[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Stefan Schmidt, Stefan
Gelbhaar, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 19/18524 –
Entwicklung des Schienenverkehrs zwischen Deutschland und der
Tschechischen Republik
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Schienenverkehr zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik
fristet nach Auffassung der Fragesteller auch mehr als 30 Jahre nach Öffnung
der Grenzen und 16 Jahre nach dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen
Union ein Schattendasein. Wichtige Hauptstrecken zwischen Deutschland und
der Tschechischen Republik wie beispielsweise die Relation (Frankfurt –)
Nürnberg – Prag sind bis zum heutigen Tag nicht durchgehend elektrifiziert.
Die Ära des Fernverkehrs zwischen Nürnberg und Prag endete bereits zum
Fahrplanwechsel im Dezember 2003, als zwischen beiden Städten der letzte
EuroCity verkehrte.
Während die Autobahn zwischen Nürnberg und Prag seit 10. September 2008
durchgehend befahrbar ist, gibt es für die Aufnahme des elektrischen Betriebs
zwischen Franken und Böhmen auf der Schiene unverändert keinen Termin.
Bis heute ist die Elbtalstrecke Dresden – Děčín (– Prag) die einzige
grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke zwischen Deutschland und Tschechien, die
elektrifiziert ist. Seit Aufnahme des durchgehenden elektrischen Zugbetriebs
zwischen Dresden und Prag durch die Deutsche Reichsbahn und die
Tschecho-slowakischen Staatsbahnen (ČSD) im Dezember 1986 gab es keinen
elektrischen Lückenschluss zwischen den Eisenbahnnetzen beider Länder
(
http://www.allianz-pro-schiene.de/themen/aktuell/deutschland-tschechien-gre
nzuebergaenge/).
Die Bundesregierungen legten seit 1990 bei den
Verkehrsinfrastrukturinvestitionen für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und
Tschechien den Schwerpunkt auf den Neu- und Ausbau von
Bundesfernstraßen wie beispielsweise die Bundesautobahn 17 (Dresden – Prag), die auf
deutscher Seite ebenso durchgängig befahrbar ist (seit 21. Dezember 2006) wie die
bereits erwähnte Bundesautobahn 6 (Nürnberg – Prag).
Erst im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 hat der Bund die zwei
Elektrifizierungsvorhaben Ausbaustrecke (ABS) Nürnberg – Marktredwitz – Hof/
Grenze D/CZ (– Prag) und ABS Nürnberg/Regensburg – Furth im Wald –
Grenze D/CZ sowie das Neubauvorhaben Neubaustrecke (NBS) Dresden –
Prag aufgenommen. Allerdings lassen sich nach Kenntnis der Fragesteller al-
Deutscher Bundestag Drucksache 19/19316
19. Wahlperiode 19.05.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 18. Mai 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
lein durch die vollständige Elektrifizierung der Strecke Nürnberg – Prag nur
geringfügige Fahrzeitverkürzungen erzielen, so dass auch nach der
Elektrifizierung besagter Strecke im Personenverkehr gegenüber dem Pkw und Bus
nur mäßig attraktive Fahrzeiten erzielt werden können. Für konkurrenzfähige
Angebote im Personenverkehr wäre nach Kenntnis der Fragesteller der Bau
weiterer Linienverbesserungen zwecks Erhöhung der
Streckengeschwindigkeit notwendig. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Ausrichtung der
Infrastrukturinvestitionen auf die Zielfahrzeiten des Deutschlandtakts bzw. die
Einbindung in den integralen Taktfahrplan Tschechiens.
1. Wie hat sich das Personen- und Güteraufkommen im
deutschtschechischen Schienenverkehr seit 2010 entwickelt (bitte für jede
grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke zwischen Deutschland und Tschechien
jahresweise und streckenbezogen angeben; bitte für jede Strecke auch
Referenzwert für 1990 angeben)?
Der Güter- und Personenverkehr nach einzelnen Eisenbahnstrecken wird in der
amtlichen Statistik zum Schienenverkehr nicht erhoben.
Die Deutsche Bahn AG (DB AG) hat die drei aus verkehrlicher Sicht
maßgeblichen Grenzübergänge ausgewertet. Für die Zugzahlen, unterschieden nach
Personen- und Güterverkehr, der Jahre 2010 bis 2019 wird auf die Anlage 1
verwiesen. Als Referenzwert wurden die Zahlen aus 2005 herangezogen, da für
den Zeitraum vor 2005 keine Daten vorliegen.
2. Auf welchen Strecken zwischen Deutschland und Tschechien wurde seit
1990 der grenzüberschreitende Personen- und/oder Güterverkehr
eingestellt (bitte Datum der Betriebseinstellung und VzG-Streckennummer
[VzG = Verzeichnis der örtlich zulässigen Geschwindigkeiten] angeben)?
Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde der grenzüberschreitende Abschnitt
Haidmühle – Nove Udoli der Strecke 5842 Waldkirchen – Nove Udoli (Neuthal)
nicht mehr bedient. Danach wurde die Strecke 5842 abschnittsweise stillgelegt,
entwidmet und abgebaut. Sie dient inzwischen als Fahrradweg.
Nach Auskunft der DB AG findet auf der Strecke 6586 Ebersbach – Rumburk
seit 2010 kein planmäßiger Betrieb mehr statt. Die Strecke 6619 Marienberg –
Reitzenhain – Krimov wurde im Bereich Reitzhain – Marienberg im Jahr 1998
gemäß § 11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) stillgelegt und im Jahr
2012 freigestellt und verkauft.
