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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Wagniskapitalförderung durch das "INVEST"-Programm
(insgesamt 21 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Datum
16.08.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1205331.07.2019
Wagniskapitalförderung durch das "INVEST"-Programm
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12053
19. Wahlperiode 31.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Thomas L. Kemmerich, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis,
Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar),
Mario Brandenburg (Südpfalz) , Karlheinz Busen, Christian Dürr,
Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr,
Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann,
Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Karsten Klein,
Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Till Mansmann, Alexander Müller,
Roman Müller-Böhm, Bernd Reuther, Dr. Stefan Ruppert,
Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta,
Bettina Stark-Watzinger, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Nicole Westig
und der Fraktion der FDP
Wagniskapitalförderung durch das „INVEST“-Programm
Das Programm „INVEST - Zuschuss für Wagniskapital“ wurde 2013 von der
damaligen Bundesregierung ins Leben gerufen. Vorderstes Ziel dieses Programm
ist die Unterstützung zur Sammlung von Wagniskapital für neu gegründete
Unternehmen und Start-ups. Dabei werden Zuschüsse aus Bundesmitteln gewährt,
die anschließend durch die Empfänger nicht zurückgeführt werden müssen
(Erwerbszuschuss).
Das Programm „INVEST- Zuschuss für Wagniskapital“ wurde im Jahr 2017 neu
gefasst, womit die Förderfähigkeit von Investitionssummen erweitert. Zusätzlich
zum bestehenden Erwerbzuschuss wurde auch ein Exitzuschuss gewährt, der auf
die Steuererstattung bei gewinnbringenden Veräußerungen zielt. Dieser
Exitzuschuss kann dabei erst drei Jahre nach Erwerb der Anteile erhalten werden. Durch
die vorangegangene Neugliederung des Programms zum Jahr 2017 werden somit
ab 2020 die damalig ausgegebenen Förderanträge für den Exitzuschuss
verfügbar.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat zuletzt für das
Jahr 2016 eine Evaluation des Programmes veröffentlicht. Zusätzlich wurde mit
der KfW Capital durch den Einsatz der Bundesregierung eine weitere Maßnahme
zur Steigerung des Wagniskapitaleinsatzes in Deutschland geschaffen. Diese
besitzt zwar einen anderen Ansatz und eine andere Zielgruppe als das „INVEST“-
Programm, dennoch lässt sich eine Überschneidung der Programme nicht
ausschließen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Mittel standen jeweils in den Jahren von 2016 bis 2019 für das
„INVEST“-Programm zur Verfügung, und wie viel wurde davon jeweils
abgerufen?
2. Wie viele Unternehmen wurden jeweils in den Jahren von 2016 bis 2019
durch das „INVEST“-Programm gefördert (Erwerbszuschuss)?
3. Wie viele Anträge auf Förderung (Erwerbszuschuss) wurden jeweils in den
Jahren von 2016 bis 2019 gestellt?
Wie viele wurden hierbei aus welchen Gründen nicht angenommen, und wie
hoch war dabei explizit die Anzahl von Anträgen, welche abgelehnt wurden,
da bereits vor der Antragstellung ein Anteilserwerb stattgefunden hat?
4. Wie lang sind nach Kenntnis der Bundesregierung die
Bewilligungsverfahren für die Anträge auf Förderung?
Hält sie diese Dauer für angemessen?
5. Wie viele Business Angels wurden jeweils in den Jahren von 2016 bis 2019
durch das „INVEST“-Programm unterstützt (Erwerbszuschuss)?
6. Wie hoch waren die durch das Programm ermöglichten Investitionen im
Mittel, und wie verteilten sie sich über die Gruppen 10 000 bis 15 000 Euro,
15 000 bis 25 000 Euro, 25 000 bis 50 000 Euro, 50 000 bis 100 000 und über
100 000 Euro (bitte auflisten)?
7. Wie verteilen sich die Förderungen anteilig jeweils von Anträgen und
Finanzmitteln auf die unterschiedlichen förderfähigen Branchen (bitte
aufschlüsseln)?
8. Wie viele Kurzgutachten wurden jeweils in den Jahren von 2016 bis 2019
durch das BAFA durchgeführt, und welche Dauer besaßen diese Verfahren
im Mittel?
Wie viele dieser Kurzgutachten sind dabei negativ ausgefallen?
9. Wie viele Unternehmen haben sich auf der „INVEST“-Datenbank des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie angemeldet?
10. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl von
Unternehmen, die durch das „INVEST“-Programm gefördert wurden und nicht mehr
existieren oder Insolvenz angemeldet haben?
11. Wie viele Anträge auf den Exitzuschuss sind auf vor 2017 abgeschlossenen
Förderungen bereits gestellt worden, und welche Summen wurden hierbei als
Steuerrückerstattung veräußert?
12. Wie viele Anträge auf den Exitzuschuss erwartet die Bundesregierung, und
ist ihrer Ansicht nach ab dem Jahr 2020 mit einer Verkaufswelle von
Anteilen zu rechnen, um den Exitzuschuss abzuschöpfen?
13. Wie hoch werden nach Einschätzung der Bundesregierung die anfallenden
Kosten für die Rückerstattung der Steuern auf Gewinne (Exiztzuschuss) sein,
und wie hoch schätzt sie anhand der Anzahl von Förderanträgen zusätzlich
die Höhe der ausbleibenden Steuereinnahmen ein?
14. Sieht die Bundesregierung Personen bevorteilt, die große Summen investiert
haben, und so den Mindestveräußerungsgewinn von 2 000 Euro eher
erreichen?
15. Wann erfolgt eine erneute Evaluation des Programms?
16. Welche Auswirkung hätte nach Ansicht der Bundesregierung die Einführung
einer sogenannten Finanztransaktionssteuer auf das „Invest“-Programm?
17. Wie hoch schätzt die Bundesregierung Dividenden ein, die solchen
Investoren zugutekommen, die durch den Erwerbszuschuss gefördert wurden?
18. Wie viele Mitarbeiter sind innerhalb des BAFA für die Betreuung des
Programms zuständig?
19. Die KfW Capital und das „INVEST“-Programm dienen beide der Förderung
von Wagniskapital, sieht die Bundesregierung hierbei Konkurrenz- oder
Synergieeffekte?
20. Hält die Bundesregierung eine Förderung durch die KfW Capital und das
„INVEST“-Programm gleichzeitig oder aufeinanderfolgend für sinnvoll
oder erstrebenswert?
Wird im Beantragungsverfahren eine aktuelle oder ehemalige Förderung
durch das jeweils andere Programm überprüft?
21. Plant die Bundesregierung weitere Programme zur Förderung und Erhöhung
des Wagniskapitaleinsatzes in Deutschland?
Wenn ja, welche?
Berlin, den 17. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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