwickelt (bitte nach Ländern
differenzieren und bei Ländern mit mehreren Auslandsvertretungen deren
Werte gesondert ausweisen; bitte nur Länder mit einer Abweichung von über
25 Prozent in mindestens einem der beiden Werte auflisten), und wie hoch
war 2017 die Ablehnungsquote in Bezug auf Schengenvisa im EU-
Durchschnitt?
Hinsichtlich der Veränderungen der Zahlen erteilter Visa im Vergleich zum
Vorjahr wird auf die Anlagen 1 und 2* zu Frage 1 sowie auf die Anlagen a und b zu
Frage 1 der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion
DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/11588 verwiesen. Die vollständige
Schengen-Visa-Statistik ist unter
http://ec.europa.eu/dgs/home-affairs/what-
we-do/policies/borders-and-visas/visa-policy/index_en.htm#stats einsehbar.
Angaben zur durchschnittlichen Ablehnungsquote der anderen Schengen-
Mitgliedstaaten in Bezug auf Schengen-Visa liegen der Bundesregierung nicht vor.
3. Wie viele Ausnahmevisa wurden 2017 an den Grenzen von der
Bundespolizei bzw. beauftragten Behörden der Länder erteilt (bitte zusätzlich nach den
zehn wichtigsten Herkunftsländern und den Gründen bzw. der
Rechtsgrundlage differenziert darstellen)?
Im Jahr 2017 wurden durch die Bundespolizei und die mit der polizeilichen
Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs beauftragten Behörden der Länder
Bayern und Hamburg 9 828 Ausnahmevisa erteilt. Die Erteilung erfolgte gemäß
den Artikeln 35 und 36 des Visakodex (VK) (Schengen-Visum, Kategorie „C“)
bzw. § 14 Absatz 2 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) (nationales Visum,
Kategorie „D“).
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese sind auf Bundestagsdrucksache 19/2035 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestages abrufbar.
Ergänzende Angaben können der nachstehenden Tabelle entnommen werden.
Kategorie C Kategorie D
Gesamt 9.817 Gesamt 11
Philippinen 4.679 Irak 2
Indien 1.292 Chile 1
Ukraine 1.266 Libanon 1
Russische Föderation 684 Kosovo 1
Indonesien 566 Vereinigte Arabische Emirate 1
China 329 Philippinen 1
Türkei 284 Russische Föderation 1
Myanmar 154 Türkei 1
Sri Lanka 85 Ägypten 1
Ägypten 44 Kasachstan 1
sonstige 434
4. Wie viele der im Jahr 2017 von deutschen Auslandsvertretungen erteilten
Schengenvisa waren Jahres, Zweijahres, Dreijahresvisa, 5-Jahres- bzw.
insgesamt Jahres- bzw. Mehrjahresvisa (bitte auch die Vergleichswerte des
Vorjahres nennen und die Angaben nach Ländern differenziert darstellen)?
Es wird auf die Anlage 3** zu Frage 4 verwiesen. Hinsichtlich des Vorjahres wird
auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 4 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/11588 verwiesen.
5. Wie viele Visa wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2017
nach Artikel 25 Absatz 1 des Visakodex mit räumlich beschränkter
Gültigkeit erteilt (bitte auch nach den 20 wichtigsten Ausstellungsländern
differenzieren)?
Im Jahr 2017 haben die Bundespolizei und die mit der polizeilichen Kontrolle des
grenzüberschreitenden Verkehrs beauftragten Behörden der Länder Bayern und
Hamburg 168 räumlich beschränkte Ausnahmevisa erteilt.
Für die von den deutschen Auslandsvertretungen erteilten Visa mit räumlich
beschränkter Gültigkeit wird auf die Anlage 4* zu Frage 5 verwiesen.
6. Welche wesentlichen Änderungen in Bezug auf die allgemeine Praxis der
Visumprüfung bzw. -erteilung durch Erlasse oder Anweisungen des
Auswärtigen Amts hat es seit März 2017 gegeben (bitte darstellen)?
Seit März 2017 hat es folgende Erlasse oder Anweisungen des Auswärtigen Amts
gegeben, die wesentliche Änderungen in Bezug auf die allgemeine Praxis der
Visumprüfung und -erteilung zur Folge hatten:
Präzisierung der Ausnahmen der Flughafentransitvisumpflicht gemäß
Artikel 3 Absatz 5 Buchstabe c VK durch Ergänzungslieferung zum
Visumhandbuch vom 7. April 2017;
** Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/2035 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestages abrufbar.
Ergänzung des Visumhandbuchbeitrages „Voraussetzungen für die Erteilung
von Schengen-Visa“ durch Ergänzungslieferung vom 7. April 2017:
grundsätzlicher Verzicht auf das persönliche Erscheinen bei Antragstellung bei
gespeicherten Fingerabdrücken gemäß Artikel 13 Absatz 3 VK, Nutzung der
Zusatzfrist gemäß Artikel 24 Absatz 1 VK und Gültigkeit der
Reisekrankenversicherung;
Umsetzung des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes durch die
Ergänzungslieferung der einschlägigen Visumhandbuchbeiträge „Intra-corporate-transferees,
Studenten, Praktika, Forscher, Freiwillige“ am 28. Juli 2017;
Runderlass vom 31. Juli 2017 zur Umsetzung der Änderung der Gebühren in
der Aufenthaltsverordnung;
Umsetzung der Abschaffung des Vorabzustimmungsverfahrens bei § 26
Absatz 2 Beschäftigungsverordnung (sog. Westbalkanregelung) durch
Visumhandbuchbeitrag vom 18. Oktober 2017.
7. In welchen Ländern bzw. Auslandsvertretungen gab es gegenüber der
Antwort zu Frage 7 auf Bundestagsdrucksache 18/11588 Veränderungen in
Bezug auf den Einsatz externer Dienstleister, in welchen Ländern wurden aus
welchen Gründen externe Dienstleister neu eingesetzt (bitte differenziert
beantworten)?
Seit dem 17. März 2017 wurden zusätzliche Visumantragsannahmezentren in
Archangelsk/Russland (Inbetriebnahme 25. Mai 2017) und Wologda/Russland
(Inbetriebnahme 13. März 2018) eröffnet. Darüber hinaus hat das Auswärtige
Amt am 18. Dezember 2017 externe Dienstleister mit der Eröffnung von
Visumantragsannahmezentren in folgenden Ländern beauftragt:
Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien,
Kasachstan, Katar, Kirgistan, Kuwait, Libanon, Oman, Tadschikistan,
Turkmenistan, Usbekistan und Vereinigte Arabische Emirate.
In Doha wurde am 16. Februar 2018 ein Visumantragsannahmezentrum eröffnet.
Die Ausweitung des Netzes von Visumantragsannahmezentren über externe
Dienstleister dient der Verbesserung des Serviceangebots für Antragstellerinnen
und Antragsteller durch kürzere Anfahrtswege und die Verringerung von
Wartezeiten.
8. Warum wurde nicht in weiteren Ländern ein kostenfreies elektronisches
Terminbuchungssystem eingeführt, statt kostenpflichtige externe Dienstleister
mit der Terminvergabe zu beauftragen (vgl. Antwort zu Frage 9 auf
Bundestagsdrucksache 18/11588), was nach EU-Recht ohnehin nur in besonders
begründeten Ausnahmefällen erfolgen sollte (siehe Vorbemerkung)?
Fast alle deutschen Auslandsvertretungen bieten ein kostenfreies
Terminbuchungssystem an. Dies gilt auch an Standorten, an denen ein oder mehrere
Visumantragsannahmezentren bestehen. Dennoch entscheidet sich die große
Mehrheit der Antragstellerinnen und Antragsteller dafür, die Dienste des externen
Dienstleisters in Anspruch zu nehmen, da in Visumantragsannahmezentren in
aller Regel die Möglichkeit besteht, einen Visumantrag gänzlich ohne Wartezeiten
und ohne eine vorherige Terminvereinbarung einzureichen. Den
Antragstellerinnen und Antragstellern stehen in Visumantragsannahmezentren zudem
Zusatzleistungen wie Kopier-, Foto- und Kurierservice zur Verfügung. Darüber hinaus
führt die Abgabe des Visumantrags in einem näher gelegenen
Visumantragsannahmezentrum zu einer erheblichen Ersparnis an Reisekosten gegenüber der
weiterhin möglichen Direktabgabe im Konsulat.
9. Welche Veränderungen bei Visaerleichterungsabkommen gab es seit der
Antwort zu Frage 8 auf Bundestagsdrucksache 18/11588?
Es gab diesbezüglich seit der Antwort der Bundesregierung zu Frage 8 der
Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/11588
keine Veränderungen.
10. Wie lauten die statistischen Angaben über die Visaerteilung im Jahr 2017,
differenziert nach Aufenthaltszwecken und Schengen- bzw. nationalen Visa
(bitte wie in der Antwort zu Frage 10 auf Bundestagsdrucksache 18/9477
antworten)?
Es wird auf die Anlagen 5 bis 8* zu Frage 10 verwiesen.
11. Wie hoch waren im Jahr 2017 im Visabereich die Personalkosten, wie viele
MAK (statistisch Vollzeit arbeitende Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter) gab
es, und wie viele Fälle pro MAK wurden 2017 bearbeitet (bitte auch nach
Kontinenten und den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenziert
darstellen und jeweils die prozentualen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr
nennen; bitte wie in der Antwort zu Frage 11 auf Bundestagsdrucksache
18/9477 darstellen), und wie werden entsprechende Veränderungen
begründet?
