[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Anna Christmann,
Kai Gehring, Dieter Janecek, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 19/21074 –
Zukunftsinvestitionen und innovationspolitische Maßnahmen im
Konjunkturpaket der Bundesregierung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Am 3. Juni 2020 hat der Koalitionsausschuss ein Konjunkturpaket
beschlossen. Das Konjunkturpaket umfasst ein ganzes Bündel an
innovationspolitischen Maßnahmen – das sogenannte Zukunftspaket. Damit soll laut
Bundesregierung sichergestellt werden, dass Deutschland „gestärkt aus der Krise
hervorgeht und langfristig erfolgreich ist“. Auch soll Deutschlands „Rolle als
weltweiter Spitzentechnologieexporteur durch insbesondere digitale
Zukunftsinvestitionen und Investitionen in Klimatechnologien“ gestärkt sowie das
Gesundheitswesen und der Schutz vor Pandemien verbessert werden.
Nach Ansicht der fragestellenden Fraktion besteht gerade jetzt die
Notwendigkeit, substantiell und mutig in die Zukunft unseres Landes zu investieren und
dabei Ausgaben für Innovation und Forschung zu priorisieren. Dies haben die
Fragestellenden mit ihrem Antrag „Zukunftspakt für einen
sozialökologischen Aufbruch aus der Krise“ (Bundestagsdrucksache 19/19549)
bereits deutlich gemacht. Die Antwort auf die Corona-Pandemie muss
gleichzeitig zur Lösung der Klimakrise beitragen. Deshalb ist es aus Sicht der
Fragestellenden zentral, dass ein Konjunktur- und Investitionspaket die
sozialökologische Transformation unterstützt und Planungssicherheit für
Investitionen in klimafreundliche und ressourcenschonende Technologien und
Wirtschaftsweisen schafft. Dies gelingt nur mit umfangreichen und nachhaltigen
Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, in digitale Anwendungen, in die
Energie- und Mobilitätswende sowie in Forschung, Innovation und Bildung.
Die innovationspolitischen Maßnahmen (sogenanntes Zukunftspaket) als Teil
des Konjunkturpakets greifen mit Schlagworten wie Künstliche Intelligenz
(KI) und Quantentechnologien einige wichtige Zukunftsfelder auf. Auch wird
versucht, mit dem Ersatzfinanzierungsfonds und mit Veränderungen bei der
steuerlichen Forschungsförderung auf coronakrisenbedingte
Herausforderungen in der Innovationsförderung zu reagieren. Diese Anliegen unterstützen die
Fragestellenden. Allerdings bestehen viele Unklarheiten und Fragen zur
konkreten Ausgestaltung und Wirksamkeit der auf den Weg gebrachten
Maßnahmen.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/21858
19. Wahlperiode 26.08.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 25. August 2020
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Liegen der Bundesregierung Informationen über Veränderungen bei den
Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) seit Januar 2020,
insbesondere der FuE-Ausgaben durch die Wirtschaft, vor?
a) Wenn ja, wie genau stellen sich die Veränderungen dar, und wie
bewertet die Bundesregierung diese (bitte, sofern vorhanden, nach
Betriebsgröße und Branchen aufschlüsseln)?
b) Wenn nein, welche Maßnahmen möchte die Bundesregierung
ergreifen, um einen besseren Ad-hoc-Überblick über die in Deutschland
getätigten FuE-Ausgaben zu erhalten?
Die Fragen 1 bis 1b werden gemeinsam beantwortet.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft werden
jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
von der SV Wissenschaftsstatistik GmbH erhoben. Die Erhebung erfolgt auf
Grundlage der EU-Verordnung 995/2012. Derzeit werden die Unternehmen im
Rahmen dieser Erhebung zu ihren FuE-Ausgaben im Wirtschaftsjahr 2019 und
zu den geplanten FuE-Ausgaben im Jahr 2020 befragt. Erste Ergebnisse werden
im vierten Quartal 2020 vorliegen.
2. Welche zusätzlichen Haushaltsmittel plant die Bundesregierung, mit den
im Konjunkturpaket unter der Überschrift „Zukunftspaket“ subsumierten
Maßnahmen in den Haushaltsjahren 2020 und 2021 bereitzustellen (bitte
als Jahressummen sowie für jede einzelne Maßnahme – Ziffer 32, 33, 34,
35f, 43, 44 – gemäß Vereinbarung des Koalitionsausschusses vom 3. Juni
2020 angeben)?
Mit dem 2. Nachtragshaushalt 2020 vom 16. Juli 2020 werden insbesondere die
im Jahr 2020 haushaltswirksamen Maßnahmen zur Umsetzung des vom
Koalitionsausschuss am 3. Juni 2020 beschlossenen Konjunktur- und Zukunftspakets
abgebildet. Dabei handelt es sich um zusätzliche Ausgabemittel und
Mindereinnahmen durch steuerliche Entlastungen. Weitere beschlossene Maßnahmen
werden Gegenstand der Haushaltsaufstellung 2021 sein. Bei den abgefragten
Maßnahmen handelt es sich im Einzelnen um folgende Beträge:
Die Anhebung der Bemessungsgrundlagenhöchstgrenze für den Fördersatz der
steuerlichen Forschungszulage auf 4 Mio. Euro pro Unternehmen (Ziffer 32 des
Konjunktur- und Zukunftspakets) ist im Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz
geregelt. Demnach sind für das Jahr 2020 keine Mindereinnahmen für den Bund
zu erwarten. Im Jahr 2021 belaufen sich die zu erwartenden Mindereinnahmen
für den Gesamtstaat auf 510 Mio. Euro. Davon entfallen 246 Mio. Euro auf den
Bund. Die Mindereinnahmen aus den im zweiten Corona-Steuerhilfegesetz
enthaltenen Maßnahmen werden in die Aufstellung des Regierungsentwurfs zum
Haushalt 2021 und den Finanzplan bis 2024 einfließen.
Für die außeruniversitären Forschungsorganisationen (Ziffer 33 des
Konjunktur- und Zukunftspakets) sind im Zweiten Nachtragshaushalt 2020 insgesamt
500 Mio. Euro zusätzlich veranschlagt. Aus Sicht der Bundesregierung sind im
Haushalt 2021 weitere 500 Mio. Euro zu veranschlagen.
Für die projektbezogene Forschung (Ziffer 34 des Konjunktur- und
Zukunftspakets) sind nach dem Konjunkturpaket 300 Mio. Euro vorgesehen. Davon sind
mit dem Zweiten Nachtragshaushalt bereits 7,2 Mio. Euro im Jahr 2020 und
274,04 Mio. Euro als Verpflichtungsermächtigung veranschlagt (davon
61,14 Mio. Euro mit Fälligkeit im Jahr 2021). Die noch nicht veranschlagten
Mittel und Verpflichtungsermächtigungen wurden dem Sondervermögen
„Energie- und Klimafonds“ zugewiesen und stehen in den kommenden Jahren
für diese Maßnahme zur Verfügung.
Für die Bereiche Ladesäulen-Infrastruktur, Elektromobilität und
Batteriezellfertigung (Ziffer 35f des Konjunktur- und Zukunftspakets) wurden dem
Sondervermögen „Energie und Klimafonds“ mit dem Zweiten Nachtragshaushalt 2020
insgesamt zusätzlich 2,5 Mrd. Euro zugewiesen. Hiervon sind derzeit im
Wirtschaftsplan des Sondervermögens für das Jahr 2020 50 Mio. Euro als Ausgaben
und 1,558 Mrd. Euro als Verpflichtungsermächtigungen ausgebracht. Soweit
diese auf Jahre aufgeteilt sind, werden davon 273 Mio. Euro im Jahr 2021
fällig.
Für die Förderung der Künstlichen Intelligenz (Ziffer 43 des Konjunktur- und
Zukunftspakets) und der Quantentechnologie (Ziffer 44 des Konjunktur- und
Zukunftspakets) sind mit dem Zweiten Nachtragshaushalt 2020 von dem
vorgesehenen Finanzbedarf von insgesamt 4 Mrd. Euro für die beiden Maßnahmen
Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von jeweils 1 Mrd. Euro mit Fälligkeit
in künftigen Haushaltsjahren ausgebracht worden. Die Bereitstellung der
Ausgabemittel wird Gegenstand der kommenden Haushaltsaufstellung sein.
3. Welche zusätzlichen Finanzmittel plant die Bundesregierung, in die
Erforschung klimaneutraler Technologien zu investieren (bitte für 2020 und
2021 separat angeben), und durch welche konkreten Maßnahmen soll
dies umgesetzt werden?
Die Koalitionsparteien haben sich am 3. Juni 2020 im Rahmen des
Zukunftspakets des Konjunkturpakets unter anderem auf Investitionen in
Klimatechnologien geeinigt. Forschung und Entwicklung sollen hier eine starke Rolle spielen.
Der Finanzbedarf für die einzelnen Ziffern des Zukunftspakets wurde bereits
im Koalitionsbeschluss vom 3. Juni 2020 skizziert. Die konkrete
Schwerpunktsetzung, Mittelverteilung in Jahrestranchen und Einigung auf Maßnahmen in
den einzelnen Ziffern ist momentan Gegenstand von Verhandlungen im
Ressortkreis. Dies gilt auch für die Erforschung von Klimatechnologien. Daher
können aktuell keine genaueren Angaben hierzu gemacht werden.
4. Was sind, da auch eine Erhöhung der Bemessungsgrundlage für die
Forschungszulage Teil des Konjunkturpakets ist, die Gründe dafür, dass
jedoch bis heute noch nicht feststeht, welche Stelle die Anträge auf
Forschungszulage fachlich prüft (sog. Bescheinigungsstelle)?
5. Bis wann wird die Bundesregierung die Bescheinigungsstelle bestimmt
haben, und wann wird diese vollumfänglich einsatzfähig sein?
6. Inwiefern soll aus Sicht der Bundesregierung eine maximale Prüfdauer
garantiert werden, innerhalb derer die Bescheinigungsstelle den Antrag
eines Unternehmens mit FuE-Aktivitäten prüfen muss?
a) Wenn ja, auf wie viele Tage beläuft sich diese maximale Prüfdauer?
b) Wenn nein, wie wird die Bundesregierung garantieren, dass die
fachliche Prüfung in einem zeitlich angemessenen Rahmen abläuft, und
was hält die Bundesregierung für einen angemessenen Zeitrahmen?
Die Fragen 4 bis 6b werden gemeinsam beantwortet.
Die Bescheinigungsstelle wurde auf der Grundlage der
Forschungszulagenbescheinigungsverordnung (FZulBV) vom 30. Januar 2020 (BGBl. I S. 118) im
März 2020 europaweit ausgeschrieben. Der Zuschlag wurde unter
Berücksichtigung der vergaberechtlichen Fristen am 2. Juli 2020 erteilt. Das BMBF
hat die Bescheinigungsstelle entsprechend der Vorgabe des § 2 Absatz 1 Satz 3
FZulBV im Gemeinsamen Ministerialblatt (Ausgabe 22/2020) bekannt
gegeben. Die Arbeitsaufnahme der Bescheinigungsstelle ist erfolgt. Voraussichtlich
werden bereits in den Sommermonaten die ersten Anträge entgegengenommen.
Hierüber wird gesondert informiert werden. Nach § 5 Absatz 3 FZulBV ist die
Bescheinigung dem Antragsteller innerhalb von drei Monaten nach Vorlage der
vollständigen Unterlagen bekanntzugeben.
7. Wann ist nach Kenntnis der Bundesregierung mit der Genehmigung des
Forschungszulagengesetzes durch die Europäische Kommission und
damit der Anwendbarkeit des Gesetzes zu rechnen?
8. Sollte die Genehmigung des Forschungszulagengesetzes durch die
Europäische Kommission nicht innerhalb der sechsmonatigen Frist und damit
nicht bis zum 30. Juni 2020 erfolgt sein,
a) welche Folgen hat dies nach Kenntnis der Bundesregierung für die
Anwendbarkeit des Gesetzes?
b) wie soll der entstandenen Rechtsunsicherheit begegnet werden, und
ist dazu gegebenenfalls ein Schreiben des Bundesministeriums der
Finanzen geplant?
c) welche Gespräche zwischen der Bundesregierung und der
Europäischen Kommission fanden zwischen dem Beschluss des
Forschungszulagengesetzes und dem Zeitpunkt der Einreichung dieser Anfrage
statt?
Die Fragen 7 bis 8c werden gemeinsam beantwortet.
Das Forschungszulagengesetz ist über den 30. Juni 2020 hinaus anwendbar
(siehe BGBl. I S. 1596).
9. Hat die Bundesregierung, neben der beschlossenen Verdopplung der
Bemessungsgrundlage auf bis zu 4 Mio. Euro pro Unternehmen, alternative
Maßnahmen zur Stärkung der steuerlichen Forschungsförderung geprüft?
a) Wenn ja, welche Alternativen waren dies, und zu welchem Ergebnis
gelangte die Bundesregierung bei dieser Prüfung (bitte die
Bewertung für alle Alternativen separat aufführen)?
Die Fragen 9 und 9a werden gemeinsam beantwortet.
Alternativ wurde die befristete Erhöhung des Fördersatzes der steuerlichen
Forschungszulage auf 50 Prozent geprüft. Ein über den im
Forschungszulagengesetz vorgesehenen Zulagensatz von 25 Prozent hinausgehender Fördersatz wäre
jedoch nicht ohne weiteres mit den beihilferechtlichen Vorgaben vereinbar. Für
den Bereich der experimentellen Entwicklung beträgt die beihilferechtlich
maximal zulässige Beihilfehöchstintensität nach der einschlägigen Allgemeinen
Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) (Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der
Kommission vom 17. Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter
Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107
und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union/AEUV)
25 Prozent. AGVO-konform wäre eine 50 prozentige Förderung nur für die
Grundlagenforschung und die industrielle Forschung. Unterschiedliche
Zulagensätze für die Bereiche Grundlagenforschung/industrielle Forschung und
experimentelle Entwicklung wurden aus Gründen insbesondere des damit
verbundenen Aufwands auch auf Seiten von Unternehmen für nicht zweckmäßig
erachtet.
b) Inwiefern hat die Bundesregierung dabei insbesondere solche
Alternativen geprüft, die die FuE-Ausgaben von kleinen und mittleren
Unternehmen (KMU) anreizen könnten, und wenn ja, wie sähe aus Sicht der
Bundesregierung eine KMU-optimale Forschungszulage aus?
Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass die Ausgestaltung der
steuerlichen Forschungsförderung im Forschungszulagengesetz bereits jetzt starke
Anreize für kleine und mittlere Unternehmen bietet, ihre FuE-Ausgaben zu
steigern. Durch ein vergleichsweise schlankes und unbürokratisches Verfahren
wird ein gerade für KMU attraktives Angebot geschaffen. Unternehmen, die
begünstigte FuE-Vorhaben durchführen, haben einen Rechtsanspruch auf die
Förderung. Durch die Förderung auch der Auftragsforschung wurde
insbesondere solchen kleinen und mittleren Unternehmen der Zugang zur steuerlichen
Förderung eröffnet, die keine eigenen Forschungskapazitäten aufbauen können.
c) Wie bewertet die Bundesregierung grundsätzlich die Wirksamkeit des
Instruments der steuerlichen Forschungsförderung in Zeiten der
Rezession?
Die steuerliche Forschungsförderung, die als Steuererstattung und damit als
steuerlich unbeachtliche Einnahme bis zu einer Höhe von 1 Mio. Euro pro Jahr
den Unternehmen gewährt werden kann, führt bei allen anspruchsberechtigten
Unternehmen zu Liquiditätsverbesserungen und wird damit
Investitionsentscheidungen in weitere FuE-Aufwendungen zielgenau befördern.
10. Liegen der Bundesregierung – vor dem Hintergrund, dass forschende
Unternehmen aktuell noch keine fachliche Bescheinigung für ihre
Forschungszulage beantragen und diese gegenüber dem Finanzamt gar nicht
geltend machen können – Abschätzungen zu den erwarteten Effekten
einer Verdopplung der Bemessungsgrundlage auf die FuE-Ausgaben von
Unternehmen vor, und wenn ja, mit welchen zusätzlichen FuE-Ausgaben
der Unternehmen rechnet die Bundesregierung in den Jahren 2020 und
2025?
Die Effekte, die durch die steuerliche Förderung von Forschung und
Entwicklung insgesamt und die nun beschlossene Verdoppelung der
Bemessungsgrundlagenhöchstgrenze im Einzelnen ausgelöst werden, werden im Rahmen einer
Evaluierung im Jahr 2025 ermittelt.
11. Liegen der Bundesregierung Abschätzungen zu den erwarteten Effekten
einer Verdopplung der Bemessungsgrundlage auf die FuE-Ausgaben von
kleinen und mittleren Unternehmen vor, und mit welchen zusätzlichen
FuE-Ausgaben sowie Veränderungen der Innovatorenquote rechnet die
Bundesregierung insbesondere bei KMUs für die Jahre 2020 bis 2025?
Auf die Antwort zu Frage 10 wird verwiesen.
12. Liegen der Bundesregierung Abschätzungen zu den erwarteten Effekten
einer Verdopplung der Bemessungsgrundlage auf die FuE-Ausgaben
forschungsintensiver Start-ups vor, und mit welchen zusätzlichen FuE-
Ausgaben rechnet die Bundesregierung bei diesen Unternehmen für die
Jahre 2020 bis 2025?
Auf die Antwort zu Frage 10 wird verwiesen.
13. Mit Einnahmenausfällen in welcher Höhe rechnet die Bundesregierung
in den Jahren 2020 und 2025 durch die vorgeschlagene Änderung der
Forschungszulage?
Im Jahr 2020 können sich aufgrund der Beantragung der Zulage erst nach
Abschluss des Jahres noch keine Steuermindereinnahmen ergeben. Für die Jahre
von 2021 bis 2025 werden die zusätzlichen Steuermindereinnahmen aus der
Erhöhung der Bemessungsgrundlage wie folgt geschätzt:
Jahr Betrag in Mio. Euro
2021 510
2022 655
2023 685
2024 695
2025 705
14. Inwiefern hält die Bundesregierung die im Konjunkturpaket
vorgeschlagene Veränderung der maximalen Bemessungsgrundlage pro
Unternehmen für EU-beihilferechtkonform, und inwiefern muss die geplante
Neufassung des Forschungszulagengesetzes erneut von der Europäischen
Kommission geprüft werden?
15. Hat die Bundesregierung die dazu notwendige Rechtsprüfung bei der
Europäischen Kommission bereits auf den Weg gebracht, und bis wann
rechnet sie mit einem Genehmigungsbeschlusses durch die EU-
Kommission?
Die Fragen 14 und 15 werden gemeinsam beantwortet.
Staatliche Beihilfen im Sinne des Artikel 107 Absatz 1 AEUV sind nach
Artikel 108 Absatz 3 AEUV bei der Europäischen Kommission anzumelden.
Beihilfen, die sowohl die allgemeinen als auch die für die betreffende Gruppe von
Beihilfen geltenden besonderen Voraussetzungen der AGVO erfüllen, sind von
der Anmeldepflicht nach Artikel 108 Absatz 3 AEUV freigestellt. Für die
Einhaltung der Vorgaben der AGVO ist jeder Mitgliedsstaat verantwortlich.
Die Mitgliedstaaten sind gemäß Artikel 11 AGVO verpflichtet, der
Europäischen Kommission die Kurzbeschreibung jeder auf der Grundlage der AGVO
freigestellten Maßnahme einschließlich Änderungen innerhalb von 20
Arbeitstagen nach deren Inkrafttreten zu übermitteln. Die Änderung des
Forschungszulagengesetzes durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz vom 30. Juni 2020
wurde der Europäischen Kommission gem. Artikel 11 AGVO am 20. Juli 2020
mitgeteilt.
16. Inwiefern hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, dass sich durch die
Corona-Krise Unternehmen aus der anwendungsorientierten
Projektförderung zurückziehen, sowohl in bereits bewilligten Projekten als auch in
noch zu beantragenden Forschungsprojekten, und welche konkreten
Zahlen liegen ihr dazu vor?
Anwendungsorientierte Projekte mit Unternehmen werden u. a. in den
institutionell von Bund und Ländern geförderten außeruniversitären
Forschungseinrichtungen (insb. bei der Fraunhofer-Gesellschaft) und in der Projektförderung
des Bundes durchgeführt. Abschließende Zahlen zu Effekten der Corona-
Pandemie auf die anwendungsorientierte Forschung werden sich erst im
Rückblick ergeben.
Die Bundesregierung arbeitet in enger Abstimmung mit den Einrichtungen
daran, die Folgen, die aus einem Rückzug von Unternehmen aus der
anwendungsorientierten Forschung resultieren können, abzumildern. Prognosen über den
Umfang sind zurzeit allerdings mit hohen Unsicherheiten behaftet, u. a.
aufgrund des weiteren Verlaufs des Infektionsgeschehens und der daraus
resultierenden Effekte auf die Wirtschaft.
Die Bundesregierung bezieht die Frage nach bewilligten Projekten auch auf die
Projektförderung des Bundes. Aktuell zeichnet sich keine statistisch
signifikante Reduktion der vom Bund ausgesprochenen Bewilligungen ab.
Kausalzusammenhänge zur Corona-Krise können derzeit nicht abgeleitet werden. Es ist vor
allem zu berücksichtigen, dass sich Änderungen von Unternehmensplanungen
nur verzögert in Bewilligungen widerspiegeln, da sowohl Antragstellung als
auch die Prüfprozesse bis zur eigentlichen Bewilligung Zeit in Anspruch
nehmen. In einzelnen Programmen könnte indes eine Rolle gespielt haben, dass die
Antragszahlen in der zweiten Jahreshälfte 2019 aufgrund eines Sondereffekts
besonders hoch ausfielen. Zu bei ihr noch nicht beantragten
Forschungsprojekten liegen der Bunderegierung keine Kenntnisse vor.
17. Liegen der Bundesregierung Kenntnisse über die Anzahl der beantragten
Projekte im Bereich der anwendungsorientierten Forschung mit
mindestens einem beteiligten Unternehmen für das erste Halbjahr 2020 vor, und
wie hoch stellt sich die Anzahl der beantragten Forschungsprojekte des
ersten Halbjahres 2020 zu den ersten Halbjahren in den Jahren 2017,
2018 und 2019 dar (bitte nach Halbjahren und den einzelnen
Förderprogrammen des Bundes – z. B. Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
– ZIM, KMU-innovativ, Industrielle Gemeinschaftsforschung – IGF –
aufschlüsseln)?
Zu den erbetenen Zahlen wird auf die nachstehende Tabelle verwiesen. Erfasst
sind hierin die Anzahl von Anträgen von Unternehmen im Bereich
anwendungsorientierter Forschung in Form von Einzelvorhaben sowie die Anzahl von
Verbundvorhaben mit Unternehmensbeteiligung unabhängig von einer späteren
Bewilligung.
Zu beachten ist, dass unter anderem auch Änderungen von Förderrichtlinien
mit Vorzieheffekten oder unterschiedliche Antragsmöglichkeiten zu
Veränderungen von Antragszahlen führen können. Dies ist insbesondere für das
Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi im ersten Halbjahr 2020
der Fall und wird an entsprechender Stelle in der nachfolgenden Tabelle
gesondert erläutert:
Ressort Förderprogramm 1. Halbjahr 2020
1. Halbjahr
2019
1. Halbjahr
2018
1. Halbjahr
2017
BMWi Zentrales Innovationsprogramm
Mittelstand (ZIM)
Anmerkung: Der sehr niedrige Antragseingang im ZIM im ersten
Halbjahr 2020 ist auf Sondereinflüsse zurückzuführen: Die alte
ZIM-Richtlinie ist zum 31.12.2019 ausgelaufen. Ende des Jahres
2019 kam es daher zu einem außergewöhnlich hohen
Antragseingang, der ungefähr der Hälfte des üblichen Jahresantragseingangs
im ZIM entsprach. Hiermit sind hohe Vorzieheffekte verbunden,
die den ab Mai beginnenden Antragseingang des ersten Halbjahres
2020 dämpfen. Diese Vorzieheffekte spiegeln sich auch in der
hohen Bewilligungszahl des ersten Halbjahres 2020 wider.
274 1160 1062 1316
BMWi Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) 555 454 456 505
BMWi Entwicklung digitaler Technologien 17 48 7 4
Ressort Förderprogramm 1. Halbjahr 2020
1. Halbjahr
2019
1. Halbjahr
2018
1. Halbjahr
2017
BMWi Informations- und
Kommunikationstechnologien für Elektromobilität (IKT-EM)-
intelligente Anwendungen
5 7 7 7
BMWi Elektro-Mobil 31 33 89 11
BMWi Energie (0903/683 01, 6092/683
04,6092/686 26)
145 189 176 162
BMWi FuE-Förderung gemeinnütziger externer
Industrieforschungseinrichtungen –
Innovationskompetenz (INNO-KOM)
139 121 113 78
BMWi Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) 100 4 8 182
BMWi Maritimes Forschungsprogramm 20 17 17 11
BMWi Raumfahrt 25 31 11 11
BMWi Verkehrstechnologien 13 8 9 8
BMBF KMU-Innovativ
Anmerkung: Die Ziele der Forschungspolitik des BMBF werden
im Wesentlichen in Förderprogrammen definiert, die einen
mehrjährigen Orientierungsrahmen für die Förderung bilden. Die
Umsetzung der Förderprogramme erfolgt in der Regel auf der
Grundlage von Förderrichtlinien zu spezifischen Fragestellungen/
Themen. Aufgrund der thematischen Diversität der einzelnen
Förderprogramme des BMBF und einer fehlenden vergleichbaren
Basis für belastbare Rückschlüsse im Sinne der Fragestellung (u. a.
werden neue Förderrichtlinien zu unterschiedlichen Zeitpunkten
bekannt gegeben, grundsätzlich bestehen unterschiedliche
Antragsfristen, nicht in jedem Jahr werden Förderrichtlinien zu
Programmen veröffentlicht) sind hier nur Antragszahlen für die
explizit genannte Initiative KMU-Innovativ genannt. Die einzelnen
Vorhaben der Initiative sind inhaltlich verschiedenen
Förderprogrammen und Förderrichtlinien des BMBF zugeordnet.
71 161 135 92
BMEL Programm zur Innovationsförderung des
BMEL
Anmerkung: Zur Bewertung der Zahlen wird angemerkt, dass die
vorliegenden Zahlen zu Anträgen und Bewilligungen jeweils im
ersten Halbjahr keine Aussagekraft bezüglich der Auswirkungen
von Corona haben. Das ist eher eine Zufallsstichprobe jeweils
eines halben Jahres. Da die Innovationsförderung (wie auch die
meisten anderen Programme) durch Bekanntmachungen immer
wieder Wellen von Neubewilligungen produziert, ist ein möglicher
Einfluss der Pandemie m.E. durch diese Zahlen nicht feststellbar.
9 4 36 24
BMVI Automatisiertes und vernetztes Fahren 0 0 2 5
BMVI Automatisiertes und vernetztes Fahren auf
digitalen Testfeldern in Deutschland
0 0 0 7
BMVI Ein zukunftsfähiges, nachhaltiges
Mobilitätsystem durch automatisiertes Fahren und
Vernetzung
1 0 0 0
BMVI Bundesprogramm „Zukunft
Schienengüterverkehr“
2 0 0 0
BMVI Demonstrationsvorhaben im Rahmen der
Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS)
0 1 0 0
BMVI Förderprogramm für Innovative
Hafentechnologien (IHATEC)
3 4 6 13
BMVI FRL Elektromobilität 3 1 2 1
Ressort Förderprogramm 1. Halbjahr 2020
1. Halbjahr
2019
1. Halbjahr
2018
1. Halbjahr
2017
BMVI Nationales Innovationsprogramm
Wasserstoff- und Brennzellentechnologie
(NIP)
1 5 3 18
BMU Erneuerbar Mobil 3 31 19 8
gesamt 1.417 2.279 2.158 2.463
18. Für welche Förderprogramme und Förderlinien soll der
Ersatzfinanzierungsfonds (Nummer 33, Konjunkturpaket) Anwendung finden (bitte
alle Förderprogramme und Förderlinien benennen)?
Für den Ersatzfinanzierungsfonds wird im BMBF eine eigene Förderlinie
etabliert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) verstärkt den
Haushaltstitel Industrieforschung; gefährdete Projekte des
Luftfahrtforschungsprogramms, des Nationalen Weltraumprogramms und des
Energieforschungsprogramms werden über das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
aufgefangen.
19. Ab wann wird der Ersatzfinanzierungsfonds zur Finanzierung der
Mitfinanzierungsanteile der Unternehmen bereitstehen?
Die möglichst zügige Verausgabung der Mittel setzt größtenteils die
Etablierung eigener Förderregularien voraus, die momentan erarbeitet werden.
20. In welchem Umfang (absolut und prozentual) soll der Fonds die
Mitfinanzierung der Unternehmen ersetzen bzw. reduzieren?
Eine Unterstützung ist bis zur Höhe des weggefallenen Unternehmensanteils
möglich.
21. Wie kann die Ersatzfinanzierung durch den Fonds konkret betragt
werden, und welche Akteure sind antragsberechtigt?
Antragsberechtigt für Mittel aus dem Fonds sind die großen außeruniversitären
Forschungseinrichtungen Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), Fraunhofer-
Gesellschaft (FhG), Leibniz-Gemeinschaft (WGL) und Max-Planck-Gesellschaft
(MPG). Die Antragsmodalitäten werden momentan erarbeitet.
22. Welche Kriterien müssen Unternehmen erfüllen, damit der Fonds den
Finanzierungsanteil der Unternehmen teilweise oder komplett übernimmt
(bitte alle Kriterien einzeln benennen und definieren)?
Unternehmen sind nicht antragsberechtigt und werden nicht aus dem Fonds
unterstützt.
23. Aus welchen Gründen möchte die Bundesregierung (gemäß Entwurf für
einen zweiten Nachtragshaushalt) all jenen erfolgversprechenden
Projekten die Unterstützung durch den Ersatzfinanzierungsfonds verweigern,
die erst nach dem 3. Juni 2020 begonnen, beantragt oder bewilligt
wurden?
Diese Einschränkung wurde im geltenden Haushaltsvermerk nicht
aufgenommen.
24. Steht der Ersatzfinanzierungsfonds nur Unternehmen in
Kooperationsprojekten mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen offen (wie
vom Koalitionsausschuss am 3. Juni 2020 vereinbart), oder können auch
Unternehmen in Kooperationsprojekten mit Hochschulen ihre
Mitfinanzierungsanteile reduzieren?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 21 und 22 verwiesen.
25. Mit welchen neuen, zusätzlichen Ausgaben durch den
Ersatzfinanzierungsfonds rechnet die Bundesregierung für die Jahre 2020 und 2021?
Die Bundesregierung rechnet für die Jahre 2020 und 2021 mit zusätzlichen
Ausgaben von insgesamt 1 Mrd. Euro.
26. Welche Förderprogramme und Förderlinien – neben dem im
Konjunkturpaket genannten SINTEG-Programm und den Reallaboren der
Energiewende – werden zusätzlich von der geplanten Ausweitung der
projektbezogenen Forschung profitieren (bitte aufschlüsseln, welches
Förderprogramm und welche Förderlinie wie viele neue, zusätzliche Mittel für die
Jahre 2020 und 2021 erhält)?
Von der geplanten Ausweitung der projektbezogenen Forschung werden
insbesondere die Bereiche Klimaschutz und Energieforschung profitieren. Das
Konjunktur- und Zukunftspaket befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase.
Es dürften zahlreiche Förderprogramme und Förderlinien von der geplanten
Ausweitung der projektbezogenen Forschung profitieren. Eine genaue
Aufschlüsselung darüber, welches Förderprogramm und welche Förderlinie wie
viel neue, zusätzliche Mittel für die Jahre 2020 und 2021 erhält, kann in der
gegenwärtigen Phase des Verfahrens noch nicht erstellt werden. Zusätzlich zu den
im Zukunftspaket des Konjunkturpakets genannten Maßnahmen (Ziffer 34 des
Konjunktur- und Zukunftspakets) sind dies insbesondere entsprechende
Förderprogramme und Förderlinien des Klimaschutzprogramms 2030.
27. Wird die Ausweitung der projektbezogenen Forschung auch zu
zusätzlichen Mitteln für die durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung geförderten Kopernikus-Projekte führen, und wenn ja, in
welchem Maße sollen bestehende Projekte eine zusätzliche Förderung
erhalten, der Förderzeitraum der aktuell in Umsetzung befindlichen Projekte
verlängert werden oder neue Kopernikus-Projekte finanziert werden?
Eine solche Ausweitung der Förderung der Kopernikus-Projekte ist aktuell
nicht vorgesehen.
28. a) Bis wann wird die Bundesregierung – vor dem Hintergrund des
Beschlusses des Deutschen Bundestags vom 16. Januar 2020 (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/15061), mit welchem die Bundesregierung
aufgefordert wurde, die „Mobilitätsforschung […] auf
zukunftsweisende Mobilitätskonzepte“ und nachhaltige Mobilität auszurichten –
eine „ressortübergreifende Strategie Mobilitätsforschung“ vorlegen,
um damit neue Mobilitätskonzepte für städtische und ländliche
Räume zu entwickeln und schnell umsetzen zu können?
Mit der „Hightech-Strategie 2025“ hat die Bundesregierung bereits einen
ressortübergreifenden strategischen Rahmen auch zur Mobilitätsforschung
aufgestellt. Derzeit findet in Form von Regionalkonferenzen ein breiter
Partizipationsprozess zur Weiterentwicklung der Strategie statt.
Im Bundesbericht „Forschung und Innovation 2020“ werden die
Forschungsschwerpunkte der Bundesregierung für eine moderne Mobilität genannt.
Darüber hinaus gibt es bereits zahlreiche weitere Aktivitäten der Bundesregierung,
wie zum Beispiel das „Nationale Kompetenznetzwerk für nachhaltige urbane
Mobilität“, das „Bündnis für moderne Mobilität“ und weitere Forschungs- und
Investitionsaktivitäten, um neue Mobilitätskonzepte für städtische und
ländliche Räume zu entwickeln und schnell umzusetzen. Die Forschung zu neuen
Mobilitätskonzepten für städtische und ländliche Räume wird insbesondere
auch durch die Innovationsplattform Zukunftsstadt und den dazugehörigen
ressortübergreifenden Arbeitskreis bereits vorangetrieben.
Auf diesen bestehenden Prozessen und bereits verabschiedeten Einzelstrategien
aufbauend konzipiert die Bundesregierung eine ganzheitliche
Mobilitätsforschungsstrategie, die alle relevanten Aspekte der Mobilität der Zukunft
umfassen und dabei verstärkt die gesamte Bandbreite der Mobilitätsangebote auch
unter klimapolitischen sowie gesellschafts- und sozialwissenschaftlichen
Aspekten betrachten wird. Wichtige Aktivitäten und Beschlüsse auf europäischer
Ebene zur Mobilität sollen in dieser Strategie berücksichtigt werden. Auch vor
Verabschiedung einer Mobilitätsforschungsstrategie können daher auf den
bestehenden forschungs- und fachpolitischen Grundlagen bereits neue
Mobilitätskonzepte entwickelt und umgesetzt werden.
b) Bis wann wird die Bundesregierung die geforderte Erweiterung der
Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“ beschließen, und
um welche Summe wird das jährliche Budget dadurch anwachsen?
Da das parlamentarische Verfahren für die Bereitstellung möglicher
zusätzlicher Mittel aus dem Konjunktur- und Zukunftspaket für das kommende Jahr
2021 noch nicht abgeschlossen ist, kann die Bundesregierung zu genaueren
Planungen und Zahlen noch keine Auskunft geben.
c) Wie definiert die Bundesregierung „nachhaltige Mobilität“, und durch
welche konkreten Maßnahmen stärkt die Bundesregierung Forschung
und Entwicklung im Bereich „nachhaltige Mobilität“ im Rahmen des
Konjunkturpakets (bitte nach den Haushaltsjahren 2020 und 2021
sowie den Bundesministerien aufschlüsseln)?
Die Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“ ist am Ziel der
nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet und bezieht sich auf die Deutsche
Nachhaltigkeitsstrategie. Diese leitet Prioritäten aus den internationalen
Nachhaltigkeitszielen sowie den „Sustainable Development Goals“ der Agenda 2030 der
Vereinten Nationen ab.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 28b hingewiesen.
d) Plant die Bundesregierung, auch z. B. Reallabore für Sharing-
Konzepte verstärkt zu fördern, um den wiederkehrenden Konsum von
Mobilität als Dienstleistung zu fördern, und wenn ja, welche
Finanzmittel sollen dazu in den Jahren 2020 und 2021 aus dem
Konjunkturpaket bereitgestellt werden?
Sharing-Konzepte werden im Rahmen unterschiedlicher Förderprogramme
gefördert. So wird z. B. im Rahmen der „Digitalisierung kommunaler
Verkehrssysteme“ die Entwicklung multimodaler Mobilitätsplattformen gefördert, die
auch unterschiedliche Mobilitätsangebote wie Car-Sharing und
Fahrradverleihsysteme in der Nähe zum öffentlichen Verkehr bündeln sollen. Im Bereich
Logistik unterstützt die Bundesregierung u. a. Kommunen und Landkreise bei der
Erstellung städtischer Logistikkonzepte und Machbarkeitsstudien. Die bereits
bewilligten Förderanträge adressieren beispielsweise Fragen zur Errichtung von
Mikro-Depots zur Auslieferung von Gütern mit Lastenrädern.
29. Wie viele zusätzliche Haushaltsmittel wird die Bundesregierung mit dem
Konjunkturpaket für Forschung und Entwicklung im Bereich der
Elektromobilität sowie der Batteriezellfertigung in den Jahren 2020 und 2021
bereitstellen (bitte nach Jahren und Bundesministerien aufgliedern)?
Da das parlamentarische Verfahren für die Bereitstellung möglicher
zusätzlicher Mittel aus dem Konjunktur- und Zukunftspaket für das kommende Jahr
noch nicht abgeschlossen ist, kann die Bundesregierung zu den Zahlen noch
keine Auskunft geben. Es ist jedoch beabsichtigt – sofern das Parlament
zustimmt – mit möglichen zusätzlichen Mitteln das Dachkonzept
„Forschungsfabrik Batterie“ weiter zu stärken.
30. Wie wurden die in der KI-Strategie 2018 festgelegten 3 Mrd. Euro auf
die zuständigen Ressorts verteilt (bitte nach Ressort und Haushaltsjahr
aufschlüsseln), auf welche Förderprogramme und Haushaltstitel haben
die Bundesministerien die Finanzmittel verteilt (bitte nach
Programmlaufzeit und Budget aufschlüsseln), und wie viele dieser Mittel sind in
den Jahren 2019 und 2020 (bis zum Zeitpunkt der Anfrage) bereits
abgeflossen?
Bei den genannten Mitteln in Höhe von 3 Mrd. Euro handelt es sich zum einen
um die zusätzlich in den Haushalten 2019 und 2020 etatisierten Ausgabe- und
Verpflichtungsermächtigungen der 1. und 2. Tranche für Maßnahmen zur
Förderung Künstlicher Intelligenz („KI-Strategie“). Die den Ressorts aus beiden
Tranchen zugewiesenen Haushaltsmittel sind den Tabellen der Antwort auf die
Schriftliche Frage 118 der Abgeordneten Dr. Anna Christmann in BT
Bundestagsdrucksache 19/12849 zu entnehmen. Diese verteilen sich wie nachfolgend
aufgeführt auf die Förderprogramme und Haushaltstitel der einzelnen Häuser
(Haushalte 2019 und 2020).
Darüber hinaus sind auch solche Mittel der KI-Strategie zuzurechnen, die
außerhalb der oben genannten. zusätzlich bereitgestellten zwei Tranchen bereits
in den Ressorteinzelplänen für Maßnahmen der KI etatisiert sind. Diese Mittel
sind in einer Vielzahl von Titeln enthalten, die weder nach der
Zweckbestimmung noch hinsichtlich der Gruppierung oder Funktion eindeutig KI-
Maßnahmen zugeordnet werden können. Zum Teil handelt es sich auch nur um
Teilansätze einzelner Titel.
Förderprogramm
(Haushaltstitel,
Programmlaufzeit)
2019 2020 2021 2022 2023 Summe
Bislang
erfolgter
Mittelabfluss
BMJV
Richtlinie über die Förderung von Vorhaben zur verbraucherbezogenen Forschung und
Entwicklung zu „Anwendungen künstlicher Intelligenz zur Unterstützung des
Verbraucheralltags (Consumer Enabling Technologies)“ im Rahmen des Programms zur
Innovationsförderung im Verbraucherschutz in Recht und Wirtschaft.
Titel 68601, Laufzeit 2020–2022.
1. Tranche 1,4 1,8 0,3 3,5 0,62. Tranche 0
Errichtung eines KI-Trust-Centers.
Ausgabeermächtigung in Höhe von 0,5 Mio. Euro für 2020 in Kapitel 0701, Titel 544 01.
Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 4,5 Mio. Euro für 2021 bis 2023 in Kapitel 0701,
Titel 684 03.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,5 1,3 1,6 1,6 5
Gesamtsumme
1. Tranche 0 1,4 1,8 0,3 3,5 0,6Gesamtsumme
2. Tranche 0,5 1,3 1,6 1,6 5,0
BMWi
Europäische souveräne Dateninfrastruktur für die Entwicklung und Anwendung von KI-
Technologien zur Stärkung der Technologiesouveränität Deutschlands.
Titel 683 21, seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 1,0 1,0 1,0 1,0 4,0 1,242. Tranche 0
Ausbau der Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren („KI-Trainer“).
Titel 686 22, 2019–2024.
1. Tranche 5,0 6,0 6,0 2,0 19,0 5,52. Tranche 1,0 2,0 2,0 2,0 7,0
Aufstockung Forschungsförderprogrammlinie Digitale Technologien (KI-
Innovationswettbewerb).
Titel 683 21, seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 4 27,1 33,6 27,3 91,9 8,52. Tranche 0 25,0 29,0 25,0 79,0
Stärkung der KI-Kompetenz durch die D-Hub-Initiative.
Titel 686 23, seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 0 0,72. Tranche 0,8 0,2 0,2 0,2 1,4
Aufstockung des Fachtitels Verkehrstechnologien / KI für automatisiertes und vernetztes /
autonomes Fahren.
Titel 683 11, seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 0,9 7,34 6,8 5,3 1,5 21,8 4,12. Tranche 4,3 5,3 6,4 3 16,3
Aufstockung der Initiative Industrie 4.0 / KI-Testbed.
Titel 686 24, seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 0 0,7 0,7 0,6 2,0 02. Tranche 0,4 0,5 0,5 0,4 1,8
Aufstockung Luftfahrtforschung für Ausweitung KI-Forschung.
Titel 683 31, 2019–2026.
1. Tranche 0 2,0 4,0 2,0 8,0 22. Tranche 0
KI-Projekte in der Raumfahrt.
Titel 683 32, Laufzeit 2020–2023.
Förderprogramm
(Haushaltstitel,
Programmlaufzeit)
2019 2020 2021 2022 2023 Summe
Bislang
erfolgter
Mittelabfluss
1. Tranche 0 02. Tranche 0,9 2,6 2,6 0,9 7
Gaia-X.
Titel 683 11, Laufzeit seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 0 02. Tranche 2,6 6,3 7,3 2,8 19
Gesamtsumme
1. Tranche 10,9 44,1 52,1 40,3 0 147,2 22,1Gesamtsumme
2. Tranche 7,6 41,8 46,8 34,8 131
BMAS
KI-Observatorium.
Titel 1107 68411, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 6,5 6,5 6,5 6,5 0 26 6,72. Tranche 0 0 0 0 0
„Modellprojekt Civic Innovation Platform.
Titel 1107 68411, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 1,3 5,5 5,5 5,5 0 17,8 0,62. Tranche 0 0 0 0 0
Zukunftszentren (KI).
Titel 1107 68402, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 2,6 7 5,5 5,5 0 20,6 02. Tranche 0 0 0 0 0
Experimentierräume KI.
Titel 1107 68402, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 1,0 3,0 3,0 3,0 0 10 02. Tranche 0 0 0 0 0
„Zukunftsfonds Digitale Nachhaltigkeit, Arbeit und Gesellschaft“ (Arbeitstitel).
Titel 1107 68411, Laufzeit 2019–2023.
1. Tranche 0 0 0 0 0 02. Tranche 3,0 6,0 5,0 2,0 15,9
Trust Center.
Titel 1107 68411, Laufzeit 2019–2023.
1. Tranche 0 0 0 0 0 02. Tranche 1,5 3,8 4,9 4,9 15
Weiterbildungsplattform.
Titel 684 12, Laufzeit 2019–2023.
1. Tranche 0 0 0 0 0 02. Tranche 4,5 8,5 8,5 8,5 30,0
Gesamtsumme
1. Tranche 11,4 22 20,5 20,5 74,4 7,3Gesamtsumme
2. Tranche 9 18,2 18,4 15,4 60,9
BMU
Förderinitiative „KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen“ und den
Aufbau des Ökosystems für gemeinwohlorientierte und nachhaltige KI.
Titel 1601 54401, Laufzeit 2019–2023.
Gesamtsumme
1. Tranche 2,8 8,0 12,0 4,4 27,2 0,7Gesamtsumme
2. Tranche 5,0 5,0 6,0 4,0 20,0
Förderprogramm
(Haushaltstitel,
Programmlaufzeit)
2019 2020 2021 2022 2023 Summe
Bislang
erfolgter
Mittelabfluss
BMG
MOND – Mobiles smartes Neurosensorsystem für die Detektion und Dokumentation
epileptischer Anfälle im Alltag.
Titel 1504 68605, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 0,9 1,2 0,9 3,0 02. Tranche 0
KIPRODE.
Titel 1504 68605, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 0,8 0,9 0,4 2,1 02. Tranche 0
SMART Start – Smarte Sensorik in der Schwangerschaft – Ein integratives Konzept zur
digitalen, präventiven Versorgung schwangerer Frauen.
Titel 1504 68605, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 1,4 1,3 0,4 3,1 0,12. Tranche 0
SSTeP-KiZ – Smarte Sensorik bei Telepsychotherapie von Kinder und Jugendlichen mit
Zwangsstörungen.
Titel 1504 68605, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 0,6 0,6 0,4 1,6 0,22. Tranche 0
AktiSmart-KI – Identifikation von komplexen Aktivitätsmustern durch smarte Sensorik in
der geriatrischen Rehabilitation.
Titel 1504 68605, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 0,2 0,5 0,5 1,2 02. Tranche 0
AutoPiLoT – Automatisierte leitlinienkonforme patientenindividuelle
Blutproduktezuordnung und smartes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin.
Titel 1504 68605, Laufzeit 2019-2022.
1. Tranche 0,4 0,7 0,7 1,8 0,22. Tranche 0
TPI – Die Tumorverhalten-Prädiktions-Initiative: Smarte Daten für die patientenzentrierte
Präzisionsonkologie bei Melanom, Brust- & Prostatakrebs. Titel 1504 68605, Laufzeit
2019–2022.
1. Tranche 0,7 0,8 0,6 2,1 0,12. Tranche 0
CovBot Prüfung technischer Möglichkeiten (u. a. Corona-Virus Hotline Assistenten) zur
Entlastung des Telefonservice in öffentlichen Einrichtungen im Gesundheitswesen
während der Pandemie.
Titel 1504 68605, Laufzeit 04.2020–09.2020.
1. Tranche 0
0,01
2. Tranche
Hinweis: Eine konkretere Benennung der
Mittelverausgabung für die 2. Tranche ist
derzeit noch nicht möglich; der
Bewilligungsprozess zur
Rahmenbekanntmachung für die 2. Tranche ist noch nicht
abgeschlossen.
0,2 0,2
Gesamtsumme
1. Tranche 0 4,9 6,0 3,9 14,9 0,6Gesamtsumme
2. Tranche 0,2 0 0 0 0,2
Förderprogramm
(Haushaltstitel,
Programmlaufzeit)
2019 2020 2021 2022 2023 Summe
Bislang
erfolgter
Mittelabfluss
BMF
KI in den Haushaltsverfahren.
Titel 0812 532 01, Laufzeit bis 2022.
1. Tranche 1,6 2,1 3,8 2,8 0 10,3 0,3
2. Tranche 0 0 0 0 0
Steuerliche Informationsaustausche (DAC 6).
Titel 0815 532 01, Laufzeit bis 2022.
1. Tranche 0,4 0 0 0 0 0,4 0,12. Tranche 0 0 0 0 0
Überwachung Finanztransaktion (FIU-Analytics).
Titel 0813 532 01 – 1,2 Mio. Euro,
Titel 0813 812 02 – 0,6 Mio. Euro,
Laufzeit bis 2020.
1. Tranche 1,8 0 0 0 0 1,8 1,82. Tranche 0 0 0 0 0
Steueranalysesystem (StAS).
Titel 0812 532 01 – 1,3 Mio. Euro,
Titel 0812 812 02 – 0,87 Mio. Euro,
Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 0,4 0,3 0,3 0,3 0 1,3 0,62. Tranche 0,9 0 0 0 0,9
Digitale Mittelstandskooperation
Titel 0812 532 01, Laufzeit 2019–2020.
1. Tranche 0,3 1,0 0 0 0 1,3 0,22. Tranche 0 0 0 0 0
KI-Lab.
Titel 0812 532 01 – 19,13 Mio. Euro,
Titel 0812 812 02 – 10 Mio. Euro,
Laufzeit bis 2023.
1. Tranche 0 0 0 0 0 0 02. Tranche 6,6 7,5 7,5 7,5 29,1
Gesamtsumme
1. Tranche 4,5 3,4 4,1 3,1 15,1 3,0Gesamtsumme
2. Tranche 7,5 7,5 7,5 7,5 30
BMZ
Künstliche Intelligenz für Alle – FAIR Forward.
Titel 2301 89603, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 1,1 2,6 2,6 1,6 8 2,22. Tranche 0
Gesamtsumme
1. Tranche 1,1 2,6 2,6 1,6 8 2,2Gesamtsumme
2. Tranche 0 0 0 0 0
Förderprogramm
(Haushaltstitel,
Programmlaufzeit)
2019 2020 2021 2022 2023 Summe
Bislang
erfolgter
Mittelabfluss
BMEL
Künstliche Intelligenz im Bereich Ernährung, Landwirtschaft und gesundheitlicher
Verbraucherschutz.
Titel 1005 68662, Laufzeit 2020–2023.
1. Tranche 1,5 1,0 1,0 3,5 0,12. Tranche 1,5 5,5 5,5 5,5 18
Gesamtsumme
1. Tranche 0 1,5 1,0 1,0 3,5 0,1Gesamtsumme
2. Tranche 1,5 5,5 5,5 5,5 18
BMBF
Alexander von Humboldt-Professur für KI.
Titel 3002 681 01, Laufzeit 2019–2031.
1. Tranche 4,0 5,0 25,0 34,0 1,12. Tranche 0 0 0 13 13
Datenverfügbarkeit „Methodenforschung Verlaufsstatistik“.
Titel 3004 541 01, Laufzeit 2020–2023.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,1 0,2 0,2 0,1 0,5
Lernplattform für Künstliche Intelligenz „KI-Campus“.
bis HH 2019 Titel 3004 685 13, ab HH 2020 Titel 3003 685 18, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 1,0 3,0 4,0 6,0 14,0 1,22. Tranche 0
Förderung von Projekten zum Thema „Anwendung von Methoden der Künstlichen
Intelligenz in der Praxis“.
Titel 3004 683 21, Laufzeit 2020–2022.
1. Tranche 5,7 9,4 3,8 18,9 0,32. Tranche 0
Förderung von Projekten zum Thema „Erklärbarkeit und Transparenz des Maschinellen
Lernens und der Künstlichen Intelligenz“.
Titel 3004 683 21, Laufzeit 2019–2023.
1. Tranche 0,2 2,6 3,7 2,4 8,9 0,52. Tranche 0,5 0,5
Förderung von KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen.
Titel 3004 683 21, Laufzeit 2020–2024.
1. Tranche 0 02. Tranche 5,4 6,4 7,4 8 27,2
Förderung von KI-Laboren und der Qualifizierung im Rahmen von Forschungsvorhaben
im Gebiet Künstliche Intelligenz.
Titel 3004 683 21, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 2,2 7,2 8,6 0,1 18,1 4,72. Tranche 0
Auf- und Ausbau der KI-Kompetenzzentren.
Titel 3004 683 21, Laufzeit 2018–2022.
1. Tranche 7,6 4,5 3,3 16,7 32,1 11,82. Tranche 9,7 13,8 9,4 32,9
BMBF-Beitrag zu GAIA-X.
