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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Kostensteigerungen und Bauverzögerungen beim Bau der Beschleunigeranlage FAIR
Diese Kleine Anfrage von FDP an Bundesministerium für Bildung und Forschung gehört zur 19. Wahlperiode und hat den Stand „Beantwortet“.
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Datum
12.09.2019
Antwortdauer
16 Tage
Aktualisiert
04.08.2023
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1272627.08.2019
Kostensteigerungen und Bauverzögerungen beim Bau der Beschleunigeranlage FAIR
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Katja Suding,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz),
Britta Katharina Dassler, Matthias Seestern-Pauly, Renata Alt,
Dr. Marco Buschmann, Christian Dürr, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst,
Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel,
Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Dr. Christian Jung,
Karsten Klein, Pascal Kober, Oliver Luksic, Alexander Müller,
Dr. Stefan Ruppert, Frank Sitta, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger,
Michael Theurer, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Kostensteigerungen und Bauverzögerungen beim Bau der
Beschleunigeranlage FAIR
Das GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt
betreibt eine der weltweit führenden Teilchenbeschleunigeranlagen für die
Forschung. Die GSI wurde 1969 als GmbH gegründet. Gesellschafter sind die
Bundesrepublik Deutschland zu 90 Prozent, das Land Hessen zu acht Prozent,
das Land Rheinland-Pfalz zu 1 Prozent und der Freistaat Thüringen zu 1
Prozent. Die GSI ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren (HGF) mit einem jährlichen Budget von 113 Mio. Euro und
rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (www.gsi.de/ueber_uns.htm).
Bei der GSI wird das neue internationale Beschleunigerzentrum FAIR, Facility
for Antiproton and Ion Research, erbaut. Baubeginn war 2017, die
Inbetriebnahme ist für 2025 vorgesehen. Das Investitionsvolumen liegt bei 1,262 Mrd.
Euro, veranschlagt 2015 auf dem Preisniveau von 2005.
Für den Bau von FAIR wurde die FAIR GmbH gegründet, deren Gesellschafter
u. a. aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien,
Russland, Schweden und Slowenien kommen. Die GSI GmbH ist hierbei deutscher
Gesellschafter der FAIR GmbH. Die Gesellschafter der FAIR GmbH hatten im
Jahr 2015 die erneute Begutachtung des Projekts für das Frühjahr 2019
beschlossen. Das internationale Expertengremium hat im April 2019 den
Gesellschaftern der FAIR GmbH seinen Abschlussbericht vorgestellt. Inhalt des
Berichtes sind u. a. Aussagen zu Mehrkosten, die auf Ausarbeitungen der
Geschäftsführung basieren. Hiernach liegen die Kostenschätzungen um insgesamt
rund 850 Mio. Euro (entspricht 530 Mio. Euro auf Basis des Preisniveaus von
2005) über der Planung von 2015, falls das Projekt in vollem Umfang realisiert
werden soll. Mit 550 Mio. Euro entfällt ein großer Teil der Mehrkosten auf den
Bau, wobei die Gutachter in der aktuell guten Baukonjunktur einen der
Kostentreiber sehen. Für die Beschleunigerkomponenten hat eine Arbeitsgruppe des
FAIR Council einen Mehrbedarf von 215 Mio. Euro identifiziert. Bis zum Jahr
2025 werden darüber hinaus weitere 85 Mio. Euro für Personal- und
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12726
19. Wahlperiode 27.08.2019
Verwaltungskosten der FAIR GmbH benötigt (www.gsi.de/fileadmin/
oeffentlichkeitsarbeit/fair/RevBoardReport_190429_Public.pdf).
Ausweislich des Monitoring-Berichts der HGF von 2019 zum Pakt für
Forschung und Innovation (PFI) werden für die „Sicherstellung von Aufbau
und Betrieb großer Forschungseinrichtungen“ für das FAIR-Projekt
weitere 250 Mio. Euro bereitgestellt (www.helmholtz.de/fileadmin/hermann/
Helmholtz_Pakt-Monitoring-Bericht_2019_WEB.pdf).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die prognostizierten
Gesamtkosten (Vollkostenrechnung) des Projektes FAIR inkl. der Beiträge,
die über die GSI geleistet werden?
Welche Beiträge bzw. Beträge leisten hierbei die einzelnen Gesellschafter
bzw. Länder?
