[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend vom 7. Februar 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/7647
19. Wahlperiode 11.02.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Katharina Willkomm, Stephan Thomae,
Katja Suding, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/6951 –
Der externe Sachverstand der Bundesregierung im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung holt sich umfassend externen Sachverstand ein, indem sie
diverse Experten- und Sachverständigengremien einsetzt. Die Bundeskanzlerin
hat den Digitalrat, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
den Sachverständigenrat für Verbraucherfragen, das Bundesministerium des
Innern, für Bau und Heimat den Beirat für Raumentwicklung. Das berühmteste
Expertengremium der Bundesregierung ist vermutlich der Sachverständigenrat
zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, besser bekannt als
die fünf Wirtschaftsweisen.
In dieser Legislaturperiode bemüht sich die Bundesregierung besonders beim
Themenkomplex Digitalisierung, externen Sachverstand in unterschiedlich
organisierten und besetzten Gremien zu bündeln und an sich zu binden. Die
Fraktion der FDP hat die Bundesregierung hierzu unter gewissen Aspekten bereits
in der Kleinen Anfrage zur Digitalstrategie der Bundesregierung befragt
(Bundestagsdrucksache 19/3771, Antwort der Bundesregierung auf
Bundestagsdrucksache 19/4096).
Eine Binsenweisheit ist, dass sich die Digitalisierung nicht von alleine gestaltet,
jedenfalls nicht von alleine so, dass Deutschland in allen Bereichen zur
Digitalisierungsavantgarde aufschließt. Die Nachricht vom 28. November 2018, dass
die Cebit, die über lange Zeit weltweit größte und wichtigste Messe für
Informationstechnik, eingestellt wird, muss uns Warnung und Ansporn sein.
Die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag sind zwingend auf
Sachverstand angewiesen, auch auf externen Sachverstand. Das gilt neben der
Digitalisierung auch für andere Megathemen in der komplexer werdenden Welt wie
Globalisierung, Demografie, Migration, Klimawandel, Rohstoffkapazitäten, der
Verschiebung geopolitischer Machtverhältnisse bis hin zu einer immer höheren
Regulierungsdichte für Wirtschaft und Verbraucheralltag.
Damit einher geht fast zwingend, dass „die Politik“, vor allem Politik, die der
menschlichen Gestaltungskraft Raum lassen will, zwangsläufig immer den
Entwicklungen hinterherläuft, statt ihr wirklich vorweg zu denken. Bestenfalls
wissen Exekutive und Legislative um dieses Grundverhältnis und halten gerade
deshalb Freiräume offen, damit Unternehmensumsätze, Beschäftigung, Freiheit
und Wohlstand für alle von unten wachsen können.
Investition in die Fachkompetenz ist daher auch für die politische Führung des
Landes ein Muss. Die Fraktion der FDP begrüßt es grundsätzlich, wenn sich die
Bundesregierung um externen Sachverstand in Form von Expertengremien und
Sachverständigenräten bemüht und deren Wissen in die Politik einfließt.
Gleichwohl stellen sich angesichts der damit einhergehenden Kosten für den
Steuerzahler auch berechtigte Fragen nach der Konsistenz der Aktivitäten der
Bundesregierung. Die Einberufung eines noch so prominent besetzten
Expertengremiums darf nicht zum Ersatz für politisches Handeln verkommen. Ziel
dieser Kleinen Anfrage ist nicht das Abbinden der Bemühung um externen
Sachverstand, sondern eine transparente Darstellung des Einsatzes der vom
Steuerbürger aufgebrachten Mittel und deren Ergebnisse.
1. Welche Expertengremien, die ganz oder teilweise mit Sachverständigen
besetzt sind, die nicht ohnehin schon als Beamte oder Angestellte des
öffentlichen Dienstes in Bundesministerien oder nachgeordneten Bundesbehörden
arbeiten und hauptberuflich als Hochschullehrer oder Berater oder
hauptoder ehrenamtlich im Rahmen des jeweiligen Gremiums im Namen von
Verbänden oder Kammern, Gebietskörperschaften oder Unternehmen auftreten
(im Folgenden: Expertengremien), unterhält das Bundesministerium oder
die ihm nachgeordneten Bundesbehörden derzeit?
