[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
vom 9. August 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12379
19. Wahlperiode 14.08.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Schulz, Joana Cotar,
Dr. Michael Espendiller und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/12046 –
Ausbau des Grenzübergangs der Autobahn 8 und die Grenzüberwachung
zwischen Bayern und Österreich
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Zur Vermeidung illegaler Grenzübertritte kontrolliert Deutschland seit Herbst
2015 die Grenze zwischen Bayern und Österreich am Autobahnübergang
Walserberg an der Autobahn 8 (A8). Zuvor hatten sich Zehntausende
Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten von Griechenland über die Balkan-Route auf
den Weg nach Westeuropa, und hier vor allem nach Deutschland, gemacht.
Im Januar und Februar 2019 gab es laut Medienberichten an der deutsch-
österreichischen Grenze bereits wieder rund 1000 Zurückweisungen wegen
unerlaubter Einreise. Außerdem hätten die Fahnder 82 Schleuser identifiziert. Im
Jahr 2018 habe, so der Medienbericht, die Bundespolizei an der Grenze
insgesamt 1,98 Millionen Personen kontrolliert. Dabei habe sie laut
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat 12 522 Personen identifiziert, die die
Behörden zur Fahndung ausgeschrieben hatten. Aus diesem Grund hält der
Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst Seehofer die Grenzkontrollen
für weiterhin unverzichtbar (
www.sn.at/politik/weltpolitik/seehofer-
haeltgrenzkontrollen-derzeit-fuer-unverzichtbar-68766415).
Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte im Zuge eines Treffens mit den
Vertretern der Salzburger Landesregierung Ende Februar 2019 in Berlin eine dritte
Kontrollspur am Autobahngrenzübergang Walserberg (A8) noch vor Beginn der
Hauptreisezeit zugesagt (
www.sn.at/salzburg/politik/stau-am-walserberg-
seehoferverspricht-salzburg-dritte-spur-bis-zum-sommer-66428830).
Wenige Wochen vor Beginn der Hauptreisezeit ist es nun sicher, dass die dritte
Spur am Grenzübergang Walserberg (A8) gebaut werden wird, aber mit einiger
Verspätung (
www.sn.at/salzburg/politik/walserberg-staufluechtlinge-sollen-
ueberberchtesgaden-umgeleitet-werden-70580131).
1. Ist es zutreffend, dass Vertreter der Salzburger Landesregierung bei
Bundesinnenminister Horst Seehofer wegen des Ausbaus des Grenzübergangs
zwischen Bayern und Österreich am Walserberg (A8) vorstellig waren?
Ja.
2. Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen zum Ausbau des Grenzübergangs
zwischen Bayern und Österreich am Walserberg (A8) wurden bei diesem
Treffen besprochen?
Der Landeshauptmann des Landes Salzburg hat bei dem Gespräch mit dem
Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat am 27. Februar 2019 für die
Einrichtung einer dritten Kontrollspur an der Kontrollstelle Walserberg
(Bundesautobahn 8) vor dem Sommer 2019 geworben und zugesichert, dass die notwendigen
infrastrukturellen Maßnahmen auf österreichischer Seite bereits abgestimmt seien
und zeitnah mit einer Umsetzung begonnen werden könne. Der Bundesminister
des Innern, für Bau und Heimat hat eine zeitnahe Umsetzung dieser
Baumaßnahme befürwortet und seine Unterstützung bei der Realisierung dieser
Baumaßnahme auf deutschem Hoheitsgebiet zugesagt.
3. Ist es zutreffend, dass bei diesem Treffen von Bundesinnenminister Horst
Seehofer und den Vertretern der Salzburger Landesregierung eine Zusage
zum Ausbau des Grenzübergangs am Walserberg (A8) auf eine dritte
Fahrspur für Lkw getätigt wurde?
Auf die Antwort zu Frage 2 wird verwiesen.
4. Wann ist mit dem konkreten Baubeginn am Grenzübergang am Walserberg
zu rechnen?
5. Wurden diesbezüglich schon bauliche Vorkehrungen getroffen?
Die Fragen 4 und 5 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet. Die dritte Kontrollspur ist am 29. Juli 2019 in Betrieb genommen
worden. Die Arbeiten zu deren Einrichtung begannen am 1. Juli 2019.
6. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob die meisten illegalen
Grenzübertritte nicht an den Hauptverkehrsrouten – wie zum Beispiel an der
Autobahngrenze am Walserberg – stattfinden, sondern vielmehr an kleinen
Grenzübergängen auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, und wenn ja, an
welchen konkreten Grenzübergängen zwischen Österreich und Deutschland
finden nach Kenntnis der Bundesregierung die meisten illegalen
Grenzübertritte statt?
Im Rahmen der vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen an der
deutsch-österreichischen Landgrenze stellt die Bundespolizei die Mehrzahl der
unerlaubten Einreisen an den Kontrollstellen der Bundesautobahnen 3, 8 und 93
fest. Eine detaillierte kontrollstellenspezifisch differenzierte Erfassung findet
nicht statt.
7. Welche und wie viele Grenzübergänge zwischen Deutschland und
Österreich werden von der Bundespolizei kontrolliert, und wie viele Personen
wurden seit Beginn der Grenzüberwachung 2015 an diesen
Grenzübergängen bei einem illegalen Grenzübertritt kontrolliert und zurückgewiesen?
Die Bundesregierung geht davon aus, dass mit dem in der Fragestellung
genannten „Beginn der Grenzüberwachung 2015“ der Beginn von Anordnungen der
vorübergehenden Wiedereinführung von Grenzkontrollen an der deutsch-
österreichischen Landgrenze am 13. September 2015 gemeint ist. Die grenzpolizeiliche
Überwachung der deutschen Schengen-Binnengrenzen findet hingegen
unabhängig von der vorübergehenden Wiedereinführung von Grenzkontrollen an den
Binnengrenzen statt und ist gesetzliche Aufgabe der Bundespolizei.
In Bezug auf die Kontrollstellen im Rahmen der vorübergehend
wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Landgrenze wird auf
die Antwort der Bundesregierung zu Frage 26 der Kleinen Anfrage der Fraktion
der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/3486 verwiesen.
Seit dem 13. September 2015 hat die Bundespolizei bis einschließlich Juni 2019
insgesamt 35 067 Personen dort die Einreise verweigert, die die
Einreisevoraussetzungen nicht erfüllt haben.
8. Wie viele Personen wurden seit Beginn der Grenzüberwachung 2015 von
der Bundespolizei bei diesen Grenzkontrollen aufgegriffen, die die Behörden
zur Fahndung ausgeschrieben hatten?
Seit dem Beginn von Anordnungen der vorübergehenden Wiedereinführung von
Binnengrenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Landgrenze am 13.
September 2015 stellte die Bundespolizei bis einschließlich Juni 2019 insgesamt
45 655 Personen fest, die in den polizeilichen Fahndungshilfsmitteln zur
Fahndung ausgeschrieben waren.
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