Titel 3004 683 21, Laufzeit 2020–2022.
1. Tranche 0 0,32. Tranche 2,9 2,8 2,5 8,2
Forschungsvorhaben zur Datenverfügbarkeit, -synthese und -analyse.
Titel 3004 683 21, Laufzeit voraussichtlich 2020–2023.
Förderprogramm
(Haushaltstitel,
Programmlaufzeit)
2019 2020 2021 2022 2023 Summe
Bislang
erfolgter
Mittelabfluss
1. Tranche 0,0 0,32. Tranche 0 5,0 7,7 20 32,7
KI-basierte Elektroniklösungen für sicheres autonomes Fahren.
Titel 3004 683 23, Laufzeit 2018–2022.
1. Tranche 1,0 5,0 5,0 5,0 16,0 3,02. Tranche 0
Einsatz von KI zur Früherkennung von Straftaten (in Kooperation mit dem BMI).
Titel 3004 683 27, Laufzeit 2020–2023.
1. Tranche 0 02. Tranche 1,0 1,0 1,0 0 3,0
Digitale Fortschrittshubs Gesundheit.
Titel 3004 685 31, Laufzeit voraussichtlich 2020–2024.
1. Tranche 0 02. Tranche 2,0 7,0 7,0 11,0 27,0
Aufstockung der Förderrichtlinie Computational Life Science.
Titel 3004 685 31, Laufzeit 2019–2023.
1. Tranche 3,0 7,5 8,5 9,0 28,0 4,52. Tranche 0 2,5 2,5 3,0 8,0
Gesamtsumme
1. Tranche 15,0 39,5 47,5 68 170,0 27,7Gesamtsumme
2. Tranche 21,1 38,7 37,7 55,6 153,0
BMI
Untersuchung von Sicherheitseigenschaften von KI-Systemen.
Titel CI2/BSI TK24, Laufzeit seit 2020 fortlaufend.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,6 1,6 1,9 4,1
KI in Netzinfrastrukturen und Digitalfunk BOS
Titel 0622 54401, Laufzeit 2020–2022.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,2 0,1 0,0 0,3
THW Reallabore.
Titel KM3/THW, Laufzeit 2019–2022.
1. Tranche 0,8 0,8 0,32. Tranche 0,2 0,4 0,9 1,5
KI- basierte Analyse in der Fernerkundung.
Titel HIII5/BKG, Laufzeit seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 1,7 1,7 02. Tranche 0
Umsetzung der polizeilichen KI-Strategie.
Titel PG2020, Laufzeit seit 2019 fortlaufend.
1. Tranche 0,5 0,5 1 0,82. Tranche 0
Erkennung von Cyberangriffen.
Titel B5/Bpol, Laufzeit seit 2020 fortlaufend.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,1 0,1 0,3
KI in der Detektion von Funksignalen.
Titel B5/Bpol, Laufzeit seit 2020 fortlaufend.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,1 0,2 0,1 0,4
Förderprogramm
(Haushaltstitel,
Programmlaufzeit)
2019 2020 2021 2022 2023 Summe
Bislang
erfolgter
Mittelabfluss
Methodik und Daten der amtlichen Statistik für die qualitätsgesicherte Anwendung von
Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen in der Statistikproduktion.
Titel DGI2/StBA, Laufzeit 2020–2022.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,1 0,1 0,2 0,3
Gesamtsumme
1. Tranche 3,0 0,5 0 0 3,5 1,0
Gesamtsumme
2. Tranche 1,3 2,5 3 0 6,8 0
BKM
Sonderprogramm Autonom – Künstliche Intelligenz und Darstellende Künste.
Titel 0452 68417, Laufzeit 2010–2021.
1. Tranche 0 0,5 0,5 1,0 02. Tranche 0
KI gegen Desinformation – Deutsche Welle.
Titel 0452 68417, Laufzeit 2020–2021.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,2 0,1 0,3
KI für den Kulturgutschutz – Fraunhofer SIT.
Titel 0452 68417, Laufzeit 2020–2021.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,1 0,1 0,2
Multimodales Mining von Zeitzeugeninterviews zur Erschließung von audiovisuellem
Kulturgut – HdG.
Titel 0452 68417, Laufzeit 2020–2022.
1. Tranche 0 02. Tranche 0,1 0,3 0,1 0,5
Gesamtsumme
1. Tranche 0 0,5 0,5 0 1,0 0Gesamtsumme
2. Tranche 0,4 0,5 0,1 0 1,0
Anmerkung: Alle Angaben in Mio. Euro. Durch Rundung auf erste Nachkommastelle können sich
Differenzen ergeben.
31. Bis wann wird die Bundesregierung die sogenannte dritte Tranche des
KI-Budgets verteilen?
Auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 11 der
Abgeordneten Dr. Anna Christmann auf Bundestagsdrucksache 19/20374 wird
verwiesen.
32. Handelt es sich bei den im Konjunkturpaket gemäß Beschluss des
Koalitionsausschusses vom 3. Juni 2020 vorgesehenen 2 Mrd. Euro für KI um
einen Teil der mit der KI-Strategie angekündigten 3 Mrd. Euro oder um
zusätzliches Geld, und wie soll es auf die Bundesministerien und
Haushaltsjahre verteilt werden?
33. Wenn es sich um zusätzliches Geld handelt, in welchem Zeitraum und
für welche Schwerpunkte plant die Bundesregierung, die weiteren
1,5 Mrd. Euro aus der KI-Strategie zu verausgaben, die nach Abzug der
ersten drei „KI-Tranchen“ von je 500 Mio. Euro noch ausstehen?
Die Fragen 32 und 33 werden gemeinsam beantwortet.
Mit dem Konjunktur- und Zukunftspaket werden die bis zum Jahr 2025
geplanten Investitionen in KI von 3 Mrd. Euro auf 5 Mrd. Euro erhöht. Die
Etatisierung und Verwendung der Mittel wird derzeit innerhalb der Bundesregierung
abgestimmt.
Mit Veröffentlichung der Strategie zur Förderung Künstlicher Intelligenz hat
die Bundesregierung angekündigt, bis einschließlich des Jahres 2025 insgesamt
etwa 3 Mrd. Euro für die Umsetzung der Strategie zur Verfügung stellen zu
wollen. Die Schwerpunkte bei der Verwendung weiterer Mittel werden an
Zielen und Maßnahmen der KI-Strategie sowie flexibel auf konkreten Bedarf
ausgerichtet.
34. Wie werden die Standorte, an denen neue Supercomputer entstehen
sollen (vgl. Nummer 43 des Konjunkturpakets) ausgewählt?
Die Abstimmung innerhalb des Bundesregierung über die Ausgestaltung der
Maßnahmen zu Ziffer 43 des Konjunktur- und Zukunftspakets ist noch nicht
abgeschlossen.
35. Mit Ausgaben in welcher Höhe rechnet die Bundesregierung für die
Beschaffung neuer Supercomputer (bitte nach Haushaltsjahren
aufschlüsseln)?
Die Abstimmung innerhalb des Bundesregierung über die Ausgestaltung der
Maßnahmen zu Ziffer 43 des Konjunktur- und Zukunftspakets ist noch nicht
abgeschlossen.
36. Plant die Bundesregierung, eine Abstimmung mit europäischen Staaten,
um Kooperationen zum Aufbau und zur Nutzung von bestehenden und
neuen Supercomputern bzw. Höchstleistungsrechnern aufzubauen, und
welche Abstimmungen dazu haben in der Vergangenheit bereits
stattgefunden?
Die Bundesregierung beteiligt sich seit der Gründung im Jahr 2018 an dem
Gemeinsamen Unternehmen EuroHPC. Abstimmungen zum Aufbau eines
europäischen Ökosystems des Höchstleistungsrechnens finden in diesem Rahmen
laufend statt.
Über das europäische „Partnership for Advanced Computing in Europe“ (PRA-
CE) haben europäische Forscherinnen und Forscher Zugang zu
Supercomputern in fünf europäischen Ländern, unter anderem zu den deutschen
Höchstleistungsrechnern des Gauss Centre for Supercomputing.
37. Inwieweit ist das 2018 in der KI-Strategie definierte Ziel erreicht, ein
„Programm zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung und Lehre im
Bereich KI“ (vgl. Strategie der Bundesregierung über Künstliche
Intelligenz, 2018) aufzulegen, um KI-Nachwuchstalente im Bereich
Forschung, Entwicklung und Anwendung in Deutschland zu halten und neue
zu gewinnen (bitte nach Programmlaufzeit, Umsetzungsstand und
Budget aufschlüsseln)?
Vielfältige Maßnahmen der Bundesregierung zielen bereits darauf ab,
Nachwuchstalentente und Lehre im Bereich Künstliche Intelligenz zu fördern.
Das BMBF hat insbesondere folgende Maßnahmen mit dieser Zielsetzung im
Rahmen der KI-Strategie gestartet:
Mit der Maßnahme zur Förderung von KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen soll
gezielt der Anteil qualifizierter Frauen in der deutschen KI-Forschung
gesteigert und ihr wissenschaftliches Profil nachhaltig gestärkt werden. Dafür sind in
den Jahren von 2020 bis 2024 rund 34 Mio. Euro vorgesehen. Die
Forschungsprojekte starten im Jahr 2020.
Mit einer laufenden Maßnahme zur Einrichtung von KI-Laboren wird die
Qualifizierung im Rahmen von Forschungsvorhaben im Gebiet KI gefördert. Dafür
sind in den Jahren von 2019 bis 2022 rund 18 Mio. Euro vorgesehen.
Das Forschungs- und Entwicklungs-Verbundprojekt „KI-Campus“ verfolgt u. a.
das Ziel, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der Künstlichen
Intelligenz für eine große Bandbreite von Lernenden zu schaffen und damit die
KI-Kompetenzen zu stärken. Dazu wird auch eine auf das Thema KI
spezialisierte digitale Lernplattform pilothaft aufgebaut. Dafür sind in den Jahren von
2019 bis 2023 bis zu 14 Mio. Euro vorgesehen. Die Maßnahme startete am
1. Oktober 2019.
Auch im Rahmen einer strategischen Förderinitiative der Deutschen
Forschungsgemeinschaft zur Künstlichen Intelligenz werden Nachwuchstalente
gefördert.
38. Wie viele Tenure-Track-Professuren im Bereich KI wurden wo zwischen
2018 und Juni 2020 in durch den Bund finanzierten Programmen für
Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher
(Professorinnenprogramm etc.) neu geschaffen?
Mit dem Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses (Tenure-Track-Programm) wurden im Zeitraum von April 2019 bis
Juni 2020 insgesamt neun Tenure-Track-Professuren im Bereich KI an den
folgenden acht Universitäten neu geschaffen: Universität Stuttgart (2), sowie
Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Gießen, Universität Hannover,
Universität Jena, Universität Kiel, Universität Magdeburg und Technische
Universität München (jeweils 1). Das Professorinnenprogramm dagegen ist nicht
auf bestimmte Fachbereiche, sondern allgemein auf die Erhöhung der Anzahl
von Professorinnen sowie die Verbesserung von Strukturen im Sinne der
Chancengleichheit an deutschen Hochschulen ausgerichtet. Nach Durchführung von
regulären Berufungsverfahren werden danach im Rahmen einer
Anschubfinanzierung Erstberufungen von Wissenschaftlerinnen auf die jeweils von den
Hochschulen ausgeschriebene Professur für die Dauer von 5 Jahren gefördert,
soweit ein externes Begutachtungsgremium das von der Hochschule im
Rahmen der Förderbedingungen vorgelegte Konzept zur Chancengerechtigkeit
positiv bewertet hat.
39. Durch welche konkreten Maßnahmen und Programme fördert die
Bundesregierung wirtschaftliche Ausgründungen aus der Wissenschaft
im Bereich KI (bitte nach Haushaltsjahren 2018 bis 2020, Projekttitel,
Projektkurzbeschreibung, zuständigem Ressort, Budget und Laufzeit
aufschlüsseln)?
Die wirtschaftliche Verwertung wissenschaftlicher Projekte, auch in Form von
Ausgründungen, ist ein übergeordnetes und allgemeines Ziel der
Forschungsförderung des BMBF, das auch von KI-spezifischen Fördermaßnahmen
adressiert wird.
Konkret fördert die Bundesregierung mit dem Programm „EXIST –
Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ bereits im bestehenden Förderrahmen KI-
Ausgründungen in allen Phasen des Gründungsprozesses:
Das Programm EXIST Gründungskultur (EXIST IV und EXIST Potentiale)
zielt auf die Weiterentwicklung und Verstetigung der in den vergangenen
Jahren entstandenen Gründungsnetzwerke an Hochschulen und unterstützt
insbesondere kleinere und mittlere Hochschulen, die bislang noch keine EXIST-
Förderung in Anspruch genommen haben. Mit EXIST Potentiale sollen durch
frühzeitige Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen Studierende an
das Thema Gründungen herangeführt werden. Themen mit hoher
gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz, wie die Anwendung von KI beim
Mittelstand stehen dabei besonders im Fokus der Gründungsakquise. Mit den
Programmsäulen EXIST Gründerstipendium (EGS) und EXIST
Forschungstransfer (EFT) werden jährlich ca. 260 Gründungsteams bei der unmittelbaren
Produktentwicklung, Businessplanerstellung und Gründungsvorbereitung
unterstützt. Über den German Accelerator (GA) werden die Internationalisierung
und Skalierung von Start-ups in den gerade für die Anwendung von KI
relevanten Wachstumsmärkten USA, China und Südostasien gezielt unterstützt.
Ausgründungen aus der Wissenschaft spielen gerade bei der Anwendung
Künstlicher Intelligenz für Produktinnovationen und damit für das
wirtschaftliche Wachstum in nahezu allen Bereichen in den kommenden Jahren eine
entscheidende Rolle. Die Bundesregierung hat deshalb in dem Konjunktur- und
Zukunftspaket zusätzliche Mittel in Höhe von 2 Mrd. Euro für die Anwendung
Künstlicher Intelligenz, darunter auch von KI-Gründungen, und für die dafür
erforderliche Ausrichtung der Forschungs- und Transferstrukturen
bereitgestellt.
Im Rahmen von EXIST werden dazu spezifische Angebote in allen drei
Programmsäulen mit dem Ziel umgesetzt, die Anzahl und Qualität an KI-
Gründungen deutlich zu erhöhen. Dafür werden – vorbehaltlich der weiteren
Finanzplanung bis zum Jahr 2024 – die Haushaltsansätze für das EXIST
Programm in den nächsten 4 Jahren um gut 60 Mio. Euro aufgestockt.
BMWi
EXIST-Gesamt davonEGS
davon
EFT
davon
EXIST IV
davon
EXIST-Potentiale
davon
GA
2018 66,12 26,47 33,95 0,814 4,88
2019 109,95 27,40 35,73 37,78 9,04
2020 100,66 26,45 44,74 24,81 4,67
Anmerkung: Alle Angaben in Mio. Euro.
40. Durch welche konkreten Maßnahmen möchte die Bundesregierung die
im Konjunkturpaket unter Nummer 43 definierten Ziele erreichen, und
welche Finanzmittel werden dazu zusätzlich in den Jahren 2020 und
2021 bereitgestellt für die Ziele
a) „Kompetenzzentren für KI-Forschung werden wir langfristig stärken
und eng mit der regionalen Wirtschaft in Anwendungshubs
verzahnen.“,
b) „In zukunftsweisenden Anwendungsfeldern werden wir, ausgehend
von exzellenten Forschungs- und Transferstrukturen, KI-Ökosysteme
von internationaler Strahlkraft aufbauen.“,
c) „die Attraktivität für Spitzenforscher und Nachwuchstalente so
verbessern, dass die Bedingungen am KI-Standort Deutschland im
internationalen Vergleich zu den weltweit besten zählen.“?
41. Welche Planungen existieren seitens der Bundesregierung zur Förderung
eines europäischen KI-Netzwerks, das mit dem Konjunkturpaket der
Bundesregierung unter dem Stichwort „KI made in Europe“ erstmals
angekündigt wurde, und mit Finanzmitteln in welcher Höhe plant die
Bundesregierung, ein solches europäische KI-Netzwerk im Jahr 2020
und in den Folgejahren zu unterstützen?
Die Fragen 40 bis 41 werden gemeinsam beantwortet.
Die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung über die Ausgestaltung der
Maßnahmen zu Ziffer 43 des Konjunktur- und Zukunftspakets ist noch nicht
abgeschlossen.
42. Wie lautet der aktuelle Stand des seit 2018 von der Bundesregierung
angekündigten Deutsch-Französischen-KI-Kompetenzzentrums, und
welches Budget soll hierfür ab 2021 veranschlagt werden?
Im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats am 16. Oktober 2019
wurde zwischen den deutschen und französischen Forschungs- und
Wirtschaftsressorts eine gemeinsame KI-Roadmap unterzeichnet und damit die Grundlage
für ein gemeinsames KI-Forschungs- und Innovationsnetzwerk gelegt. Mit der
Unterzeichnung einer Declaration of Intent im April 2020 einigten sich
Deutschland und Frankreich verbindlich darauf, die gemeinsame
Zusammenarbeit in der KI-Forschung zu intensivieren. Die KI-Kompetenzzentren in
Deutschland und die KI-Institute in Frankreich werden künftig noch enger
zusammenarbeiten, etwa durch gemeinsame Forschungsprojekte oder den
Austausch von wissenschaftlichem Personal. Die bilateralen Gespräche dauern
derzeit noch an. Zudem sind die zu veranschlagenden Mittel Gegenstand der
Verhandlungen zur Haushaltsaufstellung der Jahre ab dem Jahr 2021.
43. Wie lautet der aktuelle Stand des im Koalitionsvertrag zwischen CDU,
CSU und SPD vereinbarten „Zentrums für digitale Innovationen in der
Systemforschung“, welches gemeinsam mit Polen aufgebaut werden soll,
und welches Budget ist hierfür in den Jahren 2020 und 2021 eingeplant?
Das angesprochene Zentrum befindet sich seit dem Jahr 2019 in der
Aufbauphase. Dafür sind Bundesmittel in Höhe von rund 3,2 Mio. Euro für 2020
eingeplant. Die Höhe der Bundesmittel für das Jahr 2021 ist Gegenstand der
aktuellen Haushaltsverhandlungen.
44. Wie genau plant die Bundesregierung, vor dem Hintergrund, dass in den
USA und in China mehrere 10 Mrd. US-Dollar jährlich für Forschung
und Entwicklung von KI investiert werden, mit 5 Mrd. Euro für den
Zeitraum von fünf Jahren den KI-Standort Deutschland zu dem „weltweit
besten“ zu machen (vgl. Nummer 43, Konjunkturpaket)?
Ein Vergleich der finanziellen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
von KI zwischen Nationen ist vor dem Hintergrund potentiell sehr
unterschiedlicher Erhebungsgrundlagen in der Regel nicht ohne weiteres möglich. Zudem
werden die Bundesmittel zur Förderung von Forschung und Entwicklung von
KI flankiert durch Mittel der Länder. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind
Investitionen von Unternehmen. Darüber hinaus ist Deutschland Teil und
maßgeblicher Treiber eines europäischen KI-Ökosystems, in dem weitere Mittel der
Forschungsförderung bereitgestellt werden und in dem gemeinsam mit
europäischen Partnern Forschung und Entwicklung von KI nach europäischen Werten
vorangetrieben wird. Dementsprechend wird die KI-Strategie der
Bundesregierung in diesem Jahr fortgeschrieben. Sie befindet sich derzeit in der
Ressortabstimmung.
45. Welche KI-Projekte, die einen besonderen Fokus auf soziale und
ökologische Nachhaltigkeit legen, werden durch die Bundesregierung
gefördert (bitte nach Projekttitel, Projektkurzbeschreibung, zuständigem
Ressort, Laufzeit und Fördervolumen aufschlüsseln)?
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
(BMU) hat am 21. August 2019 die Förderinitiative „KI-Leuchttürme für
Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen“ gestartet. Gefördert werden Projekte, die
Künstliche Intelligenz nutzen, um ökologische Herausforderungen zu
bewältigen und die beispielgebend sind für eine umwelt-, klima- und naturgerechte
Digitalisierung. Dafür gibt es zwei Förderlinien (FL), die Projekte verschiedener
Entwicklungsstadien adressieren:
Der Call for Participation „KI für den Umweltschutz“ (FL 1) suchte kreative
und innovative Ideen für ökologische Herausforderungen. Das Verfahren
ermöglichte Bewerberinnen und Bewerbern mit oder ohne Fördererfahrung ihre
Kompetenzen und Ideen einzubringen. Der Call richtete sich vor allem an
interdisziplinäre Teams. Ziel ist es, die Gemeinschaft, die sich mit den Chancen
digitaler Technologien für die Umwelt beschäftigt, zu verbreitern.
Die zweite Förderlinie „Anwendungsorientierung und -fundierung“ richtet sich
an Projekte mit einem bereits höheren Reifegrad. Sie zielt darauf ab,
Entwicklung, Einsatz und Vermittlung KI-basierter Anwendungen für ökologische
Herausforderungen zu fördern (FL 2). Aus rund 300 eingereichten Ideen wurden
zunächst 13 Projekte der FL 1 und 13 Projekte der FL 2 ausgewählt.
Laufzeit: 2020 – 2023.
Gesamtvolumen: Zur Aufteilung der Haushaltsmittel auf das Förderprogramm
wird auf die Antwort zu Frage 30 verwiesen.
„Modellprojekt Zukunftsfonds Digitale Arbeit und Gesellschaft“ (Arbeitstitel):
Das Modellprojekt ist dem Aufbau des gemeinsam mit BMU und das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geplanten
„Zukunftsfonds Digitale Nachhaltigkeit, Arbeit und Gesellschaft“
vorangestellt. Es umfasst den Aufbau einer Matching-Plattform (Civic Innovation
Platform) sowie die Erprobung einer zweistufigen Förderung und intensiven
Begleitung von KI-Projekten durch Beratungs- und Vernetzungsworkshops im
Bereich von Zivilgesellschaft, Verwaltung und KMU zu Themen in der
Ressortzuständigkeit des BMAS.
Laufzeit: 2019 – 2022.
Gesamtvolumen: 17,8 Mio. Euro.
Unter dem Arbeitstitel „Zukunftsfonds Digitale Arbeit, Nachhaltigkeit und
Gesellschaft“ arbeiten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS),
BMU und BMFSFJ am Aufbau eines Ökosystems für gemeinwohlorientierte
und nachhaltige KI. Das Projekt wird die in Ressortzuständigkeit der drei
Häuser verantworteten Förderprogramme mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit,
Arbeitswelt, Sozialwesen und Gesellschaft verbinden: durch gemeinschaftlich
genutzte Infrastrukturen, eine übergeordnete Vernetzung, Kommunikation und
Communitybuilding.
Laufzeit: 2020 – 2023.
Gesamtvolumen: 48,4 Mio. Euro (BMAS: 15,9 Mio. Euro; BMU: 20,0 Mio.
Euro; BMFSFJ: 12,5 Mio. Euro).
Das BMBF verfolgt drei solcher KI-Projekte.
Das Programm „ReziProK“ des Verbundvorhabens „EIBA“. Das Ziel des
Verbundprojektes ist die Entwicklung einer Maschine zur Identifikation und
Zustandsbewertung von Altteilen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur
Kreislaufschließung durch digitale Technologien geleistet. Mit dem Einsatz von
Methoden der Künstlichen Intelligenz soll die Maschine in der Lage sein, Produkte
zu erkennen und mit weiteren verfügbaren Informationen zu vergleichen.
Durch die kontinuierliche Erweiterung der Daten soll sie sich zudem an neue
Produkte und Anforderungen anpassen. Der Mensch soll dabei nicht durch die
Maschine ersetzt, sondern unterstützt werden.
Laufzeit: 01.09.2019 – 31.08.2022.
Gesamtvolumen: 1,41 Mio. Euro.
Das Programm „ReziProK“ des Verbundvorhabens „LongLife“. Das
Projektkonsortium von „LongLife“ will die Barrieren für eine längere Nutzung
technischer Komponenten abbauen und damit zu einer deutlichen
Ressourceneinsparung beitragen. Dies soll über die Kombination von technischen und
betriebswirtschaftlichen Elementen erreicht werden. Zum einen werden Methoden und
Werkzeuge für eine möglichst sichere Prognose der Restlebensdauer von
gebrauchten technischen Komponenten entwickelt. Zum anderen sollen
innovative Referenz-Geschäftsmodelle entstehen, die auf diese Prognosen aufbauen
und eine Weiterverwendung, z. B. als kaskadierte Nutzung, für alle Beteiligten
wirtschaftlich interessant machen.
Laufzeit: 01.07.2019 – 30.06.2022.
Gesamtvolumen: 1,24 Mio. Euro.
Das Programm „KMU-innovativ“ des Verbundvorhabens Ressourceneffizienz
„KI-EasyMould“. Das Ziel des Verbundprojektes ist die signifikante
Ressourceneinsparung durch die Entwicklung eines KI-gestützten Prägesystems für
Stanzmaschinen im Verpackungsbereich. Dieses beinhaltet die technische
Entwicklung der Schnellwechselkassetten, der sog. Prägesleeves sowie eine Regel-
und Überwachungseinheit mit KI-gestützter Qualitätsüberwachung. Die
technische Machbarkeit und Leistungsfähigkeit wird anhand eines zu entwickelnden
Demonstrators nachgewiesen.
Laufzeit: 01.07.2019 – 30.06.2021.
Gesamtvolumen: 0,88 Mio. Euro.
46. Welches Budget wird mit dem beim Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie angesiedelten KI-Innovationswettbewerb bereitgestellt, und
in welcher Form findet eine Zusammenarbeit zwischen den
Gewinnerinnen und Gewinnern des Wettbewerbs und dem sich im Aufbau
befindenden Dateninfrastrukturprojekt GAIA-X statt?
Der KI-Innovationswettbewerb wurde im Januar 2019 gestartet. Nachdem das
Projekt GAIA-X anlässlich des Digital-Gipfels Ende Oktober 2019 öffentlich
angekündigt wurde, hatte sich gezeigt, dass viele der beim KI-
Innovationswettbewerb geförderten Vorhaben unmittelbare Anknüpfungspunkte an das
Projekt GAIA-X aufweisen. Etliche Partner in den geförderten
Gewinnervorhaben engagieren sich in entsprechenden GAIA-X Arbeitsgruppen. Vor diesem
Hintergrund wurde ein zweiter Förderaufruf beim KI-Innovationswettbewerb
gezielt auf GAIA-X ausgerichtet. Die ausgewählten Vorhaben aus den
Bereichen Bauwirtschaft/Building Information Modeling, Finanzdienstleistungen/
Datensouveränität sowie Umwelt/Landwirtschaft befinden sich aktuell in der
förmlichen Antragsphase und sollen Anfang des Jahres 2021 starten. In Summe
beläuft sich das Förderbudget der Vorhaben des KI-Innovationswettbewerbs,
die unmittelbar auf GAIA-X einzahlen bzw. einzahlen werden, auf rund
75 Mio. Euro bis zum Jahr 2023. Das Gesamtbudget (inkl. Eigenanteilen der
geförderten Partner) beträgt damit rund 125 Mio. Euro.
47. Plant die Bundesregierung, sich an der aktuell in der Entstehung
befindenden Entität GAIA-X zu beteiligen?
a) Wenn ja, in welcher Höhe plant die Bundesregierung, sich daran zu
beteiligen?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 47 bis 47b werden gemeinsam beantwortet.
Gründungsmitglieder der GAIA-X-Vereinigung sind 22 Unternehmen aus
Deutschland und Frankreich. Der Bund wird nicht zu den
Gründungsmitgliedern gehören. Ob der Bund im weiteren Prozess beitreten wird, wird derzeit
intern noch geprüft. Klar ist, dass die Bundesregierung das Projekt weiterhin
unterstützen und flankieren wird.
48. Mit welchen Mitteln förderte bzw. fördert die Bundesregierung
Forschung und Entwicklung von Quantentechnologien in den Jahren 2015
bis 2020 (bitte nach Haushaltsjahren und Ressort aufschlüsseln)?
Die Bundesregierung förderte bzw. fördert die Quantentechnologien zwischen
2015 und 2020 im Forschungsrahmenprogramm der Bundesregierung zur IT-
Sicherheit „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015 – 2020“
sowie in dem im September 2018 beschlossenen Regierungsprogramm
„Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“. Dafür wurden bzw. werden
die folgenden Mittel bereitgestellt:
2015 2016 2017 2018 2019 2020
BMBF 5,2 9,2 16,0 12,8 33,0 33,7
BMWi 3,0
Anmerkung: Alle Angaben in Mio. Euro.
Darüber hinaus befassen sich Institute der Fraunhofer- und Max-Planck-
Gesellschaft, Einrichtungen der Helmholtz- und der Leibniz-Gemeinschaft
sowie Ressortforschungseinrichtungen mit Forschung und Entwicklung in den
Quantentechnologien.
49. Mit welchen Mitteln plant die Bundesregierung, Forschung und
Entwicklung von Quantentechnologien in den Jahren 2020 bis 2023 zu fördern
(bitte nach Haushaltsjahren und Ressort aufschlüsseln)?
Im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-
Sicherheit „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015-2020“ sowie
im Regierungsprogramm „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum
Markt“ in den Jahren von 2020 bis 2023 die in der folgenden Tabelle
aufgeführten vorläufigen Mittelfestlegungen geplant:
2020 2021 2022 2023
BMBF 4,0 48,2 61,4 72,5
BMWi 9,5 20,8 16,0
Anmerkung: Alle Angaben in Mio. Euro. Mittelangaben gemäß der aktuellen Finanzplanung.
Zu den Aktivitäten der außeruniversitären Forschungseinrichtungen und
Ressortforschungseinrichtungen siehe Antwort zu Frage 48.
50. Mit welchen Projekten förderte bzw. fördert die Bundesregierung
Forschung und Entwicklung von Quantentechnologien in den Jahren 2015
bis 2020 (bitte alle Projekte mit Angaben zum Projekttitel,
Projektkurzbeschreibung, Mittelempfänger, Budget und Laufzeit auflisten)?
Für die Beantwortung der Frage wird auf die Tabelle in Anlage 1* verwiesen.
Diese Tabelle gibt Aufschluss über die Projekte zur Forschung und
Entwicklung im Bereich Quantentechnologie.
51. Durch welche konkreten Maßnahmen möchte die Bundesregierung die
im Konjunkturpaket unter Nummer 44 definierten Ziele erreichen, und
welche Finanzmittel werden jeweils zusätzlich in den Jahren 2020 und
2021 bereitgestellt für die Ziele
a) „ein neues industrielles Standbein sowohl hinsichtlich Hard- als auch
Software aufbauen“,
b) „eine substantielle Förderung von Unternehmens- und Start-up-
Gründungen“,
c) „gemeinsame neue Spitzencluster aus Wissenschaft und Industrie“?
Die Fragen 51 bis 51c werden gemeinsam beantwortet.
Die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung zum weiteren Vorgehen ist
noch nicht abgeschlossen.
52. Bis wann wird die Bundesregierung den Auftrag zum Bau von
Quantencomputern vergeben, und mit Ausgaben in welcher Höhe plant die
Bundesregierung für den Bau von mindestens zwei Quantencomputern?
Es wird auf die Antwort zu Frage 50 verwiesen.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/21858 auf der Internetseite
des Deutschen Bundestages abrufbar.
53. Wurden die Konsortien zum späteren Betrieb der Quantencomputer in
einem offenen Verfahren ausgeschrieben?
a) Wenn ja, wie lauten die Ausschreibungskriterien, und wann startete
die Ausschreibung?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 53 bis 53b werden gemeinsam beantwortet.
Es wird auf die Antwort zu Frage 51 verwiesen.
54. Wie hoch ist der Anteil der Auswahl- und Vergabeverfahren für
Forschung und Entwicklung im Bereich Quantentechnologien, bei denen
durch Bundesministerien externe Kommissionen, Expertinnen- bzw.
Experten- oder Beratungsgremien zur Unterstützung bei der Auswahl
eingesetzt werden (bitte den Anteil einzeln nach Bundesministerien für
die Jahre 2015 bis 2020 angeben)?
Auswahl- und Vergabeverfahren für Projekte in Forschung und Entwicklung im
Bereich Quantentechnologien erfolgen auf Grundlage der Förderrichtlinien
bzw. -initiativen im Rahmen der Programme „Selbstbestimmt und sicher in der
digitalen Welt 2015 – 2020“ sowie „Quantentechnologien – von den
Grundlagen zum Markt“ unter Beteiligung externer Experten.
55. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung den Hochschulen in der
Erforschung von Quantentechnologien bei, und teilt die Bundesregierung
die Ansicht der Quantum Alliance, dass der „Dreh- und Angelpunkt“ die
Universitäten seien, da diese die „hochqualifizierten und dringend
benötigten Quanteningenieure der Zukunft ausbilde“ (vgl. Pressemitteilung
der Quantum Alliance vom 15. Juni 2020)?
Die Hochschulen in Deutschland sind im Bereich der Quantentechnologien gut
aufgestellt; sie tragen insbesondere exzellentes Know-how aus dem Bereich der
Grundlagenforschung bei. Die Bundesregierung zielt mit ihren Aktivitäten
darauf, dieses Know-how mit der Expertise von außeruniversitären
Forschungseinrichtungen zu Technologieentwicklung und Engineering sowie mit
unternehmerischem Engagement zu verknüpfen. Des Weiteren nehmen die Hochschulen
herausragende Aufgaben für die Nachwuchsgewinnung und die Ausbildung in
den Quantentechnologien wahr. Sie sind daher ein wichtiger Teil des
Ökosystems zur Entwicklung des Themenfeldes in Deutschland.
56. Wie viele Tenure-Track-Professuren wurden zwischen 2015 und Juni
2020 im Bereich Quantentechnologien in durch den Bund finanzierten
Programmen für Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher
(Professorinnenprogramm etc.) neu geschaffen?
Mit dem Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses (Tenure-Track-Programm) wurden im Zeitraum von April 2019 bis
Juni 2020 insgesamt drei Tenure-Track-Professuren im Bereich
Quantentechnologien an folgenden zwei Universitäten neu geschaffen: Technische Universität
München (2) und Universität Stuttgart (1). Hinsichtlich des
Professorinnenprogramms wird auf die Antwort zu Frage 39 verwiesen.
Anlage 1 zur Beantwortung von Frage 50.
Zuwendungsempfänger
Beginn Ende Zuwendung Thema Kurzbeschreibung
BMBF
VACOM
Vakuum
Komponenten
& Messtechnik
GmbH
01.05.
2017
30.04.
2020
213.771 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Vakuumkomponenten
und -kammern aus
Aluminium für
Ionenuhren
Zur optimalen Erfüllung der technischen Anforderungen
an die Vakuumapparatur müssen im hier vorgestellten
Teilvorhaben speziell angepasste Komponenten
(elektrische Vakuumdurchführungen und optische
Vakuumfenster) entwickelt und auf die Aufgabenstellung
maßgeschneiderte Vakuumkammern gebaut werden. Die
Komponenten und Kammern müssen dabei weitestgehend
aus Aluminiumlegierungen ausgeführt werden. Darüber
hinaus soll im Teilvorhaben der vakuumseitige,
mechanische Aufbau der Ionenfalle UHV-optimiert
realisiert werden. In AP1 wird ein kompakter Uhrenlaser
entwickelt. Dazu ist es nötig, den Resonator isoliert von
Vibrationen und Temperaturschwankungen in einer
kompakten Vakuumkammer aus Aluminiumlegierungen
zu haltern. In AP2 wird eine Paulfalle entwickelt, die in
eine leichte und kompakte Vakuumapparatur mit großem
optischen Zugang eingebaut wird. Hierfür wird eine
passende Verbindungstechnologie zum Fügen der
Komponenten an die Kammer entwickelt. Neben der
sphärischen Paulfalle wird in einem zweiten
Entwicklungszweig in AP3 eine lineare Falle
miniaturisiert und in einen kompakten Vakuumaufbau
bestehend aus einer kompakten Vakuumkammer aus
Aluminiumlegierungen mit integrierten elektrischen
Durchführungen eingebaut.
‒ 29 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
TOPTICA
Photonics AG
01.05.
2017
31.10.
2020
1.019.025 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Laserpräparation und
Gesamtintegration der
optIclock
Im Rahmen des Projekts "Optische Einzelionen-Uhr für
Anwender” (optIclock) soll ein Demonstrator einer
dauerbetriebsfesten optischen Uhr unter maßgeblicher
Beteiligung von Industrieunternehmen entwickelt werden.
Höchstpräzise Uhren sind eine der prominentesten
Anwendungen der Quantentechnologie. Diese neueste
Generation von Uhren basiert auf optischen Übergängen
in neutralen Atomen oder geladenen Ionen. Prototypen in
führenden internationalen Metrologie-Laboratorien
erreichen heute Genauigkeiten von wenigen Teilen in
1018, was einer Gangabweichung von ca. einer Sekunde
über das Alter des Universums entspricht. Mit einem
solchen Gerät erschließen sich viele kommerzielle
Anwendungen mit bisher unerreichter Präzision, wie z. B.
im Bereich der Synchronisation von großen
Datennetzwerken in der Telekommunikation und von
Radioteleskopen, sowie in der Erdbeobachtung zur
Messung von Höhendifferenzen und schließlich zur
Verbesserung von Zeitskalen und der Navigation in
globalen Satelliten-Navigationssystemen wie GPS und
GALILEO. Der Lösungsweg ist so gewählt, dass die
erforderlichen Untersuchungen und Sonderentwicklungen
innovativ aber zeitgleich risikominimiert sind. In drei
Hauptsträngen entwickelt TOPTICA führend das
Mehrfarbenlasersystem für Präparation, Laserkühlung
und Detektion der Yb+ Ionen, das Lichtverteilungs- und
Lichtschaltsystem sowie das Gesamtsystem optIclock
bestehend aus zwei 19"-Rack-Schränken. In enger
Zusammenarbeit mit HighFinesse wird in einem vierten
Hauptstrang an der Frequenzstabilisierung dieses
Lasersystems geforscht. An zwei weiteren Arbeitspaketen
(Software und Evaluation der optIclock) ist TOPTICA als
Gesamtsystemintegrator maßgeblich beteiligt. Für Details
siehe dazu die Teilvorhabensbeschreibung.
‒ 30 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Menlo Systems
GmbH
01.05.
2017
31.10.
2020
599.995 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Uhrenlasersystem
Das Ziel des Teilvorhabens ist die Bereitstellung eines
robusten, kompakten und ultrastabilen Uhrenlasersystems.
Das Uhrenlasersystem ist von zentraler Bedeutung für die
Ziele des Verbunds, da die Kurzzeitstabilität der
optischen Yb+ Uhr ausschließlich von der Stabilität des
Uhrenlasers abhängt. Das vorgeschlagene
Uhrenlasersystem ist so konzipiert, dass es unter
normalen Laborbedingungen nach Transport justagefrei
eingesetzt werden kann. Die anstehenden Aufgaben im
Arbeitspaket 1 (Uhrenlasersystem) sind in sieben
Unterarbeitspakete unterteilt und entsprechend den
Kernkompetenzen der beteiligten Kooperationspartner
zugeteilt. Menlo Systems ist für die Gesamtkoordination
von Arbeitspaket 1 zuständig und leitet die
Unterarbeitspakete 1.2-1.7. Das Arbeitspaket 1.1 (Design
& Fertigung des ECDL-Mopa-Moduls (external cavity
diode laser-master oscillator power amplifier), & Support)
wird von dem FBH und der HUB geleitet. Das
Arbeitspaket 1.2 befasst sich mit der prinzipiellen
Konzeptionierung des im Projektverlauf zu realisierenden
Uhrenlasersystems. Das Arbeitspaket 1.3 befasst sich mit
dem Aufbau und der Charakterisierungen eines Prototyps
des Uhrenlasersystems bei einer Wellenlänge von 1542
nm. Ziel ist es, sicherzustellen das die Kernkomponenten
des Uhrenlasersystems funktionsfähig sind und die
notwendige Spezifikationen für das Gesamtsystem
erreicht werden können. Das Ziel von AP 1.4 ist die
Definition der Spezifikationen und Anforderungen für das
finale Uhrenlasersystem bei einer Wellenlänge von 871
nm und der einzelnen Systemkomponenten. Danach wird
das Uhrenlasersystem bei 871 nm (inklusive SHG und
Faserlängenstabilisierung) aufgebaut (AP 1.5) und
charakterisiert (AP 1.6). Das letzte Arbeitspaket (AP 1.7)
ist der Integration des Uhrenlasers im Gesamtsystem
gewidmet.
HighFinesse
Laser and
Electronic
Systems GmbH
01.05.
2017
31.10.
2020
239.764 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben: Optische
Interferometer für eine
MHz-genaue Frequenz-
Messung und Regelung
von Lasern
Das Ziel des Vorhabens ist die Realisierung eines
optischen Interferometers, welches die Frequenz-Messung
und Regelung der im Verbundprojekt verwendeten Laser
erlaubt. Dabei wird eine bislang unzugängliche Stufe der
Genauigkeit für die simultane Messung und Regelung von
fünf Laserfrequenzen im MHz-Bereich angestrebt.
Ebenfalls neu ist die Anforderung an die
Temperaturunempfindlichkeit der zu realisierenden
Interferometer, um eine Anwendung außerhalb von
Laboratorien zu ermöglichen. Für die Realisierung ist
daher die Entwicklung eines gezielt für die geplante
Anwendung abgestimmten, hochpräzisen und
Temperatur-stabilen Interferometer-Arrays erforderlich.
Ebenfalls zu entwickeln sind faseroptische Lichtleiter und
-schalter, um Laserlicht in einem breiten optischen Band
transversal einmodig an die Interferometer zu führen,
sowie integrierte, digitale Messdatenerfassung, -
verarbeitung und Regelsignalerzeugung zur Weitergabe
an die Lasersysteme.
‒ 31 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Rheinische
Friedrich-
Wilhelms-
Universität
Bonn
01.05.
2017
30.04.
2020
198.486 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Abbildung und
Strahlformung
Das Ziel des Teilvorhabens "Abbildung und
Strahlformung" ist die Realisierung und Charakterisierung
von kompakten optischen Aufbauten zur Abbildung von
Ionen in Ionenfallen sowie zur Abbildung von
fasergeführter Laserstrahlung mit achromatischer
Strahlformung auf die gefangenen Ionen der sphärischen
(Arbeitspaket AP2) und linearen Paulfalle (Arbeitspaket
AP3) des Verbundprojektes optIclock. Diese Optiken sind
Beiträge zur Entwicklung eines Demonstrators einer
optischen Uhr, welcher gegenüber bisherigen
Realisierungen in stabilisierten Laborsystemen
unerreichte Kompaktheit und Robustheit gegenüber
Transporten erfüllt und weiterhin eine computergesteuerte
Optimierung der Optiken ermöglicht. Dabei wird die
erforderte intrinsische Robustheit durch die zu speziell zu
entwickelnden mechanischen Halterungen der Optiken
und die Kompaktheit der optischen Systeme erreicht.
Zusätzlich werden die Halterungen um elektronisch
ansteuerbare, hochpräzise Positioniersysteme ergänzt um
nach einem Transportvorgang optimale
Betriebsbedingungen automatisch ohne besonderen
Nutzereingriff herstellen zu können. In diesem
Arbeitspaket sollen Abbildungssysteme für beide Arten
von Ionenfallen entworfen sowie aufgebaut und
charakterisiert werden. Laser-strahlung unterschiedlicher
Wellenlänge muss achromatisch mit einer Strahltaille von
ca. 20-30 µm auf das Ion fokussiert werden. Dazu müssen
mechanisch hochstabile und elektronisch positionierbare,
achromatische Abbildungssysteme für Licht aus
Glasfasern auf das Ion entworfen, gebaut und
charakterisiert werden. Umgekehrt muss Fluoreszenzlicht
bei 370 nm vom Ion mit hoher numerischer Apertur
wahlweise auf eine Kamera abgebildet werden. Dies muss
in einem möglichst kompakten und kostengünstigen
Aufbau für die beiden Ionenfallen mit Vakuumsystemen
in AP2 und AP3 realisiert werden. Zudem wird eine hohe
Robustheit für Transporte angestrebt.
‒ 32 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Physikalisch-
Technische
Bundesanstalt
(PTB)
01.05.
2017
31.10.
2020
1.185.587 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Physikalisches
Gesamtkonzept einer
robusten,
dauerbetriebsfesten
Ionen-Uhr für den
Einsatz außerhalb der
Laborumgebung
Ziel des Teilvorhabens der Physikalisch-Technische
Bundesanstalt (PTB) sind Beiträge zur Entwicklung eines
Demonstrators einer optischen Uhr, der gegenüber dem
existierenden Laborsystem Portabilität und eine
anwenderbezogene Bedienung bietet. Bisher sind keine
kontinuierlichen Messungen über Zeiträume von Wochen
möglich, da die aktuellen Aufbauten in kurzen Abständen
manuelle Eingriffe erfordern, wie etwa die Justage
optischer Wege und der Laser. Die im Rahmen des
Projekts erreichten technischen Verbesserungen und
Dauerbetriebsfestigkeit werden es erlauben neue
Experimente im Bereich der Grundlagenforschung
durchzuführen und in neue Bereiche der
Frequenzauflösung vorzustoßen. Hierfür stellt die PTB
die Technologie des Laborsystems der optischen Uhr zur
Verfügung und entwickelt zusammen mit
wissenschaftlichen und industriellen Partnern eine
optische Uhr, die die Möglichkeiten der
Quantentechnologie für Anwender demonstriert und
gleichzeitig in der Grundlagenforschung deutliche
Verbesserungen ermöglicht. Im Rahmen des
Teilvorhabens sollen Ionenfallen entwickelt werden, die
einen robusten optischen Zugang, ein Ultrahochvakuum
unter 1E-10 mbar und gleichzeitig niedrige Erwärmung
der Umgebung des gespeicherten Teilchens ermöglichen.
Zusätzlich soll für die nächste Generation optischer Uhr
die Möglichkeit einer Ionenfalle für mehrere Ionen in
einem kompakten Aufbau mit guten optischen und
elektrischen Zugang untersucht werden. Neben den
Physics Packages unterstützt die PTB durch Ihre
Expertise auf dem Gebiet hochstabiler Laser die Arbeit
der anderen Partner bei der Entwicklung eines
dauerbetriebsfesten Uhrenlasers, auch unter erschwerten
Bedingungen. Um eine Steuerung der optischen Uhr inkl.
diverser Prozesse zur Ausfallsicherheit zu schaffen wird
im Rahmen von AP 8 ein Dienstleistungsauftrag an die
Firma Quartiq vergeben, die besondere Expertise auf
diesem Gebiet besitzt. Final wird das Gesamtsystem in
der PTB durch Vergleich mit anderen Atomuhren in AP
10 evaluiert.
‒ 33 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Forschungsver
bund Berlin
e.V.
01.05.
2017
31.10.
2020
395.847 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Erforschung eines
mikrointegrierten
Uhren-Lasermoduls
Ziel des Vorhabens ist die Erforschung, Entwicklung und
Realisierung von GaAs basierten Diodenlaserchips für
den Einsatz in einer bei 871 nm emittierenden kohärenten
Strahlquelle, die für den Lokaloszillator einer portablen
Ytterbium-Ionen-Uhr eingesetzt werden kann. Ferner soll
Verfahren der hybriden Mikrointegration erforscht und so
umgesetzt werden, dass ein extended cavity
Diodenlasermodul mit integriertem Leistungsverstärker
implementiert werden kann, das in der portablen
optischen Uhr zum Einsatz kommt. In Bezug auf die
Chips werden neuartige Chipdesigns entwickelt, die die
Realisierung von extended cavity Diodenlaser mit
hochstabilem und -reinem Emissionsspektrum
ermöglichen sowie Leistungsverstärker mit exzellentem
Strahlprofil und reduzierter Spontanemission zur
Verfügung stellen. Ferner wir der Einsatz einer weltweit
einmaligen Mikrointegrationstechnologie die Masse und
den Formfaktor im Vergleich zu kommerziellen Systemen
um den Faktor 10 bzw. 100 reduzieren und erstmals für
den Feldeinsatz geeignete Lasermodule für eine optische
Uhr bereitstellen. Die Arbeitsorganisation des
Teilvorhabens gliedert sich in 6 Arbeitspakete. In AP
1.1.1 wird das Design des Lasermoduls erarbeitet, in AP
1.1.2 erfolgt das Design und die Herstellung der
Diodenlaser-Chips. In AP 1.1.3 und AP 1.1.4 erfolgt die
Untersuchung und Erforschung der Halbleiterchips statt.
In AP 1.1.5 wird das UhrenLaserModul mikrointegriert.
In AP 1.1.6 umfasst die Unterstützung der Projektpartner
bei der Integration des UhrenLaserModuls in das
Uhrenlaser System, bei der Integration des Uhrenlaser
Systems in die optische Uhr sowie beim Betrieb der
optischen Uhr in Bezug auf alle das UhrenLaserModul
betreffenden Aspekte.
‒ 34 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Qubig GmbH 01.05.
2017
31.10.
2020
187.345 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Fasergekoppelte
Freistrahl-EOMs
Im Rahmen dieses Teilvorhabens soll eine neue
Generation elektro-optischer Modulatoren (EOM)
entwickelt werden, die den hohen Anforderungen des
Gesamtvorhabens hinsichtlich schneller Schaltzeiten,
Kompaktheit und Robustheit genügen sollen. Derzeitige
Modelle leiden vor allem unter mangelnder thermischen
Stabilität, was die Funktionalität des Gesamtsystems in
Bezug auf effiziente Prozessführung und vor allem
Robustheit beeinträchtigt. Die Entwicklung einer
Hybridtechnologie bestehend aus Freistrahl-EOMs und
Faseroptik soll dies beheben. Ziel ist, durch grundlegend
neue Ansätze beim EOM Design und einer speziellen
Kristallauswahl die Strahlstabilität von Freistrahl-
Modulatoren derart zu verbessern, dass selbst die stabile
Einkopplung in eine optische Faser mit minimalen
Verlusten möglich wird. Das Teilvorhaben
"Fasergekoppelte Freistrahl-EOMs" ist bezogen auf das
Gesamtvorhaben, dem Arbeitspaket AP7 unterzuordnen.
Zur Realisierung des Teilprojekts werden von der Qubig
GmbH zwei Arbeitspakete vorgesehen. In AP7.2 wird das
Ziel verfolgt, eine neue Generation von Freistrahl-EOMs
zu entwickeln, die durch eine erhöhte
Modulationseffizienz sowie einer verbesserten
Strahlrichtungsstabilität ausgezeichnet sind. Im
Arbeitspaket AP7.7 wird der Versuch unternommen, ein
Hybridsystem bestehend aus den in AP7.2 entwickelten
Freistrahl-EOMs und einer ausgeklügelten
Faserkopplungsvorrichtung zu realisieren.
‒ 35 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Siegen
01.05.
2017
31.10.
2020
482.100 Verbundprojekt:
Optische Einzel-Ionen
Uhr für Anwender
(optIclock) -
Teilvorhaben:
Kompakter Ionenfallen-
Chipträger in
Dickschicht-
Technologie als
Vakuuminterface
Das hier vorstellte Vakuumsystem soll auf kompakte Art
UHV-Drucke erlauben und gleichzeitig eine hohe Anzahl
an elektrischen Verbindungen auf kleinstem Raum,
möglichst ohne zusätzliche Kontaktierungsschritte (und
damit zusätzliche Fehlerquellen) bereitstellen. Die hier
vorgestellte Lösung für Konnektivität mit Hilfe der
Dickschichttechnologie ist für alle Anwendungen auf
kleinstem Raum von Interesse. Der Ansatz hat ebenfalls
ein mögliches kommerzielles Potential bei Schnittstellen,
welche für spezielle Benutzervorgaben maßgeschneidert
sind. Kern des Vakuum-Setups wird die auf einen
keramischen Halter montierte Falle sein. Der massive
keramische Halter bietet eine solide mechanische Basis
mit hoher thermischer Leitfähigkeit. Der Chipträger wird
auch als Teil des Vakuumsetups fungieren, welches
mittels Indiumdichtringen an den Vakuumrezipienten und
den optischen Zugang angeschlossen wird. Der
Keramikträger wird mit mehreren leitfähigen und
isolierenden Schichten im Dickschichtverfahren bedruckt
und dient somit als robustes und kompaktes Vakuum-
Interface für alle zum Betrieb der Falle notwendigen
Spannungen Strömen und Signalen. Der optische Zugang
wird durch einen idealerweise metallfreien Viewport mit
antireflexbeschichteten Fenstern erreicht. Siegen hat eine
ähnliche Konstruktion bereits in Betrieb, welche einen
optischen Zugang sowohl für alle Laser als auch für den
optischen Nachweis der Kühlfluoreszenz und zur
Zustandsbestimmung bietet. Der für dieses Projekt
entwickelte Viewport wird antireflex-beschichtet sein für
die Wellenlänge des Ionisationslasers bei 399 nm, für den
Kühllaser bei 369 nm, sowie die Laser, welche dem
optischen Pumpen in D- und F-Zustände entgegenwirken
mit Wellenlängen bei 935 und 760 nm. Gegenüber dem in
Siegen im Einsatz befindlichen Viewport wird eine
Zugang von Lasern aus verschiedenen Raumrichtungen
notwendig sein, um die Mikrobewegung der Ionen zu
analysieren und zu minimieren.