3. Welche grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecken zwischen Deutschland
und der Tschechischen Republik sind derzeit auf deutscher Seite
stillgelegt, aber grundsätzlich noch reaktivierbar (also Strecken, bei denen keine
Freistellung von Eisenbahnbetriebszwecken nach § 23 des Allgemeinen
Eisenbahngesetzes – AEG – erfolgte)?
Nach Auskunft der DB AG zur Strecke Strecke 6586 Ebersbach – Rumburk
besteht auf dem Verbindungsgleis zwischen Ebersbach (deutsche Seite) und der
tschechischen Seite seit 2010 kein planmäßiger Betrieb mehr. Das Gleis ist im
Eigentum der DB AG. Es ist keine Freistellung nach § 23 AEG erfolgt, daher
ist eine Reaktivierung theoretisch möglich.
Bei der Strecke 6614 Holzhau – Moldava ist eine Stilllegung in den Jahren
1972/1973 mit Gleisrückbau und Brückensprengung im Bereich der Deutschen
Reichsbahn erfolgt. Eine beantragte Freistellung wurde vom Eisenbahn-
Bundesamt (EBA) zurückgewiesen. Die DB AG ist nicht
Grundstückseigentümerin ist.
Der Bundesregierung liegen keine Angaben zur Reaktivierbarkeit vor.
4. Auf welchen Strecken wurde der Personen- und/oder Güterverkehr seit
1990 wieder aufgenommen (bitte Datum der Betriebsaufnahme und VzG-
Streckennummer angeben)?
Der Betrieb auf der Strecke 5027 (Asch -) Staatsgrenze – Selb-Plößberg wurde
am 29. September 1996 eingestellt und am 13. Dezember 2015 wieder
aufgenommen (einschl. Schienenpersonennahverkehr [SPNV]-Bestellung).
Die Strecke 6666 Sebnitz – Dolni Poustevna (Niedereinsiedel) ist seit 5. Juli
2014 wieder in Betrieb.
5. Wie hat sich das Reisendenaufkommen auf der Relation Nürnberg – Prag
seit 1990 entwickelt (bitte jeweilige Jahreswerte nach Verkehrsträgern
differenzieren)?
6. Wie hat sich das Reisendenaufkommen auf der Relation Dresden – Prag
seit 1990 entwickelt (bitte jeweilige Jahreswerte nach Verkehrsträgern
differenzieren)?
Die Fragen 5 und 6 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die erbetenen Informationen zum Reisendenaufkommen der DB AG können
nicht veröffentlicht werden, weil hierbei verfassungsrechtlich geschützte
Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der betroffenen Unternehmen berührt sind.
Die Offenlegung absoluter oder relativer Werte der Fahrgastzahlen als
besonders sensible Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse – insbesondere auf dieser
Detailebene – würde das wirtschaftliche Handeln der DB AG deutlich
beeinträchtigen und könnte erhebliche Wettbewerbsnachteile nach sich ziehen. Diese
sensiblen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse betreffen auch das fiskalische
Interesse des Bundes. Eine Kenntnis der absoluten bzw. relativen Fahrgastzahlen
und deren Entwicklung würde es konkurrierenden Mobilitätsanbietern
ermöglichen, ihr Verhalten im Wettbewerb entsprechend zu Lasten der DB Fernverkehr
AG auszurichten. Daten darüber, welche Strecke/Relation wie ausgelastet ist
und wohin sich Verkehrsströme verlagern, sind wertvoll, um die eigene
Angebots- und Preisgestaltung so zu konzipieren. Daraus würden sich
entscheidende Marktvorteile für andere Unternehmen ergeben.
Hinsichtlich des Luftverkehrs wird auf die frei zugängliche Verkehrsstatistik
des Statistischen Bundesamtes verwiesen.
Im Übrigen liegen der Bundesregierung keine eigenen Informationen vor.
7. Wie hat sich das Güterverkehrsaufkommen im grenzüberschreitenden
Verkehr zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik seit 1990
entwickelt (bitte je Richtung und aufgeschlüsselt nach Jahren sowie den
Verkehrsträgern Straße, Schiene und Luftverkehr angeben)?
Bezüglich der Transportmengen wird auf Anlage 2 verwiesen.
Daten liegen erst ab dem Jahr 1993 vor.
Daten zum Straßengüterverkehr liegen nur bis einschließlich 2018 vor. Die
Zahlen vor 2005 wurden mit einem Zählkartenverfahren erhoben. Die daraus
resultierenden Ergebnisse sind mit den späteren Zahlen nicht vergleichbar und
wurden daher in der Aufstellung nicht berücksichtigt.
8. Wie hat sich der Modal Split im grenzüberschreitenden Personenverkehr
zwischen Deutschland und Tschechien seit 1990 entwickelt, und wie hoch
war das jeweilige absolute Reisendenaufkommen (bitte nach
motorisiertem Individualverkehr, Schienenpersonenverkehr, Busverkehr und
Luftverkehr aufschlüsseln)?
Zum grenzüberschreitenden Straßenpersonenverkehr von und in die
Tschechische Republik liegen der Bundesregierung keine eigenen Daten vor. Bezüglich
der absoluten Zahlen für den grenzüberschreitenden Flugverkehr von und in die
Tschechische Republik wird auf die Anlage 3 verwiesen. Bezüglich des
Bahnverkehrs wird auf die Anlage 1 verwiesen.
9. Wie haben sich die CO2-Emissionen des die deutsch-tschechische Grenze
überschreitenden Verkehrs seit 1990 entwickelt (bitte nach Jahr und
Verkehrsträgern aufschlüsseln)?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine eigenen Erkenntnisse vor.
