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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Barrierefreier Tourismus nach Auflösung der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle Deutschland e. V.
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Datum
17.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1246316.08.2019
Barrierefreier Tourismus nach Auflösung der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle Deutschland e. V.
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12463
19. Wahlperiode 16.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sebastian Münzenmaier, Christoph Neumann,
Verena Hartmann, Dr. Axel Gehrke und der Fraktion der AfD
Barrierefreier Tourismus nach Auflösung der Nationalen Koordinationsstelle
Tourismus für Alle Deutschland e. V.
Die Teilhabe aller Menschen am Tourismus zählt zu den Eckpunkten der
Bundesregierung für eine nationale Tourismusstrategie (Bundestagsdrucksache 19/
9810). Barrierefreiheit wird insoweit nicht nur als gesellschaftspolitisches
Anliegen, sondern zugleich als Wettbewerbsfaktor für das Reiseland Deutschland
angesehen. Umfassende Barrierefreiheit ist gemäß den Eckpunkten der
Bundesregierung ein Komfort- und Qualitätsmerkmal, von dem nicht nur Reisende mit
Behinderungen, sondern auch ältere Menschen und Familien mit Kindern
profitieren.
Umso betrüblicher ist es nach Ansicht der Fragesteller, dass mit der Nationalen
Koordinationsstelle für Alle Deutschland e. V. (NatKo) einer der größten
Zusammenschlüsse von Verbänden der Behindertenselbsthilfe wegen fehlender
Fördergelder aufgelöst werden musste (www.natko.de/
mitgliederversammlungbeschliesst-aufloesung-der-natko/).
Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e. V. (ABiD) war
Gründungsmitglied der NatKo. Der Verband weist der Bundesregierung nun
Mitschuld an der Auflösung der NatKo zu (www.abid-ev.de/schwerer-verlust-
fuerentwicklung-des-barrierefreien-tourismus/). Dabei hebt der ABiD hervor, dass
unangemessene finanzielle Rahmenbedingungen und eine fehlende institutionelle
Förderung den Verein Tourismus für Alle zur Auflösung gezwungen haben.
Zwar sei der Weiterbetrieb des Systems „Reisen für Alle“ von der Auflösung der
NatKo nicht betroffen (www.reisen-fuer-alle.de/reisen_fuer_alle_von_
aufloesung_der_natko_nicht_betroffen_269n232.html), aber es werde aus
Sicht des ABiD zukünftig schwerer werden, Tourismuspolitik,
Tourismuswirtschaft und den Betroffenensachverstand an einen Tisch zu bringen, da mit der
NatKo die gebündelte Stimme der Behindertenbewegung weggefallen sei (https://
kobinet-nachrichten.org/2019/06/20/barrierefreier-tourismus-in-
deutschlandnun-ohne-natko/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Betriebe nutzen nach Kenntnis der Bundesregierung das
Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ (bitte in absoluten Zahlen und relativ
zur Grundmenge angeben)?
2. Wie kann nach Auffassung der Bundesregierung die Beteiligung am
Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ bundesweit und flächendeckend
attraktiver gestaltet werden?
3. Wie hoch war die Gesamtförderung des Bundes zugunsten der NatKo in den
letzten zehn Jahren?
4. Welche Projekte der NatKo sind in den letzten zehn Jahren mit Mitteln des
Bundes gefördert worden?
5. In welcher Höhe sind jeweils einzelne Projekte der NatKo in den letzten zehn
Jahren mit Mitteln des Bundes gefördert worden?
6. Welche Projekte der NatKo erhielten in den letzten zehn Jahren keine
finanzielle Förderung des Bundes?
Warum wurde eine Förderung verweigert?
7. Wann hat der NatKo die Bundesregierung erstmalig über seine schwierige
finanzielle Situation informiert und vor einer drohenden Insolvenz gewarnt?
8. Welche Maßnahmen wurden von der Bundesregierung ergriffen, um eine
drohende Insolvenz der NatKo und die Auflösung des Vereins abzuwenden?
Wenn keine Maßnahmen ergriffen wurden, warum nicht?
9. Wäre nach Einschätzung der Bundesregierung eine institutionelle Förderung
der NatKo zulässig gewesen?
Wenn nein, warum nicht?
10. Welche Maßnahmen will die Bundesregierung nach der Auflösung der
NatKo zukünftig ergreifen, um den barrierefreien Tourismus in Deutschland
auszubauen oder diesen Ausbau zu unterstützen?
11. Mit welchen Organisationen will die Bundesregierung zukünftig beim
Ausbau des barrierefreien Tourismus in Deutschland zusammenarbeiten?
Berlin, den 30. Juli 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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