[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), weiterer Abgeordneter und der Fraktion
der FDP
– Drucksache 19/19619 –
Digitale Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Politische Inhalte und Bildungsinhalte werden zunehmend online konsumiert.
Das Internet hat die Art und Weise, wie sich Bürgerinnen und Bürger eine
Meinung bilden, in großem Maße beeinflusst. In diesem sich stetig
verändernden Medienumfeld wandeln sich auch die Aktivitäten der Bundeszentrale für
politische Bildung (bpb).
Aus Sicht der Fragesteller ist es von großem Interesse, die Aktivitäten der bpb
hinsichtlich digitaler Kommunikationswege zu beleuchten. Insbesondere die
Entwicklung der finanziellen Ausstattung, der Kompetenzverteilungen
innerhalb der Bundesregierung sowie die Planung, Ausgestaltung und
Durchführung digitaler Angebote der bpb sind von Interesse.
1. Wie haben sich die Gesamthaushaltsmittel der Bundeszentrale für
politische Bildung seit ihrer Gründung nach Kenntnis der Bundesregierung
entwickelt (bitte nach Haushaltsjahren aufschlüsseln)?
Haushaltsmittel Kapitel 0635 für die Jahre 1952 bis 2020
Haushaltsjahr Soll Gesamt (in Tausend Euro)
1952 1.195
1953 1.826
1954 1.983
1955 3.158
1956 3.415
1957 4.032
1958 4.274
1959 4.113
1960 4.324
1961 4.857
1962 4.953
Deutscher Bundestag Drucksache 19/19890
19. Wahlperiode 12.06.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
vom 11. Juni 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Haushaltsjahr Soll Gesamt (in Tausend Euro)
1963 5.770
1964 5.793
1965 5.883
1966 6.518
1967 6.871
1968 7.409
1969 7.735
1970 9.209
1971 9.314
1972 9.665
1973 10.544
1974 11.141
1975 12.011
1976 12.496
1977 13.187
1978 15.407
1979 15.549
1980 17.306
1981 17.390
1982 17.343
1983 17.140
1984 17.382
1985 17.849
1986 18.172
1987 18.902
1988 19.484
1989 20.180
1990 21.049
1991 25.943
1992 47.497
1993 42.261
1994 39.615
1995 39.063
1996 39.313
1997 39.313
1998 40.580
1999 41.003
2000 36.831
2001 36.410
2002 36.532
2003 37.892
2004 39.011
2005 36.873
2006 36.263
2007 36.263
2008 37.130
2009 38.657
2010 38.628
2011 37.073
2012 33.971
2013 37.825
2014 48.585
2015 42.395
Haushaltsjahr Soll Gesamt (in Tausend Euro)
2016 49.875
2018 58.495
2017 54.325
2019 64.710
2020 82.139
2. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Ausgaben der
Bundeszentrale für politische Bildung für ausschließlich digital verfügbare
Sendeformate und Inhalte seit dem Jahr 2013 entwickelt, und welchen
Anteil hatten diese Ausgaben am verfügbaren Gesamtbudget der
Bundeszentrale für politische Bildung?
Die Ausgaben der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) für
ausschließlich digital verfügbare Sendeformate und Inhalte seit dem Jahr 2013 und ihr
Anteil am verfügbaren Gesamtbudget der BpB können nicht genau beziffert
werden, da die BpB eine Doppelstrategie verfolgt: Printformate werden auch
online zur Verfügung gestellt, sofern die BpB die Rechte hierzu hat. Somit soll
das Ziel der BpB, Zugänge zu politischer Bildung für alle interessierten
Bürgerinnen und Bürger zu schaffen und die Informationen für alle zur Verfügung zu
stellen, erreicht werden. Es zeigt sich, dass der Anteil digitaler Formate
innerhalb des Produktkatalogs der BpB stetig zunimmt.
3. Welche Bundesressorts weisen in ihren Haushalten Mittel für politische
Bildungsarbeit aus (bitte nach Ressort und Haushaltstitel aufschlüsseln)?