‒ 36 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Robert Bosch
Gesellschaft
mit
beschränkter
Haftung
01.08.
2017
31.01.
2021
586.500 Verbundprojekt:
Neuartige Gehirn-
Maschine-Schnittstelle
basierend auf
Quantensensoren
(BrainQSens) -
Teilvorhaben: Aufbau
miniaturisiertes
Sensorsystem
Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer neuartigen
Sensortechnologie die eine Mensch Maschine Interaktion
gesteuert über das gezielte Auswerten neuronaler
Magnetfelder des Gehirns ermöglicht. Eine solche
Anwendung war wegen der fehlenden empfindlichen
Sensortechnologie bisher nicht realisierbar, die aber in
diesem Projekt durch die Anwendung
quantenmechanischer Messprinzipien ermöglicht werden
soll. Das Potenzial von Quantensensoren liegt darin
begründet, dass in einem Festkörpersensor 1012 Sensitive
atomare Zellen in Festkörpern mit der größe von 1 mm³ in
kohärenter Anregung für eine Einzelmessung genutzt
werden. Im Rahmen der Arbeiten soll die Empfindlichkeit
von Dampfzellen und NV-basierten
Festkörpermagnetometern durch verbesserte Anregungs-
und Abfrageprotokolle zu steigern und diese
Quantensensoren zu miniaturisieren. Am Ende des
Projekts sollen Magnetfelder des auditiven Kortexes mit
einem Demonstrator nachgewiesen werden. Bei der
Entwicklung optisch betriebener Quantensensoren müssen
Wege gefunden werden, eine effiziente Lichtführung zur
optimalen optischen Anregung Lichtsammlung zu
erreichen und diese mit der notwendigen
Mikrowellentechnologie in einem kompakten Gehäuse zu
vereinen. Oberstes Ziel ist das Erreichen hoher
Magnetfeldempfindlichkeiten. Bei der Entwicklung
endoskopischer Sensorköpfe sollen Ansätze verfolgt
werden die ein rein optisches Anregungsschema, ohne
zusätzliche Mikrowellenanregung ermöglichen. Um
gegen äußere Störfelder robust zu sein sollen hybride
Gradiometer-Konfigurationen aus Gaszellen- und
Diamantmagnetometern entwickelt werden die
Streufeldsignale aus dem Messsignal herausfiltern.
Darüber hinaus müssen robuste Software-Algorithmen
und Protokolle für die kohärente Kontrolle der
verwendeten Quantensysteme und die Auswertung der
Messwerte entwickelt werden. Weiterhin wird sich ein
Teil der Arbeit auf die Entwicklung von NV-dotiertem
Diamant konzentrieren.
‒ 37 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Stuttgart
01.08.
2017
31.07.
2020
824.328 Verbundprojekt:
Neuartige Gehirn-
Maschine-Schnittstelle
basierend auf
Quantensensoren
(BrainQSens) -
Teilvorhaben:
Entwicklung
miniaturisiertes
Sensorsystem
Mensch-Maschine Schnittstellen (MMS) wie die Maus
oder das Touch-Display sind allgegenwärtige und
unverzichtbare Bestandteile des täglichen Lebens, ob in
der Produktion, der Verwaltung oder im privaten Umfeld.
Der nächste logische Schritt wäre das Ersetzen der
manuellen Bedienung dieser MMS durch eine
berührungslose Interaktion, basierend auf dem gezielten
Auswerten von Gedanken im Gehirn. Versuche, solche
universell einsetzbaren Gehirn-Maschine Schnittstellen zu
schaffen scheitern bisher sowohl an der Ungenauigkeit,
Störanfälligkeit, Baugröße und den Kosten der
zugrundeliegenden Sensoren. Dieses Projekt möchte auf
der Sensorikseite die technologischen Voraussetzungen
für eine solche Schnittstelle schaffen, nämlich die
Entwicklung eines bei Raumtemperatur arbeitenden
Magnetfeldsensors der in der Lage ist, Hirnaktivität bei
einer bestimmten Stimulation (z. B. hören eines Tons) zu
erfassen und entsprechende Signale des auditiven Kortex
nachzuweisen. Dazu soll ein Netzwerk von
miniaturisierten, ultraempfindlichen, auf Quanteneffekten
beruhenden Magnetfeldsensoren entwickelt werden. Die
Forschung in diesem Projekt konzentriert sich sowohl auf
Grundlagenaspekte der Magnetfeldmessung in
Festkörper-Quantensystemen als auch auf die praktische
Implementierung dieser Systeme in eine umsetzbare,
miniaturisierbare und kosteneffiziente
Technologieplattform. Wir wollen Wege finden, die
Empfindlichkeit von Festkörpermagnetometern zu
verbessern und den Einfluss von Störsignalen durch
Streufelder und das Erdmagnetfeld zu minimieren. Dieser
zweite Aspekt der Streufeldunterdrückung soll durch die
Kombination von Festkörpermagnetometern (basierend
auf Stickstoff-Fehlstellenzentren in Diamant) mit
Dampfzellenmagnetometern in einer
Magnetfeldgradiometer-Anordnung adressiert werden.
Die Streufeldunterdrückung ist Voraussetzung dafür, eine
universelle Nutzung dieser Sensoren zur
Hirnaktivitätserkennung außerhalb abgeschirmter Räume
unter normalen Umgebungsbedingungen zu ermöglichen.
‒ 38 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Johannes
Gutenberg-
Universität
Mainz
01.08.
2017
31.01.
2021
428.640 Verbundprojekt:
Neuartige Gehirn-
Maschine-Schnittstelle
basierend auf
Quantensensoren
(BrainQSens) -
Teilvorhaben: Alkali-
Gas Magnetometrie,
endoskopische
Magnetometrie Systeme
und Alkali-NV
Gradiometrie
Mensch-Maschine Schnittstellen (MMS) wie die Maus
oder das Touch-Display sind allgegenwärtige und
unverzichtbare Bestandteile des täglichen Lebens, ob in
der Produktion, der Verwaltung oder im privaten Umfeld.
Der nächste logische Schritt wäre das Ersetzen der
manuellen Bedienung dieser MMS durch eine
berührungslose Interaktion, basierend auf dem gezielten
Auswerten von Gedanken im Gehirn. Versuche, solche
universell einsetzbaren Gehirn-Maschine Schnittstellen zu
schaffen scheitern bisher sowohl an der Ungenauigkeit,
Störanfälligkeit, Baugröße und den Kosten der
zugrundeliegenden Sensoren. Dieses Projekt möchte auf
der Sensorikseite die technologischen Voraussetzungen
für eine solche Schnittstelle schaffen, nämlich die
Entwicklung eines bei Raumtemperatur arbeitenden
Magnetfeldsensors der in der Lage ist, Hirnaktivität bei
einer bestimmten Stimulation (z. B. hören eines Tons) zu
erfassen und entsprechende Signale des auditiven Kortex
nachzuweisen. Dazu soll ein Netzwerk von
miniaturisierten, ultraempfindlichen, auf Quanteneffekten
beruhenden Magnetfeldsensoren entwickelt werden.
Universität
Ulm
01.08.
2017
31.07.
2020
418.170 Verbundprojekt:
Neuartige Gehirn-
Maschine-Schnittstelle
basierend auf
Quantensensoren
(BrainQSens) -
Teilvorhaben:
Kohärente
Kontrolltechniken für
Diamant-Sensoren
Dieses Teilvorhaben möchte auf der Sensorikseite die
technologischen Voraussetzungen für die Entwicklung
eines bei Raumtemperatur und unter
Umgebungsbedingungen (unter normalen
Hintergrundfeldern wie dem Erdmagnetfeld) arbeitenden
Magnetfeldsensors schaffen, der in der Lage ist,
Hirnaktivität bei einer bestimmten Stimulation (z. B.
durch Hören eines Tones) zu erfassen und entsprechende
Signale des auditiven Kortex nachzuweisen.
Johannes
Gutenberg-
Universität
Mainz
01.09.
2018
31.08.
2021
308.400 Verschränkte
Rydbermaterie für
Quantensensoren und
Quantensimulatoren
(ERyQSenS)
JGUM wird, in Zusammenarbeit mit den Partnern im EU
Netzwerk, einen Sensor für elektrische und für
Mikrowellen-Felder aufbauen, optimieren und betreiben.
Zusätzlich zu der hohen Empfindlichkeit, die durch die
speziellen Eigenschaften der Rydbergzustände erreicht
wird, hat er eine sub-µm räumliche Auflösung. Zusätzlich
untersucht JGUM ein Rydberg-Ionen Mikroskop. JGUM
simuliert räumliche Strukturänderungen in
Ionenkristallen, induziert durch Rydberg Anregungen.
‒ 39 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität des
Saarlandes
01.06.
2018
31.05.
2022
252.264 Verbundprojekt:
Nonequilibrium dynamics in
Atomic systems for
QUAntum Simulation
(NAQUAS) -
Teilvorhaben: Theorie
der Nichtgleichgewicht-
Dynamik von atomaren
Systemen in optischen
Resonatoren
Der Fortschritt in unterschiedlichen Gebieten der Physik
hat es erlaubt, die Kontrolle von Quantendynamik in
spezifischen Systemen und Materialien zu realisieren und
damit den Weg zu Quantentechnologien geebnet. Das
jedoch erfordert jetzt, dass man die offenen Probleme der
statistischen Physik der Nichtgleichgewicht-Prozesse
untersucht und versteht, um die Kontrolle der Quanten-
Dynamik von Vielteilchensystemen zu erreichen. Dieses
Projekt widmet sich der Untersuchung und Kontrolle der
Nichtgleichgewicht-Eigenschaften von Quanten-
Vielteilchensystemen, deren Dynamik in der Nähe eines
Quanten-Phasen-Übergangs von äußeren Kräften
getrieben wird. Insbesondere liegt der Fokus unserer
Forschung auf langsamen zeitlichen Änderungen der
antreibenden Kräfte und stützt sich auf dem sogenannten
Kibble-Zurek-Paradigma (KZM). Dieses Paradigma
verbindet Gleichgewicht- mit Nichtgleichgewicht-
Eigenschaften von kritischen Systemen und liefert einen
wichtigen Benchmark von Hypothesen, die auf
universellen Skalierungsgesetzen basieren. In diesem
Projekt werden wir die Vorhersagekraft des KZ-
Paradigmas aufklären und es erweitern, indem
quantenkritische Systeme untersucht werden, deren
Komponenten durch lang-reichweitige Kräfte
wechselwirken und/oder die von topologischen Phasen-
Übergängen in Gleichgewicht charakerisiert sind. Für
diesen Zweck werden wir innovative theoretische
Konzepte der Physik der kondensierten Materie, der
Quantenoptik, der statistischen Physik, und der Quanten-
Information durch fortgeschrittene Experimente mit
Quanten-Gasen von ultrakalten Atomen verifizieren. Auf
kurze Sicht gesehen werden wir diese Kenntnisse nutzen,
um durchführbare Protokolle für Quanten-Simulatoren zu
entwickeln. Wir erwarten, dass die Ergebnisse dieses
Projekts einen Schlüsselbeitrag liefern werden für die
Entwicklung der nächsten Generation von Quanten-
Simulatoren.
Technische
Universität
München
01.04.
2018
30.06.
2021
210.000 Verbundprojekt:
Quantum Code Design
and Architecture
(QCDA) -
Teilvorhaben:
Architekturen für
kontinuierliche
Variablen
Fehlerkorrigierende Methoden sind für die
Quanteninformationsverarbeitung von zentraler
Bedeutung. Typischerweise basieren diese auf Codes, die
Information redundant in endlich-dimensionale
Quantensysteme (Qubits) einbetten. Ziel dieses
Vorhabens ist es, entsprechende Verfahren für
kontinuierliche, also bosonische Quantensysteme zu
entwickeln. Insbesondere sollen
Codierungs/Decodierungsverfahren unter Verwendung
limitierter technologischer Ressourcen, sowie die aktive
Stabilisierung und Manipulation codierter Information
untersucht werden.
‒ 40 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V.
01.04.
2018
31.03.
2021
206.690 Verbundprojekt:
Quantum Technologies
For Lattice Gauge
theories (QTFLAG) -
Teilvorhaben:
Klassische und
Quanten-Simulation von
Gittereichtheorien
Quanteneichfeldtheorien bilden einen grundlegenden Teil
unseres Verständnisses der Teilchenphysik. Ihre diskrete
Formulierung als Gittereichtheorien, eingeführt durch
Wilson, liefert eine leistungsfähige Möglichkeit, sie auch
in nichtstörungstheoretischen Regimen zu berechnen. Die
übliche Formulierung sorgt für intrinsische Limitationen,
wie die Simulation von Echtzeitdynamiken. Es ist daher
von fundamentalem Interesse, neue Ansätze zu
entwickeln. Dies ist das Ziel des QTFLAG-Projektes, das
sich auf die Entwicklung von Quantentechnologien für
diese speziellen Zielsetzungen fokussieren wird. Die
theoretische Forschung wird zwei Richtungen verfolgen,
nämlich die klassischen Simulationen basierend auf
Tensornetzwerken und die Quantensimulationen.
Universität des
Saarlandes
01.04.
2018
31.03.
2021
229.660 Verbundprojekt:
Quantum Technologies
For Lattice Gauge
theories (QTFLAG) -
Teilvorhaben:
Tensornetzwerkmethode
n für
Quantenlinkmodelle
Eichtheorien beschreiben fundamentale Naturvorgänge
wie die Interaktion elementarer hochenergetischer
Teilchen im Standardmodell oder Frustration und
topologische Ordnung in kondensierter Materie. Obgleich
diese Systeme an zentraler Stelle unseres Verständnisses
grundlegendster Prozesse stehen, entziehen sie sich den
meisten Untersuchungsansätzen jenseits des
störtheoretischen Regimes, sobald Echtzeitdynamik,
endliche fermionische Dichten und andere Probleme mit
komplexer Wirkung auftreten, und das berüchtigte
Vorzeichenproblem die Erfolgsaussichten von Monte-
Carlo-Methoden beschneidet. Die Entwicklung neuartiger
Ansätze ohne solche Einschränkungen wird den Weg zu
noch nie dagewesenen Forschungsmöglichkeiten und
Entwicklungen ebnen. Projektziel ist die Entwicklung
quantenbasierter experimenteller und theoretischer
Werkzeuge ohne Vorzeichenproblem zur Simulation stark
korrelierter Vielkörperquantensysteme mit abelschen und
nicht-abelschen dynamischen Freiheitsgraden und zur
Anwendung bei der Untersuchung niederdimensionaler
Eichtheorien. Das Projekt wird klassische
Simulationsmethoden auf Basis von Tensornetzwerken
entwerfen und Quantensoftware auf experimentellen
Quantensimulationsplattformen entwickeln und betreiben.
Die klassischen und die Quantensimulationsansätze sind
verbunden und profitieren von dem jeweils anderen,
können aber als Werkzeuge das Forschungsziel
eigenständig erreichen, was die Erfolgschancen des
Gesamtprojektes erhöht. Dieses Teilprojekt widmet sich
der Entwicklung und Anwendung von
Tensornetzwerkmethoden, um die Quanten-Link-
Repräsentation von Gittereichtheorien zu untersuchen.
Das Hauptziel besteht darin, unter Ausnutzung der
kürzlich eingeführten Plattform einige der schwierigsten
Probleme aus der Forschung anzugehen. Darüber hinaus
werden die Entwicklung experimenteller Werkzeuge und
Ansätze unterstützt, um in Zusammenarbeit mit den
experimentellen Gruppen im Konsortium die
Quantensimulation von Gittereichtheorien durchzuführen.
‒ 41 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Rheinisch-
Westfälische
Technische
Hochschule
Aachen
01.04.
2018
31.03.
2021
293.760 Verbundprojekt:
Langreichweitiger
Quantenbus für
Elektronenspins in
Silizium (SiQuBus) -
Teilvorhaben: Transfer
und Manipulation von
Spinqubits in einem
SiGe-Quantenbus
Elektronenspins in Silizium sind äußerst vielversprechend
für die Repräsentation eines Quantenbits, weil zum einen
gatterbasierte Elektronenfallen aufgrund der industriellen
Siliziumtechnologie skalierbar herstellbar sind, und zum
anderen der Elektronenspin hervorragende
Kohärenszeiten aufweist. Fehlender Baustein für eine
skalierbare Quantencomputerarchitektur ist die kohärente
Übertragung von Quanteninformation auf einer Distanz
von ca 10 Mikrometern. Ein solcher Quantenbus (QuBus)
schafft Raum für elektrische Zuleitungen und geg.
klassische Kontrollelektronik auf dem Chip. Ziel des
Teilvorhabens ist die Realisierung eine QuBus mit Hilfe
einer linearen Anordnung von metallischen Gattern auf
einer Silizium-Germanium-Quantentopf-Heterostruktur,
die eine bewegliche Elektronenfalle bei einer Temperatur
von 10 mK realisiert. Mithilfe von elektrischen
Wechselfeldern können so einzelne Elektronenspins
kohärent und lateral entlang der Heterostruktur mit einer
Geschwindigkeit von 1 bis 10 m/s bewegt werden. Dieser
Ansatz wird mit QuBit-Manipulation mittels elektrischer
Wechselfelder kombiniert, so dass verschränkte Qubit-
Paare generiert werden können, die zur Teleportation
eines Quantenzustands auf QuBus-Länge genutzt werden
können.
‒ 42 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Freie
Universität
Berlin
01.04.
2018
31.03.
2021
214.800 Verbundprojekt: 2D
hybrid materials as a
platform for topological
quantum computing
(TOPOQUANT) -
Teilvorhaben: Theorie
zu 2D
Hybridmaterialien als
Plattform für
topologische
Quantenrechner
Der zu erwartende topologische Schutz in Majorana-
Qubits verspricht dekohärenzfreie und fehlertolerante
Quanteninformationsverarbeitung. Dank
materialtechnischer und experimenteller Fortschritte der
letzten Jahre ist es in mehreren Forschungslaboratorien
Routine geworden, individuelle Majorana-Zustände zu
realisieren und zu beobachten. Der Gesamtverbund wird
die Forschung zu Majorana-Zuständen auf zweifache
Weise auf die nächste Ebene heben. Erstens werden wir
sauberere InAs-basierte Systeme sowie neuartige InSb-
Systeme entwickeln, die die Integration mehrerer
Majorana-Drähte ermöglichen. Zweitens werden wir die
schnelle elektronische Steuerung sowie die
Messtechniken optimieren, die direkt angewendet werden
können, um die physikalischen Eigenschaften von
Majorana-Zuständen zu untersuchen und grundlegende
Quantenoperationen zu implementieren. Dieses
Teilvorhaben ergänzt die experimentellen Anstrengungen
des Konsortiums um ein abgestimmtes theoretisches
Programm. Die theoretischen Anstrengungen zielen
zunächst auf eine detaillierte und realistische
Modellierung der experimentellen Nanobauelemente und
auf eine Unterstützung bei der Interpretation der
Messungen. Darüber hinaus wird das Projekt intrinsisch
theoretische Forschung beinhalten, die in das
experimentelle Programm rückkoppeln wird. Erstens wird
es um ein umfassendes und mikroskopisches Verständnis
der Quasiteilchenvergiftung in diesen Devices gehen.
Zweitens wird sich die Theorie darauf konzentrieren, neue
experimentelle Möglichkeiten für die Majorana-Physik
vorzuschlagen und zu analysieren, die als Ergebnis der
experimentellen Entwicklungen in diesem Konsortium
verfügbar werden.
Forschungsver
bund Berlin
e.V.
01.06.
2018
31.05.
2021
290.400 Verbundprojekt:
Polariton lattices: a
solid-state platform for
quantum simulations of
correlated and
topological states
(InterPOL) -
Teilvorhaben:
Entwicklung von
Polaritonengittern mit
korrelierten und
topologischen
Zuständen für die
Quantensimulation
Das Ziel des Teilvorhabens am Paul-Drude-Institut (PDI)
ist die Untersuchung und Herstellung von
Polaritonengittern in Halbleiter-Mikrokavitäten, die für
Quantensimulationen geeignet sind. Hierfür werden
sowohl statische Gitter untersucht, die mittels eines
mehrstufigen Molekular-Strahl-Epitaxie-Prozesses
hergestellt werden, als auch durchstimmbare Gitter, die
durch die Modulation von akustischen Oberflächenwellen
("surface acoustic waves", SAWs) erzeugt werden. Die
Gitter werden für Quantensimulatoren mit stark
korrelierter Phasen und topologischen Schutz eingesetzt.
‒ 43 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Ulm
01.04.
2018
31.03.
2021
276.168 Verbundprojekt:
Scalable Electrically
Read Diamond Spin
Qubit Technology for
Single Molecule
Quantum Imagers (Q-
Magine) - Teilvorhaben:
Durch
Quantentechnologie
unterstützte
Einzelmolekül - NMR-
Spektroskopie
Q-Magine bietet einen revolutionären Ansatz für NV-
Spinmessungen, indem es eine hybride photoelektrische
Detektion von NV-Elektronenspins bei Raumtemperatur
entwickelt. Diese Technik erhöht das Signal-Rausch-
Verhältnis (SNR) im Vergleich zu optischen
Ausleseverfahren. Die elektrische Ausleseverfahren wird
genutzt, um eine Strukturanalyse Verfahren einzelner
Proteine auf einem "Quantenchip" zu ermöglichen. Diese
Technologies hat ein hohes Anwendungspotenzial in der
Biologie. Das Ulmer Team wird sich auf die Entwicklung
neuer hochauflösender Sensorik Verfahren konzentrieren
und diese mit der elektrischen Auslesung von NV-Zentren
Spin kombinieren. Q-Magine Sensoren basieren auf der
photoelektrischen Detektion von magnetischen
Resonanzen (PDMR) von NV-Diamant-Spins. Diese
Technik (Abb.1) wurde kürzlich von den Antragstellern
gemeinsam eingeführt. Die kohärente Spinmanipulation
und die elektrische Auslesung auf einem Chip wurden
demonstriert und zum Patent angemeldet. Der Vorteil von
PDMR gegenüber der Optischen Detektion der
Magnetresonanz (ODMR), die derzeit weit verbreitet für
die Auslesung von NV-Spin ist, liegt bei ~ 1000 (und
mehr) mal höheren Signalraten, Miniaturisierung,
Kompaktheit, Skalierbarkeit und der Möglichkeit der
Anbindung an die Peripherieelektronik. Das Q-Magine-
Projekt befasst sich mit der Entwicklung eines einzelnen
NV-Diamant-Chips, der Modellierung der Bauteilantwort
und fortschrittlichen Quantenausleseprotokollen. Diese
Technik wird zum ersten Mal für Sensing-Protokolle
eingesetzt, um Technologien zu entwickeln, die die
Detektion einzelner Moleküle mittels NMR-Detektion
ermöglichen.
Universität
Ulm
01.06.
2018
31.05.
2021
223.140 Verbundprojekt:
Spinbased nanolytics -
Turning today’s
quantum technology
research frontier into
tomorrow’s diagnostic
devices (NanoSpin) -
Teilvorhaben:
Entwicklung der
Kernspinresonanz auf
der Nanoskala
Dank ihrer unübertroffenen Spezifizität, sind die
spinbasierten Analysemethoden
Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) und
Elektronenspinresonanzspektroskopie (ESR) Methoden
die eine zentrale Rolle in Biologie, Chemie, Medizin und
Physik spielen. Sowohl NMR als auch ESR sind limitiert
durch die bei Raumtemperatur sehr kleine thermischen
Polarisierung der Proben. Die daraus resultierende
eingeschränkte Sensitivität und die hohen Gerätekosten
verhindern ihre weite Verbreitung und beschränken diese
auf eine relative kleine Zahl von spezialisierten Gruppen,
die die hohen Anschaffungs- und Betriebskosten leisten
können. Das NanoSpin-Projekt greift dies Problematik
mit dem Ziel auf, eine hochsensitive Spinanalytik zu
entwickeln und diese auf kostengünstigen Chipstrukturen
zu integrieren und dadurch weithin nutzbar zu machen.
Ulmer Teilprojekt wird Hyperpolarisati-onsverfahren des
Nanospin-Konsortiums zur nanoskaligen
Kernspinresonanz nutzen.
‒ 44 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
NVision
Imaging
Technologies
GmbH
01.06.
2018
31.05.
2021
279.060 Verbundprojekt:
Spinbased nanolytics -
Turning today’s
quantum technology
research frontier into
tomorrow’s diagnostic
devices (NanoSpin) -
Teilvorhaben:
Diamantbasierte
Hyperpolarisation für
die NMR-Spektroskopie
Das NanoSpin-Konsortium wird Forschungen in den
Bereichen der theoretischen und experimententellen
Phyisk, der Materialwissenschaften, der NMR-
Spektroskopie sowie der Elektrotechnik mit dem Ziel
betreiben, die diamantbasierte Hyperpolarisation als
Methodik zur signifikaten Performancesteigerung bei der
spinbasierten Analytik (NMR- und ESR-Spektroskopie)
zu etablieren. Dabei soll sowohl der Prototyp eines
portablen, kombinierten Hyperpolarisations-NMR-ESR-
Spektrometers entstehen als auch die Verwendung der
Methodik in kommerziellen NMR-Spektrometern
prototypisch realisiert werden. Um die wissenschaftlichen
Durchbrüche im Bereich der diamantbasierten
Hyperpolarisation auf Geräte für Anwendungen zu
übertragen, wird NVision die bei USTUTT entwickelte
IC-Spektrometerhardware und -software mit dem
hergestellten Diamantkern integrieren, um mit zusätzlich
integrierter optischer Anregung, verbesserter
Probenhandhabung und Hyperpolarisierungssoftware und
-steuerung folgende Ergebnisse zu erzielen: Ein DNP-
fähiges tragbares EPR / NMR-Spektrometer für extrem
empfindliche NMR- und EPR-Detektion von
Nanolitervolumen
Universität
Stuttgart
01.06.
2018
31.05.
2021
302.904 Verbundprojekt:
Spinbased nanolytics -
Turning today’s
quantum technology
research frontier into
tomorrow’s diagnostic
devices (NanoSpin) -
Teilvorhaben:
Integrierte Schaltungen
für die Steuerung und
das Auslesen von Kern-
und Elektronenspins bei
der diamantbasierten
Hyperpolarisation
Das NanoSpin-Konsortium wird Forschungen in den
Bereichen der theoretischen und experimententellen
Phyisk, der Materialwissenschaften, der NMR-
Spektroskopie sowie der Elektrotechnik mit dem Ziel
betreiben, die diamantbasierte Hyperpolarisation als
Methodik zur signifikaten Performancesteigerung bei der
spinbasierten Analytik (NMR- und ESR-Spektroskopie)
zu etablieren. Dabei soll sowohl der Prototyp eines
portablen, kombinierten Hyperpolarisations-NMR-ESR-
Spektrometers entstehen als auch die Verwendung der
Methodik in kommerziellen NMR-Spektrometern
prototypisch realisiert werden. Das an der Universität
Stuttgart durchgeführte Teilvorhaben beschäftigt sich
dabei mit der Erforschung und prototypischen
Realisierung neuer Hardware Anrege- und
Auslesekonzepte für die ESR- und NMR-Spektroskopie.
Durch das sehr hohe Miniaturisierungspotential sowie die
erheblich geringeren Fertigungskosten der verwendeten
integrierten Schaltungstechnik gegenüber konventionellen
Ansätzen eröffnen die Ergebnisse dieses Teilvorhabens
vollständig neue Märkte für die spinbasierte Analytik wie
z. B. den Markt der personalisierten Medizin.
‒ 45 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Ulm
01.06.
2018
31.05.
2021
188.028 Verbundprojekt:
Spinbased nanolytics -
Turning today’s
quantum technology
research frontier into
tomorrow’s diagnostic
devices (NanoSpin) -
Teilvorhaben:
Entwicklung von
Quantenkontrollmethod
en zur diamantbasierten
Hyperpolarisation und
zur Entwicklung der
Kernspinresonanz auf
der Nanoskala
Das gesamte NanoSpin-Konsortium verfolgt das Ziel,
durch Forschungs-arbeiten in den Bereichen theoretische
Physik, Experimentalphysik, Materialwissenschaften,
Chemie und Ingenieurwissenschaften, die diamantbasierte
Hyperpolarisation als Methodik für die spinbasierte
Analytik bereitzustellen.
Leibniz
Universität
Hannover
01.04.
2018
31.03.
2021
365.352 Verbundprojekt:
Controling EPR and
Bell correlations in
Bose-Einstein
condensates (CEBBEC)
- Teilvorhaben:
Inertialsensor jenseits
des Standard-
Quantenlimits
Dieses Projekt vereint Wissenschaftler aus den Feldern
Quanteninformationtheorie, Bose-Einstein-Kondensation
und Atominterferometrie, um Einstein-Podolsky-Rosen-
und Bell-Verschränkung in Bose-Einstein-Kondensaten
zu erzeugen, zu detektieren und nutzbar zu machen.
‒ 46 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Konstanz
01.04.
2018
31.03.
2021
289.200 Verbundprojekt:
Optomechanische
Quantensensoren bei
Raumtemperatur
(QuaSeRT) -
Teilvorhaben:
Nanomechanische
Plattform für kohärente
Messprotokolle
(NanoKoM)
Das Projekt QuaSeRT setzt sich zum Ziel,
optomechanische Quantensensoren bei Raumtemperatur
zu realisieren. Um kohärente Messprotokolle bereits vor
dem Erreichen des quantenmechanischen Grundzustands
charakterisieren und untersuchen zu können, soll eine
klassische Testplattform implementiert werden, mit der
kohärente Zustandsmanipulationen erforscht werden
können. Zu diesem Zweck wird ein nanomechanisches
Zwei-Moden-System verwendet, welches durch die
beiden stark gekoppelten fundamentalen Biegemoden
eines nanomechanischen Saitenresonators realisiert wird.
Dieses System erfüllt alle dafür erforderlichen
Voraussetzungen: Eine hohe mechanische Güte bei
Raumtemperatur und damit eine lange Kohärenzzeit, fein
abgestimmte Eigenfrequenzkontrolle über dielektrische
Signalwandlung, sowie eine starke Kopplung und damit
die Durchführbarkeit kohärenter Operationen innerhalb
der Kohärenzzeit. Grundsätzlich ist bekannt, dass
derartige Zwei-Moden-Systeme gekoppelter
harmonischer Oszillatoren Analogien zur Dynamik von
quantenmechanischen Zwei-Niveau-Systemen aufweisen.
Allerdings sind diese quanten-klassischen Analogien
experimentell nur wenig erforscht, und beschränken sich
auf Landau-Zener Übergänge und einfache Blochkugel-
Manipulationen. Ziel des vorliegenden Teilvorhabens ist
die systematische Untersuchung und experimentelle
Nutzung des Zwei-Niveau-Systems als Testplattform zur
kohärenten Zustandskontrolle. Dies beinhaltet einerseits
die Implementierung klassischer Shortcuts to
Adiabaticity, mit denen Zustände auf schnellerem Wege
als durch einen adiabatischen Übergang präpariert werden
können, andererseits die Untersuchung klassischer
Superpositionszustände und klassischer Interferometrie
zur Zustandsdetektion.
‒ 47 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Westfälische
Wilhelms-
Universität
Münster
01.04.
2018
31.03.
2021
299.520 Verbundprojekt:
Organic Quantum
Integrated Devices
(ORQUID) -
Teilvorhaben:
Nanophotonische
Quantenschaltkreise
Unsere Gesellschaft ist auf sicherer
Kommunikationswege, leistungsstarke Rechner und
präzise Sensoren angewiesen. Technologien um solche zu
realisieren können drastisch verbessert werden wenn in
ihnen Quantenobjekte eingesetzt werden die miteinander
kooperieren. Dadurch lassen sich große Datenmengen
physikalisch sicher speichern und verarbeiten, sowie
Präzisionsmessungen von Kräften und Feldern
durchführen. Einzelne Quanten – Photonen, Elektronen
und Phononen – stellen bereits neue Funktionalität zur
Verfügung. Um Quantentechnologien jedoch erfolgreich
einsetzen zu können ist es notwendig unterschiedliche
Quantensysteme miteinander zu verbinden, auf
skalierbare und praktikable Art und Weise. Im ORQUID
Projekt sollen einzelne organische Moleküle als
Schnittstelle zwischen den obigen drei Quantensystemen
verwendet werden. Einzelmoleküle sollen mit Licht in
Wellenleitern und Kavitäten interagieren um einzelne
Photonen zu erzeugen und zu detektieren, als direkte
Verbindung zur Quantenphotonik. Einzelmoleküle sollen
ebenfalls bewegliche Ladungsträger in
nanoelektronischen Schaltkreisen detektieren um
koheränten Informationsaustausch zwischen Ladungen
und der Umgebung zu erlauben. Weiterhin sollen
Einzelmoleküle die in nanomechanische Bauteile und
zweidimensionale Materialien eingebettet sind dazu
verwendet werden nanoskalige Kräfte und Auslenkungen
zu messen. Durch die Umsetzung dieser drei
Schnittstellen auf einer gemeinsamen Plattform sollen
flexible Hybridsysteme erstellt werden um
Quantentechnologien nutzbar zu machen.
‒ 48 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Leibniz
Universität
Hannover
01.07.
2018
30.06.
2021
410.107 Verbundprojekt:
Trapped Atom
Interferometers in
Optical Lattices
(TAIOL) -
Teilvorhaben:
Experimentelle und
theoretische
Untersuchung von
gefangenen
Atominterferometern in
optischen Gittern
Das Teilprojekt zielt darauf ab, Probleme zu lösen, die
bisher den Skalierungsfaktor oder die Genauigkeit von
Atominterferometern einschränkten. Durch das
Verschieben aktueller Limitierungen können diverse
Arten von Kräften (Trägheit, Elektromagnetismus,
Gravitation usw.) von fundamentaler oder angewandter
Relevanz präzise erfasst werden. Das anzugehende
Problem besteht darin die kohärente Trennung zwischen
gefangenen atomaren Ensembles von wenigen
Mikrometern auf mehrere Millimeter zu erhöhen.
Experimentell wird dies durch die Ansteuerung von zwei
gegenläufigen Bloch-Gittern realisiert, die einen
symmetrischen Strahlteiler realisieren. Die anfängliche
Trennung eines atomchipgenerierten BEC wird mit Hilfe
eines Doppel-Bragg-Strahlteilerpulses durchgeführt, der
es erlaubt, jedes Gitter mit einer
Resonanzgeschwindigkeitsklasse zu speisen. Diese
hochsymmetrische Konfiguration hat klare Vorteile
gegenüber früheren Ansätzen, was die Vermeidung von
anfänglichen Verlusten von Atomen, die Aufhebung
systematischer Effekte, und die Möglichkeit betrifft, den
Einsatz von Tausenden von Photonenrückstößen
anzustreben, dank der Verwendung von delta-kicked
kollimierten BECs mit sub-nK Expansionsenergien. In
den Blochgittern erfolgt für die gesamte Dauer des
Interferometers ein transversaler Einschluss. Diese
eingeschlossene Konfiguration erlaubt es, die begrenzte
Driftzeit in frei fallenden Atominterferometern zu
umgehen. Alle Schritte dieser experimentellen Sequenz
werden einer sorgfältigen Modellierung und Simulation
unterzogen, um sie zu optimieren und einen Betrieb an
den fundamentalen Grenzen des Systems zu ermöglichen.
Die Verwirklichung der Ziele des Teilprojekts hat für das
gesamte Konsortium eine klare Bedeutung, da die Multi-
Gitter-Splitting-Techniken gemeinsam mit zwei weiteren
Partnern (CNR-INO und SYRTE für Beat-Gitter)
erforscht werden.
Technische
Universität
München
01.08.
2018
31.07.
2023
4.488.552 Modulare Photonische
Quantentechnologien
(MOQUA)
In den letzten Jahren haben sich nano-photonische
Technologien hin zum Limit einzelner Photonen
entwickelt und grundlegende Experimente haben die
Machbarkeit einzelner Komponenten für sichere
Kommunikation und dezentrale Quantennetzwerke
nachgewiesen. Dennoch benötigt der Übergang von
Machbarkeitsstudien zu ernsthaften Anwendungen
weitere erhebliche Verbesserungen hinsichtlich
Geschwindigkeit und Genauigkeit sowie eine modulare
Implementierung der einzelnen Komponenten, wodurch
der wichtige Aspekt der Skalierbarkeit ermöglicht wird.
Das Ziel dieses Projektvorschlages ist die Entwicklung
von modularen Bauelementen die essentiell sind für
zukünftige photonische Quantentechnologien, wie
Quantenkommunikation und dezentrale
Quanteninformationsverarbeitung mittels eines "Quanten-
Internets". Weiterhin soll ihr Potential nachgewiesen und
optimiert werden indem sie für bahnbrechende
Experimenten kombiniert werden, welche ihrerseits
neuartige Quantentechnologien ermöglichen.
‒ 49 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Stuttgart
01.08.
2018
31.07.
2021
307.608 Verbundprojekt: Theory
blind Quantum control
(TheBlinQC) -
Teilvorhaben:
Experimenteller
Nachweis der blinden
Quantenkontrolle
In dem Verbundprojekt entwickeln mehrere
Theoriegruppen ein Softwarepaket, dass schliesslich an
einem experimentellen Aufbau (stark wechselwirkende
Rydbergatome) getestet und anhand der erzielten
experimentellen Ergebnisse weiterentwickelt wird.
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V.
01.07.
2018
30.06.
2021
604.887 Verbundprojekt:
Towards Room
Temperature Quantum
Technologies (RouTe) -
Teilvorhaben: Licht-
Materie-
Quantenplattformen im
Regime der starken
Kopplung
Traditionell wird Licht als das Werkzeug schlechthin
angesehen, um die Dynamik von atomaren Anregungen
oder interner molekularer Vibrationen zu manipulieren. In
jüngster Zeit ist jedoch erkannt worden, dass die starke
Modifikation elektromagnetischer Moden in
Nanowellenleitern und Mikroresonatoren einen genauso
wirkungsvollen Mechanismus bereitstellt. Unser Ansatz
besteht darin starke Kopplung als effektiven
Mechanismus zu etablieren um damit beispielsweise
Quantennetzwerke oder Vakuum-veränderte Materialien
zu realisieren. Wir verwenden dabei zwei komplementäre
Ansätze. Im ersten muss jedes einzelne Molekül entlang
eines Nanowellenleiters kontrolliert werden (MPL). Beim
zweiten wird eine Vielzahl von organischen Molekülen
(die genaue Zahl ist weder bekannt noch entscheidend) an
einen Mikroresonator gekoppelt (MPSD). Die zweite
Plattform zeigt bereits erste kohärente Dynamiken.
Aufgrund dieses Ergebnisses ist ein Hauptziel dieses
Teilvorhabens in Zukunft durch Vakuum-Modifikation
als Werkzeug, neuartige Materialien mit verbesserten
Transporteigenschaften und chemischen Eigenschaften zu
entwickeln (MPSD). Der erste Ansatz versucht
stattdessen auf mikroskopischer Ebene Licht-Materie-
Wechselwirkung zu verstehen, um einen Weg
aufzuzeigen, wie man zu rauschgeschützten
Quantennetzwerken kommt (MPL). Dazu muss eine
definierte Anzahl von Molekülen, zunächst mit
elektrischen Feldern so manipuliert werden, dass alle
Emissionsfrequenzen gleich sind. Bei genügend starker
Kopplung an den Wellenleiter wird dies zu neuartigen
kollektiven Effekten führen. Das System wird im weiteren
als eine Testumgebung für die Implementierung von
kürzlich neuentwickelten theoretischen Konzepten
verwendet, welche verdeutlichen, dass stark gekoppelte
Ensembles von Quantenemittern in der Empfindlichkeit
bezüglich Frequenzmessungen und bei der Bildung von
robusten Quanteninformationsspeichern,
nichtwechselwirkende Ensembles von Quantenemittern
bei weitem übertreffen.
‒ 50 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Leibniz
Universität
Hannover
01.08.
2018
31.07.
2022
1.616.760 Quanteninertialsensor
mit geführten
Materiewellen (QuIS-g)
Optik ohne Fasern ist heute im Alltag, etwa im
Automobilbau, unvorstellbar. Im Projekt-vorschlag
Quanteninertialsensor mit geführten Materiewellen
(QuIS-g) soll der Technologiesprung von Freistrahloptik
zu Fasern auf Materiewellen übertragen und ein
Inertialsensor beruhend auf einem Interferometer mit
geführtem ultra-kaltem Kalium realisiert werden. Mithilfe
der erwarteten hohen Empfindlichkeit und überragenden
Langzeitstabilität eines solchen Sensors gegenüber
konventionellen Inertial Measure-ment Units (IMU) soll
die derzeit bestehende gegenseitige Abhängigkeit von
Inertial-navigationssystemen und GNSS beseitigt werden.
Generell bietet das Führen von Ato-men in optischen
Wellenleitern gegenüber Lichtpulsatominterferometern
die Vorteile eines erheblich größeren Dynamikbereichs
sowie intrinsisch simpler Änderung des modus operandi,
beispielsweise zwischen Empfindlichkeit auf Rotationen
oder Be-schleu¬nigungen auf verschiedenen Achsen.
Insbesondere wird bereits mit kon¬ser-vativen Annahmen
eine durch Quantenprojektionsrauschen limitierte
Empfindlichkeit pro Zyklus auf Beschleunigungen
sa=5x10-7 m/s2 und auf Rotationen srot=5x10-6 rad/s
erwartet. Dabei erlaubt die Wahl des Elements Kalium die
effiziente Kontrolle von inneratomaren Interaktionen
durch externe Magnetfelder und hebt somit bisher
vorherrschende Dichtelimitierungen auf. Insgesamt
ermöglicht dieses Projekt für die Zukunft den breiten
industriellen und kostengünstigen on-board-Einsatz
kompakter Quantensensoren für die autonome Navigation
in Bereichen schlechter oder nicht-vorhandener
Abdeckung durch GNSS und schließt damit eine
bedeutende Lücke, z. B. in der konkreten Anwendung für
autonomes Fahren von Kraftfahrzeugen, der Navigation
in akuten Gefahrenlagen und der Navigation von
Weltraumsonden.
‒ 51 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Friedrich-
Schiller-
Universität
Jena
01.10.
2018
30.09.
2023
4.127.400 Multimodales Quantum
Imaging für die
Lebenswissenschaften
(QuantIm4Life)
Auf Quantenkorrelation und Verschränkung beruhende
Abbildungsverfahren haben ein hohes Potential zur
Realisierung verbesserter Bildgebungsmodalitäten. Bisher
wurden derartige Quantum Imaging Verfahren aber nur in
Prinzipdemonstrationen gezeigt, welche fundamentale
Verfahrensvorteile nachweisen konnten. Um eine echte
Bewertung der in Anwendungen realisierbaren Vorteile
vornehmen zu können, müssen zunächst die
grundsätzlichen Vorteile in spezifische messtechnische
Mehrwerte umgesetzt und dedizierte
anwendungsangepasste Messsysteme entwickelt werden.
In Verfolgung dieser Ziele wird die Arbeitsgruppe
QuantIm4Life das vielversprechende, grundlegend bereits
demonstrierte quantenoptische Abbildungsverfahren des
Quantum Ghost Imaging konzeptionell erweitern und
technologisch so weiterentwickeln, dass die vorhandenen
Vorteile für Messaufgaben in den Lebenswissenschaften
optimal ausgenutzt werden können. Die entwickelten
bildgebenden Verfahren werden im Laufe des Projekts zu
hochintegrierten Demonstratoren weiterentwickelt,
welche spezifische Messaufgaben in den
Lebenswissenschaften erfüllen können.
Leibniz
Universität
Hannover
01.01.
2019
31.12.
2023
3.329.960 Photonische
Quantenschaltkreise für
quantenbasiertes
maschinelles Lernen
(PQuMaL)
Kognitive Technologien, d.h. Maschinenkonzepte, die z.
B. "selbständiges Lernen" und "Problemlösen"
beherrschen und heutzutage zunehmend Anwendung
finden, haben bestehende Rechenressourcen an deren
Grenze gebracht. Neue quantenmaschinelle
Lernalgorithmen versprechen eine Beschleunigung
solcher rechenintensiven Anwendungen. Ziel dieses
Vorhabens ist –zusammen mit dem Aufbau einer
Nachwuchsforscherguppe– die Entwicklung einer
photonischen Quantenplattform, die spezifisch auf die
Nutzung des quantenmaschinellen Lernens zugeschnitten
ist.
Technische
Universität
Berlin
01.08.
2018
31.07.
2023
2.163.708 Quantenkommunikation
s-Systeme auf Basis von
Einzelphotonenquellen
(QuSecure)
Ziel des Projektes QuSecure ist die Entwicklung eines
ultimativ-sicheren Kommunikations-Netzwerkes auf der
Basis von Quantenlichtquellen. In diesem Zuge wird das
volle Potential halbleiterbasierter Einzelphotonenquellen
ausgeschöpft, um auch Apparate-unabhängige Szenarien
zur Quantenschlüsselverteilung zu implementieren.
‒ 52 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Forschungszent
rum Jülich
GmbH
01.01.
2019
31.12.
2023
3.029.700 Einzelvorhaben:
Elektrische
Quantenschaltkreise -
von Topologie zu
Quanteninformation
Diese Nachwuchsgruppe wird die Topologie des
Transports in elektrischen Schaltkreisen im
Nichtgleichgewicht untersuchen. Topologische Zustände
sind intrinsisch gegenüber äußeren Störungen geschützt,
und bieten deshalb eine vielversprechende Perspektive für
fehlerresistentes Quantencomputing. Bisher hat sich die
aktuelle Forschung vor allem auf Festkörpermaterialien
mit topologischer Bandstruktur konzentriert, die jedoch
experimentell schwer zugänglich sind. Dieses Projekt
baut auf der neuartigen Erkenntnis, dass elektrische
Schaltkreise topologisch sein können, selbst wenn deren
einzelnen Bausteine es nicht sind. So wird die Topologie
erheblich leichter zugänglich gemacht, und neue Impulse
für eine Industrialisierung von Quantencomputern gesetzt.
Darüberhinaus werden weitere unerwartete Anwendungen
von topologischem Quantentransport erforscht. So könnte
ein neuer, bisher unbekannter fraktionaler Transport-
Effekt zu neuen Messtechnologien unterhalb der
Auflösungsgrenze eines Detektors führen.
HighFinesse
Laser and
Electronic
Systems GmbH
01.09.
2018
31.08.
2021
386.931 Verbundprojekt:
Linienbreiten-Analyse
und Frequenzrausch-
Messung
schmalbandiger
Laserlichtquellen -
Teilvorhaben:
Entwicklung des
Linienbreiten-
Analysators
Eine Vielzahl quantentechnologischer Anwendungen mit
Atomen, Ionen und Molekülen erfordert die Verwendung
von schmalbandigen Laserlichtquellen mit hohem
Kohärenzgrad. Die Kohärenzeigenschaften des Lasers
bestimmen die Fidelität der Präparation, die Kontrolle und
das Auslesen von atomaren oder molekularen Zuständen
und sind daher für die Quantensimulation, die
Quanteninformationsverarbeitung und Quantenmetrologie
von zentraler Bedeutung. Die Anforderungen an eben jene
Kohärenzeigenschaften der Laser wachsen rapide und mit
ihnen auch der Bedarf für die präzise Charakterisierung
und kontrollierte Beeinflussung dieser Eigenschaften. Die
Angabe der Laserfrequenz, Laserlinienbreite und deren
Schwankungen sind sowohl für die Hersteller von Lasern
als auch für deren Anwender in der Quantentechnologie
essentiell. Das Ziel unseres Teilvorhabens ist, eine
Messtechnologie für die Analyse und Regelung der
Kohärenz von schmalbandigen (kHz-Bereich)
Laserlichtquellen zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts
wird ein Lösungsansatz umgesetzt, der solide
Interferometer mit ultra-rauscharmen Photodetektoren
verwendet und damit die empfindliche Messung von
Laserfrequenzrauschen über große Wellenlängenbereiche
erlaubt. Das ausgewählte Verfahren ist zum einen
unempfindlich auf Störquellen (z. B. aufgrund des
Luftschalls), zum anderen können weitere elektronisch
und mechanische Rauschquellen eliminiert werden. Das
Messprinzip bietet über die Detektion des
Frequenzrauschens hinaus noch die Möglichkeit zur
Regelung von Laserfrequenzfluktuationen und -
linienbreiten. Das hier beschriebene Teilvorhaben
"Entwicklung des Linienbreiten-Analysators" ist im
Verbund "Linienbreiten-Analyse und Frequenzrausch-
Messung schmalbandiger Laserlichtquellen" das zentrale
Entwicklungsprojekt.
‒ 53 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Eberhard Karls
Universität
Tübingen
01.09.
2018
31.08.
2021
158.808 Verbundprojekt:
Linienbreiten-Analyse
und Frequenzrausch-
Messung
schmalbandiger
Laserlichtquellen -
Teilvorhaben:
Kohärente Präparation
hochangeregter
atomarer Zustände
mittels
linienbreitenstabilisierte
r Lasersysteme
Das Ziel dieses Teilvorhabens ist die kohärente Anregung
von Rydbergzuständen in einem Experiment mit
ultrakalten Rubidium-Atomen. Da die Umsetzung der
Anregung in diese Zustände sowie ihre mögliche optische
Detektion eine Linienbreite der beteiligten Laser im
Bereich von weniger als 10kHz benötigt, bietet sich hier
eine konkrete Einsatzmöglichkeit für den von
HighFinesse zu entwickelnden Linienbreiten-Analysator.
Die Universität möchte schon bei der Konzeption zu einer
Optimierung des Analysators für quantentechnologische
Anwendungen beitragen. Im Rahmen der Evaluation sind
weitere Verbesserungsvorschläge und Optimierungen
geplant. Die Evaluation soll an der Universität Tübingen
an einem ein Rubidium-Rydbergexperiment, an dem die
kohärente Anregung der Rydbergatome getestet werden
kann, erfolgen. Das hier beschriebene Teilvorhaben
"Kohärente Präparation hochangeregter atomarer
Zustände mittels linienbreitenstabilisierter Lasersysteme"
ist im Verbund "Linienbreiten-Analyse und
Frequenzrausch-Messung schmalbandiger
Laserlichtquellen" das zentrale Projekt für die Umsetzung
der instrumentellen Entwicklung in eine neue
qantentechnologische Anwendung.
‒ 54 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Paderborn
01.08.
2018
31.07.
2023
2.818.800 Quantenkommunikation
mit integrierter Optik im
Zusammenhang mit
supraleitender
Elektronik (ISOQC)
In Quantenkommunikationssystemen müssen Quellen,
Verarbeitung und Messung von Quantenlicht auf
modulare Weise zusammengestellt werden, um ein
gewisses Protokoll durchzuführen. Manche der benötigten
Komponenten haben sehr spezifische
Betriebsbedingungen. In den letzten Jahren hat sich
integrierte Optik als vielversprechender Lösungsansatz
abgezeichnet, der viele von diesen Bedingungen erfüllt. In
der klassischen Optik und
Telekommunikationstechnologie ist die integrierte Optik
auf Lithiumniobatbasis eine der bewährtesten Techniken.
Auch in der Quantenoptik hat diese Vorgehensweise
sämtliche Vorteile wie beispielweise geringe
Transmissionsverluste über ein breites Transparenzfenster
zur Integrierung mit anderen Systemen, hocheffiziente
Kopplung zu Einzelmodenfasern und hocheffiziente,
nichtlineare sowie elektrooptische Eigenschaften. Was auf
dieser Basis fehlt, ist die hocheffiziente Detektion, um die
Quantenschaltkreise zu schließen. Das Hauptziel dieses
Teilvorhabens ist somit die Integrierung und Ausnutzung
von hocheffizienten, supraleitenden Detektoren auf
nichtlinearen Wellenleitern in Lithiumniobat, um neue
Funktionalitäten in der Quantenoptik zu ermöglichen. Die
Herausforderung besteht darin, die Vorteile von
Lithiumniobat zu bewahren, während der Nutzung von
tiefen Temperaturen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden
wir die Lithiumniobattechnologie an der Universität
Paderborn zusammen mit der supraleitenden
Detektortechnologie vom National Institute for Standards
and Technology (NIST), Boulder, Colorado vereinen.