Die Anlage 9* zu Frage 11 zeigt in Gesamtzahlen, nach Regionen und
nachfragestärksten Ländern die an den Visastellen eingesetzten Mitarbeiterkapazitäten
(MAK), die Personalkosten sowie Fälle pro MAK, die 2017 bearbeitet wurden.
Die Antragszahlen in den Staaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
sind gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken, wohingegen das Aufkommen in
China, Indien, Kosovo, Russland, Thailand und der Türkei weiter anstieg. Der
starke Rückgang der Antragszahlen in der Ukraine ist mit der am 11. Juni 2017
in Kraft getretenen Visaliberalisierung für ukrainische Staatsangehörige und der
damit verbundenen visafreien Einreise für Aufenthalte bis zu 90 in je 180 Tagen
für Inhaber biometrischer Reispässe verbunden.
Steigerungen der MAK-Zahlen und Personalkosten basieren auf
Personalaufstockungen, veränderten Arbeitszeitzuordnungen sowie Gehaltserhöhungen.
12. Wie hoch war die Zahl von Remonstrationen und/oder Klagen gegen
ablehnende Visumbescheide im Jahr 2017 im Bereich der Kurzzeit- bzw.
Langzeitvisa (bitte so differenziert wie möglich angeben und Vergleichswerte des
Vorjahres nennen), und in welchem Umfang wurden 2017 nach einer
Klageerhebung Visa erteilt (bitte auch solche Fälle berücksichtigen, in denen Visa
infolge eines gerichtlichen Vergleichs oder auch nach Klagerücknahme nach
Zusicherung der Behörde zur Visumerteilung erteilt wurden)?
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 2 264 Klagen erhoben (2016: 2 166). Davon
entfallen 701 Klagen auf den Bereich der Kurzzeitvisa (2016: 666) und 1 563 Klagen
auf den Bereich der Langzeitvisa (2016: 1 500).
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese sind auf Bundestagsdrucksache 19/2035 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestages abrufbar.
Die Klagen auf Langzeitvisa teilen sich wie folgt auf:
Familienzusammenführung: 1 183 (2016: 1 104), davon 540 zum
Ehegattennachzug (2016: 659)
Erwerbstätigkeit: 227 (2016: 144)
Studium: 69 (2016: 58)
sonstige: 84 (2016: 194)
Im Jahr 2017 hat das Verwaltungsgericht Berlin 1 946 Gerichtsverfahren in
Visumangelegenheiten abgeschlossen (2016: 1 805), davon 416 durch Vergleiche
bzw. Klaglosstellungen und Erledigungen (2016: 437) sowie 21 Verpflichtungen
zur Visumerteilung (2016: 23).
Die Zahl der Remonstrationen wird nicht erfasst. Eine nachträgliche
Rekonstruktion ist angesichts der Vielzahl der in Betracht kommenden Einzelfälle nicht
möglich.
13. Wie viele Visa für den Ehegatten- bzw. Familiennachzug (bitte
differenzieren, auch im Folgenden) wurden im Jahr 2017 erteilt, und wie hoch war dabei
jeweils die Ablehnungsquote (bitte nach Ländern differenzieren und bei
Ländern mit mehreren Auslandsvertretungen deren Werte gesondert
ausweisen)?
Es wird auf die Anlage 10* zu Frage 13 verwiesen.
14. Wie lange dauerte die Bearbeitung eines Visumantrags zum
Familiennachzug im Jahr 2017 (im Durchschnitt und maximal, bitte nach Ländern
differenzieren), und warum hat die Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache
18/9477 in ihrer Antwort zu Frage 14 und auf Bundestagsdrucksache
18/11588 in ihrer Antwort zu Frage 14 hierzu keine konkreten Angaben
gemacht, obwohl sie in ihrer Antwort auf die Schriftliche Frage 13 der
Abgeordneten Ulla Jelpke auf Bundestagsdrucksache 18/2038 hinsichtlich der
angefragten Länder noch sehr genaue entsprechende Angaben zu machen
wusste (bitte nachvollziehbar erklären und gegebenenfalls die versäumten
Angaben nachholen; Hinweis der Fragestellerinnen und Fragesteller:
insbesondere die zweite Teilfrage wurde bislang nicht beantwortet)?
Durchschnittliche und maximale Bearbeitungszeiten in den über 200
Auslandsvertretungen werden nicht erfasst. Zur Begründung wird auf die Antwort zu
Frage 14 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 18/9477 verwiesen. Die auf Bundestagsdrucksache 18/2038 gemachten
Angaben beruhten auf Einzelerhebungen an den 16 genannten Auslandsvertretungen
und wurden ausschließlich zur Beantwortung der Bundestagsdrucksache 18/2038
vorgenommen. Da keine Erfassung der Bearbeitungszeiten erfolgt, wurden die
Bediensteten hierfür einzeln befragt.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/2035 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestages abrufbar.
15. In welchen Ländern wird das Urkundswesen derzeit als unzuverlässig
erachtet (gegebenenfalls nur Veränderungen gegenüber der Antwort zu Frage 15
auf Bundestagsdrucksache 18/11588 angeben)?
Gegenüber der Antwort der Bundesregierung zu Frage 15 der Kleinen Anfrage
der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/11588 haben sich
folgende Veränderungen ergeben: Wegen der Verbesserung des Urkundenwesens
wurde in Vietnam im Februar 2018 und wird in Kosovo (zunächst beschränkt auf
ab dem Jahr 2013 eingetretene Personenstandsfälle) ab Mai 2018 zur Legalisation
von Urkunden zurückgekehrt.
In Syrien wurde die Legalisation von Urkunden aus zeitweilig vom sogenannten
Islamischen Staat besetzten Landesteilen eingestellt.
16. Welche Einschätzungen können fachkundige Bundesbedienstete dazu
machen, in welchem Umfang und mit welchem Ergebnis in welchen Ländern
die Abstammung im Rahmen eines geplanten Familiennachzugs (auch) mit
DNA-Tests überprüft bzw. nachgewiesen wird (bitte ausführen), und warum
hat die Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 18/9477 in ihrer
Antwort zu Frage 16 und auf Bundestagsdrucksache 18/11588 in ihrer Antwort
zu Frage 16 hierzu keine konkreten Angaben gemacht, obwohl sie in ihrer
Antwort auf die Schriftliche Frage 15 der Abgeordneten Ulla Jelpke auf
Bundestagsdrucksache 18/2038 hinsichtlich der angefragten Länder noch sehr
genaue entsprechende Angaben zu machen wusste (bitte nachvollziehbar
erklären und gegebenenfalls die versäumten Angaben nachholen; Hinweis der
Fragestellerinnen und Fragesteller: insbesondere die zweite Teilfrage wurde
bislang nicht beantwortet)?
Die in der Antwort auf die Schriftliche Frage 15 der Abgeordneten Ulla Jelpke
auf Bundestagsdrucksache 18/2038 gemachten Angaben wurden als Einzelfall
händisch durch die betroffenen Auslandsvertretungen erhoben. Eine
systematische Erfassung für die mehr als 200 deutschen Auslandsvertretungen findet nicht
statt. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 16 der
Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/11588 und
auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 16 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/9477 verwiesen.
17. Wie hoch waren die Gebühreneinnahmen im Visumverfahren im Jahr 2017
(bitte auch nach den 20 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Es wird auf Anlage 11* zu Frage 17 verwiesen.
18. Welche Visastellen übernehmen derzeit in welchem Umfang und aus
welchen Gründen die Visabearbeitung für Antragstellende aus anderen
Ländern?
Informationen darüber, an welcher deutschen Auslandsvertretung ein
Visumantrag gestellt werden kann, sind auf der Webseite des Auswärtigen Amts zu finden:
www.auswaertiges-amt.de/de/einreiseundaufenthalt/visabestimmungen-node#
content_2. Weitere Einzelheiten sind den Webseiten der jeweils zuständigen
Auslandsvertretung zu entnehmen.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/2035 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestages abrufbar.
19. Wie viele gefälschte bzw. „erschlichene“ (bitte differenzieren) Visa
(hilfsweise: Aufenthaltstitel) wurden im Jahr 2016 bzw. im Jahr 2017 entdeckt
(bitte auch nach Hauptherkunftsländern differenzieren), und wie bewertet
und erklärt die Bundesregierung den Rückgang der Fallzahlen zum Verdacht
erschlichener Aufenthaltstitel von 2014 auf 2015 (vgl.
Bundestagsdrucksache 18/9477, Antwort zu Frage 20 und Bundestagsdrucksache 18/11588,
Antwort zu Frage 19; Hinweis der Fragestellerinnen und Fragesteller:
insbesondere die zweite Teilfrage wurde bislang nicht beantwortet)?
Im Jahr 2016 wurden durch die Bundespolizei und die mit der polizeilichen
Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs beauftragten Behörden der Länder
Bayern und Hamburg 1 327 erschlichene und 150 verfälschte Schengen-Visa und
im Jahr 2017 1 474 erschlichene und 110 verfälschte Schengen-Visa festgestellt.
Weitergehende Angaben können der beigefügten Anlage 12* entnommen werden.