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
weist in seinem Haushalt unter folgenden Haushaltstiteln Mittel für politische
Bildungsarbeit aus:
– 1702 684 01 Zuschüsse und Leistungen für laufende Zwecke an Länder,
Träger und für Aufgaben der freien Jugendhilfe
– 1702 684 05 Jugendorganisationen politischer Parteien (JpP)
– 1702 684 04 Maßnahmen zur Stärkung von Vielfalt, Toleranz und
Demokratie (BMFSFJ fördert mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“
Projekte zur Demokratieförderung, Vielfaltgestaltung und
Extremismusprävention. Die im Rahmen des Bundesprogramms geförderten Projekte
weisen dabei auch Elemente politischer Bildungsarbeit auf.)
Der Deutsche Bundestag stellt dem Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter Kapitel 2302 Titel 68471 im
laufenden Haushaltsjahr 45 Millionen EUR zur Förderung der
entwicklungspolitischen Bildung zur Verfügung.
Im Haushalt des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) werden die
Maßnahmen im Zusammenhang mit der „Politische Bildung in der
Bundeswehr“ im Einzelplan 14 bei Kapitel 1403 Titel 525 01 (Aus- und Fortbildung)
veranschlagt.
Der Haushalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
(BKM) weist keine spezifischen Mittel für politische Bildungsarbeit aus.
Diese stellt jedoch eine Querschnittsaufgabe in der Arbeit der BKM dar. Vor
allem die zahlreichen von der BKM geförderten Einrichtungen, insbesondere
Gedenkstätten und historische Museen, aber auch die Gedenkstiftungen für
bedeutende Politiker, führen umfangreiche historisch-politische Bildungsarbeit
durch.
4. Nach welchen Richtlinien findet nach Kenntnis der Bundesregierung die
gegenseitige Abstimmung der einzelnen mit politischer Bildungsarbeit
befassten Ressorts statt?
Es gelten die allgemeinen Bestimmungen des Kapitels 5 der Gemeinsamen
Geschäftsordnung der Bundesministerien. Gesonderte Richtlinien zur
gegenseitigen Abstimmung der einzelnen mit politischer Bildungsarbeit befassten
Ressorts existieren nicht.
5. Welche Zielgruppen werden nach Kenntnis der Bundesregierung durch
mit Bundesmitteln geförderte politische Bildungsarbeit erreicht?
Das Angebot der BpB richtet sich grundsätzlich an alle interessierten
Bürgerinnen und Bürger und erreicht diese in Abhängigkeit der jeweiligen individuellen
und fachlichen Interessenlagen. Zahlreiche Produkte richten sich an bestimmte
Zielgruppen z. B. Lehrer/innen, Personen in der Bildungs- und Jugendarbeit,
Jugendliche oder junge Erwachsene.
Durch die politischen Bildungsangebote im Rahmen des Bundesprogramms
„Zusammenhalt durch Teilhabe“ werden haupt- und ehrenamtlich engagierte
Personen in Vereinen in ländlichen und strukturschwachen Regionen erreicht.
Seitens BMFSFJ werden mit den Förderungen aus den Titeln 1702 684 01 und
1702 684 05 Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene bis 27 Jahren
erreicht.
Die Zielgruppe des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sind in erster Linie
Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Familienangehörige und
Bezugspersonen, junge Erwachsene aber auch ehren-, neben- und hauptamtlich in der
Kinder- und Jugendhilfe und an anderen Sozialisationsorten Tätige,
Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren sowie staatliche und zivilgesellschaftliche
Akteurinnen und Akteure (Titel 1702 684 04).
Das BMZ strebt mit der Förderung entwicklungspolitischer Bildungsarbeit an,
Bürgerinnen und Bürger jeglichen Alters in ihrer jeweiligen Lebenssituation zu
erreichen.
An der politischen Bildung in der Bundeswehr nehmen die Soldatinnen und
Soldaten verpflichtend sowie die zivilen Angehörigen der Bundeswehr
freiwillig teil. Soldatinnen und Soldaten erhalten im Rahmen der politischen
Bildung staatsbürgerlichen Unterricht gemäß § 33 des Soldatengesetzes. Als
wichtiges Fortbildungsangebot richtet sie sich ebenso an alle Beamtinnen und
Beamten sowie Tarifbeschäftigte in der Bundeswehr.
