[Deutscher Bundestag Drucksache 17/1318
17. Wahlperiode 08. 04. 2010 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Bärbel Höhn, Britta
Haßelmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 17/1094 –
Dienstreisen von Kabinettsmitgliedern und begleitende Delegationen
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Auslandsreisen von Mitgliedern der Bundesregierung sind ein wesentlicher
Bestandteil der Regierungsarbeit. Mit ihnen pflegt die Bundesregierung ihre
diplomatischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu Staaten in aller
Welt.
Bisher existieren nach Kenntnis der Fragesteller jedoch keine Regeln, nach
welchen Kriterien die Bundesregierung die Auswahl der weiteren Teilnehmerinnen
und Teilnehmer an solchen Reisen regelt. Die Öffentlichkeit kann daher nicht
nachvollziehen, welche Personen in welcher Funktion an der Auslandsreise
eines Regierungsmitgliedes teilnehmen. Selbstverständlich gilt auch so:
Spenden an Regierungsparteien dürfen keine Auswirkungen auf die
Zusammenstellung von Delegationen bei den Auslandsreisen von Bundesministern haben.
Daher wiegt der in jüngster Zeit von einigen Medien angedeutete Verdacht
schwer, dass sich Einzelpersonen oder Unternehmen die Teilnahme an
Auslandsreisen von Mitgliedern der Bundesregierung durch Spenden oder ähnliche
Leistungen an eine der Regierungsparteien „gekauft“ bzw. als Dankesleistung
für solche Zuwendungen erhalten haben.
Im Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ vom 8. März 2010 wird unter der
Überschrift „Unter Freunden“ zum Beispiel berichtet, dass sich der
Bundesminister des Auswärtigen, Dr. Guido Westerwelle, auf mehreren
Auslandsreisen von Unternehmern begleiten ließ, die in der Vergangenheit durch große
Spendenbereitschaft gegenüber der FDP aufgefallen waren.
In diesem Zusammenhang wird auch von den Festen in dem Berliner Gästehaus
„Villa Borsig“ des Auswärtigen Amtes berichtet. Der Außenminister soll sich
geweigert haben, die Gästeliste dieser Veranstaltungen offenzulegen und dies
mit der „Privatsphäre“ der Gäste begründet haben. Dies steht nach Ansicht der
Fragesteller im Widerspruch zum offiziellen Anlass und seiner Finanzierung
aus Steuergeldern.
Nur durch maximale Transparenz gegenüber Parlament und Öffentlichkeit
kann dem Eindruck entgegengewirkt werden, dass man in Deutschland mit
Geld Einfluss auf Entscheidungen der Exekutive nehmen könnte. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 31. März 2010
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/1318 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeVo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Aufgaben eines Regierungsmitglieds in einer parlamentarischen Demokratie
beschränken sich nicht nur auf die Führung eines Ressorts, sondern werden auch
wesentlich durch die Repräsentation der Bundesrepublik Deutschland im In- und
Ausland geprägt. Diese Aufgabe ist notwendigerweise mit der Durchführung
von Dienstreisen verbunden. Insbesondere mit Auslandsdienstreisen werden
diplomatische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu anderen Staaten der
Welt gepflegt. Die Zusammensetzung der Delegationen für die Auslandsreisen
übernimmt jedes Ressort eigenverantwortlich. Je nach Zweck und Anlass der
Reise können dabei auch externe Personen Repräsentanten der Bundesrepublik
Deutschland sein. Das betrifft nicht nur unterschiedliche Bereiche der
Wirtschaft, sondern auch Wissenschaft und Kultur. Bei der Auswahl externer
Mitreisender sind daher allein der Bezug zum Reiseanlass und die Aufgabe bei der
Begleitung eines Mitglieds der Bundesregierung maßgeblich.
Die reisekostenrechtlichen Regelungen für die Mitglieder der Bundesregierung
sind in § 12 Absatz 4 und 5 des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der
Bundesregierung (Bundesministergesetz) und in den dazu erlassenen
Ausführungsbestimmungen des Bundesministeriums der Finanzen enthalten. Für
Parlamentarische Staatssekretärinnen und Parlamentarische Staatsekretäre des Bundes finden
die für die Bundesminister geltenden reisekostenrechtlichen Vorschriften gemäß
§ 5 Absatz 2 des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Parlamentarischen
Staatssekretäre entsprechende Anwendung.
1. Welche Mitglieder der Bundesregierung haben seit dem Tag der Wahl der
Bundeskanzlerin bzw. der Ernennung der Kabinettsmitglieder am 28.
Oktober 2009 dienstliche Auslandsreisen unternommen (bitte nach Ressorts,
Teilnahmezahl und mit Angabe des jeweiligen Reiseziels und Reiseanlass
aufschlüsseln)?
Die Antwort ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle. Die in der Tabelle
genannte Teilnehmerzahl umfasst alle Mitreisenden. Im Einzelfall können noch
Sicherheitsbeamte des Bundeskriminalamtes (BKA) hinzukommen.