Unter anderem geht es darum, die Eigenschaften des
Lithiumniobatwellenleitersubstrats an den supraleitenden,
dünnen Schichten anzupassen sowie die nichtlinearen
Eigenschaften des Lithiumniobats bei tiefen
Temperaturen zu optimieren. Diese Komponenten werden
in der Zukunft als Teile eines großen
Quantenkommunikationssystems betrachtet, die als
flexible und notwendige Verknüpfungen zwischen
anderen Komponenten fungieren.
‒ 55 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Menlo Systems
GmbH
01.11.
2018
31.10.
2021
589.440 Verbundprojekt:
Kompaktes,
hochstabiles
Lasersystem für
Quanten-
Informationsverarbeitun
g mit Calcium-Ionen
(CaLas) - Teilvorhaben:
Optische Referenz mit
Frequenzkammsystem
Konkretes Ziel des CaLas Gesamtverbundes ist die
Entwicklung eines kompakten La-sersystems für die
Quanteninformationsverarbeitung. Menlo Systems (MEN)
übernimmt den Entwurf und die Integration des
Gesamtsystems und ist damit der zentrale Akteur des
Verbundprojekts. Dies begründet auch MENs Rolle als
Verbundkoordinator. Zusätzlich entwickelt MEN zentrale
Subsysteme selbst. MENs Entwicklungsziele lassen sich
in vier Bereiche gliedern: 1. Konzeption und Integration
des Gesamtsystems in den Bereichen Hardware und
Software mit Definition der Schnittstellen. Die
Steuerungselektronik und Software und für das
Gesamtsystem wird von MEN entwickelt. Außerdem
übernimmt MEN eine Charakterisierung des
Gesamtsystems. 2. MEN wird eine grundlegende
Verbesserung optischer Referenzen in Bezug auf deren
Vibrationsisolierung durchführen. Dazu wird die optische
Referenz vorzugsweise passiv schallisoliert und gefedert
aufgehängt. Eine aktive Entkopplung wird als Mitigation
in Betracht gezogen, falls ein passiver Schutz nicht
ausreichen sollte. 3. Es wird ein kompakter
Frequenzkamm (19", 3HE) entwickelt, basierend auf
MEN‘s Ultra-Low-Noise Technologie. Um eine schnelle
Modenzahlbestimmung zu erreichen, wird dabei auf eine
Doppelkammausführung oder, als Mitigation, auf eine
schnelle, weit verstellbare Repetitionsrate gesetzt.
Darüber hinaus soll der Masteroszillator des Kammes
effizient verbreiter werden, um
Schwebungsdetektionseinheiten bei 794, 844, 854 und
866 nm zu versorgen. 4. Das Gesamtsystem benötigt eine
kompakte, breitbandige, störfeste und über Software
steuerbare Regelungselektronik für ca. ein Dutzend
Regelkreise. Dies wird von MEN auf Basis von neu zu
entwickelnden Schaltungen bereitgestellt. Außerdem ist
zu beachten, dass analoge und digitale Signale sich nicht
stören dürfen, der Betrieb stabil und sicher gegen
ESD/EMV Störungen ist.
LAYERTEC
GmbH
01.11.
2018
31.10.
2021
281.250 Verbundprojekt:
Kompaktes,
hochstabiles
Lasersystem für
Quanten-
Informationsverarbeitun
g mit Calcium-Ionen
(CaLas) - Teilvorhaben:
Optiken für
Hochfinesse-
Resonatoren im NIR-
Bereich
Der Verbund CaLas strebt zur Verbesserung von
Quantencomputern die Entwicklung eines kompakten
hoch stabilen Lasersystems zur Kühlung, Anregung und
Auslesung von Ca-Atomen an. Eine der
Kerninnovationen ist ein Hochfinesse-Resonator, der die
spektrale Reinheit und Stabilität des Gesamtsystems
sicherstellt. LAYERTEC erarbeitet hierfür extrem
verlustarme Spiegel, die bei 1542nm einen
Reflexionsgrad von R=99,992 % und einen
Transmissionsgrad von T=004 % bzw. bei 729nm
R=99,9984 % und T=0.0008 % aufweisen.
‒ 56 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
SpaceTech
GmbH
01.11.
2018
31.10.
2021
139.122 Verbundprojekt:
Kompaktes,
hochstabiles
Lasersystem für
Quanten-
Informationsverarbeitun
g mit Calcium-Ionen
(CaLas) - Teilvorhaben:
Erforschung von
CdMnTe-basierten,
mikrointegrierten
Isolatoren
Im Teilvorhaben sollen die Möglichkeit der
Mikrointegration optischer Isolatoren erforscht werden,
sowie die für die Lasermodule des Gesamtvorhabens
erforderlichen Isolatoren aufgebaut und charakterisiert
werden. Hierzu ist eine hochkompakte Magnetanordnung
zu entwickeln und eine Konstruktion zu erstellen, die
äußerst kompakt ist, eine Magnetintegration trotz großer
magnetischer Kräfte ermöglicht und gleichzeitig eine
spannungsfreie Montage der Optiken ermöglicht.
Universität des
Saarlandes
01.11.
2018
31.10.
2021
101.820 Verbundprojekt:
Kompaktes,
hochstabiles
Lasersystem für
Quanten-
Informationsverarbeitun
g mit Calcium-Ionen
(CaLas) - Teilvorhaben:
Systemanwendung für
Quanten-Netzwerk-
Technologie
Die Arbeitsziele dieses Teilprojekts im Rahmen des
Gesamtverbunds sind: - Detaildefinition der
Anforderungen an das Calcium-Lasersystem aus der Sicht
zukünftiger Anwender, d.h. Festlegung der quantitativen
Zielparameter und qualitativen Zieleigenschaften des
Systems in der geplanten Anwendung. - Identifikation
geeigneter Messungen, um die Anforderungen bezüglich
der Funktion und des Zusammenwirkens der
Teilkomponenten und bezüglich der Grenzen der
Spezifikationen zu validieren. - Durchführung der
geplanten Messungen zur Validierung des Systems. -
Einsatz des Systems in laufenden Experimenten zur
Quantennetzwerktechnologie. - Erstellung von Berichten
bezüglich der quantitativen und qualitativen
Systemeigenschaften in der realen Anwendung.
‒ 57 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Humboldt-
Universität zu
Berlin
01.10.
2018
30.09.
2023
3.643.700 Diamant-Nanophotonik
für On-Chip
Quantentechnologie
(DiNOQuant)
Das überspannende Ziel des Projekts "Diamant-
Nanophotonik für On-Chip Quantentechnologie" ist die
Zusammenführung von Defektzentren in Diamant und
integrierten nanophotonischen Strukturen in kompakte
on-chip Module und die Demonstration von
Verschränkungsoperationen zwischen diesen. Dies ist ein
entscheidender Schritt in Richtung
Quanteninformationsverarbeitung basierend auf optisch
aktiven Festkörpermaterialien. Defektzentren die mit
hohen Raten (~5 kHz) skalierbar verschränkt werden,
bilden die Grundlage zu Quantennetzwerken, die für
entfernte Quantenkommunikation oder komplexes
Quantencomputing genutzt werden können. Die
Motivation für dieses Vorhaben ergibt sich aus dem
technologischen Defizit, dass die Nanostrukturierung von
Diamant weltweit noch nicht vergleichbar mit anderen
Halbleitertechnologien ist. Für einen Sprung in eine
Diamanttechnologie muss daher ein umfassendes
Knowhow in der Fertigung mit Expertise in Quantenoptik mit
Festkörpernanosystemen zusammengeführt werden. Das
Vorhaben baut daher auf existierenden Arbeiten mit
Defektzentren in Diamant und den einzigartigen
Fertigungsprozessen des Ferdinand-Braun-Instituts auf.
Dadurch wird ein bislang unerreichtes Level an
Strukturierungsqualität, Reproduzierbarkeit, und
Skalierbarkeit möglich. Speziell werden durch sogenannte
Waferbonding Verfahren Diamant und photonische
Schaltkreise miteinander verbunden. Eine solche
Plattform kann als "Toolbox" dann generell für die
photonische Integration etablierter und neuer
Defektzentren in Diamant verwendet werden. Konkrete
Beispiele, die im Rahmen dieses Vorhabens realistisch
erreicht werden können, sind sowohl sehr helle
Quantenlichtquellen die für kommerzielle Anwendungen
in ein kompaktes Gehäuse integriert werden, also auch
höchst-effiziente Spin-Photonen-Schnittstellen die zur
Demonstration von Verschränkungsoperationen benutzt
werden.
AKKA DSW
GmbH
01.11.
2018
31.10.
2021
153.950 Verbundprojekt:
VERsatile Trapped Ion
CONtrol System
(VERTICONS) -
Teilvorhaben: Hard-
und
Softwareentwicklung
des Kontrollsystems
Dieses Vorhabens befasst sich mit der Entwicklung eines
modularen, flexiblen und vielseitigen Hard- und
Softwaresystems zur Kontrolle von Quantensystemen.
Gigatroniks GmbH soll auf Basis moderner System-on-
achip Technologie dieses Kontrolsystem nach
Industriestandards erfolgen entwickeln, und durch
kommerzielle
Universität des
Saarlandes
01.11.
2018
31.10.
2021
91.620 Verbundprojekt:
VERsatile Trapped Ion
CONtrol System
(VERTICONS) -
Teilvorhaben:
Quantenkontrolltheorie
für
Festkörperquantensyste
me und Ionen
Der Verbund befasst sich mit der Entwicklung eines
modularen, flexiblen und vielseitigen Hard- und
Softwaresystems zur Kontrolle von Quantensystemen.
Das Universität des Saarlandes Teilvorhaben konzentriert
sich auf die Entwicklung und Implementierung einer
Quantenkontrollarchitektur und unterstützt die
Entwicklung entsprechender Softwaremodule nach
Industriestandards.
‒ 58 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Johannes
Gutenberg-
Universität
Mainz
01.11.
2018
31.10.
2021
175.080 Verbundprojekt:
VERsatile Trapped Ion
CONtrol System
(VERTICONS) -
Teilvorhaben:
Weiterentwicklung und
Tests des Verticons
Kontrollsystems
Das Thema des Vorhabens befasst sich mit der
Entwicklung eines modularen, flexiblen und vielseitigen
Hard- und Softwaresystems zur Kontrolle von
Quantensystemen. Die Universität Mainz soll dieses
Kontrollsystem in den experimentellen Aufbau
integrieren, testen und verifizieren und anschließend
wissenschaftliche verwerten.
Forschungszent
rum Jülich
GmbH
01.05.
2020
31.10.
2021
127.080 Verbundprojekt:
VERsatile Trapped Ion
CONtrol System
(VERTICONS) -
Teilvorhaben:
Quantenkontrollmethod
en für
Quanteninformationsver
arbeitung
Das Thema des Gesamtvorhabens befasst sich mit der
Entwicklung eines modularen, flexiblen und vielseitigen
Hard- und Softwaresystems zur Kontrolle von
Quantensystemen. Das Forschungszentrum Jülich wird
sich mit der Entwicklung komplexer Kontrollalgorithmen
an dem Vorhaben beteiligen und auch die Umsetzung
dieser in der Form hochentwickelter Softwaremodule
unterstützen.
Universität
Stuttgart
01.09.
2018
31.08.
2023
5.045.820 Silizium-Photonik in
sicheren
Quantennetzwerken
(SiSiQ)
Das Ziel des Projektes ist der Aufbau einer
Arbeitsgruppe, die sich Quantennetzwerken und der
Implementation von Protokollen zur Datenübertragung
und verteilten Rechnungen widmet. Dabei werden die
Vorteile von Quantenrechnen und Quantenkryptographie
vereint, um Nutzern mit nur minimalen
Quantenressourcen zu ermöglichen, Rechnungen absolut
sicher an einen Quantencomputer oder Quantenserver
auszulagern. Die wesentlichen Netzwerkkomponenten
basieren auf photonischer Siliziumtechnologie.
Photonische Systeme sind ideal für das Studium und die
Implementation von Quantennetzwerken, da ein einziges
physikalisches System genutzt werden kann, um
Quanteninformation sowohl zu senden als auch zu
verarbeiten. Wir werden effiziente Einzelphotonenquellen
sowie integrierte Schaltkreise entwickeln. Die
Komponenten werden dann eingesetzt, um sichere
verteilte Rechnungen in Quantennetzwerken
durchzuführen. Somit können wir fundamental neuartige
Möglichkeiten für sichere Informationsverarbeitung
erforschen.
‒ 59 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
PicoQuanT
GmbH.
Unternehmen
für
optoelektronisc
he Forschung
und
Entwicklung
01.11.
2018
28.02.
2021
423.024 Verbundprojekt:
Ultraschnelle
Quantenschlüssel-
Verteilung durch
Parallelisierung der
Detektionskanäle
(QuPAD) -
Teilvorhaben:
Vielkanalige TCSPC-
Elektronik
Das Verbundvorhaben verfolgt das Ziel,
Schlüsselkomponenten zu entwickeln, die es ermöglichen
sollen, die Übertragungsrate in der
Quantenkommunikation und insbesondere in der
Quantenschlüssel-Verteilung (quantum key distribution -
QKD) gegenüber bisherigen Ansätzen signifikant zu
erhöhen. Im Kern soll dieses durch eine Parallelisierung
der Detektionskanäle erreicht werden. Hierzu soll als eine
Kernkomponente ein Array aus 8x8 einzelnen
Detektorelementen auf der Basis von supraleitenden
Nanodrähten (superconducting nanowire single photon
detector – SNSPD) in einem neuartigen, für 64 Kanäle
ausgelegten, kompakten 3K Kryostaten im 19"
Rackformat realisiert werden. Zur pikosekundengenauen
Bestimmung der Photonenankunftszeiten wird, als weitere
Kernkomponente, eine Elektronik zur zeitkorrelierten
Einzelphotonenzählung (Time-Correlated Single Photon
Counting - TCSPC) erforscht, die es ermöglicht, die
Signale der 64 Detektorelemente parallel zu erfassen und
unter hohem Datendurchsatz applikationsspezifisch zu
verarbeiten. Im Rahmen dieses Teilvorhabens soll die
neuartige 64-kanalige TCSPC-Elektronik entstehen. Ein
zu lösendes Problem dabei besteht in der zu erwartenden
hohen Datenrate und daraus resultierenden großen
Datenvolumina bei Verwendung von 64 parallel
arbeitenden Kanälen. Zur Lösung des Problems sollen
daher die Daten nicht mehr an einen Host-Computer,
sondern direkt an einen externen feldprogrammierbaren
Logikbaustein (Field Programmable Gate Array, FPGA)
übertragen werden, in dem dann eine
applikationsspezifische Daten(vor)verarbeitung und damit
Datenreduktion stattfinden kann. Darüber hinaus ist ein
breitbandiger Vorverstärker für 64 Kanäle zu erforschen,
da die direkten Ausgangssignale des SNSPD-Arrays eine
zu geringe Amplitude haben, um direkt mit der TCSPC-
Elektronik verarbeitet zu werden. Die wesentliche
Herausforderung liegt hierbei darin, dass der Detektor und
somit eventuell auch der Vorverstärker im Kryostaten
betrieben werden muss.
‒ 60 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Entropy GmbH 01.11.
2018
28.02.
2021
102.807 Verbundprojekt:
Ultraschnelle
Quantenschlüssel-
Verteilung durch
Parallelisierung der
Detektionskanäle
(QuPAD) -
Teilvorhaben:
Kompakte
Kühlplattform für 64-
Kanal SNSPD-Array
Das Verbundvorhaben verfolgt das Ziel
Schlüsselkomponenten zu entwickeln, die es ermöglichen
sollen die Übertragungsrate in der
Quantenkommunikation und insbesondere in der
Quantenschlüssel-Verteilung (quantum key distribution -
QKD) gegenüber bisherigen Ansätzen signifikant zu
erhöhen. Im Kern soll dieses durch eine Parallelisierung
der Detektionskanäle erreicht werden. Hierzu soll als eine
Kernkomponente ein Array aus 8x8 einzelnen
Detektorelementen auf der Basis von supraleitenden
Nanodrähten (superconducting nanowire single photon
detector – SNSPD) in einem neuartigen, für 64 Kanäle
ausgelegten, kompakten 3K Kryostaten im 19"
Rackformat realisiert werden. Zur pikosekundengenauen
Bestimmung der Photonenankunftszeiten wird, als weitere
Kernkomponente, eine Elektronik zur zeitkorrelierten
Einzelphotonenzählung (Time-Correlated Single Photon
Counting - TCSPC) erforscht, die es ermöglicht, die
Signale der 64 Detektorelemente parallel zu erfassen und
unter hohem Datendurchsatz applikationsspezifisch zu
verarbeiten.
‒ 61 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Westfälische
Wilhelms-
Universität
Münster
01.11.
2018
28.02.
2021
1.271.280 Verbundprojekt:
Ultraschnelle
Quantenschlüssel-
Verteilung durch
Parallelisierung der
Detektionskanäle
(QuPAD) -
Teilvorhaben:
Supraleitende
Einzelphotonendetektor
-Arrays
Das Verbundvorhaben verfolgt das Ziel
Schlüsselkomponenten zu entwickeln, die es ermöglichen
sollen die Übertragungsrate in der
Quantenkommunikation und insbesondere in der
Quantenschlüssel-Verteilung (quantum key distribution -
QKD) gegenüber bisherigen Ansätzen signifikant zu
erhöhen. Im Kern soll dieses durch eine Parallelisierung
der Detektionskanäle erreicht werden. Hierzu soll als eine
Kernkomponente ein Array aus 8x8 einzelnen
Detektorelementen auf der Basis von supraleitenden
Nanodrähten (superconducting nanowire single photon
detector – SNSPD) in einem neuartigen, für 64 Kanäle
ausgelegten, kompakten 3K Kryostaten im 19"
Rackformat realisiert werden. Zur pikosekundengenauen
Bestimmung der Photonenankunftszeiten wird, als weitere
Kernkomponente, eine Elektronik zur zeitkorrelierten
Einzelphotonenzählung (Time-Correlated Single Photon
Counting - TCSPC) erforscht, die es ermöglicht, die
Signale der 64 Detektorelemente parallel zu erfassen und
unter hohem Datendurchsatz applikationsspezifisch zu
verarbeiten. Im Teilvorhaben der WWU Münster soll die
Realisierung des Detektorarrays durchgeführt werden.
Dazu soll sowohl Technologieentwicklung zur parallelen
Herstellung und Ansteuerung von 64 Detektoren als auch
die Charakterisierung der Detektorelemente durchgeführt
werden. Um eine reproduzierbare Aufbau- und
Verbindungstechnik zu entwickeln, soll die für die
Implementierung der Detektorarrays notwendige
nanophotonische Plattform weiterentwickelt werden.
Diese soll auf skalierbaren Methoden der Nanofertigung
basieren, um dadurch die Fertigung vieler Komponenten
simultan zu ermöglichen. Neben der experimentellen
Realisierung der Detektorarrays sollen numerische
Simulationen durchgeführt werden, um auch die
Modellentwicklung wellenleiter-gekoppelter
Einzelphotonendetektoren voranzutreiben. Durch
zusätzliche Prozessoptimierung soll darüber hinaus die
Bauteilausbeute optimiert werden, um eine effiziente
Verwertung der Chips zu garantieren.
Leibniz
Universität
Hannover
01.03.
2019
28.02.
2022
601.506 Verbundprojekt:
Integrierte Diamant-
Ionen-Fallen (IDEAL) -
Teilvorhaben: Diamant
Mikro-
Materialbearbeitung mit
Femtosekundenlaser
Das Hauptziel dieses Teilvorhabens ist eine industrielle
Technologie für die hochpräzise Mikrobearbeitung von
CVD-Diamantwafern und das Einschreiben von
Lichtwellenleitern in CVD-Diamant mit fs-Laser zu
entwickeln und kommerziell verfügbar zu machen. Die
entwickelten fs-Lasertechnologien werden das
Hauptwerkzeug für die Herstellung von Diamant-
Ionenfallen mit integriertem faseroptischen Interface und
integrierter Detektionsoptik (IDEAL-Ionenfallen) sein.
Dausinger &
Giesen GmbH
01.03.
2019
28.02.
2022
418.525 Verbundprojekt:
Integrierte Diamant-
Ionen-Fallen (IDEAL) -
Teilvorhaben: UV-
Femtosekunden-
Lasersystem für
Diamant-
Mikromaterialbearbeitu
ng
- Industrielles UV-Femtosekunden-Lasersystem für die
Mikromaterialbearbeitung mit einzigartigen
Spezifikationen: Pulsdauer = 300 fs, Pulsenergie 300 µJ
bei 343 nm und Repetitionsrate 75 kHz. - Aktuelle
Scheibenlasersysteme basieren auf Yb:YAG mit einer Ve
‒ 62 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
NANEO
Precision IBS
Coatings
GmbH
01.03.
2019
28.02.
2022
179.850 Verbundprojekt:
Integrierte Diamant-
Ionen-Fallen (IDEAL) -
Teilvorhaben:
Herstellung
verlustarmer ITO-
Schichten durch
Ionenstrahlsputtern für
die optische
Schnittstelle der 3D-
Ionenfalle
Im Teilvorhaben von Naneo wird erforscht, wie
hochtransparente (von 370 bis 935 nm) elektrisch gut
leitende und minimal streuende Schichten aus ITO
(Indium-Zinn-Oxid) hergestellt und in eine
Antireflexions(AR)-Schicht integriert) werden können.
Diese Schichten werden auf Mikrolinsen und Diamant-
Wellenleiter-Endflächen aufgebracht, die Licht zu und
von den Atomen die 3-D-Ionenfalle der PTB
transportieren (optische Schnittstelle). Dadurch kann die
Ionenfalle wesentlich anwendungsfreundlicher aufgebaut
werden. Zur Realisierung der angestrebten
Schichteigenschaften wird das Ionenstrahlsputtern (IBS)
eingesetzt. IBS ermöglicht in einzigartiger Weise den
Beschichtungsvorgang zu kontrollieren. Durch Variation
der Prozessparameter lässt sich die Energie, die in die
aufwachsende Schicht eingebracht wird, in so weiten
Grenzen beeinflussen, wie es bei keinem anderen
Beschichtungsverfahren möglich ist. Damit können
Struktur und Eigenschaften der Schichten sehr stark
beeinflusst werden. Der zentrale Arbeitskern des
Teilvorhabens besteht in der systematischen Variation
aller relevanten Prozessparameter des IBS-Prozesses: Art
des Sputtergases, Energie des Ionenstrahls, eventuell
Intensität des Ionenstrahls und Beschusswinkel des
Targets, Höhe des Reaktivgasdruckes während der
Beschichtung, Art des Reaktiv-gases (ionisiert, neutral),
Art des zusätzlichen Ionenbeschusses und die Temperatur
während des Aufwachsens der Schicht. Die erzielten
Schichteigenschaften werden vermessen und ein Prozess
optimiert für die gewünschten Schichteigenschaften. Die
technischen Arbeitsziele sind definiert durch die
folgenden Anforderungen: 1. Erzielung der folgenden
Eigenschaften für die ITO-Schichten: Transmission bei
370 nm > 75 %; Elektrische Leitfähigkeit < 100
uOhm*cm; Streulicht (TIS) bei 370 nm < 0,1 %. 2.
Integration der ITO-Schicht als oberste Schicht in ein AR-
Schicht-System, das bei den Wellenlängen 390, 760 und
935 nm eine Reflexion < 1 % ermöglicht.
‒ 63 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
GRINTECH
GmbH
01.03.
2019
28.02.
2022
204.714 Verbundprojekt:
Integrierte Diamant-
Ionen-Fallen (IDEAL) -
Teilvorhaben:
Gradientenindexoptiken
für Integrierte Diamant-
Ionen-Fallen
Im Teilvorhaben der GRINTECH wird in enger
Zusammenarbeit mit den Projektpartnern das Design der
optischen Detektion und zusätzlicher Laserzugänge für
eine Diamant-Ionenfalle (IDEAL-Ionenfalle) entwickelt.
Diese mikrooptischen Komponenten sollen auf Basis von
Gradientenindex- (GRIN-) Linsen und Linsenarrays
realisiert werden, da sich GRIN-Linsen aufgrund ihrer
Dimensionen und Geometrie für die Anwendung in
kompakten Mikrooptiksystemen besonders anbieten.
Dazu müssen Entwicklungen erfolgen um den bisher
nutzbaren Wellenlängenbereich für GRIN-Linsen hoher
Numerischer Apertur nach 370nm auszudehnen.
Weiterhin müssen die Komponenten und die eingesetzten
Montagetechnologien für den Einsatz im
Ultrahochvakuum qualifiziert werden. Die
Quantensimulation, Quanteninformation oder
Quantenmetrologie verlangen eine hohe Kontrolle des
atomaren Ionen-Ensembles in RF-Feldern und
hochgenaue integrierte mikro-optische Zugänge für die
Detektion und Laserspektroskopie. Dazu sind leitfähige
AR-Schichten auf den Komponenten oder auf optischen
Fenstern notwendig, um die Ionen nicht zu stören. Die
Fragestellungen werden in enger Zusammenarbeit mit den
Projektpartnern, insbesondere PTB und Naneo, erforscht.
Als Ergebnis soll ein an die Anforderungen von
Ionenfallen angepasstes fasergekoppeltes GRIN-
Linsenarrays als Demonstrator dem Projektpartner PTB
zur Verfügung gestellt werden. Solche Arrays sind eine
Schlüsselkomponente für den Erfolg des Gesamtprojekts,
da sich nur mit Hilfe integrierter fasergekoppelter
Mikrooptiken kompakte und skalierbare Ionenfallen
konzipieren lassen, die an Kundenspezifikationen
angepasst werden können und später durch die
Projektpartner (Spin-Off der PTB oder DM) vermarktet
werden können.
Diamond
Materials
GmbH
01.03.
2019
28.02.
2022
279.650 Verbundprojekt:
Integrierte Diamant-
Ionen-Fallen (IDEAL) -
Teilvorhaben: Diamant
für die Ionenfallen der
Zukunft
Ionenfallen spielen für die zweite Generation der
Quantentechnologien (QT) eine entscheidende Rolle. Sie
stellen die Schlüsselkomponente für die
Quantenmanipulation von Ionen in Atomuhren, für
Quantensimulatoren und für Netzwerke dar, in denen
Quanteninformation in Ionen gespeichert wird. Derzeit
sind kommerziell keine Ionenfallen am Markt erhältlich.
Diesem Missstand wollen wir in diesem Projekts
begegnen und im Rahmen des Konsortiums eine
Lieferkette aufbauen an deren Ende eine standardisierte
Ionenfalle steht, die höchsten Anforderungen genügt und
weltweit vermarktet wird.
‒ 64 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Karlsruher
Institut für
Technologie
(KIT)
01.02.
2020
31.01.
2023
516.600 Verbundprojekt:
Plattform für
Tieftemperatur Qubit
Experimente (PtQUBE)
- Teilvorhaben:
Supraleitende Qubits für
ADR-Kryostate
Ziel des beantragten Teilvorhabens für das
Verbundprojekt PtQUBE ist es eine universelle
Tieftemperatur-Qubit Plattform für adiabatische
Entmagnetisierungs-Kryostate (engl. Adiabatic
Demagnetization Refrigerator, ADR) zu entwickeln, die
für den Betrieb von supraleitenden Qubits geeignet ist.
Bei dem vorgeschlagenen Teilvorhaben wird ein
besonderes Augenmerk auf die magnetische Isolierung
der supraleitenden Qubits gelegt, da die Kaltstufe des
ADR- Kryostaten Magnetfelder benötigt, die weit
oberhalb der supraleitungsunterdrückenden kritischen
Magnetfelder der Qubits sind. Im Hinblick auf das
Fernziel, eines leicht einsetzbaren, supraleitenden oder
halbleitenden Quanten-Computers, ist es mit der
vorgeschlagenen Plattform möglich, dem Anwender
langfristig eine abstrakte Qubit-Architektur
bereitzustellen, auf der er seine Qubit-Algorithmen ohne
oder mit nur geringen Kenntnissen der verwendeten
Hardware ausführt.
Sondervermöge
n
Großforschung
beim
Karlsruher
Institut für
Technologie
(KIT)
01.02.
2020
31.01.
2023
380.250 Verbundprojekt:
Plattform für
Tieftemperatur Qubit
Experimente (PtQUBE)
- Teilvorhaben:
Integrierte Elektronik
für supraleitende Qubits
in ADR-Kryostaten
Ziel des beantragten Verbundvorhabens PtQUBE ist es,
eine universelle Tieftemperatur-Qubit Plattform für
Adiabatische Entmagnetisierungs-Kryostate (ADR) zu
entwickeln, die für den Betrieb von supraleitenden Qubits
geeignet ist. Das hier beantragte Teilvorhaben hat die
Entwicklung einer nutzerfreundlichen integrierten
Manipulations- und Ausleseelektronik für supraleitende
Qubits zum Ziel. Diese Elektronik ist ein integraler
Bestandteil der PtQUBE Plattform und wird aus den drei
Bestandteilen FPGA Digitalelektronik, ADC/DAC-
Elektronik und Mischerelektronik bestehen. Die
angestrebte Integration von Manipulations- und
Empfangspfad wird insbesondere auch Experimente
ermöglichen, die weit über die Möglichkeiten einzelner
Laborgeräte wie sie heute standardmäßig eingesetzt
werden, hinausgeht. Gleichzeitig wird im Rahmen des
Vorhabens PtQUBE eine enge Integration in das
Softwareframework Qkit angestrebt, um einerseits eine
möglichst einfache Ansteuerung der Plattform zu
ermöglichen und andererseits die Auswertung der
Messdaten in einer kohärenten Arbeitsumgebung
sicherzustellen.
‒ 65 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Physikalisch-
Technische
Bundesanstalt
(PTB)
01.03.
2019
28.02.
2022
403.763 Verbundprojekt:
Integrierte Diamant-
Ionen-Fallen (IDEAL) -
Teilvorhaben:
Entwicklung und
Charakterisierung von
Diamant-Ionenfallen
mit integrierter
optischer Schnittstelle
In diesem Teilvorhaben wird das Design der Diamant-
Ionenfalle mit integrierter optischer Detektion und
Laserzugängen (die IDEAL-Ionenfalle) entwickelt, aus
den zugelieferten Teilen integriert aufgebaut und getestet.
Die besondere Herausforderung ist, kompakte und
skalierbare Ionenfallen herzustellen, die zum einen eine
hohe Kontrolle des atomaren Ionen-Ensembles in präzisen
RF-Feldern erlauben, und zum anderen präzise integrierte
mikro-optische Zugänge für die Detektion und
Laserspektroskopie bieten ohne die Ionen zu stören.
Zudem soll eine einfache, reproduzierbare Montage
entwickelt werden, die eine Kommerzialisierung
hochwertiger, kundenspezifischer Ionenfallen erlaubt.
Aufgrund der Komplexität von Ionenfallen gibt es bisher
keinen kommerziellen Anbieter auf dem Markt. Diamant
ist ein neues Material für Ionenfallen, welches
ausgezeichnete Eigenschaften in Sachen präziser
Formtreue, geringe RF-Verluste und hoher
Wärmeleitfähigkeit hat. Mittels finiter Elemente
Rechnungen wird das Design der Falle optimiert für
minimale Störungen der gespeicherten Ionen aufgrund
von RF-Streufeldern oder statischer Aufladungen an
Isolatoren. Mikrooptiken werden ausgelegt, um optimale
Detektionseffizienzen zu bieten und 3D Laserzugang für
die optimale Kontrolle der gespeicherten Ionen zu haben.
Dabei sollen alle Laser per Glasfaser an die Falle gebracht
werden. Das Teilvorhaben stellt einen zentralen Knoten
im Gesamtverbund dar, da hier alle technologischen
Entwicklungen zusammen verknüpft werden und in das
Design der Falle einfließen. PTB wird in enger
Abstimmung mit den Partnern die einzelnen
Entwicklungen begleiten und sicherstellen, dass diese den
Anforderungen für den Betrieb einer Ionenfalle
entsprechen. Die IDEAL-Falle wird in diesem
Teilvorhaben zusammengebaut. Eine robuste Montage der
Falle wird entwickelt, die die benötigte Präzision
gewährleistet. PTB wird den gebauten Demonstrator
vermessen und auf seine Eignung als UHV-taugliche
Ionenfalle testen.
‒ 66 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Menlo Systems
GmbH
01.02.
2019
31.01.
2022
430.150 Verbundprojekt: Faser-
Resonatoren für die
lichtbasierte
Quantentechnologie
(FaResQ) -
Teilvorhaben:
Faserbasierte optische
Modenfilter für
Frequenzkämme
Das Verbundprojekt FaResQ befasst sich mit
faserbasierten optischen Resonatoren als miniaturisierte,
modulare quantenoptische Bauelemente. Der Verbund
will den faserbasierten Resonator für unterschiedliche
quantentechnologische Anwendungen nutzbar zu machen.
Das Bauelement hat das Potential, die präzise Kontrolle
der Eigenschaften von Licht sowie dessen Kopplung an
Materie entscheidend zu verbessern. Schlüsselbestandteile
der Quantentechnologie sind auch hochgenaue kohärente
Lichtquellen wie etwa Frequenzkämme. Das
Teilvorhaben "faserbasierte optische Modenfilter für
Frequenzkämme" will den vom Verbund entwickelten
faseroptischen Resonator so anpassen, dass er in ein
Frequenzkammsystem integriert werden kann. Hier soll
der Resonator durch gezielte Selektion optischer Moden
die Kammstruktur des Spektrums auf Anwendungen
anpassen, die einen besonders großen Modenabstand
erfordern, z. B. für die hochgenaue Kalibration
astronomischer Spektrographen. Hier sieht Menlo
Systems GmbH den ersten Markt für den gefilterten
Frequenzkamm. Es existieren jedoch weitere
Anwendungsfelder, in die nach erfolgreicher
Markteinführung nach Projektende mit dem System
expandiert werden soll. Der faserbasierte Resonator führt
gegenüber der bestehenden Lösung zu einer beachtlichen
Miniaturisierung, zu einer Vereinfachung des Aufbaus, zu
einer Steigerung der Zuverlässigkeit bzw. Robustheit
gegen Umwelteinflüsse, und zu einer deutlichen
Kostensenkung. Dies sollte die Technologie für einen
größeren Nutzerkreis attraktiv machen.
‒ 67 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Rheinische
Friedrich-
Wilhelms-
Universität
Bonn
01.02.
2019
31.01.
2022
855.330 Verbundprojekt: Faser-
Resonatoren für die
lichtbasierte
Quantentechnologie
(FaResQ) -
Teilvorhaben: Faser-
Resonatoren für den
ultravioletten
Spektralbereich und
kohärente Spin-
Manipulationen mittels
integrierten
Mikrowellenelementen
Optische Resonatoren spielen eine zentrale Rolle bei der
Wechselwirkung von atomaren Qubits mit dem Lichtfeld.
Eine wesentliche Aufgabe ist es hierbei durch die
Modifikation der photonischen Zustandsdichte und die
Überhöhung der Feldstärke im Resonator eine starke,
kontrollierte Kopplung des Lichtfeldes an die materielle
Qubits im Resonator zu ermöglichen. Zusätzlich sehen
viele Anwendungsszenarien den Transport von
Quanteninformation in Einzelmoden-Fasern vor, so dass
eine effiziente Ankopplung der Resonatormode an eine
Einzelmodenfaser wünschenswert ist. Optische Faser-
Resonatoren (OFRs) kombinieren die Vorzüge
konventioneller optischer Resonatoren mit einem guten
Zugang zum Resonator-Volumen und einer effizienten
Ankopplung an Einzelmodenfasern. Auf der Basis von
OFRs lassen sich kompakte Resonatoren mit kleinem
Modenvolumen realisiert, bei denen das Regime der
starken Kopplung schon mit einem einzigen Atom mit
Finessen von etwa 100 000 erreicht werden kann. Ein
weiterer Vorteil ist die aufgrund der Miniaturisierung
hohe passive Stabilität der Resonator-Frequenz. In dem
Teilvorhaben sollen zwei konkrete Anwendungen von
OFRs als Schlüsselkomponente für eine lichtbasierte
Quantentechnologie demonstriert werden. Zum einen
sollen OFRs für den ultravioletten (UV) Spektralbereich
entwickelt werden, mit deren Hilfe einzelne gefangene
Ionen mit UV-Photonen effizient wechselwirken können.
Zum anderen sollen Mikrowellen-Elemente, mit deren
Hilfe besonders schnelle kohärente Spin-Manipulationen
von atomaren Qubits durchzuführt werden können, direkt
in OFRs integriert werden.
‒ 68 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Leipzig
15.05.
2019
14.05.
2022
237.840 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Erforschung von
Ionenimplantation als
Herstellverfahren
Quantendefekte in Isolatoren und Halbleitern, wie
beispielsweise Farb-Zentren in Diamant erlauben
vielfältige Anwendungen in der Quantensensorik,
Quantenkommunikation und Quantencomputing. Diese
erhalten auch unter Umgebungsbedingungen
Quantenkohärenzen von einigen Millisekunden und sogar
Verschränkung aufrecht. Bisher gelingt es nur in
universitärem Maßstab mit solchen Quantensystemen zu
arbeiten. Um diese vielfach erprobten Ansätze auf ein
industrierelevantes Level zu heben, mu¨ssen neue
mikrosystemtechnische Schritte erarbeitet bzw. bekannte
Halbleitertechnologien angewendet werden. Diese
erfordern einen interdisziplinären Ansatz, da optische,
elektronische und materialwissenschaftliche
Komponenten und Kompetenzen zusammengefu¨hrt
werden mu¨ssen. Damit geht die Notwendigkeit einher,
die industrielle Herstellung entsprechender
Quantenmaterialien in Deutschland weiter zu etablieren.
Das Fehlen dieser Basis in Deutschland ist ein Grund
dafu¨r, dass eine industrielle Umsetzung fu¨r einen großen
Teil des technisch bereits Demonstrierten noch nicht oder
nur in ersten Ansätzen geglu¨ckt ist. Im Verbundvorhaben
wird entlang der Prozesskette von der Synthese der
Diamanten bis zur industrierelevanten Applikation an
einem einheitlichen Verständnis von Messgrößen
gearbeitet, aus denen fehlende Qualitätsstandards
ableitbar sind. So kann ein wichtiger Schritt fu¨r die
Akzeptanz optischer Quantentechnologien gelingen. Auf
Basis von NV-Farbzentren in synthetischem Diamant
werden ein industriell einsetzbarer hochsensitiver
Magnetfeldsensor und ein kalibrationsfreies Amperemeter
entwickelt. Möglich wird dies durch die
Quanteneigenschaften dieser NV-Zentren in Diamant,
deren Messgrößen sich auf fundamentale Größen (g-
Faktor, Bohrsches Magnetron) zuru¨ckfu¨hren lassen.
‒ 69 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Stuttgart
15.05.
2019
14.05.
2022
246.528 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Erforschung von
Aufbau und
Ansteuerung des
Sensorsystems
Das Ziel dieses Projektes besteht darin für
Quantendefekte in Diamant Industrie-standards für
Herstellung und Integration zu entwickeln und am
Beispiel von zwei konkreten vermarktbaren,
kalibrationsfreien Applikationen zu demonstrieren. Als
Baugruppe sollen ein miniaturisiertes und industriell
einsetzbares Amperemeter und Magnetfeldsensor für die
Anwendung als hochgenauer Wegmesser hergestellt
werden. Das Amperemeter kann im Weiteren zu einem
Strom-Sollwertgeber verbaut werden. Beide
Applikationen nutzen dabei absolute
Magnetfeldmessungen mit Hilfe der NV-Zentren im
Diamant und unterscheiden sich lediglich in den
physikalischen Eingangsgrößen. Im ersten Fall ist das
Eingangssignal der zu bestimmende Strom der das
Magnetfeld erzeugt. Im zweiten Fall ist es die variierende
Magnetfeldstärke (z. B. auf einem magnetkodierten
Präzisionsmaßstab). Beide Applikationen unterscheiden
sich zwar in der Anwendung, sind aber im Aufbau nahezu
identisch. Auf Basis von NV-Farbzentren in
synthetischem Diamant werden ein industriell
einsetzbarer hochsensitiver Magnetfeldsensor und ein
kalibrationsfreies Amperemeter entwickelt. Die
Applikationen sind Beispiele für eine Reihe von
Messgeräten oder Quantenstandards, deren
Empfindlichkeit auf den Quanteneigenschaften der
Defektzentren basieren (Spinkohärenzzeit) und deren
Messgröße sich auf fundamentale Größen zurückführen
lässt. Die Forschung in diesem Projekt wird sich sowohl
auf Diamantsynthese und Eigenschaften der hergestellten
NV-Zentren als auch auf die praktische Implementierung
dieses Sensorelementes in eine Sensorplattform
konzentrieren. Das System wird als vollständiger
Demonstrator aufgebaut und getestet.
BALLUFF
GmbH
15.05.
2019
14.05.
2022
137.684 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Untersuchungen zu
einem
Quantensensorbasierten
Magnetfeldsensor
Für viele unterschiedliche Anwendungen in der
Automatisierung ist eine hochpräzise Magnetfeldmessung
unabdingbar. Dabei kommen heute häufig Hall- oder
AMR-Sensoren zum Einsatz. Aufgrund der limitierten
Sensitivität dieser Magnetfeldsensoren kommt es dabei
aber zu Einschränkungen für ihre Anwendungen. Das Ziel
dieses Vorhabens ist es, die Eignung von deutlich
sensitiveren Magnetfeldsensoren auf Basis von
Quantensensoren für den Einsatz in Automatisierung
anhand eines spezifischen Anwendungsfall zu
untersuchen. Hierzu soll auch ein entsprechender
Demonstrator umgesetzt werden.
‒ 70 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Ulm
15.05.
2019
14.05.
2022
179.994 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Ansteuerung von
Diamantquantensensore
n
Auf Basis von NV-Farbzentren in synthetischem Diamant
wird ein kalibrationsfreies Amperemeter entwickelt.
Möglich wird dies durch die Quanteneigenschaften dieser
Defektzentren (Spinkohärenzzeit), deren Messgröße sich
auf fundamentale Größen (g-Faktor, Bohrsches
Magnetron) zurückführen lässt. Von Vorteil ist, dass diese
Quanteneigenschaften unter vergleichsweise einfachen
äußeren Bedingungen zugängig und selbst bei
Raumtemperatur erzeugbar sind. Die Baugruppe soll mit
kostengünstigen Komponenten in einem weitgehend
industrialisierten Verfahren aufgebaut werden. Wichtig ist
für sämtliche Herstellungsschritte ausgehend von der
Diamantsynthese, über die Diamantbearbeitung und den
Aufbau der optischen Komponenten bis hin zur
Systemmontage immer die Skalierfähigkeit der
Technologien hin zu einem Massenprodukt. Dabei
werden für die verwendeten Diamanttechnologien
erstmalig Vorgehensweisen zur Qualitätssicherung und
Standardisierung vorgeschlagen, die auch auf benachbarte
Applikationsfelder übertragbar sein sollen. Denn das
Amperemeter ist dabei lediglich ein Beispiel für eine
Reihe von Messgeräten und Quantenstandards, wie bsp.
Quanten-Spannungsstandards oder –
Mikrowellenstandards. Diese sollen in dem Vorhaben
zwar nicht entwickelt werden, lassen sich aber als weitere
Produkte aus den Projektzielen ableiten, da die
entwickelten Diamantmaterialien und die
Integrationstechnologie für die gesamte Produktpalette
übernommen werden können.
CiS
Forschungsinsti
tut für
Mikrosensorik
GmbH
15.05.
2019
14.05.
2022
439.491 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Erforschung einer
Aufbau- und
Verbindungstechnologie
für den Sensor
CiS wird mit etablierten Verfahren der Aufbau- und
Verbindungstechnologie die Mikromontage der
Sensorelemente vornehmen sowie bei der
Sensorsystemherstellung (Demonstratoren) mitwirken.
Hierzu zählt der höchstpräzise Aufbau der optischen
Komponenten für die Sensorsystemmontage. Wichtig ist
für sämtliche Herstellungsschritte immer die
Skalierfähigkeit der Technologien hin zu einem
Massenprodukt. Als industrienahes Forschungsinstitut im
Bereich hochqualitativer Sensorlösungen kann CiS diese
Rolle genau ausfüllen. Darüber hinaus wird CiS mit den
Vorhabenspartnern gemeinsam für das Quantenmaterial
Diamanten ein einheitliches Verständnis von Messgrößen
definieren, aus denen momentan noch fehlende
Qualitätsstandards ableitbar sind.
‒ 71 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Ecodiamond
GmbH
15.05.
2019
14.05.
2022
218.892 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Erforschung der
Herstellung des
Quantenmaterials
Standardisierung in der Herstellung und Verarbeitung von
Quantenmaterialien am Beispiel von NV-Farbzentren in
Diamant zur Realisierung eines hochpräzisen auf
Quanteneffekten beruhenden Amperemeters
Forschungsver
bund Berlin
e.V.
01.11.
2018
31.10.
2021
1.826.620 Verbundprojekt:
Kompaktes,
hochstabiles
Lasersystem für
Quanten-
Informationsverarbeitun
g mit Calcium-Ionen
(CaLas) - Teilvorhaben:
Erforschung von
Lasermodulen für ein
kompaktes, hochstabiles
Lasersystem für die
Quanten-
Informationsverarbeitun
g mit Calcium-Ionen
Ziel des Verbundvorhabens ist die Entwicklung eines
kompakten, autonomen Lasersystems für die Ca-
Ionenbasierte Quantennetzwerktechnologie. Das Lasersystem
besteht aus einem Frequenzkamm, aus einem
hochstabilen, ultra-schmalbandigen Resonator-basierten
optische Frequenzreferenz und Diodenlaser-basierten
Lasermodulen. Das Lasersystem wird am Ende des
Vorhabens in einer Quantennetzwerkanwendung getestet.
Im Teilvorhaben werden Laserchips für den Einsatz in
extended cavity Diodenlasern und als optischer Verstärker
für die 5 benötigten Wellenlängen entwickelt. Parallel
wird eine Modulplattform erforscht, die eine hybride
Mikrointegration von ECDL und Verstärker in einem
kompakten, robusten und hermetischen Gehäuse
ermöglicht. Für die Realisierung der Lasermodule werden
miniaturisierte Isolatoren benötigt. Der Antragsteller trägt
zur Entwicklung solcher Isolatoren bei. Er unterstützt die
Partner bei der Lasersystemauslegung, bei der Integration
der Module in das Lasersystem sowie beim Test der
Lasermodule im Einsatz.
‒ 72 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
TOPTICA
Photonics AG
01.12.
2018
30.11.
2021
385.200 Verbundprojekt:
Robuste, skalierbar
hochverschränkte
Photonenquellen und -
detektoren als
Plug&Play-
Schlüsselkomponenten
für die
Quantenkommunikation
(QSource) -
Teilvorhaben:
Erforschung eines
robusten
Pumplaseransatzes für
eine OAM-
Photonenquelle
Ziel des Teilprojektes der TOPTICA Photonics AG ist die
Erforschung und Entwicklung eines kompakten und
stabilen Lasers bei 405nm als Pumpmodul für eine OAM-
Quelle. Durch die Entwicklung des Lasers in enger
Abstimmung mit dem Gesamtprojektverbund kann eine
Anpassung der Laserparameter auf die sich aus dem
Projektziel ergebenden technischen Anforderungen
erfolgen. Für das Projekt ist die Entwicklung des
Pumplasers im blauen Spektralbereich essentiell, da es
bisher keinen kommerziell erhältlichen Laser mit den in
dem Projekt angestrebten Eigenschaften gibt. TOPTICA
wird in dem Projekt daher neue Laserkonzepte erarbeiten,
die eine solche kompakte und stabile Laserquelle
ermöglichen. Die angestrebte Stabilität von 0,01nm ist im
heutigen Stand der Technik, auf Grund potentiell
auftretender Modensprünge, nur mit externen
Stabilisierungen des Lasers erreichbar.
Jena-Optronik
Gesellschaft
mit
beschränkter
Haftung
01.12.
2018
30.11.
2021
349.900 Verbundprojekt:
Robuste, skalierbar
hochverschränkte
Photonenquellen und -
detektoren als
Plug&Play-
Schlüsselkomponenten
für die
Quantenkommunikation
(QSource) -
Teilvorhaben: Design
und Aufbau einer
robusten Zählelektronik
für OAM-Photonen
Ziel von QSource ist es, stabile und hochverschränkte
Photonenquellen und entsprechende Detektoren zu
entwickeln und deren Verlinkung für Wissenschaft,
Forschung und Anwender der Quantenkommunikation zu
demonstrieren. Dabei nutzt QSource ultrastabile
Montage- und Packaging-Technologien für kompakte,
hybrid-optische Lasersysteme mit Spontaneous-
Parametric-Down-Conversion (SPDC) als elementarem
Prozess der Erzeugung verschränkter Photonen und für
interferometrische Einzelphotonen-Detektoren, sowie
schnelle Einzelphotonen-Zähl- und
Synchronisationselektronik. Entgegen bestehender
Lösungen, setzt QSource dabei auf das neuartige
"Entanglement by Path Identity (EPI)"-Konzept und
erreicht damit erstmals Steuer- und Skalierbarkeit in
Bezug auf Verschränkungsgrad und Modenzahl. Anhand
einer hochverschränkten Orbital Angular Momentum
(OAM) Quelle sowie einem Detektor für OAM-
verschränkte Photonen soll gezeigt werden, dass der
Transfer vom Laboraufbau über die Abschätzung und
Optimierung prinzipieller Parameter bis hin zu einer
kompakten, feldtauglichen und für die gewünschte
Einsatzumgebung getesteten Baugruppe gelingt, die als
Demonstrator geeignet ist für einen Technologietransfer
zu interessierten industriellen Verwertern u .a. aus dem
Konsortium. Dazu werden moderne Fertigungs- und
Integrationsverfahren für hybrid-optische Systeme
angewandt, so dass mechanisch und thermisch stabile
laseroptische Systeme für Quelle und Detektor entstehen.
Die Demonstration von Quelle und Detektor in einem
laseroptischen Breadboard-Link zur Quantum Key
Distribution (QKD) runden das Anwendungsszenario für
die verschränkte Photonenquelle ab. Gezeigt wird also ein
im Labor vollständiger QKD-Link mit plug&
playfähigen, hochverschränkten OAM-Photonenquelle und -
Detektoren auf TRL 5.
‒ 73 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung
eingetragener
Verein
01.12.
2018
30.11.
2021
1.012.000 Verbundprojekt:
Robuste, skalierbar
hochverschränkte
Photonenquellen und -
detektoren als
Plug&Play-
Schlüsselkomponenten
für die
Quantenkommunikation
(QSource) -
Teilvorhaben: Design
und Aufbau einer
robusten,
hochverschränkten
Photonenquelle
Ziel des Teilvorhabens im Verbund QSource ist es, stabile
und hochverschränkte Photonenquellen und
entsprechende Detektoren zu entwickeln, aufzubauen und
zu testen. Schwerpunkt der Arbeiten sind der Einsatz
ultrastabiler Montage- und Packaging-Technologien zur
Realisierung kompakter, hybrid-optischer Lasersysteme
für die Umsetzung einer Spontaneous Down Conversion
(SPDC) in einem interferometrischen Quellen-Setup zur
Erzeugung verschränkter Photonen und die Integration
einer chiralen Phasenplatte zum Aufprägen orbitaler
angular Momentums (OAM) auf die verschränkten
Photonen. Stabile Packaging-Technologien kommen auch
zum Aufbau interferometrische Einzelphotonen-
Detektoren für die verschränkten Photonen zum Einsatz.
Basierend auf den beiden Schlüsselkomponenten Quelle
und Detektor wird im Labor ein Link zwischen Quelle
und Detektor demonstriert, um die grundsätzliche
Eignung von OAM-Photonen für die Datenübertragung
nachzuweisen.
Qioptiq
Photonics
GmbH & Co.
KG
01.12.
2018
30.11.