Im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend (BMFSFJ) sind folgende Expertengremien in der laufenden
Legislaturperiode tätig:
1) Sachverständigenkommission zur Erstellung des Dritten Berichts über die
Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in der Bundesrepublik
Deutschland („Dritter Engagementbericht“)
2) Sachverständigenkommission zum Neunten Familienbericht der
Bundesregierung
3) Sachverständigenkommission zum Achten Altersbericht der
Bundesregierung
4) Sachverständigenkommission zum 16. Kinder- und Jugendbericht –
„Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“ (KJB)
5) Beirat zum Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
6) Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen
7) Ausschuss für Mutterschutz
8) Unabhängiger Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
9) Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz
10) Bundesjugendkuratorium (BJK)
11) Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
(UBSKM)
12) Betroffenenrat Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen
Kindesmissbrauchs (UBSKM)
13) Beirat des UBSKM
14) Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)
2. Gibt es bei dem Bundesministerium oder den ihm nachgeordneten
Bundesbehörden Expertengremien, die sich ihrem Auftrag nach mit Einzelaspekten
der Digitalisierung oder der Digitalisierung grundsätzlich befassen, und
wenn ja, welche?
Dem Auftrag nach beschäftigen sich die Sachverständigenkommissionen zum
Achten Altersbericht sowie zum Dritten Engagementbericht mit dem Thema
Digitalisierung.
3. Gibt es bei dem Bundesministerium oder den ihm nachgeordneten
Bundesbehörden Expertengremien, die sich ihrem Auftrag nach mit Fragen des
Verbraucherschutzes befassen, und wenn ja, welche?
4. Gibt es bei dem Bundesministerium oder den ihm nachgeordneten
Bundesbehörden Expertengremien, die sich ihrem Auftrag nach mit den Interessen
kleiner und mittelständischer Unternehmen befassen, und wenn ja, welche?
Die Fragen 3 und 4 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Verbraucherschutz und die Abwägung von Interessen kleiner und
mittelständischer Unternehmen sind Querschnittsthemen, die in der Arbeit der
Expertengremien des BMFSFJ eine Rolle spielen können. Dem Auftrag nach befasst sich
jedoch kein Expertengremium mit diesen Bereichen.
5. Auf welcher Rechtsgrundlage ist das Expertengremium bzw. sind die
Expertengremien einberufen worden?
6. Wie lautet der jeweilige Auftrag an das Expertengremium bzw. die
Expertengremien?
7. Auf welche Zeitdauer sind diese Expertengremien berufen?
Die Fragen 5 bis 7 werden tabellarisch in der Anlage beantwortet (s. S. 10 ff.).
8. Plant das Bundesministerium in dieser Amtsperiode die Einrichtung
zusätzlicher Expertengremien, und wenn ja, welche, und mit welchen Aufgaben?
Die Einrichtung zusätzlicher Expertengremien ist nicht geplant.
Als nicht zusätzliches, sondern neu zu berufendes Gremium wird in diesem Jahr
die Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht ihre
Arbeit aufnehmen.
Aufgabe der Sachverständigenkommission ist die Erstellung eines Berichts mit
Handlungsempfehlungen für die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung.
9. Wie viele und namentlich welche Sachverständige (bitte mit Referenz bzw.
beruflicher Tätigkeit angeben, soweit sich daraus die Expertise für das
jeweilige Gremium ableiten lässt) sind in den jeweiligen Expertengremien
tätig?