2. Wie hoch war die ursprüngliche Vollkostenschätzung?
3. Aus welchem Grund wurden die Gesamtkosten auf Basis eines
Preisniveaus von vor zehn Jahren (Kostenkalkulation in 2015 auf Preisniveau
2005) veranschlagt?
Warum gerade das Jahr 2005?
4. Wie verteilen sich die Projektkosten auf die internationalen Partner?
Welche Beiträge sind dabei von der HGF und welche von der GSI selbst zu
leisten?
5. Welche In-Kind-Leistungen mit welchem finanziellen Volumen sind
aktuell den jeweiligen Projektpartnern zugewiesen?
6. Wie bewertet die Bundesregierung den Vorschlag, die Bauleistung
vollständig als deutsche In-Kind-Leistung zu definieren, und welche Effekte
hätte eine solche Entscheidung auf die Titelansätze im Bundeshaushalt für
HGF und GSI?
7. Wie hoch ist der Eurobetrag der eigentlich als Gemeinschaftsmittel
vorgesehenen Summe, die die HGF bisher für die GSI aufgebraucht hat?
8. Wie viel Prozent des PFI-Aufwuchses für die HGF gingen und gehen an
die GSI?
Wie lautet die forschungspolitische Begründung für diese
Schwerpunktsetzung?
9. Welche Anteile des PFI-Aufwuchses für die HGF gehen an die GSI zur
Finanzierung von FAIR (bitte genaue Angabe absolut und in Prozent sowie
gesamt und jährlich)?
Wie hoch ist der jährliche Aufwuchs nach Abzug der FAIR-Beiträge von
der HGF (in Prozent)?
10. Wie begründet die Bundesregierung die Verwendung von Paktmitteln für
die GSI und im besonderen für FAIR?
11. Schränken die Verpflichtungen, die sich aus der Finanzierung von FAIR
ergeben, nach Kenntnis der Bundesregierung die Potenziale der HGF für den
Ausbau der programmorientierten Forschung ein?
Wenn ja, in welcher Höhe genau?
Wenn nein, warum nicht?
12. Wie hoch sind die aktuell projizierten Betriebskosten für FAIR?
Welcher Anteil davon soll auf die Bundesrepublik Deutschland bzw. auf
die GSI entfallen?
13. Ist die GSI in der Lage, den Betrieb von FAIR aus ihrem aktuellen Budget
zu bestreiten?
Wo soll zur Deckung der Betriebskosten gespart werden?
14. Wie werden diese zusätzlich anfallenden Kosten in den Budgettiteln
sowohl des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wie auch der
HGF genannt?
Wird durch die Bezeichnung die Zweckverwendung ersichtlich?
Berlin, den 14. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1317912.09.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12726 - Kostensteigerungen und Bauverzögerungen beim Bau der Beschleunigeranlage FAIR
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Katja
Suding, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar) und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/12726 –
Kostensteigerungen und Bauverzögerungen beim Bau der
Beschleunigeranlage FAIR
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt
betreibt eine der weltweit führenden Teilchenbeschleunigeranlagen für die
Forschung. Die GSI wurde 1969 als GmbH gegründet. Gesellschafter sind die
Bundesrepublik Deutschland zu 90 Prozent, das Land Hessen zu acht Prozent,
das Land Rheinland-Pfalz zu 1 Prozent und der Freistaat Thüringen zu 1
Prozent. Die GSI ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren (HGF) mit einem jährlichen Budget von 113 Mio. Euro und
rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (www.gsi.de/ueber_uns.htm).
Bei der GSI wird das neue internationale Beschleunigerzentrum FAIR,
Facility for Antiproton and Ion Research, erbaut. Baubeginn war 2017, die
Inbetriebnahme ist für 2025 vorgesehen. Das Investitionsvolumen liegt bei
1,262 Mrd. Euro, veranschlagt 2015 auf dem Preisniveau von 2005.