MBReg Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiliges
MBReg
Reiseanlass
BK’n Dr. Merkel Paris 8 Gespräch mit Präsident Sarkozy
Brüssel 23 Europäischer Rat
Washington 47 Gespräch Präsident Obama sowie Rede
BK’n vor dem Repräsentantenhaus
Paris 12 Zeremonie anl. 91. Jahrestag des
Waffenstillstands von 1918
Brüssel 15 Informelles Treffen der Staats- und
Regierungschefs der EU
Brüssel 19 Europäischer Rat
Kopenhagen 26 VN-Klimakonferenz
Paris 22 DEU-FRA Ministerrat
Brüssel 15 Europäischer Rat
Luxemburg 14 Arbeitsbesuch
Niederlande 14 Arbeitsbesuch
BM Pofalla Paris 3 Arbeitsbesuch
BM Dr. Westerwelle Brüssel 14 Europäischer Rat
Polen 10 politische Gespräche
Niederlande, Frankreich 42 politische Gespräche
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/1318Luxemburg, Belgien, NATO
und Europäische Union
8 politische Gespräche
USA 48 politische Gespräche
Dänemark, Großbritannien 10 politische Gespräche
Schweiz 6 politische Gespräche
Spanien 9 politische Gespräche
Brüssel 7 Rat Allgemeine Angelegenheiten
Afghanistan, Russische
Föderation
27 politische Gespräche
Israel und Palästinensische
Gebiete
42 politische Gespräche
Österreich 9 politische Gespräche
Tschechische Republik 7 politische Gespräche
Brüssel 7 NATO-AM-Rat
Brüssel 12 Rat Allgemeine Angelegenheiten
Brüssel 2 Abschied von Solana
Schweden, Finnland 7 politische Gespräche
Italien 10 politische Gespräche
Türkei, Saudi-Arabien,
Katar, Vereinigte Arabische
Emirate, Jemen
49 politische Gespräche
Estland, Japan, China 60 politische Gespräche
Brüssel 5 Rat Allgemeine Angelegenheiten
London 38 Afghanistankonferenz
Griechenland 9 politische Gespräche
Paris 11 DEU-FRA Ministerrat
Slowakische
Republik, Ungarn
9 politische Gespräche
Genf 7 Menschenrechtsrat
Córdoba 8 Gymnich-Treffen
Kap Verde,
Argentinien,
Chile, Uruguay,
Brasilien
64 politische Gespräche
BM Dr. de Maizière London 3 G-6-Ministerkonferenz
Brüssel 7 JI-Rat
Madrid 7 Informeller JI-Rat
Paris 2 DEU-FRA Ministerrat
Vancouver 3 Olympische Winterspiele 2010
Brüssel 11 JI-Rat
BM’n Leutheusser-
Schnarrenberger
Brüssel 3 Teilnahme an JI-Rat
Brüssel 3 Teilnahme an der EU-Ratstagung
„Wettbewerbsfähigkeit“
Luxemburg 2 Teilnahme am 3. Luxemburger
Expertenforum des EuGH zur Entwicklung des
Gemeinschaftsrechts
Toledo 3 Teilnahme an JI-Rat
MBReg Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiliges
MBReg
Reiseanlass
Drucksache 17/1318 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeMadrid 5 Teilnahme an der Konferenz der spanischen
Ratspräsidentschaft zum Schutz der
Grundrechte
Paris 4 DEU-FRA Ministerrat
Interlaken 6 Teilnahme an der Konferenz des Europarats
zur Zukunft des Europäischen Gerichthofs
für Menschenrechte
Brüssel 4 Teilnahme an JI-Rat
BM Dr. Schäuble St. Andrews/UK 7 G 20 Finanzministertreffen
Brüssel 9 Eurogruppe/ECOFIN
Brüssel 8 Eurogruppe/ECOFIN
Luxemburg 3 Unterzeichnung Protokoll zum
Informationsaustausch
Brüssel 8 Eurogruppe
Paris 3 DEU-FRA Ministerrat (in Delegation
BK’n)
Iqaluit/Kanada 7 G 7 Finanzministertreffen
Luxemburg 3 Informelles Treffen der deutschsprachigen
Finanzminister
Brüssel 6 Eurogruppe
Brüssel 6 Eurogruppe
BM Brüderle China 54 Förderung bilateraler
Wirtschaftsbeziehungen
USA 5 Förderung bilateraler
Wirtschaftsbeziehungen
Russland 12 Förderung bilateraler
Wirtschaftsbeziehungen
Brüssel 8 Rat der Europäischen Union
(Wettbewerbsfähigkeit)
Davos 2 Teilnahme am World Economic Forum,
u. a. bilaterales Gespräch mit Schweizer
Bundespräsidentin Leuthard
Paris 4 DEU-FRA Ministerrat
Wien 3 politische Gespräche mit dem
Finanzminister und dem Wirtschaftsminister
Österreichs
BM’n Dr. von der Leyen Brüssel 2 Jugendministerrat
Barcelona 9 Informelles Treffen der EU-Arbeits- und
Sozialminister
Paris 4 DEU-FRA Ministerrat
Amsterdam/Den Haag 17 Erfahrungsaustausch mit dem NL-
Arbeitsministerium
Brüssel 5 EPSCO der EU-Arbeits- und
Sozialminister
BM’n Aigner Rom 4 FAO
Brüssel 8 EU-Ratstagung
Paris 2 EU-Agrarministertreffen
Brüssel 5 Treffen mit diversen EP-Gremien
Paris 2 DEU-FRA Ministerrat
Helsinki 2 Ostsee-Konferenz (Vertretung BK’n)