Die Mitglieder der Sachverständigenkommissionen zur Erstellung des a) „Dritten
Berichts über die Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in der
Bundesrepublik Deutschland“ (neun Mitglieder), des b) „Neunten Familienberichts“
(sieben Mitglieder), des c) „Achten Altersberichts der Bundesregierung“(zehn
Mitglieder), des d) „16. Kinder- und Jugendberichts (15 Mitglieder)“ sowie
e) der Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz (11 Mitglieder) werden auf
den Webseiten des BMFSFJ vorgestellt:
a)
www.bmfsfj.de/bmfsfj/dr--franziska-giffey-beauftragt-dritten-engagementbericht/
130384
b)
www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/eltern-sind-zentrales-thema-des-
neuntenfamilienberichts-/127102
c)
www.bmfsfj.de/bmfsfj/achte-altersberichtskommission-nimmt-arbeit-auf/
127818
d)
www.bmfsfj.de/bmfsfj/dr--franziska-giffey-beauftragt-den-16--kinder--
undjugendbericht-/129810
e)
www.bmfsfj.de/blob/131056/da4b26f161717df2e72c1d8aa111b3e3/20181204-
mitglieder-fachkommission-data.pdf
Die Mitglieder der weiteren Expertengremien werden auf folgenden Webseiten
vorgestellt:
Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen (19 Mitglieder)
www.bmfsfj.de/bmfsfj/ministerium/behoerden-beauftragte-beiraete-gremien/
beirat-familienfragen/wissenschaftlicher-beirat-fuer-familienfragen/74184
Ausschuss für Mutterschutz (15 Mitglieder)
www.bafza.de/aufgaben/ausschuss-fuer-mutterschutz-geschaeftsstelle.html
Unabhängiger Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf (21 Mitglieder)
www.wege-zur-pflege.de/beirat.html
Beirat zum Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (15 Mitglieder)
www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/organisation.html
Bundesjugendkuratorium (BJK) (15 Mitglieder)
www.bundesjugendkuratorium.de/
Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
(UBSKM) (sechs Mitglieder)
www.aufarbeitungskommission.de
Betroffenenrat UBSKM (14 Mitglieder)
https://beauftragter-missbrauch.de/betroffenenrat/der-betroffenenrat/
Beirat des UBSKM (30 Mitglieder)
https://beauftragter-missbrauch.de/der-beauftragte/beirat/#MitgliederdesBeirats
desUnabhaengigenBeauftragten20142019
Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) (max. 16 Mitglieder)
www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/UeberUns/OrganisationDerStelle/Beirat/
beirat_node.html
10. Nach welchen Kriterien sind die Sachverständigen jeweils ausgewählt und
berufen worden?
Grundlage für die Auswahl der interdisziplinär aufgestellten
Sachverständigenkommissionen für die zu erstellenden Berichte („Dritter Engagementbericht,
„Neunter Familienbericht“, „Achter Altersbericht“, „16. Kinder- und
Jugendbericht“) ist der jeweilige Berichtsauftrag, für dessen Bearbeitung die
Kommissionsmitglieder die entsprechende wissenschaftliche Kompetenz und Erfahrung in
ihrem Fachgebiet sowie in der Gremienarbeit vorweisen müssen.
Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen werden auf
Vorschlag des Beirats jeweils durch den amtierenden Bundesminister/die
amtierende Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berufen.
Die Berufung der Mitglieder des Ausschusses für Mutterschutz erfolgt durch das
BMFSFJ im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales
(BMAS), dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Die Benennung erfolgt unter Berücksichtigung der Vorschläge von für die
Umsetzung des Mutterschutzes maßgeblichen Verbänden, Institutionen und
Behörden.
Die Zusammensetzung des Unabhängigen Beirats für Vereinbarkeit von Pflege
und Beruf ist in § 14 Absatz 4 des Familienpflegezeitgesetzes gesetzlich geregelt.
Die Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz besteht gemäß § 53 Absatz 3
PflBG aus pflegefachlich, pflegepädagogisch und pflegewissenschaftlich für die
beschriebenen Aufgaben ausgewiesenen Expertinnen und Experten.
Experteninnen und Experten des Beirats zum Hilfetelefon kommen aus dem
Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen, den Kommunen, den Bundesländern und
der Wissenschaft zum Themenfeld Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder; die
Mitglieder des Beirats werden persönlich berufen und sind in der Ausübung des
Amtes unabhängig.
Die Mitglieder des Bundesjugendkuratoriums werden, ebenso wie die Mitglieder
der vorgenannten Gremien, ausgewählt nach Sachverstand und Expertise.
Für die Berufung der Mitglieder der Unabhängigen Kommission zur
Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs sind eine hohe Integrität, Unabhängigkeit,
Überparteilichkeit, hohe Empathie sowie die Repräsentationsfähigkeit des
Themenfeldes maßgeblich; für die Berufung der Mitglieder des Beirats beim
Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs vor allem
eine vorhandene Expertise aus Politik, Wissenschaft, Fachpraxis und Gesellschaft
sowie die Sicht von Betroffenen.
