[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
vom 2. Oktober 2018 übermittelt und mit Schreiben vom 3. September 2020 korrigiert (vgl. Bundestagsdrucksache 19/22509).
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/4961
19. Wahlperiode 12.10.2018
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. André Hahn,
Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/3886 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das zweite Quartal des Jahres 2018
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die von der Fraktion DIE LINKE. regelmäßig erfragten Informationen zur
Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
beleuchten ausgewählte Aspekte, die in der medialen Berichterstattung zumeist nur
wenig Beachtung finden. So ist kaum bekannt, dass die Anerkennungsquote bei
inhaltlichen Asylentscheidungen weitaus höher liegt, als die offiziellen Zahlen
vermuten lassen (vgl. hierzu und zum Folgenden, soweit nicht anders
angegeben, Bundestagsdrucksache 19/1371). Die so genannte bereinigte Schutzquote,
bei der rein formelle Entscheidungen unberücksichtigt bleiben, lag im Jahr 2017
bei 53 Prozent (2016: 71,4 Prozent) gegenüber der von der Bundesregierung
verwandten unbereinigten Schutzquote in Höhe von 43,4 Prozent. Die
Statistikbehörde der EU „Eurostat“ verwendet ebenfalls eine um formelle
Entscheidungen bereinigte „Anerkennungsrate“, diese lag nach ihren Berechnungen im Jahr
2017 für Deutschland bei 50 Prozent (Pressemitteilung 67/2018).
Hinzu kommen noch Anerkennungen durch die Gerichte nach zunächst
negativer Entscheidung des BAMF. 45,5 Prozent aller Asylklagen bei den
Verwaltungsgerichten endeten 2017 mit einer „sonstigen Verfahrenserledigung“
(a. a. O., Antwort zu Frage 14), z. B. wenn Einzelverfahren von mehreren
Familienangehörigen zusammengelegt werden, wenn eine Klage nicht weiter
verfolgt oder wenn ein Schutzstatus im Einvernehmen mit dem BAMF in
Abänderung des Ursprungsbescheides erteilt wird – letzteres war im Jahr 2017 4 582
Mal der Fall (ebd., Antwort zu Frage 16c). Solche sonstigen
Verfahrenserledigungen erfolgen nicht überwiegend in Fällen mit schlechten Erfolgsaussichten:
Nur etwa 17 Prozent der sonstigen Verfahrenserledigungen im Jahr 2017
betrafen Asylsuchende aus sicheren Herkunftsstaaten (soweit von der
Bundesregierung angegeben, vgl. a. a. O., Antwort zu Frage 14), Asylsuchende mit
besonders guten Erfolgsaussichten aus den drei Herkunftsländern Syrien, Afghanistan
und Irak machten hingegen 32 Prozent aller formellen Entscheidungen aus.
Werden formelle Erledigungen außer Betracht gelassen und nur tatsächlich
inhaltliche Entscheidungen der Gerichte betrachtet, ergibt sich eine bereinigte
Erfolgsquote von Asylsuchenden im Klageverfahren im Jahr 2017 in Höhe von
40,8 Prozent (2016: 29,4 Prozent, 2015: 12,6 Prozent, Bundestagsdrucksachen
18/12623, Antwort zu Frage 11 und 18/8450, Antwort zu Frage 14). Bei
syrischen und afghanischen Geflüchteten lag diese Erfolgsquote bei den Gerichten
im Jahr 2017 bei 62 bzw. 61 Prozent. „Eurostat“ nennt für das Jahr 2017 bei
„endgültigen Berufungsbescheiden“ im Gerichtsverfahren eine
Anerkennungsrate in Höhe von 40 Prozent (a. a. O.).
Der Sprecher des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat,
Johannes Dimroth, bezeichnete auf der Regierungspressekonferenz vom 23. März
2018 die Zahl einer Erfolgsquote im Gerichtsverfahren in Höhe von 40 Prozent
als „schlichtweg falsch“. Tatsächlich erfolgreich sei nur „etwas mehr als ein
Fünftel der Klagen“, die Differenz ergebe sich aus Verfahrenserledigungen in
Fällen mit wenig oder gar keinen Erfolgsaussichten. Es gebe zwar eine
Zunahme der Klagen in absoluten Zahlen, aber bei der „relativen Klagequote“ sei
„keine signifikante Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen“.
Dies stimmt jedoch nicht mit den Angaben der Bundesregierung auf
parlamentarische Anfragen der Fraktion DIE LINKE. überein: Demnach wurden im Jahr
2017 49,8 Prozent aller Bescheide des BAMF beklagt, in den Vorjahren 2016
und 2015 lag dieser Anteil bei 24,8 Prozent bzw. 16,1 Prozent – das bedeutet
eine Verdreifachung der Klagequote innerhalb von drei Jahren. Ähnlich stellt
sich die Entwicklung dar, wenn die Klagequote nur in Bezug auf ablehnende
Bescheide des BAMF betrachtet wird: Hier lag die Klagequote im Jahr 2015 bei
43 Prozent, 2016 stieg sie auf 68,5 Prozent und im Jahr 2017 lag sie bei 91,3
Prozent (Afghanistan: 96 Prozent) – auch das ist mehr als eine Verdoppelung
innerhalb von drei Jahren (vgl. Bundestagsdrucksachen 18/12623, Antwort zu
Frage 11b und 19/1371, Antwort zu Frage 14c). Die Bundesregierung bestätigte
diese Zahlen, der Pressesprecher habe sich jedoch auf die Jahre 2013 und 2014
bezogen, in denen die Klagequoten bei 46,2 Prozent bzw. 40,2 Prozent gelegen
hätten (Bundestagsdrucksache 19/3148, Antwort zu Frage 17) – demgegenüber
sei die Quote des Jahres 2017 in Höhe von 49,8 Prozent keine „signifikante
Steigerung“. Die niedrigen Klagequoten der Jahre 2015 und 2016 seien auf
einen besonders hohen Anteil positiver Entscheidungen zurückzuführen – das ist
aber gerade keine Erklärung dafür, dass sich auch bei den ablehnenden
Bescheiden die Klagequote mehr als verdoppelt hat (s. o.).
Sowohl der Anstieg der Klagequoten als auch der Anstieg der Erfolgsquoten
von Geflüchteten bei den Gerichten sind nach Ansicht der Fragestellerinnen und
Fragesteller Indizien für eine zunehmende Zahl mangelhafter und
rechtswidriger Entscheidungen des BAMF. Zu einem ähnlichen Befund kam offenbar,
zumindest intern, auch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.
Die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ (Nr. 14/2018, Seite 5: „Schneller abschieben“)
berichtete über eine „interne Analyse“ im Bundesministerium des Innern, für
Bau und Heimat, nach der es ein „schwerer Fehler“ gewesen sei, die
Asylanhörungen im BAMF „auf Teufel komm raus zu beschleunigen“; viele
Entscheidungen seien deshalb fehlerhaft und beschäftigten nun massenhaft die
Verwaltungsgerichte; die mangelnde Sorgfalt beim BAMF zahle sich nicht aus,
beschleunigen solle man lieber an anderer Stelle. Ende 2017 waren 361 059
Klagen bzw. insgesamt 372 443 Verfahren im Asylbereich bei allen Gerichten
anhängig (Bundestagsdrucksache 19/1371, Antwort zu den Fragen 14 und 14d).
444 Asylsuchende waren im Jahr 2017 (2016: 273) von Asyl-
Flughafenverfahren betroffen. Im Ergebnis wurde 127 Schutzsuchenden (2016: 68) nach einer
Ablehnung als „offensichtlich unbegründet“ die Einreise im Rechtssinne
verweigert – wie viele von ihnen tatsächlich ausreisten oder abgeschoben wurden
oder in Deutschland verbleiben konnten, ist nicht bekannt
(Bundestagsdrucksachen 19/1371, Antwort zu Frage 13 und 18/11262, Antwort zu Frage 10).
45 Prozent aller Asylsuchenden in Deutschland im Jahr 2017 waren
minderjährig (2016: 36,2 Prozent). 4,6 Prozent waren unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge (2016: 5 Prozent), bei denen die bereinigte Gesamtschutzquote zwischen
78,9 und 88,6 Prozent lag (Bundestagsdrucksachen 19/1371, Antwort zu
Frage 9 und 18/11262, Antwort zu Frage 6).
1. a) Wie hoch war die Gesamtschutzquote (Anerkennungen nach Artikel 16a
des Grundgesetzes – GG –, nach § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes –
AufenthG – in Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention – GFK –,
subsidiärer Schutz und Abschiebungshindernisse) in der
Entscheidungspraxis des BAMF im zweiten Quartal 2018, und wie lauten die
Vergleichswerte des vorherigen Quartals (bitte in absoluten Zahlen und in
Prozent angeben und für die 15 wichtigsten Herkunftsländer gesondert
darstellen, bitte für jedes dieser Länder in relativen Zahlen angeben, wie
viele Asylsuchende Schutz nach Artikel 16a GG, nach § 60 Absatz 1
AufenthG/GFK, einen subsidiären Schutzstatus bzw. nationalen
Abschiebungsschutz zugesprochen bekommen haben, bitte in einer weiteren
Tabelle nach Art der Anerkennung differenzieren: Asylberechtigung –
darunter Familienasyl –, internationaler Flüchtlingsschutz – darunter
Familienschutz –, subsidiärer Schutz – darunter Familienschutz –, nationale
Abschiebungsverbote – bitte jeweils so differenziert wie möglich
darstellen und in jedem Fall Angaben zu den Herkunftsländern Algerien,
Marokko, Tunesien, Georgien, Armenien und die Türkei sowie zu allen
sicheren Herkunftsstaaten machen)?
b) Wie hoch war in den genannten Zeiträumen jeweils die „bereinigte
Gesamtschutzquote“, d. h. die Quote der Anerkennungen bezogen auf
tatsächlich inhaltliche und nicht rein formelle Entscheidungen (bitte wie zu
Frage 1a differenzieren), und welche näheren Angaben lassen sich
machen zu den Gründen sonstiger Verfahrenserledigungen im zweiten
Quartal 2018?
Die Frage 1a und die Quote zu Frage 1b werden wegen ihres
Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die Angaben können den folgenden Tabellen
entnommen werden.
Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass durch Heranziehen der erfragten sog.
„bereinigten Gesamtschutzquote“ (Quote zu Frage 1b) etwaige
Bleibeperspektiven von Staatsangehörigen der u. g. Staaten nicht hergeleitet oder begründet
werden können, da die formellen Ablehnungen von Asylanträgen bei einer derartigen
Quotenberechnung nicht berücksichtigt werden. Formelle Ablehnungen führen
ebenso wie materiell entschiedene Asylablehnungen im Regelfall zu einer
Ausreisepflicht. Maßgeblich für die Feststellung einer etwaigen Bleibeperspektive ist
daher die Gesamtschutzquote, die alle ablehnenden Asylentscheidungen
berücksichtigt:
2. Quartal 2018
Asylberechtigung Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII AufenthG
Gesamtschutz Quote zu Frage 1b
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Herkunftsländer gesamt 602 1,2% 7.380 14,2% 5.908 11,3% 2.104 4,0% 15.994 30,7% 47,4%
darunter
Syrien 166 1,7% 3.513 36,0% 3.955 40,5% 74 0,8% 7.708 78,9% 99,8%
Irak 14 0,3% 717 16,4% 129 3,0% 268 6,1% 1.128 25,9% 38,4%
Nigeria 3 0,1% 178 4,9% 17 0,5% 192 5,3% 390 10,7% 22,3%
Afghanistan 9 0,2% 407 9,2% 134 3,0% 861 19,5% 1.411 32,0% 49,1%
Iran 60 2,4% 341 13,9% 19 0,8% 17 0,7% 437 17,8% 29,6%
Türkei 126 6,1% 491 23,6% 7 0,3% 16 0,8% 640 30,8% 36,7%
Eritrea 22 0,9% 327 13,5% 1.012 41,9% 67 2,8% 1.428 59,1% 93,5%
Somalia 3 0,1% 423 20,1% 155 7,4% 149 7,1% 730 34,6% 60,2%
Ungeklärt 36 2,7% 335 24,8% 120 8,9% 29 2,1% 520 38,5% 59,3%
2. Quartal 2018
Asylberechtigung Art. 16a
GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII AufenthG
Gesamtschutz Quote zu Frage 1b
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Russische Föderation 73 3,7% 34 1,7% 28 1,4% 43 2,2% 178 9,0% 15,8%
Georgien - - 1 0,1% - - 12 1,0% 13 1,1% 1,3%
Guinea 2 0,2% 80 8,2% 9 0,9% 53 5,4% 144 14,7% 24,4%
Pakistan 1 0,1% 24 2,0% 7 0,6% 9 0,7% 41 3,3% 6,0%
Aserbaidschan - - 25 3,7% 2 0,3% 8 1,2% 35 5,2% 10,3%
Albanien - - - - 1 0,1% 4 0,5% 5 0,7% 1,1%
Serbien - - 1 0,2% 1 0,2% 3 0,5% 5 0,8% 1,9%
Mazedonien - - - - - - 2 0,3% 2 0,3% 0,6%
Kosovo - - - - - - 11 2,8% 11 2,8% 7,3%
Ghana - - 2 0,6% 3 1,0% 8 2,6% 13 4,2% 6,8%
Bosnien und Herzegowina - - - - - - - - - - -
Senegal 2 1,6% 1 0,8% - - - - 3 2,4% 6,0%
Montenegro - - - - - - - - - - -
Algerien - - 1 0,2% 2 0,4% 6 1,1% 9 1,6% 3,9%
Marokko - - 10 2,3% 2 0,5% 4 0,9% 16 3,7% 7,8%
Tunesien 1 0,4% 1 0,4% 4 1,7% 1 0,4% 7 3,1% 7,5%
Armenien - - 2 0,2% 6 0,7% 28 3,2% 36 4,1% 6,8%
2.Quartal 2018 Quote zu Frage 1b
absolut Anteil
Asylberechtigung 602 1,2% 1,8%
darunter Familienschutz 79 0,1% 0,2%
Flüchtlingsschutz (§ 3 I AsylG) 7.380 14,2% 21,9%
darunter Familienschutz 4.867 9,3% 9,5%
Subsidiärer Schutz nach
§ 4 I Nr. 1 AsylG 18 0,0% 0,1%
§ 4 I Nr. 2 AsylG 1.248 2,4% 3,7%
§ 4 I Nr. 3 AsylG 4.039 7,7% 12,0%
§ 4 I AsylG Familienschutz 603 1,2% 1,8%
Summe subsidiärer Schutz 5.908 11,3% 17,5%
Abschiebungsverbot nach
§ 60 V AufenthG 1.922 3,7% 5,7%
§ 60 VII AufenthG 182 0,3% 0,5%
Summe Abschiebungsverbot 2.104 4,0% 6,2%
Gesamtschutz 15.994 30,7% 47,4%
1. Quartal 2018 Asyl-berechtigung Art 16a GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII AufenthG
Gesamtschutz Quote zu Frage 1b
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Herkunftsländer gesamt 1.070 1,5% 10.367 14,2% 8.179 11,2% 4.048 5,5% 23.664 32,3% 46,3%
darunter
Syrien 277 2,4% 3.242 28,2% 5.261 45,7% 78 0,7% 8.858 77,0% 99,6%
Irak 13 0,2% 1.118 17,2% 416 6,4% 535 8,2% 2.082 32,0% 46,2%
Nigeria 22 0,5% 361 8,3% 51 1,2% 440 10,1% 874 20,2% 33,1%
Afghanistan 9 0,1% 949 12,3% 327 4,2% 1.630 21,1% 2.915 37,7% 48,0%
Iran 75 2,2% 770 22,3% 62 1,8% 36 1,0% 943 27,3% 39,5%
Türkei 227 8,5% 876 32,7% 22 0,8% 23 0,9% 1.148 42,8% 49,3%
Georgien 2 0,1% 5 0,2% 8 0,3% 21 0,9% 36 1,5% 1,8%
Eritrea 174 6,9% 862 34,1% 853 33,7% 78 3,1% 1.967 77,7% 96,7%
Somalia 10 0,3% 627 21,7% 457 15,8% 270 9,4% 1.364 47,2% 73,8%
Ungeklärt 21 1,2% 318 18,7% 142 8,3% 61 3,6% 542 31,8% 42,9%
Russische Föderation 129 4,3% 124 4,2% 65 2,2% 66 2,2% 384 12,9% 20,0%
Guinea 3 0,2% 118 9,3% 30 2,4% 92 7,3% 243 19,2% 29,5%
Pakistan 4 0,2% 38 2,2% 6 0,3% 32 1,9% 80 4,6% 7,0%
Gambia 1 0,0% 74 3,6% 8 0,4% 55 2,7% 138 6,8% 10,2%
Armenien - - 22 1,5% 18 1,2% 52 3,6% 92 6,4% 10,2%
Serbien - - - - - - 6 0,6% 6 0,6% 1,2%
Mazedonien - - 2 0,2% 4 0,4% 8 0,9% 14 1,6% 3,0%
Kosovo - - - - - - 12 2,3% 12 2,3% 4,0%
Ghana - - 12 2,6% 4 0,9% 18 3,9% 34 7,3% 11,2%
Bosnien und Herzegowina - - - - 2 0,6% 3 0,9% 5 1,6% 3,4%
Senegal - - 2 1,3% 3 1,9% 2 1,3% 7 4,4% 9,1%
Montenegro - - - - - - 1 0,7% 1 0,7% 1,1%
Algerien - - 7 0,9% 7 0,9% 6 0,8% 20 2,6% 6,8%
Marokko - - 10 1,5% 3 0,5% 21 3,3% 34 5,3% 10,2%
Tunesien 1 0,4% 3 1,2% 1 0,4% 1 0,4% 6 2,4% 5,5%
1.Quartal 2018 Quote zu Frage 1b
absolut in Prozent
Asylberechtigung 1.070 1,5% 2,1%
darunter Familienschutz 90 0,1% 0,2%
Flüchtlingsschutz (§ 3 I AsylG) 10.367 14,2% 20,3%
darunter Familienschutz 4.872 6,7,0% 9,5%
Subsidiärer Schutz nach
§ 4 I Nr. 1 AsylG 12 0,0% 0,0%
§ 4 I Nr. 2 AsylG 1.463 2,0% 2,9%
§ 4 I Nr. 3 AsylG 5.556 7,6% 10,9%
§ 4 I AsylG Familienschutz 1.148 1,6% 2,2%
Summe subsidiärer Schutz 8.179 11,2% 16,0%
Abschiebungsverbot nach
§ 60 V AufenthG 3.698 5,1% 7,2%
§ 60 VII AufenthG 350 0,5% 0,7%
Summe Abschiebungsverbot 4.048 5,5% 7,9%
Gesamtschutz 23.664 32,3% 46,3%
Nähere Angaben zu den Gründen sonstiger Verfahrenserledigungen für das
zweite Quartal 2018 können der folgenden Tabelle entnommen werden:
2.Quartal 2018 Entscheidungskategorie
Antrag nicht weiter bearbeitet 6
Einstellung wg. § 33 IuII, § 32a II AsylG 894
nicht erforderlich, Dublin 132
sonstige Einstellung 906
Ungeprüft, da sich. Drittstaat 14
Unzulässig (§ 29 I Nr. 1 AsylG) 9.378
Unzulässig (§ 29 I Nr. 2 AsylG) 2.743
Unzulässig (§ 29 I Nr. 3 AsylG) 19
Unzulässig (§ 29 I Nr. 4 AsylG) 14
Unzulässig (kein Zweitverf. § 29 I Nr. 5 AsylG) 1.033
Unzulässig (kein Folgeverf. § 29 I Nr. 5 AsylG) 3.248
2. a) Wie viele der Anerkennungen nach § 3 Absatz 1 AsylG (GFK) im zweiten
Quartal 2018 bzw. im vorherigen Quartal beruhten auf staatlicher,
nichtstaatlicher bzw. geschlechtsspezifischer Verfolgung bzw. waren
Familienflüchtlingsstatus (bitte in absoluten und relativen Zahlen und noch
einmal gesondert nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern angeben)?
Angaben zu Entscheidungen aufgrund staatlicher, nichtstaatlicher bzw.
geschlechtsspezifischer Verfolgung werden nur für Entscheidungen nach § 3
Absatz 1 des Asylgesetzes (AsylG) erfasst und können der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden:
2. Quartal 2018
Gewährung von Flüchtlingsschutz nach § 3 I AsylG
Familienflüchtlingsschutz nach § 26 V AsylG
staatliche Verfolgung nichtstaatliche Verfolgung
davon geschlechtsspez.
Verfolgung
davon geschlechtsspez.
Verfolgung
Herkunftsländer gesamt 7.380 4.867 1.405 205 886 578
darunter:
Syrien 3.513 3.093 309 42 45 20
Irak 717 611 29 3 64 22
Nigeria 178 60 5 3 98 91
Afghanistan 407 193 27 8 174 63
Iran 341 62 246 38 23 18
Türkei 491 60 411 41 2 2
Eritrea 327 262 45 14 10 8
Somalia 423 146 6 5 249 201
Ungeklärt 335 142 140 11 39 23
Russische Föderation 34 22 6 0 3 1
Georgien 1 1 0 0 0 0
Guinea 80 24 6 5 45 40
Pakistan 24 16 1 1 7 7
Aserbaidschan 25 13 11 0 1 1
Albanien 0 0 0 0 0 0
1. Quartal 2018
Gewährung von Flüchtlingsschutz nach § 3 I AsylG
Familienflüchtlingsschutz nach
§ 26 V AsylG
staatliche Verfolgung nichtstaatliche Verfolgung
davon geschlechtsspez.
Verfolgung
davon geschlechtsspez.