Die beim Bundeskriminalamt geführte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)
konzentriert sich auf die Registrierung von in der Bundesrepublik Deutschland
festgestellten Tatverdächtigen (TV) und Straftaten. Zwar wird auch auf das
Erschleichen/den Gebrauch verschiedener Aufenthaltstitel (Visa, Aufenthaltserlaubnisse
und Niederlassungserlaubnisse) eingegangen sowie eine Differenzierung
zwischen Scheinehe und weiteren Arten des Erschleichens oder Gebrauchs von
Aufenthaltstiteln vorgenommen, nicht aber auf die Authentizität konkret von Visa
oder die Umstände von deren Entdeckung eingegangen. Nachfolgend werden die
verfügbaren Daten für das Jahr 2016 in Tabellenform abgebildet. Die PKS-Daten
für das Jahr 2017 werden erst im Mai 2018 im Rahmen einer Pressekonferenz
veröffentlicht.
Übersicht I: Aufschlüsselung der Fall- und TV-Zahlen des Jahres 2016 im Detail
Erschleichen eines Aufenthaltstitels gesamt (Visa, Aufenthaltserlaubnissen und
Niederlassungsbefugnissen) gemäß § 95 Abs. 2 Nr. 2 Aufenthaltsgesetz
Fallzahlen 3.575
TV-Zahlen 3.958
Erschleichen oder Gebrauch eines
Visums
Erschleichen oder Gebrauch einer Aufenthaltserlaubnis
oder Niederlassungsbefugnis
Fallzahlen 2.751 824
TV-Zahlen 2.944 1.017
Erschleichen
oder Gebrauch
eines Visums
durch
Scheinehe
Erschleichen
oder Gebrauch
eines Visums
durch sonstige
Begehungsweisen
Erschleichen oder
Gebrauch einer
Aufenthalts-erlaubnis
oder
Niederlassungsbefugnis durch Scheinehe
Erschleichen oder Gebrauch
einer Aufenthalts-erlaubnis
oder
Niederlassungsbefugnis durch sonstige
Begehungsweisen
Fallzahlen 246 2.505 162 662
TV-Zahlen 411 2.535 262 755
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/2035 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestages abrufbar.
Übersicht II: Hauptherkunftsnationalitäten der TV ohne Deutschland wegen Erschleichens eines Aufenthaltstitels
gesamt, eines Visums sowie Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungsbefugnis für das Jahr 2016
Erschleichen eines
Aufenthaltstitels gemäß § 95
Abs.2 Nr.2 Aufenthaltsgesetz
Erschleichen oder Gebrauch eines
Aufenthaltstitels (Visum)
Erschleichen oder Gebrauch eines
Aufenthaltstitels (Aufenthaltserlaubnis
oder Niederlassungsbefugnis)
3.958 2.944 1.017
Ukraine 489 Ukraine 472 Ghana 81
Türkei 226
Russische
Föderation 187 Irak 53
Russische
Föderation 226 Türkei 181 Syrien 46
Syrien 175 Syrien 129 Marokko 45
Irak 157 China 119 Türkei 45
Nigeria 137 Iran 111 Serbien 38
China 129 Nigeria 111 Algerien 37
Iran 124 Irak 104 Indien 31
Georgien 103 Georgien 94 Nigeria 26
Ghana 100 Armenien 69 Kosovo 25
Der Rückgang der PKS-Zahlen im Bereich des Erschleichens eines
Aufenthaltstitels zwischen dem Jahr 2014 und dem Jahr 2015 kann nach Auffassung der
Bundesregierung auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen sein. Unter anderem
kommen eine tatsächliche Abnahme der verübten Straftaten, ein sinkender Anreiz
zur Erschleichung von Visa aufgrund der gestiegenen Anzahl der zur visumfreien
Einreise berechtigten Staatsangehörigen aus Drittstaaten und veränderte
Rahmenbedingungen sowie das Ausweichen auf etablierte Schleusernetzwerke in Betracht.
20. Wie begründet es die Bundesregierung, dass sie auf parlamentarische
Anfrage Auskünfte zum Vorjahr zu Einzelaspekten der Polizeilichen
Kriminalstatistik unter Hinweis auf die noch laufende Bearbeitung nicht erteilt (vgl.
Antwort zu Frage 19 auf Bundestagsdrucksache 18/11588), obwohl die
Fragestellerinnen und Fragesteller davon ausgehen, dass die konkret angefragte
Detailinformation (hier: Angaben zu gefälschten oder „erschlichenen“
Aufenthaltstiteln) der Bundesregierung bereits vorliegt oder in zumutbarer
Weise beschaffbar wäre, auch wenn die Gesamtpräsentation der
Polizeilichen Kriminalstatistik womöglich noch einer weiteren Bearbeitung bedarf
(bitte mit Blick auf das verfassungsrechtlich verbürgte parlamentarische
Frage- und Kontrollrecht der Abgeordneten nachvollziehbar darlegen)?
Die Erstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundes hängt von der
Zulieferung der Länderdaten ab. Die Tabellen der Bundesstatistik werden auf Basis
der jeweiligen vorliegenden Einzeldatensätze in den Landeskriminalämtern und
dem Bundeskriminalamt nach festgelegten Regeln erstellt. Vor einer
Veröffentlichung der Bundesstatistik muss daher die Beteiligung aller Länder sichergestellt
sein, was durch Beschlussfassung der Innenministerkonferenz erfolgt. Im
Anschluss an das Abstimmungsverfahren wird die Bundesstatistik gemeinsam durch
den Bundesminister des Innern und den jeweiligen Vorsitzenden der
Innenministerkonferenz veröffentlicht. Dieses Verfahren wurde in den Gremien der
Innenministerkonferenz festgelegt und in der parlamentarischen Debatte am 25. März
1998 zu Frage 10 des Abgeordneten Dr. Burkhard Hirsch (Plenarprotokoll 13/223
vom 25. März 1998, abrufbar unter
https://archive.org/stream/ger-bt-plenary-
13-223/13223_djvu.txt) umfassend erläutert. Dieses Verfahren konkretisiert den
verfassungsrechtlichen Grundsatz des bundesfreundlichen Verhaltens, der aus dem
Bundesstaatsprinzip des Artikels 20 Absatz 1 des Grundgesetzes folgt. Danach sind
Bund und Länder gehalten, sich gegenseitig zu helfen, aufeinander Rücksicht zu
nehmen und zu unterstützen. Dem widerspräche eine einseitige Veröffentlichung
der Länderdaten – auch im Rahmen des parlamentarischen Fragewesens – durch
den Bund und würde das für das Zusammenwirken von Bund und Ländern im
Rahmen der föderalen Struktur notwendige Vertrauen beeinträchtigen, solange der
Abstimmungsprozess mit allen Ländern noch nicht beendet ist. Bis zu diesem
Zeitpunkt steht die Übermittlung aller Länderdaten an den Bund unter dem Vorbehalt
der rein internen Verwendung für die Erstellung der Tabellen der Bundesstatistik.
21. Wie viele Ausländerinnen und Ausländer wurden im Jahr 2017 wegen eines
abgelaufenen Aufenthaltstitels oder Visums durch die Bundespolizei und die
beauftragten Behörden der Ländern angezeigt (bitte auch nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), wie viele entsprechende Anzeigen
gab es durch welche anderen Behörden in den Jahren 2015, 2016 und 2017
(bitte ebenfalls nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Durch die Bundespolizei und die mit der polizeilichen Kontrolle des
grenzüberschreitenden Verkehrs beauftragten Behörden der Länder Bayern und Hamburg
wurden im Jahr 2017 insgesamt 10 320 Personen wegen des unerlaubten
Aufenthalts aufgrund eines abgelaufenen Aufenthaltstitels bzw. Visums angezeigt.
Ergänzende Angaben können der nachstehenden Tabelle entnommen werden.
2017
Gesamt 10.320
Türkei 1.569
China 1.367
Russische Föderation 777
Iran 498
Indien 480
Thailand 411
Tunesien 251
Ukraine 248
Albanien 231
Marokko 192
Kosovo 182
Irak 174
USA 161
Vietnam 151
Saudi-Arabien 151
Darüber hinausgehende Erkenntnisse liegen der Bundesregierung nicht vor.
22. Welche Angaben zu wesentlichen Erkenntnisse aus der Nutzung des
Visainformationssystems (VIS) und der Visawarndatei (bitte differenzieren) im
Jahr 2017 kann die Bundesregierung machen, in welchem Umfang haben
deutsche Polizei- und Strafverfolgungsbehörden sowie Nachrichtendienste
bislang mit welchen Ergebnissen auf das VIS zugegriffen (bitte so
differenziert wie möglich darstellen), und was hat die Evaluierung der Visawarndatei
durch die Bundesregierung erbracht (bitte so detailliert wie möglich, mit
entsprechenden Zahlen unterlegt, darstellen; bitte auch darstellen, wie konkret
und durch wen die Evaluierung vorgenommen wurde; vgl. Antwort zu Frage
21 auf Bundestagsdrucksache 18/11588), und falls noch kein
Evaluierungsbericht vorliegen sollte, wie ist dies zu begründen?
Das Visa-Informationssystem (VIS) als wichtige Informationsquelle für die
Polizei- und Strafverfolgungsbehörden sowie für die Nachrichtendienste hat im Jahr
2017 weiter an Bedeutung gewonnen. Seit der Inbetriebnahme des Zugangs
gemäß der VIS-Verordnung (EG) Nr. 767/2008 und dem VIS-Beschluss 2008/
633/JI vom 2. September 2013 haben diese Behörden bis zum 31. Dezember 2017
insgesamt 7 611 Anfragen an das VIS gestellt. Davon erfolgten aus den Bereichen
des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei, des Bundesnachrichtendienstes,
des Zollkriminalamtes sowie des Bundesamtes für den Militärischen
Abschirmdienst 6 356 Anfragen; 502 VIS-Anfragen entfielen auf die Behörden des
Verfassungsschutzes (Bundesamt für Verfassungsschutz, Landesbehörden für
Verfassungsschutz), während 753 Anfragen durch die Polizeibehörden der Länder an
das VIS gestellt wurden.