Die historisch-politische Bildungsarbeit der BKM-geförderten Einrichtungen
richtet sich mit dem Ziel umfassender Teilhabe an alle Bevölkerungsgruppen.
6. Welche Formate des Austausches und der strukturellen Zusammenarbeit
zwischen der Bundeszentrale für politische Bildung und den
Landeszentralen für politische Bildung gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung?
Es besteht ein regelmäßiger Austausch auf unterschiedlichen Ebenen zwischen
der BpB und den Landeszentralen für politische Bildung.
In regelmäßigen Abständen finden Tagungen der Leiterinnen und Leiter der
Landeszentralen für politische Bildung mit dem Präsidenten und der
Fachabteilungsleitung der BpB statt. Darüber hinaus findet einmal im Jahr eine
Koordinierungskonferenz statt, welche jeweils von einer Landeszentrale ausgerichtet
wird. Außerdem gibt es in unregelmäßigem Turnus anlassbezogene Treffen
zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landeszentralen und der BpB,
um sich beispielsweise über Print-, Online- oder Extremismuspräventions-
Formate auszutauschen.
Die BpB ist des Weiteren Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Online. Dort
beraten die Landeszentralen für politische Bildung und die BpB regelmäßig
ihre digitalen Aktivitäten. Zudem wird dort die Website „Politische Bildung
Online“, eine Überblicksseite mit Beispielen der Arbeit der Landeszentralen
und der BpB, koordiniert. Daneben gibt es die jährlich stattfindenden
„Aktionstage Netzpolitik“, eine bundesweite Aktionswoche zu netzpolitischen Themen,
die von den Landeszentralen und der Bundeszentrale gemeinsam (dezentral)
durchgeführt wird.
Die BpB erstellt zu nahezu jeder Landtagswahl in Kooperation mit der
jeweiligen Landezentrale für politische Bildung eine Version des Wahl-O-Mat zur
entsprechenden Landtagswahl. Zumeist wird –in Kooperation mit den
Landeszentralen – auch das Projekt „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ vor Ort in Schulen,
Festivals und Events angeboten.
7. Welche Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung sind nach
Kenntnis der Bundesregierung
Generell verfolgt die BpB eine Doppelstrategie mit ihren Angeboten (siehe
Antwort zu Frage 2.) womit möglichst viele Angebote im Sinne der
Ermöglichung von Zugängen zu solchen Angeboten für alle interessierten
Bürgerinnen und Bürger sowohl analog als auch digital zur Verfügung stehen sollen. Im
Folgenden können nur beispielhaft Formate genannt werden:
a) ausschließlich digital verfügbar;
Ausschließlich digital verfügbar sind eine Vielzahl von Angeboten der BpB in
Form von Online Dossiers, Webvideo-Projekten, Satelliten-Webseiten wie
www.chronik-der-mauer.de oder
www.eurotopic.net, Podcasts sowie Social
Media Angebote und -Kampagnen. Das „Bündnis für Demokratie und
Toleranz“ (BfDT) ist mit einer eigenen Homepage sowie mit dem Angebot „Jugend
engagiert sich – digital!“ (
www.bfdt.de/jedi) online. Es wurde außerdem das
Internetportal „Demokratie vor Ort“, inklusive einer Initiativen-Landkarte, und
eine „Tipps und Hilfen“-Rubrik für ehrenamtliche Strukturen auf der
Homepage des BfDT entwickelt. Außerdem werden vermehrt Podcasts angeboten.
Einen Überblick über die Gesamtheit digitaler Angebote bietet die Webseite der
BpB
www.bpb.de samt ihren zahlreichen Rubriken und Unterseiten.
Während der Corona-Pandemie und der damit verbundenen
Kontaktbeschränkungen hat die BpB versucht, möglichst viele ausgefallene Veranstaltungen
durch reine Online-Formate aufzufangen. Ein prominentes Beispiel dafür ist die
Veranstaltung „Histocon“, die anlässlich des Jahrestages zum Ende des Zweiten
Weltkriegs im Mai vorerst ausschließlich in digitaler Form stattgefunden hat:
https://histocon.de/.
b) ausschließlich analog verfügbar;
Ausschließlich analog sind innerhalb der Schriftenreihe der BpB alle
Publikationen, die auf Verlagskooperationen basieren und bei denen die BpB aus
rechtlichen Gründen keine digitale Darreichungsform anbieten darf bzw. kann.