Verfolgung
Herkunftsländer gesamt 10.367 4.872 3.205 515 1.863 999
darunter:
Syrien 3.242 2.417 627 88 104 33
Irak 1.118 861 39 11 195 60
Nigeria 361 104 16 14 213 181
Afghanistan 949 318 82 22 487 150
Iran 770 137 582 101 33 16
Türkei 876 106 710 55 21 20
Georgien 5 1 0 0 4 0
Eritrea 862 222 600 93 9 8
Somalia 627 210 10 2 372 258
Ungeklärt 318 133 118 38 41 12
Russische Föderation 124 56 51 8 17 14
Guinea 118 25 11 6 75 68
Pakistan 38 16 1 0 19 8
Gambia 74 16 11 4 43 40
Armenien 22 9 4 0 5 4
b) Wie viele der Anerkennungen in den genannten Zeiträumen waren
Schutzstatus nach § 26 AsylG für Familienangehörige bereits
Anerkannter (bitte jeweils nach dem Bezugsstatus – Asylberechtigung,
Flüchtlingsstatus nach der GFK bzw. subsidiärem Schutz – differenzieren; bitte
gegebenenfalls die diesbezüglichen Angaben zu Frage 2b auf
Bundestagsdrucksache 19/3148 korrigieren, da sie den Fragestellenden unstimmig
erscheinen: während zu Frage 2a für das erste Quartal 2018 10 367 Fälle
eines Flüchtlingsschutzes nach § 3 Absatz 1 AsylG, darunter 4 872 Fälle
eines Familienflüchtlingsschutzes, angegeben wurden, wurden zu
Frage 2b 10 367 Fälle eines Familienschutzes nach § 3 Absatz 1 AsylG
und eine Prozentangabe von 14,2 Prozent genannt, was
erklärungsbedürftig ist), und wie bewertet bzw. erklärt das BAMF den deutlich gestiegenen
Anteil des Familienflüchtlingsschutzes (eine diesbezügliche
Nachbeantwortung des Parlamentarischen Staatssekretärs Stephan Mayer mit
Schreiben vom 6. Juni 2018 erklärt nach Auffassung der Fragestellenden
nicht hinreichend, warum dieser Anteil des Familienschutzes beim
Flüchtlingsschutz nach der GFK von 2,2 Prozent im Jahr 2015 –
Bundestagsdrucksache 18/7625 – auf 47 Prozent im ersten Quartal 2018
gestiegen ist; die Fragestellenden vermuten, dass viele im Wege des
Familiennachzugs legal eingereiste Angehörige zur Statusklärung einen
Asylantrag stellen und dies den gestiegenen Anteil erklärt)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
2. Quartal 2018
absolut
Familienasyl Artikel 16a 602
§ 3 I AsylG Familienschutz 4.867
§ 4 I AsylG Familienschutz 603
1. Quartal 2018
absolut
Familienasyl Art. 16a 1.070
§ 3 I AsylG Familienschutz 4.872
§ 4 I AsylG Familienschutz 1.148
Die vorliegenden Zahlen zum Familienschutz legen aus Sicht des Bundesamts für
Migration und Flüchtlinge (BAMF) nahe, dass vermehrt Familien gemeinsam
oder Familienmitglieder nacheinander nach Deutschland eingereist sind. Auch
die Anzahl erst in Deutschland geborener Kinder, bei denen die Eltern in den
Jahren 2015 und 2016 eingereist sind, und über deren Asylantrag auf Grundlage
der Regelung zum Familienflüchtlingsschutz entschieden wurde, dürfte zu dem
gestiegenen Anteil des Familienflüchtlingsschutzes beigetragen haben.
3. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die bereinigten
Schutzquoten für die Herkunftsländer Afghanistan, Irak, Iran, Somalia, Nigeria und
Türkei im zweiten Quartal 2018, differenziert nach Bundesländern (bitte
jeweils auch die absolute Fallzahl der Entscheidungen in den jeweiligen
Bundesländern und Gesamtzahlen für alle Bundesländer nennen), und wie waren
die bereinigten Schutzquoten und absoluten Fallzahlen in Bezug auf diese
Herkunftsländer im bisherigen Jahr 2018, differenziert nach
Organisationseinheiten im BAMF (bitte nur solche Organisationseinheiten mit über 100
entsprechenden Entscheidungen im Jahr 2018 auflisten und nach den Quoten
auf- oder absteigend sortieren)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
2. Quartal 2018
Afghanistan
Gesamtschutz
absolut
Anteil Gesamtschutz an
allen Asylentscheidungen
des BAMF
Anteil Gesamtschutz unter
Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Baden-Württemberg 159 28,2% 37,4%
Bayern 157 34,4% 56,1%
Berlin 87 27,3% 45,3%
Brandenburg 33 24,3% 44,6%
Bremen 22 61,1% 88,0%
Hamburg 75 26,1% 40,8%
Hessen 203 38,2% 51,5%
Mecklenburg-Vorpommern 28 40,0% 73,7%
Niedersachsen 92 26,7% 44,0%
Nordrhein-Westfalen 225 39,0% 51,7%
Rheinland-Pfalz 55 36,4% 56,7%
Saarland 6 18,8% 50,0%
Sachsen 34 17,3% 41,0%
Sachsen-Anhalt 44 34,4% 78,6%
Schleswig-Holstein 144 31,3% 49,0%
Thüringen 47 42,7% 64,4%
Gesamt 1.411 32,0% 49,1%
2. Quartal 2018
Irak
Gesamtschutz
absolut
Anteil Gesamtschutz an
allen Asylentscheidungen
des BAMF
Anteil Gesamtschutz unter
Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Baden-Württemberg 118 23,7% 33,0%
Bayern 76 14,9% 26,4%
Berlin 44 20,9% 34,6%
Brandenburg 1 2,7% 7,7%
Bremen 3 15,8% 17,6%
Hamburg 17 14,0% 24,3%
Hessen 52 20,0% 31,7%
Mecklenburg-Vorpommern 4 8,0% 19,0%
Niedersachsen 294 37,7% 48,5%
Nordrhein-Westfalen 364 30,3% 40,9%
Rheinland-Pfalz 7 9,2% 17,1%
Saarland 1 6,7% 50,0%
Sachsen 43 35,0% 62,3%
Sachsen-Anhalt 3 8,1% 33,3%
Schleswig-Holstein 73 24,4% 36,9%
Thüringen 28 23,0% 43,1%
Gesamt 1.128 25,9% 38,4%
2. Quartal 2018
Iran
Gesamtschutz
absolut
Anteil Gesamtschutz an
allen Asylentscheidungen
des BAMF
Anteil Gesamtschutz unter
Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Baden-Württemberg 38 16,8% 26,6%
Bayern 9 4,6% 8,5%
Berlin 20 13,8% 21,1%
Brandenburg 4 4,3% 6,9%
Bremen 2 20,0% 33,3%
Hamburg 19 16,4% 27,9%
Hessen 49 16,7% 30,8%
Mecklenburg-Vorpommern 19 35,8% 55,9%
Niedersachsen 43 18,1% 30,3%
Nordrhein-Westfalen 112 19,0% 31,0%
Rheinland-Pfalz 27 19,6% 30,7%
Saarland 1 14,3% 50,0%
Sachsen 14 30,4% 48,3%
Sachsen-Anhalt 10 12,2% 23,8%
Schleswig-Holstein 52 28,4% 46,0%
Thüringen 18 39,1% 60,0%
Gesamt 437 17,8% 29,6%
2. Quartal 2018
Somalia
Gesamtschutz
absolut
Anteil Gesamtschutz an
allen Asylentscheidungen
des BAMF
Anteil Gesamtschutz unter
Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Baden-Württemberg 94 39,5% 55,6%
Bayern 131 30,6% 48,0%
Berlin 13 28,9% 72,2%
Brandenburg 11 26,2% 45,8%
Bremen 18 72,0% 90,0%
Hamburg 24 34,8% 64,9%
Hessen 141 43,3% 66,2%
Mecklenburg-Vorpommern 14 42,4% 77,8%
Niedersachsen 56 32,7% 69,1%
Nordrhein-Westfalen 88 31,3% 65,7%
Rheinland-Pfalz 66 34,2% 61,7%
Saarland 3 33,3% 75,0%
Sachsen 16 30,2% 50,0%
Sachsen-Anhalt 6 19,4% 46,2%
Schleswig-Holstein 27 30,7% 73,0%
Thüringen 22 29,3% 68,8%
Gesamt 730 34,6% 60,2%
2. Quartal 2018
Nigeria
Gesamtschutz
absolut
Anteil Gesamtschutz an
allen Asylentscheidungen
des BAMF
Anteil Gesamtschutz unter
Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Baden-Württemberg 98 10,3% 18,8%
Bayern 137 9,2% 20,6%
Berlin 4 25,0% 50,0%
Brandenburg - - 0,0%
Bremen 2 33,3% 100,0%
Hamburg - - 0,0%
Hessen 14 11,3% 26,9%
Mecklenburg-
Vorpommern
2 33,3%
66,7%
Niedersachsen 9 9,3% 19,6%
Nordrhein-Westfalen 104 18,3% 31,5%
Rheinland-Pfalz 10 6,3% 21,3%
Saarland 1 3,7% 7,1%
Sachsen 1 3,4% 14,3%
Sachsen-Anhalt - - 0,0%
Schleswig-Holstein - - 0,0%
Thüringen 8 12,3% 50,0%
Gesamt 10,7% 10,7% 22,3%
2. Quartal 2018
Türkei
Gesamtschutz
absolut
Anteil Gesamtschutz an
allen Asylentscheidungen
des BAMF
Anteil Gesamtschutz unter
Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Baden-Württemberg 103 34,4% 38,6%
Bayern 50 27,0% 31,6%
Berlin 27 22,0% 31,0%
Brandenburg 1 1,3% 1,4%
Bremen 3 23,1% 23,1%
Hamburg 1 1,9% 2,0%
Hessen 99 31,5% 38,5%
Mecklenburg-
Vorpommern
9 32,1%
47,4%
Niedersachsen 17 10,6% 12,8%
Nordrhein-Westfalen 211 45,4% 52,1%
Rheinland-Pfalz 27 28,1% 36,5%
Saarland 4 25,0% 44,4%
Sachsen 27 35,1% 46,6%
Sachsen-Anhalt 12 23,1% 27,9%
Schleswig-Holstein 16 25,4% 31,4%
Thüringen 33 60,0% 66,0%
Gesamt 640 30,8% 36,7%
Differenziert nach Organisationseinheiten im BAMF:
01.01. – 31.07.2018
Afghanistan
Entscheidungen Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Ablehnungen des BAMF
Gesamt 13.065 48,7%
AS Jena/Hermsdorf 103 78,5%
AS Nostorf-Horst 250 76,7%
AZ Suhl 202 70,6%
AZ Bonn 145 68,2%
AZ Gießen 621 63,4%
AS Dortmund 219 61,5%
AS München 535 58,9%
AZ Trier 115 57,8%
AS Düsseldorf 124 57,4%
AS Diez 149 57,3%
AS Mühlhausen/Th. 121 55,8%
AZ Berlin 115 55,6%
AZ Heidelberg 129 54,2%
01.01. – 31.07.2018
Afghanistan
Entscheidungen Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Ablehnungen des BAMF
AS Trier 186 53,8%
AZ Neumünster-Haart 102 52,9%
AS Berlin 416 52,7%
Entscheidungszentrum West 171 52,4%
Entscheidungszentrum Südwest 224 51,9%
AS Augsburg 152 51,9%
AZ Dresden 135 51,4%
AZ Bramsche 100 51,4%
AS Rendsburg 150 51,2%
AZ Bad Fallingbostel 104 50,6%
AZ Halberstadt 344 50,0%
AS Ellwangen 100 50,0%
AZ Hamburg 453 47,7%
AS Büdingen 230 47,5%
AS Kiel 263 46,4%
AS Oldenburg 117 43,4%
AS Neumünster-Boostedt 310 43,3%
AZ Münster 101 42,7%
AZ Bielefeld 322 41,5%
AZ Eisenhüttenstadt 184 41,4%
AZ Gießen - Offenbach 423 41,0%
AS Schweinfurt 194 39,7%
Entscheidungszentrum Ost 1.278 39,1%
AZ Lebach 158 34,9%
AZ Chemnitz 230 34,7%
AS Deggendorf 153 32,3%
AS Eisenhüttenstadt 163 32,0%
AS Zirndorf 399 28,4%
AS Manching 151 27,2%
DU 4 Berlin* 610 -
DU 5 Dortmund* 534 -
DU 6 Bayreuth* 484 -
01.01. – 31.07.2018
Irak
Entscheidungen Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Ablehnungen des BAMF
Gesamt 12.025 43,1%
AZ Bremen 103 65,3%
AZ Dortmund 237 61,6%
AZ Leipzig 107 59,5%
AS Friedland 134 59,2%
Entscheidungszentrum Süd 251 57,1%
AS Dortmund 457 55,8%
Entscheidungszentrum Ost 1.264 55,8%
AS Oldenburg 391 55,0%
AZ Bramsche 271 52,4%
AZ Bonn 321 52,3%
AS Neumünster-Boostedt 179 47,7%
AZ Suhl 163 46,9%
AS Deggendorf 126 44,7%
AZ Bad Fallingbostel 270 44,6%
AZ Gießen 323 44,0%
AS Düsseldorf 127 43,3%
AZ Stern-Buchholz 134 42,1%
AZ Hamburg 198 41,7%
AS Berlin 198 40,3%
AZ Bielefeld 548 40,0%
AZ Berlin 129 38,9%
AS Sigmaringen 104 37,7%
AS Büdingen 102 36,4%
AZ Münster 153 33,6%
AZ Gießen - Offenbach 181 31,6%
AS Kiel 119 26,7%
AZ Neumünster-Haart 158 26,6%
AS Zirndorf 850 25,3%
AZ Mönchengladbach 146 25,2%
AS Essen 201 24,0%
AZ Heidelberg 255 23,0%
AS Regensburg 400 21,6%
AZ Trier 107 13,4%
DU 5 Dortmund* 772 -
DU 6 Bayreuth* 762 -
DU 4 Berlin* 445 -
01.01. – 31.07.2018
Iran
Entscheidungen Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Ablehnungen des BAMF
Gesamt 6.600 35,4%
AS Nostorf-Horst 117 55,9%
AS Dortmund 114 51,6%
AZ Bonn 160 49,0%
AZ Münster 101 47,0%
AZ Neumünster-Haart 122 46,2%
AZ Suhl 106 44,8%
AS Kiel 101 44,3%
Entscheidungszentrum Ost 690 43,2%
AZ Hamburg 155 35,0%
AZ Heidelberg 122 30,4%
AZ Gießen 286 30,0%
AZ Gießen - Offenbach 128 23,3%
AZ Halberstadt 178 22,6%
AZ Bielefeld 166 19,7%
AZ Trier 111 15,1%
AS Eisenhüttenstadt 162 12,4%
AS Zirndorf 483 11,8%
DU 5 Dortmund* 831 -
DU 6 Bayreuth* 595 -
DU 4 Berlin* 368 -
01.01. – 31.07.2018
Somalia
Entscheidungen Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Gesamt 5.492 67,3%
AZ Stern-Buchholz 126 82,7%
AS München 187 81,5%
AZ Gießen 450 74,1%
AZ Gießen - Offenbach 173 71,9%
AS Trier 135 71,1%
AS Büdingen 111 64,0%
AZ Hamburg 104 63,2%
Entscheidungszentrum Ost 606 58,1%
AS Schweinfurt 415 52,3%
AZ Bielefeld 113 49,3%
DU 6 Bayreuth* 461 -
DU 5 Dortmund* 386 -
DU 4 Berlin* 164 -
01.01. – 31.07.2018
Nigeria
Entscheidungen Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Gesamt 8.894 27,5%
AS Dortmund 270 45,9%
AZ Gießen - Offenbach 230 45,3%
AS Essen 107 40,4%
AZ Münster 132 37,0%
AS Regensburg 117 36,1%
AZ Gießen 114 35,3%
AS Düsseldorf 106 31,8%
Entscheidungszentrum Ost 906 30,6%
AS Augsburg 139 30,5%
AS Deggendorf 272 26,1%
AS München 1.411 21,6%
AZ Trier 112 16,8%
AS Zirndorf 102 15,3%
AS Manching 144 8,3%
AZ Heidelberg 312 3,3%
DU 6 Bayreuth* 2.354 -
DU 5 Dortmund* 644 -
DU 4 Berlin* 157 -
01.01. – 31.07.2018
Türkei
Entscheidungen Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
Gesamt 5.285 43,3%
AS Essen 114 83,3%
AZ Mönchengladbach 110 77,9%
AZ Suhl 188 71,7%
AZ Bonn 244 66,2%
AZ Münster 327 63,9%
AZ Gießen 548 61,1%
AS Dortmund 136 57,1%
AZ Heidelberg 231 41,3%
AZ Berlin 144 39,7%
AS Neustadt 108 38,0%
AZ Gießen - Offenbach 316 37,8%
AS Augsburg 287 35,6%
AZ Halberstadt 123 27,4%
AZ Trier 210 26,7%
AS Büdingen 114 18,2%
DU 5 Dortmund* 223 -
DU 6 Bayreuth* 187 -
* keine Quote sinnvoll, da dort ausschließlich Dublin-Verfahren entschieden werden.
4. Wie waren die so genannten Referenzschutzquoten im ersten bzw. zweiten
Quartal 2018 (bitte gesondert darstellen) in den einzelnen
Organisationseinheiten des BAMF (bitte nach den Quoten auf- oder absteigend sortieren),
welche Organisationseinheiten wichen jeweils um mindestens zehn Prozent
vom Durchschnitt ab, welche Organisationseinheiten wurden infolge dessen
einer genaueren Überprüfung unterzogen, wie genau sahen diese
Überprüfungen aus (wer und wie viele Bedienstete haben welche Zahl von Verfahren
nach welchen Verfahren und Kriterien in welchen Zeiträumen überprüft),
und welche (gegebenenfalls Zwischen-) Ergebnisse dieser Überprüfungen
gab es (bitte nach Organisationseinheiten getrennt auflisten, mit
Ergebnissen, statistischen Angaben, Gründen der Abweichung, möglichen
Konsequenzen usw.)?
Die Referenzschutzquoten für das erste und zweite Quartal 2018 können den
nachfolgenden Tabellen entnommen werden. Die Tabellen wurden nach den
Abweichungen zwischen ausgewiesener Schutzquote (SQ) und der Referenz-
Schutzquote (RSQ) sortiert:
Referenz-Schutzquoten für das 1. Quartal 2018
Organisationseinheiten Referenz-Schutzquote (RSQ) Abweichung
SQ zu RSQ
Summe getroffene
Entscheidungen
Q1/2018
AS Burbach 48,8% 31,2% 10
AS Reutlingen 38,0% 25,1% 62
AS Diez 43,4% 22,8% 524
AS Ingelheim/Bingen 38,2% 21,4% 230
Entscheidungszentrum Süd 60,4% 21,0% 972
AZ Bonn 31,8% 15,9% 1.332
AS Nostorf-Horst 26,5% 15,3% 557
AS Freiburg 35,2% 14,6% 470
AS Dortmund 37,0% 14,0% 2.674
AS Manching 16,9% 11,2% 300
AZ Gießen 40,6% 10,4% 2.573
AZ Stern-Buchholz 43,2% 10,3% 724
AS Karlsruhe 1 26,6% 10,2% 717
Entscheidungszentrum West 36,2% 9,8% 843
Entscheidungszentrum Südwest 39,0% 9,6% 732
AS Eisenhüttenstadt 27,5% 9,4% 794
AS Oldenburg 40,2% 9,3% 559
AS Jena/Hermsdorf 38,9% 9,2% 393
Referenz-Schutzquoten für das 1. Quartal 2018
Organisationseinheiten Referenz-Schutzquote (RSQ) Abweichung
SQ zu RSQ
Summe getroffene
Entscheidungen
Q1/2018
AZ Leipzig 35,5% 8,8% 579
AS Berlin 30,5% 8,7% 1.199
AS Mühlhausen/Th. 31,1% 8,7% 457
AZ Münster 31,9% 8,2% 1.492
AZ Dresden 19,6% 7,4% 847
Entscheidungszentrum Ost 31,9% 7,3% 5.266
AS Düsseldorf 30,7% 7,2% 1.193
AS Neumünster-Boostedt 36,9% 7,1% 830
AS Neustadt 39,3% 6,9% 554
AZ Lebach 56,4% 6,9% 853
AS Sigmaringen 37,7% 6,7% 400
AS Zirndorf 33,0% 6,6% 3.034
AZ Suhl 33,3% 6,2% 1.213
AS Augsburg 36,9% 6,2% 635
AZ Dortmund 40,1% 5,4% 612
AZ Eisenhüttenstadt 29,6% 5,3% 955
AS Frankfurt/Flughafen 20,6% 5,2% 234
AS Rendsburg 38,8% 4,9% 343
AZ Heidelberg 27,7% 4,9% 1.317
AZ Gießen - Offenbach 29,1% 4,7% 2.611
AS Essen 30,6% 4,5% 866
AZ Mönchengladbach 32,0% 4,5% 843
AS Bad Berleburg 39,1% 4,4% 23
AS Braunschweig 20,9% 4,3% 317
AS Hermeskeil 38,1% 4,3% 136
AZ Chemnitz 20,5% 3,7% 1.255
AS Ellwangen 34,5% 3,6% 689
Referenz-Schutzquoten für das 1. Quartal 2018
Organisationseinheiten Referenz-Schutzquote (RSQ) Abweichung
SQ zu RSQ
Summe getroffene
Entscheidungen
Q1/2018
AS Büdingen 39,6% 3,6% 724
AS München 27,5% 3,5% 2.071
AS Trier 30,7% 3,4% 834
AZ Hamburg 35,4% 3,4% 1.103
AZ Bamberg 34,6% 2,8% 1.057
AZ Glückstadt 36,9% 2,8% 184
AS Schweinfurt 26,3% 2,3% 829
AS Halberstadt 35,7% 2,3% 1.752
AZ Bad Fallingbostel 39,2% 2,2% 497
AZ Berlin 29,3% 2,1% 976
AZ Trier 31,5% 2,0% 966
AS Deggendorf 24,8% 1,9% 828
AZ Bramsche 35,8% 1,7% 1.073
AS Friedland 41,5% 1,6% 518
AS Karlsruhe 2 26,0% 1,1% 458
AS Kiel 39,6% 0,7% 524
AZ Bielefeld 27,9% 0,7% 2.174
AZ Bremen 36,2% 0,6% 734
AS Regensburg 26,6% 0,3% 976
AZ Neumünster-Haart 45,5% 0,2% 571
AS Kusel 39,7% 0,1% 220
Referenz-Schutzquoten für das 2. Quartal 2018
Organisationseinheiten Referenz-Schutzquote (RSQ) Abweichung
SQ zu RSQ
Summe getroffene
Entscheidungen
Q2/2018
Entscheidungszentrum Süd 49,1% 32,6% 60
AS Reutlingen 41,2% 19,7% 28
Entscheidungszentrum Ost 50,1% 18,7% 4.199
AS Rendsburg 35,2% 16,4% 161
Entscheidungszentrum
Südwest
68,9% 16,3% 61
AZ Gießen 56,2% 14,1% 3.811
AS Ingelheim/Bingen 45,6% 14,0% 146
AS Neustadt 34,7% 13,7% 339
AS Jena/Hermsdorf 33,7% 12,9% 253
Entscheidungszentrum West 24,4% 12,6% 108
AS Diez 42,7% 11,6% 426
AS Nostorf-Horst 22,1% 10,9% 482
AS Oldenburg 43,9% 10,3% 483
AZ Suhl 31,2% 10,1% 898
AS Kiel 31,1% 10,0% 421
AS Frankfurt/Flughafen 16,1% 9,7% 313
AS Freiburg 34,0% 9,6% 229
AS Mühlhausen/Th. 31,4% 8,6% 175
AZ Dortmund 31,6% 8,3% 684
AS Hermeskeil 40,3% 8,2% 167
AS Büdingen 40,0% 7,9% 411
AZ Eisenhüttenstadt 24,1% 7,3% 738
AS Dortmund 34,7% 7,3% 1.508
AS Zirndorf 35,5% 7,1% 1.725
AS Eisenhüttenstadt 24,9% 7,0% 446
AZ Leipzig 30,9% 6,7% 513
AZ Bamberg 31,0% 6,5% 871
AZ Bonn 29,0% 6,4% 1.021
AS München 18,7% 6,2% 1.207
AS Karlsruhe 2 29,5% 6,2% 202
AZ Stern-Buchholz 46,6% 6,1% 480
AZ Bremen 38,7% 5,9% 298
AS Berlin 26,8% 5,6% 1.297
AS Neumünster-Boostedt 36,0% 5,3% 800
Referenz-Schutzquoten für das 2. Quartal 2018
Organisationseinheiten Referenz-Schutzquote (RSQ) Abweichung
SQ zu RSQ
Summe getroffene
Entscheidungen
Q2/2018
AS Ellwangen 31,1% 5,2% 358
AZ Dresden 22,5% 5,1% 897
AZ Chemnitz 23,5% 4,8% 793
AZ Mönchengladbach 28,3% 3,9% 451
AS Augsburg 33,3% 3,7% 503
AZ Bad Fallingbostel 38,6% 3,6% 968
AZ Münster 26,6% 3,6% 649
AZ Trier 29,7% 3,2% 680
AZ Berlin 27,5% 2,8% 1.111
AS Essen 38,0% 2,4% 734
AZ Hamburg 36,0% 2,3% 872
AZ Neumünster-Haart 40,8% 2,2% 604
AS Deggendorf 20,1% 2,1% 632
AS Manching 10,9% 1,9% 280
AS Braunschweig 2,8% 1,8% 105
AS Sigmaringen 39,0% 1,7% 271
AS Halberstadt 33,4% 1,5% 959
AS Friedland 38,9% 1,3% 403
AZ Heidelberg 28,4% 1,2% 1.357
AZ Bielefeld 28,1% 1,1% 1.465
AS Regensburg 17,8% 0,9% 527
AS Trier 27,4% 0,5% 625
AS Karlsruhe 1 24,5% 0,5% 375
AZ Lebach 56,5% 0,4% 552
AZ Bramsche 31,4% 0,3% 938
AS Schweinfurt 24,1% 0,2% 519
AS Düsseldorf 43,1% 0,2% 30
Infolge der noch andauernden Sonderüberprüfung der auffälligen Schutzquoten
des Jahres 2017 wurden aktuell noch keine zusätzlichen Prüfungen in diesen
Organisationseinheiten vorgenommen. Art und Umfang der künftigen Prüfungen
werden zudem derzeit einer konzeptionellen Überprüfung unterzogen. So wird
unter anderem diskutiert, ob aufgrund der hohen Schwankungen der
Schutzquoten von Quartal zu Quartal eine Sonderprüfung eher im Rahmen eines
längerfristigen Betrachtungszeitraums von beispielsweise einem halben Jahr angezeigt ist.