Mitglieder des Betroffenenrats sind Personen ab 18 Jahren, die in der Kindheit
und Jugend von sexuellem Missbrauch betroffen waren. Zudem müssen sie
Interesse an kontinuierlicher Mitarbeit im Betroffenenrat, die Bereitschaft und
Fähigkeit, sich für Belange von Betroffenen insgesamt einzusetzen sowie die
Bereitschaft, sich für das gesamte Themenfeld zu engagieren aufweisen.
Die Berufung der Mitglieder des Beirats der Antidiskriminierungsstelle (ADS)
erfolgt nach § 30 Absatz 2 AGG.
11. Wie ist jeweils die fachliche und/oder personelle Beteiligung der Interessen
der Verbraucher gewährleistet?
12. Wie ist jeweils die fachliche und/oder personelle Beteiligung der Interessen
kleiner und mittelständischer Unternehmen gewährleistet?
Die Fragen 11 und 12 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Gremien arbeiten grundsätzlich frei und bestehen nicht aus Vertreterinnen
oder Vertretern von Interessenverbänden im Sinne der Fragestellung.
13. Wie viele Mitarbeiter befassen sich im Bundesministerium und den ihm
nachgeordneten Bundesbehörden mit Aspekten der Digitalisierung (bitte
jeweils im Verhältnis zur Gesamtmitarbeiterzahl der in der jeweiligen Behörde
tätigen Mitarbeiter angeben)?
14. Wie viele Mitarbeiter befassen sich im Bundesministerium und den ihm
nachgeordneten Bundesbehörden mit Aspekten des Verbraucherschutzes
(bitte jeweils im Verhältnis zur Gesamtmitarbeiterzahl der in der jeweiligen
Behörde tätigen Mitarbeiter angeben)?
15. Wie viele Mitarbeiter befassen sich im Bundesministerium und den ihm
nachgeordneten Bundesbehörden mit für kleine und mittelständische
Unternehmen relevanten Themen (bitte jeweils im Verhältnis zur
Gesamtmitarbeiterzahl der in der jeweiligen Behörde tätigen Mitarbeiter angeben)?
Die Fragen 13 bis 15 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Politikfelder Digitalisierung, Verbraucherschutz und kleine und
mittelständische Unternehmen (KMU) sind Querschnittsthemen, so dass deren Aspekte bzw.
für KMU relevante Themen zum einen in den zuständigen Fachreferaten, darüber
hinaus aber querschnittlich von nahezu allen Fachreferaten des BMFSFJ
bearbeitet werden. Eine Zahl der mit diesen Aspekten befassten Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern lässt sich daher nicht bestimmen.
16. Findet eine Evaluation der Arbeit des Expertengremiums bzw. der
Expertengremien statt, und wenn ja, in welcher Form und welchen zeitlichen
Intervallen ab wann?
Eine Evaluation der Arbeit der Sachverständigenkommissionen für die zu
erstellenden Berichte („Dritter Engagementbericht, „Neunter Familienbericht“,
„Achter Altersbericht“, „Dritter Gleichstellungsbericht“ „16. Kinder- und
Jugendbericht“) im Sinne einer Wirkungsanalyse findet nicht statt.
Nach § 34 des Mutterschutzgesetzes legt die Bundesregierung dem Deutschen
Bundestag zum 1. Januar 2021 einen Evaluationsbericht über die Auswirkungen
des Gesetzes vor. Ein Schwerpunkt des Berichts soll die Arbeit des Ausschusses
für Mutterschutz sein.
Das BMG und das BMFSFJ evaluieren gemäß § 68 Absatz 2 PflBG die Wirkung
der Vorschrift zur „Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz“ (§ 53 PflBG)
bis zum 31. Dezember 2029 auf wissenschaftlicher Grundlage. Darüber hinaus
überprüft die Fachkommission die Rahmenpläne kontinuierlich, mindestens alle
fünf Jahre, auf ihre Aktualität und passt sie gegebenenfalls an (§ 53 Absatz 2
Satz 1 PflBG).
Das BMG und das BMFSFJ prüfen die Vereinbarkeit der Rahmenpläne mit dem
Pflegeberufegesetz (§ 53 Absatz 2 Satz 2 PflBG). Die genannten
Bundesministerien können eine Überprüfung jederzeit gemeinsam veranlassen (§ 52 Absatz 1
der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe).