2021
383.300 Verbundprojekt:
Robuste, skalierbar
hochverschränkte
Photonenquellen und -
detektoren als
Plug&Play-
Schlüsselkomponenten
für die
Quantenkommunikation
(QSource) -
Teilvorhaben: Robuster
Detektor für
hochverschränkte
OAM-Photonen
Die meisten gegenwärtigen Konzepte der optischen
Quanten-Informationstechnologie nutzen die Polarisation
zur Verschränkung der Photonen. Diese einfache
Herangehensweise ermöglicht konzeptuell einfache
Komponenten für Quelle, Kanal und Detektoren. Die
Polarisation bietet jedoch nur zwei orthogonale
Quantenzustände mit entsprechend begrenzter
Verschränkung und Leistungsfähigkeit. Generell steigt die
Leistungsfähigkeit von Quanten-Informationssysteme mit
der Anzahl der verschränkten Freiheitsgrade exponentiell
an. Im QSource Projekt soll daher das Orbital Angular
Momentum (OAM) der Photonen zur Verschränkung
verwendet werden. Im Fokus des vorliegenden
Teilprojektes steht mit der Entwicklung eines robusten,
plug&play-fähigen OAM Detektors eine der zentralen
Komponenten für die Quanten-(De)kodierung. Das
System zeichnet sich aus durch die Sortierung der
Photonen nach OAM Zustand und die simultane
Detektion aller Photonen im abgedeckten
Verschränkungsbereich. Im Vergleich zur bisher schon
(im akademischen Bereich) verwendeten Detektion von
einzelnen, vordefinierten OAM Zuständen, bei der nur die
Photonen im entsprechenden Zustand detektiert werden
und die restlichen Photonen ungenutzt bleiben, ermöglicht
der neue Detektor eine sehr viel effizientere Nutzung der
Quanteninformation. Zur Entwicklung des OAM
Detektors sollen moderne Fertigungs- und
Integrationsverfahren für kompakte optische Systeme
erprobt und angewandt und ultrastabile Montage- und
Packaging-Technologien genutzt werden. Ziel ist, nach
dem Erstellen eines flexiblen Laboraufbaus zur
Charakterisierung der wesentlichen Performance
Parameter, das Erreichen des Technologietransfers zu
einem kompakten, feldtauglichen und für die gewünschte
Einsatzumgebung getesteten Demonstrator. Durch das
kompakte und modulare Design des Detektors wird es
möglich, mehrere Module zu kaskadieren und den
Verschränkungsgrad des Systems sukzessive zu Erhöhen.
‒ 74 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Stuttgart
01.11.
2018
31.10.
2021
134.880 Verbundprojekt: Scaling
Up quantum
computation with
Molecular spins
(SUMO) -
Teilvorhaben:
Einzelmolekül-
Integration und -
Charakterisierung
Das SUMO Vorhaben wird die Basis für eine neue
Architektur zur Quantenrechnung und –simulation
schaffen, in der Information in molekularen Qubits
kodiert ist und über supraleitende Resonatoren gelesen,
geschrieben und kommuniziert wird. Das SUMO
Vorhaben baut auf der europäischen Führungsposition im
Bereich Molekularmagnetismus auf und vereint Chemie,
Physik und Elektrotechnik, um neuartige Moleküle zu
synthetisiseren, ihre Spinlebensdauern und
Kohärenzzeiten mittels Elektronenresonanzspektroskopie
und ultraschneller Rastertunnelmikroskopie zu messen
und sie in supraleitende Resonatoren zu integrieren. Das
Teilprojekt "Einzelmolekül-Integration und Synthese"
konzentriert sich auf die Schlüsselfrage, wie magnetische
Moleküle mit einer supraleitenden Umgebung
interagieren. Das Teilprojekt liefert spezifische
Designansätze, wie die Schnittstelle zwischen Molekülen
und supraleitender Elektronik auf atomarer Ebene
optimiert werden kann.
Albert-
Ludwigs-
Universität
Freiburg
01.11.
2018
31.10.
2021
812.958 Verbundprojekt:
Kompaktes,
hochstabiles
Lasersystem für
Quanten-
Informationsverarbeitun
g mit Calcium-Ionen
(CaLas) - Teilvorhaben:
Kristallzüchtung und
Charakterisierung von
CdMnTe Kristallen für
die Anwendung als
Isolatoren
Das Ziel dieses Teilprojekts ist die Entwicklung von
Mikroisolatoren auf der Basis von CdMnTe Kristallen als
Bestandteil eines kompakten, hochstabilen Lasersystems
zur Quanten-Informationsverarbeitung mit Calcium-Ionen
im Verbundprojekt CaLas. Diese Entwicklung erfordert
die Kristallzüchtung und die Materialpräparation von
einkristallinen CdMnTe Kristallen. Die Herausforderung
liegt auf dem Gebiet der Kristallzüchtung, um
einkristalline, defektarme Kristalle mit einem sehr hohen
spezifischen Widerstand herzustellen. CdMnTe besitzt
spezifische elektrooptische Eigenschaften, die es für den
Einsatz als Mikroisolator prädestiniert. Jedoch beeinflusst
die reduzierte Qualität der Kristalle die Verfügbarkeit und
damit die erfolgreiche Kommerzialisierung negativ. Die
Ursache ist der hohe ionische Bindungsanteil, der typisch
für eine II-VI Verbindung ist. Dieser führt während der
Kristallzüchtung zur Bildung von Zwillingen und
strukturellen Defekten wie Einschlüssen und Präzipitaten.
‒ 75 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Technische
Universität
München
01.05.
2019
30.04.
2022
513.300 Verbundprojekt:
Modulare
Quantendetektoren
(MARQUAND) -
Teilvorhaben:
hochempfindliche,
fasergekoppelte,
kryogenfreie
Einzelphotonendetektor
en für
Quantenkommunikation
Das Wissenschaftliche Ziel dieses Vorhabens ist die
Bereitstellung von Einzelnen mit einer SDE von 95 % für
fasergekoppelte Photonen bei 1550 nm (Telekom)
Wellenlänge für den vorrangigen Einsatz in
Kommunikationsanwendungen mit einer Option zur
Mehrkanal-Detektion (n >= 16). Im Zuge der
Entwicklungsarbeit sollen dazu amorphe Wolfram-Silizid
(WSi) Dünnfilme hergestellt, optimiert und mit optischen
Resonatoren und Fasern gekoppelt werden. Für den
universellen Einsatz, z. B. in der Forschung, sollen neben
den hocheffizienten, schmalbandigen WSi-SSPDs auch
breitbandige SSPDs auf Basis der konventionellen
Materialien NbN/NbTiN hergestellt werden.
Wissenschaftlich-technisches Arbeitsziel von
Projektpartner 2 (Kiutra GmbH) ist die Bereitstellung
eines kompakten, vollständig kryogenfreien Kryokühlers
zur dauerhaften Erzeugung von milli-Kelvin
Temperaturen für den Betrieb von WSi-SSPDs und mit
minimalen Infrastrukturanforderungen (z. B. im Hinblick
auf Abmessungen, Leistungsaufnahme,
Kühlungsanforderungen). Im Zuge der
Entwicklungsarbeit soll dazu ein CADR-Kryokühler
gemäß projektspezifischer Anforderungen (z. B.
Minimaltemperatur, Kühlleistung, optische und
elektrischen Durchführungen, Integration von
Hochfrequenz-Elektronik) aufgebaut werden. Dies
beinhaltet insbesondere die Herstellung, Erprobung und
Optimierung neuer, metallischer ADR-Kühlmedien, die
eine höhere Effizienz der CADR-Methode und damit die
Realisierbarkeit eines noch kompakteren Gesamtsystems
versprechen. Speziell für die Kühlung empfindlicher
Quantensysteme, z. B. SSPDs, soll eine
elektromagnetisch abgeschirmte und vibrationsarme
Umgebung entwickelt werden. Die Integration von
Photonendetektor- und Kühltechnologie zu einer
vollständig automatisierten und marktfähigen Stand-
Alone-Anlage mit den in 3 genannten Spezifikationen
erfolgt gemeinschaftlich durch die beiden Projektpartner.
kiutra GmbH 01.05.
2019
30.04.
2022
272.000 Verbundprojekt:
Modulare
Quantendetektoren
(MARQUAND) -
Teilvorhaben:
Magnetische
Dauerkühlung für
Quantendetektoren
Ziel des Verbundvorhabens MARQUAND ist die
Erforschung eines Photonendetektors auf Basis
hocheffizienter supraleitender Einzelphotonendetektoren
(SNSPDs). Ziel des beantragten Teilvorhabens ist die
Entwicklung eines kompakten Kryokühlers, der durch
eine magnetischen Kühlmethode ("kontinuierliche
adiabiatische Entmagnetisierungskühlung", engl.
"continuous adiabiatic demagnetization refrigeration",
kurz CADR) die für den Betrieb von Quantendetektoren
benötigten tiefen Temperaturen dauerhaft und kryogenfrei
bereitstellen kann und insbesondere alle Voraussetzungen
für den Betrieb von fasergekoppelten SNSPDs erfüllt.
‒ 76 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Johannes
Gutenberg-
Universität
Mainz
01.02.
2019
31.01.
2022
620.640 Verbundprojekt:
Miniaturisierte
Lichtquellen für den
industriellen Einsatz in
Quantensensoren und
Quanten-Imaging-
Systemen (MiLiQuant)
- Teilvorhaben:
Diamant- und
Dampfzellen-NMR-
Gyroskope
Im Rahmen dieses Teilvorhabens wird ein Alkali-Gas
Drehraten Sensors basierend auf Kernspinresonanz in
einem dreiachsigen Rotationsteststand konstruiert und im
Helmholtz-Institut Mainz aufgebaut. Dieser Drehraten-
Sensor weist größte Flexibilität bezüglich des
systematischen Studierens von Fehlerquellen auf und
dient somit dem Qualifizieren und Quantifizieren von
Fehlerquellen, die einen miniaturisierten Sensor limitieren
könnten, der Im Rahmen dieses Projekts bei Bosch unter
Bezugnahme der speziell entwickelten Lichtquelle,
entwickelt wird. Die gewonnenen Erkenntnisse werden
ständig in einem Lastenheft aktualisiert, das der Fa. Bosch
als Entwicklungsgrundlage dient. De Flexibilität des
wissenschaftlichen Sensors und die Möglichkeit, beide
Sensoren gleichzeitig auf dem Teststand zu prüfen,
erlaubt eine effiziente Identifizierung und Adressierung
der limitierenden technischen Fehlerquellen, so dass die
Performance des miniaturisierten Sensors optimiert
werden kann. In einem zweiten Arbeitspaket wird der
Prototyp eines Diamant-basierten Gyroskops entwickelt,
deren Grundlagen in einer Publikation der Mainzer
Arbeitsgruppe beschrieben werden.
‒ 77 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Carl Zeiss AG 01.02.
2019
31.01.
2022
663.900 Verbundprojekt:
Miniaturisierte
Lichtquellen für den
industriellen Einsatz in
Quantensensoren und
Quanten-Imaging-
Systemen (MiLiQuant)
- Teilvorhaben:
Quantensensor zum
intraoperativen
Neuromonitoring und
Strahlenreduzierte
Mikroskopie für die
Entwicklungsbiologie
Als Projektpartner vertritt ZEISS in diesem Rahmen
dieses Verbundantrages die Anwendungen •
Intraoperatives Neuromonitoring durch diamantbasierte
Quantensensoren, • Strahlenreduzierte Mikroskopie für
die Entwicklungsbiologie. In beiden Anwendungen ist für
ZEISS das angestrebte Ziel, aus dem Verbundprojekt
Lichtquellen zu erhalten, die neben den benötigten
grundlegenden physikalischen Spezifikationen auch
bereits mit geeigneten Schnittstellen versehen sind, um
eine Integration in ZEISS-Anwendungen hürdenlos zu
erlauben. Gleichzeit treibt ZEISS die Entwicklung
praxistauglicher Applikationen der Quantentechnologien
in dem Verbundprojekt voran, um sie mittel- bis
langfristig zur Marktreife zu führen und somit auch einen
Markt für die entsprechenden Lichtquellen zu schaffen.
Bei der Anwendung Intraoperatives Neuromonitoring
durch diamantbasierte Quantensensoren, wird ein
Quantensensor entwickelt, der sehr empfindlich
gegenüber schwachen Magnetfeldern ist. Dieser Sensor
soll durch Integration in ein Endoskop dem
Neurochirurgen während der Operation eine völlig neue
Informationsquelle zur Verfügung stellen, die es ihm
ermöglicht Hirnströme hochaufgelöst und life während
eines Eingriffs zu beobachten. Im Rahmen der
Anwendung Strahlenreduzierte Mikroskopie für die
Entwicklungsbiologie, soll ein neuartiges
Bildgebungsverfahren im mittleren infraroten Bereich
entwickelt werden. Bildgebung im mittleren infraroten
Bereich ist von besonderen Interesse, da sich in diesem
Bereich viele biochemische Vorgänge beobachten lassen.
Aktuelle bildgebende Verfahren in diesem Bereich
benötigen jedoch erhebliche Lichtdosen. Gleichzeitig sind
biologische Proben aber sehr lichtempfindlich, was die
Nutzung von Bildgebung im mittleren infraroten Bereich
stark limitiert. Das hier entwickelte bildgebende
Verfahren hat das Potential dieses Problem zu lösen und
zu einem entscheidenden Fortschritt in der in situ
Abbildung lichtempfindlicher biologischer Objekte zu
führen.
Nanoscribe
GmbH
01.02.
2019
31.01.
2022
296.000 Verbundprojekt:
Miniaturisierte
Lichtquellen für den
industriellen Einsatz in
Quantensensoren und
Quanten-Imaging-
Systemen (MiLiQuant)
- Teilvorhaben: 3D
Druck als Aufbau- und
Verbindungstechnik für
miniaturisierte
Lichtquellen
Mit dem Teilvorhaben 3D Druck als Aufbau- und
Verbindungstechnik für miniaturisierte Lichtquellen
verfolgt die Nanoscribe GmbH das Ziel ihre additive
Mikrofertigung basierend auf Multiphotonen Absorption
als Aufbau- und Verbindungstechnik (AVT) für
miniaturisierte Lichtquellen zu etablieren und an die
Bedingungen quanten-optischer Bauelemente anzupassen.
Diese AVT ist für die reproduzierbare Herstellung und die
spätere Verwertung von industriellen
quantentechnologischen Modulen zwingend notwendig,
um sowohl die benötigte Qualität, den geforderten
Bauraum als auch den Kostenpunkt zu erreichen.
‒ 78 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Paderborn
01.02.
2019
31.01.
2022
687.300 Verbundprojekt:
Miniaturisierte
Lichtquellen für den
industriellen Einsatz in
Quantensensoren und
Quanten-Imaging-
Systemen (MiLiQuant)
- Teilvorhaben:
Technologie und
Theorie für MIR
Quanten-Imaging
Systeme
Dieses Teilvorhaben setzt es sich zum Ziel, neuartige
Quantenbildgebungsprotokolle und Quantenlichtquellen
für Mikroskopie bei Wellenlängen im mittleren
Infrarotbereich (MIR) zu entwickeln. Der innovative
Ansatz dieses Teilvorhabens sieht es vor,
Quantenbildgebungsprotokolle zu entwickeln, die sich die
Farbverschränkung von Quantenlicht zu Nutze machen,
um auf eine Detektion des MIR Lichts vollständig
verzichten zu können. In diesem Teilvorhaben werden
sowohl die technologischen, als auch die theoretischen
Grundlagen des Gesamtsystems erarbeitet, die die
Umsetzung quantenoptischer Konzepte in der Praxis
ermöglichen werden.
Robert Bosch
Gesellschaft
mit
beschränkter
Haftung
01.02.
2019
31.01.
2022
603.600 Verbundprojekt:
Miniaturisierte
Lichtquellen für den
industriellen Einsatz in
Quantensensoren und
Quanten-Imaging-
Systemen (MiLiQuant)
- Teilvorhaben:
Miniaturisierte
Diamant-Magnetometer
und Dampfzellen-NMR-
Gyroskope
Das Projekt Miliquant widmet sich der Entwicklung von
miniaturisierten und kostengünstigen Laserquellen für die
Nutzung quantenoptischer Sensorprinzipien welches das
Ziel hat, erste Demonstratorsysteme in den Bereichen
Diamant-Magnetometrie und Kernspinresonanz-
Drehratensensoren aufzubauen. Mit diesem
Verbundprojekt schließt Bosch eine strategische Lücke im
Bereich der Lichtquellen die für die angestrebten
Produktentwicklungen im Bereich Quantensensoren eine
entscheidende Rolle bezüglich realisierbarer Baugrößen,
Leistungsverbrauch, Kosten und Sensorperformance im
späteren Produkt spielen werden. Dabei werden in diesem
Teilvorhaben Lichtquellen sowie weitere notwendige
Teilsysteme und Technologien für miniaturisierte
Quantensensoren für zwei unterschiedliche Anwendungen
untersucht: miniaturisierte Diamant-Magnetometer zur
Erfassung neuronaler und muskulärer Magnetfelder sowie
Kernspin-basierte Drehratensensoren basierend auf
Kernspinpräzessionsmessung Dampfzellen gefüllt mit Rb
Dampf und Xe Isotopen die als Backupsystem für die
GNSS-basierte Positionierung autonom fahrender
Fahrzeuge benötigt werden. Konkrete
Aufgabenstellungen sind die Entwicklung eines
Glasfaser-basierten Ansatzes zur optischen Anregung und
für das optische Auslesen eines Diamant-Magnetometers
sowie die Entwicklung von Konzepten für ein Mehrkanal-
Magnetsensorsystem. Den Hauptteil der Arbeiten im
Rahmen dieses Teilvorhabens wird die Entwicklung von
NMR-Drehratensensoren basierend auf MEMS-basierten
Dampfzellen einnehmen. Hierbei stellt die Herstellung
und Befüllung von miniaturisierten Dampfzellen sowie
die Entwicklung der Systemkomponenten und Funktionen
wie magnetische Abschirmung, Magnetfeldkompensation,
Magnetfeldanregung und Dampfzellen-
Temperaturregelung im Vordergrund.
‒ 79 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Q.ant GmbH 01.02.
2019
31.01.
2022
2.490.200 Verbundprojekt:
Miniaturisierte
Lichtquellen für den
industriellen Einsatz in
Quantensensoren und
Quanten-Imaging-
Systemen (MiLiQuant)
- Teilvorhaben:
Miniaturisierte
Lichtquellen für die
Quantentechnologien
Dieses Teilvorhaben strebt im Rahmen des Verbundes
MiLiQuant die Erforschung und Demonstration von
Lichtquellen für den skalierbaren Alltagseinsatz von
Quantensensoren und Quanten-Imaging Systemen an. Im
engen Zusammenspiel mit den anderen Verbundpartnern
und nach den gemeinsam definierten Anforderungen
werden Strahlquellen gefertigt, die - miniaturisierbar, -
intensitäts- und frequenzstabil, - rauscharm, -
wartungsfrei und - (teil-)automatisiert herstellbar sind.
Durch eine enge Abstimmung mit den Verbundpartnern
wird eine breite technologische Erforschung und
Entwicklung optischer Quantentechnologien als
"Enabling Technologies" für relevante Anwendungen
sichergestellt. Als übergreifender und für alle
Anwendungen relevanter Baustein des Vorhabens wird
die automatisierte Aufbau- und Verbindungstechnologie
(AVT) für zentrale Komponenten der Quantentechnologie
erarbeitet. Hierzu werden kommerziell erhältliche
Automaten an die Bedingungen quantenoptischer
Bauelemente angepasst und ermöglichen so die
reproduzierbare Herstellung und die spätere Verwertung
von industriellen quantentechnologischen Modulen.
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung
eingetragener
Verein
01.04.
2019
31.03.
2021
6.426.679 Einzelvorhaben:
Quantum Photonics
Labs (QPL)
Der hier vorliegende Antrag "Quantum Photonics Labs"
(QPL) zielt darauf ab, die bestehende Expertise des
Antragsstellers in der klassischen und Quantenphotonik
so zu erweitern, dass vollständige
wissenschaftlichtechnische quantenphotonische Prozessketten entstehen,
welche einen schnellstmöglichen Transfer von
quantenphysikalischer Wissenschaft zu
anwendungsbereiten Devices für Forschung und Industrie
ermöglichen. Dazu wird das wissenschaftlich-technische
Ökosystem des Antragstellers in den Bereichen
Mikrostrukturierung, Fasertechnologie,
Systemintegration, Charakterisierung sowie
Freiformtechnologie strategisch komplettiert. Damit wird
quantenphotonische Forschung und Entwicklung auf
höchstem Niveau ermöglicht.
‒ 80 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Julius-
Maximilians-
Universität
Würzburg
01.04.
2019
31.03.
2021
349.080 Einzelvorhaben:
Photonenanzahlauflösende und
Totzeitfreie RTD-
Einzelphotonendetektio
n (Photon-N)
Ziel des Vorhabens ist die Erforschung und Entwicklung
von neuartigen Resonanztunneldioden-(RTD)-
Einzelphotonendetektoren für Anwendungen in den
optischen Quantentechnologien und den Lebens- und
Materialwissenschaften. Einzelphotonendetektoren wie
Lawinendurchbruch-Photodioden (engl. avalanche
photodiodes, APDs), oder supraleitende Nanodraht-
Einzelphotonendetektoren sind sogenannte "Klick"-
Detektoren. Hierbei wird beispielsweise ausgenutzt, dass
die Absorption eines Photons den Supraleiter lokal über
die Sprungtemperatur erwärmt und es zu einem
Zusammenbruch der Supraleitung kommt. Die genaue
Photonenstatistik lässt sich mit Ihnen jedoch nicht,
beziehungsweise nur indirekt über Umwege abbilden.
Zudem leiden diese unter einer Totzeit von (typ. ¿50 ns),
da der Detektor nach erfolgreicher Detektion zunächst
wieder in den Ausgangszustand zurückgesetzt werden
muss. Alternative Ansätze mit der Möglichkeit die genaue
Photonenanzahl eines Pulses aufzulösen, sind z. B.
räumliches Multiplexing oder supraleitende Transition-
Edge-Sensoren (TES). Nachteile hierbei sind jedoch
nichtkonstante Quanteneffizienzen und
Betriebstemperaturen im sub-200 mK Regime. Der im
Vorhaben vorgeschlagene Ansatz erlaubt eine
Photonenanzahl-auflösende und Totzeit-freie
Photonendetektion und in Kombination mit einer
Wellenleiterführung hocheffiziente Detektion durch
Ausnutzung des Resonanztunneldioden- (RTD-)
Detektorprinzips. Das RTD-Detektorprinzip zeichnet sich
durch die Fähigkeit aus, dass der Detektor-Ausgang direkt
proportional zur Anzahl bzw. der Änderung der Anzahl
der Photonen pro Puls ist und damit
Photonenanzahlaufgelöste Einzelphotonendetektion im
Hochfrequenzbetrieb realisierbar sind. Des Weiteren
erfolgt das Ausgangs-Signal nahezu instantan und ohne
zeitliche Unsicherheit. Mit einer Wellenleitergeometrie
zur Lichteinkopplung und –führung, können zudem
einfallende Lichtpulse mit nahezu 100 %-Effizienz
detektiert werden.
‒ 81 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Diamond
Materials
GmbH
15.05.
2019
14.05.
2022
151.260 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Erforschung von
Diamantmaterialien für
den Sensor
Diamant-basierte mikrooptische-Sensoren Beispiel eines
Amperemeters und eines Magnetfeldsensors Auf Basis
von NV-Farbzentren in synthetischem Diamant wird ein
kalibrationsfreies Amperemeter entwickelt. Möglich wird
dies durch die Quanteneigenschaften dieser Defektzentren
(Spinkohärenzzeit), deren Messgröße sich auf
fundamentale Größen (g-Faktor, Bohrsches Magnetron)
zurückführen lässt. Von Vorteil ist, dass diese
Quanteneigenschaften unter vergleichsweise einfachen
äußeren Bedingungen zugängig und selbst bei
Raumtemperatur erzeugbar sind. Die Baugruppe soll mit
kostengünstigen Komponenten in einem weitgehend
industrialisierten Verfahren aufgebaut werden. Wichtig ist
für sämtliche Herstellungsschritte ausgehend von der
Diamantsynthese, über die Diamantbearbeitung und den
Aufbau der optischen Komponenten bis hin zur
Systemmontage immer die Skalierfähigkeit der
Technologien hin zu einem Massenprodukt. Dabei
werden für die verwendeten Diamanttechnologien
erstmalig Vorgehensweisen zur Qualitätssicherung und
Standardisierung vorgeschlagen, die auch auf benachbarte
Applikationsfelder übertragbar sein sollen. Denn das
Amperemeter ist dabei lediglich ein Beispiel für eine
Reihe von Messgeräten und Quantenstandards, wie bsp.
Quanten-Spannungsstandards oder –
Mikrowellenstandards. Diese sollen in dem Vorhaben
zwar nicht entwickelt werden, lassen sich aber als weitere
Produkte aus den Projektzielen ableiten, da die
entwickelten Diamantmaterialien und die
Integrationstechnologie für die gesamte Produktpalette
übernommen werden können.
nano analytik
GmbH
15.05.
2019
14.05.
2022
229.379 Verbundprojekt:
Standardisierungen in
der Herstellung und
Verarbeitung von
Quantenmaterialien am
Beispiel von NV-
Farbzentren in Diamant
zur Realisierung eines
hochpräzisen auf
Quanteneffekten
beruhenden
Amperemeters
(DiaQuantFab) -
Teilvorhaben:
Erforschung von
Rasterkraftsonden als
Magnetometer
Das Ziel dieses Teilvorhabens besteht darin,
Quantendefekte in Diamant für die Herstellung von
vermarktbaren, kalibrationsfreien Applikationen in
Raster-Sonden Magnetometrie zu demonstrieren. 1.
Entwicklung vereinheitlichter
Rastersondenmagnetometer-Sensoren für ein
Anwendungsfeld mit zu definierenden Aktuations- und
Sensorsignalbereichen mit einer Diamantspitze mit
platzierten NV-Zentren. 2. Entwicklung von "Quasi
Monolith"- Integrationstechnologie Diamant-Spitze –Si-
Cantilever. 3. Entwicklung einer miniaturisierten
Elektronik mit digitaler Standard-Schnittstelle zur
Kommunikation mit Mikrocontroller bzw. Computer oder
AFM-Controller für die Arbeit mit allen gängigen
kommerziellen AFN‘s
‒ 82 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
TransMIT
Gesellschaft für
Technologietra
nsfer mbH
01.02.
2020
31.01.
2023
506.424 Verbundprojekt:
Plattform für
Tieftemperatur Qubit
Experimente (PtQUBE)
- Teilvorhaben:
Pulsrohrkaltkopf mit
nachgeschalteten
Subkelvin-Stufen zur
Kühlung skalierbarer
Experimentierplattforme
n für variable
Eingangsleistungen im
Bereich von 2 bis 8 kW
Das Gesamtziel des Verbundvorhabens ist es, eine
neuartige, für viele potentielle Anwender attraktive
Experimentierplattform für kryogene Quantum-
Computing Anwendungen zu schaffen. Diese Plattform
soll kostengünstig, leicht bedienbar, wartungsarm und
kommerzialisierbar sein. Sie wird zudem weitgehend
ohne die sonst für kryogene Anwendungen häufig
notwendige spezielle Infrastruktur auskommen. Zu
diesem Zweck wird im TransMIT-Teilvorhaben ein
neuartiger Pulsrohrkühler für variable Kompressor-
Leistungen realisiert und dieser in einem speziell
auszulegenden Kryostaten in Kombination mit
magnetischen Subkelvin-Stufen zur Kühlung der Qubit-
Experimentierplattform eingesetzt.
Universität
Regensburg
01.04.
2020
31.03.
2023
293.500 Verbundprojekt:
Superinductor-based
Quantum Technologies
with Ultrastrong
Couplings (SiUCs) -
Teilvorhaben:
Theoretische
Untersuchung von
Supraleiter-basierten
Qubits und
Schaltkreisen mit
ultrastarker Licht-
Materie Kopplung
Supraleitende Quantenschaltungen stellen eine der
aussichtsreichsten Plattformen der Festkörperphysik für
Quantencomputing dar. Dieser Erfolg begründet sich in
der naturgemäß großen Wechselwirkung zwischen Licht
(repräsentiert durch Mikrowellensignale) und Materie
(verkörpert durch supraleitende Qubits). Mikrowellen
Photonen werden auf jeder Stufe von Quanten-
Informations-Protokollen, Qubit Manipulationen, der
Qubit Auslesung und Qubit-Kopplungen verwendet.
SiUCs verwendet das Potential der sehr großen Licht-
Materiekopplung, oft auch ultra-starke Kopplung genannt.
Im Besonderen wird sich SiUCs auf die
Effizienzoptimierung der Qubit Operationen
konzentrieren, welche Licht-Materie Wechselwirkungen
beinhalten. Dies geschieht mittels der Entwicklung von
Architekturen, welche auf Superinduktoren basieren.
Letztere werden dazu verwendet, ein fehlendes
Instrument der supraleitenden Quantenschaltungs-
Toolbox zu entwickeln, nämlich den Mikrowellen-
Einzelphotonendetektor. Abschließend wird diese
einzigartige Vielteilchenphysik in Verbindung mit
ultrastarken Kopplungen mittels extra hierfür entworfener
Quantensimulatoren untersucht werden.
‒ 83 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Karlsruher
Institut für
Technologie
(KIT)
01.04.
2020
31.03.
2023
321.600 Verbundprojekt:
Superinductor-based
Quantum Technologies
with Ultrastrong
Couplings (SiUCs) -
Teilvorhaben:
Quantenschaltungselem
ente mit hoher
Impedanz
Supraleitende Quantenschaltkreise bieten eine der
vielversprechendsten Plattformen für Quantencomputer.
Der Erfolg beruht auf der großen Wechselwirkung
zwischen Licht und Materie, die von den supraleitenden
Qubits im Mikrowellenbereich natürlicherweise
bereitgestellt wird. Die Mikrowellen-Photonen werden für
die gesamte Quanteninformationsverarbeitung verwendet,
beispielsweise für das Manipulieren und Auslesen der
Qubits sowie für die Qubit-Qubit Wechselwirkung. Für
die Beschreibung der Licht-Materie Wechselwirkung
wird die Quantenoptik herangezogen. Diese wurde
ursprünglich hauptsächlich für die mit Licht schwach
wechselwirkenden Atome entwickelt und angewandt.
Dabei kommt aufgrund der schwachen Wechselwirkung
oft die Rotating-Wave-Approximation (RWA, dt.
Drehwellenäherung) zur Geltung, die die gemittelte
langsame Zustandsänderung der Atome beschreibt. Bei
supraleitenden Schaltkreisen kann dieses Regime ohne
weiteres verlassen werden, da Qubits buchstäblich direkt
miteinander verdrahtet werden können. Die Grenzen der
RWA wurden bereits beim Auslesen der Qubits und bei
dissipativen getriebenen Systemen aufgezeigt. Die SiUCs
werden einen radikal neuen Ansatz verfolgen: Wir
werden die Möglichkeiten der sehr großen Licht-Materie-
Kopplung - oft als ultra-starke Kopplung bezeichnet -
nutzen, anstatt ihr aus dem Weg zu gehen. Mit diesem
Ansatz werden sich Qubits wesentlich schneller
kontrollieren lassen, wodurch sich die Rechentiefe eines
Quantumcomputers deutlich erhöhen lässt. Um diesen
anspruchsvollen Ansatz kontrolliert anzugehen, werden
wir eine Architektur auf Basis von sogenannten
Superinduktivitäten entwickeln. Resonatoren und
Koppler, die aus solchen Komponenten aufgebaut sind,
weisen im Mikrowellenbereich Impedanzen nahe dem
Quantenwiderstand (RQ ~ 6,5kOhm) auf, was eine
Verstärkung der Licht-Materie-Wechselwirkung und
gleichzeitig weniger Verluste ermöglicht. Das KIT wird
die hochohmige Schaltung entwerfen, produzieren und
testen.
‒ 84 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Stuttgart
01.02.
2020
31.01.
2023
185.700 Verbundprojekt:
Magnetic Atom
Quantum Simulator -
Teilvorhaben:
Superauflösende
Quantengas-
Mikroskopie an
Ultrakalten Dysposium
Atomen (MAQS)
In diesem Verbundprojekt entwickeln mehrere
experimentell bzw. theoretisch arbeitenden
Forschungsgruppen gemeinsam einen neuartigen
Quantensimulator mit langreichweitigen
Wechselwirkungen. Dazu sollen magnetische Atome in
optischen Gittern zum Einsatz kommen. Diese Plattform
zeichnet sich dadurch aus, dass sie aktuell als einziges
Quantensystem mit langreichweitiger Wechselwirkung zu
großen Teilchenzahlen skalierbar ist, sowie die
notwendige Stabilität zum Studium dynamischer Prozesse
aufweist. Davon ausgehend sollen fundamentale
Fragestellungen aus der Vielteilchenphysik, wie
beispielsweise neue Aggregatzustände und deren
Dynamik untersucht werden. Im Rahmen des Teilprojekts
ist dazu der Aufbau eines neuen Experiments zur
Produktion, Manipulation und Untersuchung von
dipolaren Dysprosium Atomen geplant. Um damit die
gesuchten Materiezustände herstellen und untersuchen zu
können, sollen erstmals Gitter mit besonders kleiner
Periode, sowie neuartige Mikroskopietechniken mit einer
Auflösung jenseits des Beugungslimits zum Einsatz
kommen. Basierend auf diesen technologischen
Entwicklungen sollen anschließend die oben
besprochenen fundamentalen Fragestellungen auf dem
Gebiet der Vielteilchenphysik untersucht werden.
‒ 85 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Paderborn
01.03.
2020
28.02.
2023
234.144 Verbundprojekt:
Anwendungsnahe
Superauflösung in
Raum und Frequenz
(ApresSF) -
Teilvorhaben: Zeit und
Frequenz
Dieses Teilvorhaben setzt es sich zum Ziel, innovative
Technologien für kohärente Quantenmessungen im Zeit-
und Frequenzbereich zu entwickeln. Dabei ermöglichen
Ansätze aus der Quantenmetrologie und
Quanteninformationsverarbeitung die Implementierung
von maßgeschneiderten Messungen, die eine Präzision
jenseits derer von klassischen Intensitätsmessungen
erreichen. Unsere Messungen basieren auf dem Zählen
einzelner Photonen und sind damit speziell für
Anwendungen bei geringen Lichtleistungen geeignet, zum
Beispiel im Bereich der stellaren Spektroskopie, bei der
klassische Messungen aufgrund des niedrigen
Signallevels nicht mehr einsetzbar sind. Die Frage nach
der Auflösung eines Messapparates ist altbekannt. So
stellt beispielsweise die Beugungsbegrenzung – auch
Rayleighs Fluch genannt – eine harte Grenze für das
Auflösungsvermögen von direkter Bildgebung dar.
Neuerdings wird diese Limitierung seitens der
Quanteninformationstheorie allerdings in Frage gestellt.
So konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass eine
optimierte, phasensensitive Messung in der Lage ist,
Rayleighs Fluch auszuhebeln und eine Auflösung zu
erreichen, die nur noch durch die fundamentale
Quantenunschärfe begrenzt ist. In unserer Arbeitsgruppe
wurde dieser Ansatz erstmals für Zeit- und
Frequenzmessungen realisiert. Diese Vorarbeiten sollen
im Rahmen dieses Teilvorhabens zu einer funktionellen
Quantentechnologie erweitert werden, in deren Rahmen
Bauelemente entwickelt werden, die die ultimativen
Limitierungen für Zeit- und Frequenzmessungen
ausreizen. Im Gesamtverbund werden die Grenzen der
quanteninspirierten Superauflösung ausgelotet. Die
Theoriearbeiten widmen sich der Frage nach idealen
Messungen bei Multiparameterproblemen und der Rolle
von Kohärenzen im Signalfeld. Die experimentellen
Arbeiten setzen die gefundenen Messprotokolle in
komplementären Systemen um.
‒ 86 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Forschungszent
rum Jülich
GmbH
01.03.
2020
28.02.
2025
4.990.000 Topologische Quantum-
Bit-Schaltkreise
basierend auf Majorana-
Moden
Gesamtziel des Vorhabens ist es aus topologischen
Isolator (TI) – Supraleiter (S) Hybridnetzwerken ein
topologisches Quantum Bit (Qubit) zu bauen, das in
einem ersten Schritt die nicht-abelsche
Vertauschungsrelation demonstrieren soll. Im zweiten
Schritt soll es als skalierbare Einheit den Weg für
marktreife, kleine topologische Quanten-Prozessoren
ebenen. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit von Nano-
Ingenieuren, (theoretischen) Physikern und der Industrie
geplant. Motiviert ist das Vorhaben durch einen zum
Patent angemeldeten Prozess, der es auf innovative Art
und Weise ermöglicht komplexe S-TI Hybride mit
lokalisierten Majorana-Moden in-situ herzustellen. Die
Möglichkeit diesen "Majorana-Chip" unkompliziert mit
kommerziell erhältlicher Steuer- und Auslese-Elektronik
zu koppeln, stellt in Aussicht skalierbare topologische
Qubits innerhalb von fünf Jahren zu fertigen. Für die
Umsetzung des Projekts ist der Umbau einer vorhandenen
Molekularstrahlepitaxie (MBE) Anlage geplant. Zudem
wird ein Mischkryostat inkl. Zubehör für die
Charakterisierung der hergestellten Bauteile bei sehr
tiefen Temperaturen beantragt. Ingesamt sollen auf dem
Projekt fünf Leute (+ HiWis) arbeiten. Neben der
Gruppenleiterstelle werden beantragt: Ein PostDoc für die
SQUID Integration und Qubit Charakterisierung, zwei
Ph.D. Stellen für MBE Wachstum von S-TI
Hybridstrukturen, Nanofabrikation im Reinraum und
anschließenden Tieftemperaturemessungen. Für
Routineaufgaben werden die Doktoranden von einer
wissenschaftlichen Hilfskraft (HiWi) unterstützt.
Außerdem soll ein Techniker für die Instandsetzung und
Optimierung des Kryostaten und des erforderlichen
Messaufbaus eingestellt werden. In den ersten 12
Monaten wird anstatt des Ph.D. Studenten für die
Tieftemperaturemessungen von Hybridbauteilen ein
theoretischer Physiker (PostDoc) in der Gruppe arbeiten ,
um verschiedene (in Jülich verfügbare) Materialien und
Bauteile zu simulieren und um "Braiding"-Layouts auf die
TI Plattform zu übertragen.
Fachhochschul
e Münster
01.08.
2020
31.01.
2022
238.800 Open3 Quantum (O3Q) Das Grundwissen zu Quantum Computing und
Quantensensorik soll über den Einsatz von Low-Cost
High-Tech Experimenten in Kombination mit digitalen
Lehrmedien vermittelt werden. Insbesondere sollen durch
Kostenreduktion und Adaption erstmals Einzelphoton-
Experimente mit NV-Zentren in Diamant direkt für den
Schulunterricht, für Forscher-AGs, für Schülerlabore,
sowie Wettbewerbsformate wie z. B. Jugend forscht
einsetzbar werden. Die Experimente werden durch
digitale Lehrformate zum Rechnen mit Qubits ergänzt.
Gerade die konkrete, individuelle, experimentelle und
forschende Auseinandersetzung ermöglicht ein
tiefergehendes und intuitives Verständnis der
Quantenphysik, die nicht nur für das Studium von Physik,
sondern auch für zukünftige Berufsfelder im Bereich der
Ingenieursausbildung an Bedeutung gewinnen werden.
‒ 87 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Technische
Universität
München
01.08.
2011
31.07.
2015
209.264 CHIST-ERA
Verbundprojekt CQC
(Composing Quantum
Channels) - Teilprojekt:
Elementare
Eigenschaften von
Quanten-Kanälen
Den Rahmen für das Forschungsvorhaben bildet die
Quanten-Informationstheorie. Elementare Bausteine
dieser Theorie sind "Quanten-Kanäle", d.h.
mathematische Input-Output Relationen für
Informationsübertragung und -verarbeitung, beschrieben
im Rahmen der Quantentheorie. Die Verknüpfung solcher
Kanäle, sowohl sequentiell als auch parallel, ist eine
immer widerkehrende Operation, sei es bei der
Beschreibung von physikalischen Zeitentwicklungen, der
Kodierung, Speicherung und Verarbeitung von
Information oder bei der Analyse kryptographischer oder
spieltheoretischer Protokolle. Ziel des Vorhabens ist eine
systematische Analyse elementarer Eigenschaften von
Quanten-Kanälen und deren Verhalten unter
Verknüpfungsoperationen. Ein besseres Verständnis auf
dieser grundlegenden Ebene ist für viele Fortschritte in
den oben genannten Gebieten von entscheidender
Bedeutung. Das Vorhaben ist Teil des interdisziplinären
Europäischen Verbundprojekts CQC (Composing
Quantum Channels), in Kooperation mit der ETH Zürich
und der UC Madrid. An der TU München sollen v.a.
elementare Eigenschaften untersucht werden, deren
Verständnis die Grundlage für die im Verbund
untersuchten komplexeren Themen bildet. Letztere
beziehen sich u. a. auf Anwendungen in der statistischen
Physik, der Komplexitätstheorie, und in
informationstheoretischen Protokollen.
‒ 88 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität des
Saarlandes
01.09.
2011
31.03.
2015
318.076 CHIST-ERA
Verbundprojekt QScale
(Quantum technologies
for extending the range
of quantum
communications) -
Teilprojekt:
Schnittstelle zwischen
Quantenkommunikation
und Quantenrechnen
mit einzelnen Ionen
Das Verbundvorhaben QScale hat zum Ziel, auf der Basis
quantenoptischer Systeme Werkzeuge für eine zukünftige
langreichweitige Quantenkommunikation zu entwickeln,
welche eine inhärent sichere Datenübertragung
ermöglichen soll. In diesem Kontext wird in diesem
Einzelvorhaben die Integration von Operationen zur
Quantenkommunikation mit Operationen zur lokalen
quantenlogischen Informationsverarbeitung untersucht.
Die physikalische Plattform besteht dabei aus in
Ionenfallen gespeicherten Einzelatomen und von diesen
Atomen emittierten Einzelphotonen. Die Prozesse werden
mit Laserlicht kontrolliert. Der erste Arbeitsschritt ist die
kontrollierte Erzeugung einzelner Photonen aus einzelnen
Atomen unter Erhaltung ihrer quantenmechanischen
Korrelation, der Atom-Photon-Verschränkung. Dieses soll
synchron in zwei räumlich getrennten Ionenfallen erzielt
werden. Darauf aufbauend soll die quantenlogische
Verarbeitung der durch Atom-Photon-Verschränkung
erzeugten Quanteninformation im einzelnen Atom
untersucht werden. Als erste konkrete Anwendung der
Integration von Atom-Photon-Verschränkung und
quantenlogischen Operationen ist die Teleportation eines
atomaren Quantenzustandes aus einer Ionenfalle in eine
andere geplant.
Technische
Universität
München
01.05.
2014
30.04.
2018
372.090 Verbundprojekt:
Informationstheorie des
Quanten-Repeaters -
Q.com-
Nachrichtentechnik -;
Teilvorhaben:
Abhörsichere
Kommunikation,
Attacken und
Systemdesign
In dem Teilprojekt wird der Einfluss von Attacken auf die
jeweils erreichbaren optimalen Raten für eine sichere
Kommunikation für den Quanten-Repeater
charakterisiert. Dazu werden Seitenkanalmodelle
entwickelt. Es wird untersucht, mit welchen Ressourcen
Attacken kompensiert werden können. Die
Ressourcenresultate werden genutzt, um robuste
Protokolle für die sichere Kommunikation und die
Schlüsselerzeugung zur Kompensation von
Systemunkenntnis und Mehrteilnehmereinflüssen zu
entwickeln. Es sollen Grundprinzipien des Systemdesigns
für Quanten-Repeater Netze entwickelt werden.
Insbesondere sollen unterschiedliche Ressourcen, wie
zum Beispiel Verschränkung oder Korrelation,
hinsichtlich des Störpotentials von aktiven Abhörern
charakterisiert werden. 2. Arbeitsplanung Ausgehend von
einer genauen Modellierung von unterschiedlichen
Attackenklassen werden Sicherheitskonzepte entwickelt.
Die Sicherheitskonzepte hängen von den physikalischen
Eigenschaften der Kommunikationskanäle ab. Die
Sicherheitskonzepte erlauben eine vollständige
Charakterisierung der Raten für eine sichere
Kommunikation. Anschließend werden
Ressourcenmodelle und Systemkonzepte entwickelt.
‒ 89 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Bielefeld
01.05.
2014
30.04.
2018
324.424 Verbundprojekt:
Informationstheorie des
Quanten-Repeaters -
Q.com-
Nachrichtentechnik -;
Teilvorhaben:
Abhörsichere
Kommunikation über
Quanten-Repeater bei
der Verwendung
unterschiedlicher
Ressourcen
Das Ziel dieses Teilprojektes ist die Bestimmung der
optimalen Raten für störungsresistente sowie abhörsichere
Kommunikation über Quanten-Repeater mit
Zustandsräumen endlicher Dimension bei der
Verwendung von unterschiedlichen Ressourcen. In dem
Teilprojekt soll insbesondere die Rückkopplung als
Ressource betrachtet werden. Gleichzeitig sollen
unterschiedliche Ziele des Angreifers (Wiretappers) und
des Empfängers analysiert werden und die Ahlswede
Identifikationstheorie angewendet werden. Zur
Ergebnissicherung werden wir Workshops zu den
Informationstheoretischen Modellen zur Kommunikation
über einen Quanten-Repeater durchführen und
anschliessend gemeinsam mit den Teilnehmern
Erweiterungen der bisher betrachteten Modelle
diskutieren. Der Schwerpunkt wird dabei auf der
Sicherheit gegen Attacken mit Seitenkanälen liegen. 2.
Arbeitsplanung Zunächst geht es um die Behandlung aller
Fragen im Zusammenhang mit Robustheit (das heißt
praktischer Sicherheit) so dann um Sicherheit gegen
Datendiebstahl und Missbrauch, und schließlich (und stets
gleichzeitig) um alle im Verbund auftretende, aus
praktischen Problemen.
Technische
Universität
Darmstadt
01.05.
2014
30.04.
2017
160.182 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Quantenkommunikation
mit resonanter Qubit-
Photon Kopplung
Ziel dieses Projekts ist es, die Quantenelektrodynamik der
Wechselwirkung gefangener materieller (atomarer oder
ionischer) Qubits mit dem elektromagnetischen Feld in
hybriden Quanten-Repeater-Modellen im Hinblick auf
eine Optimierung der Präparation materieller Bell-
Zustände räumlich weit entfernter materieller Qubits und
im Hinblick auf die Realisierung von optimierten Bell-
Messungen mit Hilfe photonischer Postselektion
theoretisch zu untersuchen. Insbesondere konzentrieren
sich diese Forschungsaktivitäten auf den Fall resonanter
Wechselwirkung zwischen dem quantisierten
elektromagnetischen Strahlungsfeld und den materiellen
Qubits. Diese geplanten theoretischen Untersuchungen
bilden wichtige Bausteine für die praktische Realisierung
eines Quanten-Repeaters auf quantenoptischer Basis und
sind in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von
Prof. Gerd Leuchs in Erlangen geplant. 2. Arbeitsplanung
Der Arbeitsplan konzentriert sich auf folgende
theoretische Untersuchungen in hybriden Quanten-
Repeater-Modellen: Photon-unterstützte Teleportation
und Verschränkungstausch, Verschränkungserzeugung in
parabolischen Kavitäten, Unterdrückung von Dekohärenz
mit Hilfe Markovscher Feedback-Kontrolle.
‒ 90 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Siegen
01.05.
2014
30.04.
2018
441.924 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Mikrowellen-
Quantenlogik mit
gespeicherten Ionen
Das Gesamtziel dieses Teilprojektes ist es, einen N-Qubit
(3=N=8) Quantenspeicher basierend auf gespeicherten
atomaren Ionen zu realisieren, die über Magnetic Gradient
Induced Coupling (MAGIC) miteinander wechselwirken.
Mit diesem Quantenspeicher werden die grundlegenden
quantenlogischen Operationen ausgeführt, die für die
Anwendung des Quantenspeichers als Teil eines
Quantenrepeaters notwendig sind. Darüber hinaus sollen
erste Schritte hin zur Anbindung dieses Quantenspeichers
an ein photonisches Netzwerk ausgeführt werden. 2.
Arbeitsplanung Es sollen bedingte Quantengatter mit M
Qubits (2=M=N) erstmalig realisiert und charakterisiert
werden. Solche Multi-Qubit-Gatter sollen dann genutzt
werden, um für den Betrieb eines Quantenrepeaters
erforderliche Protokolle zur Verschränkungsreinigung
innerhalb des Quantenspeichers zu implementieren.
Darüber hinaus soll die Adressierung einzelner Qubits mit
geringem Übersprechen demonstriert werden. Der
Austausch von Quanten-Information zwischen
magnetfeld-empfindlichen und –unempfindlichen
Zuständen innerhalb des Quantenspeichers soll ebenfalls
demonstriert werden. Sämtliche kohärenten
quantenlogischen Operationen in diesem Quantenspeicher
werden mit Hilfe von Mikrowellenstrahlung ausgeführt.
Für die Anbindung dieses Quantenspeichers an ein
photonisches Netzwerk sollen planare Ionenfallen
entwickelt und charakterisiert werden, die neben
Strukturen zur Erzeugung von elektrischen und
magnetischen Gleich- und Wechselspannungsfeldern
zusätzlich mit Faserkavitäten ausgestattet sind.
‒ 91 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Johannes
Gutenberg-
Universität
Mainz
01.05.
2014
30.04.
2018
578.226 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben: Kalte
Ionen als
Quantenspeicher, Licht-
Ion Schnittstelle und
Höherdimensionale
Quantenrepeater
Ziel ist die starke Kopplung eines Ions an eine Lichtmode
in einem Faserresonator und damit die Realisierung einer
Ion-Licht-Schnittstelle. Ionen werden dazu mit Transport-
Operationen in einem aus Glasfaserenden geformten
Mikro-Resonator platziert. Nach der Kopplung wird das
Ion zurück in eine Prozessorregion der segmentierten
Ionenfalle bewegt. In der Prozessorregion werden unter
Verwendung von quantenlogischen Operationen hoher
Fidelität Bell-Messungen durchgeführt. Operationen in
Dekohärenz-freien Unterräumen sollen zu einer
Verbesserung der Kohärenzzeit und Fidelität dienen.
Elementare quantenlogische Algorithmen werden
ausgeführt wie das Umschreiben eines photonischen
Qubits auf ein Qubit, welches in einem Ion gespeichert
wird. Quantenteleportation und Entanglement-Swapping
werden demonstriert. Theorie: Das Speichern und die
Konversion von höherdimensionaler Quanteninformation
werden theoretisch untersucht. Insbesondere werden dabei
Viel-Photonen-Zustände für die optische Kommunikation
sowie atomare/ionische Ensemble und Viel-Niveau-
Zustände für die lokalen Quantenspeicher in Betracht
gezogen. Des Weiteren sollen die praktikabelsten Wege
zur Manipulation dieser höherdimensionalen Zustände
gefunden werden. Ein Schwerpunkt dabei sind Bell-
Messungen mit linearer Optik auf kodierte
Quantenzustände für die Quantenfehlerkorrektur.
Experiment+Theorie: Analyse eines Quantenrepeater-
Protokolls unter Verwendung der experimentellen
Ionenfallen-Parameter. 2. Arbeitsplanung Die Arbeiten
sind geplant in zwei ausgerüsteten Fallenaufbauten: eine
ist mit einer optischen Schnittstelle versehen, die andere
für Gatteroperationen und als Quantenspeicher optimiert.
Technologieaustausch zu Faserresonatoren mit Partnern
im Verbund ist auch für diese Projektperiode vorgesehen.
In der Theorie werden die Einzelkomponenten wie
Speicher, Bell-Messungen und Quantenkodierungen
untersucht, die in komplette Quantenrepeater-Protokolle
einverleibt werden.
‒ 92 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Rheinische
Friedrich-
Wilhelms-
Universität
Bonn
01.05.
2014
30.04.
2018
1.914.180 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Faserintegrierter Ensemble-
Quantenspeicher und
Anschluss an eine
Halbleiter-
Photonenquelle
Der Q.com-Quantenoptik Verbund erforscht die
technologischen Grundlagen quantenoptischer Systeme,
die als robuste Quantenrepeater für die
Quantenkommunikation über große Entfernungen
notwendig sind. In diesem Teilvorhaben werden ein oder
mehrere fliegende Qubits (Einzelphotonen) in einem
kleinen Ensemble kalter Rubidium-Atome gespeichert.