Für den Bau von FAIR wurde die FAIR GmbH gegründet, deren
Gesellschafter u. a. aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien,
Russland, Schweden und Slowenien kommen. Die GSI GmbH ist hierbei
deutscher Gesellschafter der FAIR GmbH. Die Gesellschafter der FAIR
GmbH hatten im Jahr 2015 die erneute Begutachtung des Projekts für das
Frühjahr 2019 beschlossen. Das internationale Expertengremium hat im April
2019 den Gesellschaftern der FAIR GmbH seinen Abschlussbericht
vorgestellt. Inhalt des Berichtes sind u. a. Aussagen zu Mehrkosten, die auf
Ausarbeitungen der Geschäftsführung basieren. Hiernach liegen die
Kostenschätzungen um insgesamt rund 850 Mio. Euro (entspricht 530 Mio. Euro auf Basis
des Preisniveaus von 2005) über der Planung von 2015, falls das Projekt in
vollem Umfang realisiert werden soll. Mit 550 Mio. Euro entfällt ein großer
Teil der Mehrkosten auf den Bau, wobei die Gutachter in der aktuell guten
Baukonjunktur einen der Kostentreiber sehen. Für die
Beschleunigerkomponenten hat eine Arbeitsgruppe des FAIR Council einen Mehrbedarf von
215 Mio. Euro identifiziert. Bis zum Jahr 2025 werden darüber hinaus weitere
85 Mio. Euro für Personal- und Verwaltungskosten der FAIR GmbH benötigt
(https://www.gsi.de/fileadmin/oeffentlichkeitsarbeit/fair/RevBoardRe
port_190429_Public.pdf).
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13179
19. Wahlperiode 12.09.2019
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom
10. September 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Ausweislich des Monitoring-Berichts der HGF von 2019 zum Pakt für
Forschung und Innovation (PFI) werden für die „Sicherstellung von Aufbau und
Betrieb großer Forschungseinrichtungen“ für das FAIR-Projekt weitere
250 Mio. Euro bereitgestellt (www.helmholtz.de/fileadmin/hermann/Helm
holtz_Pakt-Monitoring-Bericht_2019_WEB.pdf).
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Das FAIR-Projekt ist derzeit eines der weltweit bedeutendsten Projekte der
physikalischen Grundlagenforschung, das sich in der Umsetzung befindet. Es
ist das große Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) in ihrem
Forschungsbereich Materie.
Die GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH als
Gründungsmitglied der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) wird mit der Verwirklichung des
FAIR-Projekts zum internationalen Ansehen Deutschlands wie auch zur
Stärkung der internationalen Bedeutung der HGF als Forschungsorganisation
erheblich beitragen. Die HGF zeigt mit dieser Mitgliedseinrichtung einmal mehr
ihre herausragende Kompetenz als Errichter, Betreiber und auch als
Bereitsteller größter Forschungsinfrastrukturen in Deutschland und auch als Partner
weltweit. Nach gegenwärtigem Stand werden ca. 3.000 Nutzer aus Deutschland und
der ganzen Welt an FAIR forschen, die sich von der neuen Anlage
grundlegende Durchbrüche im Verständnis der Struktur der Materie und der Evolution des
Universums versprechen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anwendungen in
der Materialforschung, Strahlenbiologie und Strahlenmedizin sowie der
Raumfahrt.
Das FAIR-Projekt wird auch den Technologiestandort Deutschland erheblich
stärken, insbesondere in den angewandten Naturwissenschaften und den
Ingenieurwissenschaften sowie in den Bereichen Informationstechnik (IT) und Big
Data. So ist FAIR eine der wenigen Beschleunigeranlagen überhaupt, die die
Grundlagentechnologie für eine erhebliche Anzahl weiterer
Beschleunigeranlagen in der ganzen Welt liefert. Diese Technologie findet ihre Anwendung z. B.
in der Medizintechnik und in der Nahrungsmittelproduktion. Damit ist FAIR
ein bedeutender Beitrag zur Sicherung von Hochtechnologiekompetenz in
Deutschland und trägt substantiell zur Ausbildung des wissenschaftlichen und
technischen Nachwuchses auf höchstem Niveau bei.
1. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die prognostizierten
Gesamtkosten (Vollkostenrechnung) des Projektes FAIR inkl. der
Beiträge, die über die GSI geleistet werden?
Welche Beiträge bzw. Beträge leisten hierbei die einzelnen Gesellschafter
bzw. Länder?