5. Wie erklären sich die Bundesregierung bzw. das BAMF die zum Teil
deutlichen Abweichungen der bereinigten Schutzquoten bei identischen
Herkunftsländern zwischen den einzelnen Organisationseinheiten des BAMF im
Jahr 2017 (vgl. Bundestagsdrucksache 19/3148, Antwort zu Frage 3,
einbezogen sind hier nur Organisationseinheiten mit Entscheidungen zu
bestimmten Herkunftsländern in mindestens dreistelliger Zahl), insbesondere
a) eine Spannbreite der bereinigten Schutzquoten von 20 bis 90 Prozent bei
afghanischen Asylsuchenden,
b) eine Spannbreite der bereinigten Schutzquoten von 39 bis 95 Prozent bei
irakischen Asylsuchenden,
c) eine Spannbreite der bereinigten Schutzquoten von 12 bis 86 Prozent bei
iranischen Asylsuchenden,
d) eine Spannbreite der bereinigten Schutzquoten von zwei bis 83 Prozent
bei türkischen Asylsuchenden, und
e) dass Organisationeinheiten in Eisenhüttenstadt und Chemnitz regelmäßig
und bei unterschiedlichen Herkunftsländern zum Teil deutlich unter dem
Bundesdurchschnitt lagen?
Wie in der Antwort der Bundesregierung zu Frage 3 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/3148 bereits ausführlich
erläutert, können Schutzquoten zu gleichen Staatsangehörigkeiten je nach Land
oder Organisationseinheit unterschiedlich sein. Einfluss nehmen u. a. die
Verteilung der Antragsteller zwischen den Ländern über den sogenannten Königsteiner
Schlüssel, die Verteilung der Flüchtlinge auf die Erstaufnahmeeinrichtungen
(EAE) und damit einhergehend die Zuständigkeiten der Ankunftszentren des
BAMF innerhalb der Länder oder auch temporäre Häufungen besonders
Schutzbedürftiger aus bestimmten Regionen eines Herkunftslandes sowie vermehrt
schriftliche Anträge im Rahmen des Familiennachzugs oder derer nachgeborener
Kinder. Die Gruppe der Bewohner in den EAEn ist dabei nie homogen oder gar
zwischen den Unterkünften oder deutschlandweit vergleichbar. So ist es möglich,
dass in manchen EAEn ein hoher Anteil an vulnerablen Personengruppen wie
allein reisende Frauen oder Frauen mit Kindern untergebracht sind, wohingegen
in anderen EAEn vor allem allein reisende Männer untergebracht sind. Ähnlich
verhält es sich mit den Herkunftsländerkonstellationen.
Ebenso ist es möglich, dass manche Dienststellen temporär z. B. verhältnismäßig
viele unbegleitete Minderjährige bearbeiten, da die örtlichen Gegebenheiten
(z. B. Nähe zu einem Jugendamt, kurze Wege für Antragsteller und Vormund,
verfügbare Sonderbeauftragte des BAMF) eine Zuweisung zu bestimmten
BAMF-Dienststellen prädestiniert, um die Anträge möglichst effizient zu
bearbeiten.
Das Asylverfahren stellt jedoch immer eine Einzelfallprüfung dar, weshalb sich
auch bei Personen aus demselben Herkunftsland – bei auf dem ersten Blick
ähnlichen Fallkonstellationen – die individuellen Umstände unterscheiden können.
Eine Beurteilung der drohenden Gefahr für den Antragsteller bei einer möglichen
Rückkehr kann, wie in Afghanistan, beispielsweise davon abhängen, aus welcher
Region die Person stammt. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass in bestimmten
Fällen Abschiebungsverbote entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen
auszusprechen sind. Die Akteure, von denen Verfolgung ausgeht, sind ebenso
verschieden wie die Verfolgungsgründe. Diese sind von Fall zu Fall unterschiedlich
und werden daher aufgrund der Individualität statistisch nicht erfasst. Die Gruppe
der Asylantragsteller aus einem Herkunftsland kann stark heterogen sein. Einfluss
auf die Entscheidung können beispielsweise die Volksgruppenzugehörigkeit, die
Religion oder andere Faktoren haben.
Grundlage der Entscheidung ist also das glaubhaft vorgetragene individuelle
Verfolgungsschicksal verbunden mit der Plausibilität nach den Informationen des
Bundesamtes aus und über die Herkunftsländer. Die bereits erreichte Schutzquote
je Einheit ist insofern kein Kriterium. Eine Spannweite der Schutzquote generiert
sich aus den oben dargestellten Umständen. Eine pauschale Erklärung von
Streuungen (sei es unter als auch über dem Bundesdurchschnitt) ist dabei nicht
möglich, sondern bedürfte einer Einzelfallprüfung jeder Entscheidung in jeder
Dienststelle.
6. Welche Erkenntnisse, Annahmen, Vermutungen, Ergebnisse oder
Zwischenergebnisse des Forschungszentrums des BAMF gibt es zu den
unterschiedlichen Schutzquoten im BAMF (bitte detailliert darlegen, Nachfrage zu
Bundestagsdrucksache 19/3148, Antwort zu Frage 5 bzw. bereits
Bundestagsdrucksache 19/1371, Antwort zu Frage 5)?
Das Forschungszentrum des BAMF hat sich bisher quantitativ und qualitativ mit
Unterschieden in der Asylentscheidungspraxis zwischen einzelnen
Organisationeinheiten beschäftigt. Die retrospektiven quantitativen Analysen für die Jahre
2016/2017 zeigen zum einen, dass Unterschiede eher bei Herkunftsländern mit
nicht eindeutiger Entscheidungstendenz (wie z. B. Afghanistan) bestanden, im
Gegensatz zu Herkunftsländern mit eindeutigen Tendenzen (Syrien,
Westbalkanstaaten). Zum anderen zeigen Regressionsmodelle, dass die (statistisch erfassten)
asylrelevanten Antragstellermerkmale (z. B. Ethnie, Religion, Alter) deutlich
stärker die Wahrscheinlichkeit der Schutzgewährung beeinflussen als die
Variable Organisationseinheit. Die qualitativen Analysen ergaben keinen singulären
Faktor, der Unterschiede in der Entscheidungspraxis vollständig oder auch nur
weitgehend erklären könnte. Es wirken verschiedene Effekte zusammen, wobei
u. a. die Ungleichverteilung der Antragsteller/-innen nach
entscheidungsrelevanten Merkmalen, auch bei konstantem Herkunftsland, eine Rolle zu spielen
scheint. Da die Jahre 2016/2017 aufgrund ständiger organisatorischer
Veränderungen Sonderfälle waren, wird die Untersuchung 2019 mit Daten des Jahres
2018 konsolidiert.
7. Inwieweit teilt die Bundesregierung die Einschätzung der
Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages (Ausarbeitung WD 3 - 3000 -
082/18 vom 27. März 2018), dass – auch wenn es keine
verfassungsrechtliche Pflicht gebe, sich auf die bereinigte, statt auf die unbereinigte
Anerkennungsquote bei der Prüfung eines Landes als sicherer Herkunftsstaat zu
stützen –, „die Vermutung eines höheren materiellen Aussagegehalts in
Bezug auf die asylrelevanten Umstände in den betroffenen Herkunftsstaaten“
„für die Berücksichtigung einer so bereinigten Anerkennungsquote spricht“
und „die Indizwirkung der um die formellen Entscheidungen bereinigten
Anerkennungsquote […] höher sein [könnte], da sie die inhaltlichen
Einschätzungen des BAMF abbildet“ (bitte begründen), mit welcher
Begründung stützt sie sich dessen ungeachtet dennoch auf unbereinigte
Anerkennungsquoten bei ihrem Gesetzentwurf zur Einstufung der Länder Georgien,
Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsstaaten (
www.bmi.
bund.de/SharedDocs/downloads/DE/gesetztestexte/gesetztesentwuerfe/sichere-
herkunftsstaaten.pdf?__blob=publicationFile&v=1), warum fehlen in der
Begründung dieses Gesetzentwurfs die Zahlen der Anerkennungen eines
Schutzstatus durch die Gerichte in Bezug auf die vier Länder, obwohl dies
z. B. in dem Gesetzentwurf auf Bundestagdrucksache 18/1528 der Fall war,
und wie viele und welche Schutzstatus an Asylsuchende aus Georgien,
Marokko, Tunesien und Algerien wurden im Jahr 2017 bzw. im bisherigen Jahr
2018 durch das BAMF bzw. durch die Gerichte erteilt (bitte differenziert und
in absoluten und relativen Zahlen darstellen)?
Der Bundesregierung ist die genannte Ausarbeitung der Wissenschaftlichen
Dienstes des Deutschen Bundestages bekannt. Zur Auffassung der
Bundesregierung wird auf die Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 1a und 1b der
Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/1371,
zu den Fragen 1a und 1b der auf Bundestagsdrucksache 19/3148 sowie auf die
Antwort der Bundesregierung zu Frage 37 der Kleinen Anfrage der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 19/2481 verwiesen.
Die erfragten statistischen Angaben können den folgenden Tabellen entnommen
werden:
Entscheidungen durch das BAMF
Jahr 2017 Asylberechtigung Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/VII AufenthG
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Herkunftsländer gesamt 4.359 0,7% 119.550 19,8% 98.074 16,3% 39.659 6,6%
darunter
Algerien 1 0,0% 32 0,8% 45 1,2% 48 1,2%
Marokko 2 0,1% 87 2,2% 70 1,8% 76 1,9%
Tunesien 1 0,1% 11 1,0% 17 1,6% 4 0,4%
Georgien 3 0,0% 15 0,2% 27 0,4% 85 1,3%
01.01. – 31.07.2018 Asyl-berechtigung Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII AufenthG
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Herkunftsländer gesamt 1.787 1,3% 19.717 14,2% 15.542 11,2% 6.639 4,8%
darunter
Algerien - - 9 0,6% 9 0,6% 12 0,8%
Marokko 1 0,1% 24 2,0% 5 0,4% 25 2,1%
Tunesien 3 0,6% 4 0,7% 5 0,9% 2 0,4%
Georgien 2 0,1% 6 0,2% 8 0,2% 34 0,9%
Entscheidungen durch Gerichte erteilt
Jahr 2017 Asylberechtigung Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/VII AufenthG
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Staatsangehörigkeiten gesamt 81 0,1% 23.709 16,1% 2.114 1,4% 6.618 4,5%
darunter
Algerien - - 7 0,7% - - 13 1,2%
Marokko - - 5 0,5% 1 0,1% 5 0,5%
Tunesien 3 0,7% 6 1,5% 5 1,2% 3 0,7%
Georgien - 0,0% 5 0,2% 7 0,3% 26 1,2%
01.01. – 30.06.2018 Asylberechtigung Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/VII AufenthG
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Staatsangehörigkeiten gesamt 94 8.165 9,3% 1.278 1,5% 5.701 6,5%
darunter
Algerien - 2 0,4% - 6 1,2%
Marokko - 10 1,8% - 5 0,9%
Tunesien - 6 2,8% - - 0,0%
Georgien - 3 0,2% 5 0,3% 13 0,8%
8. Wieso wird in den monatlichen Pressemitteilungen des Bundesministeriums
des Innern, für Bau und Heimat nicht mehr – anders als zuvor – die Zahl
der Asylsuchenden, sondern nur noch die Zahl der gestellten Asylanträge
ausgewiesen (vgl.:
www.welt.de/politik/deutschland/article177917768/
Fluechtlingskrise-Seehofers-Trick-mit-der-Asylzahl.html; bitte
nachvollziehbar begründen), obwohl in einem aktuell vorgelegten Gesetzentwurf
auf die Zahl der Asylsuchenden und nicht der Asylanträge abgestellt wird,
weil diese „als Frühindikator für das zu erwartende Erstantragsgeschehen“
diene (
www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/gesetztestexte/gesetztes
entwuerfe/sichere-herkunftsstaaten.pdf?__blob=publicationFile&v=1, Seite 7),
und wie viele Asylsuchende wurden im Jahr 2018 bislang registriert (bitte
nach Monaten auflisten und der Zahl der gestellten Asylanträge in den
jeweiligen Monaten gegenüberstellen)?
Die Zahlen der Asylgesuchstatistik wurden ab Januar 2017 in die monatliche
Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
ergänzend zu den Zahlen der formellen Asylanträge aufgenommen. Ein Vergleich der
Asylgesuchs- und Erstantragszahlen im Jahr 2018 zeigt inzwischen jedoch eine
weitgehend parallele Entwicklung dieser Zahlen. In Folge des Abbaus des
Antragsstaus beim BAMF hat sich die Funktion der Asylgesuchszahlen als
Frühindikator somit relativiert.
Eine Veröffentlichung beider Zahlen in der monatlichen Asyl-Pressemitteilung
bietet daher keinen relevanten zusätzlichen Erkenntnisgewinn und wurde deshalb
beendet.
Asylgesuche und Asylerstanträge im Jahr 2018 nach Monaten*
Asylgesuche Asylerstanträge
Jan 18 12.285 12.907
Feb 18 11.007 10.760
Mrz 18 10.717 10.712
Apr 18 10.999 11.385
Mai 18 11.556 10.849
Jun 18 12.206 11.509
Jul 18 13.779 13.194
kumulierter Wert Jan bis Jul 2018* 97.265 96.644
* Hinweis: Aufgrund nachträglicher Änderungen können die Monatswerte nicht zu einem
Gesamtwert addiert werden.
9. Zu wie vielen asylsuchenden Personen wurde im zweiten Quartal 2018 nach
Angaben des Ausländerzentralregisters eine Ausreise registriert, obwohl
noch kein Abschluss des Asylverfahrens erfasst war (bitte auch nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern und nach Bundesländern differenzieren)?
Zum Stichtag 30. Juni 2016 waren im Ausländerzentralregister (AZR) 2 446 nicht
aufhältige Personen mit einer Ausreise erfasst, bei denen zum Zeitpunkt der
Ausreise noch kein Abschluss des Asylverfahrens gespeichert war. Die weiteren
Angaben können den nachstehenden Tabellen entnommen werden:
Asylbewerber, die in den ersten beiden Quartalen 2018 ohne
Abschluss des Asylverfahrens ausgereist sind
Gesamt
Alle Staatsangehörigkeiten 2.446
darunter Hauptstaatsangehörigkeiten:
Georgien 285
Irak 215
Serbien 157
Mazedonien 150
Albanien 147
Moldau (Republik) 117
Russische Föderation 105
Afghanistan 101
Syrien 95
Pakistan 89
Kosovo 65
Ukraine 65
Algerien 63
Armenien 59
Bosnien und Herzegowina 59
Asylbewerber, die in den ersten beiden Quartalen 2018 ohne
Abschluss des Asylverfahrens ausgereist sind Gesamt
Alle Bundesländer 2.446
davon:
Baden-Württemberg 295
Bayern 573
Berlin 125
Brandenburg 76
Bremen 5
Hamburg 42
Hessen 137
Mecklenburg-Vorpommern 47
Niedersachsen 249
Nordrhein-Westfalen 444
Rheinland-Pfalz 184
Saarland 3
Sachsen 108
Sachsen-Anhalt 59
Schleswig-Holstein 44
Thüringen 55
10. Zu welchem Anteil verfügten Asylsuchende im Jahr 2018 über keine
Identitätspapiere (Reisepässe, Ausweise, Sonstiges), mit denen ihre Herkunft bzw.
Identität nach Auffassung des BAMF hinreichend sicher zu klären war
(gegebenenfalls Schätzwerte angeben und soweit möglich nach
Herkunftsländern bzw. Regionen differenzieren), und was sind nach Einschätzung des
BAMF bzw. der Bundesregierung die maßgeblichen Gründe hierfür (bitte
auflisten und einordnen)?
Von Januar bis Juli 2018 legten 29 550 Asylsuchende keine Identitätspapiere
innerhalb des Asylverfahrens vor. Bei einer Gesamtzahl von 50 932
Erstantragstellern im Alter ab 18 Jahren ergibt das einen Anteil von ca. 58 Prozent. Dem BAMF
liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, warum Antragsteller nicht in der Lage
sind, Identitätspapiere vorzulegen. Gleichwohl ist dem BAMF bekannt, dass das
Fehlen von Identitätspapieren verschiedene Ursachen haben kann. Zum Beispiel
verliert ein Teil der Personen seine Identitätspapiere während der
Reisebewegung. Ein anderer Teil entledigt sich seiner Identitätspapiere bewusst, um
vermeintlich hierdurch die Chancen im Asylverfahren zu erhöhen. Außerdem ist dem
BAMF bekannt, dass Schleuser Identitätspapiere zum Teil bei der Schleusung
einbehalten.
Differenzierte Angaben nach Hauptstaatsangehörigkeiten können der
nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Vorlage von Identitätspapieren durch Erstantragsteller im Alter ab 18 Jahren im Zeitraum 01.01. - 31.07.2018
Staatsangehörigkeiten Anzahl der
Erstantragssteller
Anzahl der
Antragssteller mit
Identitätspapieren
Anzahl der
Antragssteller ohne
Identitätspapiere
Anteil der
Antragssteller
ohne
Identitätspapiere
Gesamt 50.932 21.382 29.550 58,0%
darunter:
Syrien 8.840 6.945 1.895 21,4%
Nigeria 4.505 125 4.380 97,2%
Irak 4.407 2.900 1.507 34,2%
Iran 3.836 1.729 2.107 54,9%
Türkei 3.664 2.786 878 24,0%
Afghanistan 2.586 314 2.272 87,9%
Eritrea 2.208 236 1.972 89,3%
Georgien 1.791 935 856 47,8%
Somalia 1.665 53 1.612 96,8%
Ungeklärt 1.178 566 612 51,9%
Russische Föderation 1.111 572 539 48,5%
Guinea 1.037 16 1.021 98,5%
Pakistan 940 115 825 87,8%
Gambia 754 12 742 98,4%
Algerien 749 37 712 95,1%
11. In wie vielen Fällen (bitte nach Monaten auflisten und Gesamtzahlen
nennen) wurden mobile Datenträger von Asylsuchenden ausgelesen und ein
Ergebnisprotokoll erstellt (soweit möglich auch nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern auflisten), erfolgt dies mittlerweile immer, wenn nach Ansicht
des BAMF die Identität bzw. Herkunft nicht hinreichend durch
entsprechende Dokumente geklärt werden kann, und wenn nicht, nach welchen
Auswahlkriterien, Vorgaben bzw. an welchen Orten erfolgt eine solche
Datenauslesung bzw. erfolgt sie nicht (bitte nachvollziehbar darlegen), wie ist der
aktuelle Stand der technischen Ausstattung der Stellen im BAMF mit
entsprechenden Auslesegeräten und der erforderlichen Software, wie ist der
aktuelle Stand der personellen Ausstattung im BAMF zur Gewährleistung der
Auslesung, Prüfung und Freigabe der entsprechenden Datenberichte, und
wie hoch sind die bisherigen und noch zu erwartenden Kosten dieser neuen
Maßnahme im BAMF (bitte jeweils so ausführlich wie möglich darstellen)?
Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 wurden insgesamt 6 983 Datenträger von
persönlichen Erstantragstellern ohne Pass/Passersatz ab 14 Jahren gezählt, die
ausgelesen wurden. Weitere Angaben können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden:
Monat Anzahl der Datenträger*
Januar 2018 1.040
Februar 2018 856
März 2018 1.079
April 2018 1.052
Mai 2018 958
Juni 2018 947
Juli 2018 1.051
* (Daten sind aufgrund von Fehleingaben im Erfassungssystem wahrscheinlich unterzeichnet)
nach den Top15
Staatsangehörigkeiten Jan 18 Feb 18 Mrz 18 Apr 18 Mai 18 Jun 18 Jul 18
Nigeria 108 115 165 176 178 134 145
Eritrea 114 61 233 228 91 72 56
Afghanistan 78 89 81 83 113 116 117
Iran 111 63 51 90 77 86 101
Syrien 55 51 45 56 48 58 124
Irak 61 69 59 45 54 66 63
Somalia 58 36 60 48 39 33 27
Türkei 31 23 31 22 27 37 49
Pakistan 39 32 20 21 25 23 18
Guinea 25 21 33 20 21 32 18
Georgien 20 35 27 10 14 9 15
Russ. Föderation 22 22 11 19 20 15 21
Ungeklärt 16 11 20 10 14 23 27
Albanien 9 9 3 10 8 6 14
Aserbaidschan 2 2 6 5 4 12 9
Kann die Identität von Asylsuchenden nicht durch entsprechende Dokumente
geklärt werden, wird nach Datenträgern gefragt, um diese zur Feststellung der
Identität und Staatsangehörigkeit auszulesen und auszuwerten.