10. Welche Staatsverträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und
der Tschechischen Republik zum Ausbau der Eisenbahninfrastruktur und
zur Verbesserung des Angebots im Personenverkehr bestehen derzeit,
und welche Ausbaumaßnahmen sind in diesen Verträgen festgeschrieben
(bitte Vertragswerk mit Datum der Ratifizierung benennen und Aus- und
Neubau der Eisenbahninfrastruktur genau benennen)?
Keine.
11. Welche Verwaltungsabkommen zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und der Tschechischen Republik zum Ausbau der
Eisenbahninfrastruktur und zur Verbesserung des Angebots im Personenverkehr
bestehen derzeit, und welche Ausbaumaßnahmen sind in diesen Abkommen
festgeschrieben (bitte Vertragswerk benennen sowie Art und Umfang des
Aus- und Neubaus von Eisenbahninfrastruktur beschreiben)?
Im Jahr 1995 wurde eine Ressortvereinbarung zwischen den
Verkehrsministerien der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik getroffen.
In dieser wurde die Elektrifizierung und Fahrzeitverkürzung der Verbindung
Nürnberg – Marktredwitz – Schirnding – Grenze D/CZ vereinbart.
Im Jahr 2017 wurden zwei Absichtserklärungen zwischen der DB Netz AG und
dem Freistaat Bayern sowie zwischen den Verkehrsministerien der
Tschechischen Republik und des Freistaats Bayern zu Verbesserungen auf der Relation
Schwandorf – Furth i. Wald unterzeichnet.
DB Fernverkehr hat einen Kooperationsvertrag mit der České dráhy, der bis
Dezember 2025 gilt. Der Vertrag regelt den Verkehr zwischen (Hamburg-)
Berlin und Prag via Dresden.
12. Beabsichtigt die Bundesregierung in nächster Zeit den Abschluss
weiterer Staatsverträge oder Verwaltungsabkommen zum Ausbau der
Eisenbahn-infrastruktur und zur Verbesserung des Angebots im
Personenverkehr mit der Tschechischen Republik?
Wenn ja, wie ist der Stand der Vorbereitungen, und auf welche
Relationen bzw. Strecken soll sich das jeweilige Vertragswerk beziehen?
Die Bundesregierung beabsichtigt den Abschluss der „Gemeinsamen
Absichtserklärung über die Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der
Eisenbahnverbindung Berlin – Praha – Wien 'Via Vindobona'„ mit der Republik
Österreich und der Tschechischen Republik als Ergänzung zur im Jahr 1995
zwischen den drei Staaten getroffenen Ressortvereinbarung über die
Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Eisenbahnverbindung Berlin – Praha –
Wien. Die Gemeinsame Absichtserklärung bezieht sich auf Aus- bzw.
Neubaumaßnahmen folgender Streckenabschnitte auf dem genannten Korridor: Berlin
– Dresden, (Dresden -) Heidenau – Ústí nad Labem, Ústí nad Labem – Praha –
Brno, Brno – Břeclav, Břeclav – Wien. Der Text der Gemeinsamen
Absichtserklärung ist zwischen den beteiligten Ministerien der Bundesrepublik
Deutschland, der Republik Österreich und der Tschechischen Republik abgestimmt. Die
Unterzeichnung ist im Jahr 2020 vorgesehen.
Die Aufnahme von Verhandlungen zum Abschluss eines Staatsvertrages für die
Neubaustrecke (NBS) Dresden – Prag ist in diesem Jahr geplant.
13. Welchen Planungsstand hat die Deutsche Bahn (DB) Netz AG als
Vorhabenträgerin bei der ABS Nürnberg – Marktredwitz – Hof/Grenze D/CZ
(– Prag) (Abschnitt der Franken-Sachsen-Magistrale) erreicht, und bis
wann beabsichtigt die Bundesregierung den Abschluss einer
Finanzierungsvereinbarung für den Bau des Vorhabens (bitte aktuellen
Planungsstand für jeden Planfeststellungsabschnitt angeben)?
14. Wann rechnet die Bundesregierung bei der ABS Nürnberg –
Marktredwitz – Hof/Grenze D/CZ (– Prag) mit dem Beginn der Bauarbeiten?
20. Welche Abstimmungsgespräche zur künftigen Gestaltung des Angebots
im Personenverkehr in der Relation Nürnberg – Plzeň/Pilsen – Prag hat
die Bundesregierung mit Vertretern der Tschechischen Republik bisher
geführt, und welche Eckpunkte zur Gestaltung des Angebots (Anzahl der
Zugpaare in der Relation Nürnberg – Prag, Anforderungen an
Fahrzeugeinsatz, Zielfahrzeit) wurden dabei bereits festgezurrt?
Die Fragen 13, 14 und 20 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Die Planungen befinden sich überwiegend in der Leistungsphase 2. Der
Abschnitt Hof – Marktredwitz ist in der Leistungsphase 3. Vorausgesetzt diese
Maßnahme ist volkswirtschaftlich tragfähig, kann der Abschluss einer
Baufinanzierungsvereinbarung für den Abschnitt Nürnberg – Schirnding Ende der
2020er Jahre erfolgen. Termine für den Beginn der Bauarbeiten können erst
nach Abschluss der Planfeststellung benannt werden.
Soweit die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens nach Abschluss der
Leistungsphase 2 gegeben ist, wird die Bundesregierung zum gegebenen
Zeitpunkt Gespräche mit der Tschechischen Republik aufnehmen.