Die Gesamtkosten der FAIR-Anlage lassen sich allein auf der Preisbasis des
Jahres 2005 darstellen, da der Bundesregierung die tatsächlichen Kosten der
Sachleistungen (In-Kind-Leistungen) der internationalen FAIR-Partner nicht
bekannt sind. Auf der Preisbasis 2005 betragen die Gesamtkosten des FAIR-
Projekts geschätzt 2.066 Mio. Euro. Davon trägt Deutschland – abzüglich der
von Deutschland allein zu tragenden standortbedingten Kosten in Höhe von
95 Mio. Euro (Preisbasis 2005) – über die FAIR-Gesellschafterin GSI
Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH 70,24 Prozent, Frankreich trägt
2,64 Prozent, Indien 3,53 Prozent, Polen 2,33 Prozent, Rumänien 1,16 Prozent,
Russland 17,45 Prozent, Schweden und Finnland 1,47 Prozent sowie
Slowenien 1,18 Prozent.
2. Wie hoch war die ursprüngliche Vollkostenschätzung?
Gemäß Artikel 5 Absatz 4 des Übereinkommens über den Bau und Betrieb
einer Einrichtung für die Forschung mit Antiprotonen und Ionen in Europa
(FAIR-Konvention) vom 4. Oktober 2010 waren ursprünglich 1.027 Mio. Euro
(Preisbasis 2005) für die Errichtung der FAIR-Anlage kalkuliert.
3. Aus welchem Grund wurden die Gesamtkosten auf Basis eines
Preisniveaus von vor zehn Jahren (Kostenkalkulation in 2015 auf Preisniveau
2005) veranschlagt?
Warum gerade das Jahr 2005?
Die Gesamtkosten wurden auf der Preisbasis 2005 veranschlagt, da gemäß der
FAIR-Konvention für die Kalkulation der Kosten das Jahr 2005 zugrunde zu
legen ist.
4. Wie verteilen sich die Projektkosten auf die internationalen Partner?
Welche Beiträge sind dabei von der HGF und welche von der GSI selbst
zu leisten?
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich in der FAIR-Konvention verpflichtet,
ihren Anteil zu den Baukosten der FAIR-Anlage beizutragen. Dieser Anteil
wird – wie von Beginn an vorgesehen – zu einem Teil über die
Projektförderung des Bundes und des Landes Hessen sowie zu einem anderen Teil über die
institutionelle Förderung der GSI finanziert. Die GSI nutzt diese Mittel
vorrangig zur Finanzierung von In-Kind-Leistungen, die bei der GSI und anderen
Helmholtz-Zentren gefertigt werden. Ergänzend wird auf die Antwort zu Frage
1 verwiesen.
5. Welche In-Kind-Leistungen mit welchem finanziellen Volumen sind
aktuell den jeweiligen Projektpartnern zugewiesen?
Mit Stand vom 1. August 2019 sind den FAIR-Partnern In-Kind-Leistungen für
die FAIR Teil-Projekte Beschleuniger, Experimente und Personal entsprechend
der folgenden Übersicht zugewiesen (Darstellung auf Preisbasis 2005):
Land Bisher zugewiesene In-Kind-Beträge (T Euro)
Finnland 3.505
Frankreich 5.835
Deutschland 336.049
Indien 19.094
Polen 16.761
Rumänien 5.841
Russland 93.129
Slowenien 12.000
Schweden 5.796
Vereinigtes Königreich 2.721
Gesamt 500.731
6. Wie bewertet die Bundesregierung den Vorschlag, die Bauleistung
vollständig als deutsche In-Kind-Leistung zu definieren, und welche Effekte
hätte eine solche Entscheidung auf die Titelansätze im Bundeshaushalt
für HGF und GSI?
Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass dieser Vorschlag nicht verfolgt
werden sollte. Effekte auf Titelansätze im Bundeshaushalt ergeben sich daher
nicht.
7. Wie hoch ist der Eurobetrag der eigentlich als Gemeinschaftsmittel
vorgesehenen Summe, die die HGF bisher für die GSI aufgebraucht hat?
Die HGF ist ein als Verein organisierter Zusammenschluss unabhängiger
rechtlich selbständiger Forschungszentren. Dieser erhält keine direkte Zuwendung
von Bund und Ländern („Gemeinschaftsmittel“), vielmehr ist der institutionelle
Zuwendungsempfänger jeweils das rechtlich selbständige Helmholtz-Zentrum.
8. Wie viel Prozent des PFI-Aufwuchses für die HGF gingen und gehen an
die GSI?
Wie lautet die forschungspolitische Begründung für diese
Schwerpunktsetzung?