Im Wesentlichen analog laufen zudem die meisten Veranstaltungen ab, die die
BpB selbst umsetzt oder deren Umsetzung sie durch Fördermaßnahmen
ermöglicht. Dazu gehören sowohl Veranstaltungen für ein allgemein interessiertes,
breites Publikum als auch Veranstaltungen für spezialisierte Zielgruppen
(beispielswiese Veranstaltungen des Lokaljournalistenprogramms oder
Multiplikator/-innen).
c) sowohl analog als auch digital verfügbar?
Welche Angebote sowohl analog als auch digital verfügbar sind, ist abhängig
von der technischen Umsetzung und der Zielgruppe, die jeweils erreicht
werden soll. Das Jugendmagazin der BpB, fluter, steht beispielsweise sowohl
digital als PDF als auch in Print Form zur Verfügung (Auflage 400.000) und wird
digital zudem um ein nur online verfügbares Textangebot erweitert. Ebenso
wird das Kinder-Format „Hanisauland“ sowohl über zahlreiche Print-
Publikationen sowie über die Webseite
www.hanisauland.de bespielt. Das Angebot für
Lokaljournalisten „drehscheibe“ erscheint sowohl als regelmäßiges Print-
Magazin als auch über die Webseite
www.drehscheibe.org in digitaler Form.
Sowohl analog als auch digital sind mit den Printperiodika „Aus Politik und
Zeitgeschichte“, „Informationen zur politischen Bildung“, „Deutschland-
Archiv“ sowie aus der Schriftenreihe der BpB im Grundsatz alle Publikationen
unter dem Rechteregime der BpB („Eigenpublikationen“). Viele weitere Print-
Produkte, zu denen beispielsweise didaktische Materialien zählen, werden nach
Erscheinung in gedruckter Form unmittelbar auch in digitaler Form zur
Verfügung gestellt.
Obwohl die meisten Veranstaltungen als Präsenzformate in analoger Form
abgehalten werden, werden die meisten von ihnen seit vielen Jahren auch digital
begleitet.
Auch in der Adressierung zivilgesellschaftlicher Akteure werden zunehmend
crossmediale Ansätze verfolgt. Zur fachlichen Unterstützung und
Qualitätssicherung in der Projektarbeit bietet die Regiestelle des Bundesprogramms
„Zusammenhalt durch Teilhabe“ den Förderprojekten verschiedene
Qualifizierungsangebote an. Diese sind in der Vergangenheit als Präsenzveranstaltungen
durchgeführt worden. Momentan wird darüber hinaus in Kooperation mit dem
Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. eine Blended Learning
Plattform entwickelt, welche digitale und analoge Bildungsangebote kombiniert.
Ebenso startete im Mai 2020 eine interne Fortbildung zu wirkungszentrierter
Projektarbeit, die (Corona-bedingt) als E-Learning-Angebot startet und im
kommenden Jahr durch Präsenzveranstaltungen ergänzt wird. Letztere steht nur
den Zuwendungsempfängern im Bundesprogramms „Zusammenhalt durch
Teilhabe“ zur Verfügung. Auch die Beratung der zivilgesellschaftlichen
Akteure durch das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ findet sowohl in
analoger als auch digitaler Form statt.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.
8. Welche ausschließlich digital verfügbaren Sendeformate und Inhalte
wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2013 von der Bundeszentrale
für politische Bildung entwickelt?
Die BpB entwickelt und veröffentlicht zahlreiche Podcasts und Webvideo-
Formate. Daneben werden die vielfältigen digitalen Kanäle eingesetzt, um Inhalte
der politischen Bildung an Zielgruppen zu transportieren, deren
Nutzungsgewohnheiten sich immer stärker in Richtung digitaler Räume verschieben. In
mehreren Fällen handelt es sich dabei um Formate, die Handlungskompetenzen
gegen extremistische, autoritäre und verschwörungstheoretische Ansprachen
ausbauen soll. Dazu zählen beispielsweise der Podcast „Die Wahrheit in Zeiten
von Corona“, das Format „Wahre Welle“ oder die Webvideo-Reihe
„Begriffswelten Islam“.