15. Welche Zielfahrzeiten werden im Zuge der Planungen für den
Deutschlandtakt zwischen Nürnberg und Dresden (via Hof) und Nürnberg und
Plzeň/Pilsen sowie Nürnberg und Prag angestrebt, und welche Fahrzeiten
sind nach dem Abschluss der Bauarbeiten an der ABS Nürnberg –
Marktredwitz – Hof/Grenze D/CZ (– Prag) (Franken-Sachsen-
Magistrale) möglich?
Die Zielfahrzeiten des Deutschlandtaktes liegen erst mit der Veröffentlichung
des dritten Gutachterentwurfs vor. Derzeit erfolgt die wirtschaftliche und
verkehrliche Bewertung der im zweiten Gutachterentwurf des Zielfahrplans
hinterlegten Angebotskonzeption. Nach Abschluss dieser Prüfung wird der dritte und
finale Gutachterentwurf voraussichtlich im Sommer 2020 vorgestellt.
16. Beabsichtigt die Bundesregierung, den eingleisigen Streckenabschnitt
Marktredwitz – Schirnding – Bundesgrenze D/CZ in einer weiteren
Baustufe vollständig zweigleisig auszubauen bzw. abschnittsweise
zweigleisig auszubauen?
Wenn ja, welche Planungen bestehen dazu?
Wenn nein, warum nicht?
Die derzeitigen Planungen gehen von der Zugzahlenprognose 2030 aus. Im
angesprochenen Abschnitt gibt es aus heutiger Sicht keinen Bedarf für eine
Zweigleisigkeit.
17. In welchen Bahnhöfen bzw. Betriebsstellen der ABS Nürnberg –
Marktredwitz – Hof/Grenze D/CZ (– Prag) sollen Überholgleise bzw.
Abstellgleise mit einer Nutzlänge von mindestens 750 Metern neu geschaffen
werden, und in welchen Bahnhöfen bzw. Betriebsstellen sind solche
bereits vorhanden (bitte genaue Lage im Netz angeben)?
Nach Auskunft DB Netz AG als Vorhabenträgerin sollen in den Bahnhöfen
Rückersdorf, Neusorg, Marktredwitz, Arzberg, Schirnding und Oberkotzau im
Rahmen des Vorhabens Überholgleise von 740 Metern für lange Züge neu
eingerichtet werden. In den Bahnhöfen Hersbruck Ost, Kirchenlaibach und
Wunsiedel/Holenbrunn gibt es bereits solche Überholgleise.
18. Ist auf den Strecken Nürnberg – Dresden (via Hof) und Nürnberg – Prag
im Fahrplanentwurf des Deutschlandtakts der Einsatz von Fahrzeugen
mit gleisbogenabhängiger Wagenkastensteuerung vorgesehen?
Wenn nein, warum nicht?
19. Welche Reisezeit ergibt sich zwischen Nürnberg und Dresden (via Hof)
sowie Nürnberg und Prag beim Einsatz von Fahrzeugen mit
gleisbogenabhängiger Wagenkastensteuerung (bitte Fahrzeit mit aktiver
Neigetechnik und Fahrzeit mit konventionellen Fahrzeugen gegenüberstellen)?
Die Fragen 18 und 19 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im zweiten Gutachterentwurf des Deutschlandtaktes ist im Fernverkehr der
Einsatz von Neigetechnik nicht vorgesehen, da die Strecke im Rahmen des
Bundesverkehrswegeplans (BVWP) elektrifiziert werden soll und bei der
Aufstellung des BVWP kein geeignetes elektrisches Fernverkehrsfahrzeug mit
Neigetechnik auf dem Markt war. Vor diesem Hintergrund liegen dem
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) keine
Vergleichsdaten zu Reisezeiten vor.
Im Nahverkehr ist der Einsatz von Neigetechnik im zweiten Gutachterentwurf
des Deutschlandtaktes berücksichtigt.
21. Wird auf tschechischer Seite der grenzüberschreitende Einsatz von
Fahrzeugen mit gleisbogenabhängiger Wagenkastensteuerung zwischen Prag
und Nürnberg in Erwägung gezogen?
Nach Auskunft der DB AG haben die Fahrzeuge Pendolino der České dráhy
(ČD) keine Zulassung für Deutschland. Planungen des tschechischen
Verkehrsministeriums sind der Bundesregierung nicht bekannt.
22. Hat die Bundesregierung Kenntnis über die Investitionen, die das
tschechische Eisenbahninfrastrukturunternehmen SŽDC in die Strecke
Bundesgrenze D/CZ – Cheb – Plzeň – Prag („Böhmische Westbahn“) seit
1990 getätigt hat, und welche Investitionen bis 2030 noch geplant sind?
Der Bundesregierung liegen keine eigenen Informationen über das Volumen
vergangener Investitionen der benannten Eisenbahnstrecke auf tschechischer
Seite vor. Die Tschechische Republik priorisiert für langlaufende
Güterverkehre die grenzüberschreitende Verbindung Ausbaustrecke (ABS) Nürnberg/
Regensburg – Furth im Wald – Grenze D/CZ und wird ihre Investitionen in den
Ausbau dieser Strecke lenken.
23. Von welcher Streckenbelegung geht die Bundesregierung auf der Strecke
Nürnberg – Marktredwitz – Schirnding – Bundesgrenze D/CZ im Jahr
2030 aus (bzw. nach Abschluss der Bauarbeiten an besagter
Ausbaustrecke; bitte ggf. abschnittsweise differenzieren nach
Schienenpersonennahverkehr, Schienenpersonenfernverkehr und Schienengüterverkehr –
SPNV, SPFV und SGV)?