Die technische Ausstattung der Ankunftszentren und Außenstellen des BAMF
wurde anhand des tatsächlichen Aufkommens von Antragstellenden an den
Standorten ermittelt. Der Umfang der Ausstattung wird regelmäßig überprüft und
bei Bedarf angepasst. Aktuell sind zwischen ein und vier Kiosksysteme pro
Ankunftszentrum/Außenstelle eingerichtet. Insgesamt sind 122 Kiosksysteme an
55 Standorten im Einsatz (Stand: Juli 2018).
Zu den Hardware- und Software-Kosten der Maßnahme „Auslesen mobiler
Datenträger“ wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 13 der Kleinen
Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/1663 vom
16. April 2018 verwiesen. Neben den dort genannten Kosten für das Auslesen
und das Auswerten mobiler Datenträger sind für die Maßnahme weitere Kosten
für Ausbau der IT-Netzinfrastruktur, Unterstützung bei Projektmanagement,
IT-Architektur und Rollout sowie Mitarbeiterschulung entstanden. Diese
weiteren Kosten betragen für das Jahr 2017 1,066 Mio. Euro (Netto) und für das Jahr
2018 313 000 Euro (Netto). Insgesamt ergeben sich damit im Jahr 2017 Kosten
von 6,925 Mio. Euro (Netto) und für das Jahr 2018 von 2,092 Mio. Euro (Netto).
Für das Jahr 2019 werden Kosten in der Höhe wie im Jahr 2018 veranschlagt.
a) Zu welchem ungefähren Anteil verfügen Asylsuchende, deren Identität
bzw. Herkunft nach Auffassung des BAMF nicht hinreichend sicher
durch Dokumente geklärt ist, über mobile Datenträgergeräte, zu welchem
Anteil können diese technisch ausgelesen werden (gibt es diesbezüglich
Probleme – wenn ja, bitte darlegen), zu welchen Anteilen erfolgt das
Auslesen auf freiwilliger Basis bzw. in wie Fällen erfolgte bislang eine
Auslesung erst nach behördlichen Androhungen oder durch Zwang bzw.
gegen den Willen der Betroffenen (bitte jeweils so konkret und ausführlich
wie möglich antworten)?
Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 gaben etwa 34 Prozent der persönlichen
Erstantragsteller ohne Pass/Passersatz ab 14 Jahren an, dass Sie über ein Datenträger-
Gerät verfügen. Zu einem Anteil von ca. 73 Prozent konnten die Datenträger-
Geräte ausgelesen werden. Zu einem Anteil von ca. 27 Prozent konnten die
Datenträger-Geräte aus technischen Gründen nicht ausgelesen werden.
Asylsuchende werden lediglich unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflichten
aufgefordert, vorhandene Datenträger herauszugeben. Zwangsmaßnahmen wurden
bisher nicht angedroht oder durchgeführt.
b) In wie vielen der Fälle, in denen eine Datenauslesung erfolgte und ein
Ergebnisreport erstellt wurde, wurde dieser für das Asylverfahren durch
die jeweiligen Entscheider angefordert, in wie vielen dieser Fälle wurde
diesem Antrag nach entsprechender Prüfung durch einen Volljuristen
entsprochen bzw. erfolgte eine Ablehnung (bitte so differenziert und konkret
wie möglich antworten), und was waren die Gründe für entsprechende
Ablehnungen (bitte zumindest die wichtigsten typischen Gründe für eine
Ablehnung nennen)?
Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 wurden zu den wurden insgesamt 6 983
ausgelesenen Datenträgern von persönlichen Erstantragstellern ohne Pass/Passersatz ab
14 Jahren insgesamt 3 522 Datenträger-Auswertungsanträge gestellt.
Davon wurden bisher 2 053 Datenträger-Auswertungen freigegeben.
Ablehnungsgründe werden statistisch nicht erfasst.
c) In wie vielen dieser Fälle, in denen der Ergebnisreport der Auslegung für
das Asylverfahren verwandt wurde, hat dieser dazu geführt oder
maßgeblich dazu beigetragen, Angaben der Asylsuchenden zu ihrer Herkunft
bzw. Identität bzw. Staatsangehörigkeit zu widerlegen bzw. zu bestätigen
(bitte ausführen und so konkret wie möglich unter Angabe konkreter
Zahlen antworten)?
Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 führte die Ergebnisdokumentation der
Datenträger von persönlichen Erstantragstellern ohne Pass/Passersatz ab 14 Jahren
dazu, dass bei ca. 34 Prozent die Identität der Antragsteller bestätigt und bei
ca. 2 Prozent die Identität widerlegt werden konnte. In ca. 64 Prozent der Fälle
konnten keine verwertbaren Erkenntnisse aus der Ergebnisdokumentation
gewonnen werden.
12. Wie kann in den Fällen, in denen der Ergebnisreport der Datenauslesung für
das Asylverfahren freigegeben wird, davon die Rede sein, dass keine
milderen Mittel zur Klärung der Identität bzw. Herkunft als die Verwertung dieser
Daten zur Verfügung standen, vor dem Hintergrund, dass in all diesen Fällen
die Freigabe des Datenreports vor der Anhörung im Asylverfahren
stattfindet, d. h. dass nicht zunächst (vergeblich) versucht wurde, durch das
bewährte Mittel der Anhörung (durch gezielte Fragen usw.) die
Glaubwürdigkeit der individuellen Angaben zur Identität und Herkunft zu klären – was
nach Ansicht der Fragestellenden insbesondere mit Blick auf die
Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit des schweren Eingriffs in das Recht auf
informationelle Selbstbestimmung umso bedenklicher ist, als sich nach
Angaben der Bundesregierung in nur etwa zwei Prozent der Fälle einer
Datenauswertung widersprüchliche Angaben ergeben haben (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/3148, Antwort zu Frage 9, bitte ausführlich begründen)?
In der Gesetzesbegründung ist als regelmäßiger Zeitpunkt des Auslesens der
Datenträger die Registrierung vorgesehen. Um die Bearbeitungszeiten des
Asylverfahrens nicht zu beeinflussen, soll sich die Auswertung nicht
verfahrensverzögernd auswirken.
Der Hinweis auf die milderen Mittel ist Ausdruck des ohnehin zu beachtenden
Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes. Auf die Auswertung des Datenträgers wird
verzichtet, wenn die benötigte Information auf anderem Weg erreicht werden
kann. Kann die angegebene Identität und Staatsangehörigkeit nicht glaubhaft
gemacht werden, kann eine Datenträger-Auswertung erfolgen, um diese
Erkenntnisse zu erlangen.
13. Wie bewertet die Bundesregierung (bitte begründet darlegen) die bisherige
Bilanz der Datenträgerauswertungen durch das BAMF vor dem Hintergrund,
dass
a) nur bei einem Drittel aller von September 2017 bis Mai 2018
vorgenommenen Auslesungen diese Erkenntnisse dann auch im Asylverfahren
verwandt wurden (vgl. ebd., hier stellt sich insbesondere die Frage der
Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit der quasi „vorsorglichen“
Datenauslesung), und
Eine Datenauswertung ist nur zulässig, wenn dies zur Feststellung der Identität
und Staatsangehörigkeit erforderlich ist. Eine vorsorgliche Datenauswertung
findet nicht statt. Welche Erkenntnisse aus den ausgelesenen Daten zu gewinnen
sind, ergibt in jedem Fall erst die Auswertung.
b) sich in 65 Prozent der vorgenommenen Auswertungen kein relevanter
Informationsgehalt hinsichtlich Identität und Herkunft erkennen ließ, so die
Bundesregierung (ebd.), während sich in 33 Prozent der
Datenauswertungen die Aussagen der Asylsuchenden bestätigten (ebd.) und sich nur in
etwa zwei Prozent der Fälle „widersprüchliche Angaben“ ergaben (ebd.,
hier stellt sich insbesondere die Frage der Geeignetheit, Erforderlichkeit
und Verhältnismäßigkeit der Maßnahme)?
Bei der Datenauslesung wird geprüft, in welche Länder und in welchen Sprachen
kommuniziert worden ist, in welchen Ländern die eingerichteten Kontakte sind,
in welchen Ländern Browser aufgerufen wurden und welche Geodaten der
Datenträger enthält.
c) In welcher Weise wurden solche, sich infolge einer Datenauswertung
ergebenden „widersprüchlichen Angaben“ aufgeklärt, in welchem Umfang
(bitte in absoluten und relativen Zahlen und zumindest Schätzwerte
angeben) wurden dabei die Aussagen der Asylsuchenden im Endergebnis doch
bestätigt bzw. widerlegt bzw. blieben auch nach einer Anhörung und
weiteren Aufklärung noch Widersprüche (bitte ausführen)?
Ergeben sich Hinweise auf einen anderen Herkunftsstaat, wird versucht, diese
Punkte im Rahmen der Anhörung aufzuklären. Durch Vorhalte wird dem
Antragsteller Gelegenheit gegeben, Widersprüche oder Unklarheiten aufzuklären. Nach
den Erfahrungen des BAMF können in der Anhörung in der Regel die
Widersprüche zwischen der behaupteten Herkunft und den widersprechenden Hinweisen
aus der Auswertung nicht nachvollziehbar erklärt werden.
d) Welche Konsequenzen werden aus den oben dargestellten bisherigen
Ergebnissen der Datenauswertung gezogen, die nach Einschätzung der
Fragestellenden gerade nicht den Schluss zulassen, dass Angaben von
Asylsuchenden zu ihrer Herkunft bzw. Identität in einem größeren Umfang
falsch wären oder dass das Mittel des Auslesens von mobilen
Datenträgern von Asylsuchenden ein geeignetes und auch verhältnismäßiges
Mittel zur Klärung der Identität bzw. Herkunft von Asylsuchenden wäre (bitte
darlegen)?
Die ausgewerteten Daten können die Identität und Staatsangehörigkeit des
Antragstellers nicht belegen, liefern jedoch Erkenntnisse darüber, ob die Angaben
tatsächlich zutreffen können. Im Rahmen der Gesamtschau für die Entscheidung
über den Asylantrag liefert die Datenauswertung wichtige Informationen. So
kann beispielsweise das Asylverfahren bei Antragstellern, deren Angaben
bestätigt werden konnten, schneller abgeschlossen werden.
14. Wie viele Asylanträge wurden im zweiten Quartal 2018 bzw. im vorherigen
Quartal nach § 14a Absatz 2 des Asylgesetzes von Amts wegen für hier
geborene (oder eingereiste) Kinder von Asylsuchenden gestellt, wie viele
Asylanträge wurden in den genannten Zeiträumen von Kindern bzw. für Kinder
unter 16 Jahren bzw. von Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren bzw. von
unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gestellt (bitte jeweils in absoluten
Zahlen und in Prozentzahlen in Relation zur Gesamtzahl der Asylanträge
sowie die Gesamtzahl der Anträge unter 18-Jähriger und sich überschneidende
Teilmengen angeben), und wie hoch waren die jeweiligen (auch bereinigten)
Gesamtschutzquoten für die genannten Gruppen?
Die Gesamtschutzquote bei unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren lag im
zweiten Quartal 2018 bei 45,6 Prozent (erstes Quartal 2018: 45,7 Prozent), bei
Unbegleiteten im Alter von 16 bis unter 18 Jahren bei 52,3 Prozent (erstes Quartal
2018: 54 Prozent) und bei allen Personen unter 18 Jahren bei 46,3 Prozent (erstes
Quartal 2018: 46,7 Prozent).
Die sog. Gesamtschutzquote ohne Berücksichtigung formeller Asylablehnungen
bei unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren lag im zweiten Quartal 2018
bei 60,3 Prozent (erstes Quartal 2018 bei 74,5 Prozent), bei unbegleiteten
Minderjährigen im Alter von 16 bis unter 18 Jahren bei 58,9 Prozent (erstes Quartal
2018: 63,3 Prozent) und bei allen Personen unter 18 Jahren bei 60,6 Prozent
(erstes Quartal 2018:59,2 Prozent). Die weiteren Angaben können der folgenden
Tabelle entnommen werden. Teilmengen sind eingerückt zur beinhaltenden Menge
angegeben.
2. Quartal 2018
absolut Verhältnis zu Asylerstanträgen ge-samt
Asylerstanträge gesamt 36.523
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 18 Jahre
insgesamt
16.935 46,4%
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 16
Jahre
15.421 42,2%
unbegleitete Minderjährige unter 16 Jahre 197 0,5%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 2.316 6,3%
Asylerstanträge von Minderjährigen von 16 bis
unter 18 Jahre 1.514 4,1%
unbegleitete Minderjährige (16 bis unter 18
Jahre) 742 2,0%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 28 0,1%
1. Quartal 2018
absolut Verhältnis zu Asylerstanträgen ge-samt
Asylerstanträge gesamt 40.932
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 18 Jahre
insgesamt
17.835 43,6%
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 16
Jahre
15.977 39,0%
unbegleitete Minderjährige unter 16 Jahre 278 0,7%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 2.124 5,2%
Asylerstanträge von Minderjährigen von 16 bis
unter 18 Jahre 1.858 4,5%
unbegleitete Minderjährige (16 bis unter 18
Jahre) 1.047
2,6%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 5 0,0%
15. Wie viele unbegleitete Minderjährige (d. h. unter 18-Jährige) haben im
zweiten Quartal 2018 einen Asylerstantrag gestellt (bitte aufgliedern nach
wichtigsten Herkunftsländern und Bundesländern), und welche
Asylentscheidungen ergingen bei unbegleiteten Minderjährigen im genannten Zeitraum (bitte
nach verschiedenen Schutzstatus und wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
2. Quartal 2018 Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
Herkunftsländer gesamt 939
darunter
Afghanistan 246
Eritrea 151
Somalia 133
Guinea 114
Syrien 70
Irak 62
Gambia 43
Iran 20
Nigeria 14
Algerien 13
Sierra Leone 13
Ungeklärt 12
Türkei 10
Marokko 9
Äthiopien 8
2. Quartal 2018 Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
Bundesländer gesamt 939
darunter
Baden-Württemberg 165
Bayern 151
Berlin 133
Brandenburg 114
Bremen 70
Hamburg 62
Hessen 43
Mecklenburg-Vorpommern 20
Niedersachsen 14
Nordrhein-Westfalen 13
Rheinland-Pfalz 13
Saarland 12
Sachsen 10
Sachsen-Anhalt 9
Schleswig-Holstein 8
Thüringen 165
2. Quartal 2018
Entscheidungen über Erstanträge
insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigt
(Art. 16a GG u.
Fam.Asyl)
Anerkennung
als Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Subsidiärer
Schutz
gem. § 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem. § 60
V/VII AufenthG
Gesamt 1.095 - 115 236 254
darunter
Afghanistan 305 - 26 19 142
Eritrea 88 - 5 78 -
Somalia 162 - 39 31 29
Guinea 107 - 8 1 26
Syrien 114 - 16 84 2
Irak 91 - 3 7 21
Gambia 31 - - - 11
Iran 8 - 3 - -
Nigeria 9 - 3 - -
Algerien 12 - - - 2
Sierra Leone 11 - 3 - 2
Ungeklärt 9 - 2 - 1
Türkei 6 - 1 - -
Marokko 8 - - 1 -
Äthiopien 16 - 1 1 2
16. Inwieweit wurde bislang das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom
12. April 2018 (Rechtssache C-550/16) umgesetzt, wonach beim
Familiennachzugsanspruch von minderjährigen Asylsuchenden auf das
(minderjährige) Alter zum Zeitpunkt der Asylantragstellung abzustellen ist, welche
Regelungen wurden diesbezüglich insbesondere in Verantwortung des
Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und des BAMF getroffen (bitte
begründet darlegen), und welche Änderungen gegenüber der bisherigen
Rechtslage und Praxis sind in Bezug auf dieses Urteil nach Ansicht der
Bundesregierung erforderlich (bitte begründet darlegen und auflisten)?
Die Bundesregierung befindet sich hierzu derzeit in der Abstimmung.
17. Wie viele unbegleitete Minderjährige wurden im zweiten Quartal 2018 an
welchen Grenzen durch die Bundespolizei aufgegriffen, wie viele von ihnen
wurden an die Jugendämter übergeben, wie viele von ihnen wurden
zurückgewiesen oder zurückgeschoben (bitte nach den fünf wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
Im zweiten Quartal 2018 wurden 15 Zurückweisungen und 14
Zurückschiebungen von Alleinreisenden minderjährigen ausländischen Staatsangehörigen
vollzogen. An Jugendämter wurden 348 unbegleitete Minderjährige übergeben.
Insgesamt wurden 381 unbegleitete Minderjährige durch die Bundespolizei
festgestellt. Weitere Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
2. Quartal 2018
Grenze
Anzahl
unbegleiteter Minderjähriger
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Gesamtergebnis 381 15 14 348
Schweiz 101 7 92
Frankreich 94 7 87
Belgien 65 64
Österreich 47 10 37
Dänemark 37 37
Flughäfen 12 5 6
Seehäfen 9 9
Polen 6 6
Tschechische Republik 5 5
Niederlande 4 4
Luxemburg 1 1
2. Quartal 2018
Staatsangehörigkeit
(Top-5)
Anzahl unbegleiteter
Minderjähriger
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Gesamtergebnis 381 15 14 348
Afghanistan 65 2 63
Eritrea 46 5 41
Marokko 38 3 35
Somalia 36 1 33
Algerien 33 1 2 29
Etwaige Differenzen zwischen der Zahl der festgestellten unbegleiteten Minderjährigen und den aufgeführten Maßnahmen erklären sich aus
sonstigen Maßnahmen der Grenzbehörden, etwa der Übergabe an zur Abholung berechtigte Personen.
18. Wie viele Asylanträge wurden im zweiten Quartal 2018 bzw. im vorherigen
Quartal als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt (bitte Angaben
differenziert nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern machen und zudem jeweils
in Relation zur Gesamtzahl der Ablehnungen setzen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
2. Quartal 2018 Ablehnung insgesamt darunter: als offensichtlich unbegründet abgelehnt
Anteil an Ablehnungen
gesamt
insgesamt 17.752 4.292 24,2%
darunter:
Syrien 14 0 0,0%
Irak 1.809 42 2,3%
Nigeria 1.361 181 13,3%
Afghanistan 1.460 35 2,4%
Iran 1.039 32 3,1%
Türkei 1.103 115 10,4%
Eritrea 99 3 3,0%
Somalia 482 8 1,7%
Ungeklärt 357 163 45,7%
Russische Föderation 946 63 6,7%
Georgien 978 514 52,6%
Guinea 445 68 15,3%
Pakistan 648 88 13,6%
Aserbaidschan 304 46 15,1%
Albanien 431 421 97,7%
1. Quartal 2018 Ablehnung insgesamt darunter: als offensichtlich unbegründet abgelehnt
Anteil an Ablehnungen
gesamt
insgesamt 27.465 6.644 24,2%
darunter:
Syrien 38 18 0,1%
Irak 2.427 76 8,8%
Nigeria 1.768 164 6,4%
Afghanistan 3.160 37 11,5%
Iran 1.446 21 5,3%
Türkei 1.182 106 4,3%
Georgien 2.020 956 7,4%
Eritrea 68 7 0,3%
Somalia 484 21 1,8%
Ungeklärt 721 381 2,6%
Russische Föderation 1.532 105 5,6%
Guinea 582 70 2,1%
Pakistan 1.065 119 3,9%
Gambia 1.217 322 4,4%
Armenien 808 214 2,9%
19. Wie viele so genannte Flughafenverfahren wurden im zweiten Quartal 2018
an welchen Flughafenstandorten mit welchem Ergebnis durchgeführt (bitte
auch Angaben zum Anteil der unbegleiteten Minderjährigen und den zehn
wichtigsten Herkunftsländern machen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden. Im
Berichtszeitraum wurden keine unbegleiteten Antragsteller unter 18 Jahren an Flughäfen
erfasst:
2. Quartal 2018
Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen
nach Antragstellung
Herkunftsland Aktenanlage Mitteilung § 18a VI offens. unbegründet eingestellt
Gesamt 139 47 71 0
darunter
Syrien 3 2 0 0
Irak 8 4 0 5
Afghanistan 4 4 0 0
Iran 36 14 0 11
Türkei 7 2 0 5
Eritrea 2 0 0 0
Somalia 0 0 0 0
Ungeklärt 1 0 0 1
Russische Föderation 7 2 0 5
Guinea 4 0 0 0
2. Quartal 2018 Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen nach Antragstellung
Flughafen Aktenanlage Mitteilung § 18a VI offens. unbegründet eingestellt
139 47 0 71
darunter
Düsseldorf 1 0 0 0
Berlin 8 3 0 3
Frankfurt/Flughafen 109 44 0 64
München 19 0 0 2
Hamburg 2 0 0 2
20. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die statistischen Daten zu
Rechtsmitteln und Gerichtsentscheidungen im Bereich Asyl für das
bisherige Jahr 2018 (bitte jeweils in der Differenzierung wie auf
Bundestagsdrucksache 19/3148 in der Antwort zu Frage 15 darstellen: Asylverfahren,
Widerrufsverfahren, Eilanträge in Dublin-Verfahren, unterschiedliche
Instanzen, Verfahrensdauern – hier bitte noch zusätzlich die Verfahrensdauern
für Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes bzw. nach § 80 Absatz 5 der
Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) darstellen; neben der Differenzierung
nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern bitte in jedem Fall auch Angaben
zu den sicheren Herkunftsstaaten sowie zu Marokko, Tunesien, Algerien,
Georgien, Armenien und der Türkei machen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Erst- und Folgeanträge
01.01. –
30.06. 2018 Klagen Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl Art.16a
GG u. Fam.
Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschiebungsverbot Ablehnungen
sonst.
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut Anteil absolut Anteil
Gesamt 78.978 86.953 94 8.152 1.277 5.676 32.637 37,5% 39.117 45,0% 342.722
darunter
Afghanistan 8.499 13.873 0 742 723 4.056 3.951 28,5% 4.401 31,7% 72.342
Syrien 8.244 19.170 15 5.093 37 488 8.817 46,0% 4.720 24,6% 45.402
Irak 7.678 8.092 2 306 207 254 3.818 47,2% 3.505 43,3% 37.640
Nigeria 6.230 3.349 3 23 2 107 1.349 40,3% 1.865 55,7% 17.890
Iran 4.164 2.782 29 555 9 36 800 28,8% 1.353 48,6% 15.814
Russische
Föderation
4.157 3.497 0 75 22 92 872 24,9% 2.436 69,7% 17.674
Somalia 2.827 1.720 0 60 100 92 213 12,4% 1.255 73,0% 8.060
Georgien 2.724 1.595 0 3 5 12 645 40,4% 930 58,3% 4.662
Pakistan 2.703 4.122 0 283 12 36 2.161 52,4% 1.630 39,5% 15.119
Gambia 2.685 1.509 0 2 1 6 473 31,3% 1.027 68,1% 7.475
Türkei 2.678 1.209 4 36 5 8 297 24,6% 859 71,1% 8.704
Armenien 1.997 1.657 0 3 21 48 700 42,2% 885 53,4% 7.909
Ungeklärt 1.823 1.642 0 207 14 54 432 26,3% 935 56,9% 6.809
Aserbaidschan 1.818 1.379 0 10 5 14 446 32,3% 904 65,6% 5.880
Erst- und Folgeanträge
01.01. –
30.06. 2018 Klagen Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl Art.16a
GG u. Fam.
Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschiebungsverbot Ablehnungen
sonst.
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut Anteil absolut Anteil
Eritrea 1.761 1.458 0 124 26 27 328 22,5% 953 65,4% 4.843
Algerien 560 508 0 2 0 6 192 37,8% 308 60,6% 1.284
Marokko 506 559 0 10 0 5 244 43,6% 300 53,7% 1.131
Tunesien 210 214 0 6 0 0 67 31,3% 141 65,9% 416
Albanien 701 1.215 0 0 0 13 423 30,3% 944 67,5% 3.275
Serbien 701 1.215 0 0 0 13 314 25,8% 888 73,1% 2.433
Mazedonien 688 1.033 0 0 0 15 338 32,7% 680 65,8% 1.935
Ghana 508 547 0 1 0 6 215 39,3% 325 59,4% 1.786
Kosovo 470 973 0 2 0 51 272 28,0% 648 66,6% 2.263
Bosnien und
Herzegowina
227 305 0 0 0 12 107 35,1% 186 61,0% 682
Senegal 195 207 1 0 2 5 103 49,8% 96 46,4% 555
Montenegro 80 151 0 0 0 2 48 31,8% 101 66,9% 285
Erst- und Folgeanträge
01.01. –
30.06. 2018 Berufungen Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl Art.16a
GG u. Fam.
Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschiebungsverbot
Ablehnungen
sonst.
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut Anteil absolut Anteil
Gesamt 923 824 0 13 1 25 512 62,1% 273 33,1% 1.448
darunter
Syrien 603 610 0 8 0 23 476 78,0% 103 16,9% 997
Afghanistan 147 101 0 0 0 0 4 4,0% 97 96,0% 172
Guinea 19 13 0 0 0 0 7 53,8% 6 46,2% 6
Elfenbeinküste
(Cote d Ivoire)
18 19 0 0 0 0 7 36,8% 12 63,2% 4
Ungeklärt 12 19 0 2 0 0 6 31,6% 11 57,9% 26
Irak 11 2 0 0 0 0 0 0,0% 2 100,0% 31
Somalia 11 14 0 0 1 1 1 7,1% 11 78,6% 28
Eritrea 10 0 0 0 0 0 0 0 14
sonst. asiat.
Staatsangeh.
8 5 0 3 0 0 0 0,0% 2 40,0% 16
Albanien 7 1 0 0 0 0 0 0,0% 1 100,0% 7
Armenien 7 4 0 0 0 0 0 0,0% 4 100,0% 10
Russische
Föderation
7 3 0 0 0 0 1 33,3% 2 66,7% 16
Äthiopien 6 0 0 0 0 0 0 0 10
Erst- und Folgeanträge
01.01. –
30.06. 2018 Berufungen Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl Art.16a
GG u. Fam.
Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschiebungsverbot
Ablehnungen
sonst.
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut Anteil absolut Anteil
Pakistan 6 8 0 0 0 0 0 0,0% 8 100,0% 14
Staatenlos 6 5 0 0 0 0 4 80,0% 1 20,0% 9
Algerien 1 0 0 0 0 0 0 0,0% 2 100,0% 5
Marokko 1 2 0 0 0 0 1 50,0% 1 50,0% 0
Tunesien 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Georgien 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Türkei 0 1 0 0 0 0 0 0,0% 1 100,0% 3
Serbien 2 2 0 0 0 0 0 0,0% 2 100,0% 5
Mazedonien 1 1 0 0 0 0 1 100,0% 0 0,0% 0
Ghana 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Kosovo 4 0 0 0 0 0 0 0 13
Bosnien und
Herzegowina
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Senegal 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Montenegro 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Erst- und Folgeanträge
01.01. –
30.06. 2018 Revisionen Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl Art.16a
GG u. Fam.
Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschiebungsverbot Ablehnungen
sonst.
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut Anteil absolut Anteil
Gesamt 22 3 0 0 0 0 2 66,7% 1 33,3% 45
darunter
Eritrea 6 2 0 0 0 0 2 100,0% 0 0,0% 7
sonst. asiat.
Staatsangeh. 5 0 0 0 0 0 0 0 8
Syrien 4 1 0 0 0 0 0 0,0% 1 100,0% 8
Ungeklärt 3 0 0 0 0 0 0 0 3
Afghanistan 2 0 0 0 0 0 0 0 3
Mauretanien 2 0 0 0 0 0 0 0 2
Iran 0 0 0 0 0 0 0 0 4
Russische
Föderation 0 0 0 0 0 0 0 0 1
Staatenlos 0 0 0 0 0 0 0 0 9
Widerrufsverfahren
01.01. – 30.06. 2018 Klagen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
insgesamt
Widerruf Art. 16a
GG/
Flüchtlingseigenschaft / subs.
Schutz
kein Widerruf
sonst.
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Gesamt 139 86 35 40,7% 7 8,1% 44 51,2% 425
darunter
Syrien 41 17 6 35,3% 1 5,9% 10 58,8% 83
Afghanistan 24 15 2 13,3% 3 20,0% 10 66,7% 66
Irak 22 10 2 20,0% 1 10,0% 7 70,0% 63
Russische
Föderation
9 0 0
0
0
23
Ungeklärt 8 7 6 85,7% 0 0,0% 1 14,3% 32
Somalia 6 1 0 0,0% 0 0,0% 1 100,0% 9
Jordanien 4 2 1 50,0% 0 0,0% 1 50,0% 4
Marokko 3 1 0 0,0% 0 0,0% 1 100,0% 3
Pakistan 3 0 0 0 0 7
Türkei 3 7 4 57,1% 0 0,0% 3 42,9% 40
Armenien 2 0 0 0 0 5
Aserbaidschan 2 2 0 0,0% 1 50,0% 1 50,0% 8
Eritrea 2 1 0 0,0% 0 0,0% 1 100,0% 6
Kosovo 2 9 7 77,8% 0 0,0% 2 22,2% 5
Mazedonien 2 1 0 0,0% 0 0,0% 1 100,0% 1
Georgien 0 0 0 0 0 1
Marokko 0 0 0 0 0 1
Serbien 0 0 0 0 0 8
Tunesien 1 1 1 100,0% 0 0,0% 0 0,0% 1
Widerrufsverfahren
01.01. –
30.06. 2018 Berufungen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
insgesamt
Widerruf Art. 16a
GG/
Flüchtlingseigenschaft / subs.
Schutz
kein Widerruf
sonst.
Verfahrenserledigungen (z.B.
Rücknahmen)
absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Gesamt 1 0 0 0 0 13
darunter
Afghanistan 1 0 0 0 0 5
Irak 0 0 0 0 0 4
Togo 0 0 0 0 0 3
Türkei 0 0 0 0 0 1
Es gab im Betrachtungszeitraum keine Revisionen bei Widerrufsverfahren.
Durchschnittliche Dauer gerichtlicher Verfahren in Monaten
Verfahrensdauer Erst- und Folgeanträge: Verfahrensdauer Widerrufe:
01.01. – 30.06. 2018 11,2 15,8
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
01.01. – 30.06. 2018 abgelehnt stattgegeben Gesamtentscheidungen
Belgien 257 39 296
Bulgarien 111 172 283
Dänemark u. Färöer 295 24 319
Estland 26 1 27
Finnland 223 20 243
Frankreich 685 84 769
Griechenland 14 14 28
Großbritannien mit Nordirland 8 5 13
Irland 1 1
Island 10 1 11
Italien 4.579 1.476 6.055
Kroatien 108 8 116
Lettland 51 11 62
Litauen 267 34 301
Luxemburg 2 1 3
Malta 67 20 87
Niederlande 334 34 368
Norwegen 227 23 250
Österreich 330 6 336
Polen 801 105 906
Portugal 199 12 211
Rumänien 331 100 431
Schweden 617 52 669
Schweiz 294 19 313
Slowakische Republik 42 1 43
Slowenien 88 9 97
Spanien 706 63 769
Tschechische Republik 188 32 220
Ungarn 44 5 49
Zypern 9 9
Verfahrensdauer Eilanträge im Dublinverfahren (in Tagen)
Zeitraum: 1. Januar bis 30. Juni 2018
Herkunftsländer
Antrag nach § 80
Abs. 5 VwGO
Antrag nach § 80
Abs. 7 VwGO
Antrag nach § 123
VwGO
Gesamtergebnis 58,5 30,4 31,4
davon
Syrien 68,2 24,9 19,6
Irak 63,5 21,8 26,2
Nigeria 63,0 29,3 50,5
Afghanistan 52,9 22,3 35,3
Iran 57,2 18,4 16,3
Türkei 59,2 34,9 24,5
Eritrea 35,4 37,6 42,9
Somalia 63,2 41,0 32,7
Ungeklärt 60,9 11,3 26,8
Russische Föderation 101,1 61,1 45,2
Georgien 43,7
Guinea 57,2 22,6 33,0
Pakistan 44,4 25,6 19,0
Aserbaidschan 54,7 21,9 26,9
Albanien 51,6
3,0
Marokko 50,0 17,3 102,0
Tunesien 49,5 111,0
Algerien 52,5 10,0 92,0
Armenien 52,1 28,7 10,7
Verfahrensdauer Eilanträge (in Tagen)
Zeitraum: 1. Januar bis 30. Juni 2018
Herkunftsländer
Antrag nach § 80 Abs. 5
VwGO
Antrag nach § 80 Abs. 7
VwGO
Antrag nach § 123
VwGO
Gesamt 63,9 34,7 35,4
Syrien 67,2 36,6 25,1
Irak 60,6 26,7 31,4
Nigeria 86,7 38,5 44,2
Afghanistan 57,5 28,9 43,1
Iran 61,4 19,5 26,6
Türkei 58,8 26,4 29,9
Eritrea 52,2 50,6 42,7
Somalia 68,3 59,8 40,9
Ungeklärt 57,8 39,5 27,7
Russische Föderation 94,2 45,8 28,4
Georgien 29,7 22,8 21,5
Guinea 51,3 24,5 37,5
Pakistan 88,0 41,8 52,0
Aserbaidschan 50,6 22,8 23,3
Albanien 50,4 37,8 26,7
Marokko 53,8 13,8 31,1
Tunesien 72,0 83,5 12,5
Algerien 45,2 37,6 57,2
Armenien 46,3 23,7 17,2
a) Wie viele Klagen und wie viele Berufungen (oder Anträge auf
Berufungszulassung usw.) sind derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung
anhängig in Verfahren, in denen subsidiär Schutzberechtigte auf einen
Flüchtlingsstatus klagen (bitte auch nach Bundesländern und den zehn
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und wie viele dieser Verfahren
wurden im bisherigen Jahr 2018 mit welchem Ergebnis entschieden (bitte
ebenfalls nach Bundesländern und den zehn wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
Die folgenden Rechtsmittel gegen vom BAMF auf subsidiären Schutz
entschiedene Asylanträge waren zum Stichtag 30. Juni 2018 anhängig:
anhängige Rechtsmittel gegen subsidiären Schutz zum 30.06.2018
nach
Staatsangehörigkeiten
Klage Antrag auf
Zulassung
der Berufung
Berufungen
Nichtzulassungsbeschwerden
Revisionen Summe
anhängige
Rechtsmittel
Gesamt 48.114 3.892 950 9 13 52.978
darunter:
Syrien 36.085 3.538 894 9 2 40.528
Irak 4.820 56 4 4.880
Ungeklärt 2.038 92 18 3 2.151
Eritrea 1.748 46 7 1.801
Afghanistan 989 5 994
Staatenlos 666 106 7 779
Somalia 426 1 427
Jemen 335 5 340
sonst. asiat. Staatsangeh. 238 36 15 8 297
Iran 128 128
anhängige Rechtsmittel gegen subsidiären Schutz zum 30.06.2018
nach Bundesländern Klage Antrag auf
Zulassung
der Berufung
Berufungen
Nichtzulassungsbeschwerden
Revisionen Summe
anhängige
Rechtsmittel
Gesamt 48.114 3.892 950 9 13 52.978
davon
Baden-Württemberg 6.203 27 24 2 6.256
Bayern 3.103 951 36 4.090
Berlin 5.364 134 24 1 5.523
Brandenburg 1.796 8 1.804
Bremen 289 1 11 301
Hamburg 1.217 45 2 1.264
Hessen 7.225 276 33 7.534
Mecklenburg-
Vorpommern 314 114 38 466
Niedersachsen 5.814 1.215 345 3 7.377
Nordrhein-Westfalen 12.141 328 60 3 12.532
Rheinland-Pfalz 847 54 77 978
Saarland 193 1 208 2 11 415
Sachsen 850 112 3 965
Sachsen-Anhalt 738 115 1 854
Schleswig-Holstein 1.322 395 78 1.795
Thüringen 698 116 10 824
Im Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2018 wurde bei folgenden Rechtsmitteln wie
dargestellt entschieden:
Klagen:
nach
Staatsangehörigkeiten
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gem.
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Keine
Verbesserung
Gesamt 20.142 18 5.714 14.410
davon
Syrien 16.554 15 5.013 11.526
Irak 1.309 1 92 1.216
Ungeklärt 713 187 526
Eritrea 530 98 432
Staatenlos 354 199 155
Afghanistan 269 28 241
sonst. asiat. Staatsangeh. 98 37 61
Somalia 93 21 72
Jemen 69 1 3 65
Sudan (ohne Südsudan) 35 16 19
nach Bundesländern Summe Entscheidungen
Anerkennungen gem.
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG Keine Verbesserung
Gesamt 20.142 18 5.714 14.410
davon
Baden-Württemberg 2.526 1.631 895
Bayern 1.296 520 776
Berlin 762 77 685
Brandenburg 48 5 43
Bremen 203 43 160
Hamburg 633 45 588
Hessen 1.756 1.038 718
Mecklenburg-Vorpommern 286 32 254
Niedersachsen 1.472 8 286 1.178
Nordrhein-Westfalen 6.167 7 1.336 4.824
Rheinland-Pfalz 1.800 1 118 1.681
Saarland 250 6 244
Sachsen 542 1 160 381
Sachsen-Anhalt 835 285 550
Schleswig-Holstein 1.217 1 27 1.189
Thüringen 349 105 244
Anträge auf Zulassung der Berufung:
nach Staatsangehörigkeiten Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 1.826 569 1.013 244
Davon
Syrien 1.674 546 892 236
Ungeklärt 55 8 45 2
Irak 36 36
Eritrea 26 5 18 3
sonst. asiat. Staatsangeh. 14 6 5 3
Staatenlos 9 4 5
Afghanistan 9 9
Bangladesch 1 1
Somalia 1 1
Iran 1 1
nach Bundesländern Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 1.826 569 1.013 244
davon
Baden-Württemberg 118 16 95 7
Bayern 61 8 38 15
Berlin 189 17 167 5
Brandenburg 4 4
Bremen 17 10 7
Hamburg 40 1 38 1
Hessen 47 6 18 23
Mecklenburg-Vorpommern 62 30 32
Niedersachsen 439 324 82 33
Nordrhein-Westfalen 419 98 321
Rheinland-Pfalz 89 2 81 6
Saarland 4 3 1
Sachsen 162 3 10 149
Sachsen-Anhalt 88 88
Schleswig-Holstein 66 43 23
Thüringen 21 8 8 5
Berufungen:
nach Staatsangehörigkeiten Summe Entscheidungen
Anerkennungen
gem. Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Keine
Verbesserung
Gesamt 608 12 596
davon
Syrien 581 7 574
Ungeklärt 17 2 15
sonst. asiat. Staatsangeh. 5 3 2
Staatenlos 5 5
nach Bundesländern Summe Entscheidungen Anerkennungen gem. Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG Keine Verbesserung
Gesamt 608 12 596
davon
Baden-Württemberg
Bayern 3 3
Berlin 2 2
Bremen 2 2
Hamburg 5 5
Hessen 5 5
Mecklenburg-
Vorpommern 3 2 1
Niedersachsen 158 158
Nordrhein-Westfalen 50 50
Rheinland-Pfalz 200 200
Saarland 126 6 120
Sachsen 11 4 7
Schleswig-Holstein 42 42
Thüringen 1 1
Nichtzulassungsbeschwerden:
nach Staatsangehörigkeiten Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 14
9 5
Davon
Syrien 14 9 5
nach Bundesländern Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 14 9 5
Davon
Niedersachsen 10 7 3
Nordrhein-Westfalen 3 - 2 1
Saarland 1 - 1
Revisionen:
nach Staatsangehörigkeiten Summe Entscheidungen Anerkennungen gem. Art. 16a GG Flüchtlingsschutz gem. § 3 I AsylG Keine Verbesserung
Gesamt 2 2
davon
Eritrea 2 2
nach Bundesländern Summe Entscheidungen Anerkennungen gem. Art. 16a GG Flüchtlingsschutz gem. § 3 I AsylG Keine Verbesserung
Gesamt 2 2
davon
Berlin 2 2
b) Wie viele Berufungen bzw. Anträge auf Zulassung der Berufung wurden
bislang im Jahr 2018 durch das BAMF bzw. durch Geflüchtete bzw. deren
rechtsanwaltliche Vertretung gestellt, und wie war der Ausgang dieser
Verfahren (bitte auch nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern und
Bundesländern differenzieren und gesonderte Angaben zu „Upgrade-
Klagen“ gegen subsidiären Schutz machen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
1. Anträge auf Zulassung der Berufung – Rechtsmittelführer: Antragssteller bzw.
rechtsanwaltliche Vertretung:
Anträge auf Zulassung der Berufung – Rechtsmittelführer: Antragssteller bzw. rechtsanwaltliche Vertretung
01. 01. – 30.06.2018
nach Staatsangehörigkeiten
eingelegt
Entscheidungen
insgesamt
Stattgabe des
Antrags bezgl.
Art. 16a GG
Stattgabe
des Antrags
bezgl. § 3 I
AsylG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
§ 60 II,III,V,
VII AufenthG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
Abschiebungsandrohung
Ablehnung
des Antrags
Einstellung
d. Antrags
(z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 7.952 5.858 77 120 110 8 5.324 219
darunter:
Afghanistan 1.518 1.101 10 15 102 - 938 36
Syrien 1.198 867 25 74 2 1 720 45
Irak 1.014 731 2 4 - 2 708 15
Pakistan 699 554 3 1 2 - 528 20
Russische Föderation 382 195 5 2 - - 183 5
Ukraine 351 256 - - - - 241 15
Nigeria 341 315 1 - 1 - 309 4
Armenien 250 135 1 - - 4 126 4
Iran 246 168 - 2 - - 163 3
Aserbaidschan 205 199 - 5 1 - 186 7
davon sog. Aufstockungsklagen
nach Staatsangehörigkeiten Eingelegt Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 1235 859 69 748 42
davon
Syrien 1093 768 67 661 40
Irak 47 36 36
Eritrea 28 21 1 18 2
Ungeklärt 20 13 1 12
sonst. asiat. Staatsangeh. 15 5 5
Staatenlos 14 4 4
Afghanistan 11 9 9
Jemen 5 0
Somalia 1 1 1
Sudan (ohne Südsudan) 1 0
Anträge auf Zulassung der Berufung – Rechtsmittelführer: Antragssteller bzw. rechtsanwaltliche Vertretung
01. 01. – 30.06.2018
Nach Bundesland
eingelegt Entscheidungen insgesamt
Stattgabe des
Antrags bezgl.
Art. 16a GG
Stattgabe
des Antrags
bezgl.
§ 3 I AsylG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
§ 60 II,III,V,
VII AufenthG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
Abschiebungsandrohung
Ablehnung
des Antrags
Einstellung
d. Antrags
(z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 7.952 5.858 77 120 110 8 5.324 219
Baden-
Württemberg
379 335 1 27 20 - 266 21
Bayern 1.822 1.473 6 15 24 - 1.395 33
Berlin 213 128 1 3 - 1 110 13
Brandenburg 72 41 - 1 - - 39 1
Bremen 18 12 - - - - 12 -
Hamburg 181 93 - 2 - - 90 1
Hessen 704 320 - 5 1 - 270 44
Mecklenburg-
Vorpommern
429 164 5 36 - - 118 5
Niedersachsen 574 436 2 7 1 - 410 16
Nordrhein-
Westfalen
1.389 1.451 14 13 1 4 1.392 27
Rheinland-
Pfalz
622 432 8 2 2 - 401 19
Saarland 13 9 1 1 - - 7 -
Sachsen 780 635 39 5 61 - 502 28
Sachsen-
Anhalt
182 118 - - - - 115 3
Schleswig-
Holstein
503 150 - 3 - 3 138 6
Thüringen 70 61 - - - - 59 2
unbekannt 1 - - - - - - -
nach Bundesland Eingelegt Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 1235 859 69 748 42
davon
Baden-Württemberg 83 78 16 55 7
Bayern 45 43 1 37 5
Berlin 15 11 3 8
Brandenburg 5 4 4
Hamburg 2 7 7
Hessen 51 38 38
Mecklenburg-
Vorpommern 141 36 4 17 15
Niedersachsen 120 60 30 30
Nordrhein-Westfalen 107 92 6 79 7
Rheinland-Pfalz 306 322 5 317
Sachsen 52 87 1 80 6
Sachsen-Anhalt 1 1 1
Schleswig-Holstein 34 13 3 10
Thüringen 42 36 36
2. Anträge auf Zulassung der Berufung – Rechtsmittelführer: BAMF
Anträge auf Zulassung der Berufung – Rechtsmittelführer: BAMF 01. 01. – 30.06.2018
nach
Staatsangehörigkeiten eingelegt Entscheidungen insgesamt
Stattgabe
des Antrags
bezgl. Art. 16a
GG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
§ 3 I AsylG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
§ 60 II,III,V,VII
AufenthG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
Abschiebungsandrohung
Ablehnung
des Antrags
Einstellung d.
Antrags (z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 1.311 1.209 42 508 10 - 435 214
Syrien 827 991 - 482 - - 309 200
Afghanistan 124 36 - - 1 - 30 5
Äthiopien 93 4 - - - - 2 2
Irak 70 13 - - 1 - 12 -
Ungeklärt 27 45 - 7 - - 36 2
Eritrea 22 12 - 5 - - 6 1
Elfenbeinküste
(Cote d Ivoire)
21 21 16 1 - - 4 -
Guinea 19 20 17 - - - 3 -
Sudan (ohne
Südsudan)
18 2 - - - - 2 -
Somalia 17 16 2 - 2 - 11 1
davon sog. Aufstockungsklagen
nach Staatsangehörigkeiten Eingelegt Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 716 967 500 265 202
davon
Syrien 650 906 479 231 196
Ungeklärt 19 42 7 33 2
Irak 15 0
Eritrea 14 5 4 1
Staatenlos 10 5 4 1
sonst. asiat. Staatsangeh. 5 9 6 3
Sudan (ohne Südsudan) 3 0
Anträge auf Zulassung der Berufung – Rechtsmittelführer: BAMF
01. 01. – 30.06.2018
Nach
Bundesland eingelegt Entscheidungen insgesamt
Stattgabe
des Antrags
bezgl. Art. 16a
GG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
§ 3 I AsylG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
§ 60 II,III,V,VII
AufenthG
Stattgabe des
Antrags bezgl.