Im Pakt für Forschung und Innovation III (PFI III) haben sich 2014 die HGF
und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) darauf
verständigt, dass ein Infrastrukturfonds eingerichtet wird und der GSI aus diesem
Fonds in der Laufzeit des PFI III (2016 bis 2020) 225 Mio. Euro zur Verfügung
gestellt werden. Eine erste Tranche in Höhe von 25 Mio. Euro wurde bereits
2015 bereitgestellt. Der prozentuale Anteil an den zusätzlichen Mitteln aus dem
PFI III liegt damit bei etwa 20 Prozent.
Forschungspolitisch begründet sich dies aus der weltweiten Bedeutung des
FAIR-Projekts für die physikalische Grundlagenforschung. Hierzu wird auf die
Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
9. Welche Anteile des PFI-Aufwuchses für die HGF gehen an die GSI zur
Finanzierung von FAIR (bitte genaue Angabe absolut und in Prozent
sowie gesamt und jährlich)?
Wie hoch ist der jährliche Aufwuchs nach Abzug der FAIR-Beiträge von
der HGF (in Prozent)?
Von den zusätzlichen Mitteln, die die GSI aus dem PFI III erhalten hat, sind
96,2 Mio. Euro für die Finanzierung von Sachbeistellungen an FAIR (In-Kind-
Leistungen) bestimmt. Diese entsprechen rd. 7,7 Prozent der zusätzlichen
Mittel aus dem PFI III insgesamt. Die genaue Aufteilung auf die fünf Jahre der
Paktlaufzeit lässt sich erst an deren Ende beantworten. Im Übrigen wird auf die
Antwort zu Frage 7 verwiesen.
10. Wie begründet die Bundesregierung die Verwendung von Paktmitteln für
die GSI und im besonderen für FAIR?
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, eine wissenschaftlich exzellente
Forschungsinfrastruktur zu errichten und daher mit FAIR den Forschungs- und
Technologiestandort Deutschland zu stärken sowie die Rolle der Helmholtz-
Gemeinschaft als weltweit bedeutende Forschungsorganisation nachhaltig zu
festigen. Dafür werden die Paktmittel eingesetzt. Ergänzend wird auf die
Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
11. Schränken die Verpflichtungen, die sich aus der Finanzierung von FAIR
ergeben, nach Kenntnis der Bundesregierung die Potenziale der HGF für
den Ausbau der programmorientierten Forschung ein?
Wenn ja, in welcher Höhe genau?
Wenn nein, warum nicht?
Die HGF hat ihren Ursprung in der „Arbeitsgemeinschaft der
Großforschungseinrichtungen“ (AGF). Bau, Betrieb und Bereitstellung von
Forschungsinfrastrukturen sind bis heute Wesensmerkmal ihrer Mission. Die GSI leistet mit
ihrer Rolle bei dem internationalen Leuchtturmprojekt FAIR einen wichtigen
Beitrag zum Ausbau der programmorientierten Forschung und wird mit diesem
Vorhaben zum internationalen Ansehen Deutschlands wie auch der HGF
erheblich beitragen.
12. Wie hoch sind die aktuell projizierten Betriebskosten für FAIR?
Welcher Anteil davon soll auf die Bundesrepublik Deutschland bzw. auf
die GSI entfallen?
Die Betriebskosten für FAIR werden derzeit auf 235 Mio. Euro p. a. geschätzt.
Gemäß gültiger Beschlüsse der Gesellschafterversammlung der FAIR GmbH
beträgt der deutsche Anteil an den Betriebskosten etwa 140 Mio. Euro p. a.
13. Ist die GSI in der Lage, den Betrieb von FAIR aus ihrem aktuellen
Budget zu bestreiten?
Wo soll zur Deckung der Betriebskosten gespart werden?
Nach derzeitigen Planungen stehen der GSI nach Beginn des FAIR-Betriebs
Mittel in ausreichender Höhe zur Verfügung, um ihren Anteil an den
Betriebskosten von FAIR zu tragen. Einsparungen zur Deckung der Betriebskosten sind
auf Grundlage der derzeitigen Planung nicht erforderlich.
14. Wie werden diese zusätzlich anfallenden Kosten in den Budgettiteln
sowohl des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wie auch der
HGF genannt?
Wird durch die Bezeichnung die Zweckverwendung ersichtlich?
Die Betriebsmittel sind bislang noch nicht dargestellt, da diese nicht im
derzeitigen Finanzplanungszeitraum vorzusehen sind.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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