Ein optischer Resonator hoher Finesse verstärkt die Licht-
Materie-Wechselwirkung, um eine hohe
Konversionseffizienz (Photon-> Speicher und Speicher-
>Photon) und eine angemessene Bandbreite zu erzielen.
Die gespeicherten Qubits können mit Mikrowellen-Pulsen
manipuliert und vor Dekohärenz teilweise geschützt
werden. Zeitlich asynchron einlaufende Photonen lassen
sich im Ensemble kalter Atome speichern. 2.
Arbeitsplanung Die eigene Herstellung der
Faserendspiegel erlaubt eine kontinuierliche
Weiterentwicklung der Faserresonatoren
(Doppelbrechung, effiziente optische Kopplung). Zur
Konversion der fliegenden in stationäre Qubits dient ein
miniaturisiertes Atom-Resonator-System auf der Basis
von optischen Faserresonatoren mit integriertem
Mikrowellennahfeldresonator. Als echte
Einzelphotonquelle dient in Kooperation mit
Projektpartner Q.com-Halbleiter/IFW Dresden auch eine
Quantenpunkt-Quelle. Damit soll die wechselseitige
Anpassung eines quantenoptischen und eines
halbleiterbasierten Netzwerkknotens aneinander erprobt
und ein erstes Quanten-Hybrid-Netzwerk demonstriert
werden.
Leibniz
Universität
Hannover
01.05.
2014
30.04.
2018
206.040 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Quantitative
Beschreibung von
Quantenrepeater-
Protokollen
Die Arbeitsgruppe "Quanteninformation" der Leibniz
Universität Hannover leistet Beiträge zur theoretischen
Entwicklung von Quantenrepeatern. Dabei sollen
analytische und numerische Modelle den Vergleich
unterschiedlicher Realisierungen von Quantenrepeatern
ermöglichen. Außerdem sollen Kontrollstrukturen
entwickelt werden, die auch ohne die volle Information
über das Gesamtsystem effizient arbeiten können.
Weiterhin sollen Protokolle für Quantenrepeater ohne
heraldierende Quellen entwickelt werden. 2.
Arbeitsplanung Im ersten Jahr sollen Protokolle für
Quantenrepeater ohne heraldierende Quellen untersucht
werden. Darauf aufbauend sollen im zweiten und dritten
Jahr neue Kontrollstrukturen entwickelt werden, die für
die Implementation solcher Quantenrepeater unerlässlich
sind. Die analytische und numerische Modellbildung soll
während der gesamten Laufzeit des Projektes angepasst
und erweitert werden.
‒ 93 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Heinrich-
Heine-
Universität
Düsseldorf
01.05.
2014
31.08.
2018
252.272 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben: Sichere
Kommunikation in
verallgemeinerten
Quantenrepeater-
Netzwerken
In diesem theoretischen Teilprojekt sollen neue
Quantenrepeater-Protokolle und verallgemeinerte
Quantenrepeaternetzwerke für die Anwendung in der
sicheren Quantenkommunikation untersucht werden. Im
Hinblick auf neue Quantenrepeaterprotokolle sollen
messapparateunabhängige und apparateunabhängige
Szenarien analysiert werden. Ferner sollen
Quantenrepeater mit Fehlerkorrektur mit bisherigen
Methoden verglichen werden. Im Hinblick auf
verallgemeinerte Quantenrepeaternetzwerke werden wir
realistische zweidimensionale Netzwerkstrukturen und
ihre Ressourcen analysieren. Ein wichtiges Gütemaß für
die Sicherheitsanalysen wird die sichere Schlüsselrate
sein, die in Abhängigeit von den Systemkomponenten und
dem Gesamtprotokoll zu berechnen und zu optimieren ist.
2. Arbeitsplanung: In den 36 Monaten des Projekts sollen
drei Themen bearbeitet werden. Die Themen
"Quantenrepeater und Fehlerkorrektur", "Quantenrepeater
und sichere Kommunikation im apparateunabhängigen
Szenario" und "Verallgemeinerte Quantenrepeater-
Netzwerke" sind in jeweils zeitlich überlappende
Unterthemen strukturiert, die dem Balkenplan im
beigefügten Teilprojektvorhaben entnommen werden
können.
‒ 94 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V.
01.05.
2014
30.04.
2018
254.216 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben: Atom-
Resonator-Systeme für
Quantenrepeater
Im Rahmen des Q.com Gesamtverbundes widmet sich
dieses Teilprojekt der Optimierung und
Effizienzsteigerung von Einzelatom-Quantenspeichern
mit optischen Resonatoren. Auf Basis von physikalischen
Modellen des Einzelatom-Resonator-Systems, die von
einem Projektpartner entwickelt werden, sollen 1.
Vorhabenziel Strategien zur Optimierung und besseren
Kontrollierbarkeit generiert und erprobt werden.
Ergänzend wird ein neues Speicherkonzept auf Grundlage
der Resonator-Quantenelektrodynamik implementiert, bei
dem der Erfolg des Protokolls durch Photonendetektion
angezeigt wird. Um die Effizienz und Skalierbarkeit
weiter zu erhöhen, wird einer neuen Generation von
optischen Resonatoren sehr hoher Güte entwickelt, die
unter Repeater-Aspekten optimiert sind. Diese
Resonatoren auf Basis von Lichtwellenleitern können auf
kleinstem Raum integriert werden. Ziel ist die
Kombination von minimalen Streu- und
Absorptionsverlusten, geringer Doppelbrechung und
optimaler Koppeleffizienz in einem System. 2.
Arbeitsplanung In enger Zusammenarbeit mit dem
theoretisch arbeitenden Projektpartner werden
unterschiedliche Optimierungsstrategien entwickelt und
dabei auf ihre Realisierbarkeit hin überprüfen. Alternative
Speicherkonzepte werden evaluiert, experimentell erprobt
und dann mit dem etablierten Verfahren verglichen. Die
physikalischen Ursachen für Doppelbrechung sowie
Streu- und Absorptionsverluste werden erforscht.
Daraufhin wird der Fabrikationsprozess für
Faserresonatoren optimiert, für den Bau neuer
Resonatoren eingesetzt und diese anschließend
charakterisiert.
‒ 95 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Ulm
01.05.
2014
30.04.
2018
505.085 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben: Theorie
und Anwendung des
Quantenrepeaters:
Kontinuierliche
Beschreibung,
Quantenspeicher und
Quantenkontrolle
Der Q.com-Verbund erforscht die technologischen
Grundlagen quantenoptischer Systeme, die als robuste
Quantenrepeater für die Quantenkommunikation über
große Entfernungen notwendig sind. Dieses Ulmer
Teilprojekt untergliedert sich in mehrere Teilbereiche. Zu
diesen gehören die kontinuierliche theoretische
Beschreibung des Quantenrepeaters und der in ihm
auftretenden Zustände insbesondere mit Hilfe von
Phasenraummethoden. Algorithmisch soll das
Einsatzspektrum des bereits in der ersten Förderperiode
bewährten CRAB-Algorithmus erweitert werden, so dass
Vielteilchen-Quantensystemen behandelt werden können.
Ferner soll die Quanteninformationsübertragung von
Photonen auf Farbzentren in Diamant ermöglicht und
gegen Dekohärenz geschützt werden. 2. Arbeitsplanung
Die oben diskutierten Themenkomplexe werden an den
Instituten für Quantenphysik,
Quanteninformationsverarbeitung, Theoretische Physik
und Quantenoptik bearbeitet. Dazu werden auf die
einzelnen Institute entsprechende Teilaufgaben verteilt,
um die jeweiligen Kompetenzen in den einzelnen
Teilgebieten bestmöglich zu nutzen. Für die in Ulm zu
entwickelnden Methoden in diesen Gebieten sind enge
Kooperationen mit den experimentellen Gruppen des
Verbunds vorgesehen, so dass die theoretischen
Vorschläge einen direkten Anwendungsbezug erhalten.
‒ 96 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Stuttgart
01.05.
2014
30.04.
2018
730.083 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Künstliche Atome in
Diamant und
Rydbergblockierte Ensembles
für Quantenrepeater-
Anwendungen
Der Q.com-Quantenoptik-Verbund erforscht die
technologischen Grundlagen von Quantenrepeatern, die
für die robuste Quantenkommunikation über grosse
Entfernungen notwendig sind. Dieses Teilprojekt
implementiert Diamantquantenrepeater (basierend auf
einzelnen NV-Defekten in Diamant samt 13C
Kernspinregistern mit bis zu 5 Speicher- und
Ancillaqubits). Ziel ist die Implementierung von
Verschränkungsreinigung (robuste Korrektur von bit-flip
und sign-flip-Fehlern) zwischen zwei
Diamantquantenrepeatern. Da die Erzeugung einzelner
Photonen auf tiefe Temperaturen angewiesen ist, wird in
diesem Projekt auch untersucht, wie sich Alkaligase bei
Raumtemperatur als Einzelphotonenquelle eignen. Dazu
wird ein gepulstes Vierwellenmischsystem mit der
optischen Nichtlinearität hochangeregter
Rydbergzustände so kombiniert, dass in einem
mikroskopsichen Anregungsvolumen nur eine einzige
Anregung erlaubt ist, die sich dann in ein einzelnes
Photon umwandeln lässt. 2. Arbeitsplanung Die robuste
Kopplung zweier Diamantquantenrepeater erfordert zwei
grundlegende Entwicklungsschritte, nämlich einerseits die
Entwicklung driftfreier Mikroskopie bei tiefen
Temperaturen (<10K) und andererseits die
Mikrofertigung von Festkörperimmersionslinsen (~ 2-5
Mikrometer) in Diamant. Die Implementierung von
Verschränkungsreinigung beinhaltet drei Schritte: 1.
Verlängerung der Kernspinspeicherzeit durch dynamische
Entkopplung bei tiefen Temperaturen. 2. Hochskalierung
der Kernspinregister auf bis zu 5 Qubits. 3.
Implementierung der Mikrowellen- und RF-Protokolle
zur Verschränkungsreinigung. Bei den thermischen Gasen
ist es zuerst notwendig, das mikroskopische
Anregungsvolumen optisch zu isolieren. Dazu wird ein
neues Lasersystem installiert. Weitere Verbesserung der
Abbildungsoptik soll durch die Integration von
Festkörperimmersionslinsen in die Spektroskopiezellen
erreicht werden. Schließlich werden die erzeugten
Lichtfelder mit Korrelationsmessungen untersucht.
‒ 97 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Ludwig-
Maximilians-
Universität
München
01.05.
2014
30.04.
2018
494.376 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Elementare
Quantenrepeaterverbind
ung über große
Entfernungen
Erzeugung von quantenmechanischer Verschränkung über
große Distanzen ist Grundvoraussetzung für zukünftige
Quantennetzwerke. In diesem Projekt nutzt man einzelne,
in optischen Fallen gespeicherte Rubidium (Rb-87)
Atome als lokale Quantenspeicher. Ziel dieses
Teilprojekts ist es, zwei derartige Speicher über eine
Entfernung von 400 m zu verschränken. Zusätzlich wird
die Effizienz und Zustandsgüte optimiert mit dem Ziel,
erstmals geräteunabhängige Erzeugung von Zufallszahlen
und von sicheren Schlüsseln für die Kryptographie
durchzuführen. Die Verschränkung über lange Entfernung
soll mithilfe des Entanglement-Swapping-Protokolls
erreicht werden. Dabei werden die Atome zunächst mit
jeweils einem Photon verschränkt, eine projektive
Messung an den beiden Photonen ermöglicht dann die
Übertragung der Verschränkung auf die Atome. Dies
konnte im ersten Verbundprojekt an einer Teststrecke
über 20 m Entfernung innerhalb eines Gebäudes gezeigt
werden. 2. Arbeitsplanung Die weiteren Arbeiten sollen
sich auf drei wesentliche Schwerpunkte konzentrieren: •
In-Betriebnahme der atomaren Fallen und Erzielung der
Atom-Photon-Verschränkung an den neuen 400 m
voneinander entfernten Positionen • Erweiterung auf neue
Detektorsysteme (zustandsabhängige Ionisation und
Detektion von Ionisationsfragmenten) auf schnell
schaltbare Wahl der Messbasis sowie Entwicklung neuer
Synchronisation und Prozesskontrolle der Anlagen mit
dem Ziel, Verschränkung zwischen den 400 m voneiander
gefangenen Atomen zu erzeugen. • Steigerung der
Effizienz und Verschränkungsgüte durch verbesserte
Optik und weiter optimierte Anregungszyklen mit dem
Ziel, geräteunabhängige Protokolle der
Quantenkommunikation zu demonstrieren. Darüber
hinaus ist das Ziel, an Methoden zur zustandsneutralen
Konversion der emittierten Photonen und Interkonversion
von photonischen auf atomare Zustände mitzuarbeiten
und Spezifikationen für mögliche Implementierungen am
vorliegenden Aufbau zu entwickeln.
‒ 98 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Paderborn
01.05.
2014
30.04.
2018
476.640 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Entwicklung
monolithischer KTP-
Wellenleiter-
Bauelemente zur
Überbrückung der
Wellenlängendifferenze
n zwischen stationären
und propagierenden
QuBits
Aufbauend auf den wissenschaftlichen Fortschritten des
Verbundprojektes QuOReP (1. Förderphase) sollen im
Verbundprojekt Q.com-Quantenoptik (2. Förderphase,
2014-2017) Teilsysteme von Quantenrepeaterstrecken
(Punkt-zu-Punkt-Verschränkungsverteilung, Konversion
stationärer QuBit-Zustände im nahen UV auf "flying
QuBits" bei Telekomwellenlängen) realisiert werden. In
diesem Teilprojekt werden integriert optische
Wellenlängenkonverter und Verschränkungslichtquellen
entwickelt. Dies soll es ermöglichen, einerseits für die
Konversion mit Mitteln der integrierten Optik
Benchmarks hinsichtlich Effizienz und Fidelität der
konvertierten Quantenzustände zu setzen, andererseits
durch monolithische Integration mehrerer Komponenten
erste Schritte hin zu einer skalierbaren quantenoptischen
"on-chip" Technologie zu demonstrieren. 2.
Arbeitsplanung Die in Paderborn implementierte
Technologie ionenausgetauschter, periodisch gepolter
KTP- (PPKTP-)Wellenleiter soll angewandt werden, um
einerseits hocheffiziente Wellenlängenkonverter zu
entwickeln, die auf den Prozessen der optischen Summen
(SFG)- und Differenzfrequenzerzeugung (DFG) basieren.
Andererseits soll eine monolithisch integrierte Zwei-
Farben-Verschränkungsquelle demonstriert werden, die
"on-chip" eine PDC-Quelle, einen wellenlängenselektiven
Koppler, eine zeitinvertierende SFG-Konverterstufe
sowie Taperstrukturen für eine modenselektive
Pumpkopplung enthält. Der Erhalt der
Quanteneigenschaften der konvertierten Zustände soll
sowohl via Photonenzählung als auch durch (Selbst-)
Homodyn-Detektion nachgewiesen werden.
‒ 99 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität des
Saarlandes
01.05.
2014
30.04.
2018
2.041.848 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben:
Kontrollierte Emission,
Konversion und
Absorption einzelner
Photonen als Baustein
für
Quantenschnittstellen
Der Q.com-Quantenoptik-Verbund erforscht die
technologischen Grundlagen quantenoptischer Systeme,
die als robuste Quantenrepeater für die
Quantenkommunikation über große Entfernungen
notwendig sind. Das Teilvorhaben hat zum Ziel,
Technologien für Schnittstellen zwischen Photonen und
einzelnen Quantensystemen (Atome und Festkörper) zu
entwickeln. SB-B: Entwicklung von Frequenzkonvertern
zur Verschiebung der Wellenlänge photonischer
Polarisations-Qubits in die Telekom-Bänder;
Demonstration der Erhaltung der Atom-Photon-
Verschränkung über große räumliche Distanz;
Entwicklung einer Einzelphotonenquelle im Telekomband
durch Frequenzkonversion von Einzelphotonen aus
Halbleiter-Quantenpunkten; Entwicklung von
festkörperbasierten Quantenspeichern für einzelne
Photonen aus Halbleiter-Quantenpunkten und Kopplung
von hybriden Quantensystemen (Atom / Festkörper). 2.
Arbeitsplanung SB-E: Effizienter Photon-zu-Atom-
Quantenzustandstransfer (QZT) zwischen
Einzelphotonenquelle und einzelnem Ion; Atom-Photon-
QZT zum Auslesen gespeicherter Quanteninformation;
Quantenlogische Verarbeitung in Zeeman-Quantenbits
von photonischer Information nach vorausgehender
Atom-Photon-Verschränkung oder Photon-zu-Atom-
QZT; Einzelphotonenemission und -absorption aus
einzelnem gespeicherten Ion kombiniert mit
Quantenfrequenzkonversion; Fourier-begrenzte Photonen
bei 854 nm, Multiplexing: Konzepte für Vielkanal-
Einzelphotonenerzeugung. SB-M: Modellierung der
Kopplung zwischen einzelnem Photon aus optischer Faser
und Atom in Hochfinesse-Resonator; Optimierung der
Absorptionseffizienz durch externe Felder mithilfe
optimaler Kontrolle; Berücksichtigung der
experimentellen Bedingungen. Anwendung auf
kontrollierte Absorption und Emission einzelner Photonen
durch einzelne Atome und kontrollierten
Quantenzustandstransfer zwischen Atomen und Photonen.
Anwendung auf andere Emitter (NV Zentren,
Quantenpunkte).
‒ 100 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Freie
Universität
Berlin
01.05.
2014
31.08.
2018
190.563 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattform mit Methoden
der Quantenoptik -
Q.com-Quantenoptik -;
Teilvorhaben: Theorie
und Analyse
realisierbarer
Repeaterprotokolle
Dieses Teilprojekt setzt zwei zentrale Ziele, die jedoch in
engem Zusammenhang miteinander stehen: 1. Welche
optimalen Repeaterprotokolle gibt es und welche
Ressourcen sind für deren Realisierung nötig? 2. Wie
kann man die korrekte Funktionsweise von zentralen
Komponenten von Repeatern ökonomisch und praktisch
zertifizieren? Diese beiden Fragen stehen offensichtlich
im Zentrum der grundsätzlichen Fragestellung dieses
Verbundprojektes, sind miteinander verknüpft und
befinden sich auch in engem Zusammenhang mit vielen
anderen Teilprojekten in diesem und anderen
Teilverbünden. 2. Arbeitsplanung Konkret werden die
folgenden Fragen angegangen: Korrelationen in
Quantenspeichern werden üblicherweise als eine
Fehlerquelle angesehen. Unter Zuhilfenahme von neuen
über Renormierung von Tensornetzwerken wird
ausgelotet, wie Speichereffekte - wie sie in
experimentellen Situationen, etwa in Ionenfallen,
auftreten - bei der Verschränkungsreinigung geschickt
ausgenutzt werden können. Neue Protokolle werden
entwickelt, um in asynchronen Situationen oder bei
Verwendung nicht- heraldierter Quellen gute Raten zu
erhalten. Multi-partite Netzwerke werden untersucht. Ein
wichtiger Teil des Projektes betrifft die
Weiterentwicklung und vor allem Anwendung von
Methoden, die es erlauben, das korrekte Funktionieren
von Komponenten zu tomographieren oder auf
effizientere Weise direkt zu verifizieren. Fragen von
geräteunabhängiger Sicherheit und Quanten-Kanaltheorie
geben dem Vorhaben weitere Perspektive.
‒ 101 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Konstanz
01.05.
2014
31.12.
2017
145.073 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben: Theorie
der Spin-Photon
Schnittstelle
Das Vorhaben bezweckt (1) die Optimierung der
Erzeugung von verschränkten Photonen in Halbleiter-
Quantenpunkten, (2) die Integration von
Verschränkungsreinigung im Quantenrepeater in eine
Halbleiterarchitektur mit stationären Spinqubits, sowie (3)
die Umwandlung von Spinqubits in Photonqubits für
Halbleiterstrukturen mit realistischen g-Faktoren. Das
Vorhaben ist in 4 Arbeitspakete aufgeteilt: AP UKON1 –
Kernspineffekte in der Biexziton-Kaskade zur Erzeugung
verschränkter Photonenpaare AP UKON2 – Kontrolle der
Exziton-Feinstruktur mit senkrechten elektrischen
Feldern, sowie Mischung von Leicht- und Schwerlöchern
AP UKON3 – Protokoll für die Verschränkungsreinigung
mit realen physikalischen Wechselwirkungen AP UKON4
– Spin-photon Schnittstelle in realen Halbleiter-
Nanostrukturen Folgende Meilensteile wurden definiert:
Meilensteine zu AP Ukon1: Kernspineffekte in der
Biexziton-Kaskade zur Erzeugung verschränkter
Photonenpaare 1.1 Verschränkungsgüte bei
unpolarisierten Kernspins als Funktion der einstellbaren
Parameter 1.2 Optimierte Kernspinkonfiguration zur
Maximierung der Verschränkungsgüte Meilensteine zu
AP Ukon2: Kontrolle der Exziton Feinstruktur mit
senkrechten elektrischen Feldern, Mischung von
schweren (hh) und leichten (lh) Löchern 2.1 Exziton-
Feinstrukturaufspaltung in Abhängigkeit der senkrechten
Feldstärke 2.2 Exziton-Feinstrukturaufspaltung unter
Berücksichtigung der hh-lh Kopplung Meilensteine zu AP
Ukon3: Protokoll für Verschränkungsreinigung mit realen
physikalischen Wechselwirkungen 3.1 Protokoll für
Verschränkungsreinigung mit der
Austauschwechselwirkung 3.2 Optimiertes Protokoll 3.3
Verschränkungsreinigung mit Zwei- und/oder
Dreispinqubits Meilensteine zu AP Ukon4: Spin-photon
Schnittstelle in realen Halbleiter-Nanostrukturen 4.1
Berechnung von Güte und Übertragungsrate bei Spin-
Photon-Umwandlung 4.2 Güte und Übertragungsrate bei
Spin-Photon-Umwandlung mit optischer Kavität 4.3 Spin-
Photon-Umwandlung mit Zwei- und/oder Dreispinqubits
‒ 102 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Paderborn
01.05.
2014
31.10.
2018
465.170 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Funktionelle
Quantenstrukturen auf
Halbleiterbasis:
Quantenlogische Gatter,
Emitter und Detektoren
Im Rahmen des Projekts werden funktionelle Strukturen
auf Halbleiterbasis für Quantenrepeater hergestellt und
untersucht. Als aktive Halbleitermaterialien kommen
hierbei InAs/GaAs und InAs/InP Quantenpunktstrukturen
zum Einsatz, in denen sowohl Exziton- wie auch Spin-
Qubits genutzt werden. Die geplanten Arbeiten
konzentrieren sich auf die Realisierung einer
deterministischen Einzelphotonemission mit
Polarisations- und Frequenzkontrolle, auf quantenlogische
Gatter und Detektorstrukturen in integriert optischen
Wellenleiterstrukturen, auf die kohärente
Zustandskontrolle und das elektrische Beladen von
Telekom-Qubits sowie auf die Realisierung elektrisch
steuerbarer Diodenstrukturen zur Manipulation von Spin-
Qubits. 2. Arbeitsplanung Die Arbeitsplanung sieht die
technologische Herstellung von photonischen
Halbleiterstrukturen mit integrierten Quantenpunkten für
Zielwellenlängen von 950 nm und 1500 nm in
Kooperation mit den Projektpartnern vor. Spezielle
Halbleiterschichten oder Strukturen, die für die
Arbeitspakete an der Uni Paderborn erforderlich sind,
werden von der Uni Kassel, der RU Bochum, der Uni
Würzburg und direkt von der Uni Paderborn zur
Verfügung gestellt. Die bereitgestellten Schichten werden
dann an der Uni Paderborn zu funktionellen photonischen
Strukturen prozessiert. Darauf aufbauend erfolgt die
Verifizierung der spektroskopischen und elektrischen
Eigenschaften der Strukturen in Hinblick auf die
gewünschte Funktionalität für den Quantenrepeater in
maßgeschneiderten Experimenten. Getestete Strukturen
für die elektrische Manipulation von Spin-Qubits werden
an den Projektpartner an der TU Dortmund geliefert.
‒ 103 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Technische
Universität
Dortmund
01.05.
2014
30.04.
2018
446.089 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Speicherung und
Manipulation von
Quanteninformation mit
Spins in
Halbleiterquantenpunkt
en
In der neuen Förderperiode sollen die Arbeiten zu
Speicherung photonischer Quanteninformation durch
Spinanregungen in Halbleiterquantenpunkten und ihre
nachfolgende kohärente Manipulation vorangetrieben
werden. Diese Arbeiten betreffen Arbeitspaket 2 des
Gesamtvorhabens und stellen Kernproblematiken bei der
Realisierung eines Quantenrepeaters dar. Dabei soll die
Verschränkung von Spinanregungen bezüglich Kohärenz
und Manipulation untersucht werden. Zudem sollen die
Speicherzeiten von Quanteninformation optimiert sowie
ihr gezielter Abruf über stimulierte Photonechos erreicht
werden. Ausgangsbasis ist die Verwendung von ps-
Laserpulsen, um alle Operationen möglichst schnell
durchzuführen und in den Bereich von Wiederholraten
etablierter Kommunikationstechnologien zu gelangen. Für
die Optimierung in Richtung Anwendungen sollen
Quantenpunktsysteme für Wellenlängen in den
Telekombändern, Proben mit elektrischer Kontaktierung
etc betrachtet werden. 2 Die geplanten Arbeiten gliedern
sich in drei Pakete, die parallel zueinander durch die
beiden Projektbeschäftigten angegangen würden. In
Arbeitspaket TUDo-AP1 geht es um wechselwirkende
und verschränkte Spinzustände in Quantenpunkten.
Untersucht werden soll die Erzeugung komplexerer
Spintexturen, die Ausdehnung der Spinkohärenz über
dynamische Entkopplung sowie die Entwicklung robuster
Manipulationsverfahren. In Arbeitspaket TUDo-AP2 geht
es um die Speicherung optischer Quanteninformation in
Halbleiterspins. Die Verwendung von Spinensembles
garantiert eine hohe Oszillatorstärke. Inhomogenitäten im
Ensemble können über Photonechos kompensiert werden,
die stimuliert werden sollen, so dass die Information
gezielt abrufbar ist. Zudem soll die mögliche Abrufzeit
ausgedehnt werden. Voruntersuchungen sagen hierfür
Zeiten bis in den ms-Bereich vorher. In einem weiteren
Arbeitspaket TUDo-AP3 soll die im Verbund verfügbare
Hardware auf ihre Tauglichkeit für Anwendungen in
einem Quantenrepeater optimiert werden.
‒ 104 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Leibniz-Institut
für Festkörper-
und
Werkstoffforsc
hung Dresden
e.V.
01.05.
2014
30.04.
2018
342.886 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Abstimmbare
nichtklassische
Photonenquellen für
Quantenrepeateranwend
ungen
Photonen sind ideale Informationsträger für
Langstrecken-Quantenkommunikation. Daher befasst sich
dieses Projekt mit der Entwicklung elektro-elastisch
gesteuerter nicht-klassischer Einzelphotonenquellen,
basierend auf Halbleiterquantenpunkten, mit dem Ziel,
zentrale Fragestellungen bei der Entwicklung von
Quantenrepeatern zu klären. Dafür werden
hochqualitative Quantenpunkte hergestellt, deren
Emissionswellenlänge auf die optischen Übergänge von
Cs und Rb Atomen abgestimmt werden. Verschränkte
Photonenpaare im Telekommunikationsfrequenzbereich
werden durch Beseitigung der Feinstrukturaufspaltung
erzeugt. Schließlich werden ununterscheidbare Photonen
von deterministisch geladenen Quantenpunkten
interferiert, die aus zwei separaten Mikroresonatoren
stammen. 2. Arbeitsplanung Um die
Projektanforderungen zu erfüllen, werden
Quantenpunktproben mit sorgfältig eingestellter
Emissionswellenlänge mittels Molekularstahlepitaxie am
IFW Dresden hergestellt und den Verbundpartnern für
Experimente zur Kopplung von Einzelphotonen an
atomare Gase zur Verfügung gestellt. Unsere
elektroelastischen Verfahren werden an Proben für
Telekommunikationsanwendungen und an
Mikroresonatoren, die uns von Verbundpartnern
bereitgestellt werden, getestet. Die optische
Charakterisierung der Quantenpunkte, die Herstellung
elektro-elastisch abstimmbarer Bauelemente, sowie die
Zwei-Photonen-Interferenz-Experimente werden am IFW
Dresden durchgeführt.
‒ 105 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Kassel
01.05.
2014
30.04.
2018
687.990 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben: Material-
Plattformen für
Quanten-Repeater auf
der Basis von InP-
basierte QP-Strukturen
und NV-Zentren in
nanokristallinen
Diamantstrukturen
In diesen Teilvorhaben soll es speziell um material- und
strukturspezifische Fragestellungen gehen, z. B.,
geeignete elektronische Quantensysteme in Festkörpern
darzustellen (z. B. Quantenpunkte in Halbleiter, bzw. NV-
Zentren in Diamant) und strukturell so zu isolieren bzw.
abzustimmen, damit für Quantenrepeaterfunktionen
anwendbare Eigenschaften generiert werden können.
Beispiele dazu sind lange Kohärenzzeiten, die notwendig
sind für die Darstellung von QuBits, bzw. die
Abstimmung von Energiezuständen für die
Verschränkung von Quantenzuständen. Wichtige
Voraussetzung dazu sind Strukturen mit kleiner, bzw. für
die Anwendung angepasste homogene Linienbreiten und
die Möglichkeit einzelne Quantenzustände gezielt zu
adressieren, entweder optisch oder elektronisch. Beide
Aspekte werden hier berücksichtigt. Die Arbeiten werden
im Rahmen von zwei separaten Teilvorhaben
durchgeführt - UK-QP und UK-NCD. 2. Arbeitsplanung
Im Teilprojekt UK-QP (InP-basierte
Quantenpunktstrukturen) soll die optische Qualität von
1,55 µm emittierenden InP-basierten
Einzelquantenpunkten im Hinblick auf sowohl Effizienz
als auch Linienbreite erheblich verbessert werden. Ein
weiterer Fokus der Arbeiten wird auf der Minimierung
der Feinstrukturaufspaltung, z. B. über die Kontrolle der
Punktgeometrie liegen. Im Teilprojekt UK-NCD (NV-
Zentren in nanokristallinen Diamantstrukturen) ist geplant
die Kontrolle des Einbaus von NV-Zentren
(Konzentration und räumliche Verteilung) in Diamant-
Nanokristalliten und -Nanostrukturen sowie die
Sammeleffizienz für Photonen drastisch zu erhöhen, z. B.
durch integrierte Mikrokavitäten. Diese Strukturen sollen
in Zusammenarbeit mit Verbundpartnern optisch
charakterisiert und die kontrollierte Verschränkung
individueller Spins anhand selektierter Strukturen erzielt
werden.
‒ 106 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Stuttgart
01.05.
2014
30.04.
2018
515.274 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Herstellung und
Charakterisierung von
individuell
abstimmbaren
Halbleiter-
Quantenpunktstrukturen
als Quellen für
verschränkte und
ununterscheidbare
Photonen im Telekom-
Wellenbereich bei 1.3
µm und 1.55
Das zentrale Ziel der zur Förderung beantragten zweiten
Periode unseres Teilprojekts an der Universität Stuttgart
(US) besteht in der Umsetzung von weiterentwickelten,
nichtklassischen Emittern in Form hochintegrierter
Strukturen. Diese Quellen sollen speziell auf die strikten
Anforderungen eines Quantenrepeaters hinsichtlich
kontrollierbarer Quellen verschränkter Photonenpaare für
"Entanglement Swapping" (Verschränkungsverteilung an
einem Netzwerk-Knoten) und paarweise
ununterscheidbarer Photonen zugeschnitten werden. Im
Sinne unseres Kernziels, maßgeschneiderte Lichtemitter
mit der Möglichkeit zur individuellen Abstimmung
einzelner Quantenpunkte sowohl für den Spektralbereich
um 1.3 µm (Telekom-O-Band) als auch für 1.55 µm (C-
Band) mit signifikant erweiterten Optionen der
Emissionskontrolle zu verwirklichen, sind hierbei
intensive Kooperationen sowohl verbundintern von
experimenteller Seite (Q.com-H: US mit UK, IFW, UW)
sowie theoretischer Seite (Q.com-H: US mit UB) geplant.
Darüber hinaus sind aber auch verbundübergreifende
Kooperationen (Q.com-H: US mit Q.com-Q: US, Univ.
Saarbrücken) zum Thema "Interkonversion von
Photonen" bzw. (Q.com-H: US mit Q.com-Q: ST-P,
Univ. Stuttgart) zum Thema "Photonische
Hybridsysteme" vorgesehen. Die Ziele und Innovationen
des vorliegenden Teilprojekts US im Rahmen des
Teilverbundes Q.com-H lassen sich wie folgt gliedern und
zusammenfassen: (1) Epitaktische Herstellung
hocheffizienter InGaAs/GaAs-Quantenpunkt-Emitter-
Strukturen optimiert für 1.3 µm (Telekom-O-Band) und
Maßgeschneiderte Quellen polarisationsverschränkter und
hochgradig ununterscheidbarer Photonen; (2) Erzeugung
von Photonen im Telekom-Spektralbereich des C-Bandes
über effiziente Frequenzmischung (Down-Conversion)
von InGaAs/GaAs-Emission in PP-LN (periodisch
gepoltem Lithiumniobat-Kristall); (3) Erzeugung von
spektral schmalbandigen Photonen aus der Emission von
In-GaAs/GaAs-Quantenpunkten und deren kontrollierte
Wechselwirkung mit Alkali-Gasen.
‒ 107 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Hamburg
01.05.
2014
30.04.
2018
161.543 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Atomistische Theorie
der Interkonversion,
Speicherung, und
Manipulation von
Qubits unter dem
Einfluss äußerer Felder
Das Kernziel des gemeinsamen Vorhabens liegt in der
Entwicklung und Realisierung von grundlegenden
Bausteinen zur Umsetzung eines halbleiter-basierten
Quanten-Repeaters. Das vorliegende Teilprojekt, unter
der Leitung von Dr. Gabriel Bester, soll zu den zwei
folgenden Aufgabenbereichen des Gesamtverbundes
Q.com-H beitragen: AP 1: Elemente von
Quantennetzwerken: Photonenquellen und –detektoren für
den Telekommunikationsbereich. AP 2:
Knotenoperationen in Quantennetzwerken:
Interkonversion, Speicherung, und Manipulation. Die
Wissenschaftliche und technische Arbeitsziele des
vorliegenden Teilprojektes sind in drei Arbeitspakete
aufgeteilt (ausführliche Beschreibung in der Anlage):
MPI_AP1 Berechnungen der Feinstrukturaufspaltung und
dessen Abhängigkeit von Verspannungsfeldern und
elektrischen Feldern in InAs/InGaAlAs/InP-
Quantenpunkten als Quellen ununterscheidbarer bzw.
verschränkter Photonen bei 1.55 µm MPI_AP2
Berechnungen der Spinflipprozesse von Elektronen und
Löchern sowie exzitonischen Komplexen unter dem
Einfluss von äußeren Verspannungen und elektrischen
Feldern sowie der Einfluss von fluktuierenden Ladungen
("charge noise”) auf die Spinrelaxationszeit. MPI_AP3
Die Eigenschaften des Leichtlochs sowie des Leichtloch-
Exzitons, das aus einem Elektron und einem leichten
Loch besteht, sollen untersucht werden. Dabei werden
besonders die Spineigenschaften im Hinblick auf die
Spinmanipulation (AP2 des gemeinsamen Vorhabens)
studiert. 2. Arbeitsplanung Für die Zielstellung der drei
Arbeitspakete wird eine Doktorandenstelle beantragt. Das
spezielle Aufgabenfeld des Mitarbeiters umfasst die
Berechnung von elektronischen und optischen
Eigenschaften von Quantenpunkten mittels empirischer
Pseudopotentiale und der Methode der Interaktion der
Konfigurationen. Die drei Arbeitspakete sind im Detail
geplant und auf eine Dauer von drei Jahren begrenzt;
beinhalten vier Meilensteine und vier Übergabepunkte mit
Partnern innerhalb des Q.com-H Verbundes.
‒ 108 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Ruhr-
Universität
Bochum
01.05.
2014
30.04.
2018
245.300 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Epitaktische Gates zur
Steuerung von
Quantenpunkten in
dephasierungsminimiert
en Heterostrukturen
1 Epi-Gates Die erfolgreiche Anwendung epitaktisch
gewachsener Gates und die Etablierung inner- und
außerhalb des Verbundprojektes wird fortgesetzt. 2
Invertierte QD-Strukturen QDs nahe der Oberfläche
erlauben einen verbesserten optischen Zugang im Fern-
und Nahfeld und verbesserte Transportzugänge für QD-
Ensembles und einzelne QDs. 3 Optische Resonatoren
Gate-steuerbaren Strukturen in optischen Resonatoren
ermöglichen eine effizientere Kopplung der QDs an das
Lichtfeld, spektrale Selektivität und die Auswahl
zwischen schwacher und starker Kopplung. 4
Ultrageringe QD-Dichten Eine Verfeinerung der Methode
des QD-Gradientenwachstums ermöglicht ultrageringe
QD-Dichten und die optische Adressierung einzelner
Quantenpunkte. 5 Transform-limitiertes QD-Spektrum
Wachstum und Optimierung von QDs in ultrareiner
GaAs-Matrix zur Minimierung der Dekohärenz -und
Dephasierungsprozesse. 1 Epi-Gates C(V)-Spektroskopie
an QD-Ensembles mit Epi-Gates unter Beleuchtung
(2014) Messungen an QD-Ensembles mit Epi-Gates nach
thermischem Ausheilen (2014) Kombination mit
optischen Messungen (2015) 2 Invertierte QD-Strukturen
Design, Wachstum und C(V)-Messungen der Strukturen
(2015) Messungen im Nahfeld bei Stark-Verschiebung
und tunnelspektroskopische Untersuchungen (2016) 3
Optische Resonatoren Erhöhung der Lichtausbeute durch
Bragg-Spiegel (2014) Herstellung und Charakterisierung
von optischen Resonatoren (2015) Optimierung der
optischen Resonatoren und Kombination mit Epi-Gates
(2016) 4 Ultrageringe QD-Dichten Wachstum von QD-
Gradientenproben mit ultrageringen Flächendichten
(2014) Aufbau und Optimierung einer hochauflösenden
C(V)-Messung (2015) Nachweis von QD-Ensembles mit
wenigen bis einzelnen QDs (2016) 5
Transformlimitiertes QD-Spektrum Untersuchung von
Dephasierungsmechanismen in ultrareinen Systemen
(2014) Entwicklung und Herstellung neuartiger
Probenstrukturen zur Verringerung der optischen
Linienbreite (2015) Herstellung von QDs mit rein
transformlimitierter Linienbreite (2016)
‒ 109 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Leibniz
Universität
Hannover
01.05.
2014
30.04.
2018
237.726 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Verschränkung und
Manipulation von
Halbleiterspinsystemen
Quantenrepeater auf Halbleiterbasis versprechen eine
höchst effiziente Implementation der
Quanteninformationsverabeitung, da weit entwickelte
Halbleitertechnologien zur Herstellung der skalierbaren
Einheiten in hoher Stückzahl zur Verfügung stehen. Die
aktuellen, glasfaserbasierten aktiven Komponenten der
Netzwerktechnologie basieren bereits heute auf
Halbleiterbauelementen, was eine Integration von
Quanteninformationstechnologie auf Halbleiterbasis
vorrausichtlich erleichtert. Die guten Aussichten auf einer
erfolgreichen Realisierung von Komponenten innerhalb
des Q.com Verbundes für Quantenrepeaternetzwerkes
erhöhen die Chancen auf eine quantenmechanisch
garantierte Integrität, Vertraulichkeit und Authentizität
schon auf der Übertragungsschichtebene. In diesem
Teilvorhaben werden wir gezielt den Einsatz von
Halbleiterbasierten Komponenten zur Verteilung von
Verschränkung durch Licht erforschen. Dazu werden
parallel zwei grundsätzliche Ansätze zum Zuge kommen.
Zum einen ist es die Verschränkung des makroskopischen
Spinfreiheitsgrades in hochreinen
Volumenhalbleitermaterialien. Diese Vorgehensweise ist
analog aufgestellt zu der bereits erfolgreich gezeigten
Verschränkungsverteilung in warmen atomaren Gasen.
Zum anderen verfolgen wir die Ausnutzung von
kohärenten Lochspins in optisch effektiv adressierbaren
Halbleiterquantenpunkten. 2. Arbeitsplanung In vier
Arbeitspaketen planen wir die Verteilung von
Verschränkung mittels zweier räumlich getrennten
makroskopischen Elektronenspinensemble im hochreinen
Halbleitermaterial Galliumarsenid, die Speicherung von
Informationen über optische Ankopplung (Photonen) in
den kohärenten Lochspinzuständen von einzelnen
Halbleiterquantenpunkten, die gezielte Manipulation von
Spinzuständen in Quantenpunkten durch elektrische
Kontaktierung und die Anvisierung der Erhöhung der
Arbeitstemperatur durch Ausweitung der erprobten
Ergebnisse auf andere Halbleitermaterialien.
‒ 110 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Bremen
01.05.
2014
30.04.
2018
239.879 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Theoretische
Beschreibung von
Quantenpunkten für den
Einsatz als
Photonenquellen und
Qubit-Interfaces
Das Gesamtziel des Vorhabens ist die Entwicklung und
Umsetzung von Komponenten für den Quantenrepeater.
Dieses Teilvorhaben hat theoretische Fragestellungen zur
Analyse und Modellierung von Experimenten zum
Gegenstand, die zum Teilverbund Q.com-H gehören und
hauptsächlich im AP 1 (Elemente von
Quantennetzwerken: Photonenquellen und -detektoren für
den Telekombereich) angesiedelt sind. Für die
Entwicklung von Quellen verschränkter Photonen im
Telekom-Wellenlängenbereich unter Verwendung von
Quantenpunkt-Emittern sollen mikroskopische Modelle
zur Analyse und Optimierung aktueller Experimente von
Verbundpartnern entwickelt und ausgewertet werden.
Neben der Biexzitonen-Exzitonen-Kaskade wird als
alternativer Prozess mit verbesserten Eigenschaften der
direkte Zweiphotonenzerfall untersucht. 2.
Arbeitsplanung (1) Analyse des Zusammenhangs von
strukturellen Eigenschaften der Quantenpunkte und
Emissionswellenlänge zur Anwendung für das Design
von Photonenquellen mit Emission bei 1.3 und 1.5 µm
(UB_AP1), (2) Optimierung von Photonenquellen durch
Beeinflussung der Feinstrukturaufspaltung über gezielte
Verspannung der Strukturen (UB_AP2) sowie durch
Auswahl geeigneter Pumpprozesse und Minimierung
detrimenteller Dephasierungsprozesse (UB_AP3), (3)
Untersuchung alternativer Prozesse zur Erzeugung
verschränkter Photonen (UB_AP4) sowie von neuen
Prozessen zur Generation nichtklassischer Lichtzustände
(UB_AP5).
Julius-
Maximilians-
Universität
Würzburg
01.05.
2014
31.10.
2018
2.790.330 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Quantenrepeater-
Bausteine auf Basis
elektrisch adressierbarer
Quantenpunkt-
Mikroresonatoren
Gemäß der Verbundbeschreibung ist das Gesamtziel des
Vorhabens die Entwicklung und Umsetzung von
Komponenten für einen Quantenrepeater auf
Halbleiterbasis. In diesem Teilvorhaben sollen vor diesem
Hintergrund wichtige Komponenten eines
Quantenrepeaters auf Basis von elektrisch adressierbaren,
weit abstimmbaren und deterministisch gekoppelten
Quantenpunkt-Mikroresonatoren realisiert werden. 2.
Arbeitsplanung Die Arbeiten werden sich auf folgende
Aspekte des Quantenrepeaters fokussieren: 1)
Verschränkungsverteilung von ununterscheidbaren
Photonen aus geordneten und adressierbaren
Quantenpunktsystemen über Quanteninterferenz 2)
Deterministische Erzeugung ununterscheidbarer Photonen
im Regime der starken Licht-Materie Wechselwirkung 3)
Realisierung hocheffizienter, weit abstimmbarer
Einzelphotonenquellen und Quantenspeicher auf Basis
von einzelnen Elektronenspins.
‒ 111 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Humboldt-
Universität zu
Berlin
01.05.
2014
31.10.
2018
306.852 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben: hybride
Quantenschnittstellen /
elektronische stationäre
Quantenzustände
zwischen
Halbleiterquantenpunkt
en und Atomen durch
Photonen
Das Teilprojekt ist in den größeren Verbund des BMBF
Schwerpunkts Quantenkommunikation eingebunden. Ein
Teilverbund ist das Konsortium Q.com-H. Dieser
beschäftigt mit Elementen von Quantennetzwerken
basierend auf Halbleitern. In diesem Teilprojekt stehen
hybride Quantenschnittstellen im Vordergrund. Ziel ist es,
elektronische stationäre Quantenzustände zwischen
Halbleiterquantenpunkten und Atomen durch Photonen zu
übertragen. Zu diesem Zweck müssen zunächst die
variierenden exzitonischen Übergangsenergien in
Quantenpunkten aktiv auf spezifische elektronische
Übergänge in den Atomen stabilisiert werden. Es wird die
D1-Linie von Cs als ein Standard gewählt. Ein erster
Schritt zu einer allgemeinen Quantenschnittstelle ist die
Zweiphoton-Interferenzen von Photonen aus Atomen und
Quantenpunkten. Essentiell für die Übertragung von
Quanteninformation über größere Distanzen durch
optische Fasern ist die Konversion von Photonen aus
Quantenpunkten in Telekombanden durch
Frequenzmischen in nichtlinearen Kristallen. Die
Konversion ist zudem erweiterbar auf Wellenlängen, die
auf andere stationäre Quantensysteme abgestimmt sind.
Das Frequenzmischen erlaubt zudem eine schnelle
Modulation der konvertierten Photonen im
Telekombereich. Dadurch sind eine Kompensation von
Frequenz-Jitter und auch die Phasenkodierung von
Quanteninformation möglich. Zusammengefasst sind also
die Ziele dieses Projektes: 1) Aktive Stabilisierung der
Exziton-Übergänge in Quantenpunkten auf einen
elektronischen Übergang (D1-Linie) in Cäsium, 2)
Demonstration von Zweiphoton-Interferenz von Photonen
aus Atomen und Quantenpunkten, 3) Kohärente
Wellenlängenkonversion und Modulation einzelner
Photonen aus Quantenpunkten im Telekombereich. 2. A
Das Teilprojekt ist in 3 Arbeitspakete unterteilt: 1)
Stabilisierung der Emission von Quantenpunkten auf
atomare Übergänge 2) Quanteninterferenz von
Quantenpunkten und Atomen 3) Kohärente
Wellenlängenkonversion einzelner Photonen aus
Quantenpunkten
‒ 112 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Technische
Universität
München
01.05.
2014
31.12.
2018
2.042.244 Verbundprojekt:
Quanten-Repeater-
Plattformen auf der
Basis von Halbleitern -
Q.com-Halbleiter -;
Teilvorhaben:
Erzeugung und
Detektion von
nichtklassischen N-
Photonenzuständen in
photonischen
Halbleiter-Supraleiter-
Hybridschaltkreisen
Die allgemeinen Ziele dieses Teilvorhabens beziehen sich
auf die Realisierung von hoch-integrierten
quantenphotonischen Schaltkreisen, in denen photonische
Quantenzustände auf einem einzigen Halbleiter-Chip
effizient erzeugt, verteilt und detektiert werden können.
Um nicht-klassische Lichtzustände direkt auf dem
Halbleiter-Chip zu erzeugen werden optisch aktive
Halbleiter-Quantenpunkte in photonische Kristall
Kavitäten hoher Güte eingebettet und mittels cavity-QED
Effekten kohärent von statische in propagierende
photonische Moden umgewandelt. Der hier
vorgeschlagene Ansatz soll einerseits die effiziente
Erzeugung von einzelnen und maximal verschränkten N-
Photonen-Zuständen im Telekom Frequenzband
vereinfachen und andererseits zu Fortschritten
hinsichtlich der vollständigen Kontrolle der
Wechselwirkung zwischen propagierenden und statischen
Quantenbits in integrierten Halbleiter-Chips führen. Die
Aufmerksamkeit konzentriert sich vor allem auf
"modulare" Design-Konzepte, in welchen z. B. elektrisch
verstimmbare c-QED-Systeme an Wellenleiter gekoppelt
werden, die ihrerseits mit wellenleiter-integrierten,
supraleitenden Einzelphotonen-Detektoren verbunden
sind. Die hierzu entwickelten Detektoren versprechen
eine Quanteneffizienz nahe 100 % für Wellenlängen
zwischen sichtbaren und infraroten Licht, eine
Zeitauflösung im Pikosekunden-Bereich und sogar
photonenanzahl-auflösende Eigenschaften. 2.
Arbeitsplanung Das Vorhaben unterteilt sich in drei, eng
miteinander verzahnte Arbeitspakete, die sich dabei auf
die Entwicklung von Einzelphotonen-Detektoren (AP-1),
photonischen Schnittstellen (AP-2) und der "on-Chip"-
Erzeugung von verschränkten Photonen (AP-3)
konzentrieren.
‒ 113 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Ludwig-
Maximilians-
Universität
München
01.01.
2017
31.12.
2019
497.010 Verbundprojekt:
Hardwarebasierte
Quantensicherheit -
HQS -; Teilvorhaben:
Sichere Kommunikation
und Analyse von PUFs
mittels miniaturisierter
IR-Freiraumsysteme -
HQS-SIKAP
Die private und wirtschaftliche Nutzung der Informations-
und Kommunikationstechnologien erfordert den Schutz
der Daten durch mächtige Kryptographie-Methoden. Die
Quantenschlüsselverteilung ist eine auf physikalischen
Prinzipien aufbauende, hardwarebasierte Methode, die
vom Prinzip her gegen alle Angriffe, auch eines
Quantencomputers, gewappnet ist. Der Verbund HQS
nimmt sich zum Ziel, durch neuentwickelte Hardware,
übergreifende Schnittstellenentwicklungen und intensive
Sicherheitsanalysen den hohen Standard der von den
Verbundpartnern entwickelten Kommunikationssysteme
in neuen, sicheren und markttauglichen Systemen zu
vereinen, sowie quantenmechanische Prinzipien auch zur
Sicherung von PUFs anzuwenden. Ziel dieses
Teilprojektes ist es, leistungsfähige, auf Mikrooptik
basierende Sender- und Empfängermodule zu entwickeln
und sowohl die Optik als auch die Elektronik auf
Festigkeit gegen Seitenkanalangriffe zu prüfen. Darüber
hinaus sollen diese Komponenten, sowie verwandte
optische Methoden auf ihre Verwendbarkeit als PUF
getestet werden um so auch hier die durch
quantenmechanische Methoden ermöglichte hohe
Sicherheit in Informations- und
Kommunikationstechnologien zu gewährleisten.
Heinrich-
Heine-
Universität
Düsseldorf
01.01.
2017
31.12.
2019
243.882 Verbundprojekt:
Hardwarebasierte
Quantensicherheit -
HQS -; Teilvorhaben:
Sicherheitsanalysen für
Quantenkommunikation
, -Identifikation und
Authentifizierung
Vorhabenziel: Das Ziel des Gesamtvorhabens ist es,
Quantenschlüsselverteilung (QKD) als hardwarebasierte
Sicherheitstechnologie weiterzuentwickeln und
Optikmodule für QKD bereitzustellen, Schnittstellen
zwischen QKD-Modulen und weiteren
Plattformen/Netzwerken zu definieren und zu
implementieren, sowie die Sicherheit der Verfahren zu
analysieren. In diesem theoretischen Teilprojekt sollen
Sicherheitsanalysen für hardwarebasierte
Quantenkommunikationssysteme erstellt werden.
Insbesondere sollen Schlüsselraten für gegebene
Fehlermodelle berechnet werden, und
semiapparatunabhängige Szenarien berücksichtigt werden.
Ferner sollen allgemeine Sicherheitsanalysen von
sogenannten physikalisch nicht kopierbaren Funktionen
erstellt werden.