Brüssel 10 EU-Ratstagung
MBReg Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiliges
MBReg
Reiseanlass
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/1318Paris 5 OECD-Ministerkonferenz
Warschau 4 Treffen mit LW- und Wirtschaftsminister
BM Dr. zu Guttenberg Brüssel 9 Besuch beim NATO-Generalsekretär
Usbekistan,
Afghanistan
18 Einsatzreise
Brüssel 6 Gemeinsame Sitzung der AM und VM
Paris 43 Antrittsbesuch bei FRA VM
Washington 43 Antrittsbesuch bei US VM
Halifax 43 Antrittsbesuch bei CAN VM
Afghanistan 12 Einsatzreise
Davos 2 Teilnahme am World Economic Forum
Paris 7 DEU-FRA Ministerrat
Istanbul 12 Informelles NATO-VM Treffen
Kosovo/Bosnien und
Herzegowina
24 Einsatzreise
BM’n Dr. Schröder Paris 2 DEU-FRA Ministerrat
BM Dr. Rösler Brüssel 8 EPSCO-Rat
Paris 3 DEU-FRA Ministerrat
BM Ramsauer Doha 3 Kontaktpflege Außenwirtschaftsförderung
Brüssel 11 EU-Verkehrsministerrat
Paris 1 Dt.-franz. Verkehrsministerrat
La Coruna 4 Informelles Ministertreffen
Tel Aviv 10 Kontaktpflege Außenwirtschaftsförderung
Brüssel 6 Tagung des Rates der EU
BM Dr. Röttgen Kopenhagen 5 Konferenz zur Vorbereitung der UN-
Klimakonferenz („Per-COP“) auf Einladung
Dänemarks
Brüssel 9 EU-Sonderumweltrat anlässlich der UN
Klimakonferenz in Kopenhagen
Kopenhagen 122
(Gesamtgröße der
Delegation)
VN-Klimakonferenz
Brüssel 13 EU-Umweltrat
Sevilla 4 EU, informeller Umweltrat
Paris 4 DEU-FRA Ministerrat
Bali 18 UNEP Governing Council
BM’n Dr. Schavan Israel 12 Eröffnung des Stiftungsfonds Martin Buber
Gesellschaft der Forschungsstipendiaten in
den Geistes, Kultur- und
Sozialwissenschaften und Eröffnung des Laurentius-
Klein-Lehrstuhls, Regierungsgespräche
Türkei 14 Verbesserung der deutsch-türkischen
Beziehungen im Bildungsbereich,
Regierungsgespräche
USA 11 Unterzeichnung WTZ-Abkommen und
Eröffnung des Deutschen Wissenschafts- und
Innovationshauses in New York,
Regierungsgespräche
BM Niebel Kopenhagen 8 VN-Klimakonferenz
MBReg Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiliges
MBReg
Reiseanlass
Drucksache 17/1318 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode2. Nach welchen Maßgaben und Kriterien wird dabei die das jeweilige
Kabinettsmitglied begleitende Delegation zusammengestellt?
Welche Rechtsgrundlagen sind dabei zu beachten?
Die Entscheidung trifft das jeweilige Ressort in eigener Verantwortung nach
fachlichem Bedarf, Anlass und Themen der Reise.
3. a) Wer bestimmt die Größe einer Delegation, und wer trifft die Auswahl der
begleitenden Personen, die nicht Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des
betreffenden Ministeriums sind?
Die Entscheidung über die Zusammensetzung und Größe der Delegation trifft
jedes Ressort in eigener Verantwortung unter Berücksichtigung des jeweiligen
Reiseanlasses.
b) In welcher Weise war der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Martin
Biesel, bei den Entscheidungen zu Frage 11 und 17 beteiligt?
Staatssekretär Martin Biesel war als der für Fragen der Außenwirtschaftspolitik
im Auswärtigen Amt zuständige Staatssekretär in die Entscheidung über die
Delegationszusammensetzung eingebunden.
c) In welcher Weise war der Leiter des Referats 06, Jörg Arntz, bei den
Entscheidungen zu Frage 11 und 17 beteiligt?
Zu den Aufgaben der Arbeitseinheit „06 Koordinierung“ gehört u. a. die
Koordinierung des Bereichs der Außenwirtschaftsförderung. Als Leiter der
Arbeitseinheit 06 war Jörg Arntz in die Entscheidung über die
Delegationszusammensetzung eingebunden.
d) Geht die Teilnahme von Cornelius Boersch an Reisen nach Asien und der
Türkei auf einen Vorschlag einer Botschaft respektive der zuständigen
Fachreferate zurück?
Oder wurde Cornelius Boersch von Martin Biesel, respektive Michael
Mronz, als Teilnehmer der Delegation vorgeschlagen?
Die Auswahl der mitreisenden Gäste wird nach einem eingespielten Verfahren,
das im Auswärtigen Amt seit längerem üblich ist, entschieden. Grundlage für die
Mitreise innerhalb einer Wirtschaftsdelegation sind jeweils die fachliche
Expertise und regionale Interessen.