Grundsätzlich verfügen ausschließlich die anfragenden Behörden über die
Informationen zu den Ergebnissen der Abfragen. Statistische Daten zu den
Ergebnissen werden bei den Polizei- und Strafverfolgungsbehörden des Bundes sowie den
Nachrichtendiensten des Bundes nicht erhoben. Die Zugangsanträge an die
nationale Kopfstelle des VIS im Bundesverwaltungsamt werden nach Ablauf von
sieben Tagen gelöscht. Eine differenzierte Darstellung ist nicht möglich, da die
entsprechenden Protokolldaten im Bundesverwaltungsamt hinsichtlich des
Suchergebnisses anonymisiert gespeichert werden. In den Protokolldaten sind lediglich
die Bezeichnungen der mit Informationen befüllten Felder, nicht aber deren Inhalt
gespeichert.
In der Visawarndatei waren zum Ende des Jahres 2017 (Stand: 1. Januar 2018)
insgesamt 40 740 Datensätze, das heißt Personen oder Organisationen, bei
insgesamt 55 994 gespeicherten Sachverhalten (Speicheranlässe gemäß § 2 VWDG)
zu verzeichnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zu einer Person/Organisation
grundsätzlich mehrere Sachverhalte gespeichert sein können.
Die Analyse der Trefferzahlen für das Jahr 2017 wurde noch nicht abgeschlossen.
Ebenso konnte die Evaluierung der Visawarndatei durch das nach der
Geschäftsverteilung innerhalb der Bundesregierung federführend zuständige
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat noch nicht abgeschlossen werden.
23. Wie lang sind nach Einschätzungen von Bundesbediensteten derzeit
ungefähr die Wartezeiten für privat bzw. geschäftlich Reisende (bitte
differenzieren) für Schengenvisa bzw. für nationale Visa (hier bitte genauer nach
Zwecken differenzieren, z. B. Familiennachzug, Erwerbsaufnahme usw.) für
einen Termin zur Visumantragstellung in den Visastellen in den zwanzig
wichtigsten visumpflichtigen Ländern weltweit (soweit externe Dienstleister
eingesetzt werden, bitte auch gesondert die ungefähre Wartezeit für die
Antragstellung direkt in den Visastellen nennen), und wie lang waren die
entsprechenden Wartezeiten zu einem einheitlichen aktuellen Stichtag (bitte nach
Ländern und Visakategorien differenzieren)?
Eine kontinuierliche Erfassung der schwankenden Wartezeiten findet nicht statt.
Sofern Wartezeiten bestehen, werden diese in der Regel getrennt nach
Visakategorien auf den Webseiten der Auslandsvertretungen veröffentlicht. Die 20
deutschen Auslandsvertretungen mit dem höchsten Visaaufkommen im Jahr 2017
sind der Anlage 13* zu Frage 23 zu entnehmen.
24. Wenn die Bundesregierung laut Antwort zu Frage 22 auf
Bundestagsdrucksache 18/11588 Wartezeiten bei der Visumbeantragung nicht mehr
systematisch erfasst, wie will sie dann überprüfen, ob EU-Vorgaben zur maximalen
zulässigen Wartezeit bei der Vergabe von Schengenvisa eingehalten werden
(siehe Vorbemerkung) bzw. in welchen Ländern es Defizite bei der Vergabe
entsprechender Termine gibt (bitte ausführen)?
Die Auslandsvertretungen sind sich der gesetzlichen Vorgaben bewusst und sind
bemüht, die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten. Bei saisonal bedingten
Nachfragespitzen kann es zu Überschreitungen der vorgegebenen maximalen
Wartezeit kommen. Das Auswärtige Amt reagiert bei auftretenden Engpässen im
Rahmen des Möglichen mit Personalverstärkungen. Die Beauftragung von
externen Dienstleistungserbringern mit der Annahme von Anträgen auf Schengen-
Visa trägt entscheidend dazu bei, Wartezeiten möglichst kurz zu halten.
25. In welchen Ländern gibt es durchschnittliche Wartezeiten von über zwei
Wochen in Bezug auf die Erteilung von Schengenvisa bzw. von mehr als
drei Monaten in Bezug auf die Erteilung nationaler Visa, und was sind
jeweils die Gründe hierfür (bitte ausführen)?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 23 und 24 verwiesen.
26. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Stand des
Pilotverfahrens der EU-Kommission (4194/12/HOME) in Bezug auf die
Bundesrepublik Deutschland wegen überlanger Wartezeiten und dem Einsatz externer
Dienstleister im Visumverfahren, was waren die letzten Schritte der
Bundesregierung bzw. der EU-Kommission, und welche weiteren Schritte sind
nunmehr zu erwarten?
Im Hinblick auf die letzten Schritte der Bundesregierung bzw. der Kommission
wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 23 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/11588 verwiesen. Die
Bundesregierung hat keine Kenntnis zu weiteren Schritten der EU-Kommission.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/2035 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestages abrufbar.
27. Welche Pilotverfahren mit welchen konkreten Themen/Zielsetzungen/
Problemen sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit im Bereich der
Visavergabe gegen Deutschland anhängig, und wie hat sich die
Bundesregierung jeweils dazu positioniert (bitte einzeln auflisten und ausführen), welche
Pilotverfahren sind im weit gefassten Bereich der Asyl-, Migrations- und
Grenzkontrollpolitik gegen Deutschland derzeit anhängig, und wie ist
jeweils die Position der Bundesregierung hierzu (bitte einzeln auflisten und
ausführen)?
Im Bereich der Visavergabe sind nach Kenntnis der Bundesregierung neben dem
in Frage 26 zitierten Verfahren keine weiteren Pilotverfahren anhängig.
Bezüglich des weit gefassten Bereiches der Asyl-, Migrations- und Grenzpolitik
ist das Pilotverfahren P 2016/9081 zur Richtlinie 2008/114/EG über gemeinsame
Normen und Verfahren in den Mitgliedsstaaten zur Rückführung illegal
aufhältiger Drittstaatsangehöriger anhängig. Die Bundesregierung vertritt die
Auffassung, dass die praktische Anwendung der Richtlinie 2008/114/EG sichergestellt
und die Verpflichtung zur Umsetzung erfüllt ist. Diese Haltung ist der EU-
Kommission am 31. März 2017 mitgeteilt worden.
28. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Stand der
Überarbeitung des EU-Visakodex, wie bewertet die Bundesregierung den Stand der
Verhandlungen, und welche nächsten Schritte sind zu erwarten?
Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag zur Änderung des Visakodex vom
1. April 2014 zurückgezogen und am 14. März 2018 einen neuen Vorschlag
vorgelegt. Dieser wird derzeit von den Mitgliedstaaten geprüft. Erste Beratungen in
den EU-Gremien haben begonnen. Die Meinungsbildung der Bundesregierung ist
noch nicht abgeschlossen.
29. Wird es nach Kenntnis der Bundesregierung eine Änderung im Visakodex
geben, so dass künftig grundsätzlich eine Vertretungsmöglichkeit auch bei
persönlicher Antragstellung besteht, im selben Umfang, wie dies bei der
Antragstellung über externe Dienstleister jetzt schon möglich ist – wozu die
Bundesregierung eine Zustimmung in Aussicht gestellt hatte, wenn
weiterhin in begründeten Fällen ein persönliches Erscheinen verlangt werden kann
(vgl. Antwort zu Frage 23 auf Bundestagsdrucksache 18/4765 und Antwort
zu Frage 26 auf Bundestagsdrucksache 18/11588), und wenn nein, warum
nicht?
Der Entwurf sieht eine Vertretungsregelung für den Fall des Absehens vom
persönlichen Erscheinen zur Visumbeantragung vor. Die genaue Ausgestaltung
dieser Regelung ist noch zu prüfen und Gegenstand von Beratungen in den EU-
Gremien. Hinsichtlich des Stands der Meinungsbildung der Bundesregierung wird
auf die Antwort zu Frage 28 verwiesen.
30. Wie viele Ein- und Ausreisen aus dem bzw. in das Schengen-Gebiet an
deutschen Flug- bzw. Seehäfen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung 2017?
Nach Erkenntnissen der Bundespolizei erfolgten im Jahr 2017 insgesamt
84 139 417 Ein- und Ausreisen im Sinne der Fragestellung.
Ergänzende Angaben können der nachstehenden Tabelle entnommen werden.
2017
Gesamt davon Luft davon See
Einreise 42.205.164 39.873.883 2.331.281
Ausreise 41.934.253 39.709.214 2.225.039
Gesamt 84.139.417 79.583.097 4.556.320
31. Ist die Bundesregierung vor dem Hintergrund, dass ihr keine Erkenntnisse
dazu vorliegen, ob mit einer Verpflichtungserklärung versehene Personen
möglicherweise eher geneigt sein könnten, nach Ablauf der Visumgültigkeit
wieder aus dem Schengen-Raum auszureisen, um den Verpflichtungsgeber
nicht zu schädigen (vgl. Bundestagsdrucksache 18/11588, Antwort zu Frage
28), dazu bereit, sich entsprechende Erkenntnisse durch eine
Sonderauswertung, Studie oder Abfrage bei den fachkundigen Stellen zu verschaffen oder
zumindest testweise eine entsprechende begünstigende Regelung zu
schaffen und auszuwerten, und wenn nein, warum nicht (Hinweis der
Fragestellerinnen und Fragesteller: gemeint sind nicht die Erfahrungen mit
Verpflichtungserklärungen, die im Zuge der Aufnahme insbesondere von syrischen
Bürgerkriegsflüchtlingen abgegeben wurden, weil dies eine untypische,
besondere Situation ist)?