Nach Auskunft der DB AG ist nach aktuellem Stand auf der Strecke Nürnberg
– Marktredwitz – Schirnding – Bundesgrenze D/CZ mit Bezugsjahr 2030 für
den Abschnitt Nürnberg bis Marktredwitz von einem Verkehrsaufkommen für
den Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) von 36 Zügen auszugehen. Für den
Schienengüterverkehr (SGV) werden zwölf Züge zugrunde gelegt. Im
Grenzbereich zur Tschechischen Republik sinkt das SGV-Aufkommen auf 8 Züge. Für
den SPFV werden dort noch 18 Züge erwartet.
Für den SPNV ergibt sich in den einzelnen Abschnitten nach Auskunft der DB
AG folgendes, zu erwartendes Verkehrsaufkommen:
• Nürnberg – Hersbruck 210 Züge,
• Hersbrück – Neuhaus 118 Züge,
• Neuhaus – Pegnitz 66 Züge,
• Pegnitz – Schnabelwaid 132 Züge und
• Schnabelwaid bis Grenze D/CZ 34 Züge.
24. Welchen Planungsstand hat die DB Netz AG als Vorhabenträgerin bei
der ABS Nürnberg/Regensburg – Furth im Wald – Grenze D/CZ erreicht,
und bis wann beabsichtigt die Bundesregierung den Abschluss einer
Finanzierungsvereinbarung für den Bau des Vorhabens (bitte aktuellen
Planungsstand für jeden Planfeststellungsabschnitt angeben)?
25. Wann rechnet die Bundesregierung bei der ABS Nürnberg/Regensburg –
Furth im Wald – Grenze D/CZ mit dem Beginn der Bauarbeiten?
26. Beabsichtigt die Bundesregierung, die eingleisigen Streckenabschnitte
Amberg – Irrenlohe sowie Schwandorf – Cham – Furth im Wald –
Bundesgrenze D/CZ in einer weiteren Baustufe vollständig zweigleisig
auszubauen bzw. abschnittsweise zweigleisig auszubauen?
Wenn ja, welche Planungen bestehen dazu?
Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 24 bis 26 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die ABS Nürnberg/Regensburg-Furth i. W. – Grenze D/CZ ist aufgrund ihrer
positiven gesamtwirtschaftlichen Bewertung aus dem Potenziellen Bedarf in
den Vordringlichen Bedarf des Bundesschienenwegeausbaugesetzes vom
Dezember 2016 aufgestiegen. Das positive Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) wird
nur erreicht, wenn zeitgleich bestimmte Ausbaumaßnahmen auf tschechischer
Seite im Abschnitt Grenze D/CZ – Pilsen vorgenommen werden. Hierfür hat
die Tschechische Republik der Bundesregierung ihre technische
Machbarkeitsstudien zur Verfügung gestellt, die derzeit von den Bundesgutachter
dahingehend geprüft werden, ob die verkehrlichen Annahmen den im
Bundesverkehrswegeplan 2030 unterstellten Prämissen entsprechen.
27. In welchen Bahnhöfen bzw. Betriebsstellen der ABS Nürnberg/
Regensburg – Furth im Wald – Grenze D/CZ sollen Überholgleise bzw.
Abstellgleise mit einer Nutzlänge von mindestens 750 Metern neu
geschaffen werden, und in welchen Bahnhöfen bzw. Betriebsstellen sind solche
bereits vorhanden?
Eine Aussage, in welchen Bahnhöfen bzw. Betriebsstellen Überholgleise/
Abstellgleise von mindestens 750 m geschaffen werden sollen, kann erst nach
Aufnahme der Vorplanung getroffen werden. In der bestehenden Infrastruktur
der Bahnhöfe bzw. Betriebsstelle sind keine Überholgleise/Abstellgleise mit
einer Nutzlänge von mindestens 750 m ausgewiesen.
28. Von welcher Streckenbelegung geht die Bundesregierung auf der Strecke
Nürnberg – Furth im Wald – Grenze D/CZ im Jahr 2030 aus (bzw. nach
Abschluss der Bauarbeiten an besagter Ausbaustrecke; bitte ggf.
abschnittsweise differenzieren nach SPNV, SPFV und SGV)?
Nach Auskunft der DB AG ist auf der Strecke Nürnberg – Furth im Wald –
Grenze D/CZ mit Bezugsjahr 2030 von folgendem Verkehrsaufkommen
auszugehen:
Für den SPFV wird von 16 Zügen auf diesem Abschnitt ausgegangen. Für den
SGV werden bis zu 20 Züge erwartet. Im Grenzbereich zu CZ sinkt das SGV-
Aufkommen auf neun Züge.
Für den SPNV werden zwischen Nürnberg-Dürrenhof und Lauf 117 Züge
erwartet. Im Abschnitt Lauf bis Irrenlohe werden abschnittsweise bis zu 99
SPNV-Züge erwartet. Im Abschnitt Schwandorf – Furth im Wald wird von 36
Zügen im SPNV ausgegangen.
Durch die Überlagerung der Verkehre auf der Strecke von Nürnberg nach Furth
im Wald und Marktredwitz nach Regensburg im Abschnitt Irrenlohe bis
Schwandorf, sind die Belastungen mit 36 Zügen im SPFV, 138 Zügen im
SPNV und 67 Zügen im SGV die maximal zu erwartenden Verkehre.
29. Plant die Bundesregierung im Zuge des Elektrifizierungsprogramms
„Elektrische Güterbahnen“ die Elektrifizierung der Strecke Plauen oberer
Bahnhof (ob. Bf.) – Bad Brambach – Vojtanov (CZ)?
Wenn ja, bis wann wird die Aufnahme des elektrischen Zugbetriebs
seitens der Bundesregierung angestrebt?
Wenn nein, warum nicht?