Ruanda, Kongo, Mosambik 48 entwicklungspolitische Delegationsreise
Namibia 12 entwicklungspolitische Delegationsreise
Madrid 7 Konferenz der EU-EZ-Minister
Vietnam, Kambodscha 44 entwicklungspolitische Delegationsreise
MBReg Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiliges
MBReg
Reiseanlass
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/13184. Wie gelangen Vertreter von Verbänden und Unternehmen in eine
Ministerdelegation?
Welche Voraussetzungen sind dafür erforderlich?
5. Auf welche Weise können Journalistinnen und Journalisten an einer
Delegationsreise teilnehmen, und wer entscheidet über deren Auswahl?
Die jeweils einschlägigen Verbände der deutschen Wirtschaft und die
Medienvertreter werden über die geplante Auslandsreise informiert und um
Interessenbekundungen für eine Mitreise gebeten. Aufgrund der beschränkten
Platzkapazität gibt es regelmäßig mehr Mitreisewünsche als Plätze zur Verfügung stehen.
Die konkrete Auswahl orientiert sich an der sachgerechten Berücksichtigung
aller Interessenten, den Schwerpunktthemen der Reise und den vorangegangenen
Berücksichtigungen. Im Übrigen wird auf die Antworten zu den Fragen 2 und 3a
Bezug genommen.
6. Wer kommt in den Fällen externer Begleitung für deren Reisekosten,
Unterbringung und Verpflegung auf?
Es erfolgt grundsätzlich keine Kostenerstattung für externe Begleiter. Ist aus
politischen oder gesellschaftlichen Gründen eine Teilnahme von externen
Begleitern an einer Dienstreise geboten, können in Ausnahmefällen die Kosten von
dem jeweiligen Ressort übernommen werden.
7. Wird Vertretern von Verbänden und Unternehmen, aber auch
Einzelpersonen, die an die Partei des Regierungsmitglieds gespendet oder deren
Veranstaltungen gesponsort haben, die Teilnahme an Delegationsreisen
ermöglicht bzw. erleichtert?
8. Hat es nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten drei Jahren
Spender (natürliche und juristische Personen) an Parteien gegeben, die über der
veröffentlichungspflichtigen Summe gespendet hatten und an
Delegationsreisen teilgenommen haben (falls ja, bitte nach Spender, Höhe der Spende,
Delegationsreise und Anlass aufschlüsseln)?
Die Fragen 7 und 8 werden zusammenhängend beantwortet. Gemäß § 25 des
Gesetzes über die politischen Parteien sind Spenden an politische Parteien, nicht
jedoch an einzelne politische Amtsträger zulässig. Parteispenden von über 50 000
Euro müssen unverzüglich beim Bundestagspräsidenten angezeigt und
anschließend zeitnah von diesem als Bundestagsdrucksache veröffentlicht werden.
Spenden an politische Parteien, deren Gesamtwert im Jahr 10 000 Euro übersteigt,
werden gemäß § 25 Absatz 3 des Parteiengesetzes (PartG) unter Angabe des
Namens und der Anschrift des Spenders im Rechenschaftsbericht der jeweiligen
Partei ausgewiesen.
Die Rechenschaftsberichte sind beim Präsidenten des Deutschen Bundestages
einzureichen und erscheinen als Bundestagsdrucksache (vgl. § 23 Absatz 2
Satz 3 PartG). Zusätzlich erfolgt eine Veröffentlichung der
Bundestagsdrucksache auf der Internetseite des Deutschen Bundestages.
Der Bundesregierung stehen keine eigenen Erkenntnismittel zu Spenden an
politische Parteien zur Verfügung, die über die vom Präsidenten des Deutschen
Bundestages vorgenommenen Veröffentlichungen nach § 25 Absatz 3 PartG
hinausgehen. Bei der Zusammensetzung von Delegationen erfolgt die Auswahl der
Delegationsteilnehmer ausschließlich anlassbezogen. Parteispenden,
Parteizugehörigkeit oder politische Ansichten der Mitreisenden gehören nicht zu den
Auswahlkriterien.
Drucksache 17/1318 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode9. Haben Unternehmen und Verbände in den letzten drei Jahren Mitglieder
der Bundesregierung und/oder Beschäftigte von Ministerien zu
Auslandsreisen eingeladen, deren Anlass Firmengründungen, Einweihungen von
Produktionsstätten, Konferenzen oder Messen waren (bitte ggf. nach
Veranstaltern, Anlass, Reiseziel und Datum aufschlüsseln)?
Falls ja, wer hat in diesen Fällen die Kosten übernommen bzw. wie wurden
sie aufgeteilt?
Bei der Beantwortung der Frage wurde dem Wort „eingeladen“ nachfolgende
Definition zugrunde gelegt. Einladung ist der Wunsch, dass eine bestimmte
Person oder ein bestimmter Personenkreis an einer durch Ort, Zeit, Anlass,
Thema oder Tagesordnung charakterisierten Veranstaltung, Versammlung oder
Feier teilnehmen soll und für die entstehenden Kosten durch den Gastgeber
aufgekommen wird.