Die Verpflichtungserklärung dient gemäß Artikel 14 Absatz 4 und Artikel 21
Absatz 5 VK dem Nachweis der Finanzierung des Aufenthaltes, nicht der
Rückkehrbereitschaft. Ob das Risiko einer rechtswidrigen Einwanderung besteht, ist gemäß
Artikel 21 Absatz 1 VK hiervon unabhängig und jeweils in der Gesamtschau des
Einzelfalls zu beurteilen. In einer von den Fragestellern vorgeschlagenen
Erhebung sieht die Bundesregierung daher keinen Erkenntnisgewinn.
32. Ist die Bundesregierung vor dem Hintergrund, dass es keine Weisung an die
Auslandsvertretungen gibt in Fällen, in denen ausländische Staatsangehörige
ihre Partner oder Partnerinnen unabhängig von einer Eheschließungsabsicht
in Deutschland näher kennenlernen möchten, regelmäßig das Fehlen einer
Rückkehrbereitschaft anzunehmen (vgl. Bundestagsdrucksache 18/11588,
Antwort zu Frage 29), und angesichts einer Vielzahl entsprechender
Einzelfälle, die den Fragestellern bekannt geworden sind, dazu bereit, eine
Weisung an die Auslandsvertretungen zu erlassen, die klarstellt, dass in diesen
Fallkonstellationen nicht (automatisch) eine fehlende Rückkehrbereitschaft
angenommen werden darf und vielmehr im Sinne der Betroffenen positiv
berücksichtigt werden muss, dass Betroffene ihr mögliches späteres
Daueraufenthaltsrecht infolge einer möglichen späteren Eheschließung gefährden
würden, wenn sie nicht innerhalb der Gültigkeit des erteilten Visums wieder
ausreisen würden, und wenn nein, warum nicht?
Bei der Entscheidung über einen Visumantrag ist die Betrachtung aller im
Einzelfall ersichtlichen Umstände unter Berücksichtigung der spezifischen
Gegebenheiten im Herkunftsstaat maßgeblich. Ergeben sich bei der Prüfung der
Visumantrags begründete Zweifel an der Rückkehrabsicht, die nicht ausgeräumt werden
können, so ist die Erteilung eines Schengen-Visums abzulehnen (Artikel 32
Absatz 1 Buchstabe b VK). Ergibt die Einzelfallprüfung, dass keine begründeten
Zweifel an der Rückkehrabsicht bestehen, ist das Visum zu erteilen. Es wird kein
Bedarf gesehen, in bestimmten Fallkonstellationen durch eine Weisung explizit
auf die allgemein geltenden Anforderungen bei der Einzelfallprüfung
hinzuweisen.
33. In Bezug auf welche Länder/Visastellen gibt es Beschwerden oder Probleme
im Zusammenhang des Visa-Terminbuchungssystems (bitte jeweils genauer
darlegen)?
Das Auswärtige Amt geht sämtlichen Beschwerden oder Hinweisen auf
Fehlfunktionen des Terminbuchungssystems nach und ist kontinuierlich um eine
Optimierung des Systems bemüht. Länderspezifische Schwerpunkte im Hinblick auf
Beschwerden oder Probleme sind nicht feststellbar. Sofern die Beschwerden nicht
technischer Natur sind, sondern mit einer besonders großen Visumnachfrage im
Zusammenhang stehen, wird ein Terminregistrierungssystem vorgeschaltet.
34. Wie sind die weiteren Erfahrungen mit dem neuen Terminbuchungssystem
seit März 2017, und welche Änderungen im Verfahren wurden seitdem
gegebenenfalls vorgenommen (vgl. Bundestagsdrucksache 18/9477, Antwort
zu Frage 33 und Bundestagsdrucksache 18/11588, Antwort zu Frage 32), in
welchen Ländern/Visastellen wird dieses neue Terminbuchungssystem
aktuell angewandt, und inwieweit ist an eine weitere Verbreitung gedacht,
insbesondere in Bezug auf Länder mit einer erhöhten Nachfrage (bitte
ausführen)?
An Standorten und für Visakategorien mit besonders hoher Nachfrage wurde ein
System eingeführt, das es den Antragstellerinnen und Antragstellern ermöglicht,
ihren Antragswunsch auf einer bei der Auslandsvertretung geführten Liste zu
registrieren. Diese Liste wird chronologisch abgearbeitet, wobei der
schlussendliche Termin zur Antragstellung von der Auslandsvertretung vergeben wird.
Terminregistrierungslisten haben sich in der Praxis bewährt, denn sie erlauben allen
Antragstellern, ihren Terminwunsch registrieren zu lassen und ermöglichen den
Auslandsvertretungen die vorhandenen Bearbeitungskapazitäten effizienter
einzusetzen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, die Rolle von sogenannten Visabüros
einzudämmen.
Gegenwärtig kommt das Terminregistrierungssystem an den deutschen
Auslandsvertretungen in Addis Abeba, Amman, Beirut, Belgrad, Islamabad, Jaunde,
Kabul, Kairo, Manila, Nairobi, Pristina, Rabat, San Francisco, Sarajewo, Skopje,
Teheran und Tirana zum Einsatz.
35. Sind der Bundesregierung aktuell oder im letzten Jahr Beschwerden bekannt
geworden (wie den Fragestellern), wonach es insbesondere in Bezug auf
afrikanische, aber auch asiatische Länder immer wieder dazu kommt, dass
Betroffene es nicht schaffen, online einen Termin zur Vorsprache in einer
deutschen Visastelle zu erhalten, weil immer alle Termine bereits vergeben sind
(vgl. bereits Plenarprotokoll 18/99, S. 9473, Frage 40, Anlage 34;
Bundestagsdrucksache 18/5596, Schriftliche Frage 26 der Abgeordneten Sevim
Dağdelen; Bundestagsdrucksache 18/6707, Schriftliche Frage 5 der
Abgeordneten Sevim Dağdelen; aktuelles Beispiel Algerien:
https://service2.
diplo.de/rktermin/extern/choose_realmList.do?locationCode=algi&request_
locale=de; diesbezüglich berichtete eine Betroffene, sie versuche seit fünf
Monaten vergeblich, zu den angegebenen Zeiten der Freischaltung neuer
Termine um 0 Uhr einen Termin für die Familienzusammenführung zu
erhalten), und was tut die Bundesregierung gegebenenfalls, um etwaigen
Missständen entgegenzuwirken (bitte darlegen)?
Die Bundesregierung erreichen gelegentlich Beschwerden von Kundenseite, die
anführen, sich vergeblich um einen Termin bemüht zu haben, da sämtliche
Termine bereits gebucht gewesen seien.
Das Terminvergabesystem, das an den deutschen Auslandsvertretungen zum
Einsatz kommt, arbeitet die Kundeneingaben zur Terminvereinbarung ohne
Ausnahme nach der Reihenfolge des Eingangs ab, sodass alle Kunden dieselbe
Chance haben, einen Termin zu buchen. Auf die Antwort zu Frage 7 wird
verwiesen.
Bei erkennbaren Engpässen werden alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten
genutzt, um das Terminangebot durch organisatorische Maßnahmen und
vorübergehende Personalverstärkung auszuweiten. Sofern auf diese Weise die
Bearbeitungskapazitäten einer Auslandsvertretung kurzfristig nicht der aktuellen
Terminnachfrage angepasst werden können, werden Terminregistrierungslisten
eingeführt, die sukzessive abgearbeitet werden. Daneben können in besonders
gelagerten humanitären und medizinischen Notfällen vorgezogene Sondertermine
vergeben werden. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 34 verwiesen.
Infolge der vorstehend genannten organisatorischen Maßnahmen konnte die
Botschaft Algier ihr Terminangebot für Anträge auf Familiennachzug ausweiten. Zur
weiteren Entlastung wird die Annahme von Anträgen auf Schengen-Visa in
Algier in Kürze an einen externen Dienstleister übertragen.
36. Für welche deutschen Visastellen mit einem Online-Buchungssystem waren
zuletzt – zu einem einheitlichen Stichtag einer Abfrage – online keine
Termine für bestimmte Visazwecke zu erhalten?
Die Verwaltung der Terminbuchungssysteme der Auslandsvertretungen erfolgt
an jedem Dienstort individuell. Eine Feststellung der aktuellen weltweiten
Buchungslage zu einem einheitlichen Stichtag ist daher aus technischen Gründen
nicht möglich.
37. In welchen Zeiträumen werden nur online vergebene Visa-
Vorsprachetermine, die wegen großer Nachfrage zu einem bestimmten Zeitpunkt
freigeschaltet werden, erfahrungsgemäß vergeben (bitte beispielhaft für die Länder
Algerien und Kamerun konkretere Auskünfte machen), und welche
Hinweise hat die Bundesregierung darauf, dass solcherart vergebene Termine
trotz des Einsatzes von Captcha-Systemen (vgl. Plenarprotokoll 18/99,
S. 9473, Frage 40, Anlage 34) vor allem von „Terminhändlern“ gebucht
werden und sich Betroffene deshalb in der Zwangslage sehen, solchen
„Terminhändlern“ gegen (hohe) Bezahlung ihre Daten anzuvertrauen, weil sie
andernfalls keine Chance sehen, einen Termin zu erhalten, und was unternimmt
sie gegebenenfalls hiergegen (bitte ausführen)?