Abschiebungsandrohung
Ablehnung
des Antrags
Einstellung d.
Antrags (z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 1.311 1.209 42 508 10 - 435 214
Baden-
Württemberg
59 46 - 1 - - 45 -
Bayern 246 38 - 7 7 - 11 13
Berlin 35 180 - 14 - - 161 5
Brandenburg 2 - - - - - - -
Bremen 10 10 - 10 - - - -
Hamburg 43 9 - 1 - - 7 1
Hessen 55 16 - 2 - - 6 8
Mecklenburg-
Vorpommern
14 2 - - - - 2 -
Niedersachsen 207 430 41 323 2 - 34 30
Nordrhein-
Westfalen
279 102 - 94 1 - 7 -
Rheinland-
Pfalz
7 2 - 1 - - 1 -
Saarland 145 94 - 4 - - 90 -
Sachsen 21 151 - - - - 2 149
Sachsen-
Anhalt
126 72 1 - - - 66 5
Schleswig-
Holstein
7 44 - 43 - - 1 -
Thüringen 55 13 - 8 - - 2 3
nach Bundesland Eingelegt Summe Entscheidungen Stattgabe des Antrages Ablehnung des Antrages Einstellung des Antrages
Gesamt 716 967 500 265 202
davon
Baden-Württemberg 39 40 40
Bayern 84 18 7 1 10
Berlin 17 178 14 159 5
Brandenburg 1 0
Bremen 3 10 10
Hessen 8 2 1 1
Niedersachsen 27 11 2 1 8
Nordrhein-Westfalen 5 2 2
Rheinland-Pfalz 89 347 318 3 26
Saarland 270 97 93 4
Sachsen 6 2 1 1
Sachsen-Anhalt 3 3
Schleswig-Holstein 11 149 149
Thüringen 108 52 52
3. Berufung – Rechtsmittelführer: Antragssteller bzw. rechtsanwaltliche Vertretung
Berufung – Rechtsmittelführer: Antragssteller bzw. rechtsanwaltliche Vertretung 01. 01. – 30.06.2018
nach
Staatsangehörigkeiten
eingelegt Entscheidungen insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigte
(Art.16a GG
u.
Familienasyl)
Anerkennung als
Flüchtling
gem.
§ 3 I AsylG
Gewährung
von
subsidiärem
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem.
§ 60V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgelehnt/
offens.
unbegr.
abgelehnt)
kein
weiteres
Verfahren
formelle
Verfahrenserledigungen
(z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 340 158 - 4 - 12 14 1 127
Afghanistan 146 100 - - - - 4 - 96
Syrien 108 29 - 4 - 11 6 - 8
Irak 10 1 - - - - - - 1
Russische
Föderation
7 1 - - - - 1 - -
Somalia 6 3 - - - - 1 - 2
Äthiopien 6 - - - - - - - -
Pakistan 6 7 - - - - - 1 6
Eritrea 5 - - - - - - - -
Tadschikistan 5 - - - - - - - -
Armenien 5 2 - - - - - - 2
Ungeklärt 5 4 - - - - - - 4
davon Aufstockungsklagen
nach
Staatsangehörigkeiten
Eingelegt Summe
Entscheidungen
Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
Keine
Verbesserung
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 67 17 3 6 8
davon
Syrien 65 15 3 6 6
Ungeklärt 1 1 1
Eritrea 1 0
Staatenlos 1 1
Berufung – Rechtsmittelführer: Antragssteller bzw. rechtsanwaltliche Vertretung 01. 01. – 30.06.2018
Nach
Bundesland
eingelegt Entscheidungen insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigte
(Art.16a GG
u.
Familienasyl)
Anerkennung als
Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Gewährung
von
subsidiärem
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem.
§ 60V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgelehnt/
offens.
unbegr.
abgelehnt)
kein
weiteres
Verfahren
formelle
Verfahrenserledigungen
(z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 340 158 - 4 - 12 14 1 127
Baden-
Württemberg
55 77 - - - - 3 - 74
Bayern 40 25 - - - - 1 1 23
Berlin 4 - - - - - - - -
Brandenburg 1 2 - - - - - - 2
Bremen - - - - - - - - -
Hamburg 2 5 - - - - 5 - -
Hessen 4 1 - - - - - - 1
Mecklenburg-
Vorpommern
48 5 - 3 - - - - 2
Niedersachsen 7 13 - - - 10 1 - 2
Nordrhein-
Westfalen
41 13 - - - 1 2 - 10
Rheinland-
Pfalz
11 5 - - - - - - 5
Saarland 2 - - - - - - - -
Sachsen 117 9 - 1 - - 2 - 6
Schleswig-
Holstein
8 2 - - - 1 - - 1
Thüringen - 1 - - - - - - 1
nach Bundesland Eingelegt Summe Entscheidungen
Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
Keine
Verbesserung
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 35 3 1 2
davon
Baden-Württemberg 1 0
Hessen 2 1 1
Mecklenburg-Vorpommern 30 1 1
Nordrhein-Westfalen 1 0
Rheinland-Pfalz 1 0
Sachsen 1 1
4. Berufung – Rechtsmittelführer: Rechtsmittelführer: BAMF
Berufung – Rechtsmittelführer: Rechtsmittelführer: BAMF 01. 01. – 30.06.2018
nach
Staatsangehörigkeiten
eingelegt Entscheidungen insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigte
(Art.16a GG
u.
Familienasyl)
Anerkennung als
Flüchtling
gem.
§ 3 I AsylG
Gewährung
von
subsidiärem
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem.
§ 60V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgelehnt/
offens.
unbegr.
abgelehnt)
kein
weiteres
Verfahren
formelle
Verfahrenserledigungen
(z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 583 666 - 9 1 13 498 - 145
Syrien 495 581 - 4 - 12 470 - 95
Elfenbeinküste
(Cote d Ivoire)
18 19 - - - - 7 - 12
Guinea 18 13 - - - - 7 - 6
sonst. asiat.
Staatsangeh.
8 5 - 3 - - - - 2
Ungeklärt 7 15 - 2 - - 6 - 7
Somalia 5 11 - - 1 1 - - 9
Eritrea 5 - - - - - - - -
Albanien 4 - - - - - - - -
Kosovo 4 - - - - - - - -
Staatenlos 4 4 - - - - 4 - -
Liberia 4 4 - - - - 2 - 2
davon Aufstockungsklagen
nach
Staatsangehörigkeiten Eingelegt
Summe Entscheidungen Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG Keine Verbesserung
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 514 591 9 480 102
davon
Syrien 492 566 4 469 93
Ungeklärt 7 16 2 7 7
sonst. asiat. Staatsangeh. 7 5 3 2
Eritrea 4 0
Staatenlos 4 4 4
Berufung – Rechtsmittelführer: BAMF 01. 01. – 30.06.2018
Nach
Bundesland
eingelegt Entscheidungen insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigte
(Art.16a GG
u. Familien
asyl)
Anerkennung als
Flüchtling
gem.
§ 3 I
AsylG
Gewährung
von
subsidiärem
Schutz
gem.
§ 4 I AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem.
§ 60V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgelehnt/
offens.
unbegr.
abgelehnt)
kein
weiteres
Verfahren
formelle
Verfahrenserledigungen
(z.B.
Rücknahmen)
Gesamt 583 666 - 9 1 13 498 - 145
Baden-Württemberg 3 1 - - - - - - 1
Bayern 16 13 - - 1 1 3 - 8
Berlin 13 3 - - - - 2 - 1
Brandenburg - 2 - - - - - - 2
Bremen 10 2 - - - - 2 - -
Hamburg 1 - - - - - - - -
Hessen 2 5 - - - - - - 5
Niedersachsen 376 202 - - - - 129 - 73
Nordrhein-Westfalen 99 50 - - - - 46 - 4
Rheinland-Pfalz 1 195 - - - - 193 - 2
Saarland 4 140 - 6 - 12 102 - 20
Sachsen - 9 - 3 - - 6 - -
Sachsen-Anhalt 1 - - - - - - - -
Schleswig-Holstein 49 42 - - - - 15 - 27
Thüringen 8 2 - - - - - - 2
nach Bundesland Eingelegt Summe Entscheidungen
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG Keine Verbesserung
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 362 312 5 217 90
davon
Baden-Württemberg 1 0
Bayern 1 0
Berlin 2 0
Bremen 2 2
Hessen 1 4 4
Niedersachsen 251 98 56 42
Nordrhein-Westfalen 45 5 4 1
Rheinland-Pfalz 1 91 91
Saarland 3 84 4 64 16
Sachsen 1 1
Schleswig-Holstein 49 27 27
Thüringen 8 0
c) Gegen wie viele der Asylbescheide des BAMF wurden im bisherigen Jahr
2018 Rechtsmittel eingelegt (bitte in absoluten und relativen Zahlen
angeben und Klagequoten in Bezug auf die Gesamtzahl der Bescheide und
in Bezug auf Ablehnungen gesondert ausweisen; bitte jeweils nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern und zusätzlich nach den zu sicher
erklärten Herkunftsländern differenzieren, zusätzlich nach der Art der
Ablehnung: unbegründet, offensichtlich unbegründet, unzulässig/Dublin-
Bescheid differenzieren)?
Die Angaben können der folgenden Tabelle entnommen werden:
Aufschlüsselung nach
Herkunftsländern
Entscheidungen
insgesamt
davon
Entscheidung
„abgelehnt“
davon
Entscheidung
„o.u. abgelehnt“
davon
Entscheidung
„Unzulässig“
davon beklagt* Anteil
davon
beklagt* Anteil
davon
beklagt* Anteil
davon
beklagt* Anteil
Staatsangehörigkeiten
gesamt
125.190 70.675 56,5% 34.263 30.735 89,7% 10.935 6.565 60,0% 36.137 27.414 75,9%
davon
Syrien 21.245 7.482 35,2% 34 30 88,2% 18 15 83,3% 4.364 3.902 89,4%
Afghanistan 12.131 7.140 58,9% 4.548 4.278 94,1% 71 54 76,1% 2.991 2.301 76,9%
Irak 10.851 6.829 62,9% 4.120 3.667 89,0% 118 89 75,4% 3.151 2.539 80,6%
Nigeria 7.952 5.864 73,7% 2.786 2.546 91,4% 342 281 82,2% 3.313 2.928 88,4%
Iran 5.915 3.953 66,8% 2.433 2.319 95,3% 53 47 88,7% 1.961 1.572 80,2%
Somalia 4.991 2.527 50,6% 938 877 93,5% 28 22 78,6% 1.877 1.480 78,8%
Russische
Föderation 4.957 3.590 72,4% 2.305 2.089 90,6% 169 110 65,1% 1.658 1.383 83,4%
Eritrea 4.938 1.655 33,5% 157 152 96,8% 8 6 75,0% 1.334 1.088 81,6%
Türkei 4.741 2.564 54,1% 2.050 1.887 92,0% 221 186 84,2% 584 466 79,8%
Georgien 3.659 2.513 68,7% 1.527 1.244 81,5% 1.466 1.025 69,9% 359 202 56,3%
Gambia 3.161 2.321 73,4% 1.481 1.303 88,0% 440 329 74,8% 835 657 78,7%
Ungeklärt 3.053 1.643 53,8% 533 427 80,1% 542 420 77,5% 794 649 81,7%
Pakistan 2.951 2.299 77,9% 1.508 1.369 90,8% 207 154 74,4% 992 764 77,0%
Armenien 2.315 1.781 76,9% 949 868 91,5% 352 275 78,1% 798 631 79,1%
Guinea 2.239 1.485 66,3% 890 779 87,5% 138 110 79,7% 752 577 76,7%
Serbien 1.683 613 36,4% 13 11 84,6% 736 264 35,9% 792 337 42,6%
Mazedonien 1.473 611 41,5% 27 13 48,1% 781 364 46,6% 536 232 43,3%
Montenegro 222 76 34,2% 7 4 57,1% 121 52 43,0% 86 20 23,3%
Ghana 778 471 60,5% 18 16 88,9% 432 284 65,7% 233 167 71,7%
Bosnien und
Herzegowina 516 182 35,3% 3 0 0,0% 240 94 39,2% 236 86 36,4%
Senegal 283 171 60,4% 3 1 33,3% 115 79 68,7% 139 91 65,5%
Kosovo 902 416 46,1% 15 11 73,3% 411 216 52,6% 409 188 46,0%
*Stand: 30.06.2018
d) Wie ist die aktuelle Zahl der anhängigen Klagen im Bereich Asyl,
differenziert nach (Bundes-, Ober-) Verwaltungsgerichten?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Gericht: Stand: 30.06.2018 Anzahl anhängiger Gerichtsverfahren
Bei Gericht anhängige Verfahren 344.215
davon
Bundesverwaltungsgericht 38
VGH Baden-Württemberg 54
VG Freiburg 10.721
VG Karlsruhe 14.064
VG Sigmaringen 8.353
VG Stuttgart 18.125
Bayerischer Verwaltungsgerichtshof 72
VG Ansbach 8.763
VG Augsburg 4.262
VG Bayreuth 4.252
VG München 20.622
VG Regensburg 6.233
VG Würzburg 3.298
Bayerischer VGH - Außenstelle Ansbach 60
OVG Berlin-Brandenburg 37
VG Berlin 20.614
VG Cottbus 3.772
VG Frankfurt / Oder 4.114
VG Potsdam 6.710
OVG der Freien Hansestadt Bremen 12
VG Bremen 2.479
Hamburgisches Oberverwaltungsgericht 15
VG Hamburg 8.152
Hessischer Verwaltungsgerichtshof 43
VG Darmstadt 6.484
VG Frankfurt/Main 6.826
VG Kassel 6.541
VG Wiesbaden 6.858
VG Gießen 8.856
Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht 359
VG Braunschweig 4.461
VG Hannover 8.743
VG Oldenburg 5.965
Gericht: Stand: 30.06.2018 Anzahl anhängiger Gerichtsverfahren
VG Osnabrück 4.254
VG Stade 4.033
VG Lüneburg 3.134
VG Göttingen 2.139
OVG für das Land Nordrhein-Westfalen 123
VG Aachen 6.210
VG Arnsberg 11.224
VG Düsseldorf 16.335
VG Gelsenkirchen 12.779
VG Köln 14.529
VG Minden 11.046
VG Münster 7.130
OVG Rheinland-Pfalz 98
VG Trier 12.079
OVG des Saarlands 219
VG des Saarlandes 862
Schleswig-Holsteinisches OVG 109
VG Schleswig-Holstein 11.666
OVG Sachsen-Anhalt 1
VG Magdeburg 2.522
VG Halle 2.269
Thüringer Oberverwaltungsgericht 17
VG Gera 799
VG Meiningen 2.987
VG Weimar 2.249
Sächsisches Oberverwaltungsgericht 119
VG Chemnitz 4.882
VG Dresden 4.577
VG Leipzig 2.605
OVG Mecklenburg-Vorpommern 65
VG Greifswald 1.133
VG Schwerin 2.063
e) In wie vielen Fällen erfolgten im bisherigen Jahr 2018
Abhilfeentscheidungen, d. h. dass entgegen des Ursprungsbescheides nach
Klageerhebung, aber ohne inhaltliche Gerichtsentscheidung, ein Schutzstatus erteilt
wurde (soweit möglich nach den wichtigsten 15 Herkunftsstaaten
auflisten), und welche Angaben können fachkundige Bedienstete des BAMF
dazu machen, zu welchem ungefähren Anteil diesen
Abhilfeentscheidungen als fehlerhaft anzusehende Ursprungsentscheide zugrunde lagen?
Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 erfolgen 3 515 Abhilfeentscheidungen. Die
Differenzierung nach Hauptstaatsangehörigkeiten kann der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden:
Gesamt 3.515
darunter:
Syrien 969
Irak 128
Nigeria 68
Afghanistan 1.050
Iran 135
Türkei 49
Eritrea 44
Somalia 38
Ungeklärt 448
Russische Föderation 97
Georgien 1
Guinea 14
Pakistan 183
Aserbaidschan 24
Albanien 7
Die Gründe für Abhilfeentscheidungen sind stets eine Frage des Einzelfalls. Sie
werden statistisch nicht erfasst. Insoweit lässt sich auch ein ungefährer Anteil als
fehlerhaft angesehener Ursprungsbescheide nicht angeben.
f) In wie vielen Fällen erhielten zunächst abgelehnte Asylsuchende in den
Jahren 2017 bzw. im bisherigen Jahr 2018 doch noch einen Schutzstatus,
in wie vielen Fällen basierte dies auf einer Gerichtsentscheidung bzw.
welche Gründe gab es in den übrigen Fällen hierfür (bitte soweit möglich
nach den wichtigsten Staatsangehörigkeiten differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Zeitraum: 01.01.– 31.12.2017
Herkunftsländer Summe davon aufgrund einer Gerichtsentscheidung
Gesamt 30.754 26.270
darunter:
Syrien 18.215 16.564
Afghanistan 5.805 4.720
Ungeklärt 1.173 499
Irak 838 663
Iran 788 644
Pakistan 743 577
Staatenlos 501 416
Somalia 389 355
Eritrea 284 241
Russische Föderation 275 209
Zeitraum: 01.01.– 31.07.2018
HKL Summe davon aufgrund einer Gerichtsentscheidung
Gesamt 22.046 18.531
davon
Syrien 8.550 7.581
Afghanistan 7.310 6.260
Iran 922 787
Irak 899 771
Ungeklärt 843 395
Pakistan 646 463
Somalia 327 289
Staatenlos 318 276
Russische Föderation 259 162
Eritrea 216 172
21. Wie lauteten die relativen Klagequoten in Bezug auf ablehnende Bescheide
des BAMF für die Jahre 2012, 2013 und 2014, und räumt die
Bundesregierung ein, dass ihre Antwort auf Bundestagsdrucksache 19/3148 zu den
Fragen 16 und 17, „die niedrigere Klagequote der Jahre 2015 und 2016“ sei „auf
eine besonders hohe Anerkennungsquote bzw. den hohen Anteil von
Entscheidungen zugunsten von Flüchtlingsschutz zurückzuführen“, keine
Erklärung dafür ist, dass auch die Klagequote bezogen auf ausschließlich (einfach)
ablehnende BAMF-Bescheide von 43 Prozent im Jahr 2015, auf 68,5 Prozent
im Jahr 2016 und 91,3 Prozent im Jahr 2017 gestiegen ist (bitte ausführlich
begründen; zu den Zahlen vgl. Bundestagsdrucksachen 18/12623, Antwort
zu Frage 11b und 19/1371, Antwort zu Frage 14c)?
Die Angaben können der folgenden Tabelle entnommen werden:
Jahr Klagequote ablehnende Bescheide
2012 58,5%
2013 57,0%
2014 55,8%
Die Klageerhebung gegen einen ablehnenden Asylbescheid ist eine Entscheidung
der betroffenen Asylbewerber bzw. ihrer Verfahrensbevollmächtigten. Die
Gründe hierfür werden vom BAMF statistisch nicht erfasst. Warum auch bei
Vollablehnungen die Klagequote gestiegen ist, lässt sich daher pauschal nicht
beantworten.
22. Wie erklärt die Bundesregierung den deutlichen Anstieg der relativen
Klagequote bei ablehnenden BAMF-Bescheiden, wenn nicht mit einem
gestiegenen Anteil fehlerhafter, mangelhafter oder rechtswidriger Bescheide, die
deshalb häufiger von den Betroffenen gerichtlich angefochten werden (bitte
ausführen)?
Auf die Antwort zu Frage 21 sowie auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage
17 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache
19/3148 wird verwiesen.