Zu den Dienstreisen von Mitarbeitern der einzelnen Ressorts werden allgemein
keine Statistiken geführt, so dass eine abschließende Datenerhebung über alle
Mitarbeiter nicht möglich ist. Sofern eine Dienstreise aus den in der Frage
geschilderten Anlässen stattfinden sollte, wird in jedem Ressort bei
Antragsstellung, wie bei allen anderen Dienstreisen auch, geprüft, ob die Reise dienstlich
veranlasst ist und keine Interessenkollision bzw. eine unzulässige Annahme von
Geschenken vorliegt.
Mitglieder und ehemalige Mitglieder der Bundesregierung haben in den letzten
drei Jahren Einladungen von Unternehmen und Verbänden zu
Auslandsdienstreisen nicht angenommen.
10. In welchen Fällen gelten die in den vorstehenden Fragen angesprochenen
Sachverhalte auch für Parlamentarische Staatssekretärinnen und
Parlamentarischen Staatssekretäre bzw. Staatsministerinnen und
Staatsminister?
Auch Parlamentarische Staatssekretärinnen und Parlamentarische
Staatssekretäre bzw. Staatsministerinnen und Staatsminister haben in den letzten drei Jahren
keine Einladungen zu Auslandsdienstreisen angenommen.
Eine Aufstellung der Auslandsdienstreisen in der 17. Legislaturperiode ergibt
sich aus nachfolgender Tabelle.
PSt Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiligen
PSt
Reiseanlass
StM von Klaeden London 1 Gespräch zur Europapolitik
StM’n Dr. Böhmer Malmö 3 Treffen europäischer Integrationsminister
Paris 1 DEU-FRA Ministerrat
StM Neumann Cannes 2 MIDEM
Paris 2 DEU-FRA Ministerrat
StM Hoyer Belgien (EU) 1 Teilnahme am Europäischen Rat
Polen 1 Antrittsreise (Begleitung BM)
Niederlande/Frankreich 1 Antrittsreise (Begleitung BM)
Luxemburg/Belgien, (bilat./
NATO/EU)
1 Antrittsreise (Begleitung BM)
USA 1 Antrittsreise (Begleitung BM)
Frankreich 2 Teilnahme an Feierlichkeiten zu 20 Jahre
Mauerfall
Dänemark 1 Antrittsreise (Begleitung BM)
Belgien (EU) 1 Teilnahme am Rat für Allgemeine
Angelegenheiten
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/1318Ungarn – Teilnahme am Deutsch-Ungarischen
Forum
Griechenland – Teilnahme an OSZE-Ministertagung
Belgien (EU) 1 Rat für Außenbeziehungen und Allgemeine
Angelegenheiten
Frankreich 1 bilaterale Konsultationen mit
StS Lellouche
Spanien/Norwegen 1 Europaminister-Treffen/Vortrag bei
NATO-Strategieseminar
Belgien (EU) 1 Sonder-Rat für Außenbeziehungen Haiti
Frankreich 1 Begegnung mit Staatspräsident Sarkozy /
Deutsch-Französischer Tag
Großbritannien 1 Teilnahme an Jemen-Konferenz
Polen 2 Weimarer Dreieck-Europaminister-Treffen
Frankreich 1 Teilnahme am DEU-FRA Ministerrat
Zypern 1 politische Gespräche
Irland/USA 1 (2 Teil
Washington)
jeweils bilaterale Gespräche
Belgien (EU) 1 Rat für Außenbeziehungen und Allgemeine
Angelegenheiten
Ukraine 3 Teilnahme an Amtseinführung des UKR
Präsidenten Janukowytsch
Russische Föderation 2 Antrittsbesuch, politische Gespräche
Belgien (EU) 1 informelles Europaminister-Treffen
Belgien (EU) 1 EMK der Länder
Belgien (EU) 1 Rat für Außenbeziehungen und Allgemeine
Angelegenheiten + EP-Termin
StM’n Pieper Shanghai, Peking,
Nanjing
3 politische Gespräche, Eröffnung der
Bildungsmesse „Q-China“
Brüssel 3 EU-Kulturministerrat
Riga / Vilnius 5 politische Gespräche
Warschau 5 politische Gespräche, Antrittsbesuch als
nominierte Koordinatorin für die
deutschpolnische zwischengesellschaftliche und
grenznahe Zusammenarbeit
Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt 4 politische Gespräche, Eröffnung des
Deutschlandjahres in Vietnam
Auschwitz 1 Teilnahme an der Konferenz der EU-
Bildungsminister „Auschwitz- Erinnerung,
Verantwortung, Bildung“/anschl. 65.