Je nach Nachfragesituation und vorhandenen Bearbeitungskapazitäten können
verfügbar gemachte Termine bereits nach kurzer Zeit ausgebucht sein. An den
Botschaften Algier und Jaunde traten in der Vergangenheit vor allem Engpässe
im Bereich der Visumbeantragung zur Familienzusammenführung
beziehungsweise zum Studium auf. An der Botschaft Jaunde wurden deswegen am 24.
Februar 2017 Terminregistrierungslisten eingeführt. Auf die Antworten zu den
Fragen 34 und 35 wird verwiesen.
Die Botschaft Algier schaltet Termine gemäß der Voreinstellung in dem
Terminvergabeprogramm grundsätzlich an jedem dortigen Arbeitstag um 0.00 Uhr
deutscher Zeit frei. In Bezug auf die Ausweitung des Terminangebots und
Einschaltung eines externen Dienstleisters wird auf die Antwort zu Frage 35 verwiesen.
Das Terminvergabesystem des Auswärtigen Amts und seiner
Auslandsvertretungen arbeitet die Kundenwünsche zur Terminvereinbarung ohne Ausnahme nach
der Reihenfolge des Eingangs ab, sodass alle Kunden dieselbe Chance haben,
erfolgreich einen Termin zu buchen. Insofern besteht keine Notwendigkeit der
Einschaltung eines Dritten zur Terminbuchung. Hierauf wird in den
Terminbuchungssystemen der Auslandsvertretungen deutlich hingewiesen. Es steht dem
Kunden frei, ob er seinen Termin selbst buchen oder einen Dritten damit
beauftragen möchte.
Um die Übertragung von im Terminvergabesystem gebuchten Terminen gegen
Bezahlung zu verhindern, sind folgende organisatorische Vorkehrungen getroffen
worden:
Bei der Terminbuchung müssen die Antragstellerdaten zwingend korrekt
eingegeben werden, da diese am Einlass der Visastelle überprüft werden.
Eine nachträgliche Änderung der Daten ist nicht möglich.
38. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung inzwischen gemeinsame Profile
von Schengen-Staaten zur Bewertung der Rückkehrbereitschaft bzw. eines
besonderen „Risikos“ erstellt (vgl. Antwort zu Frage 32 auf
Bundestagsdrucksache 18/11588), und wenn ja, für welche Herkunftsländer bzw.
welche Personengruppen, unter Beteiligung welcher Mitgliedstaaten und was
beinhalten diese konkret (bitte auflisten und ausführen), und wenn nein,
warum nicht, und wie soll dann das Ziel einer engen örtlichen Koordinierung
und einer einheitlichen europäischen Visumpolitik erreicht werden (vgl.
hierzu die Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts in seinem Urteil
vom 17. September 2015 - BVerwG 1 C 37.14 -, Randnummer 20b)?
Die enge Koordinierung zwischen den Schengen-Mitgliedstaaten vor Ort wird
durch den Austausch von Informationen in Bezug auf die Beurteilung von
Migrations- und Sicherheitsrisiken der Konsulate der Mitgliedstaaten gemäß
Artikel 48 Absatz 3 Buchstabe b VK gewährleistet. Verbindliche „Profile“ zur
Bewertung von Herkunftsländern wurden nach Kenntnis der Bundesregierung nicht
erstellt.
39. Welche aktuellen Probleme gibt es noch bei der Visabeantragung bzw.
-vergabe in der Botschaft in Pristina bzw. welche weiteren Maßnahmen sind
diesbezüglich gegebenenfalls geplant (bitte ausführen; vgl.
Bundestagsdrucksache 18/11588, Antwort zu Frage 37)?
In Pristina bestehen in allen Visumkategorien längere Wartezeiten. Um diese
abzubauen, wurde 2017 ein weiterer Schalter in Betrieb genommen und die
Botschaft personell dauerhaft verstärkt sowie durch temporäre Abordnungen
unterstützt. Die Anmietung eines zusätzlichen Gebäudes ist in Vorbereitung.
Anlage 1 zu Frage 1 a) Weltweit bearbeitete
Visumanträge 2017
Stand: 10.04.2018
Land AV-Ort Erteilt Abgelehnt Zurückgezogen Bearbeitet Ablehnungs-quote
Afghanistan Kabul 2.012 812 44 2.868 28,31%
Ägypten Kairo 34.102 5.688 196 39.986 14,22%
Albanien Tirana 5.431 1.882 102 7.415 25,38%
Algerien Algier 4.659 1.526 44 6.229 24,50%
Angola Luanda 1.127 761 6 1.894 40,18%
Argentinien Buenos Aires 1.536 16 23 1.575 1,02%
Armenien Eriwan 14.514 1.236 152 15.902 7,77%
Aserbaidschan Baku 12.267 1.936 51 14.254 13,58%
Äthiopien Addis Abeba 3.649 1.604 21 5.274 30,41%
Australien Canberra 12 0 0 12 0,00%
Australien Sydney 665 2 14 681 0,29%
677 2 14 693 0,29%
Bahrain Manama 8.237 134 27 8.398 1,60%
Bangladesch Dhaka 5.775 1.252 45 7.072 17,70%
Belgien Brüssel 247 31 11 289 10,73%
Benin Cotonou 753 223 24 1.000 22,30%
Bolivien La Paz 1.962 32 18 2.012 1,59%
Bosnien und
Herzegowina Sarajewo 15.446 1.953 96 17.495 11,16%
Botsuana Gaborone 1.637 9 3 1.649 0,55%
Brasilien Porto Alegre 521 41 16 578 7,09%
Brasilien Recife 215 25 10 250 10,00%
Brasilien Rio de Janeiro 504 30 27 561 5,35%
Brasilien São Paulo 1.411 52 4 1.467 3,54%
2.651 148 57 2.856 5,18%
Bulgarien Sofia 942 31 5 978 3,17%
Burkina Faso Ouagadougou 1.319 234 13 1.566 14,94%
Chile Santiago de Chile 1.616 37 161 1.814 2,04%
China Chengdu 21.135 492 107 21.734 2,26%
China Hongkong 3.014 21 13 3.048 0,69%
China Kanton 76.181 2.141 135 78.457 2,73%
China Peking 135.789 8.920 225 144.934 6,15%
China Shanghai 163.696 2.930 186 166.812 1,76%
China Shenyang 19.871 306 23 20.200 1,51%
419.686 14.810 689 435.185 3,40%
Costa Rica San José 356 11 4 371 2,96%
Côte d'Ivoire Abidjan 1.862 678 15 2.555 26,54%
Dänemark Kopenhagen 238 24 5 267 8,99%
Dominikanische
Republik Santo Domingo 2.836 853 4 3.693 23,10%
Ecuador Quito 5.069 735 47 5.851 12,56%
El Salvador San Salvador 45 1 0 46 2,17%
Estland Tallinn 47 2 3 52 3,85%
Finnland Helsinki 213 4 17 234 1,71%
Frankreich Paris 1.041 39 0 1.080 3,61%
Georgien Tiflis 5.834 533 66 6.433 8,29%
Ghana Accra 5.039 2.438 55 7.532 32,37%
Griechenland Athen 1.036 95 10 1.141 8,33%
Großbritannien Edinburgh 3.008 24 44 3.076 0,78%
Großbritannien London 24.988 386 77 25.451 1,52%
27.996 410 121 28.527 1,44%
Guatemala Guatemala-Stadt 238 2 6 246 0,81%
Guinea Conakry 1.646 1.413 28 3.087 45,77%
Honduras Tegucigalpa 39 2 0 41 4,88%
Brasilien Gesamt
China Gesamt
Großbritannien Gesamt
Australien Gesamt
Anlage 1 zu Frage 1 a) Weltweit bearbeitete
Visumanträge 2017
Stand: 10.04.2018
Land AV-Ort Erteilt Abgelehnt Zurückgezogen Bearbeitet Ablehnungs-quote
Indien Bangalore 38.441 2.497 105 41.043 6,08%
Indien Chennai 24.966 1.887 43 26.896 7,02%
Indien Kalkutta 7.468 474 32 7.974 5,94%
Indien Mumbai 57.162 2.437 301 59.900 4,07%
Indien New Delhi 41.830 5.190 115 47.135 11,01%
169.867 12.485 596 182.948 6,82%
Indonesien Jakarta 29.215 474 91 29.780 1,59%
Irak Bagdad 3.769 1.080 42 4.891 22,08%
Irak Erbil 18.870 11.724 273 30.867 37,98%
22.639 12.804 315 35.758 35,81%