Das „Deutschland Archiv“ ist ein Online-Forum der BpB, welches der
Aufarbeitung der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Integration der
Gesellschaft im vereinigten Deutschland gewidmet ist.
Bereits seit 2017 ist die BpB an der Verlängerung von Präsenzveranstaltungen
in den digitalen Raum beteiligt.
Lokal stattfindende Formate oder Inhalte mehrtägiger Tagungen werden
zeitgleich über die Website und ausgewählte Social-Media-Kanäle ins Internet
übertragen. Hierüber sollen Interessierte, die nicht anreisen können, erreicht
werden sowie ein insgesamt größeres Publikum.
In unregelmäßigen Abständen finden „Streaming-Konferenzen“ statt, über die
konzentriert und niedrigschwellig ein Wissenstransfer komplexer
Veranstaltungen gelingen kann. Zusätzlich zu den live gestreamten Vorträgen und
Diskussionen können die Experten und Referentinnen in Interviews und Schalten zu
einzelnen Themen befragt werden.
Die BpB setzt während der Corona-Pandemie verstärkt auf ihr virtuelles
Bildungsangebot. Aus diesem Grund wurden auch neue, digitale Formate
entwickelt. In diesem Zusammenhang ist unter anderem die „Politikstunde“
entstanden, sowie in Anlehnung an die Veranstaltungsreihe im bpb:medienzentrum
das virtuelle „bpb:forum digital“ im Rahmen des virtuellen Medienzentrums.
Das Begleitprogramm zur Leipziger Buchmesse unter dem Titel „Years of
Change“ wurde in weiten Teilen ins Netz verlagert. Zudem wurde die Plattform
„Bpb:connect“ zur Bündelung internationaler Angebote in der Aufbauphase
eingerichtet.
9. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Entwicklung
der Click-Zahlen bzw. der Nutzung von digital abrufbaren Angeboten der
Bundeszentrale für politische Bildung in den letzten zehn Jahren vor?
Zwischen April 2019 und April 2020 verzeichnete die Seite bpb.de rund
30,8 Millionen Besuche (Visits) und 73,5 Millionen Seitenaufrufe (Page
Impressions). Die monatlichen Durchschnittswerte für den Zeitraum April 2019
bis April 2020 lagen bei circa 2,6 Millionen Besuchen und etwa 6,1 Millionen
Seitenaufrufen.
In der langjährigen Entwicklung der Seite bpb.de kann ein organisches
Wachstum der Zugriffe festgestellt werden. Die Entwicklung der Nutzungszahlen von
einzelnen Angeboten auf bpb.de unterliegt dabei saisonalen Schwankungen, die
sich zum Beispiel auf Schul- und Semesterferien und damit auch auf die
Nutzungsaktivität der von der BpB hauptsächlich angesprochenen Zielgruppen
zurückführen lassen.
In den vergangenen Jahren gab es Zuwächse vor allem durch die gestiegene
mobile Nutzung digitaler Angebote. Zwischen dem Relaunch von bpb.de im
Jahr 2012 und dem Launch der mobilen Website m.bpb.de im Jahr 2015 hat
sich der Zugriff über mobile Endgeräte verfünffacht und lag im Gesamtjahr
2015 bei rund 30 Prozent. Dieser Trend hat sich fortgesetzt. 2019 entfielen rund
48 Prozent der Zugriffe auf mobile Endgeräte (Smartphone, Tablet).
Im Folgenden werden beispielhaft die Reichweiten ausgewählter Webvideo-
Formate dargestellt:
• #LäuftBeiDerEU – YouTube-Serie zur Europawahl 2019 mit RobBubble
Die Videoreihe hat kurz vor der Wahl über eine halbe Million Views
generiert und mit mehreren tausend Kommentaren zur Diskussion angeregt.
• 30 Jahre Mauerfall und Wiedervereinigung
Das Webvideo-Projekt hat insgesamt 627.106 Aufrufe (Stand: 29. Mai
2020) generiert, eine sehr positive Like/Dislike-Rate sowie positives
Feedback in über tausend Kommentaren erhalten.