23. Wie waren die relativen Klagequoten im bisherigen Jahr 2018 in Bezug auf
alle Entscheidungen des BAMF bzw. in Bezug auf (einfach) ablehnende
Asylbescheide, differenziert nach Bundesländern?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Entscheidungen über Asylanträge im Zeitraum
01.01. - 30.06.2018
insgesamt davon Entscheidung "abgelehnt"
davon
beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
Baden-Württemberg 18.655 12.194 65,4% 6.763 6.146 90,9%
Bayern 16.950 10.647 62,8% 5.117 4.680 91,5%
Berlin 5.821 2.834 48,7% 1.355 1.125 83,0%
Brandenburg 3.888 2.580 66,4% 1.267 1.173 92,6%
Bremen 1.221 619 50,7% 246 214 87,0%
Hamburg 2.875 1.674 58,2% 715 660 92,3%
Hessen 8.748 4.898 56,0% 2.022 1.867 92,3%
Mecklenburg-Vorpommern 2.037 958 47,0% 419 343 81,9%
Niedersachsen 13.841 7.540 54,5% 3.984 3.588 90,1%
Nordrhein-Westfalen 27.549 14.351 52,1% 6.926 6.135 88,6%
Rheinland-Pfalz 5.444 2.843 52,2% 1.279 1.152 90,1%
Saarland 1.273 457 35,9% 59 54 91,5%
Sachsen 5.317 3.182 59,8% 1.642 1.434 87,3%
Sachsen-Anhalt 2.645 1.303 49,3% 431 374 86,8%
Schleswig-Holstein 5.733 2.975 51,9% 1.519 1.324 87,2%
Thüringen 3.125 1.614 51,6% 518 466 90,0%
unbekannt 68 6 8,8% 1 0 0,0%
Deutschland gesamt 125.190 70.675 56,5% 34.263 30.735 89,7%
24. Wie ist die Bilanz der Gerichtsentscheidungen (bitte nach jeweiligem
Schutzstatus, Ablehnungen und formellen Entscheidungen differenzieren)
bei Asylklagen für das bisherige Jahr 2018 nach Bundesländern differenziert
(bitte gesondert auch die Werte für Syrien, Irak und Afghanistan angeben)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Gerichtsstatistik für Erst- und Folgeanträge
Klagen
01.01.-
30.06.2018
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung Art
16a GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgelehnt/
offens. unbegr.
abgelehnt)
sonstige
Entscheidungen
Baden-
Württemberg 8.788 5 1.798 94 429 2.310 4.152
Bayern 13.212 1 796 150 967 4.702 6.596
Berlin 3.265 2 158 49 237 826 1.993
Brandenburg 2.476 - 87 97 66 451 1.775
Bremen 517 - 62 7 20 178 250
Hamburg 2.376 1 170 55 347 718 1.085
Hessen 6.601 3 1.361 189 388 1.715 2.945
Mecklenburg-
Vorpommern 1.639 - 45 12 31 746 805
Niedersachsen 7.204 20 601 80 538 2.561 3.404
Nordrhein-
Westfalen 22.454 49 1.836 263 1.174 10.142 8.990
Rheinland-
Pfalz 5.522 5 337 42 288 2.799 2.051
Saarland 757 - 9 7 190 270 281
Sachsen 4.610 6 272 100 424 1.863 1.945
Sachsen-
Anhalt 2.477 - 431 57 208 798 983
Schleswig-
Holstein 3.436 2 51 20 261 2.047 1.055
Thüringen 1.612 - 138 55 108 510 801
Unbekannt 7 - - - - 1 6
Gesamt 86.953 94 8.152 1.277 5.676 32.637 39.117
Gerichtsstatistik für Erst- und Folgeanträge
Klagen für die Staatsangehörigkeit Syrien
01.01. -
30.06.2018
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII AufenthG
Ableh-nungen
(unbegr. abgelehnt/
offens. unbegr.
abgelehnt)
sonstige
Entscheidungen
Baden-
Württemberg
2.248 - 1.499 3 1 334
411
Bayern 1.264 - 475 2 32 324 431
Berlin 440 - 56 - 30 135 219
Brandenburg 193 - 6 - - 16 171
Bremen 215 - 42 - 2 108 63
Hamburg 572 - - - - 397 175
Hessen 1.569 - 981 - 1 273 314
Mecklenburg-
Vorpommern
319 - 12 1 - 217
89
Niedersachsen 1.284 7 174 1 98 720 284
Nordrhein-
Westfalen
5.949 6 1.230 11 58 3.254
1.390
Rheinland-
Pfalz
1.936 1 108 2 70 1.266
489
Saarland 483 - 5 - 158 193 127
Sachsen 464 1 135 - 11 160 157
Sachsen-
Anhalt
871 - 270 4 15 387
195
Schleswig-
Holstein
1.017 - 21 5 6 861
124
Thüringen 346 - 79 8 6 172 81
Gesamt 19.170 15 5.093 37 488 8.817 4.720
Gerichtsstatistik für Erst- und Folgeanträge
Klagen für die Staatsangehörigkeit Irak
01.01. -
30.06.2018
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer
Schutz
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII AufenthG
Ablehnungen
(unbegr. abgelehnt/
offens. unbegr.
abgelehnt)
sonstige
Entscheidungen
Baden-
Württemberg
593 - 24 27 19 187
336
Bayern 1.119 - 11 3 19 548 538
Berlin 417 - 9 19 - 124 265
Brandenburg 48 - - - - 15 33
Bremen 20 - - 1 2 8 9
Hamburg 186 - - 1 - 52 133
Hessen 712 - 2 2 12 356 340
Mecklenburg-
Vorpommern
46 - - - 1 7
38
Niedersachsen 1.149 1 125 23 70 534 396
Nordrhein-
Westfalen
2.371 1 112 105 67 1.316
770
Rheinland-
Pfalz
66 - 1 - 4 28
33
Saarland 82 - - 2 14 40 26
Sachsen 406 - 10 8 11 180 197
Sachsen-
Anhalt
42 - - - 3 6
33
Schleswig-
Holstein
555 - 3 6 22 313
211
Thüringen 279 - 9 10 10 104 146
Unbekannt 1 - - - - - 1
Gesamt 8.092 2 306 207 254 3.818 3.505
Gerichtsstatistik für Erst- und Folgeanträge
Klagen für die Staatsangehörigkeit Afghanistan
01.01. -
30.06.2018
Entscheidungen
insgesamt
Asylberechtigung
Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot § 60
V/VII AufenthG
Ablehnungen
(unbegr. abgelehnt/
offens. unbegr.
abgelehnt)
sonstige
Entscheidungen
Baden-
Württemberg
1.031 - 57 52 341 257
324
Bayern 2.536 - 74 79 779 735 869
Berlin 783 - 38 25 164 191 365
Brandenburg 376 - 46 96 62 38 134
Bremen 72 - 16 6 15 5 30
Hamburg 738 - 47 35 317 101 238
Hessen 1.427 - 61 115 320 388 543
Mecklenburg-
Vorpommern
209 - 8 - 23 85
93
Niedersachsen 782 - 26 40 270 155 291
Nordrhein-
Westfalen
2.394 - 129 102 825 786
552
Rheinland-
Pfalz
827 - 67 29 158 411
162
Saarland 66 - 3 5 7 22 29
Sachsen 751 - 39 57 301 237 117
Sachsen-
Anhalt
689 - 97 49 168 65
310
Schleswig-
Holstein
872 - 9 4 222 428
209
Thüringen 318 - 25 29 84 46 134
Unbekannt 2 - - - - 1 1
Gesamt 13.873 - 742 723 4.056 3.951 4.401
25. Wie differenzieren sich die „sonstigen Verfahrenserledigungen“ bei
gerichtlichen Entscheidungen im bisherigen Jahr 2018 nach den 15 wichtigsten
Herkunftsstaaten (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben), und wie ist
der besonders hohe Anteil sonstiger Verfahrenserledigungen bei den
Herkunftsländern Russische Föderation, Somalia, Gambia, Eritrea und
Aserbaidschan zu erklären?
Die Angaben können der folgenden Tabelle entnommen werden:
Gerichtsstatistik für Erst- und Folgeanträge Jan. - Juni 2018
über Klagen, Berufungen, Revisionen
Staatsangehörigkeit Gerichtsentscheidungen
insgesamt
davon: sonst.
Verfahrenserledigungen
(z.B. Rücknahmen)
Anteil an allen
Gerichtsentscheidungen
Gesamt 87.780 39.391 44,9%
darunter:
Syrien 19.781 4.824 24,4%
Irak 8.094 3.507 43,3%
Nigeria 3.351 1.867 55,7%
Afghanistan 13.974 4.498 32,2%
Iran 2.785 1.356 48,7%
Türkei 1.210 860 71,1%
Eritrea 1.460 953 65,3%
Somalia 1.734 1.266 73,0%
Ungeklärt 1.661 946 57,0%
Russische Föderation 3.500 2.438 69,7%
Georgien 1.596 930 58,3%
Guinea 1.127 827 73,4%
Pakistan 4.130 1.638 39,7%
Aserbaidschan 1.379 904 65,6%
Albanien 1.399 945 67,5%
Gambia 1.509 1.027 68,1%
Zu den Gründen des erhöhten Anteils sonstiger Verfahrenserledigungen bei den
Herkunftsländern Russische Föderation, Somalia, Eritrea und Aserbaidschan
liegen belastbare Informationen nicht vor.
26. Wie ist die Statistik des BAMF „Aufschlüsselung der sonst. Erledigungen“
(Ausschussdrucksache 19(4)68) zu lesen und wie genau kommt sie zustande,
für welche Fälle wird eine „Schutzgewährung“ vermerkt (2017: 7 Prozent),
„keine Schutzgewährung festgestellt“ (84 Prozent) bzw. „Schutzgewährung
offen“ notiert (9 Prozent), vor dem Hintergrund, dass in all diesen Fällen
keine inhaltliche Gerichtsentscheidung vorliegt, wie unterscheiden sich
insbesondere die Kategorien „keine Schutzgewährung festgesellt“ bzw.
„Schutzgewährung offen“ (gelten z. B. Fälle, in denen Klagende während
des Verfahrens ausgereist sind, als „Schutzgewährung offen“ oder als „keine
Schutzgewährung festgestellt“, bitte nachvollziehbar darlegen), und
inwieweit ist die Formulierung der ehemaligen Präsidentin des BAMF, Jutta
Cordt, wonach auch die sonstigen Verfahrenserledigungen bei den Gerichten
„ganz überwiegend“ die Entscheidungen des BAMF bestätigen würden (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/3148, Antwort zu Frage 22), zulässig, wenn in
diesen Fällen gar keine gerichtliche Entscheidung vorliegt, mit der die
Richtigkeit bzw. Rechtmäßigkeit des BAMF bestätigt wurde (bitte darlegen)?
Die sonstigen Verfahrenserledigungen werden untergliedert in die Merkmale:
keine Schutzgewährung festgestellt
Schutzgewährung offen
Schutzgewährung.
Sonstige Verfahrenserledigungen 2016 2017
Keine Schutzgewährung festgestellt 33.455 56.509
Schutzgewährung offen 4.533 6.039
Schutzgewährung 1.260 4.582
Summe 39.248 67.130
Unter den verschiedenen Kategorien sonstiger Erledigungen werden folgende
Fälle erfasst:
Folge für
Antragsteller
Kategorie der
sonstigen Erledigungen
Unterkategorie
falls vorhanden
Erklärung
Schutzgewährung sonstige Einstellung wegen
Abhilfebescheid
Schutzgewährung offen aufgehoben; neuer
Bescheid
Die Anfechtungsklage (z.B. gegen einen Dublin-
Bescheid) hat Erfolg, es muss ein neuer Bescheid
im nationalen Verfahren ergehen.
aufgehoben; kein neuer
Bescheid
keine Schutzgewährung sonstige Einstellung ohne
Abhilfebescheid
Unzulässig (§29 AsylG) Unzulässig (§ 29 I Nr. 1 AsylG) Bescheid nach § 29 AsylG wird gerichtlich
bestätigt
Unzulässig (§ 29 I Nr. 2 AsylG)
Unzulässig (§ 29 I Nr. 3 AsylG)
Unzulässig (§ 29 I Nr. 4 AsylG)
Unzulässig (kein Folgeverfahren. § 29 I Nr. 5 AsylG)
ungeprüft, da sicherer
Drittstaat
Vergleichbarer Situation wie bei „unzulässig“,
aber Klage gegen Altbescheid nach §§ 26a, 34a
AsylG („sog. Drittstaatenbescheid“)
Abschiebungsandrohungen Abschiebungsandrohung auch in Herkunftsland-Staat
Abschiebungsandrohung nur in Drittstaat
Abschiebungsanordnung in sich. Drittstaat
Prozesserledigung
kein Abschiebehindernis/
Wiederaufnahmeverfahren
Einstellung wg.
Nichtbetreibens des Verfahrens
Gerichtliche Bestätigung des
Einstellungsbescheides
Vermutlich stützt sich die ehemalige Präsidentin auf die hohe Anzahl an
Antragstellern der sonstigen Erledigungen, bei denen keine Schutzgewährung
festgestellt werden konnte (56 509). Im Vergleich zu den anderen Merkmalen der
sonstigen Verfahrenserledigung wird hiervon ein prozentualer Anteil von 84 Prozent
(keine Schutzgewährung festgestellt) erzielt.
27. Stimmt die Bundesregierung der Aussage zu, dass die Statistik des BAMF
„Ergebnisse der Entscheidungen“ (Ausschussdrucksache 19(4)68) einen
Anstieg der Gerichtsentscheidungen, mit denen Entscheidungen des BAMF
aufgehoben werden, belegt, da dieser Wert von 10 Prozent im Jahr 2014,
über 4 Prozent im Jahr 2015, 13 Prozent im Jahr 2016 und 22 Prozent im
Jahr 2017 angestiegen ist (bitte begründen), und wie bewertet sie diese
Entwicklung?
Die inhaltlichen Entscheidungsgründe der Gerichte werden vom BAMF
statistisch nicht erfasst. Zu den Gründen des Anstiegs von
Verpflichtungsentscheidungen seit dem Jahr 2015 ist eine belastbare Aussage deshalb nicht möglich. Zu
vermuten ist allerdings ein Zusammenhang mit der hohen Zahl gerichtlicher
Entscheidungen zur Staatsangehörigkeit Syrien. Insoweit hatten viele
erstinstanzliche Gerichte Bescheide des BAMF zunächst aufgehoben, in denen lediglich
subsidiärer Schutz zugesprochen worden war.
Die Zuerkennung von Flüchtlingsschutz an syrische Staatsangehörige allein
aufgrund einer Asylantragstellung und unabhängig von der Darlegung eines
individuellen Verfolgungsschicksals hatte jedoch vor den Obergerichten keinen
Bestand.
28. Inwieweit führte der aktualisierte Bericht des Auswärtigen Amts vom
31. Mai 2018 zur Lage in Afghanistan zu Änderungen allgemeiner interner
Einschätzungen bzw. Vorgaben im BAMF, etwa zur Prüfung und
Zumutbarkeit interner Fluchtalternativen (entsprechende Änderungen bitte mit Datum
auflisten), wer hat im BAMF wann darüber beraten und entschieden, ob und
inwieweit der neue Lagebericht zu Änderungen interner Vorgaben,
Dienstanweisungen usw. führen muss (bitte mit Datum auflisten), und inwieweit
teilt die Bundesregierung die Einschätzung des Verwaltungsgerichts Kassel
(Urteil vom 8. Juni 2018 – 3 K 406/16.KS.A;
www.asyl.net/rsdb/m26408/),
wonach auf der Grundlage des aktuellen Lageberichts des Auswärtigen Amts
nicht mehr davon ausgegangen werden könne, „dass alleinstehende,
männliche arbeitsfähige afghanische Staatsangehörige, die keine gesundheitlichen
Einschränkungen aufweisen, trotz der allgemein schwierigen
Versorgungslage sich eine neue Existenz in Kabul oder in einer anderen größeren Stadt
Afghanistans aufbauen können“ (bitte ausführlich begründen)?
Die Herkunftsländerleitsätze Afghanistan, die bindende Vorgaben zur
Entscheidung von Asylanträgen afghanischer Staatsangehöriger zum Inhalt haben,
wurden zuletzt am 6. Juli 2018 aktualisiert. Bei dieser Fortschreibung wurden sowohl
der o. g. Bericht des Auswärtigen Amts vom 31. Mai 2018 als auch weitere
aktuelle Quellen wie z. B. verschiedene Berichte des Europäischen
Asylunterstützungsbüros (EASO) und von UN-Organisationen berücksichtigt. Neben der
obligatorischen Aktualisierung zur Lage in Afghanistan wurde dabei insbesondere
die Notwendigkeit einer problembewussten Einzelfallprüfung – auch im Hinblick
auf die Prüfung interner Schutzmöglichkeiten – betont. Das Verfahren zur
Inkraftsetzung der Herkunftsländerleitsätze beinhaltete sowohl die Vorlage beim
Präsidenten des BAMF als auch die abschließende Billigung der vorgenommenen
Aktualisierung durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
(BMI).
Das Verwaltungsgericht (VG) Kassel vertrat in der zitierten Entscheidung die
Ansicht, dass die Auffassung, alleinstehende, männliche arbeitsfähige
afghanische Staatsangehörige ohne gesundheitliche Einschränkungen könnten sich trotz
der allgemein schwierigen Versorgungslage eine neue Existenz in Kabul oder in
einer anderen größeren Stadt Afghanistans aufbauen, in ihrer allgemeinen Form
nicht aufrechterhalten werden könnte. Auch das BAMF sieht diese Auffassung
nicht im Sinne einer allgemeingültigen Feststellung. Es handelte sich um eine
Regelvermutung, wobei die Herkunftsländerleitsätze eine sorgfältige Prüfung
von individuellen Umständen vorsehen, die diese Regelannahme beeinflussen
könnten.
29. Inwieweit wird der Einschätzung des Hohen Flüchtlingskommissars der
Vereinten Nationen gefolgt, wonach gerade bei länger zurückliegenden
Asylentscheidungen bei afghanischen Asylsuchenden erneut geprüft werden
müsse, ob aufgrund einer aktuellen Lageeinschätzung ein früherer Verweis
auf angebliche sichere Fluchtalternativen noch zulässig ist (
www.unhcr.org/
dach/de/23618-unhcr-warnt-vor-pauschalurteil-afghanistan.html), und
inwieweit überprüft das BAMF von sich aus, ob solche Überprüfungen
bisheriger Ablehnungen erforderlich sind (bitte begründen)?
Eine regelmäßige Überprüfung von ablehnenden Asylentscheidungen durch das
BAMF sieht die deutsche Asylgesetzgebung nicht vor. Vielmehr hat ein
Ausländer nach unanfechtbarer Ablehnung seines Asylantrages die Möglichkeit, einen
Asylfolgeantrag nach § 71 des Asylgesetzes zu stellen und diesen zum Beispiel
mit einer geänderten Sach- oder Rechtslage zu begründen.
30. Inwieweit wurden im BAMF Konsequenzen daraus gezogen und welche
diesbezüglichen Änderungen interner Vorgaben oder Einschätzungen gab
es, nachdem der UN-Sicherheitsrat Afghanistan wieder als „Krisenland“ („in
conflict“, nicht mehr: „post conflict“) einstuft, und es laut UNOCHA (Amt
für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) zunehmend Anzeichen
dafür gibt, dass der ehemalige Konflikt niedriger Intensität jetzt zu einem
Krieg eskaliert ist (vgl.
https://thruttig.wordpress.com/2018/07/27/jetzt-
teilweise-lesen-afghanistan-bericht-des-auswartigen-amtes-mit-bewertung)?
Bei der Einschätzung, inwieweit eine Gefährdung durch einen innerstaatlichen
bewaffneten Konflikt besteht, werden vom BAMF die entsprechenden Berichte
(z. B. der United Nations Assistance Mission in Afghanistan – UNAMA)
ausgewertet. Für die rechtliche Bewertung orientiert sich das BAMF an den Maßstäben,
die in diesem Zusammenhang von den deutschen Obergerichten, dem
Bundesverwaltungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof formuliert wurden.
31. Welche Angaben oder Einschätzungen können fachkundige Bedienstete des
BAMF dazu machen, wie viele Asylsuchende ungefähr im gesamten Verlauf
des Verfahrens, d. h. unter Berücksichtigung späterer
Gerichtsentscheidungen und/oder von Folgeanträgen, am Ende einen Schutzstatus erhalten –
bezogen auf Fälle, die in den Jahren 2015 bis 2017 mit einer
Gerichtsentscheidung abgeschlossen wurden (bitte nach Herkunftsstaaten differenzieren und
Angaben in absoluten und relativen Zahlen machen, Nachfrage zu
Bundestagsdrucksache 19/3148, Antwort zu Frage 25)?
Die Frage lässt sich nach Einschätzungen fachkundiger Bediensteter des BAMF
nicht beantworten, da auch unter Berücksichtigung der Ergänzung der Frage im
Vergleich zu Frage 25 in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleinen
Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/3148 belastbare
Aussagen dazu, wie viele Asylsuchende ungefähr im gesamten Verlauf des
Verfahrens, d. h. unter Berücksichtigung späterer Gerichtsentscheidungen und/oder
von Folgeanträgen am Ende einen Schutzstatus erhalten, nicht möglich sind.
32. Wie ist der Stand der Planungen zu Änderungen im Gerichtsverfahrensrecht
zur schnelleren gerichtlichen Klärung von Grundsatzfragen im Asylrecht
(bitte ausführen, Nachfrage zu Bundestagsdrucksache 19/3148, Antwort zu
Frage 30), gibt es hierzu unterschiedliche Positionierungen des
Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat bzw. Bundesministeriums der
Justiz für Verbraucherschutz, und welches Bundesministerium ist hierbei
federführend, und inwieweit werden Argumente des Deutschen Anwaltvereins
(DAV, Initiativstellungnahme „zur aktuellen Diskussion über Rechtsmittel
im Asylverfahren“ vom August 2018) geteilt, wonach
a) in Hauptsacheverfahren im Asylbereich eine Berufung auch wegen
ernstlicher Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Urteils und wegen besonderer
tatsächlicher oder rechtlicher Schwierigkeit der Rechtssache möglich sein
sollte (bitte begründen), und
b) gegen die Forderung nach verbindlichen Tatsachenfeststellungen durch
das Bundesverwaltungsgericht spricht, dass in Asylverfahren stets alle
Umstände des individuellen Einzelfalls berücksichtigt werden müssen
und die genaue Bindungswirkung ausgewählter Tatsachenfragen
schwierig sein könnte, zumal es gerade in Asylverfahren tagesaktueller
Einschätzungen aufgrund der aktuellsten Erkenntnismittel bedarf (vgl. Beschluss
des Bundesverfassungsgerichts vom 25. April 2018 – 2 BvR 2435/17),
was absehbar Streitverfahren über die (weitere) tagesaktuelle Gültigkeit
bundesverwaltungsgerichtlicher Tatsachenentscheidungen nach sich
ziehen würde (bitte begründen)?
33. Inwieweit prüft oder plant die Bundesregierung Möglichkeiten der
Verfahrensbeschleunigung in Asylgerichtsverfahren, die vom Deutschen
Anwaltverein (DAV, Initiativstellungnahme „zur aktuellen Diskussion über
Rechtsmittel im Asylverfahren“ vom August 2018) vorgeschlagen wurden, etwa
a) darauf hinzuwirken, dass von der Möglichkeit einer Zurückverweisung
eines Falls an die Behörde (§ 113 Absatz 3 Satz 1 VwGO) konsequent
Gebrauch gemacht wird, um die Gerichte zu entlasten und das BAMF zu
einer Steigerung der Qualität seiner Entscheidungen anzuhalten (bitte
begründen),
b) vermehrt positiv auf Anfragen der Gerichte zur Klaglosstellung durch das
BAMF zu reagieren (bitte begründen),
c) nach Einreichung von Klagebegründungen eine erneute
Qualitätskontrolle der beklagten Bescheide durch das BAMF vorzunehmen und
gegebenenfalls klaglos zu stellen (bitte begründen), und
d) nach Überprüfungen negativer BAMF-Bescheide fehlerhafte oder
mangelhafte Bescheide aufzuheben und abzuändern (bitte begründen)?
Die Fragen 32 und 33 werden gemeinsam beantwortet.
Das BMI erarbeitet derzeit hierzu einen Gesetzentwurf zur Änderung des AsylG.
34. Was haben das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und das
BAMF unternommen oder noch geplant, gegebenenfalls auch in Absprache
mit den Bundesländern, um rechtswidrige Abschiebungen trotz laufenden
Gerichtsverfahrens in der Zukunft ausschließen zu können (bitte konkret
auflisten und ausführen), welche diesbezüglichen Untersuchungen,
Analysen und Feststellungen gab es hinsichtlich entsprechender Fälle aus der
jüngeren Vergangenheit (vgl. z. B.:
www.tagesschau.de/inland/leibwaechter-
gerichtsurteil-105.html;
www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/
Illegale-Abschiebung-nach-Afghanistan,abschiebung818.html;
www.tagesschau.
de/inland/uigure-abschiebung-101.html), und welche Anstrengungen
wurden bislang unternommen, um das Schicksal des am 3. April 2018 offenbar
rechtswidrig nach China abgeschobenen uigurischen Asylsuchenden (s. o.)
aufzuklären und ihm eine Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen (bitte
zum aktuellen Kenntnisstand ausführen)?
Die Bundesregierung versteht die Frage dahin gehend, dass sie Abschiebungen
im Sinne des § 58 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes betrifft. Nach Kenntnis der
Bundesregierung ist seit dem 1. Januar 2015 in sieben Fällen eine Abschiebung
durch die zuständigen Länder und kommunalen Ausländerbehörden erfolgt,
obwohl die erforderlichen Verwaltungsakte noch nicht vollziehbar waren; zwei
Fälle im Jahr 2017 und fünf Fälle im Jahr 2018. Die Herkunftsländer der
Antragsteller und gleichzeitig Zielländer der Rückführungen waren Nigeria,
Afghanistan, Kosovo, Marokko, Simbabwe, VR China und Tunesien. Die
Bundesregierung hat in fünf Fällen eine umgehende Rückholung betrieben. In drei von diesen
Fällen ist eine Rückholung bereits erfolgt und in zwei Fällen befindet sich das
Rückholverfahren zurzeit noch in der Durchführung. In zwei weiteren Fällen ist
noch keine Entscheidung zur Rückholung getroffen worden. Hierbei handelt es
sich um Einzelfälle mit unterschiedlichen Gründen für die Rechtswidrigkeit der
Maßnahme, so dass es auch keine Planung für Absprachen des BMI mit den
Ländern gibt.
