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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Bevölkerungsentwicklung und -verteilung in Deutschland
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Datum
20.08.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1178722.07.2019
Bevölkerungsentwicklung und -verteilung in Deutschland
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/11787
19. Wahlperiode 22.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten René Springer, Martin Hess, Dr. Christian Wirth,
Dr. Gottfried Curio und der Fraktion der AfD
Bevölkerungsentwicklung und -verteilung in Deutschland
Die Kluft zwischen Stadt und Land ist größer geworden (vgl. https://bit. ly/2Y
Serda S. 25). Nach Ansicht des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung
liegt dies vor allem daran, „dass die Ballungszentren und die Peripherie auf
unterschiedlichen demografischen Pfaden unterwegs sind“ (ebd.). Vor allem junge
Menschen verlassen ihre Heimatdörfer und Kleinstädte.
Die Studie weiter (S. 25 f.): „Sie wollen studieren und ziehen dafür in die Städte,
in denen sie Hochschulen und Universitäten finden. Fertig ausgebildet, kehren sie
jedoch selten auf das Land zurück. Der Sog der Großstadt ist dabei kein neues
Phänomen. Schon immer lockten Städte Landbewohner auf der Suche nach
Arbeit und mit der Hoffnung auf ein besseres Leben an. Doch die Familien auf dem
Land waren früher so groß, dass der Wegzug nicht ins Gewicht fiel.
Inzwischen aber kommen in den Dörfern ähnlich wenige Kinder pro Frau zur
Welt wie in den Städten. Und da auf dem Land mit den jungen Menschen auch
die Familiengründer von morgen wegziehen, ist die Lücke zwischen Geburten
und Sterbefällen in den peripheren ländlichen Gebieten längst größer als in den
Großstädten. Nur noch in wenigen Landkreisen wie in Vechta und Cloppenburg
im westlichen Niedersachsen kommen noch mehr Kinder zur Welt als Menschen
sterben. Ansonsten sind es die kreisfreien Großstädte wie München, Frankfurt
und Offenbach am Main, Berlin oder Dresden, die Geburtenüberschüsse
verzeichnen. Bei ihnen führt der Zuzug der vielen jungen Menschen zu einem
doppelten demografischen Effekt: Mit der hohen Zahl an potenziellen Eltern kommen
dort auch vergleichsweise viele Kinder zur Welt.
Unterm Strich bedeutet dies für viele entlegene und dünn besiedelte Landesteile,
dass sie weiter an Bewohnern verlieren. Mitunter entsteht dadurch eine
Abwärtsspirale, weil mit den Menschen nach und nach auch die vorhandene Infrastruktur
verschwindet, vom Dorfladen über die Busverbindung, von der Schule bis zum
Hausarzt. Zurück bleiben vor allem die älteren Bewohner. Schon heute sind die
Menschen, die in den dünn besiedelten ländlichen Kreisen zu Hause sind, im
Schnitt fast drei Jahre älter als die Großstädter.“
Die regionalen Unterschiede in der demografischen Entwicklung werden sich
zukünftig weiter verschärfen. „Alle fünf ostdeutschen Flächenländer haben zum
Teil mit erheblichen Bevölkerungsverlusten zu rechnen. Auch periphere
ländliche Räume im Westen sowie strukturschwache ehemalige Industriestandorte im
Ruhrgebiet und im Saarland werden Einwohner verlieren. Die heute schon
attraktiven Städte in Ost und West hingegen, von Hamburg über Berlin, Leipzig,
Frankfurt am Main bis München, können sich auf Zugewinne einstellen, insbesondere
von jungen Menschen und Berufseinsteigern“ (a. a. O., S. 14).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Bevölkerungszahl
zwischen 2000 und 2019 in Deutschland entwickelt (bitte insgesamt sowie
getrennt nach Staatsangehörigkeit – Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –,
EU-Ausländer, Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute
und relative Veränderung des Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare
Zahlen angeben)?
2. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Bevölkerungszahl
zwischen 2000 und 2019 in den neuen Bundesländern (mit Berlin) sowie in den
neuen Bundesländern (ohne Berlin) entwickelt (bitte insgesamt sowie
getrennt nach Staatsangehörigkeit – Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –,
EU-Ausländer, Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute
und relative Veränderung des Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare
Zahlen angeben)?
3. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Bevölkerungszahl
zwischen 2000 und 2019 in den alten Bundesländern (mit Berlin) sowie in den
alten Bundesländern (ohne Berlin) entwickelt (bitte insgesamt sowie getrennt
nach Staatsangehörigkeit – Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –, EU-
Ausländer, Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute und
relative Veränderung des Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare Zahlen
angeben)?
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Bevölkerungszahl
zwischen 2000 und 2019 in den einzelnen Bundesländern jeweils entwickelt
(bitte insgesamt sowie getrennt nach Staatsangehörigkeit – Deutsche,
Ausländer – diese insgesamt –, EU-Ausländer, Drittstaatsangehörige –
ausweisen und jeweils die absolute und relative Veränderung des Jahres 2000 zu
2019 bzw. letzte verfügbare Zahlen angeben)?
5. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen 2000 und 2019
der Saldo aus den Wanderungen zwischen den Bundesländern für die
einzelnen Bundesländer jeweils entwickelt (bitte insgesamt sowie getrennt nach
Staatsangehörigkeit – Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –, EU-
Ausländer, Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute und relative
Veränderung des Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare Zahlen
angeben)?
6. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen 2000 und 2019
der Saldo aus den Wanderungen über die Grenzen Deutschlands für die
einzelnen Bundesländer jeweils entwickelt (bitte insgesamt sowie getrennt nach
Staatsangehörigkeit – Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –, EU-
Ausländer, Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute und relative
Veränderung des Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare Zahlen
angeben)?
7. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen 2000 und 2019
der Wanderungssaldo zwischen den alten Bundesländern (mit Berlin) und
den neuen Bundesländern (ohne Berlin) entwickelt (bitte insgesamt sowie
getrennt nach Staatsangehörigkeit – Deutsche, Ausländer – diese
insgesamt –, EU-Ausländer, Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die
absolute und relative Veränderung des Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte
verfügbare Zahlen angeben)?
8. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen 2000 und 2019
der Wanderungssaldo zwischen den alten Bundesländern (ohne Berlin) und
den neuen Bundesländern (mit Berlin) entwickelt (bitte insgesamt sowie
getrennt nach Staatsangehörigkeit – Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –,
EU-Ausländer, Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute
und relative Veränderung des Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare
Zahlen angeben)?
9. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen 2000 und 2019
die absolute und relative Bevölkerungszahl in den Gemeindegrößenklassen
a) unter 2 000,
b) 2 000 bis 5 000,
c) 5 000 bis 20 000,
d) 20 000 bis 50 000,
e) 50 000 bis 100 000,
f) 100 000 bis 500 000,
g) 500 000 und mehr
entwickelt (bitte insgesamt sowie getrennt nach alte Bundesländer – diese
insgesamt –, neue Bundesländer – diese insgesamt –, Staatsangehörigkeit –
Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –, EU-Ausländer,
Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute und relative Veränderung des
Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare Zahlen angeben)?
10. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen 2000 und 2019
der Altersdurchschnitt der Bevölkerung in den Gemeindegrößenklassen
a) unter 2 000,
b) 2 000 bis 5 000,
c) 5 000 bis 20 000,
d) 20 000 bis 50 000,
e) 50 000 bis 100 000,
f) 100 000 bis 500 000,
g) 500 000 und mehr
entwickelt (bitte insgesamt sowie getrennt nach alte Bundesländer – diese
insgesamt –, neue Bundesländer – diese insgesamt –, Staatsangehörigkeit –
Deutsche, Ausländer – diese insgesamt –, EU-Ausländer,
Drittstaatsangehörige – ausweisen und jeweils die absolute und relative Veränderung des
Jahres 2000 zu 2019 bzw. letzte verfügbare Zahlen angeben)?
11. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland zwischen
2000 und 2019 der Grad der Verstädterung hinsichtlich der
Besiedelungsdichte
a) dicht besiedelt,
b) mittlere Besiedelungsdichte bzw.
c) gering besiedelt
entwickelt (bitte insgesamt sowie getrennt nach alte Bundesländer – diese
insgesamt – sowie neue Bundesländer – diese insgesamt – angeben)?
12. Wann wurde nach Kenntnis der Bundesregierung vom Bundesamt für
Bauwesen und Raumordnung die letzte „Bevölkerungsvorhersage“ (BBSR-
Bevölkerungsprognose) veröffentlicht?
13. In welchen zeitlichen Abständen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die letzten fünf
Bevölkerungsvorhersagen (BBSR-Bevölkerungsprognose) veröffentlicht (bitte den
Zeitpunkt der letzten fünf Veröffentlichungen angeben)?
14. Wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung vom Bundesamt für
Bauwesen und Raumordnung die nächste „Bevölkerungsvorhersage“ (BBSR-
Bevölkerungsprognose) voraussichtlich veröffentlicht werden?
15. Kann die Bundesregierung bestätigen, dass in strukturschwachen Regionen
der Altersdurchschnitt der Bevölkerung tendenziell höher ist?
Wenn ja, auf welche Ursachen führt die Bundesregierung dies zurück?
16. In welchen 25 Regionen (Kreise bzw. kreisfreie Städte) ist der
Altersdurchschnitt nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell am höchsten (bitte die
Regionen nach Altersdurchschnitt absteigend sortiert ausweisen und
zusätzlich das jeweilige Bruttoinlandsprodukt je Einwohner angeben)?
17. In welchen 25 Regionen (Kreise bzw. kreisfreie Städte) ist der
Altersdurchschnitt nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell am niedrigsten (bitte die
Regionen nach Altersdurchschnitt aufsteigend sortiert ausweisen und
zusätzlich das jeweilige Bruttoinlandsprodukt je Einwohner angeben)?
18. Teilt die Bundesregierung die Ansicht, dass insbesondere in
strukturschwachen Regionen ein Fortzug vor allem junger und qualifizierter Menschen
festzustellen ist?
Wenn ja, welche Erkenntnisse und Studien liegen der Bundesregierung
hierzu vor (bitte ausweisen; vgl. a. a. O., S. 6)?
19. Teilt die Bundesregierung die Ansicht, dass der Fortzug vor allem junger und
qualifizierter Menschen aus strukturschwachen Regionen zu einem
Abwärtstrend aus Bevölkerungsschwund, finanziellen Problemen und erodierenden
Versorgungsmöglichkeiten führen kann (vgl. a. a. O., S. 6)?
20. In welchen 25 Regionen (Kreise bzw. kreisfreie Städte) wird nach Ansicht
der Bundesregierung der demografisch bedingte Bevölkerungsrückgang bis
zum Jahr
a) 2030,
b) 2035 bzw.
c) 2040
nach aktuellem Stand am stärksten ausgeprägt sein (bitte den
prognostizierten demografischen Bevölkerungsrückgang jeweils in absoluten und
relativen Zahlen ausweisen)?
21. In welchen 25 Regionen (Kreise bzw. kreisfreie Städte) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren die wenigsten Kinder
geboren (bitte jeweils die Geburtenziffer ausweisen und nach dieser
aufsteigend sortieren)?
22. In welchen 25 Regionen (Kreise bzw. kreisfreie Städte) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren die meisten Kinder
geboren (bitte jeweils die Geburtenziffer ausweisen und nach dieser absteigend
sortieren)?
23. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die aktuelle Geburtenziffer
in den Gemeindegrößenklassen
a) unter 2 000,
b) 2 000 bis 5 000,
c) 5 000 bis 20 000,
d) 20 000 bis 50 000,
e) 50 000 bis 100 000,
f) 100 000 bis 500 000 und
g) 500 000 und mehr
(zum Vergleich bitte auch die jeweilige Geburtenziffer des Jahres 2000
ausweisen)?
Berlin, den 10. Juli 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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