Gedenktag zur Befreiung des
Konzentrationslagers Auschwitz
Kasachstan (Astana/Almaty) 2 politische Gespräche, Eröffnung des
Deutschlandjahres in Kasachstan im
„Palast der Eintracht und des Friedens“
Paris 1 politische Gespräche (UNESCO/Kultur-
und Bildungsministerium)
Budapest 2 Konferenz zur EU-Donauraumstrategie
(halbtägig)
PSt Dr. Bergner Moskau 1 Sprachkonferenz „Aktuelle Fragen des
Lernens und Lehrens der dt. Sprache: Sprache
als Grundlage für die Identitätssicherung
der Russlanddeutschen“
PSt Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiligen
PSt
Reiseanlass
Drucksache 17/1318 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeWarschau 1 Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung
in Polen „Umbruch und Aufbruch 1989 –
2009: Christdemokratische Antworten auf
die Herausforderungen der Zeit“;
Teilnahme an der Podiumsdiskussion: „Der
große Umbruch 1989: Hoffnungen –
Erfolge – bleibende Aufgaben“
Peking 2 Sportwissenschaftliches Symposium
Moskau/Jaroslawl 1 Internationale Partnerschaftskonferenz der
Gesellschaftsorganisationen der
Russlanddeutschen
Sibiu 1 20. Jubiläum Demokratisches Forum der
Deutschen Rumäniens- und
Jahresplanungskonferenz
Vancouver, Whistler 1 X. Paralympics in Vancouver 2010
PSt Dr. Schröder Utrecht 3 Europäische Kommunalminister-
Konferenz
Brüssel – JI-Rat (Begleitung BM)
Brüssel 2 Gespräche mit Ständiger Vertretung und
MdEP
Den Haag 2 Rede Intern. Sicherheitskonferenz
Brüssel – JI-Rat (Begleitung BM)
PSt Stadler keine
PSt Koschyk keine
PSt Kampeter Frankreich 2 Messe MIDEM Eröffnung deutscher
Gemeinschaftsstand und politische Gespräche
Spanien 2 Gespräche zu den Auswirkungen der
Finanz- und Wirtschaftskrise in Spanien
sowie zur spanischen EU-Ratspräsidentschaft
PSt Hintze Brüssel – Gespräch bei European Space Agency
PSt Otto Cannes – Eröffnung des deutschen
Gemeinschaftsstandes auf der MIDEM sowie Rundgang,
bilaterale Gespräche mit der Branche
Neu Delhi, Pune, Mumbai – Begleitung des Bundespräsidenten
Seoul – Begleitung des Bundespräsidenten
PSt Burgbacher Südafrika 2 T 20-Tourismusministergipfel
PSt Fuchtel keine
PSt Dr. Brauksiepe Genf 2 Teilnahme an der Sitzung des ILO
Verwaltungsrates
Cadenabbia 2 Vorträge im Rahmen eines Seminars der
Konrad-Adenauer-Stiftung mit
Abgeordneten des serbischen Parlaments
Vancouver, Whistler 3 Besuch der paralympischen Winterspiele
Genf 2 Teilnahme an der Sitzung des ILO
Verwaltungsrates
PSt’n Klöckner Kopenhagen 3 Klimaschutzkonferenz
PSt Dr. Müller Antalya 27 Kooperationsvereinbarung
Kooperationsbörse/Messe
Brüssel 1 AG Ernährung, Landwirtschaft,
Verbraucherschutz
PSt Schmidt Halifax, New York 1 Teilnahme am Halifax International
Security Forum, Bilaterale Gespräche VN New
York
PSt Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiligen
PSt
Reiseanlass
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/1318Manama, Bahrain 3 Teilnahme am „6th Manama Dialogue“
Bern 2 Bilaterale Gespräche
Herzliya, Israel 1 Teilnahme an Herzliya Konferenz
Den Haag 1 Bilaterale Gespräche
Zagreb 3 Teilnahme Amtseinführung des
Präsidenten der Republik Kroatien
Palma de Mallorca 6 Teilnahme am Informellen Treffen der
EU-Verteidigungsminister
Washington 1 bilaterale Gespräche
PSt Kossendey Beirut 15 Besuch DEU EinsKtgt UNIFIL/Kdo-
Wechsel MTF
Podgorica/MNE
Pristina/KOS
Dschibuti/DJI
13 bilaterale Gespräche MNE, Besuch DEU
EinsKtgt’e KFOR u. ATALANTA
PSt Dr. Kues New York 11 54. Sitzung der Frauenrechtskommission
(FRK)
PSt’n Widmann-Mauz Boston/Harvard 2 German Conference
Parma 4 WHO-Konferenz „Umwelt und
Gesundheit“
Madrid 4 Konferenz „Organspende“
PSt Bahr Dubai 10 Arab Health Messe
PSt Ferlemann keine
PSt Dr. Scheuer La Coruna (Spanien) – Begleitung Minister beim Informellen
Verkehrsministertreffen
PSt Mücke Peking 3 International Conference on Green and
Energy-Efficient Building & New
Technologies and Products Expo“ (IGEBC
Peking 2010)
PSt’n Heinen-Esser Brüssel 4 i.V. BM: Vorstellung Bericht „The
Economics of Ecosystems and Biodiversity“
London 3 i.V. BM: Restoring the World’s Forests
Madrid 3 i.V. BM: 1. Europ. Konferenz: Post 2010
Biodiversity
Trondheim 3 i.V. BM: 6. Trondheim Conference on
Biological Diversity
Windhoek 2 i.V. BM: African Minister Conference on
Access and Benefit Sharing
Paris 3 i.V. BM: Internat. Ministertreffen zur
Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung +
Walddegradierung (REDD)
PSt’n Reiche Kopenhagen 122 UN-Klimakonferenz
Brüssel 14 EU-Umweltrat
PSt Rachel Brüssel 2 Reise der AG Bildung und Forschung der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach
Brüssel
Neu Delhi 7 Regierungsverhandlungen im Rahmen der
Wissenschaftl. – Technologischen
Zusammenarbeit
PSt Dr. Braun keine
PSt’n Kopp Rom – FAO Konferenz zur Ernährungssicherung;
Mitglied der deutschen Delegation
Brüssel – Treffen der EU-Entwicklungsminister
Kopenhagen – Klimagipfel, Teilnahme am EU-
Ministertreffen
PSt Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiligen
PSt
Reiseanlass
Drucksache 17/1318 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode11. a) Welche Auslandsreisen haben Bundesaußenminister Dr. Guido
Westerwelle sowie Staatsministerin Cornelia Pieper und Staatsminister
Dr. Werner Hoyer seit Amtsantritt unternommen?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 1 und 10 verwiesen.