Für das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ findet eine Evaluation der
Wirkungen des Hilfetelefons statt, nicht jedoch gesondert für den Beirat.
Das Bundesjugendkuratorium ist ein unabhängiges und kraft Gesetzes berufenes
Gremium (§ 83 Absatz 2 SGB VIII), das in jeder Legislaturperiode neu berufen
wird. Eine Evaluation entfällt demzufolge.
Der Beirat der ADS wird im Rahmen der Gesamtevaluation des AGG evaluiert.
Die letzte Evaluation fand 2016 statt.
Für die Arbeit der Beiräte beim UBSKM sowie des Wissenschaftlichen Beirats
für Familienfragen und des Unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von
Pflege und Beruf findet ebenfalls keine Evaluation im Sinne einer
Wirkungsanalyse statt.
17. Wie bemisst das Bundesministerium den Erfolg oder Nutzen seiner
Expertengremien?
Die in der Antwort zu Frage 1 genannten Gremien liefern entsprechend ihren
spezifischen Aufträgen wichtige Beiträge für die Arbeit des BMFSFJ, des UBSKM,
der ADS, der gesamten Bundesregierung als berufende oder beauftragende
Institutionen. Darüber hinaus befördern die Erkenntnisse der Gremien den fachlichen,
politischen und gesellschaftlichen Diskurs der durch sie bearbeiteten
Fragestellungen.
Zudem dienen die Berichte der Sachverständigenkommissionen selbst (u. a.
„Dritter Engagementbericht“, „Neunter Familienbericht“, „Achter Altersbericht“,
„Dritter Gleichstellungsbericht“, „16. Kinder- und Jugendbericht“) und die
Stellungnahmen der Bundesregierung zu den Berichten dem Deutschen Bundestag
als zusätzliche Beratungs- und Entscheidungsgrundlage für seine Arbeit.
18. Macht das Bundesministerium die jeweiligen Beiträge der Expertengremien
öffentlich, und falls ja, wo?
Die von den Sachverständigenkommissionen zu erstellenden Berichte („Dritter
Engagementbericht“, „Neunter Familienbericht“, „Achter Altersbericht“, „Dritter
Gleichstellungsbericht“, „16. Kinder- und Jugendbericht“) werden jeweils als
Bundestagsdrucksachen sowie als Publikation auf der Webseite des BMFSFJ
veröffentlicht.
Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen veröffentlicht seine Gutachten
und Stellungnahmen auf den Seiten des Beirats unter
www.bmfsfj.de/
bmfsfj/ministerium/behoerden-beauftragte-beiraete-gremien/beirat-familienfragen/
wissenschaftlicher-beirat-fuer-familienfragen/74184.
Gemäß § 30 Absatz 4 des Mutterschutzgesetzes kann das BMFSFJ nach
gemeinsamer Prüfung und im Einvernehmen mit dem BMAS, dem BMG und dem
BMBF die vom Ausschuss für Mutterschutz aufgestellten Regeln und
Erkenntnisse im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlichen. Die Veröffentlichungen
erfolgen dann auf den Internetseiten der Geschäftsstelle:
www.bafza.de/aufgaben/
ausschuss-fuer-mutterschutz-geschaeftsstelle.html.
Nach § 14 Absatz 3 des Familienpflegezeitgesetzes legt der Unabhängige Beirat
für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf dem BMFSFJ alle vier Jahre, erstmals
zum 1. Juni 2019, einen Bericht vor und kann hierin Handlungsempfehlungen
aussprechen. Das BMFSFJ entscheidet im Benehmen mit dem BMAS und dem
BMG über die Veröffentlichung des Berichts.
Die Rahmenpläne der Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz werden
veröffentlicht. Über den Ort der Veröffentlichung wurde noch nicht entschieden.
Der Beirat zum Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ findet in den Jahresberichten
des Hilfetelefons Erwähnung. Die Sitzungen des Beirats sind nicht öffentlich.
Die Stellungnahmen des Bundesjugendkuratoriums werden durch das BJK selbst
veröffentlicht:
www.bundesjugendkuratorium.de.
Tätigkeitsberichte, Pressemitteilungen und Fachveröffentlichungen sind auf der
Webseite des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen
Kindesmissbrauchs (UBSKM)
https://beauftragter-missbrauch.de/ veröffentlicht.
