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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Aktivitäten des German Academic International Network

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Datum

17.03.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1743928.02.2020

Aktivitäten des German Academic International Network

der Abgeordneten Dr. Götz Frömming, Dr. Marc Jongen, Nicole Höchst, Dr. Michael Espendiller, Martin Reichardt und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Das German Academic International Network (GAIN, https://www.gain-network.org/de/) ist der 2003 gegründete Zusammenschluss für deutsche Wissenschaftler, die in den Vereinigten Staaten und Kanada arbeiten. GAIN ist ein gemeinsames Projekt der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (ebd.). Es wird laut Homepage von GAIN durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Bundesmitteln gefördert (https://www.gain-network.org/de/ueber-uns/mitglieder-und-partner/; abgerufen am 30. Januar 2020).

Zu den assoziierten Mitgliedern von GAIN zählen die Fraunhofer Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Deutsche Krebshilfe, die Max-Planck-Gesellschaft sowie die Hochschulrektorenkonferenz und die Studienstiftung des deutschen Volkes e. V. (vgl. Internetpräsentation von GAIN, https://www.gain-network.org/de/ueber-uns/mitglieder-und-partner; abgerufen am 27. Januar 2020).

GAIN gilt als Netzwerk, das dazu beitragen soll, dass Wissenschaftler in Nordamerika, die zuvor in Deutschland gelebt haben, wieder nach Deutschland zurückkehren (vgl. Breyton, Ricarda: Wie Deutschland versucht, ausgewanderte Spitzenkräfte zurückzuholen. In: Die Welt, https://www.welt.de/politik/deutschland/article205363315/Migration-Wie-Deutschland-versucht-ausgewanderte-Spitzenkraefte-zurueckzuholen.html; abgerufen am 27. Januar 2020).

„Mit einem vielfältigen Programm“, so heißt es in der Internetpräsentation von GAIN, würden diese Wissenschaftler „bei der Kontaktpflege zu deutschen Wissenschaftseinrichtungen“ unterstützt und „auf die Rückkehr an den Forschungsstandort Deutschland“ vorbereitet werden, zudem würde ihnen dabei geholfen werden, „ihre Interessen gegenüber den politischen Entscheidern zu artikulieren“ (vgl. Internetpräsentation von GAIN, https://www.gain-network.org/de/ueber-uns/mission/; abgerufen am 16. Januar 2020).

So berät GAIN ausführlich über spezielle Programme in Deutschland, die Wissenschaftler mit Auslandserfahrung fördern (https://www.gain-network.org/de/informieren/foerdern/; abgerufen am 27. Januar 2020), und informiert über die Möglichkeiten, direkt aus einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut heraus, Unternehmen zu gründen (https://www.gain-network.org/de/informieren/gruenden/; abgerufen am 27. Januar 2020). GAIN unterhält eine Online-Jobbörse für Akademiker mit Stellenangeboten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz (https://www.gain-network.org/de/karrieren-gestalten/stellenangebote/; abgerufen am 28. Januar 2020).

Weiterhin trägt GAIN dazu bei, dass sich in den USA und Kanada arbeitende Wissenschaftler aus Deutschland miteinander vernetzen können, um „Erfahrungen“ auszutauschen, „sich gegenseitig mit Tipps und Tricks“ zu unterstützen und „neue Kontakte“ zu knüpfen. GAIN veranstaltet deshalb regelmäßige Stammtische in Nordamerika, Europa und Asien (https://www.gain-network.org/de/vernetzen/stammtische/; abgerufen am 28. Januar 2020) und unterhält spezielle Netzwerke zum Wissenschaftsmanagement (REN – Representatives and Experts Networks; https://www.gain-network.org/de/vernetzen/ren-experten-netzwerk/; abgerufen am 28. Januar 2020) und für Wissenschaftler und Unternehmer (TEN – Transatlantic Entrepreneurship Network; https://www.gain-network.org/de/vernetzen/ten-transatlantische-existenzgruendung/; abgerufen am 28. Januar 2020).

Höhepunkt der Aktivitäten von GAIN bildet die jährliche Jahrestagung in den USA mit Vorträgen, Workshops und Paneldiskussionen zur Forschungslandschaft in Deutschland (https://www.gain-network.org/de/karrieren-gestalten/gain-jahrestagung/; abgerufen am 21. Januar 2020). Die Jahrestagung von GAIN, so heißt es dort, werde „aus Sicht deutscher Hochschulen und Unternehmen“ „zunehmend relevant“. Aufgrund des „demografischen Wandels“ aber auch, weil „viele Hochqualifizierte der Bundesrepublik Deutschland den Rücken kehren“ würden und „akut Fach- und vor allem Spitzenkräfte“ fehlen.