Iran Teheran 49.733 7.958 413 58.104 13,70%
Irland Dublin 1.279 63 10 1.352 4,66%
Island Reykjavik 1 0 0 1 0,00%
Israel Tel Aviv 1.365 65 66 1.496 4,34%
Italien Rom 932 208 30 1.170 17,78%
Jamaika Kingston 1.271 78 17 1.366 5,71%
Japan Osaka-Kobe 1.167 22 30 1.219 1,80%
Japan Tokyo 2.261 4 26 2.291 0,17%
3.428 26 56 3.510 0,74%
Jordanien Amman 12.506 1.839 118 14.463 12,72%
Kambodscha Phnom Penh 2.434 134 4 2.572 5,21%
Kamerun Jaunde 3.895 2.200 68 6.163 35,70%
Kanada Toronto 3.124 57 63 3.244 1,76%
Kanada Vancouver 0 0 0 0 0,00%
3.124 57 63 3.244 1,76%
Kasachstan Almaty 19.133 676 36 19.845 3,41%
Kasachstan Astana 22.158 640 118 22.916 2,79%
41.291 1.316 154 42.761 3,08%
Katar Doha 20.764 1.024 67 21.855 4,69%
Kenia Nairobi 5.918 1.110 62 7.090 15,66%
Kirgisistan Bischkek 8.767 548 85 9.400 5,83%
Kolumbien Bogotá 2.880 133 54 3.067 4,34%
Kongo Kinshasa 208 1 2 211 0,47%
Korea Seoul 3.798 177 56 4.031 4,39%
Korea, DVR Pjöngjang 103 52 12 167 31,14%
Kosovo Pristina 35.701 12.455 336 48.492 25,68%
Kroatien Zagreb 260 22 3 285 7,72%
Kuba Havanna 3.943 955 29 4.927 19,38%
Kuwait Kuwait 48.040 2.368 91 50.499 4,69%
Laos Vientiane 1.659 20 2 1.681 1,19%
Lettland Riga 166 28 4 198 14,14%
Libanon Beirut 29.580 5.327 95 35.002 15,22%
Litauen Wilna 81 2 1 84 2,38%
Luxemburg Luxemburg 67 2 0 69 2,90%
Malaysia Kuala Lumpur 1.661 148 34 1.843 8,03%
Mali Bamako 812 262 1 1.075 24,37%
Malta Valletta 22 12 1 35 34,29%
Marokko Rabat 15.631 5.705 29 21.365 26,70%
Mauretanien Nouakchott 800 212 7 1.019 20,80%
Mazedonien Skopje 7.638 998 28 8.664 11,52%
Mexiko Mexiko-Stadt 4.932 139 60 5.131 2,71%
Moldau Chisinau 528 31 26 585 5,30%
Mongolei Ulan Bator 9.744 1.354 103 11.201 12,09%
Montenegro Podgorica 1.579 288 8 1.875 15,36%
Mosambik Maputo 1.057 80 7 1.144 6,99%
Myanmar Rangun 4.394 96 15 4.505 2,13%
Indien Gesamt
Irak Gesamt
Japan Gesamt
Kanada Gesamt
Kasachstan Gesamt
Anlage 1 zu Frage 1 a) Weltweit bearbeitete
Visumanträge 2017
Stand: 10.04.2018
Land AV-Ort Erteilt Abgelehnt Zurückgezogen Bearbeitet Ablehnungs-quote
Namibia Windhuk 5.026 42 90 5.158 0,81%
Nepal Kathmandu 5.184 1.672 32 6.888 24,27%
Neuseeland Wellington 623 18 12 653 2,76%
Nicaragua Managua 121 2 1 124 1,61%
Niederlande Amsterdam 593 2 12 607 0,33%
Nigeria Abuja 1.156 23 26 1.205 1,91%
Nigeria Lagos 6.667 5.936 62 12.665 46,87%
7.823 5.959 88 13.870 42,96%
Norwegen Oslo 59 0 2 61 0,00%
Oman Maskat 9.614 331 13 9.958 3,32%
Österreich Wien 829 49 12 890 5,51%
Pakistan Islamabad 8.190 3.508 139 11.837 29,64%
Pakistan Karachi 10.265 2.022 167 12.454 16,24%
18.455 5.530 306 24.291 22,77%
Palästinensische
Gebiete Ramallah 4.807 576 75 5.458 10,55%
Panama Panama 149 10 6 165 6,06%
Paraguay Asunción 224 5 8 237 2,11%
Peru Lima 940 61 101 1.102 5,54%
Philippinen Manila 18.480 1.954 68 20.502 9,53%
Polen Warschau 969 130 27 1.126 11,55%
Portugal Lissabon 84 0 0 84 0,00%
Ruanda Kigali 228 15 20 263 5,70%
Rumänien Bukarest 698 80 16 794 10,08%
Russische Föderation Jekaterinburg 29.255 933 57 30.245 3,08%
Russische Föderation Kaliningrad 27.988 576 31 28.595 2,01%
Russische Föderation Moskau 190.009 5.258 805 196.072 2,68%
Russische Föderation Nowosibirsk 36.845 702 31 37.578 1,87%
Russische Föderation St. Petersburg 22.071 187 37 22.295 0,84%
306.168 7.656 961 314.785 2,43%
Sambia Lusaka 1.040 68 33 1.141 5,96%
Saudi-Arabien Djidda 17.554 124 183 17.861 0,69%
Saudi-Arabien Riad 47.733 3.004 322 51.059 5,88%
65.287 3.128 505 68.920 4,54%
Schweden Stockholm 233 18 4 255 7,06%
Schweiz Bern 522 21 25 568 3,70%
Senegal Dakar 2.208 1.141 11 3.360 33,96%
Serbien Belgrad 13.802 1.935 72 15.809 12,24%
Simbabwe Harare 1.594 238 40 1.872 12,71%
Singapur Singapur 5.828 76 23 5.927 1,28%
Slowakei Pressburg 34 8 3 45 17,78%
Slowenien Laibach 382 216 40 638 33,86%
Spanien Madrid 490 10 10 510 1,96%
Sri Lanka Colombo 6.838 1.330 43 8.211 16,20%
Südafrika Kapstadt 11.515 141 64 11.720 1,20%
Südafrika Pretoria 20.956 297 78 21.331 1,39%
32.471 438 142 33.051 1,33%
Sudan Khartum 2.377 565 43 2.985 18,93%
Tadschikistan Duschanbe 3.966 472 218 4.656 10,14%
Taiwan Taipei 2.270 252 108 2.630 9,58%
Tansania Daressalam 3.275 237 43 3.555 6,67%
Thailand Bangkok 60.498 1.772 111 62.381 2,84%
Togo Lomé 1.366 464 21 1.851 25,07%
Trinidad und Tobago Port-of-Spain 332 21 5 358 5,87%
Tschechische Republik Prag 427 29 3 459 6,32%
Tunesien Tunis 20.054 5.743 199 25.996 22,09%
Russische Föderation Gesamt
Saudi-Arabien Gesamt
Nigeria Gesamt
Pakistan Gesamt
Südafrika Gesamt
Anlage 1 zu Frage 1 a) Weltweit bearbeitete
Visumanträge 2017
Stand: 10.04.2018
Land AV-Ort Erteilt Abgelehnt Zurückgezogen Bearbeitet Ablehnungs-quote
Türkei Ankara 82.078 15.070 211 97.359 15,48%
Türkei Istanbul 137.181 17.078 827 155.086 11,01%
Türkei Izmir 42.559 3.294 223 46.076 7,15%
261.818 35.442 1.261 298.521 11,87%
Turkmenistan Aschgabat 3.853 116 23 3.992 2,91%
Uganda Kampala 3.275 377 39 3.691 10,21%
Ukraine Kiew 61.214 2.687 304 64.205 4,19%
Ungarn Budapest 116 32 12 160 20,00%
Uruguay Montevideo 130 5 6 141 3,55%
USA Atlanta 1.347 22 25 1.394 1,58%
USA Boston 1.851 10 6 1.867 0,54%
USA Chicago 3.140 9 56 3.205 0,28%
USA Houston 1.718 44 37 1.799 2,45%
USA Los Angeles 1.392 4 44 1.440 0,28%
USA Miami 942 14 22 978 1,43%
USA New York 4.300 99 47 4.446 2,23%
USA San Francisco 3.362 22 54 3.438 0,64%
USA Washington 1.825 41 127 1.993 2,06%
19.877 265 418 20.560 1,29%
Usbekistan Taschkent 9.662 638 56 10.356 6,16%
VAE Abu Dhabi 3.230 225 71 3.526 6,38%
VAE Dubai 23.360 4.453 170 27.983 15,91%
26.590 4.678 241 31.509 14,85%
Venezuela Caracas 585 57 7 649 8,78%
Vietnam Hanoi 11.751 2.423 66 14.240 17,02%
Vietnam Ho-Chi-Minh-Stadt 8.313 960 89 9.362 10,25%
20.064 3.383 155 23.602 14,33%
Weißrussland Minsk 37.486 384 31 37.901 1,01%
Zypern Nikosia 1.704 154 10 1.868 8,24%
Gesamt Welt 2.200.235 205.345 11.517 2.417.097 8,50%
Türkei Gesamt
USA Gesamt
VAE Gesamt
Vietnam Gesamt
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Anlage 3 zu Frage 4 Erteilte Mehrjahresvisa 1) Stand: 10.04.2018
Land
Mehrjahresvisa Gesamt
2017
C1 2017 C2 2017 C3 2017 C4 2017 C5 2017
Afghanistan 48 45 3 0 0 0
Ägypten 10.875 6.162 2.407 1.498 240 568
Albanien 17 13 4 0 0 0
Algerien 1.308 788 234 188 77 21
Angola 76 62 12 2 0 0
Argentinien 3 3 0 0 0 0
Armenien 3.111 1.933 635 397 47 99
Aserbaidschan 4.078 2.882 651 340 29 176
