BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Export und Kreislaufwirtschaft von Alttextilien

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Datum

27.08.2019

Aktualisiert

26.07.2022

BT19/1238314.08.2019

Export und Kreislaufwirtschaft von Alttextilien

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12383 19. Wahlperiode 14.08.2019 Kleine Anfrage der Abgeordneten Judith Skudelny, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Christian Dürr, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung, Thomas L. Kemmerich, Karsten Klein, Konstantin Kuhle, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm, Frank Schäffler, Matthias Seestern-Pauly, Bettina Stark-Watzinger, Michael Theurer, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP Export und Kreislaufwirtschaft von Alttextilien Die Verwertung von Alttextilien steht vor einer Reihe aktueller Herausforderungen. So wächst mit der Menge der verkauften Textilien auch die zu recycelnde Menge von Alttextilien (www.bvse.de/wir-ueber-uns-textilrecycling/internationaler- alttextiltag.html bzw. https://globalfashionagenda.com/wp-content/uploads/2017/ 05/Pulse-of-the-Fashion-Industry_2017.pdf, S. 133). Auch durch die Einführung der haushaltsnahen Entsorgung von Alttextilien ab 2025 im Rahmen des EU- Kreislaufwirtschaftspakets, wird die zu recycelnde Menge weiter anwachsen (www.umweltbundesamt.de/themen/neuer-umgang-abfall-in-europa). Hinzu kommt die vermehrte Verwendung von Kunstfasern und Mischfasern bei der Herstellung der Kleidung (https://fashionunited.de/nachrichten/business/recycling-am-limit- die-altkleiderbranche-erstickt-im-textilmuell/2019052231946), welche die Recyclingbranche vor weitere technologische Herausforderungen stellt. Diese müssen im Verwertungsprozess händisch sortiert werden. So sinkt die Qualität durch die Verwendung schwer recycelbarer Fasern bei gleichzeitiger Zunahme der Alttextilien, sodass die vielen Wettbewerber (öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, gewerbliche Entsorger, illegale Sammler) immer mehr sammeln müssen und in Relation weniger verwertbare Textilien zur Verwertung haben. Weitere Wege der Verwertung sind vor allem die thermische Verwertung sowie der Export in Länder mit einem Markt für Alttextilien (insbesondere ostafrikanische Staaten). Die dortigen Regierungen lehnen die Einfuhr von Alttextilien allmählich ab, da diese die heimische Textilwirtschaft durch ein Überangebot importierter Ware negativ beeinflussen. Ein für 2019 angekündigter Exportstopp könnte die Situation weiter verschärfen (www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/ Warum-Afrika-unsere-Altkleider-nicht-will-id51483236.html). Aufgrund der genannten Herausforderung und einem nach Ansicht der Fragesteller undurchsichtigen Playing Field ist die Feststellung der bestehenden Kreisläufe nötig. Gerade bei der Sortierung und Verwertung von großen Massen von Alttextilien ist die Recyclingwirtschaft auf innovative Technologien angewiesen, um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft unter Wahrung der Nachhaltigkeitsaspekte zu etablieren. Wir fragen die Bundesregierung: 1. Durch welche Institutionen werden in Deutschland nach Information der Bundesregierung Alttextilien gesammelt, und wie hoch ist ihr jeweiliger prozentualer Anteil (bitte nach Institution, Zweck – karitativ, gewerblich, öffentlich-rechtlich –, Marktanteil auflisten)? 2. Wie viele Tonnen Alttextilien werden nach Information der Bundesregierung jährlich in Deutschland erfasst, und wie werden sie verwertet (bitte nach Menge und Verwertungsart auflisten)? 3. Wie viele Tonnen Alttextilien werden, nach Kenntnis der Bundesregierung, in Deutschland jährlich zu nicht gleichwertigen Produkten recycelt (bitte in absoluten und relativen Mengen zum Gesamtaufkommen von Alttextilien angeben)? 4. Wie viel Alttextilien werden nach Kenntnisstand der Bundesregierung durch illegale Sammler gesammelt? 5. Plant die Bundesregierung, gegen illegale Sammlungen vorzugehen? Wenn ja, wie? 6. Wie kann nach Meinung der Bundesregierung zukünftig eine fortschrittlichere Sortierung der Alttextilien für ein effektiveres Recycling gewährleistet werden? Welche Rolle spielt dabei die Förderung von innovativen Technologien? 7. Wie viele Tonnen Textilien werden jährlich, nach Information der Bundesregierung, nach Deutschland in den Jahren ab 2010 aus EU-Mitgliedstaaten importiert bzw. exportiert? Zu welchem Zweck (bitte nach Staat, Material, Zweck, Menge, Transportmittel auflisten)? 8. Wie viele Tonnen Alttextilien werden, nach Information der Bundesregierung, jährlich von Deutschland in den Jahren ab 2010 in außereuropäische Staaten importiert bzw. exportiert? Zu welchem Zweck (bitte nach Staat, Material, Zweck, Menge, Transportmittel auflisten)? 9. Wie viel Tonnen Alttextilien werden demnach über den Seeweg verbracht? Von welchen Häfen? 10. Wie plant die Bundesregierung im Falle eines Importstopps der EAC (East African Countries)-Staaten mit der nicht exportierten Menge umzugehen? 11. Wie viele Tonnen der in Deutschland erfassten Alttextilien bestehen nach Informationen der Bundesregierung aus Verbundfasern? 12. Wie schlüsselt sich, nach Informationen der Bundesregierung, die Menge der jährlich in Deutschland erfassten Alttextilien in die verschiedenen Materialien (Polyester, Acryl, Baumwolle, Wolle, Nylon, Polypropylen, Zellulose- Fasern) auf? 13. Wie viele Tonnen der in Deutschland erfassten Alttextilien bestehen, nach Information der Bundesregierung, aus Synthetikfasern? 14. Welche Handlungsempfehlungen sieht die Bundesregierung für die Bevölkerung, um zur funktionierenden Kreislaufwirtschaft von Alttextilien beizutragen? Berlin, den 25. Juli 2019 Christian Lindner und Fraktion Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de ISSN 0722-8333]

Ähnliche Kleine Anfragen