Nach einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung vom Dezember vergangenen Jahres sind im Durchschnitt rund „180.000 Deutsche pro Jahr abgewandert – darunter vor allem überdurchschnittlich qualifizierte“. Zurück seien nur rund 130.000 Deutsche im Jahr gekommen (vgl. Breyton, Ricarda: Wie Deutschland versucht, ausgewanderte Spitzenkräfte zurückzuholen. In: Die Welt, https://www.welt.de/politik/deutschland/article205363315/Migration-Wie-Deutschland-versucht-ausgewanderte-Spitzenkraefte-zurueckzuholen.html; abgerufen am 27. Januar 2020). Insbesondere macht sich dies an den Hochschulen in Deutschland bemerkbar: So stellte die Expertenkommission Forschung und Innovation bereits 2017 fest, dass Deutschland jährlich „mehrere Hundert“ Wissenschaftler an ausländische Forschungseinrichtungen verliere (ebd.)

Nach einer im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom Bonner Umfragezentrum angefertigten Studie über den Verbleib von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der GAIN-Jahrestagungen von 2004 – 2011 sind 60 Prozent der Teilnehmenden an den Jahrestagungen zwischen 2004 und 2008 inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt. „Über 80 Prozent“ der Teilnehmenden an der GAIN-Jahrestagung 2011“ hingegen würden „noch in den USA oder Kanada leben“ (Umfragezentrum Bonn im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (2012): Studie über den Verbleib von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der GAIN-Jahrestagungen 2004 – 2011, S. 55, https://www.gain-network.org/files/2017/03/GAIN_Studie-über-den-Verbleib-von-Teilnehmern-der-GAIN-Jahrestagung-2004-2011.pdf; abgerufen am 27. Januar 2020). 117 Personen, die ihre Kontakte nach Deutschland auf der GAIN-Jahrestagung ausbauen konnten, waren nach Deutschland zurückgekehrt. Sie wurden gefragt, inwieweit die Kontakte, die sie auf der Tagung geknüpft haben, ihre Entscheidung zur Rückkehr beeinflusst hat. Insgesamt 19 Prozent der Befragten, die durch ihre Teilnahme an den GAIN-Jahrestagungen ihre Kontakte erweitern konnten, gaben der Studie zufolge an, dass diese Kontakte zu ihrer Rückkehrentscheidung beigetragen haben (ebd. S. 41). Des Weiteren würden 54 Prozent der Befragten den Nutzen der GAIN-Jahrestagung positiv bewerten, was eine allgemeine „Ermutigung und Unterstützung einer Rückkehr nach Deutschland“ anbelange.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Seit wann wird GAIN durch die Bundesregierung gefördert?

2

Mit welcher Summe wird GAIN durch die Bundesregierung gefördert (bitte nach Jahren und Fördersumme aufschlüsseln), und wie hoch ist der Anteil dieser Summe am jährlichen Gesamtetat von GAIN (bitte in Prozent angeben)?

3

Aus welchen Gründen heraus wird GAIN durch die Bundesregierung gefördert (bitte die einzelnen Gründe mit kurzen Erläuterungen auflisten)?

4

Ist der Bundesregierung bekannt, wie hoch die Kosten der jährlich stattfindenden Tagung (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) von GAIN sind?

a) Wenn ja, wie hoch sind hierfür die Kosten?

b) Wenn nein, warum ist der Bundesregierung nicht bekannt, wie hoch die Kosten für die jährlich stattfindende Tagung von GAIN sind?

5

Kann die Bundesregierung Auskunft darüber geben, wer die jährlich stattfindende Tagung von GAIN finanziert (Finanzierungsquellen bitte nach ihrer Finanzierungshöhe auflisten)?

6

Beteiligt sich die Bundesregierung an der Finanzierung der Jahrestagung von GAIN außerhalb des im Bundeshaushalt für GAIN vorgesehenen Budgets?

a) Wenn ja, wie hoch ist dieser Betrag?

b) Wenn nein, warum nicht?

7

Wie hoch waren die Kosten für die von der Bundesregierung beauftragte Studie zum Verbleib von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der GAIN-Jahrestagungen von 2004 bis 2011 (vgl. Vorbemerkung auf S. 2)?

8

Plant die Bundesregierung, eine weitere Studie zum Verbleib von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der GAIN-Jahrestagungen (vgl. Vorbemerkung auf S. 2) anzufertigen, oder hat sie diese bereits in Auftrag gegeben?

a) Wenn nein, warum nicht?

b) Wenn ja, wie hoch sind hierfür die Kosten?

Berlin, den 24. Februar 2020

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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