Äthiopien 379 247 102 19 9 2
Australien 19 10 7 1 0 1
Bahrain 1.848 1.123 430 197 42 56
Bangladesch 633 453 110 42 16 12
Belgien 0 0 0 0 0 0
Benin 36 27 7 2 0 0
Bolivien 172 84 56 19 1 12
Bosnien und
Herzegowina 71 39 20 11 0 1
Botsuana 230 147 65 17 0 1
Brasilien 24 12 8 4 0 0
Bulgarien 207 152 39 15 0 1
Burkina Faso 190 116 42 18 12 2
Chile 18 14 3 1 0 0
China 75.456 47.196 14.438 7.163 1.215 5.444
Costa Rica 14 8 2 2 1 1
Côte d'Ivoire 239 164 57 13 4 1
Dänemark 0 0 0 0 0 0
Dominikanische
Republik 504 270 102 59 16 57
Ecuador 554 99 189 126 59 81
El Salvador 0 0 0 0 0 0
Estland 0 0 0 0 0 0
Finnland 0 0 0 0 0 0
Frankreich 0 0 0 0 0 0
Georgien 525 422 77 23 0 3
Ghana 779 248 312 128 87 4
Griechenland 1 1 0 0 0 0
Großbritannien 2.775 2.285 373 100 6 11
Guatemala 25 22 2 1 0 0
Guinea 166 148 14 3 1 0
Honduras 3 2 1 0 0 0
Indien 17.744 10.858 3.892 2.027 356 611
Indonesien 4.477 3.951 353 102 66 5
Irak 4.413 2.705 1.032 496 84 96
Iran 10.396 6.190 2.401 930 875 0
Irland 135 126 8 1 0 0
Island 1 0 0 1 0 0
Israel 202 163 36 3 0 0
Italien 0 0 0 0 0 0
Jamaika 79 51 17 6 2 3
Japan 169 157 6 6 0 0
Jordanien 1.633 914 373 208 134 4
Kambodscha 150 121 19 7 0 3
Kamerun 393 226 133 23 10 1
Kanada 139 110 23 5 1 0
1) Mehrfachnennungen möglich
Anlage 3 zu Frage 4 Erteilte Mehrjahresvisa 1) Stand: 10.04.2018
Land
Mehrjahresvisa Gesamt
2017
C1 2017 C2 2017 C3 2017 C4 2017 C5 2017
Kasachstan 7.739 4.836 1.382 1.134 74 313
Katar 9.981 2.060 1.256 6.585 76 4
Kenia 1.190 647 373 114 16 40
Kirgisistan 641 550 43 40 3 5
Kolumbien 27 11 12 4 0 0
Kongo 13 8 1 4 0 0
Korea 75 50 14 3 2 6
Korea, DVR 0 0 0 0 0 0
Kosovo 7.512 5.263 1.366 773 37 73
Kroatien 57 50 2 4 1 0
Kuba 224 119 72 20 3 10
Kuwait 36.203 33.802 1.734 537 78 52
Laos 59 44 10 5 0 0
Lettland 0 0 0 0 0 0
Libanon 2.490 1.194 729 344 212 11
Litauen 0 0 0 0 0 0
Luxemburg 0 0 0 0 0 0
Malaysia 94 78 6 5 4 1
Mali 88 65 19 1 3 0
Malta 1 0 0 1 0 0
Marokko 3.312 1.701 669 321 614 7
Mauretanien 310 104 48 32 125 1
Mazedonien 17 14 1 2 0 0
Mexiko 97 51 33 12 1 0
Moldau 54 30 9 11 2 2
Mongolei 982 756 187 33 6 0
Montenegro 114 82 20 12 0 0
Mosambik 52 41 7 2 2 0
Myanmar 627 560 30 19 17 1
Namibia 1.098 521 172 142 259 4
Nepal 495 231 125 89 11 39
Neuseeland 14 12 1 0 1 0
Nicaragua 5 2 0 2 1 0
Niederlande 1 1 0 0 0 0
Nigeria 1.634 1.012 401 154 59 8
Norwegen 0 0 0 0 0 0
Oman 6.995 1.077 5.804 38 11 65
Österreich 1 1 0 0 0 0
Pakistan 3.591 1.619 836 609 130 397
Palästinensische
Gebiete 899 581 217 63 37 1
Panama 14 10 3 1 0 0
Paraguay 7 3 4 0 0 0
Peru 9 3 5 1 0 0
Philippinen 4.977 2.624 1.537 661 145 10
Polen 0 0 0 0 0 0
Portugal 0 0 0 0 0 0
Ruanda 23 15 4 1 0 3
Rumänien 53 49 4 0 0 0
Russische
Föderation 108.422 64.067 20.672 16.817 2.502 4.364
Sambia 63 52 10 1 0 0
Saudi-Arabien 43.982 34.753 7.101 1.117 611 400
Schweden 0 0 0 0 0 0
1) Mehrfachnennungen möglich
Anlage 3 zu Frage 4 Erteilte Mehrjahresvisa 1) Stand: 10.04.2018
Land
Mehrjahresvisa Gesamt
2017
C1 2017 C2 2017 C3 2017 C4 2017 C5 2017
Schweiz 0 0 0 0 0 0
Senegal 293 162 91 29 11 0
Serbien 45 32 10 1 1 1
Simbabwe 43 29 11 3 0 0
Singapur 991 750 165 59 7 10
Slowakei 0 0 0 0 0 0
Slowenien 0 0 0 0 0 0
Spanien 2 2 0 0 0 0
Sri Lanka 1.083 537 267 120 12 147
Südafrika 8.858 5.842 2.130 749 91 46
Sudan 192 146 35 5 5 1
Tadschikistan 520 427 70 22 1 0
Taiwan 18 14 3 1 0 0
Tansania 212 152 40 13 2 5
Thailand 9.468 5.367 3.345 458 290 8
Togo 139 83 35 20 1 0
Trinidad und
Tobago 33 14 13 6 0 0
Tschechische
Republik 1 1 0 0 0 0
Tunesien 4.097 2.565 930 438 158 6
Türkei 63.394 38.660 5.570 14.860 2.102 2.202
Turkmenistan 885 672 122 81 4 6
Uganda 454 194 216 33 1 10
Ukraine 19.308 10.595 3.379 2.254 541 2.539
Ungarn 0 0 0 0 0 0
Uruguay 3 1 1 0 0 1
USA 2.425 1.932 367 84 15 27
Usbekistan 1.477 1.057 231 80 9 100
VAE 6.037 3.997 1.266 535 87 152
Venezuela 12 12 0 0 0 0
Vietnam 1.692 760 707 178 13 34
Weißrussland 12.685 7.928 2.775 1.116 318 548
Zypern 426 291 71 47 9 8
Gesamt 523.350 331.720 95.464 65.110 12.111 18.945
1) Mehrfachnennungen möglich
Anlage 4 zu Frage 5 Erteilte Visa mit räumlich
beschränkter Gültigkeit (VRG) 2017
Stand: 10.04.2018
Land VRG erteilt
1 Kosovo 23.573
2 Sudan 1.842
3 Ägypten 1.231
4 Palästinensische Gebiete 796
5 Serbien 732
6 VAE 721
7 Jordanien 494
8 Pakistan 494
9 Großbritannien 446
10 Libanon 427
11 Saudi-Arabien 404
12 Irak 331
13 Zypern 328
14 Katar 327
15 Tunesien 306
16 Iran 282
17 Indien 270
18 Nigeria 202
19 Afghanistan 197
20 Russische Föderation 189
2017 weltweit VRG erteilt 35.110
2016 weltweit VRG erteilt 28.521
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Litauen 156
Griechenland 142
Deutschland 132
Italien 131
Spanien 84
Tschechische Republik 57
Niederlande 38
Finnland 33
Ungarn 26
Portugal 22
Lettland 15
Belgien 10
Schweiz 10
Estland 7
Malta 7
Österreich 6
Schweden 5
Dänemark 5
Slowakei 5
Norwegen 1
Gesamt 1.474
Frankreich 259
Litauen 241
Deutschland 221
Polen 171
Italien 161
Griechenland 138
Spanien 61
Finnland 34
Tschechische Republik 33
Ungarn 30
Niederlande 22
Portugal 20
Lettland 16
Österreich 12
Belgien 12
Schweden 10
Estland 10
Malta 7
Schweiz 4
Norwegen 4
Slowakische Republik 4
Dänemark 3
Luxemburg 1
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:
Gesamt 1.327
Ukraine 417
Russland 150
Türkei 89
Georgien 75
Armenien 47
Indien 44
Saudi-Arabien 39
China 38
Libanon 25
Weißrussland 22
sonstige Länder 381
Gesamt 1.474
Ukraine 336
Russland 223
Türkei 118
Saudi-Arabien 74
Kasachstan 50
China 47
Armenien 44
Indien 44
Iran 44
Irak 39
sonstige Länder 455
Anlage 12 zu Frage 19
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:
Gesamt 150
Deutschland 66
Frankreich 21
Griechenland 15
Spanien 15
Italien 14
Polen 7
Schweiz 3
Niederlande 3
Tschechische Republik 2
Norwegen 2
Belgien 1
Litauen 1
Gesamt 110
Deutschland 54
Frankreich 13
Italien 11
Spanien 9
Litauen 4
Belgien 3
Griechenland 3
Österreich 3
Norwegen 2
Polen 2
Schweden 2
Dänemark 1
Finnland 1
Niederlande 1
Schweiz 1
Anlage 13 zu Frage 23
Ranking:
20 visumpflichtige Länder 2017 mit höchstem Visaaufkommen
Stand: 10.04.2018
Land
1 China
2 Russische Föderation
3 Türkei
4 Indien
5 Saudi-Arabien
6 Ukraine
7 Thailand
8 Iran
9 Kuwait
10 Kosovo
11 Kasachstan
12 Ägypten
13 Weißrussland
14 Irak
15 Libanon
16 Südafrika
17 VAE
18 Indonesien
19 Großbritannien
20 Tunesien
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ISSN 0722-8333]