Im Übrigen wird hinsichtlich der rechtwidrigen Rückführung des uigurischen
Asylsuchenden auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche
Frage 10 der Abgeordneten Margarete Bause auf Bundestagsdrucksache 19/3847
verwiesen.
35. Inwieweit sind rechtswidrige Abschiebungen trotz laufenden
Gerichtsverfahren nach Auffassung der Bundesregierung auch eine Folge der
verschärften Gesetzeslage, wonach Abschiebungen nach Ablauf der Ausreisefrist
nicht mehr angekündigt werden dürfen, so dass in diesen Fällen den
Betroffenen keine effektive Möglichkeit mehr bleibt, auf etwaig noch
bestehende Abschiebungshindernisse oder laufende Gerichtsverfahren hinweisen
zu können (bitte begründen)?
Das Recht des Betroffenen auf effektiven Rechtsschutz ist auch unter Geltung der
Regelung des § 59 Absatz 1 Satz 8 AufenthG gewahrt, wonach dem Ausländer
der Termin der Abschiebung nach Ablauf der Frist zur freiwilligen Ausreise nicht
angekündigt werden darf. Denn die Abschiebungsandrohung kann mit
Rechtsbehelfen angefochten werden. Soweit die Rechtsbehelfe keine aufschiebende
Wirkung haben, kann zu deren Herstellung einstweiliger Rechtsschutz begehrt
werden. Es gibt keinen allgemeinen Grundsatz, wonach Realakte der Verwaltung, die
der Verwaltungsvollstreckung dienen, unzulässig wären, wenn der genaue
Zeitpunkt ihrer Vornahme nicht angekündigt wird. Die Bundesregierung ist bestrebt,
dass vorzeitige und damit rechtswidrige Abschiebungen nicht mehr vorkommen.
36. Wie viele Asylanhörungen gab es im zweiten Quartal 2018 bzw. im
vorherigen Quartal (bitte nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Anhörungen 2. Quartal 2018 Anzahl
Herkunftsländer gesamt 27.761
darunter
Syrien 6.016
Irak 2.512
Nigeria 2.302
Afghanistan 1.777
Iran 1.872
Türkei 1.509
Eritrea 1.395
Somalia 1.164
Ungeklärt 523
Russische Föderation 600
Georgien 508
Guinea 692
Pakistan 523
Aserbaidschan 282
Albanien 295
Anhörungen 1. Quartal 2018 Anzahl
Herkunftsländer gesamt 31.645
darunter
Syrien 5.808
Irak 2.933
Nigeria 2.060
Afghanistan 2.171
Iran 1.853
Türkei 1.573
Georgien 1.260
Eritrea 1.435
Somalia 1.384
Ungeklärt 532
Russische Föderation 749
Guinea 814
Pakistan 816
Gambia 923
Armenien 417
37. Wie waren die bereinigten Schutzquoten und die Zahl der Schutzgesuche bei
Asylsuchenden aus Tunesien, Algerien, Ägypten, Marokko, Libyen,
Georgien, Armenien und der Türkei im zweiten Quartal 2018 bzw. im vorherigen
Quartal?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Staatsangehörigkeiten
2. Quartal 2018
Asylanträge
Gesamtschutz Gesamtschutz unter Außerachtlassung formeller Ablehnungen des BAMF
absolut Anteil
Türkei 2.193 640 30,8% 36,7%
Algerien 371 9 1,6% 3,9%
Georgien 774 13 1,1% 1,3%
Armenien 422 36 4,1% 6,8%
Libyen 212 70 19,2% 36,8%
Marokko 301 16 3,7% 7,8%
Tunesien 166 7 3,1% 7,5%
Ägypten 161 22 9,5% 17,5%
Staatsangehörigkeiten
1. Quartal 2018
Asylanträge Gesamtschutz
Gesamtschutz unter Außerachtlassung formeller
Ablehnungen des BAMF
absolut Anteil
Türkei 2.091 1.148 42,8% 49,3%
Algerien 509 20 2,6% 6,8%
Georgien 1.914 36 1,5% 1,8%
Armenien 665 92 6,4% 10,2%
Libyen 345 58 11,3% 29,4%
Marokko 428 34 5,3% 10,2%
Tunesien 179 6 2,4% 5,5%
Ägypten 256 55 15,2% 22,4%
38. Wie viele Erst- und Folgeanträge (bitte differenzieren) wurden von
Asylsuchenden aus Serbien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Albanien und
Bosnien-Herzegowina in den Monaten April, Mai und Juni 2018 gestellt (bitte
jeweils auch den prozentualen Anteil der Roma-Angehörigen nennen), und
wie wurden diese Asylanträge in diesen Monaten jeweils mit welchem
Ergebnis beschieden?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Asylanträge April 2018 Entscheidungen über Asylanträge Apr. 2018
Herkunftsland Asylanträge gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerken-
nungen als
Asylbe-
rechtigte (Art. 16a
GG und Fa-
mil.asyl)
Ge-währung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§ 3 I AsylG
Ge-währung
von
subsidiärem Schutz
gem § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem. § 60
V/VII
AufenthG
Ableh-
nungen
(unbegr.
abgel./offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrenserledigungen
Albanien 220 141 79 238 - - - 1 125 112
davon Roma 33 17 16 20 - - - - 7 13
Bosnien und Herzegowina 70 45 25 88 - - - 1 44 43
davon Roma 58 37 21 73 - - - 1 35 37
Kosovo 84 39 45 135 - - - 6 45 84
davon Roma 19 10 9 39 - - - - 19 20
Mazedonien 178 96 82 268 - - - 2 162 104
davon Roma 134 70 64 182 - - - - 98 84
Montenegro 26 12 14 43 - - - - 11 32
davon Roma 15 8 7 16 - - - - 4 12
Serbien 215 91 124 237 - - - 1 87 149
davon Roma 185 72 113 190 - - - 1 64 125
Asylanträge Mai 2018 Entscheidungen über Asylanträge Mai 2018
Herkunftsland Asylanträge gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen als
Asylberechtigte
(Art. 16a GG
und Fa-
mil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§ 3 I AsylG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gem § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem. § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrenserledigungen
Albanien 174 144 30 261 - - 1 2 163 95
davon Roma 11 5 6 26 - - - - 12 14
Bosnien und Herzegowina 37 20 17 38 - - - - 15 23
davon Roma 17 5 12 21 - - - - 8 13
Kosovo 119 40 79 121 - - - 3 48 70
davon Roma 47 5 42 45 - - - - 14 31
Mazedonien 135 78 57 159 - - - - 93 66
davon Roma 82 37 45 110 - - - - 63 47
Montenegro 11 2 9 27 - - - - 21 6
davon Roma 7 1 6 12 - - - - 6 6
Serbien 143 69 74 210 - - - 2 103 105
davon Roma 119 56 63 181 - - - 1 88 92
Asylanträge Juni 2018 Entscheidungen über Asylanträge Jun. 2018
Herkunftsland Asylanträge gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerken-
ungen als
Asylbe-
echtigte (Art. 16a
GG und Fa-
mil.asyl)
Ge-ährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§ 3 I AsylG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gem § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem. § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrenserledigungen
Albanien 192 114 78 231 - - - 1 145 85
davon Roma 15 9 6 26 - - - - 15 11
Bosnien und Herzegowina 104 57 47 70 - - - - 41 29
davon Roma 85 46 39 51 - - - - 30 21
Kosovo 92 30 62 127 - - - 2 46 79
davon Roma 32 5 27 50 - - - 2 10 38
Mazedonien 138 60 78 161 - - - - 103 58
davon Roma 87 42 45 106 - - - - 72 34
Montenegro 19 6 13 17 - - - - 7 10
davon Roma 9 - 9 11 - - - - 5 6
Serbien 130 54 76 166 - 1 1 - 63 101
davon Roma 106 34 72 129 - 1 1 - 38 89
39. Welche aktuellen Informationen gibt es zur Personalsituation,
Personalentwicklung und Personalplanung im BAMF und zu unterstützenden
Sondermaßnahmen, insbesondere im Bereich der Asylprüfung?
Der Personalkörper des BAMF beträgt mit Stand vom 1. September 2018
insgesamt 6 828,3 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Die Zahl der Entscheider liegt bei rund
1 793 VZÄ (davon 63 VZÄ temporäre Unterstützungskräfte). Mit HG 2018
wurden dem BAMF 2018 insgesamt 7 865,4 Haushaltsstellen zur Bewirtschaftung
zugewiesen.
Nach den umfangreichen Entfristungsmaßnahmen 2017/2018 konnte durch die
Stellenzuteilung im Sommer 2018 nun ein neues Verfahren gestartet werden, um
über 1 500 bewährten befristet beschäftigten Mitarbeitenden die Chance auf ein
Dauerarbeitsverhältnis zu ermöglichen. Bis zum 3. September 2018 konnte
bereits ein Drittel dieser Personen als bewährt identifiziert werden und nach
Zustimmung der Gremien rund 300 unbefristete Arbeitsverträge in Auftrag gegeben
bzw. ausgehändigt werden. Weitere werden sukzessive folgen.
40. Wie viele Asylverfahren wurden im zweiten Quartal 2018 eingestellt (bitte
so genau wie möglich nach Gründen und nach den 15 wichtigsten
Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
2. Quartal 2018
Einstellung wg. § 33
Abs. 1 und 2 / § 32 a
Abs. 2 AsylG
sonstige Einstellung Gesamt
Gesamt 894 924 1.818
darunter:
Syrien 44 55 99
Irak 54 95 149
Nigeria 32 45 77
Afghanistan 48 24 72
Iran 22 30 52
Türkei 21 19 40
Eritrea 26 6 32
Somalia 23 9 32
Ungeklärt 48 15 63
Russische Föderation 72 73 145
Georgien 49 30 79
Guinea 25 5 30
Pakistan 40 23 63
Aserbaidschan 9 11 20
Albanien 5 60 65
41. Zu welchem ungefähren Anteil wird nach Einschätzungen von fachkundigen
Bediensteten des BAMF derzeit das Prinzip der Einheit von Anhörer und
Entscheider im Asylverfahren in der Praxis gewahrt (soweit möglich bitte
auch nach Herkunftsländern differenzieren), und wie hoch war der Anteil
von Asylentscheidungen, die in Entscheidungszentren (d. h. auch: ohne
Identität von Anhörer und Entscheider) getroffen wurden, im zweiten Quartal
2018 bzw. im vorherigen Quartal (bitte jeweils absolute und relative Zahlen
angeben und die wichtigsten zehn Herkunftsländer nennen)?
Die Einheit von Anhörer und Entscheider wird – gemäß Empfehlung der
Dienstanweisung Asyl – derzeit überwiegend praktiziert und soll weiter ausgebaut
werden. Zu der personellen Einheit von Anhörer und Entscheider erfolgt im BAMF
keine statistische Erfassung, eine valide Einschätzung ist daher nicht möglich.
Zur Bearbeitung bereits länger andauernder Asylverfahren bzw. zum Abbau von
Altbeständen werden derzeit Verfahren weiterhin durch Entscheidungszentren
bearbeitet. Angaben zum Anteil von Asylentscheidungen, die in
Entscheidungszentren getroffen wurden, können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden:
2. Quartal 2018 Entscheidungen gesamt
davon in einem
Entscheidungszentrum entschieden
Anteil an allen
Entscheidungen
Gesamt 78.653 8.773 11,2%
darunter:
Syrien 26.474 5.119 19,3%
Irak 7.524 801 10,6%
Nigeria 3.699 276 7,5%
Afghanistan 5.463 665 12,2%
Iran 3.163 183 5,8%
Türkei 2.222 15 0,7%
Georgien 1.233 20 1,6%
Eritrea 3.656 288 7,9%
Somalia 2.385 219 9,2%
Ungeklärt 2.495 263 10,5%
1. Quartal 2018 Entscheidungen gesamt
davon in einem
Entscheidungszentrum entschieden
Anteil an allen
Entscheidungen
Gesamt 73.222 7.813 10,7%
darunter:
Syrien 11.503 1.707 14,8%
Irak 6.505 979 15,0%
Nigeria 4.337 700 16,1%
Afghanistan 7.728 1.241 16,1%
Iran 3.460 529 15,3%
Türkei 2.682 4 0,1%
Georgien 2.440 42 1,7%
Eritrea 2.530 94 3,7%
Somalia 2.887 395 13,7%
Ungeklärt 1.705 38 2,2%
42. Wie viele Einreise- und Aufenthaltsverbote hat das BAMF im zweiten
Quartal 2018 gegenüber abgelehnten Asylsuchenden mit welcher Begründung
erlassen (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Angaben zu vom BAMF erlassenen Einreise- und Aufenthaltsverboten können
der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
2.Quartal 2018 Entscheidungen zu §11II
Entscheidungen zu §
11VII
Entscheidungen mit Aufenthalts-
und Wiedereinreiseverboten (§ 11
Abs. 2 und/oder § 11 Abs. 7
Gesamt 31.471 1.594 31.694
darunter:
Syrien 1.692 3 1.694
Irak 2.661 2 2.663
Afghanistan 2.605 4 2.609
Ungeklärt 742 3 743
Russische Föderation 1.580 20 1.600
Türkei 1.349 5 1.353
Eritrea 927 0 927
Iran 1.870 2 1.872
Somalia 1.288 5 1.292
Nigeria 3.034 4 3.037
43. Wie viele Asylgesuche gab es in den Monaten April, Mai und Juni und
insgesamt bislang im Jahr 2018 an den bundesdeutschen Grenzen (bitte nach
Grenzabschnitten und wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren)?
Für die Monate Mai und Juni 2018 liegen der Bundespolizei nur unvollständige
Daten vor. Im Jahr 2018 haben bislang insgesamt 5 199 Personen und im zweiten
Quartal 2018 1 776 Personen (April: 846, Mai: 274, Juni: 656) bei der
Bundespolizei und den mit der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs
beauftragten Behörden um Asyl nachgesucht. Die weiteren Angaben können den
nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2018 Grenze Anzahl Asylnachsuchender
Gesamt 5.199
Flughäfen 1.102
Inlandsfeststellungen 1.086
Schweiz 1.079
Frankreich 545
Belgien 350
Österreich 331
Dänemark 193
See 162
Tschechische Republik 158
Niederlande 66
Polen 64
Luxemburg 63
Jahr 2018 Staatsangehörigkeit (Top-5) Anzahl Asylnachsuchender
Gesamt 5.199
Nigeria 620
Afghanistan 470
Irak 432
Iran 416
Eritrea 377
2. Quartal 2018 Grenze Anzahl Asylnachsuchender
Gesamt 1.776
Inlandsfeststellungen 455
Flughäfen 386
Schweiz 380
Frankreich 180
Belgien 111
Österreich 83
Dänemark 44
Luxemburg 37
Tschechische Republik 35
Polen 29
See 20
Niederlande 16
2. Quartal 2018
Staatsangehörigkeit (Top-5) Anzahl Asylnachsuchender
Gesamt 1.776
Nigeria 242
Iran 177
Afghanistan 154
Irak 144
Syrien 85
44. Wie hat die Bundesregierung gegenüber der EU-Kommission und anderen
EU-Mitgliedstaaten die Notwendigkeit weiterer EU-Binnengrenzkontrollen
an der deutsch-österreichischen Grenze begründet, und welche konkreten
Zahlen zum Nachweis der Erforderlichkeit, Alternativlosigkeit und
Verhältnismäßigkeit dieser Kontrollen hat sie dabei vorgebracht (bitte ausführlich
und konkret darstellen; Nachfrage zu Bundestagsdrucksache 19/3148,
Antwort zu Frage 42)?
Die Bundesregierung hat zuletzt mit Schreiben vom 12. April 2018 gegenüber der
Europäischen Kommission begründet, dass die derzeit noch bis Mitte November
2018 angeordneten Binnengrenzkontrollen an der deutsch-österreichischen
Landgrenze erforderlich sind. Die Begründung basierte im Wesentlichen darauf, dass
die Bundesrepublik Deutschland in erheblichem Umfang von illegaler
Sekundärmigration betroffen war, die ihren Ursprung maßgeblich an den südöstlichen und
südlichen Schengen-Außengrenzen hat. Dies zeigte sich unter anderem daran,
dass monatlich jeweils zwischen 13 000 und 14 000 Asylantragsteller in
Deutschland registriert wurden. Im Hinblick auf die Feststellungen der Grenzbehörden
stellte die deutsch- österreichische Landgrenze weiterhin den Brennpunkt
illegaler Sekundärmigration in das Bundesgebiet dar und bildete damit auch den
Schwerpunkt der grenzpolizeilichen Maßnahmen. Ein nachhaltiger und zeitnaher
Rückgang dieser illegalen Sekundärmigration war – auch angesichts der
Feststellungen an den Außengrenzen und entlang der Transitrouten – nicht zu erwarten.
Unerlaubte Einreisen in das Bundesgebiet sind strafbewehrt. Das erhebliche
Ausmaß dieser Straftaten und Schleusungshandlungen stellt eine Gefahr für die
Öffentliche Sicherheit und Ordnung, auch im Kontext etwaiger Begleit- und
Folgekriminalität, dar. Dies galt auch angesichts der Herkunft einer erheblichen Anzahl
von Drittstaatsangehörigen aus Krisen- und Kriegsgebieten, die allein auf Grund
der geografischen Lage ihres Herkunftsstaates maßgeblich über die
ostmediterrane Route gereist sein dürften. Zudem war angesichts zurückliegender
terroristischer Anschläge in Europa auch die Sicherheitslage bei der Entscheidung mit
einzubeziehen, da Deutschland Teil des gemeinsamen europäischen
Gefahrenraums ist. Darüber hinausgehende statistische Angaben im Sinne der Frage waren
nicht Gegenstand der Begründung.
45. In wie vielen Fällen wurde das BAMF bei der Prüfung zielstaatsbezogener
Abschiebungshindernisse nach § 72 Absatz 2 AufenthG im Auftrag der
Ausländerbehörden welcher Bundesländer im zweiten Quartal 2018 bzw. im
vorherigen Quartal mit welchem Ergebnis beteiligt (bitte auch nach den zehn
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Angaben zur Beteiligung des BAMF bei der Prüfung zielstaatsbezogener
Abschiebungshindernisse nach § 72 Absatz 2 AufenthG können den folgenden
Tabellen entnommen werden:
2. Quartal 2018 Stellungnahmen gem. § 72 Abs. 2 AufenthG davon positiv davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u.a.)
Gesamt 222 32 110 80
davon:
Baden-Württemberg 21 2 12 7
Bayern 27 4 4 19
Berlin 20 3 7 10
Bremen 7 2 4 1
Hamburg 28 6 16 6
Hessen 7 1 2 4
Mecklenburg-
Vorpommern
2 1 1
Niedersachsen 16 1 5 10
Nordrhein-Westfalen 75 9 47 19
Rheinland-Pfalz 7 1 6
Saarland 1 1
Sachsen 6 2 4
Sachsen-Anhalt 1 1
Schleswig-Holstein 4 4
2. Quartal 2018 Stellungnahmen gem. § 72 Abs. 2 AufenthG davon positiv davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u.a.)
Gesamt 222 32 110 80
darunter:
Syrien 14 2 1 11
Irak 5 1 4
Afghanistan 10 4 4 2
Ungeklärt 1 1
Russ. Föderation 5 1 2 2
Türkei 16 2 6 8
Georgien 1 1
Iran 2 2
Somalia 1 1
Nigeria 7 3 2 2
1. Quartal 2018 Stellungnahmen gem. § 72 Abs. 2 AufenthG
davon positiv
davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u.a.)
Gesamt 264 71 116 77
davon:
Baden-Württemberg 27 11 9 7
Bayern 20 7 7 6
Berlin 18 8 5 5
Bremen 3 - 1 2
Hamburg 5 - 2 3
Hessen 22 8 8 6
Mecklenburg-
Vorpommern
14 5 5 4
Niedersachsen 1 - - 1
Nordrhein-Westfalen 8 5 2 1
Rheinland-Pfalz 119 21 64 34
Saarland 1 - - 1
Sachsen 4 1 2 1
Sachsen-Anhalt 6 4 1 1
Schleswig-Holstein 3 1 2
1. Quartal 2018 Stellungnahmen gem. § 72 Abs. 2 AufenthG davon positiv davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u.a.)
Gesamt 264 71 116 77
darunter:
Syrien 12 2 - 10
Irak 7 3 4 -
Nigeria 5 2 1 2
Afghanistan 30 9 12 9
Iran 7 - 3 4
Türkei 16 - 12 4
Georgien 2 1 1 -
Russische Föderation 23 9 10 4
Somalia 1 1
Ungeklärt 3 1 1 1
46. Welche Angaben für das zweiten Quartal 2018 lassen sich machen zu
überprüften (vor allem: Ausweis-)Dokumenten und zum Anteil ge- oder
verfälschter Dokumente Asylsuchender (bitte zum Vergleich auch die Anzahl
der „beanstandeten“ Dokumente angeben und differenzieren nach den zehn
wichtigsten Hauptherkunftsländern), und können inzwischen
Einschätzungen dazu getroffen werden, zu welchem ungefähren Anteil ge- oder
verfälschte Dokumente mit inhaltlich falschen Angaben der Betroffenen zur
Identität bzw. Herkunft bzw. Staatangehörigkeit verbunden waren (bitte
ausführen)?
Die Angaben können, soweit vorhanden, der nachfolgenden Tabelle entnommen
werden. Einschätzungen, zu welchem ungefähren Anteil ge- oder verfälschte
Dokumente mit inhaltlich falschen Angaben der Betroffenen zur Identität/
Herkunft/Staatangehörigkeit verbunden waren, können nicht erfolgen, da hierzu
entsprechende Erkenntnisse nicht vorliegen:
2. Quartal 2018 Geprüfte
Dokumente
Dokumente
ohne
Beanstandung
Nicht
abschließend
bewertbare
Dokumente
beanstandete
Dokumente
Anteil der
beanstandeten
Dokumente
Gesamt 42.276 38.753 2.402 1.121 2,65%
davon:
Syrien 17.534 16.482 394 658 3,75%
Irak 7.438 7.094 264 80 1,08%
Nigeria 440 326 92 22 5%
Afghanistan 1.766 1.517 133 116 6,57%
Türkei 2.914 2.570 264 80 2,75%
Iran 2.399 2.342 53 4 0,17%
Eritrea 376 340 34 2 0,53%
Somalia 135 93 33 9 6,67%
Ungeklärt 1.043 1.041 2 0 0
sonstige HKL 9.274 7.989 1.135 150 1,62%
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken,
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www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]