19. Hält das Bundesministerium es zum Nachweis der Nützlichkeit oder aus
anderen Gründen für sinnvoll, für Referentenentwürfe aus dem eigenen Haus
einen „legislativen Fußabdruck“ bezüglich der Beiträge ihrer eigenen
Expertengremien einzuführen?
Die Bundesregierung tritt für ein offenes und transparentes Regierungshandeln
ein. Unter anderem hat das Bundeskabinett am 15. November 2018 zur Erhöhung
der Transparenz im Gesetzgebungsverfahren beschlossen, Gesetz- und
Verordnungsentwürfe jeweils spätestens mit Kabinettbeschluss zu veröffentlichen.
Darüber hinaus veröffentlichen die Bundesministerien Entwürfe für Gesetze im
Rahmen ihres jeweiligen Internetauftritts. Links dazu befinden sich auf der bereits
bestehenden Unterseite „Gesetzesvorhaben der Bundesregierung“ auf www.
bundesregierung.de. Eingegangene Stellungnahmen von beteiligten Verbänden
werden ebenfalls veröffentlicht, sofern diese einer Veröffentlichung nicht
widersprechen.
Im Übrigen wirken Expertengremien je nach Auftrag und Mandat in der Regel
nicht unmittelbar auf den Gesetzgebungsprozess ein. Insofern kann auch die
Frage nach der Sinnhaftigkeit der Erfassung ihrer Arbeitsergebnisse in Richtung
eines „legislativen Fußabdrucks“ im Sinne der Fragesteller nicht pauschal
beurteilt werden.
Nach Abschluss des Willensbildungsprozesses innerhalb der Bundesregierung ist
der Gesetzgebungsprozess zudem nicht mehr alleinige Zuständigkeit der
Exekutive.
20. Nach welchen Kriterien entscheidet das Bundesministerium, ob es die
Empfehlungen seiner Expertengremien aufgreift?
Die Stellungnahmen und Empfehlungen der Sachverständigenkommissionen
können auf unterschiedliche Weise in die Arbeit des BMFSFJ einfließen. Das
BMFSFJ prüft dafür vorab die Vereinbarkeit, Plausibilität, Konsistenz sowie
Umsetzbarkeit der Empfehlungen.
21. Welcher Betrag im Bundeshaushalt 2019 ist für die Arbeit der an das
Bundesministerium und die nachgeordneten Bundesbehörden angegliederten
Expertengremien bereitgestellt bzw. für diese Legislaturperiode geplant?
Für die Arbeit der Expertengremien sind in den Bundeshaushalt 2019 folgende
Mittel eingestellt worden:
Sachverständigenkommission für den Dritten Engagementbericht“: 521 T Euro,
Kommission zur Erstellung des Neunten Familienberichts“: 336 T Euro,
Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen“: 24 T Euro,
Ausschuss für Mutterschutz“: 286 T Euro,
Achte Altersberichtskommission“: 141 T Euro,
Unabhängiger Beirat zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: 15 T Euro,
Fachkommission nach dem Pflegeberufegesetz: 500 T Euro (eingestellt in den
Etat des BMBF),
Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht der
Bundesregierung: 992 T Euro,
Beirat zum „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“: unter 4 T Euro,
Bundesjugendkuratorium: 124 T Euro,
Sachverständigenkommission zum 16. Kinder- und Jugendbericht: 466 T Euro,
Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs:
1 850 T Euro,
Beirat des UBSKM: 5 T Euro,
Betroffenenrat beim UBSKM: 150 T Euro,
Beirat der ADS: 55 T Euro.
22. Welcher Betrag im Bundeshaushalt 2019 ist für die Öffentlichkeitsarbeit der
an das Bundesministerium und die nachgeordneten Bundesbehörden
angegliederten Expertengremien bereitgestellt bzw. für diese Legislaturperiode
geplant?
Das Bundesjugendkuratorium sieht 11 T Euro, die Sachverständigenkommission
zum 16. Kinder- und Jugendbericht sieht 92 T Euro für Layout, Druck, Online-
Veröffentlichungen sowie die Homepage vor.
Bei den weiteren Gremien sind keine gesonderten Ausweisungen möglich oder
vorgesehen.
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ISSN 0722-8333]