Die Strecke Plauen oberer Bahnhof – Landesgrenze D/CZ (– Cheb) wurde
durch das Land Sachsen für das Ausbauprogramm „Elektrische Güterbahn“
angemeldet. Die eingebrachten Projektvorschläge werden derzeit einer Bewertung
unterzogen. Die Ergebnisse werden im Laufe des Jahres erwartet. Aussagen zur
Strecke sind erst dann möglich.
30. Sind mit der Aufnahme in das Elektrifizierungsprogramm „Elektrische
Güterbahnen“ neben der Streckenelektrifizierung weitere Investitionen in
den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur verbunden wie beispielsweise der
weitere abschnittsweise zweigleisige Ausbau der Strecke Plauen ob. Bf.
– Bad Brambach – Vojtanov (CZ)?
Wenn ja, welche Streckenabschnitte sollen bis wann zweigleisig
ausgebaut werden?
Nein.
31. Welchen Zeitplan strebt die Bundesregierung bei der NBS Dresden –
Prag – hier: Neubaustrecke Heidenau Süd – Grenze D/CZ (– Ústí západ)
– für die Planung bis zum Abschluss der Leistungsphase 4
(Genehmigungsplanung) an?
Das Vorhaben befindet sich in der Grundlagenermittlung/Vorplanung. Diese –
einschließlich ihrer parlamentarischen Befassung – soll im Jahr 2025
abgeschlossen werden. Anschließend folgen Entwurfs- und Genehmigungsplanung
sowie die Genehmigungsverfahren.
32. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zum erreichten
Planungsstand bei der Neubaustrecke von Ústí nad Labem nach Prag?
Ist eine Synchronisierung der Planung des grenzüberschreitenden
deutsch-tschechischen Streckenabschnitts mit dem besagten
tschechischen Abschnitt gewährleistet, und bis wann soll hier die Baureife des
Vorhabens erlangt sein?
Ende 2019 haben die deutschen Eisenbahninfrastrukturunternehmen mit der
tschechischen Eisenbahnverwaltung einen Planungsvertrag für die Planung des
grenzüberschreitenden Tunnels im Gemeinsamen Planungsraum abgeschlossen.
Dieser regelt u. a., dass der grenzüberschreitende Tunnel durch ein
gemeinsames Projektteam ausgeführt wird. Weiterhin erfolgt ein Informationsaustausch
über den Planungsstand der außerhalb des Gemeinsamen Planungsraumes
liegenden Streckenabschnitte zwischen den Eisenbahninfrastrukturunternehmen
und den Ministerien.
33. Für welche Zielfahrzeit planen die DB Netz AG und das tschechische
Eisenbahninfrastrukturunternehmen SŽDC die NBS Heidenau Süd –
Grenze D/CZ (– Ústí západ) bzw. Ústí nad Labem – nach Prag (bitte
Zielfahrzeit Dresden Hbf. – Prag angeben)?
Im Rahmen der Vorplanung wird eine Entwurfsgeschwindigkeit von 200 km/h
für die Strecke Heidenau – Ústí nad Labem zugrunde gelegt. Weiterhin
untersucht die DB Netz AG, inwieweit eine Anhebung auf 230 km/h für den
Personenverkehr sinnvoll wäre. Güterzüge werden die Strecke in der Regel mit einer
Höchstgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h nutzen.
Die geplante Zielfahrzeit Dresden Hbf – Prag soll unter Berücksichtigung des
Ausbaus auf tschechischer Seite etwa eine Stunde betragen.
34. Welche Abstimmungsgespräche zur künftigen Gestaltung des Angebots
im Personenverkehr in der Relation (Hamburg –) Berlin – Dresden –
Prag hat die Bundesregierung mit Vertretern der Tschechischen Republik
bisher geführt, und welche Eckpunkte zur Gestaltung des Angebots
(Anzahl der Zugpaare in der Relation Berlin – Dresden – Prag,
Anforderungen an Fahrzeugeinsatz, Zielfahrzeit) wurden dabei bereits festgezurrt?
DB Fernverkehr AG ist in regelmäßigem Austausch mit der ČD und prüft eine
Weiterentwicklung des Angebotes. Ab 3. Mai 2020 ist die Inbetriebnahme
eines Railjet-Zugpaars rj 256/257 Berlin – Dresden-Prag – Wien – Graz
vorgesehen, die jetzt wegen der Corona-Krise bis zum 8. Juni 2020 verschoben werden
muss. Damit wird sich die Anzahl der grenzüberschreitenden Zugpaare von
sechs auf sieben erhöhen.
Aktuell läuft bei der ČD eine Fahrzeugausschreibung für neues
Fahrzeugmaterial (90 Reisezugwagen und Mehrsystem-Lokomotiven für 230 Km/h) für den
Zeitraum ab 2026. Damit soll mit Blick auf die Fertigstellung der Dresdner-
Bahn und dem kompletten Ausbau der Strecke Berlin – Dresden für 200 km/h
eine Verbesserung erreicht werden.
35. Wie viele Güterzüge sind im Betriebsprogramm der geplanten NBS
Heidenau Süd – Grenze D/CZ (– Ústí západ) fahrplantechnisch möglich
(bitte nach Tag und Nacht differenzieren)?
Die Zugzahlenprognose 2030 des BMVI sieht auf der NBS Heidenau Süd –
Grenze D/CZ 101 Güterzüge und 32 Züge des SPFV vor. Die Auslegung der
NBS erfolgt so, dass diese Anforderung mit einer guten Betriebsqualität
bewältigt werden kann.
Aussagen zur Tag-/Nacht-Verteilung sind derzeit nicht möglich.