‒ 114 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Technische
Universität
München
01.01.
2017
31.12.
2019
315.054 Verbundprojekt:
Hardwarebasierte
Quantensicherheit -
HQS -; Teilvorhaben:
Entwicklung von
Gegenmaßnahmen
gegen
Seitenkanalanalyse auf
klassischen und quanten
Seitenkanälen
Die private und wirtschaftliche Nutzung der Informations-
und Kommunikationstechnologien erfordert den Schutz
der Daten durch mächtige Kryptographie-Methoden. Die
Quantenschlüsselverteilung ist eine auf physikalischen
Prinzipien aufbauende, hardwarebasierte Methode, die
vom Prinzip her gegen alle Angriffe, auch eines
Quantencomputers, gewappnet ist. Der Verbund HQS
nimmt sich zum Ziel, durch neuentwickelte Hardware,
übergreifende Schnittstellenentwicklungen und intensive
Sicherheitsanalysen den hohen Standard der von den
Verbundpartnern entwickelten Kommunikationssysteme
in neuen, sicheren und markttauglichen Systemen zu
vereinen, sowie quantenmechanische Prinzipien auch zur
Sicherung von PUFs anzuwenden.
Rohde &
Schwarz
Cybersecurity
GmbH
01.01.
2017
31.12.
2019
156.422 Verbundprojekt:
Hardwarebasierte
Quantensicherheit -
HQS -; Teilvorhaben:
Kryptogeräteschnittstell
e
Die private und wirtschaftliche Nutzung der Informations-
und Kommunikationstechnologien erfordert den Schutz
der Daten durch mächtige kryptographische Methoden.
Mit der Entwicklung des Quantencomputers wird ein
umfassender Wechsel auf neue Kryptoverfahren
unumgänglich. Die Quantenschlüsselverteilung (QKD) ist
eine auf physikalischen Prinzipien aufbauende,
hardwarebasierte Methode, die bereits heute gegen alle
Angriffe eines Quantencomputers gewappnet ist. Unser
Verbund nimmt sich daher zum Ziel, durch
neuentwickelte Hardware übergreifende
Schnittstellenentwicklungen und intensive
Sicherheitsanalysen, den hohen Standard der von den
Verbundpartnern entwickelten Kommunikationssysteme
in neuen, sicheren und markttauglichen Systemen zu
vereinen. Dies soll eine rasche Integration in
zukunftssichere Verschlüsselungsplattformen und
hochsichere IT- und TK-Infrastrukturen gewährleisten. In
diesem Teilvorhaben wird der Übergang zwischen den in
anderen Teilvorhaben entwickelten QKD-Modulen, die
auf sicherem Weg einen Schlüssel austauschen, und der
Benutzung dieses Schlüssels zur sicheren Übertragung
von Nutzdaten, was das eigentliche Ziel ist, geschaffen.
Dazu soll ein existierendes Kryptogerät der Rohde &
Schwarz Cybersecurity GmbH (RSCS) derart modifiziert
werden, dass es zur Nutzdatenverschlüsselung die
Schlüssel der QKD-Module verwendet. Hierfür ist insb.
die Schnittstelle zwischen dem QKD-Modul und dem
Kryptogerät zu definieren, sowie einer sorgfältigen
Sicherheitsbetrachtung zu unterziehen. Dadurch soll der
anvisierte hohe Sicherheitslevel sichergestellt werden.
Anschließend soll die im Projekt entwickelte Schnittstelle
prototypisch realisiert und demonstriert werden. Schon
von Beginn an soll durch die Betrachtung des klassischen
Kryptogeräteanteils besonderer Wert auf die problemlose
Einbindung in reale Nutzerszenarien gelegt werden.
Durch geschickte Kombination der QKD- und klassischen
Geräteeigenschaften sollen viele erweiterte
Nutzerszenarien ermöglicht werden.
‒ 115 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V. (MPG)
01.01.
2017
31.12.
2019
316.504 Verbundprojekt:
Hardwarebasierte
Quantensicherheit -
HQS -; Teilvorhaben:
Integration von
Quanten-Kryptographie
in existierende
Kommunikation-
Infrastruktur für
zukunftssicheren Schutz
von vertraulichen Daten
Die private und wirtschaftliche Nutzung der Informations-
und Kommunikationstechnologien erfordert den Schutz
der Daten durch mächtige Kryptographie-Methoden. Die
Quantenschlüsselverteilung ist eine auf physikalischen
Prinzipien aufbauende, hardwarebasierte Methode, die
vom Prinzip her gegen alle Angriffe, auch eines
Quantencomputers, gewappnet ist. Der Verbund HQS
nimmt sich zum Ziel, durch neuentwickelte Hardware,
übergreifende Schnittstellenentwicklungen und intensive
Sicherheitsanalysen den hohen Standard der von den
Verbundpartnern entwickelten Kommunikationssysteme
in neuen, sicheren und markttauglichen Systemen zu
vereinen, sowie quantenmechanische Prinzipien auch zur
Sicherung von PUFs anzuwenden. Im Rahmen des
Teilvorhabens wird ein QKD-Optikmodul entwickelt und
in einem Glasfasernetz eingesetzt, das durch sichere
Schnittstellen in bestehende Verschlüsselungstechnologie
integriert und auch für QKD-basierte
Authentifikationsschemata benutzt werden kann.
noris network
AG
01.01.
2017
31.12.
2019
36.110 Verbundprojekt:
Hardwarebasierte
Quantensicherheit -
HQS -; Teilvorhaben:
Hardwarebasierte
Quantensicherheit in
innerstädtischen
Glasfasernetzwerken
Der Verbund HQS nimmt sich zum Ziel, durch
neuentwickelte Hardware, übergreifende
Schnittstellenentwicklungen und intensive
Sicherheitsanalysen den hohen Standard der von den
Verbundpartnern entwickelten Kommunikationssysteme
in neuen, sicheren und markttauglichen Systemen zu
vereinen, sowie quantenmechanische Prinzipien auch zur
Sicherung von PUFs anzuwenden. Im Verbund von
Forschung und Industrie soll eine Möglichkeit geschaffen
werden, um die nötige Sicherheit unserer Kunden zu
gewährleisten. Im Teilvorhaben sollen dies Tests der
entwickelten Quantenkryptographie-Technologien in
einem innerstädtischen Galsfasernetzes in realen
Umgebungen belegen. Die noris network AG bringt ihre
Kenntnisse im Bereich Glasfasernetze,
Kundenanforderungen und Adminestration von IT
Diensten in das Projekt mit ein.
Ludwig-
Maximilians-
Universität
München
01.08.
2017
31.07.
2020
744.642 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat -
QUBE -; Teilvorhaben:
Quantennutzlast BB84
Der Verbund QUBE nimmt sich zum Ziel, Technologien
für die Quantenschlüsselverteilung mittels
Kleinstsatelliten zu entwickeln und zu testen. In diesem
Teilvorhaben werden die Komponenten für die
Sendermodule der Nutzlast entwickelt, gebaut und im
Satelliten integriert. Eine weitere wichtige Aufgabe des
Teilvorhabens ist die Erweiterung der Bodenstation zur
Detektion von Quantensignalen für die
Quantenschlüsselverteilung sowie eingehende Tests und
deren Auswertung aller Komponenten, sowohl noch am
Flat-Sat am Boden als auch am Satelliten im Orbit.
‒ 116 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Deutsches
Zentrum für
Luft- und
Raumfahrt e.V.
01.08.
2017
31.07.
2020
570.000 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat –
QUBE -; Teilvorhaben:
Demonstration von
Technologien für
Quantenschlüsselverteil
ung von Cubesats
Quantenschlüsselverteilung brachte einen
Paradigmenwechsel für sichere Kommunikation –
erstmals kann nun die Information des Abhörers und
damit die Sicherheit der Nachrichtenübermittlung
gemessen werden. Kleinsatelliten, sog. Cube-Sats,
brachten einen ebenso großen Entwicklungsschritt für die
Raumfahrttechnik. Der Verbund QUBE nimmt sich zum
Ziel, diese Technologien zu verbinden und globale,
sichere Kommunikation mit geringem Resourcenbedarf
zu realisieren. In zwei Stufen sollen zuerst die
technologischen Grundlagen entwickelt und in einem
ersten Cube-Sat getestet werden. In einer Fortsetzung des
hier beschriebenen Projekts soll dann ein zweiter, voll
funktionsfähiger Cube-Sat sicheren Schlüsselaustausch
zwischen weit voneinander entfernten Bodenstationen
demonstrieren. In einer engen Zusammenarbeit zwischen
Universitäten, Forschungsinstitutionen und Industrie will
der Verbund QUBE die Grundlage für leistungsfähige
aber ökonomische Satellitensysteme zur sicheren globalen
Kommunikation schaffen.
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V. (MPG)
01.08.
2017
31.07.
2020
493.697 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat -
QUBE -; Teilvorhaben:
Quantenzufallzahlenerz
eugung und
Quantenkryptographie
basierend auf
photonisch-integrierten
Schaltkreisen zum
Einsatz in Satelliten
Quantenschlüsselverteilung brachte einen
Paradigmenwechsel für sichere Kommunikation –
erstmals kann nun die Information des Abhörers und
damit die Sicherheit der Nachrichtenübermittlung
gemessen werden. Kleinsatelliten, sog. Cube-Sats,
brachten einen ebenso großen Entwicklungsschritt für die
Raumfahrttechnik. Der Verbund QUBE nimmt sich zum
Ziel, diese Technologien zu verbinden und globale,
sichere Kommunikation mit geringem Resourcenbedarf
zu realisieren. In diesem Vorhaben soll ein
miniaturisiertes Modul basierend auf einem
photonischintegrierten Schaltkreis ("photonic integrated circuit" -
PIC) für die Erzeugung von Quantenzufallszahlen und
quantenmechanischen Zuständen von Licht für
Quantenschlüsselverteilung entwickelt und dessen
Verwendbarkeit in der Raumfahrt, insbesondere der
Einsatz in Cube-Sats, demonstriert werden. Die Arbeiten
beinhalten einen Payload-Rechner, der Komponenten
steuert und die notwendige digitale Nachbearbeitung der
Zufallszahlen sicherstellt.
‒ 117 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
OHB System
AG
01.08.
2017
31.07.
2020
87.677 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat –
QUBE -; Teilvorhaben:
Platinen für photonische
integrierte Schaltkreise
Der Verbund QUBE nimmt sich zum Ziel, Technologien
für die Quantenschlüsselverteilung mittels
Kleinstsatelliten zu entwickeln und zu testen. Das
technische Arbeitsziel in diesem Teilvorhaben ist die
Herstellung einer Demonstrator-Einheit, welche QRNG
und QKD Fähigkeit basierend auf einem PIC (Photonic
Integrated Circuit) bietet. Die Entwicklung dieser PIC
Platine ist Bestandteil dieses Vorhabens. Die PIC Platine
beinhaltet alle notwendigen Hardwarebausteine um den
PIC zu testen und später im Laufe der Mission zu
betreiben. Des Weiteren wird eine Payload-Rechner-Karte
entwickelt, welche die PIC Karte (MPL/OHB) sowie die
850nm QKD Nutzlast (LMU) steuert.
Zentrum für
Telematik e.V.
01.08.
2017
31.07.
2020
1.134.424 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat –
QUBE -; Teilvorhaben:
Kleinstsatellitenentwurf,
-bau und -start für QK-
Experimente
Der Verbund QUBE nimmt sich zum Ziel, Technologien
für die Quantenschlüsselverteilung mittels
Kleinstsatelliten zu entwickeln und zu testen. Das ZfT
wird im Rahmen von QUBE die Cubesat-Plattform
liefern, die Systemintegration übernehmen, die
Bodenstation betreiben (beschränkt auf grundlegenden
Betrieb ohne optische Verbindungen), sowie Beiträge
zum Industrialisierungskonzept und der nächsten
Projektphase liefern.
Deutsches
Zentrum für
Luft- und
Raumfahrt e.V.
01.08.
2017
31.07.
2021
570.000 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat –
QUBE -; Teilvorhaben:
Demonstration von
Technologien für
Quantenschlüsselverteil
ung von Cubesats
Quantenschlüsselverteilung brachte einen
Paradigmenwechsel für sichere Kommunikation –
erstmals kann nun die Information des Abhörers und
damit die Sicherheit der Nachrichtenübermittlung
gemessen werden. Kleinsatelliten, sog. Cube-Sats,
brachten einen ebenso großen Entwicklungsschritt für die
Raumfahrttechnik. Der Verbund QUBE nimmt sich zum
Ziel, diese Technologien zu verbinden und globale,
sichere Kommunikation mit geringem Resourcenbedarf
zu realisieren. In zwei Stufen sollen zuerst die
technologischen Grundlagen entwickelt und in einem
ersten Cube-Sat getestet werden. In einer Fortsetzung des
hier beschriebenen Projekts soll dann ein zweiter, voll
funktionsfähiger Cube-Sat sicheren Schlüsselaustausch
zwischen weit voneinander entfernten Bodenstationen
demonstrieren. In einer engen Zusammenarbeit zwischen
Universitäten, Forschungsinstitutionen und Industrie will
der Verbund QUBE die Grundlage für leistungsfähige
aber ökonomische Satellitensysteme zur sicheren globalen
Kommunikation schaffen.
Zentrum für
Telematik e.V.
01.08.
2017
31.07.
2021
1.134.424 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat –
QUBE -; Teilvorhaben:
Kleinstsatellitenentwurf,
-bau und -start für QK-
Experimente
Der Verbund QUBE nimmt sich zum Ziel, Technologien
für die Quantenschlüsselverteilung mittels
Kleinstsatelliten zu entwickeln und zu testen. Das ZfT
wird im Rahmen von QUBE die Cubesat-Plattform
liefern, die Systemintegration übernehmen, die
Bodenstation betreiben (beschränkt auf grundlegenden
Betrieb ohne optische Verbindungen), sowie Beiträge
zum Industrialisierungskonzept und der nächsten
Projektphase liefern.
‒ 118 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Ludwig-
Maximilians-
Universität
München
01.08.
2017
31.07.
2021
744.642 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat -
QUBE -; Teilvorhaben:
Quantennutzlast BB84
Der Verbund QUBE nimmt sich zum Ziel, Technologien
für die Quantenschlüsselverteilung mittels
Kleinstsatelliten zu entwickeln und zu testen. In diesem
Teilvorhaben werden die Komponenten für die
Sendermodule der Nutzlast entwickelt, gebaut und im
Satelliten integriert. Eine weitere wichtige Aufgabe des
Teilvorhabens ist die Erweiterung der Bodenstation zur
Detektion von Quantensignalen für die
Quantenschlüsselverteilung sowie eingehende Tests und
deren Auswertung aller Komponenten, sowohl noch am
Flat-Sat am Boden als auch am Satelliten im Orbit.
OHB System
AG
01.08.
2017
31.07.
2021
87.677 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat –
QUBE -; Teilvorhaben:
Platinen für photonische
integrierte Schaltkreise
Der Verbund QUBE nimmt sich zum Ziel, Technologien
für die Quantenschlüsselverteilung mittels
Kleinstsatelliten zu entwickeln und zu testen. Das
technische Arbeitsziel in diesem Teilvorhaben ist die
Herstellung einer Demonstrator-Einheit, welche QRNG
und QKD Fähigkeit basierend auf einem PIC (Photonic
Integrated Circuit) bietet. Die Entwicklung dieser PIC
Platine ist Bestandteil dieses Vorhabens. Die PIC Platine
beinhaltet alle notwendigen Hardwarebausteine um den
PIC zu testen und später im Laufe der Mission zu
betreiben. Des Weiteren wird eine Payload-Rechner-Karte
entwickelt, welche die PIC Karte (MPL/OHB) sowie die
850nm QKD Nutzlast (LMU) steuert.
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V.
01.08.
2017
31.07.
2021
493.697 Verbundprojekt:
Quantenschlüsselverteil
ung mit Cube-Sat -
QUBE -; Teilvorhaben:
Quantenzufallzahlenerz
eugung und
Quantenkryptographie
basierend auf
photonisch-integrierten
Schaltkreisen zum
Einsatz in Satelliten
Quantenschlüsselverteilung brachte einen
Paradigmenwechsel für sichere Kommunikation –
erstmals kann nun die Information des Abhörers und
damit die Sicherheit der Nachrichtenübermittlung
gemessen werden. Kleinsatelliten, sog. Cube-Sats,
brachten einen ebenso großen Entwicklungsschritt für die
Raumfahrttechnik. Der Verbund QUBE nimmt sich zum
Ziel, diese Technologien zu verbinden und globale,
sichere Kommunikation mit geringem Resourcenbedarf
zu realisieren. In diesem Vorhaben soll ein
miniaturisiertes Modul basierend auf einem
photonischintegrierten Schaltkreis ("photonic integrated circuit" -
PIC) für die Erzeugung von Quantenzufallszahlen und
quantenmechanischen Zuständen von Licht für
Quantenschlüsselverteilung entwickelt und dessen
Verwendbarkeit in der Raumfahrt, insbesondere der
Einsatz in Cube-Sats, demonstriert werden. Die Arbeiten
beinhalten einen Payload-Rechner, der Komponenten
steuert und die notwendige digitale Nachbearbeitung der
Zufallszahlen sicherstellt.
‒ 119 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Julius-
Maximilians-
Universität
Würzburg
01.04.
2018
31.03.
2021
360.096 Verbundprojekt:
Hyperentanglement from
ultra-bright photon pair
sources - HYPER-U-P-
S -; Teilvorhaben:
Herstellung einer
Hyper-Verschränkten
Photonenpaarquelle
Die Entwicklung von Quantennetzwerken für die
Realisierung einer langreichweitigen, abhörsicheren
Kommunikation mittels Quantenschlüsselübertragung ist
eine der der zentralen Herausforderungen im Feld der
Quanten- und Informationstechnologie. Eine zentrale
Herausforderung ist der Entwurf und die Implementierung
einer kompatiblen Lichtquelle für die
Quanteninformationsübetragung: In der
Quanteninformationsübertragung muss die Information in
ein einzelnes Licht-quant, übertragen werden. Jedoch ist
für die Implementierung eines Quantennetzwerkes,
welches aus einer Vielzahl von Sender- und
Speicherstationen besteht, eine weitere Ressource
unerlässlich: Die Quantenverschränkung. Ein attraktiver
Ansatz hierbei beruht auf der Implementierung von
Photonenpaarquellen, welche quantenmechanisch
verschränkte Photonen versenden. Mittels
Quanteninterferenz und Teleportation kann die
Verschränkung langreichweitig aufrechterhalten werden
und ein Quantennetzwerk etabliert werden. Das Projekt
HYPER U-P-S adressiert die Grundherausforderung, eine
halbleiterbasierte Quelle einzelner Photonen-Paare zur
Verfügung zu stellen, deren Emission deterministisch,
hochgradig verschränkt, ununterscheidbar und
hocheffizient ist.
Technische
Universität
München
01.04.
2018
31.03.
2021
179.988 Verbundprojekt:
Mikrowellen-
Quantensensorik mit
Diamant-Farbzentren -
MICROSENS -;
Teilvorhaben:
Mikrowellen-
Photonendetektor
Das Projekt hat zum Ziel, empfindliche Detektoren und
Spektrumanalysatoren für hochfrequente Signale
(>1GHz) zu entwickeln. Die Geräte sollen auf
Farbzentren in Diamant basieren. Das Potenzial dieser
Zentren für die anvisierte Anwendung wurde kürzlich von
den Projektpartnern demonstriert. Spins in Festkörpern
sind prinzipiell attraktive Sensoren für diese Signale, da
sich ihre Übergangsfrequenz über einen Bereich von ca
1GHz-100GHz verstimmen lässt, und sie durch neu
entwickelte Quantenprotokolle selbst schwache Signale
empfindlich detektieren können. Technisch vereint das
Projekt die Arbeiten aus zwei traditionell
unterschiedlichen Forschungsfeldern, Sensorik mit
Festkörperspins einerseits und Mikrowellen-Cavity-QED
andererseits. Anwendungen könnte es in mehreren
Bereichen finden. In der Quantenkommunikation könnten
Einzelphotonendetektoren Quantennetzwerke im
Mikrowellenbereich ermöglichen. In der Sensorik
könnten empfindliche Detektoren klassische
Kommunikation, Satellitennavigation und
Magnetresonanz an mikroskopisch kleinen Proben
verbessern. Aus fundamentaler Sicht wird das Projekt bei
der Analyse der fundamentalen Grenzen Einsichten in
Quantenthermodynamik ermöglichen.
‒ 120 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Leipzig
01.04.
2018
31.03.
2021
190.662 Verbundprojekt:
Mikrowellen-
Quantensensorik mit
Diamant-Farbzentren -
MICROSENS -;
Teilvorhaben:
Herstellung und
Optimierung von
Quantenobjekten für die
Mikrowellen-Sensorik
Die Detektion und Spektroskopie schwacher
Mikrowellensignale (>GHz) ist von zentraler Bedeutung
für Schlüsselbereiche der modernen Technologie,
einschließlich drahtloser Kommunikation, Radar,
Navigation und medizinischer Bildgebung. Festkörper
Spins könnten attraktive Sensoren für beide
Anwendungen sein, da sie Übergangsfrequenzen haben,
die im Bereich von 1-100 GHz abstimmbar sind.
Allerdings ist die Hochfrequenzsensorik durch
Festkörperspins bisher noch wenig erforscht, und die
meisten Demonstrationen der Spinsensorik haben sich auf
niederfrequente (<10MHz) Signale konzentriert. Der
Hauptgrund dafür ist, dass etablierte Quantensensorik-
Protokolle unter einer niedrigen Empfindlichkeit im
Hochfrequenzbereich leiden. Zudem ist die
Implementierung von Spin-Quantensensoren im
Vergleich zur hochintegrierten Mikrowellenelektronik
noch nicht ausgereift. Ziel des MICROSENS-Vorschlags
ist es, das bekannte Nitrogen-Vacancy (NV) Diamant-
Farbzentrum als Werkzeug zur Lösung dieser Probleme
zu nutzen. Wir werden zwei verschiedene
Demonstratoren von Mikrowellensensoren bauen, die auf
den NV-Spin-Eigenschaften basieren: ein einzelner
Mikrowellen-Photonendetektor und ein
Breitbandquantenspektrumanalysator. Die Universität
Leipzig (ULEI) wird zusammen mit dem Projektpartner
Thales Research & Technology (THALES) die
Entwicklung des Breibandspektrometers durchführen und
die Erzeugung von geeigneten Detektoren als Diamant
mittels Ionenimplantation für die anderen Gruppen
bereitstellen. Aufgabe ist es die Verfahren zu optimieren
um NV Zentren mit ausreichend hoher Güte der
quantenmechanischen Eigenschaften herzustellen.
‒ 121 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Ulm
01.04.
2018
31.03.
2021
180.600 Verbundprojekt:
Mikrowellen-
Quantensensorik mit
Diamant-Farbzentren -
MICROSENS -;
Teilvorhaben:
Rauschgrenzen für
hochfrequente Spin-
Sensoren
Die Detektion und Spektroskopie schwacher
Mikrowellensignale (>GHz) ist von zentraler Bedeutung
für Schlüsselbereiche der modernen Technologie,
einschließlich drahtloser Kommunikation, Radar,
Navigation und medizinischer Bildgebung. Solid State
Spins könnten attraktive Sensoren für beide Anwedungen
sein, da sie Übergangsfrequenzen haben, die im Bereich
von 1-100 GHz abgestimmt werden können. Allerdings
ist die Hochfrequenzsensorik durch Festkörperspins
bisher noch wenig erforscht, und die meisten
Demonstrationen der Spinsensorik haben sich auf
niederfrequente (<10MHz) Signale konzentriert. Der
Hauptgrund dafür ist, dass etablierte Quantensensorik-
Protokolle unter einer niedrigen Empfindlichkeit im
Hochfrequenzbereich leiden. Zudem ist die
Implementierung von Spin-Quantensensoren im
Vergleich zur hochintegrierten Mikrowellenelektronik
noch nicht ausgereift. Ziel des MICROSENS-Projektes ist
es, das bekannte Nitrogen-Vacancy (NV) Diamant-
Farbzentrum als Werkzeug zur Lösung dieser Probleme
zu nutzen. Wir werden zwei verschiedene
Demonstratoren von Mikrowellensensoren bauen, die auf
den NV-Spin-Eigenschaften basieren: ein einzelner
Mikrowellen-Photonendetektor und ein
Breitbandquantenspektrumanalysator. Die Universität
Ulm (UULM) wird das WP3 leiten, mit dem Ziel, neue
Protokolle für die Quantensensorik zu entwickeln, mit
besonderem Schwerpunkt auf der hochauflösenden
Erfassung hochfrequenter Felder. Besonderer
Schwerpunkt liegt auf Minimierung des Rauschens für die
hochfrequente Spin-Sensorik und auf einem besseren
Verständnis der Hochfrequenz-Sensorik und ihrer
fundamentalen Grenzen.
‒ 122 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Rheinische
Friedrich-
Wilhelms-
Universität
Bonn
01.08.
2018
31.07.
2021
1.140.456 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Quantenspeicher mit
Atomen und Ionen in
Faserresonatoren
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll ("Lütkenhaus-Protokoll") der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Das Teilprojekt "Quantenspeicher mit Atomen und
Ionen in Faserresonatoren" erforscht effiziente Photon-
Qubit-Schnittstellen für die Atom- und Ionen-Plattform,
um insbesondere die Funktionalität von Quantenspeichern
zu steigern. Eine zentrale Rolle in diesem Teilprojekt
spielen optische Faserresonatoren, die die Licht-Materie-
Wechselwirkung verstärken und eine effiziente
Konversion von photonischen Qubits in atomare oder
andere materielle Qubits zum Zweck der Speicherung
ermöglichen. Die Resonatorspiegel werden durch
Strukturierung der Endflächen optischer Fasern realisiert.
Das Teilprojekt gliedert sich in drei Unterprojekte (UPs):
UP1 und UP2 erforschen Schnittstellen für Neutralatome
bzw. für gespeicherte Ionen in Zusammenarbeit mit dem
Teilprojekt von Prof. Eschner. In UP3 werden Elektroden
direkt auf den Fasern integriert, um resonator-integrierte
Ionenfallen zu realisieren.
‒ 123 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Technische
Universität
München
01.08.
2018
31.07.
2021
265.194 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Quanteninformationsthe
orie und
Kommunikationstheorie
für Quantenrepeater
jenseits des Shannon
Ansatzes
Der Q.Link.X-Verbund plant, faserbasierte Strecken für
die Quantenschlüsselverteilung zu realisieren und deren
Reichweite mit Quantenrepeatern zu erweitern. Mit
elementaren funktionalen Systemen soll gezeigt werden,
dass sich mit Verschränkungsverteilung und
Gatteroperationen die Schranke für Punkt-zu-Punkt-
Verbindungen quantitativ überwinden lässt
("Quantenrepeater-Vorteil"). Dieses Teilprojekt trägt dazu
bei die physikalischen und informationstechnischen
Eigenschaften der QR-Zellen zu modellieren und
analysieren und Konzepte zu entwickeln, die
Quantenkommunikation in zukünftige IKT-Strukturen
einbettet. Die Quantenkommunikation soll später über
öffentliche Netze erfolgen. Daher soll die Entwicklung
der theoretischen Grundlagen für eine allgemeine
Quanten-IKT als Basis für das Netzdesign, die
Standardisierung und die Zertifizierung von Quanten-
Kommunikationssystemen vorangetrieben werden. Es soll
eine vielseitig einsetzbare Simulationsumgebung
geschaffen werden, um für die experimentellen
Realisierungen klare Schnittstellen zu definieren und
kritische Parameter zu identifizieren. Am Ende der
Antragsperiode sollen informationstheoretische Resultate
jenseits des Shannon Ansatzes zur Verfügung stehen, die
die Grenzen, d. h. optimale Raten, für den Entwurf von
robusten und abhörsicheren Protokollen für Quanten-
Repeater liefern. Es sollen andere Attacken über
Nebenkanäle und neue Ziele des Empfängers und
Abhörers betrachtet werden. Gleichzeitig soll hierbei der
Einfluss von neuen Ressourcen betrachtet werden. Es soll
die wissenschaftliche und personelle Basis für das
Engineering von Quantenkommunikation durch direkte
Überführung der Resultate des Forschungsvorhabens in
das Lehr-und Doktorandenprogramm der Fakultät für
Computerengineering und Informationstechnik an der
TUM gelegt werden.
Technische
Universität
Dortmund
01.08.
2018
31.07.
2021
279.300 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: Spins in
einzelnen und
gekoppelten Telekom-
Quantenpunkten
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Dieses Teilvorhaben plant, die kohärenten
Eigenschaften von Ladungsträgerspins in
Halbleiterquantenstrukturen im Telekom-Bereich zu
untersuchen. Diese könnten bei hinreichender Kohärenz
als Speicher für Quanteninformation dienen.
‒ 124 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Technische
Universität
München
01.08.
2018
31.07.
2021
191.994 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Systemdesign für
sichere Quantenrepeater
Systeme:
Basisprotokolle und
sichere
Implementierung
Der Q.Link.X-Verbund plant, faserbasierte Strecken für
die Quantenschlüsselverteilung zu realisieren und deren
Reichweite mit Quantenrepeatern zu erweitern. Mit
elementaren funktionalen Systemen soll gezeigt werden,
dass sich mit Verschränkungsverteilung und
Gatteroperationen die Schranke für Punkt-zu-Punkt-
Verbindungen quantitativ überwinden lässt
("Quantenrepeater-Vorteil"). Dieses Teilprojekt trägt dazu
bei die physikalischen und informationstechnischen
Eigenschaften der QR-Zellen zu modellieren und
analysieren und Konzepte zu entwickeln, die
Quantenkommunikation in zukünftige IKT-Strukturen
einbettet. Die Quantenkommunikation soll später über
öffentliche Netze erfolgen. Daher soll die Entwicklung
der theoretischen Grundlagen für eine allgemeine
Quanten-IKT als Basis für das Netzdesign, die
Standardisierung und die Zertifizierung von Quanten-
Kommunikationssystemen vorangetrieben werden. Es soll
eine vielseitig einsetzbare Simulationsumgebung
geschaffen werden, um für die experimentellen
Realisierungen klare Schnittstellen zu definieren und
kritische Parameter zu identifizieren. Am Ende der
Antragsperiode sollen informationstheoretische Resultate
jenseits des Shannon Ansatzes zur Verfügung stehen, die
die Grenzen, d. h. optimale Raten, für den Entwurf von
robusten und abhörsicheren Protokollen für Quanten-
Repeater liefern. Es sollen andere Attacken über
Nebenkanäle und neue Ziele des Empfängers und
Abhörers betrachtet werden. Gleichzeitig soll hierbei der
Einfluss von neuen Ressourcen betrachtet werden. Es soll
die wissenschaftliche und personelle Basis für das
Engineering von Quantenkommunikation durch direkte
Überführung der Resultate des Forschungsvorhabens in
das Lehr-und Doktorandenprogramm der Fakultät für
Computerengineering und Informationstechnik an der
TUM gelegt werden.
HighFinesse
Laser and
Electronic
Systems GmbH
01.08.
2018
31.07.
2021
249.986 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Laserfrequenzregler für
Quantenrepeater
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Ziel dieses Teilprojekts ist die Entwicklung von
interferometrischen Laserfrequenz-Mess- und
Regelsystemen für Quantenrepeater und Demonstration
dieser Systeme (TRL 5) an den Projektplattformen.
Hierbei sollen durch interferometrische Techniken die
Laserfrequenzen in Quantenrepeatern beobachtet und
geregelt werden, wobei die absolute Genauigkeit durch
neu entwickelte, absolute Kalibrationsprotokolle erzielt
werden soll. Die Interferogramme sollen mit hoher
zeitlicher Auflösung (kHz-Bereich) über Sensoren
aufgezeichnet, digitalisiert und per Algorithmus in einem
Prozessrechner ausgewertet werden. Dieses Verfahren
erlaubt die Generierung eines Fehlersignals für die
Regelung der Laserfrequenzen, welche mit einer
Steuereinheit realisiert werden soll.
‒ 125 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung e.V.
01.08.
2018
31.07.
2021
569.462 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Photonische
Verschränkungsverteilu
ng über Glasfasern im
Telekom-
Wellenlängenbereich
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Ziel dieses Teilvorhabens ist die Bereitstellung
einer anwendungsnahen Testumgebung aus verlegten
Glasfasern um QR-Komponenten, QR-Zellen und QR-
Segmente zu testen, die im Verbund entwickelt werden.
Technische
Universität
Berlin
01.08.
2018
31.07.
2021
318.006 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Hocheffiziente
fasergekoppelte
Halbleiter-
Quantenlichtquellen
sowohl im < 1 µm als
auch im 1.55 µm
Wellenlängenbereich
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann.
Universität
Stuttgart
01.08.
2018
31.07.
2021
1.632.318 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Komponenten und
Aufbau einer
Demonstratorstrecke zur
speicher-assistierten
Quantenschlüsselübertra
gung
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von drei
verschiedenen technischen Plattformen zu zeigen, dass
mit einem ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll)
der Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Für die Halbleiter basierten QR-Zellen ist es für die
Anwendung im Feld essentiell Kernelemente wie Quellen
und Speicher auf die Wellenlänge der
Telekommunikationsfasern abzustimmen. In diesem
Teilvorhaben werden die entsprechenden Vorarbeiten
geleistet um die im nahen infraroten entwickelten QR-
Zellen mittelfristig zu ersetzen. Auf Basis von
Stickstofffehlstellen im Diamant wird ein
Quantenrepeater aufgebaut. Die im Protokoll genutzte
Quanteninformation kann auf diesen Elektronenspin
optisch übertragen werden. Auch können diese
Fehlstellen ein Photon aussenden, welches dann mit
einem Spin in der Fehlstelle verschränkt ist. Da diese
Spins nicht so lange Speicherzeiten aufweisen, kann
danach diese Information auf einen benachbarten
Kernspin übertragen werden. Dieser Prozess wird für das
eingesetzte Lütkenhaus Protokoll gleich zwei Mal
vollzogen. Danach wird an beiden Kernspins eine
Messung durchgeführt, sodass die beiden ursprünglich
ausgesandten Photonen einen gemeinsamen
Quantenzustand einnehmen. Damit wird dann die
Quantenübertragung ermöglicht.
‒ 126 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Paderborn
01.08.
2018
31.07.
2021
742.572 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Festkörperbasierte
Schlüsselbauelemente
für die
Quantenkommunikation
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Das Paderborner Teilvorhaben trägt zum
Gesamtziel des Verbunds mit der Entwicklung und
Bereitstellung festkörperbasierter Funktionseinheiten bei.
So werden integriert optische Wellenlängenkonverter auf
der Basis von periodisch gepolten Lithiumniobat
Wellenleitern entwickelt, die die Anbindung von
Quantenspeichern an den Telekom-Bereich ermöglichen
sollen. Mittels Molekularstrahlepitaxie werden
feldsteuerbare Halbleiterheterostrukturen mit
eingebetteten Quantenpunktmolekülen hergestellt, die als
Quantenrepeater-Zellen dienen. Zur Implementierung
eines Laser-synchronen elektrischen Protokolls für den
Betrieb dieser Zellen werden ultraschnelle
Elektronikchips für den Einsatz bei He-Temperaturen
entwickelt. Ein weiteres Ziel der Arbeiten ist die
Optimierung der Linien-Stabilität und
Kohärenzeigenschaften von Telekom-Quantenemittern
für 1.5 µm.
Universität des
Saarlandes
01.08.
2018
31.07.
2021
1.271.694 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Schnittstellen zwischen
materiellen und
photonischen
Quantenbits
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Das Teilprojekt TP-UDS-E: Quanten-Repeater-
Elemente mit einzelnen Ionen und Photonen zielt auf die
Entwicklung und Implementierung von experimentellen
Protokollen für den effizienten Zustandstransfer zwischen
gefangenen Ca-Ionen und Photonen. Die Effizienz wird
mithilfe der Ankopplung der Ionen an optische
Resonatoren optimiert. Es werden Protokolle für die QR-
Zelle basierend auf Photonenemission und -absorption auf
die erreichbare Effizienz hin verglichen und das
erfolgversprechendste Protokoll realisiert. Das Teilprojekt
TP-UDS-B: Anbindung von Quanten-Repeater-
Elementen an den Telekom-Wellen-längenbereich
unterstützt die Entwicklung von Spin-Photon-
Schnittstellen mit Silizium-basierten Farbzentren (SiV) in
Diamant in optischen Resonatoren und realisiert effiziente
Module zur Quantenfrequenzkonversion einzelner
Photonen von den Systemwellenlängen verschiedener
Quantenbits in den verlustarmen Wellenlängenbereich der
Faserkommunikation (Telekom C-Band um 1.55 µm).
‒ 127 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Freie
Universität
Berlin
01.08.
2018
31.07.
2021
148.794 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: Quanten-
Netzwerke und
Charakterisierung von
Kommunikationskanäle
n
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
Plattformen zu zeigen, dass mit einem ausgewählten
Protokoll der Quantenvorteil des Quantenrepeaters
realisiert werden kann. Das vorliegende Vorhaben stellt
sich wichtigen theoretischen und konzeptuellen Fragen.
Es stehen vier Fragen im Fokus. Eine zentrale
Voraussetzung der Simulation und der theoretischen
Analyse von Quantenkommunikationssystemen und
Repeatern ist die genaue Charakterisierung von
Kommunikationskanälen. Hier werden realistische
quantenoptische Kanäle rekonstruiert mit Methoden der
Signalverarbeitung. Die Theorie-Gruppen werden
gemeinsam die Analyse der Systeme betreiben. Hier soll
der Anspruch des gesamten Verbundes eingelöst werden,
beweisbare Sicherheit zu demonstrieren. Ein nicht
unwesentlicher Teil der Design-Beschreibung ist die
Definition der Schnittstellen zwischen Komponenten.
Quanten-Netzwerke sind bisher nur wenig verstanden.
Dieses Arbeitspaket schlägt hierzu ein konzertiertes
Programm vor.
Leibniz-Institut
für Festkörper-
und
Werkstoffforsc
hung Dresden
e.V.
01.08.
2018
31.07.
2021
411.925 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension -
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Erzeugung und
Verarbeitung
polarisationsverschränkt
er Photonenpaare
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Ein wichtiger Kandidat für das Realisieren eines
skalierbaren Quantenrepeaters sind Halbleiter-
Quantenpunkte. Diese können hochgradig verschränkte
Photonenpaare emittieren, welche ideale
Informationsträger für die Langstrecken-
Quantenkommunikation sind. Dieses Projekt befasst sich
mit der Entwicklung eines faserbasierten Demonstrators
polarisations-verschränkter Photonenpaare und deren
Kopplung zu atomaren Rubidium-Systemen. Dafür
werden hochqualitative Halbleiter-Quantenpunkte
hergestellt, deren Emissionswellenlänge exakt auf
optische Übergänge in Rubidium-Atomen abgestimmt
werden können. In Zusammenarbeit mit anderen
Verbundpartnern werden diese Quantenpunkte in
photonische Mikrostrukturen eingebettet, um zentrale für
einen Quantenrepeater nötige Kennzahlen zu erreichen.
Diese Strukturen werden schlussendlich in dem
faserbasierten Demonstrator Anwendung finden.
Zusätzlich werden Quantenpunkte mit Emission im
Telekom-Wellenlängenbereich mit Piezo-Technologie
kombiniert. Somit sollen wesentliche Fragestellungen in
Bezug auf die Entwicklung eines skalierbaren
Halbleiterbasierten Quantenrepeaters geklärt werden.
‒ 128 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Ruhr-
Universität
Bochum
01.08.
2018
31.07.
2021
213.600 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Gekoppelte
Halbleiterquantenpunkt
e für einen modularen
Quantenrepeater:
MATERIALIEN
Quantenpunktmoleküle (QDM) werden zur Speicherung
von löcherbasierten Singlet-Triplet-Qubits per
molekularstrahlepitaktischem Wachstum hergestellt. In
diesen wird Quanteninformation gespeichert, die dann auf
verschränkte Photonenpaare übertragen wird. Sie sind
Funktionsblöcke für Quantenrepeater für sichere
Datenübertragung über große Entfernungen. Es sind
quantenmechanische Relaisstationen, die Signale nach
Dämpfung in hunderte km Glasfasern auffrischen. Dazu
wird die Emissionswellenlänge zunächst auf
halbleiterbedingte 940nm eingestellt, langfristig bei
geringster Dämpfung auf 1,55µm. Beim Wachstum der
QDM entsteht eine Benetzungsschicht, die unerwünschte
spektral benachbarte Lichtintensität abstrahlt, die drei
Größenordnungen stärker als die der QDM ist. Die
Innovation dieses Teilprojektes liegt nicht nur in der
besonders hohen Qualität der QDM, sondern auch in der
Unterdrückung dieser störenden Intensität der
Benetzungsschicht. Die Auskopplung wird durch µ-
Linsen, photonische Bandgapmaterialien und Bragg-
Spiegel, die auch mit metallorganischer
Dampfphasenabscheidung hergestellt werden, optimiert.
Swabian
Instruments
GmbH
01.08.
2018
31.07.
2021
262.377 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Entwicklung von
Elektronik zur
korrelierten Detektion
einzelner Photonen an
entfernten
Netzwerkknoten
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Dieses erfordert die hochgenaue zeitliche
Korrelation von Photonen, die an entfernten Knoten einer
Repeaterstrecke mit hohen Datenraten gemessen werden.
Dies erfordert neuartige, hochgenaue Time-to-Digital
Konverter mit Samplingraten bis mindestens 100 GHz
und Transferraten bis mindestens 100 MHz. Darüber
hinaus ist eine hochgenaue Zeitreferenz und
Synchronisierung der Elektronik über eine
Repeaterstrecke erforderlich. In diesem Teilprojekt, TP-
SYNC, wird eine dedizierte Technologie entwickelt, die
diese Anforderungen erfüllt.
‒ 129 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Leibniz
Universität
Hannover
01.08.
2018
31.07.
2021
397.194 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: Quanten-
Relais auf Basis
verschränkter
Photonenpaare
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Das Teilvorhaben aus der Leibniz Universität
Hannover wird in zwei Unterprojekten realisiert. Im
Unterprojekt "Zeitabhängige Simulation und lohnende
Nahziele" sollen die vorkommenden Prozesse als
zeitkontinuierliche Kanäle mit Gedächtnis beschrieben
werden. Der dazu notwendige Formalismus wird aus einer
Erweiterung der Theorie fortlaufender Messungen
gewonnen. Dies eröffnet die Möglichkeit, auch Angriffe
zu erfassen, die das Timing der Signale betreffen, die in
den üblichen Ansätzen nicht als Quantenvariable
mitgeführt werden. Ferner soll untersucht werden, wie
weit sich die Anforderungen an Komponenten reduzieren
lassen, wenn für mögliche Angreifer eine Begrenzung
ihres Quantenspeichers angenommen wird. Parallel zu
den Arbeiten im Q.Link.X-Verbund zur Entwicklung von
Quantenrepeatern befasst sich das Unterprojekt
"Faserbasiertes Quanten-Relais mittels Halbleiter-
Quantenpunkten" mit der Entwicklung eines Quanten-
Relais-Demonstrators. Ein Quanten-Relais arbeitet
ähnlich wie ein Quantenrepeater, aber ohne die
Notwendigkeit eines Quantenspeichers. Das Quanten-
Relais ist ein wichtiger Bestandteil beim Aufbau eines
sicheren Langstrecken-Quantennetzwerkes, da es Qubits
von einem Sender zu einem Empfänger teleportieren
kann, ohne "vertrauenswürdige Knoten" zu verwenden.
Obwohl ein Quanten-Relais den exponentiellen
Signalverlust mit der Entfernung nicht überwindet
(aufgrund des Fehlens eines Quantenspeichers), es erhöht
die maximale Reichweite eines
Quantenkryptographiesystems, indem es das Rauschen
aufgrund von Dunkelzählern des Detektors unterdrückt.
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V. (MPG)
01.08.
2018
31.07.
2021
399.855 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: Quanten-
Link-
Erweiterung/Elementare
Quanten-Repeater-Zelle
mit Atomen in
optischen Resonatoren
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quanten-Repeaters realisiert werden
kann. Dazu werden in diesem Teilvorhaben einzeln
adressierbare Neutral-Atome in optischen Resonatoren
gespeichert und zu einer Quanten-Repeater-Zelle
zusammengeschaltet. Mehrere Protokolle basierend auf
unterschiedlichen Resonator-Architekturen und
verschiedenen atomaren Zuständen werden untersucht.
Außerdem werden neu entwickelte Faserresonatoren mit
Atomen bestückt und diese als photonische
Quantenspeicher getestet.
‒ 130 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Julius-
Maximilians-
Universität
Würzburg
01.08.
2018
31.07.
2021
1.226.232 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Halbleiterquantenpunkt
e für einen modularen
Quantenrepeater:
Materialien, Bauteile
und Demonstrator
Der Q.Link.X-Verbund plant auf der Basis von 3
physikalisch unterschiedlichen Systemen ein einfaches
generisches Protokoll zur Demonstration des
"Quantenrepeater-Vorteils" zu realisieren. Konkret
werden Halbleiter-Quantenpunkte, Farbzentren in
Diamant, und Atom/Ionen-Fallen erforscht. Das
Teilvorhaben der Universität Würzburg hat als zentralen
Bestandteil die Demonstration eines QR-Segmentes
basierend auf Halbleiterquantenpunkten in
Mikrotürmchen zum Ziel. Die Arbeiten erstrecken sich
über den Entwurf der Strukturen über das epitaktische
Wachstum hinweg zur Prozessierung und
spektroskopischen Implementierung in die
Demonstratorstrecke. Als wichtige Innovation zur
Erhöhung der Zählraten sollen die einzelnen
Quantenpunktspins deterministisch an die Moden von
Miktrotürmchen gekoppelt werden und durch
Quanteninterferenz die Spin-Spin Verschränkung durch
Quantenpunkte durch Koinzidenzmessung realisiert
werden.
Universität
Bremen
01.08.
2018
31.07.
2021
173.994 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension -
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Modellierung von
halbleiterbasierten
Photonenquellen und
Quantenspeichern sowie
deren Zusammenspiel in
Quantenrepeatern
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. TP-UHB fungiert als Bindeglied zwischen den
experimentellen Partnern in QR-H und der
Repeatermodellierung in QR-T und nimmt somit eine
wichtige Schlüsselposition ein. Die Abschätzung des
Repeatervorteils und die Abwägung unterschiedlicher
Repeaterprotokolle benötigen Vorhersagen erreichbarer
Raten und Fidelitäten sowohl der Quellen als auch der
Spin-Photon-Schnittstelle. Diese sollen durch UHB
bereitgestellt werden. Die Kombination von auf die
experimentellen Teilprojekte zugeschnittenen
Beschreibung halbleiterbasierter Repeaterelemente und
der Protokollmodellierung sind so noch nicht umgesetzt
worden und werden ein Alleinstellungsmerkmal des
Q.Link.X-Verbundes sein.
‒ 131 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Heinrich-
Heine-
Universität
Düsseldorf
01.08.
2018
31.07.
2021
128.874 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: Analyse
der Quantensicherheit
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. In diesem theoretischen Teilvorhaben soll die
Quantensicherheit einfacher Quantenrepeaterprotokolle
analysiert werden. Dazu soll zum einen die Propagation
der Quantenfehler mit einer allgemeinen Methode
beschrieben werden. Zum anderen soll ein Verfahren
entwickelt werden, das die Analyse der Daten zum Zweck
der Bestimmung von sicheren Schlüsselraten erlaubt.
Diese Methoden sollen auf die konkreten experimentellen
Plattformen angewendet werden, um quantitative
Aussagen über den Quantenvorteil zu liefern.
Technische
Universität
München
01.08.
2018
31.07.
2021
427.200 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Gekoppelte Halbleiter-
Quantenpunkte für
einen modularen
Quantenrepeater:
elektrische Kontrolle,
Kohärenz und
Spektroskopie
Die Aufgabe dieses Teilprojektes ist die Fabrikation und
spektroskopische Charakterisierung von Nanostrukturen
die auf gekoppelten Quantenpunkten (QP-Molekülen)
basieren sowie ihre Verwendung als zentrales Element
des auf Halbleitern (HL) basierenden Demonstrators der
in der Q.Link.X Verbundbeschreibung im Detail
beschrieben wird. Eine effiziente Einkopplung optischer
Kontrollsignale sowie Auskopplung von Quantenlicht
wird ermöglicht durch Bragg Spiegel unter der aktiven
QP-Molekül Schicht kombiniert mit breitbandigen
Mikrolinsen auf der Probenoberfläche. Die Orbitalstruktur
der QP-Moleküle wird mittels fortschrittlicher optischer
Spektroskopie untersucht werden. Dabei werden z. B. die
Zeeman Energien und Polarisationsauswahlregeln durch
magneto-optische Messungen bestimmt. Die Stärke der
Tunnelkopplung zwischen den QP sowie elektro-optische
Kotrollsequenzen werden iterativ mit den Projektpartnern
welche die Proben wachsen optimiert. Die in der
Q.Link.X Verbundbeschreibung definierten Schritte zur
elektro-optischen Erzeugung von Ladungsträgern, Spin-
Spin Verschränkung, Trennung der Spins und Spin-
Photon Verschränkung werden entwickelt und optimiert
werden. Die Spin-Dephasierung und Rate der Spin-
Photon Verschränkung wird vermessen und optimiert
werden und den theoretischen Partnern zur Verfügung
gestellt zur Berechnung der zu erwartenden Metrik des
Q.Link.X Quantenrepeater. Methoden zur dynamischen
Entkopplung um hochfrequente Spin-Dephasierung zu
unterdrücken sollen in der QP-Molekül Hardware
implementiert werden. Die Leistungsfähigkeit des
Bauelementes wird für eine zentrale Wellenlänge von
~930nm optimiert bevor es für die Umsetzung des auf
Halbleitern basierenden Q.Link.X Demonstrators an die
UWÜ übergeben wird. Alle Bauelemente werden
optimiert für eine effiziente Kopplung an Fasern um
modulare Quantenbausteine zu ermöglichen. Zum Schluss
wird die Möglichkeit untersucht den Arbeitsbereich der
QP-Molekül Hardware auf das Telekommunikationsband
zu erweitern.
‒ 132 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität
Ulm
01.08.
2018
31.07.
2021
1.065.486 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Realisierung und
Prüfung der Elemente
für einen
Quantenrepeaterknoten
über 100 km basierend
auf Defektzentren in
Diamant
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Ein Quantenrepeater basiert auf einem Protokoll in
dem zunächst ein stationäres Quantenbit, üblicherweise
der Spin eines Elektrons oder eines Atomkerns mit einem
fliegenden Quantenbit, üblicherweise ein Photon,
verschränkt wird und anschliessend solcherart
verschränkte Photonen von verschiedenen Repeaterknoten
auf einem Strahlteiler zur Interferenz gebracht werden um
über Verschränkungstausch die stationären Quantenbits
zu verschränken. Essentiell für die Realisierung dieses
Protokolls über lange Distanzen sind (i) die Möglichkeit
Quanteninformation hinreichend lange zu speichern (für
eine 30km Photononflugstrecke werden Speicherzeiten
über 0.1ms benötigt) und daher mittels robusten und
effizienten Entkopplungsmethoden den Quantenspeicher
vor Umwelteinflüssen zu schützen (idealerweise
Kohärenzzeiten von ca. 1s) und (ii) Quantengatter mit
hoher Fidelität (über 95 %) zwischen Elektronenspins
eines Farbzentrums und den dieses umgebenden
Kernspins, da letztere eine deutlich höhere Kohärenzzeit
als Elektronenspins aufweisen. Zudem erfordert die
Aufskalierung eines Quantenrepeaternetzwerkes die
Implementierung von
Verschränkungsdistillationsprotokollen und
Quantenfehlerkorrekturmethoden, die es wiederum
notwendig machen, Sequenzen von Quantengattern und
Messungen (deutlich über 95 % Fidelität in jedem
Schritt), auf Kernspins durchzuführen. Für die skalierbare
Realisierung der Protokolle sind zudem hohe Erfolgsraten
bei der Informationsübertragung nötig die durch hohe
Photon Auslese- und Sammeleffizienzen realisiert werden
können.
Humboldt-
Universität zu
Berlin
01.08.
2018
31.07.