• #imkäfig
Insgesamt generierte die Webvideo-Reihe über 2 Millionen Views und
knapp 1,5 Millionen Interaktionen (alle Angaben Stand: Dezember 2019).
• Reflect Your Past
Insgesamt konnte das Webvideo-Projekt 885.000 Views erzielen und
generierte 84.648 Likes (alle Angaben Stand: April 2020).
• Wahre Welle TV
Die Videos des Webformats „Wahre Welle TV“, welches sich im Sommer
2018 mit Verschwörungstheorien im Netz befasste, wurden innerhalb eines
Monats über 350.000-mal geklickt, das Format hatte innerhalb dieses
Zeitraums eine Reichweite auf Facebook von knapp einer Million Nutzerinnen
und Nutzer.
• Say My Name (Projekt läuft noch)
Bisher konnte das Projekt mit dem Instagram Account eine Reichweite von
1.527 436 Klicks generieren, sowie mit den Videos der Creator/-innen
2.430.000 Klicks (Stand November 2019). Das Projekt geht derzeit in die
zweite Staffel, womit sich die Reichweite weiter erhöhen wird.
• Abdelkratie (Projekt läuft noch)
Der Auftakttrailer der Webvideoreihe „Abdelkratie“ erreichte in nur drei
Wochen auf Youtube über 90.000 Klicks. Die erste Folge zum Thema
„Demokratie“ erzielte nach knapp zwei Wochen über 20.000 Klicks.
Die Kanäle der BpB haben insgesamt 14.000 Abonnenten auf YouTube,
insgesamt 120.700 Abonnenten bei Facebook und 43.400 Follower auf Twitter.
10. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung, die
sich mit der Erstellung von ausschließlich digital verfügbaren
Sendeformaten und Inhalten befassen, seit dem Jahr 2013 entwickelt?
a) Wie viele Stellenausschreibungen hat die Bundeszentrale für
politische Bildung seit 2013 in diesem Bereich veröffentlicht?
b) Wie viele dieser ausgeschriebenen Stellen konnten nicht mit
geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden?
c) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Gründe
der Nichtbesetzung von ausgeschriebenen Stellen im Bereich von
ausschließlich digital verfügbaren Sendeformaten und Inhalten vor?
Die Angebote der BpB werden größtenteils crossmedial erarbeitet. Die mit der
Konzeption und/oder der Erstellung von Inhalten betrauten Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter arbeiten daher anteilig an Angeboten, die sowohl digital als
auch analog verfügbar erscheinen. Eine Bezifferung im Sinne der Fragestellung
ist daher nicht möglich.
11. Mit welchen Produktionsfirmen arbeitet nach Kenntnis der
Bundesregierung die Bundeszentrale für politische Bildung im Bereich ausschließlich
digital verfügbarer Sendeformate und Inhalte zusammen?
Die BpB arbeitet bei der Konzeption und Ausarbeitung ihrer digitalen wie
analogen Angebote mit einer Vielzahl von spezialisierten Unternehmen und
selbständigen Autoren.
Zu den beauftragten Firmen zählen Prime Productions, Richtig Cool GmbH,
Studio71 GmbH, DOCDAYS Productions GmbH, Endemol Shine Beyond
Germany GmbH und Kooperative Berlin Medienproduktion KBM GmbH.
12. Wer trägt nach Kenntnis der Bundesregierung innerhalb der
Bundeszentrale für politische Bildung die Verantwortung für ausschließlich digital
verfügbare Inhalte?
13. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung innerhalb der
Bundeszentrale für politische Bildung einen Expertisekreis für ausschließlich digital
verfügbare Sendeformate und Inhalte?
Die Fragen 12 und 13 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Innerhalb der BpB gibt es eine fächerübergreifende Verantwortung und digitale
Expertise der verschiedenen an der Entwicklung der Produkte beteiligten
Fachbereiche.
14. Welche Projekte sind nach Kenntnis der Bundesregierung in der
Bundeszentrale für politische Bildung im Bereich ausschließlich digital
verfügbarer Sendeformate und Inhalte in Planung?
Die digitale Umsetzung bestehender und neuer Formate soll entsprechend dem
crossmedialen Ansatz der BpB weiter ausgebaut und weiterentwickelt werden.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 7 verwiesen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]