36. Welches Minderungspotential bei den verkehrsbedingten CO2-
Emissionen sieht die Bundesregierung durch die geplanten Vorhaben der im
Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehenen Aus- und Neubaustrecken im
grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und Tschechien?
Für die Erstellung des BVWP 2030 hat das BMVI die geplanten Vorhaben
umfassend geprüft. Dabei wurden auch die Veränderungen der Abgasemissionen
untersucht. Die Ergebnisse stehen der Öffentlichkeit im Rahmen des
Projektinformationssystems (PRINS) des BMVI zur Verfügung.
37. Welche Bundesfernstraßen, die die deutsch-tschechische Grenze
überschreiten, liegen derzeit in der Baulast des Bundes (bitte nach
Straßenkategorie sowie derzeitiger Verkehrsbelegung im Personen- und
Güterverkehr im Bereich der Bundesgrenze aufschlüsseln)?
Der Bund ist Träger der Straßenbaulast folgender Bundesfernstraßen im Zulauf
zu deutsch-tschechischen Grenzübergängen (BGr. D/CZ):
Land Straße Bezeichnung
Gesamtverkehrsbelastung in Kfz/24h*
Anteil
Schwerverkehr in Prozent*
BY A 6 Waidhaus – BGr. D/CZ 14.100 42
BY B 11 Regenhütte – BGr. D/CZ 4.450 4
BY B 12 Philippsreut – BGr. D/CZ 5.160 14
BY B 20 Furth i. Wald – BGr. D/CZ 11.550 12
BY B 299 Waldsassen – BGr. D/CZ 5.730 7
BY B 303 Schirnding – BGr. D/CZ 5.850 16
SN A 17 Breitenau – BGr. D/CZ 12.430 41
SN B 92 Schönberg – BGr. D/CZ 1.790 12
SN B 95 Oberwiesenthal – BGr. D/CZ 2.470 6
SN B 170 Zinnwald – BGr. D/CZ 1.780 2
SN B 172 Schmilka – BGr. D/CZ 2.830 1
SN B 174 Reitzenhain – BGr. D/CZ 5.400 25
SN B 178 Zittau – BGr. D/CZ 7.180 5
*gerundet gemäß den Ergebnissen der Straßenverkehrszählung 2015
38. Welche Vorhaben zum Aus- und Neubau der grenzüberschreitenden
Bundesfernstraßenverbindungen zwischen Deutschland und Tschechien sind
im Bedarfsplan Straße enthalten (bitte nach geplanter Maßnahme bzw.
Projektbezeichnung, Dringlichkeitseinstufung im BVWP 2030, geplanter
Fertigstellung und aktueller Kostenschätzung aufschlüsseln)?
Im aktuell gültigen Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen 2016 sind folgende
Bundesfernstraßenverbindungen im Zulauf zu deutsch-tschechischen
Grenzübergängen enthalten:
Land Straße Bezeichnung Dringlich-keit geplante Fertigstellung
2 aktuelle Kosten
in Mio. Euro
BY B 303 OU Schirnding1 WB* 2021 (1. Bauabschnitt) 21,6
BY B 299 OU Waldsassen VB - 39,9
BY B 11 Verlegung beiSchweinhütt VB - 10,0
BY B 11 Deggendorf – Grafling WB* - 14,8
BY B 20 Cham-Süd –Chameregg VB - 15,1
Land Straße Bezeichnung Dringlich-keit geplante Fertigstellung
2 aktuelle Kosten
in Mio. Euro
BY B 20 Straubing – Cham WB* - 156,4
BY B 20 Rissmanndorf –Traitsching WB* - 26,8
SN B 95 OU Wiesa/ Schönfeld VB - 17,5
SN B 95 OU Thum/Ehren-friedersdorf WB* - 34,3
SN B 95 OU Burkhards- dorf WB* - 26,0
SN B 172 OU Pirna VB 2023 158,8
SN B 174 Reitzenhain VB - 6,7
SN B 174 OU Großolbers-dorf/ Hohndorf VB - 33,9
SN B 107 Chemnitz – Ebersdorf VB - 70,4
SN B 107 Ebersdorf – A 4 (AS Chemnitz-Ost) VB - 40,8
SN B 178 Zittau – Niederoderwitz FD - 32,5
SN B 178 Nostitz – A 4 (ASWeißenberg) FD - 88,0
1 Gemäß dem Beschluss des Rechnungsprüfungsausschusses des Deutschen Bundestags vom
07.06.2019 wird vom Bau des 2. Bauabschnitts Abstand genommen.
2 Ein Termin für eine Verkehrsfreigabe bzw. eine Baufertigstellung von in Planung und
Vorbereitung befindlichen Maßnahmen ist nicht bestimmt.
Abkürzungen:
FD laufende und fest disponierten Projekte
VB Vordringlicher Bedarf
WB* Weiterer Bedarf mit Planungsrecht
WB Weiterer Bedarf
AD Autobahndreieck
AS Anschlussstelle
OU Ortsumgehung
39. In welcher Höhe hat der Bund seit dem 3. Oktober 1990 über den
Bedarfsplan Straße Investitionsmittel für den Aus- und Neubau von
Bundesfernstraßen, die unter anderem dem grenzüberschreitenden Verkehr
zwischen Deutschland und Tschechien dienen, bereitgestellt, und in
welche Vorhaben zum Ausbau, Umbau oder Neubau von Bundesfernstraßen
sind die Bundesmittel im Einzelnen geflossen (bitte projektscharfe
Angaben für jedes Jahr)?
Das BMVI informiert den Deutschen Bundestag jährlich über die Entwicklung
der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland. Im Rahmen des als
Bundesdrucksache veröffentlichten Verkehrsinfrastrukturberichtes (bis 2006
Straßenbaubericht) sind sämtliche Bedarfsplanvorhaben einschließlich deren Projektkosten
dokumentiert.