b) Welche Personen (mit Funktion, ggf. entsendende Stelle), die nicht
Mitarbeiterin oder Mitarbeiter der Bundesregierung sind, haben den
Minister bei der jeweiligen Reise begleitet?
Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Reiseteilnehmer wurde die Antwort
als VS – NfD eingestuft und kann bei der Geheimschutzstelle des Deutschen
Bundestages von Berechtigten eingesehen werden.
c) Welche dieser Personen haben nach Kenntnis der Bundesregierung
persönlich, über ein Unternehmen, an dem sie mittelbar oder unmittelbar
(mit mindestens 25 Prozent) beteiligt sind, oder über ihren Arbeitgeber
an welche Regierungspartei gespendet?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor. Im Übrigen wird auf
die Antwort zu den Fragen 7 und 8 verwiesen.
12. a) Welche Auslandsreisen haben die Bundesministerin der Justiz, Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger, sowie der Parlamentarische
Staatssekretär Dr. Max Stadler seit Amtsantritt unternommen?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 1 und 10 verwiesen.
b) Welche Personen (mit Funktion, ggf. entsendende Stelle), die nicht
Mitarbeiter in oder Mitarbeiter der Bundesregierung sind, haben die
Ministerin bei der jeweiligen Reise begleitet?
c) Welche dieser Personen haben nach Kenntnis der Bundesregierung
persönlich, über ein Unternehmen, an dem sie mittelbar oder unmittelbar
(mit mindestens 25 Prozent) beteiligt sind, oder über ihren Arbeitgeber
an welche Regierungspartei gespendet?
Es hat keine Begleitung durch Externe stattgefunden.
13. a) Welche Auslandsreisen haben der Bundesminister für Wirtschaft und
Technologie, Rainer Brüderle, sowie die Parlamentarischen
Staatssekretäre Ernst Burgbacher, Peter Hintze und Hans-Joachim Otto seit
Amtsantritt unternommen?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 1 und 10 verwiesen.
Indien – Reise des Bundespräsidenten,
Delegationsmitglied
Cancun – Jahrestagung der Interamerikanischen
Entwicklungsbank (Deutsche Gouverneurin)
PSt Reiseziel Teilnehmerzahl
ohne jeweiligen
PSt
Reiseanlass
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/1318b) Welche Personen (mit Funktion, ggf. entsendende Stelle), die nicht
Mitarbeiterin oder Mitarbeiter der Bundesregierung sind, haben den
Minister bei der jeweiligen Reise begleitet?
Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Reiseteilnehmer wurde die Antwort
als VS – NfD eingestuft und kann bei der Geheimschutzstelle des Deutschen
Bundestages von Berechtigten eingesehen werden.
c) Welche dieser Personen haben nach Kenntnis der Bundesregierung
persönlich, über ein Unternehmen, an dem sie mittelbar oder
unmittelbar (mit mindestens 25 Prozent) beteiligt sind, oder über ihren
Arbeitgeber an welche Regierungspartei gespendet?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor. Im Übrigen wird auf
die Antwort zu den Fragen 7 und 8 verwiesen.
14. a) Welche Auslandsreisen haben der Bundesminister für Gesundheit,
Dr. Philipp Rösler, sowie die Parlamentarische Staatssekretärin
Annette Widmann-Mauz und der Parlamentarische Staatssekretär
Daniel Bahr seit Amtsantritt unternommen?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 1 und 10 verwiesen.
b) Welche Personen (mit Funktion, ggf. entsendende Stelle), die nicht
Mitarbeiterin oder Mitarbeiter der Bundesregierung sind, haben den
Minister bei der jeweiligen Reise begleitet?
c) Welche dieser Personen haben nach Kenntnis der Bundesregierung
persönlich, über ein Unternehmen, an dem sie mittelbar oder
unmittelbar (mit mindestens 25 Prozent) beteiligt sind, oder über ihren
Arbeitgeber an welche Regierungspartei gespendet?
Es hat keine Begleitung durch Externe stattgefunden.
15. a) Welche Auslandsreisen haben der Bundesminister für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, sowie die
Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp seit Amtsantritt unternommen?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 1 und 10 verwiesen.
b) Welche Personen (mit Funktion, ggf. entsendende Stelle), die nicht
Mitarbeiterin oder Mitarbeiter der Bundesregierung sind, haben den
Minister bei der jeweiligen Reise begleitet?
Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Reiseteilnehmer wurde die Antwort
als VS – NfD eingestuft und kann bei der Geheimschutzstelle des Deutschen
Bundestages von Berechtigten eingesehen werden.
c) Welche dieser Personen haben nach Kenntnis der Bundesregierung
persönlich, über ein Unternehmen, an dem sie mittelbar oder
unmittelbar (mit mindestens 25 Prozent) beteiligt sind, oder über ihren
Arbeitgeber an welche Regierungspartei gespendet?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor. Im Übrigen wird auf
die Antwort zu den Fragen 7 und 8 verwiesen.
Drucksache 17/1318 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode16. Welche Nichtregierungsmitglieder, die bei Auslandsreisen der fünf FDP-
Minister anwesend waren, haben einen Reisekostenzuschuss geleistet?
Falls ja, in welcher Höhe?
Auf die Antworten zu den Fragen 6 sowie 11 bis 15 wird verwiesen.
17. Aus welchen Gründen hat Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle zu
den „Berliner Abenden“ in das Berliner Gästehaus „Villa Borsig“ des
Auswärtigen Amtes, Gäste wie Showmaster Thomas Gottschalk,
Fußballtrainer Felix Magath, den Unternehmer Reinhold Würth, Telekom-
Vorstandschef René Obermann u. a. eingeladen (Süddeutsche Zeitung, 4. März
2010)?
In welcher Weise stehen diese Persönlichkeiten in Verbindung zur
Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland?
Die „Berliner Abende“ in der „Villa Borsig“ sind Teil des regelmäßigen
Austauschs des Bundesministers des Auswärtigen Dr. Guido Westerwelle zu
aktuellen außen-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen mit Vertretern aus
Diplomatie, Politik, Wirtschaft und Medien.
18. Welche Personen standen bei welchem „Berliner Abend“ jeweils auf der
Gästeliste?
Nach Abwägung des mit einer Veröffentlichung der Gästeliste verbundenen
Eingriffs in das grundrechtlich geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht der
eingeladenen Personen sowie des Kernbereiches exekutiver Eigenverantwortung
einerseits mit dem parlamentarischen Informationsanspruch andererseits wird
von einer Beantwortung der Frage abgesehen.
Die Mitglieder der Bundesregierung sind für ihre dem Gemeinwohl verpflichtete
Regierungstätigkeit darauf angewiesen, Zugang zu unterschiedlichen
gesellschaftlichen Gruppen zu erhalten. Hintergrundgespräche und vertrauliche
Diskussionsrunden sind ein Mittel, Einschätzungen und Meinungen von Personen
zu aktuellen Themen zu erhalten, die kein politisches Mandat wahrnehmen,
sondern aufgrund ihrer Tätigkeit oder Lebenserfahrung einen anderen Blickwinkel
haben. Nicht zuletzt Abgeordnete profitieren hiervon durch ihre regelmäßige
Teilnahme an solchen Gesprächsrunden. Zahlreichen Teilnehmern dieser
Gespräche ist es wichtig, offen sprechen zu können und nicht befürchten zu müssen,
dass ihnen Äußerungen später vorgehalten werden. Dazu gehört es auch,
derartige Gespräche führen zu können, ohne dass die Teilnahme insbesondere im
Beisein anderer Gäste später bekannt wird. Die Erfahrung zeigt, dass die
Bereitschaft zur Teilnahme an derartigen Gesprächsrunden mit Mitgliedern der
Bundesregierung sinkt, wenn Eingeladene später mit entsprechenden Vorhaltungen
rechnen müssten. Es liegt im Interesse der parlamentarischen Demokratie, der
Bundesregierung diese Zugänge zu allen gesellschaftlichen Gruppen zu erhalten,
so dass hier Vertraulichkeit gewahrt werden muss.
19. Welche dieser Personen haben nach Kenntnis der Bundesregierung
persönlich, über ein Unternehmen, an dem sie mittelbar oder unmittelbar (mit
mindestens 25 Prozent) beteiligt sind, oder über ihren Arbeitgeber an
welche Regierungspartei gespendet?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor. Im Übrigen wird auf
die Antwort zu Frage 17 verwiesen.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/131820. Entspricht die Darstellung in der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND
(FTD) vom 12. März 2010 den Tatsachen, dass die Mitnahme von Nurten
Schlinkert durch den Bundesaußenminister auf ein Versprechen des
Abgeordneten Westerwelle während eines Türkeibesuchs 2004 zurückgeht?
Wenn nicht, was ist an der Darstellung in der FTD vom 12. März 2010
falsch?
„Malt, tanzt, singt oder töpfert“ Nurten Schlinkert nach Kenntnis der
Bundesregierung, und was ist die Begründung für ihre Teilnahme an der
Türkeireise des Bundesaußenministers?
Die Auswahl der mitreisenden Gäste wird nach einem eingespielten Verfahren,
das im Auswärtigen Amt seit längerem üblich ist, entschieden. Das gilt auch für
Sondergäste aus den Bereichen Kultur oder Sport, die seit Jahren zur Begleitung
eingeladen werden. Dies galt auch für Nurten Schlinkert beim Besuch der
Türkei.
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ISSN 0722-8333]