Nach dem Ergebnis einer Auswertung der vom Deutschen Bundestag in den
Jahren 1986, 1993, 2004 und 2016 beschlossenen Bedarfspläne für die
Bundesfernstraßen hat der Bund seit dem Jahr 1990 rund 70,4 Mrd. Euro in
Bedarfsplanprojekte in Deutschland investiert. Darin sind auch diejenigen Aus- und
Neubauvorhaben enthalten, die unter anderem dem grenzüberschreitenden
Verkehr zwischen Deutschland und Tschechien dienen.
Eine Statistik, die ausschließlich Bundesfernstraßenvorhaben im nicht konkret
bestimmten Zulauf zu deutsch-tschechischen Grenzübergängen seit 1990
ausweist, liegt dagegen nicht vor.
40. In welcher Höhe flossen Bundesmittel in den Neubau der
Bundesautobahn 17 zwischen dem Autobahndreieck Dresden-West und der
Bundesgrenze Deutschland/Tschechien (bitte abschnittsweise mit Datum der
Verkehrsfreigabe angeben)?
Der Bund hat in den Bau der A 17 zwischen dem Autobahndreieck Dresden-
West und der deutsch-tschechischen Grenze (BGr. D/CZ) insgesamt rund
721 Mio. Euro investiert.
Bezeichnung Verkehrsfreigabe Kosten Bund
in Mio. Euro
AD Dresden-West (A 4) – AS Gorbitz 10/2001 55
AS Gorbitz – AS Dresden-Südvorstadt 12/2004 319
AS Dresden-Südvorstadt – AS Pirna 07/2005 173
AS Pirna – BGr. D/CZ 12/2006 174
41. In welcher Höhe flossen Bundesmittel in den Neubau der
Bundesautobahn 6 zwischen der Anschlussstelle Amberg-Ost – Kreuz Oberpfälzer
Wald und der Bundesgrenze Deutschland/Tschechien (bitte
abschnittsweise mit Datum der Verkehrsfreigabe angeben)?
Der Bund hat in den Bau der A 6 zwischen der Anschlussstelle Amberg-Ost
und der deutsch-tschechischen Grenze (BGr. D/CZ) insgesamt rund 378 Mio.
Euro investiert.
Bezeichnung Verkehrsfreigabe Kosten Bund in
Mio. Euro
AS Amberg Ost – AK Oberpfälzer Wald 09/2008 168
AK Oberpfälzer Wald (A 93) – Wittschau 07/2005 83
Wittschau – Vohenstrauß West 10/2006 28
Vohenstrauß West – Waidhaus:
davon Teilfreigaben:
Vohenstrauß – Lohma
Ortsumgehung Lohma
Ortsumgehung Waidhaus mit Grenzbrücke
11/2004
11/2004
11/1999
11/1997
99
42. In welcher Höhe hat der Bund seit dem 3. Oktober 1990 über den
Bedarfsplan Schiene Investitionsmittel für den Aus- und Neubau von
Bundesschienenwegen, die unter anderem dem grenzüberschreitenden
Verkehr zwischen Deutschland und Tschechien dienen, bereitgestellt, und in
welche Vorhaben zum Ausbau und Neubau von Bundesschienenwegen
sind die Bundesmittel im Einzelnen geflossen (bitte projektscharfe
Angaben für jedes Jahr)?
Mit dem Bedarfsplan 2004 konnte erstmalig das Projekt ABS Nürnberg –
Marktredwitz – Reichenbach – Grenze D/CZ (- Prag) in den Vordringlichen
Bedarf des Bedarfsplans eingestellt werden. Als erster Abschnitt wurde die
ABS Reichenbach – Hof ab 2006/2007 mit Landesmitteln geplant und von
2010 bis 2013 baulich umgesetzt. Die baulichen Investitionen in das Teilprojekt
ABS Reichenbach – Hof werden im Folgenden aufgelistet:
Jahr 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Investitionen nach
BHH (Mio. Euro)
0,29 10,43 25,50 12,20 16,90 6,02 4,49 0,65 1,31 0,12
Mit der Planung der weiteren Abschnitte wurde ab 2012 im Rahmen einer
Sammelvereinbarung für die Leistungsphase 1-2 begonnen. Die Umsetzung ist
abhängig vom Planungsstand und den zur Verfügung stehenden
Bundeshaushaltsmitteln.
Mit dem Bedarfsplan 2016 (Drittes Gesetz zur Änderung des
Bundesschienenwegeausbaugesetzes) konnten weitere grenzüberschreitende
Ausbauprojekte in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen werden:
• ABS Nürnberg – Schwandorf/München – Regensburg – Furth im Wald –
Grenze D/CZ (aktuell keine Planungen)
• NBS Dresden – Prag (Planungen Leistungsphase 1-2)
Die Finanzierung der Planungskosten erfolgt im Rahmen der
Sammelvereinbarung der Leistungsphasen 1-2.
Bedarfsplanvorhaben
Aktuelle
Leistungsphase
Beginn der
Planung
IST-Planung
(Dez 2019)
NBS Dresden-Prag Lph 1-2 2018 2,6 Mio. Euro
ABS Marktredwitz – Grenze D/CZ (Elektr.) Lph 1-2 2012 1,6 Mio. Euro
ABS Nürnberg – Marktredwitz (Elektr.) Lph 1-2 2012 7,8 Mio. Euro
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 15 – Drucksache 19/19316
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 17 – Drucksache 19/19316
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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ISSN 0722-8333]