2021
685.506 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: Transfer
von Spin-Photon-
Verschränkung über
eine faseroptische
Übertragungsstrecke
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Die Ziele der beiden Unterprojekte dieses
Teilvorhabens sind: (1) Design, Herstellung und Test von
photonischen Strukturen in Diamant und MW-Antennen
für optimale Lichtauskopplung und Spinmanipulation. (2)
Realisierung von elementaren
Quantennetzwerkbausteinen, d.h. fasergekoppelten
Einheiten, die ein Diamant-Defektzentrum enthalten, das
mit seinem Elektronenspin verschränkte Photonen
emittiert und anschließender rauscharmer Quanten-
Frequenzkonversion zu einer Wellenlänge im
Telekommunikationsband um 1550 nm. (3) Transfer von
konvertierten Photonen aus Quantennetzwerkbausteinen
über 50km optische Faser im Labor und in einer
Faserteststrecke am HHI, Berlin.
‒ 133 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Kassel
01.08.
2018
31.07.
2021
623.286 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: Telekom-
C-Band (1.55 µm) InP-
basierte
Quantenpunktstrukturen
und Diamant-basierte
photonische Strukturen
mit gekoppelten
Farbzentren
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. UP1 (UKS_Ben) zielt auf die epitaktische
Herstellung (MBE) sowie die umfangreiche optische
Charakterisierung von Halbleiter-QPkten und
Quantenpunktmolekülen auf Basis von InAs/ InP speziell
für den Wellenlängenbereich um 1.55 µm (Telekom-C-
Band). Auch diese Quantenpunkte sollen hierbei als
nichtklassische Quellen einzelner sowie insbesondere
paarweise verschränkter Photonen als Grundlage der
Funktion eines Quanten-Repeaters dienen. Das
Teilprojekt 1.55 µm-Photonenquellen fokussiert
insbesondere auf die strukturelle Optimierung der
Emissionseigenschaften über das epitaktische Wachstum
sowie eine Integration von Quantenemittern in
komplexere Emitterstrukturen (Dioden und
Mikrokavitäten). Das Ziel des UP2 (UKS_Pop) ist die
Realisierung von diamantbasierten photonischen
Strukturen (photonische Kristalle, Wellenleiter, usw.) mit
integrierten NV und SiV Farbzentren zur effizienten
Auskopplung von Photonenemission aus den Farbzentren
und für effiziente Resonatorkopplung. Die Strukturen
werden als Spin-Photon-Schittstellen in Quantumrepeater-
Komponenten (QR-Zelle und QR-Segment) dienen.
‒ 134 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Johannes
Gutenberg-
Universität
Mainz
01.08.
2018
31.07.
2021
766.698 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Theoretische
Modellierung und
Simulation kompletter
Quantenrepeater-
Systeme und
experimentelle
Demonstration
spezieller
Quantenrepeater-
Bausteine
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Das Mainzer Teilprojekt teilt sich auf in einen
experimentellen und einen theoretischen Teil.
Experiment: Silizium-Farbzentren (SiV) in Diamant
zeichnen sich durch eine schmalbandige Lichtemission
aus, die für Verschränkungserzeugung über
Einzelphotonen-Emission und –Detektion genutzt werden
soll. Das erste Ziel ist bei T<100mK lange Qubit-
Kohärenzzeiten an SiV- sowie auch GeV-Zentren zu
erreichen. Raman-Lichtfelder erlauben die lokale
Manipulation des SiV Spin-Qubits. In Zusammenarbeit
mit Q.Link.X-Partnern werden SiVs in photonischen
Strukturen eingebettet hergestellt, um eine hocheffiziente
(Faser-)Kopplung an Lichtfelder bei 737nm zu erreichen.
Solche Module sollen bei T<100mK getestet und über
photonische Kopplungen verschränkt werden. Lokale
Gatteroperationen in den SiV-Modulen erlauben Bell-
Messungen und Verschränkungsreinigung. Im Hinblick
auf Quantenkommunikation sollen in Zusammenarbeit
mit den Partnern SiV-Module von der Wellenlänge
737nm auf die Telekom- Wellenlänge gebracht werden.
Theorie: Ziel ist die theoretische Beschreibung,
Simulation und Bewertung von idealen und realen
kleinskaligen Repeatern und Demonstratoren bis hin zu
großskaligen Repeater-Systemen. Zunächst werden
kleinskalige Quantenrepeater analysiert wie sie in den
drei Demonstratorplattformen vorkommen. Hierbei
werden schrittweise die entsprechenden realen
physikalischen Effekte zum anfänglich idealen Modell
(nur Kanalverluste) hinzugefügt. Perspektivisch und
ultimativ sollen reale großskalige Repeater-Systeme
simuliert werden. Das Theorie-Unterprojekt leistet einen
entscheidenden Beitrag, um nach dreijähriger
Projektphase einen perspektivischen Performance-
Vergleich der drei Plattformen anstellen und eine
Roadmap zur Realisierung skalierbarer Repeater vorlegen
zu können.
Karlsruher
Institut für
Technologie
(KIT)
01.08.
2018
31.07.
2021
423.594 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben:
Entwicklung einer
Tieftemperatur
Faserresonator
Plattform und
Implementierung einer
effizienten Spin-Photon
Schnittstelle für NV
Zentren in Diamant
Der Q.Link.X-Verbund plant anhand von 3 verschiedenen
technischen Plattformen zu zeigen, dass mit einem
ausgewählten Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der
Quantenvorteil des Quantenrepeaters realisiert werden
kann. Die Realisierung des Protokolls mit Farbzentren in
Diamant erfordert deren effiziente Ankopplung an
Photonen mit durchstimmbaren optischen
Mikroresonatoren. Das Teilprojekt qlinkx-FRP umfasst
die Entwicklung, Funktionsdemonstration und
Bereitstellung einer kryokompatiblen voll
durchstimmbaren Faserresonator Plattform (FRP) mit
integrierten Diamantmembranen. Damit soll eine
effiziente Spin-Photon Schnittstelle mit NV Zentren
realisiert und in einen Demonstrator integriert werden.
‒ 135 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Ludwig-
Maximilians-
Universität
München
01.08.
2018
31.07.
2021
899.982 Verbundprojekt:
Q.Link.Extension –
Q.Link.X -;
Teilvorhaben: QR-
Segment über lange
Faserstrecken
Die Quantenkommunikation ermöglicht neue Methoden
der Kommunikation. Sie verbessern herkömmliche,
indem sie zum Beispiel erstmals Angriffe bei der
Schlüsselverteilung erkennbar machen, oder eröffnen
neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel die
Quantenteleportation zur Übertragung von
Quanteneigenschaften. Notwendig für die neuen
Anwendungen ist die effiziente Verteilung von
Verschränkung über große Entfernungen. Der Q.Link.X-
Verbund plant anhand von drei verschiedenen technischen
Plattformen zu zeigen, dass mit einem ausgewählten
Protokoll (Lütkenhaus-Protokoll) der Quantenvorteil des
Quantenrepeaters realisiert werden kann. Innerhalb dieses
Teilprojekts ist geplant, die Effizienz und Kopplung
atomarer Quantenspeicher deutlich zu steigern und die
Dämpfung entlang einer Faserstrecke durch
zustandsabhängige Konversion in den Telekom-
Wellenlängenbereich wesentlich zu reduzieren. Diese
Schritte bilden die Basis, die Machbarkeit eines QR-
Segments mit atomaren Quantenspeichern über eine
mehrere Kilometer lange Faserstrecke zu demonstrieren.
QuantiCor
Security GmbH
01.11.
2018
30.04.
2019
49.980 KMU-innovativ:
Einstiegsmodul KTN -
Quantencomputerresistente Public Key
Infrastrukturen
Quantencomputer in Kombination mit dem
bahnbrechenden Quantenalgorithmus können alle derzeit
eingesetzten Public Key Kryptoverfahren brechen. Die
Folgen sind katastrophal, wenn keine sicheren
Alternativen früh genug zur Verfügung gestellt werden.
Denn Public Key Verfahren bilden die fundamentalsten
Bausteine moderner IT-Sicherheitsinfrastrukturen.
Aufgrund dieser Tatsachen hat QuantiCor Security – ein
Spinoff der TU Darmstadt - verschiedene Post-Quanten-
Sicherheitstechnologien entwickelt, die den Schutz der
IT-Sicherheitsinfrastruktur weiterhin garantieren können,
weil sie nachweislich Quantencomputer-resistent sind.
Einige Technologien wurden kürzlich standardisiert oder
befinden sich in der ersten Runde des NIST-
Standardisierungsprozesses wie KINDI Encryption &
KEM (QuantiCor Security), LARA Encryption & KEM
(QuantiCor Security), HERO-Signaturverfahren (in
Entwicklung durch QuantiCor Security) basierend auf
dem GPV-Signaturverfahren (TU-Darmstadt), XMSS und
XMSS-MT (TU-Darmstadt und Genua mbH, Kirchheim)
akzeptiert als IETF Standard seit 2018 und qTESLA (TU
Darmstadt). Mit der Entwicklung dieser sehr effizienten
Verfahren ist ein wichtiger erster Meilenstein erfolgt. Für
den Einsatz in die Praxis sind jedoch noch weitere
Etappen erforderlich. Die Integration dieser Verfahren in
eine geeignete Public Key Infrastruktur ist dringend
notwendig, um Unternehmen und Organisationen mit
einer neuen IT-Sicherheitsinfrastruktur auszustatten. In
diesem Vorhaben sollen zunächst verschiedene (Open
Source-) Implementierungen von Public Key
Infrastrukturprojekten genauer analysiert werden. Es soll
eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden, bei der
evaluiert werden soll, ob und inwiefern die entwickelten
und angebotenen Sicherheitstechnologien in bestehende
PKI-Implementierungen integriert werden können.
‒ 136 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Technische
Universität
München
01.12.
2018
30.11.
2021
1.721.694 Fehlertolerante
Quantenkommunikation
mittels Diamant
Quantenphotonik
Eines der größten Hindernisse bei der Entwicklung eines
vollständigen Quantennetzwerkes sind unvermeidbare
photonische Verluste in optischen Fasern aufgrund derer
die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Übertragung
mit wachsender Entfernung exponentiell abnimmt,
unabhängig vom verwendeten Protokoll. Eine
Möglichkeit dieses Skalierungsverhalten zu überwinden
sind Quantenrepeater die auf Quantenspeichern beruhen,
wobei zur Erzeugung von Verschränkung zwischen
entfernten Knoten zunächst Verschränkung mit einem
lokalen Quantenspeicher mittels Photonen und Bell-
Zustands-Messungen erfolgt. Dieser Ansatz verspricht ein
besseres polynomisches Skalierungsverhalten, zumindest
wenn es gelingt Quantenspeicher mit langen
Kohärenzzeiten, starker Kopplung an Photonen und
Integrierbarkeit in modulare Bauelemente zu entwickeln.
Vor kurzem wurden gänzlich neue Ansätze vorgeschlagen
welche ohne Quantenspeicher auskommen. Diese
basieren auf sogenannten messungsbasierten
Quantenspeichern und verwenden spezielle
hochverschränkte Multiphotonenzustände, sogenannte
photonische Clusterzustände. Diese Zustände können
verteilt und durch Bell-Zustands-Messungen miteinander
verbunden werden, sind unempfindlicher gegen Rauschen
und ermöglichen Quantennetzwerke über größere
Entfernungen. Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist
die Realisierung einer völlig neuartigen Plattform welche
mittels effizienter Spin-Photon Schnittstellen die
Erzeugung der benötigen photonischen Clusterzustände
mit hohen Raten ermöglicht. Außerdem sollen effiziente
Protokolle entwickelt werden und es soll erforscht werden
wie die Clusterzustände am besten maßgeschneidert
werden müssen um unter realen Bedingungen besonders
robuste Quantennetzwerke zu realisieren.
‒ 137 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Technische
Universität
München
01.12.
2018
30.11.
2021
1.721.694 Fehlertolerante
Quantenkommunikation
mittels Diamant
Quantenphotonik
Eines der größten Hindernisse bei der Entwicklung eines
vollständigen Quantennetzwerkes sind unvermeidbare
photonische Verluste in optischen Fasern aufgrund derer
die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Übertragung
mit wachsender Entfernung exponentiell abnimmt,
unabhängig vom verwendeten Protokoll. Eine
Möglichkeit dieses Skalierungsverhalten zu überwinden
sind Quantenrepeater die auf Quantenspeichern beruhen,
wobei zur Erzeugung von Verschränkung zwischen
entfernten Knoten zunächst Verschränkung mit einem
lokalen Quantenspeicher mittels Photonen und Bell-
Zustands-Messungen erfolgt. Dieser Ansatz verspricht ein
besseres polynomisches Skalierungsverhalten, zumindest
wenn es gelingt Quantenspeicher mit langen
Kohärenzzeiten, starker Kopplung an Photonen und
Integrierbarkeit in modulare Bauelemente zu entwickeln.
Vor kurzem wurden gänzlich neue Ansätze vorgeschlagen
welche ohne Quantenspeicher auskommen. Diese
basieren auf sogenannten messungsbasierten
Quantenspeichern und verwenden spezielle
hochverschränkte Multiphotonenzustände, sogenannte
photonische Clusterzustände. Diese Zustände können
verteilt und durch Bell-Zustands-Messungen miteinander
verbunden werden, sind unempfindlicher gegen Rauschen
und ermöglichen Quantennetzwerke über größere
Entfernungen. Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist
die Realisierung einer völlig neuartigen Plattform welche
mittels effizienter Spin-Photon Schnittstellen die
Erzeugung der benötigen photonischen Clusterzustände
mit hohen Raten ermöglicht. Außerdem sollen effiziente
Protokolle entwickelt werden und es soll erforscht werden
wie die Clusterzustände am besten maßgeschneidert
werden müssen um unter realen Bedingungen besonders
robuste Quantennetzwerke zu realisieren.
QuantiCor
Security GmbH
01.07.
2019
31.03.
2021
784.298 Start-up Secure:
Quantencomputerresiste
nte Sicherheitslösungen
für das Internet der
Dinge
Nahezu alle in der Praxis eingesetzten asymmetrischen
Kryptosysteme können aufgrund der Anfälligkeit für
Quantencomputer-Angriffe gebrochen werden. Demnach
ist die Sicherheit der gegenwärtigen
Verschlüsselungstechnologien nach den derzeitigen
wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr gegeben.
Erfolgreiche Attacken hätten desaströse Folgen für die
Wirtschaft und Gesellschaft. Dies betrifft insbesondere
das Internet der Dinge (IoT), dem intelligente IoT-Geräte
zugrunde liegen, die sicherheitskritische Informationen
miteinander austauschen. In diesem Vorhaben werden
Quantencomputer-resistente Sicherheitstechnologien auf
Grundlage der aktuellsten Forschungsergebnisse
weiterentwickelt und für das Internet der Dinge verfügbar
gemacht. Auf diese Weise soll ein hoher Schutz auch in
Zeiten mächtiger Quantencomputer gewährleistet werden.
Darüber hinaus weisen die entwickelten Systeme gewisse
Effizienzvorteile gegenüber Altsystemen auf, sodass die
globale Vernetzung damit sicher voranschreiten kann.
‒ 138 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Technische
Universität
München
01.09.
2019
31.08.
2022
789.150 Verbundprojekt:
Anwendbarkeit
quantencomputerresiste
nter kryptografischer
Verfahren - Aquorypt -;
Teilvorhaben:
Entwicklung eines Post-
Quanten SoC mit RISC-
V CPU und HW-
Beschleunigern
Quantencomputer mit großer Rechenleistung werden in
der Lage sein, alle gängigen kryptografischen Verfahren
für digitale Signaturen und zum Schlüsselaustausch zu
brechen. Es existieren bereits erste
quantencomputerresistente kryptografische Verfahren, die
aber noch in die relevanten Anwendungen integriert
werden müssen, bevor derartige Quantencomputer zur
Verfügung stehen und zur Gefahr für die IT-Sicherheit
werden. Das Projekt Aquorypt untersucht daher die
Anwendung und praktische Umsetzung von
quantencomputerresistenten kryptografischen Verfahren
in zwei wichtigen Bereichen, die besonders auf
langfristige Sicherheit angewiesen sind: Eingebettete
Systeme in der industriellen Automatisierung und
Chipkarten-basierte Sicherheitsanwendungen. Parallel zur
laufenden Standardisierung werden im Projekt für den
Kontext der genannten Anwendungen geeignete
Algorithmen ausgewählt und angepasst. Das Projekt
spannt den Bogen von hochsicheren Chipkarten mit
extremen Kostenanforderungen und geringstem
Stromverbrauch hin zu eingebetteten Systemen im
Industriebereich mit hohen Echtzeitanforderungen und
extremen Lebensdauern, die Migrationskonzepte bis in
die Hardware erfordern. Dafür werden die Algorithmen
und das Hardware- und Software-Design optimal
aufeinander abgestimmt, wozu die Projektpartner mit
ihren unterschiedlichen und sich ergänzenden
Kompetenzen beitragen. Die Implementierungen für diese
Anwendungen werden gegen Seitenkanalangriffe, auch
mittels maschinellen Lernens, und gegen Fehlerattacken
gehärtet. Ergänzend werden in den betrachteten
Anwendungen Migrationspfade erarbeitet, über welche
herkömmliche Algorithmen und Protokolle durch
quantencomputerresistente Verfahren ersetzt werden
können. Die Entwicklungsergebnisse werden schließlich
zu einem Demonstrator kombiniert; auf diese Weise wird
der erfolgreiche Einsatz quantencomputerresistenter
kryptografischer Verfahren in Chipkarten und in
Industriesteuerungen gezeigt.
‒ 139 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung
eingetragener
Verein
01.09.
2019
31.08.
2022
488.015 Verbundprojekt:
Anwendbarkeit
quantencomputerresiste
nter kryptografischer
Verfahren - Aquorypt -;
Teilvorhaben: Härtung
von
quantencomputerresiste
nter Kryptographie
gegen KI Angriffe
Das Ziel des Gesamtvorhabens ist die effiziente
Implementierung von Quantencomputer-resistenten
kryptographischen Algorithmen für wichtige
Anwendungen wie Industrie 4.0 und Chipkarten. Ein
weiteres Ziel ist, sicherzustellen, dass Implementierungen
gleichzeitig auch eine fortschrittliche und zukunftsfähige
Implementierungssicherheit aufweisen. Das Ziel des
Teilvorhabens von Fraunhofer AISEC ist, die
Implementierungssicherheit dieser zukunftsträchtigen
Algorithmen in einer Art herzustellen, die ähnlich
zukunftsfähig ist; trotz der aktuell absehbaren
Entwicklungen. Aktuell wird nämlich erwartet - und erste
Ergebnisse liegen vor, dass Implementierungsangriffe,
insbesondere Seitenkanalangriffe, auf der Basis von
maschinellen Lernverfahren deutlich Fortschritte in
Bezug auf deren Effizienz und der Reduktion von
notwendiger Kompetenz und Erfahrung bringen könnten.
Das Ziel des Vorhabens ist daher, zu untersuchen,
inwiefern sich solche maschinellen Lernverfahren bei
Angriffen auf Implementierungen von
Quantencomputerresistenten kryptographischen Algorithmen auswirken.
Das Ziel ist dann hauptsächlich, Erkenntnisse zu
gewinnen, wie solche Angriffe bzw. die erzielten
Effizienzverbesserungen durch solche maschinellen
Lernverfahren verhindert werden können.
‒ 140 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Giesecke+Devr
ient Mobile
Security GmbH
01.09.
2019
31.08.
2022
422.878 Verbundprojekt:
Anwendbarkeit
quantencomputerresiste
nter kryptografischer
Verfahren - Aquorypt -;
Teilvorhaben: Sichere
Implementierung in
eingebettete Systeme
und
Sicherheitsuntersuchung
en
Quantencomputer stellen eine große Gefahr für die
Sicherheit heutiger IT-Systeme dar. Sobald es
Quantencomputer mit ausreichender Leistung gibt,
werden sie viele etablierte Verschlüsselungsmethoden
und digitale Signaturverfahren effizient brechen können.
Um auch in Zukunft Datensicherheit und Privatsphäre zu
gewährleisten, muss bereits heute mit den Vorbereitungen
für die Post-Quantencomputer-Ära begonnen werden. Ziel
des Projekts "Aquorypt" ist es daher,
quantencomputerresistente Verfahren auf ihre
Einsetzbarkeit zu prüfen und zu optimieren. Dabei liegt
der Schwerpunkt auf einer optimalen Abstimmung
zwischen Hardware und Software und auf sicheren
angriffsresistenten Implementierungen in Soft- und
Hardware. Im Teilvorhaben "Sichere Implementierung in
eingebettete Systeme und Sicherheitsuntersuchungen" des
Projektes Aquorypt erarbeitet die Giesecke+Devrient
Mobile Security GmbH vor allem Konzepte für
Implementierungen auf eingebetteten Systemen, so dass
diese Implementierungen resistent gegen Seitenkanal- und
Störangriffe sind. Die Konzepte werden in konkreten
Implementierungen umgesetzt, die Implementierungen
dann mit Seitenkanal- und Störangriffen auf ihre
Widerstandsfähigkeit gegen solche Angriffe getestet, und
so die Konzepte geprüft und gegebenenfalls verbessert.
‒ 141 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Infineon
Technologies
AG
01.09.
2019
31.08.
2022
488.250 Verbundprojekt:
Anwendbarkeit
quantencomputerresiste
nter kryptografischer
Verfahren - Aquorypt -;
Teilvorhaben:
Quantencomputerresiste
nte Kryptografie-
Demonstration in
Industriesteuerungen
und Chipkarten
Das Projekt Aquorypt legt das Hauptaugenmerk auf die
Einsetzbarkeit quantencomputerresistenter Kryptografie,
auf optimale Abstimmung zwischen Hardware und
Software, auf sichere angriffsresistente Implementierung
in Soft- und Hardware und somit auf die praktische
Umsetzbarkeit, damit QCR-Verfahren auch effizient in
die Anwendung gebracht werden können. Die
Realisierbarkeit der Lösungen wird für zwei
Anwendungen in einem Demonstrator nachgewiesen.
Zum einen werden Methoden und Techniken entwickelt,
wie quantencomputerresistente Verfahren in Chipkarten-
Controllern (mit hohem Sicherheitsanspruch bei
gleichzeitig geringem Speicherplatz und geringer
Rechnerleistung) eingesetzt werden können. Zum anderen
wird untersucht, wie Controller von eingebetteten
Systemen in Industriesteuerungen, wie bspw. intelligente
Geräte für Antriebssteuerungen, Energienetzmanagement
oder Fertigungsautomatisierung, gegen
Quantencomputerangriffe resistent gemacht werden
können. Die Hauptziele von Aquorypt sind: •
Gewährleistung der IT-Sicherheit bei Anwendungen, die
längerfristig sicher sein müssen, wie Industriesteuerungen
und Chipkarten, durch die Verwendung von
quantencomputerresistenten (QCR) kryptografischen Verfahren, •
anwendungsorientierte Optimierung von QCR-Verfahren
(durch interdisziplinäre Ko-operation von Kryptologen
und Ingenieuren für Sicherheitshardware und -software), •
praktikable und effiziente Umsetzung von QCR-
Verfahren in langlebigen Sicherheitsanwendungen
(Industriesteuerungen und Chipkarten), • Sicherstellung
der Resilienz gegen Seitenkanal- und Fehlerangriffe durch
gehärtete Implementierung von
quantencomputerresistenten kryptografischen Verfahren,
• Aufzeigen von Migrationspfaden für bestehende
Systeme von herkömmlichen zu
quantencomputerresistenten Verfahren, • Darstellung der
Projektergebnisse anhand eines Demonstrators für eine
Industriesteuerung mit einem sicheren eingebetteten
System sowie für eine quantencomputerresistente
Authentisierung mit einer Chipkarte.
‒ 142 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Siemens
Aktiengesellsc
haft
01.09.
2019
31.08.
2022
459.591 Verbundprojekt:
Anwendbarkeit
quantencomputerresiste
nter kryptografischer
Verfahren - Aquorypt -;
Teilvorhaben:
Quantencomputerresiste
nte kryptografische
FPGA-Systeme für
industrielle
Anwendungen
Das vorliegende Projekt legt das Hauptaugenmerk auf die
Einsetzbarkeit der quantencomputerresistenten Verfahren,
auf optimale Abstimmung zwischen Hardware und
Software, auf sicherere Implementierung und damit auf
die praktische Umsetzbarkeit. Es wird untersucht, wie
eingebettete Systeme im Umfeld von Industrie 4.0 gegen
Quantencomputerangriffe resistent gemacht werden
können. Ausgewählte quantencomputerresistente
Verfahren werden auf einer Zielhardware implementiert.
Die notwendigen Architekturen für ein optimales
Zusammenspiel zwischen HW und SW werden ermittelt.
Dabei entstehen Konzepte, wie Implementierungen der
ausgewählten Verfahren allgemein gegen derartige
Angriffe abgesichert werden können. Schließlich werden
Konzepte und Verfahren entwickelt, die eine Migration
von Algorithmen, die nach heutigem Stand durch
Quantencomputer gebrochen werden können hin zu
quantencomputerresistenten Algorithmen ermöglichen.
Technische
Universität
Darmstadt
01.09.
2019
31.08.
2022
402.948 Verbundprojekt:
Anwendbarkeit
quantencomputerresiste
nter kryptografischer
Verfahren - Aquorypt -;
Teilvorhaben:
Anwendungsorientierte
Optimierung
ausgewählter QCR-
Verfahren hinsichtlich
Sicherheit, Effizienz
und physikalischer
Sicherheit
Das Projekt "Aquorypt" legt das Hauptaugenmerk auf die
Einsetzbarkeit von PQC-Verfahren, auf optimale
Abstimmung zwischen Hardware (HW) und Software
(SW), auf sichere angriffsresistente Implementierung in
Soft- und Hardware und somit auf die praktische
Umsetzbarkeit, damit diese PQC-Verfahren auch effizient
in die Anwendung gebracht werden können. Die
Realisierbarkeit der Lösungen wird für zwei
Anwendungen in einem Demonstrator nachgewiesen.
Zum einen werden Methoden und Techniken entwickelt,
wie die quantencomputerresistenten Verfahren in
Chipkarten-Controllern (mit sehr hohem
Sicherheitsanspruch bei gleichzeitig geringem
Speicherplatz und geringer Rechnerleistung) eingesetzt
werden können. Zum anderen wird untersucht, wie
Controller von eingebetteten Systemen in
Industriesteuerungen, wie beispielsweise intelligente
Geräte für Antriebssteuerungen, Energienetzmanagement
oder Fertigungsautomatisierung, gegen
Quantencomputerangriffe resistent gemacht werden
können. Die Hauptziele des Projektes Aquorypt sind: -
Gewährleistung der IT-Sicherheit bei Anwendungen, die
längerfristig sicher sein müssen, wie Industriesteuerungen
und Chipkarten, durch die Verwendung von PQC-
Verfahren, - anwendungsorientierte Optimierung von
PQC-Verfahren (durch interdisziplinäre Kooperation von
Kryptologen und Ingenieuren für Sicherheitshardware
und -software), - praktikable und effiziente Umsetzung
von PQC-Verfahren in langlebigen
Sicherheitsanwendungen (Industriesteuerungen und
Chipkarten), - Sicherstellung der Resilienz gegen
Seitenkanal- und Fehlerangriffe durch gehärtete
Implementierung von quantencomputerresistenten
kryptografischen Verfahren, - Aufzeigen von
Migrationspfaden für bestehende Systeme von
herkömmlichen zu quantencomputerresistenten
Verfahren, - Darstellung der Projektergebnisse anhand
eines Demonstrators für eine Industriesteuerung mit
‒ 143 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
einem sicheren eingebetteten System sowie für eine
quantencomputerresistente Authentisierung mit einer
Chipkarte.
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung
eingetragener
Verein
01.09.
2019
31.08.
2022
1.084.931 Verbundprojekt:
Kryptographie der
nächsten Generation für
eingebettete Systeme -
QuantumRISC - :
Teilvorhaben:
Effizientes und
gehärtetes Hardware-
Software Co-Design
von PQC-Verfahren
In diesem Projekt wird die Verwendung von PQC-
Verfahren auf ressourcenbeschränkten eingebetteten
Systemen erforscht. Die Herausforderungen hierbei sind
die Auswahl geeigneter PQC-Verfahren sowie ihre
sichere Implementierung in einem effizienten Software-
Hardware (SW-HW) Co-Design auf einer
kostengünstigen Hardware-Plattform. Als Proof-of-
Concept zum Nachweis der Nutzbarkeit der Lösungen
werden industrielle Anwendungsfälle mit den
entwickelten Komponenten in Form eines Demonstrators
umgesetzt. Fraunhofer SIT untersucht insbesondere
gehärtete Hardware-Module und agile Schnittstellen zum
SW-HW Co-Design.
‒ 144 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Continental
Teves AG &
Co. OHG
01.09.
2019
31.08.
2022
144.190 Verbundprojekt:
Kryptographie der
nächsten Generation für
eingebettete Systeme -
QuantumRISC - :
Teilvorhaben:
Anwendungsfälle und
Anforderungen aus der
Automobilbranche
In diesem Projekt wird die Verwendung von PQC-
Verfahren auf ressourcenbeschränkten eingebetteten
Systemen erforscht. Die Herausforderung hierbei ist die
Auswahl geeigneter PQC-Verfahren sowie ihre sichere
Implementierung in einem effizienten Software-Hardware
(SW-HW) Co-Design auf einer kostengünstigen
Hardware-Plattform. Als Proof-of-Concept zum
Nachweis der Nutzbarkeit der Lösungen werden
industrielle Anwendungsfälle mit den entwickelten
Komponenten in Form eines Demonstrators umgesetzt.
Continental Teves untersucht insbesondere die
Anwendbarkeit von Post-Quanten Algorithmen im
Automobilbereich.
Elektrobit
Automotive
GmbH
01.09.
2019
31.08.
2022
158.272 Verbundprojekt:
Kryptographie der
nächsten Generation für
eingebettete Systeme -
QuantumRISC - :
Teilvorhaben:
Demonstration und
Evaluation von PQC-
Verfahren auf
eingebetteten Systemen
In diesem Projekt wird die Verwendung von PQC-
Verfahren auf ressourcenbeschränkten eingebetteten
Systemen erforscht. Die Herausforderungen hierbei sind
die Auswahl geeigneter PQC-Verfahren sowie ihre
sichere Implementierung in einem effizienten Software-
Hardware (SW-HW) Co-Design auf einer
kostengünstigen Hardware-Plattform. Als Proof-of-
Concept zum Nachweis der Nutzbarkeit der Lösungen
werden industrielle Anwendungsfälle mit den
entwickelten Komponenten in Form eines Demonstrators
umgesetzt. Das Teilvorhaben fokussiert sich auf die
Demonstration und Evaluation der erforschten und
implementierten PQC-Verfahren auf eingebetteten
Systemen.
Hochschule
RheinMain
University of
Applied
Sciences
Wiesbaden
Rüsselsheim
01.09.
2019
31.08.
2022
309.756 Verbundprojekt:
Kryptographie der
nächsten Generation für
eingebettete Systeme -
QuantumRISC - :
Teilvorhaben: Effiziente
und gehärtete
Hardware-
Implementierung von
PQC-Verfahren
In diesem Projekt wird die Verwendung von PQC-
Verfahren auf ressourcenbeschränkten eingebetteten
Systemen erforscht. Die Herausforderungen hierbei sind
die Auswahl geeigneter PQC-Verfahren sowie ihre
sichere Implementierung in einem effizienten Software-
Hardware (SW-HW) Co-Design auf einer
kostengünstigen Hardware-Plattform. Als Proof-of-
Concept zum Nachweis der Nutzbarkeit der Lösungen
werden industrielle Anwendungsfälle mit den
entwickelten Komponenten in Form eines Demonstrators
umgesetzt. HSRM konzentriert sich auf die
Implementierbarkeit in Hardwarestrukturen. Der Fokus
liegt hierbei auf Hash- und Isogenie-basierten Verfahren.
MTG AG 01.09.
2019
31.08.
2022
307.911 Verbundprojekt:
Kryptographie der
nächsten Generation für
eingebettete Systeme -
QuantumRISC - :
Teilvorhaben:
Effizienter und sicherer
Entwurf und
Implementierung von
PQC-Verfahren in
Software
In diesem Projekt wird die Verwendung von PQC-
Verfahren auf ressourcenbeschränkten eingebetteten
Systemen erforscht. Die Herausforderungen hierbei sind
die Auswahl geeigneter PQC-Verfahren sowie ihre
sichere Implementierung in einem effizienten Software-
Hardware (SW-HW) Co-Design auf einer
kostengünstigen Hardware-Plattform. Als Proof-of-
Concept zum Nachweis der Nutzbarkeit der Lösungen
werden industrielle Anwendungsfälle mit den
entwickelten Komponenten in Form eines Demonstrators
umgesetzt. MTG erforscht Softwaremethoden für die
sichere und effiziente Implementierung von PQC-
Verfahren.
‒ 145 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Ruhr-
Universität
Bochum
01.09.
2019
31.08.
2022
586.968 Verbundprojekt:
Kryptographie der
nächsten Generation für
eingebettete Systeme -
QuantumRISC - :
Teilvorhaben:
Seitenkanalresistente
Hardwareimplementieru
ngen von PQC-
Verfahren
Seit einigen Jahren werden alternative kryptographische
Verfahren untersucht, von denen man annimmt, dass sie
gegen Angriffe mit Unterstützung von Quanten-
Computern sicher sind. Dieses Feld der Kryptologie wird
Post-Quantum Kryptographie (PQC) genannt. Ein
wesentlicher Nachteil von PQC-Verfahren gegenüber
derzeit verwendeten Verfahren ist ihr generell höherer
Ressourcenbedarf: Viele PQC-Verfahren benötigen
beispielsweise mehr Rechenleistung für die Erstellung
von Schlüsseln, Signaturen oder zur Entschlüsselung,
oder sie benötigen mehr Speicherplatz und Netzwerk-
Bandbreite zur Speicherung oder Übertragung von
Schlüsseln oder Nachrichten. In diesem
Forschungsprojekt wird dieser Ansatz aufgegriffen, für
die Verwendung mit PQC-Verfahren verfeinert und auf
Anwendungsfälle in der Automotive-Domäne angepasst.
Insbesondere in dieser Domäne kann die Verwendung
einer transparenten Prozessor-Architektur, die auf der
RISC-V Architektur basiert, die europäische Chip-
Produktion fördern und die bestehenden Abhängigkeiten
von internationalen Chipherstellern verringern. Zusätzlich
benötigt die Automobil-Industrie Langzeit-
Sicherheitskonzepte, um sowohl die Komponenten
einesFahrzeugs als auch das Fahrzeug selbst über einen
langen Lebenszyklus von 30 Jahren und mehr
abzusichern. PQC ist dabei eine entscheidende
Technologie, die als konstruktiver Baustein genutzt
werden kann, um eine sichere und vertrauenswürdige
Kommunikation und Interaktion zwischen einem
Fahrzeug, dessen Umgebung und weiterer Infrastruktur zu
ermöglichen.
Technische
Universität
Darmstadt
01.09.
2019
31.08.
2022
392.460 Verbundprojekt:
Kryptographie der
nächsten Generation für
eingebettete Systeme -
QuantumRISC - :
Teilvorhaben:
Erforschung von PQC-
Verfahren für
ressourcenbeschränkte
eingebettete Systeme
In diesem Projekt wird die Verwendung von PQC-
Verfahren auf ressourcenbeschränkten eingebetteten
Systemen erforscht. Die Herausforderungen hierbei sind
die Auswahl geeigneter PQC-Verfahren sowie ihre
sichere Implementierung in einem effizienten Software-
Hardware (SW-HW) Co-Design auf einer
kostengünstigen Hardware-Plattform. Als Proof-of-
Concept zum Nachweis der Nutzbarkeit der Lösungen
werden industrielle Anwendungsfälle mit den
entwickelten Komponenten in Form eines Demonstrators
umgesetzt. Die TU Darmstadt untersucht insbesondere
Möglichkeiten der Erhöhung der Effizienz und Sicherheit
durch algorithmische Optimierungen.
‒ 146 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
genua GmbH 01.09.
2019
31.08.
2022
152.922 Verbundprojekt:
Quanten-Sichere VPN-
Module und -
Operationsmodi -
QuaSiModO - ;
Teilvorhaben: Post-
Quanten Internet Key
Exchange Protocol für
sichere VPN-
Verbindungen
Mithilfe von QuaSiModO sollen die VPN-Protokolle
MACsec (hier: die Schlüsselaustauschprotokolle MKA
und PACE) sowie IPsec (hier: das Protokoll IKEv2) um
eine quantenresistente Lösung erweitert werden. genua
beschäftigt sich in QuaSiModO mit IPsec und arbeitet an
einer Erweiterung des relevanten Schlüsselaustausch-
Verfahrens. genua bedient den IT-Hochsicherheitsmarkt,
etwa mit Produkten zur sicheren Fernwartung sowie
Standortvernetzung mittels VPNs, Lösungen für mobiles
Arbeiten oder Firewalls. Dazu setzt genua auf
kryptografische Verfahren. Die Sicherheit dieser und
deren Anwendungen ist jedoch gefährdet, sollte es in den
kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten gelingen, einen
ausreichend starken Quantencomputer zu bauen. genua
möchte im Interesse seiner Kunden auch auf zukünftige
Gefahren und Herausforderungen vorbereitet sein. Derzeit
wird weltweit an verschiedenen quantenresistenten
Alternativen zu konventioneller Kryptografie gearbeitet.
Doch trotz großer Fortschritte fehlt noch immer das
Vertrauen sowie ausreichend intensive Untersuchungen
und Wissen über die Anwendung dieser Verfahren. genua
möchte deshalb anhand der VPN-Technologie IPsec bzw.
IKEv2 entsprechende Erkenntnisse in diesem Bereich
gewinnen und wieder in die Community zurückfließen
lassen. So soll QuaSiModO mit signifikanten Beiträgen
den Fortschritt im Bereich der Post-Quanten-Kryptografie
unterstützen. Ziel ist die ausreichend intensive
Untersuchung des Verhaltens quantenresistenter
Verfahren unter Beachtung aller nötigen Aspekte wie
gutem Protokolldesign, sicherer Implementierungen und
praktikabler User Experience im gegebenen Kontext. Die
gewonnenen Erkenntnisse sollen umfangreich genug sein,
um einschlägige (Open-Source-) Software anpassen und
veröffentlichen zu können. Die veröffentlichten
Erkenntnisse sollen genua, den Projektpartnern und der
Community helfen, das gewonnene Wissen sinnvoll auf
andere Protokolle und Anwendungen zu übertragen.
‒ 147 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
ADVA Optical
Networking SE
01.09.
2019
31.08.
2022
204.233 Verbundprojekt:
Quanten-Sichere VPN-
Module und -
Operationsmodi -
QuaSiModO - ;
Teilvorhaben:
Postquantum
Schlüsselaustausch für
MACsec (Layer2)
Verschlüsselung
Virtuelle private Netze (VPN) sind ein wichtiges Element
zur sicheren Vernetzung und Anbindung von
Unternehmensstandorten oder für den sicheren
Fernzugriff auf sensible Daten. Angreifer können schon
heute große Datenmengen speichern und nachträglich
entschlüsseln sobald große Quantencomputer die aktuell
eingesetzten VPN-Protokolle angreifen können. ADVA
untersucht in QuaSiModO quantensichere VPN-Lösungen
auf Schicht 2 und setzt zumindest eine Variante auf
firmeneigner Hardware um. Insbesondere wird das im
Kontext von MACsec spezifizierte
Schlüsselaustauschprotokoll MKA sowie PACE
angepasst. Wichtige Fragestellungen, die beantwortet
werden sollen sind: 1. Welche Primitive und Verfahren
sind für den Einsatz auf Schicht 2 des ISO/OSI-
Referenzmodells geeignet? 2. Welche Besonderheiten der
Protokolle müssen bei der Auswahl der Primitive beachtet
werden? 3. Welche Anpassungen der Protokolle sind
nötig, um dieser Auswahl gerecht zu werden? 4. Wie lässt
sich kryptografische Agilität durch modulare oder hybride
Schlüsselaustauschprotokolle verwirklichen? 5. Welche
Parametersätze der Verfahren und mögliche
Optimierungen eignen sich für die jeweiligen Protokolle?
6. Wie verhalten sich die gewählten Algorithmen und
Parametersätze im Praxiseinsatz auf der vorgesehenen
Hardware?
‒ 148 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Ludwig-
Maximilians-
Universität
München
01.09.
2019
31.08.
2022
273.186 Verbundprojekt:
Quanten-Sichere VPN-
Module und -
Operationsmodi -
QuaSiModO - ;
Teilvorhaben:
Schichtenübergreifende
Anforderungsanalyse,
Protokollkonzeptionieru
ng und
Sicherheitsmodelle
Das Ziel von QuaSiModO ist die Erforschung
quantenresistenter Kryptografie im Einsatz von Virtual
Private Networks (VPN), insbesondere auf der
Sicherungs- und Vermittlungsschicht des ISO-OSI-
Referenzmodells. Im Vordergrund stehen dabei die
Machbarkeit, Skalierbarkeit, Effizienz und Sicherheit der
zu entwickelnden Lösungen. Die Lehr- und
Forschungseinheit für Systemprogrammierung und
Netzmanagement der LMU legt in jeder Phase des
Projekts die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen:
Aus dem Forschungsfeld der Post-Quanten-Kryptografie
steht eine Reihe von kryptografischen Primitiven und
konkreten Verfahren zu Verfügung, jedoch sind diese
nicht ohne Weiteres für die Netzsicherheit nutzbar.
Deshalb beschäftigt sich die LMU in der ersten
Projekthälfte mit der Konzeption der für verschiedene
Klassen bzw. Instanziierungen notwendigen
Protokollanpassungen. Dazu ist eine sorgfältige Analyse
der Primitive und Protokolle erforderlich. Die beiden
Protokollfamilien MACsec und IPsec sind schon lange
etabliert und damit konservativ gewählt, ihre Sicherheit
wurde bisher allerdings nur teilweise mit modernen
Techniken aus der Kryptografie untersucht. Deshalb
bedürfen die Anpassungen besonderer Sorgfalt und
müssen mit entsprechenden Sicherheitsmodellen
untermauert werden. In der zweiten Projekthälfte beteiligt
sich die LMU mit den gewonnenen Erkenntnissen und
entwickelten Konzepten an der praktischen Untersuchung
der entwickelten Lösungen. Auch hier liegt wieder der
Fokus auf der Entwicklung von möglichst
schichtenübergreifenden Abstraktionen der
Angriffsmodelle, um (Teil-)Ergebnisse möglicherweise
auf andere Protokollfamilien übertragen zu können.
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung
eingetragener
Verein
01.09.
2019
31.08.
2022
452.800 Verbundprojekt:
Quanten-Sichere VPN-
Module und -
Operationsmodi -
QuaSiModO - ;
Teilvorhaben:
Kryptanalyse und
Angriffe
QuaSiModO beschäftigt sich mit der Untersuchung und
Umsetzung einer quantensicheren VPN-Lösung auf den
OSI Schichten 2 und 3. Insbesondere wird das im Kontext
von MACsec spezifizierte Schlüsselaustauschprotokoll
MKA sowie PACE und das bei IPsec verwendete
Protokoll IKEv2 im Post-Quanten Kontext betrachtet. Als
Teil des Projekts werden verschiedene Angriffe auf die
gewählten kryptographischen Primitive und Protokolle
bzw. deren Implementierungen ausgeführt, um eine
entwicklungsunabhängige Sicherheitsanalyse zu
ermöglichen. Diese soll neben algorithmischen, also
konzeptionellen Aspekten auch die Untersuchung der
Verfahren in Hinblick auf die Sicherheit der
Implementierung umfassen, da letztere eine große
Bedeutung für den praktischen Einsatz haben, jedoch
bezüglich Post-Quanten Verfahren bisher unzureichend
erforscht wurden.
‒ 149 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V.
01.10.
2019
31.12.
2020
1.652.637 Verbundprojekt:
Quantentechnologien
für sichere Netzwerke
und Kommunikation -
QuNET -;
Teilvorhaben:
Holistisches
Systemdesign und
QKD-Demonstratoren
mit kontinuierlichen
Variablen in
heterogenen
Netzwerken
Im Rahmen des vorliegenden Teilvorhabens beschäftigt
sich das MPL erstens mit der Umsetzung des holistischen
Systemansatzes für ein heterogenes System für
Verschlüsselung mittels Quantenschlüsselaustausch.
Dabei werden sicherheitskritische Eigenschaften des
gesamten Systems, bestehend aus mehreren Systemen
verschiedener Partner, bereits zu Beginn des
Gesamtvorhabens mit Hilfe von Zuarbeiten der
Projektpartner identifiziert, fortlaufend überwacht und
Teilaspekte praktisch untersucht. Diese Untersuchungen
sollen unterstützt werden durch offene Diskussionen in
Workshops, an denen neben den Projektpartnern weitere
Experten aus Wissenschaft, Industrie und Behörden
teilnehmen, und der Einbringung von neuesten
Entwicklungen bezüglich Standardisierung und
Zertifizierung von Systemen für
Quantenschlüsselaustausch. Außerdem wird hier eine
mittels Quantenschlüssel abgesicherte
Kommunikationssequenz (z. B. Videokonferenz)
praktisch implementiert. Des Weiteren werden in diesem
Teilvorhaben zwei Systeme für die Demonstration von
Quantenschlüsselaustausch unter realistischen
Bedingungen implementiert. Dabei liegt ein Augenmerk
auf der Heterogenität der Systeme, sodass wahlweise
unterschiedliche optische Übertragungskanäle, wie
Freistrahlverbindungen oder Glasfaserverbindungen, mit
verschiedenen optischen Wellenlängen genutzt werden
können. Das erste System setzt den
Quantenschlüsselaustausch mittels Phasenraumkodierung
und Detektion von kontinuierlichen Variablen um,
während das zweite System auf Polarisationskodierung
und der Detektion von kontinuierlichen Variablen basiert.
Das Teilvorhaben wird unter dem Aspekt durchgeführt,
dass eine große Anschlussfähigkeit für folgende
Projektphasen gewährleistet ist. Während die beiden
QKD-Demonstratoren als Knotenpunkte für ein
Mehrbenutzer Quantenkommunikationsnetz dienen
können, ist der holistische Systemansatz richtungsweisend
für die Systemarchitektur und –struktur eines
aufzubauenden sicheren Quantenkommunikationsnetzes.
‒ 150 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung
eingetragener
Verein
01.10.
2019
31.12.
2020
8.829.276 Verbundprojekt:
Quantentechnologien
für sichere Netzwerke
und Kommunikation -
QuNET-; Teilvorhaben:
Infrastruktur,
Technologie und
Demonstration von
freistrahl- und
faserbasierter
Quantenschlüsselverteil
ung mit Fokus auf
Fasernetze und mobiler
Open Science
Plattformen
Als Teil der Demonstration einer Kommunikation durch
Quantentechnologien im Gesamtvorhaben soll in den
beiden Teilvorhaben des HHI und des IOF je ein
Quantenkanal und die skalierbare Demonstration eines in
Zukunft heterogenen und hybriden Gesamtsystems
erreicht werden. Im Teilvorhaben des HHI ist die
Demonstration von QKD über eine verlegte
Glasfaserverbindung, der Aufbau eines echtzeitfähigen
QKD-Systems basierend auf diskreten Variablen (DV)
und die übergreifende Bereitstellung der klassischen
Kanäle geplant. Hierbei gehen insbesondere die
angestrebte Koexistenz von mehreren unterschiedlich
kodierten QKD-Signalen auf der Faser sowie der
angestrebte Einsatz integriert-optischer Komponenten
über den Stand der Technik hinaus. Im Teilvorhaben des
IOF werden QKD-Verfahren auf Basis kontinuierlicher
und diskreter Variablen in terrestrischen
Freistrahlstrecken experimentell untersucht und
demonstriert. Hierzu soll erstmalig eine vielfältig
einsetzbare, offene, mobile Open-Science-Plattform
(QuBus) entwickelt werden.
Deutsches
Zentrum für
Luft- und
Raumfahrt e.V.
01.10.
2019
31.12.
2020
2.309.048 Verbundprojekt:
Quantentechnologien
für sichere Netzwerke
und Kommunikation -
QuNET -;
Teilvorhaben: QuSat I:
Experimentelle
Untersuchung der
Quantenschlüsselverteil
ung mittels
Satellitenkommunikatio
nstechnik im
Telekommunikationsba
nd
In dem hier vorgeschlagenen Projekt sollen Verfahren der
Quantenschlüsselverteilung auf Basis kontinuierlicher und
diskreter Variablen in einer Freistrahlstrecke
experimentell untersucht und demonstriert werden. Dazu
ist das Senden der Quantenzustände, implementiert in
photonischen Freiheitsgraden, notwendig. Eine hohe
Koppeleffizienz zwischen Sender und Empfänger ist hier
ebenso wichtig wie die Erhaltung des Quantenzustands in
den verschiedenen Schnittstellen und Subsystemen.
Hinsichtlich der Verwendung der Ergebnisse für die
Entwicklung einer Satelliten-Boden-
Quantenkommunikation wird dieses Experiment
"Freistrahlbasierte Quantenschlüsselverteilung im
Telekom-Band" Satellitensystemtechnik verwendet
werden wo möglich. Die Ausgangsbasis für Sende- und
Empfangseinheit sind das OSIRISv3-Terminal sowie die
THRUST-Bodenstation des DLR. Durch Modifikation der
Schnittstellen, Anpassung der Optik und der
Strahlsteuerung werden diese beiden Systeme
entsprechend der Anforderungen weiterentwickelt.
Wichtigste übergeordnete Metrik ist hierbei die
Koppeleffizienz zwischen Alice und Bob, um eine
möglichst hohe Schlüsselrate zu erreichen. Die
technischen und wissenschaftlichen Ziele sind die
Folgenden: (1) Durchführung eines Freistrahlexperiments
zur Untersuchung verschiedener Verfahren zur
Quantenschlüsselverteilung im Telekom-Band. Das DLR
übernimmt hierbei die Experimentleitung sowie die
Entwicklung des Systemdesigns des Experiments und den
Aufbau und Modifikation eines Empfangssegments als
Schnittstelle zum Quantenempfänger. (2) Analyse des
Kanalverhaltens und Einfluss des Kanals auf die
Schlüsselrate einschließlich der statistischen
Beschreibung des Kanalzustands und des Vergleichs mit
Koppeleffizienz und Schlüsselrate und einer Verifikation
des Linkbudget. (3) Ableitung von Designempfehlungen
für ein Satellitensystem hinsichtlich Integration in ein
‒ 151 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
heterogenes Quantennetzwerk und Kompatibilität zu
aktuellen und zukünftigen QKD-Protokollen und QZ-
Übertragungsverfahren.
‒ 152 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Fraunhofer-
Gesellschaft
zur Förderung
der
angewandten
Forschung
eingetragener
Verein
01.11.
2019
31.10.
2022
451.900 Verbundprojekt:
Kryptobibliothek Botan
für langlebige
Sicherheit - KBLS - ;
Teilvorhaben:
Benutzbarkeit,
Konzeption und
Standardisierung
Ziel dieses Vorhabens ist es, die Kryptobibliothek Botan
so zu erweitern und zu verbessern, dass Entwicklerinnen
und Entwickler auf Basis der von der Bibliothek zur
Verfügung gestellten Funktionen Lösungen entwickeln
können, die langlebige Sicherheit umsetzen. Hierzu
gehören neben der Aufnahme quantencomputerresistenter
Kryptoalgorithmen auch die Unterstützung des
Schlüsselmanagements, die Beachtung des Themas
Kryptoagilität und vor allem die einfache Benutzbarkeit
der Bibliothek. Ziel des Teilvorhabens ist es, die
erfolgreiche Umsetzung des Aspekts der Benutzbarkeit im
Gesamtvorhaben sicher zu stellen. Dies bedeutet, dass
sowohl vorhandene Verfahren als auch neu zu
integrierende Post-Quanten-Verfahren derart in die
Kryptobibliothek eingebunden sind (z. B. durch
benutzbares Schnittstellendesign), dass auch Entwickler,
die nicht aus dem Umfeld der IT-Sicherheit stammen,
Kryptographie richtig und sicher einsetzen können. Zu
einem korrekten Einsatz gehört ebenfalls ein sicheres
Schlüsselmanagement. Des Weiteren sollen die
implementierten Verfahren durch entsprechende
Gegenmaßnahmen sicher gegenüber zeitbasierten
Seitenkanalangriffen sein.
Technische
Universität
Berlin
01.11.
2019
31.10.
2022
316.470 Verbundprojekt:
Kryptobibliothek Botan
für langlebige
Sicherheit - KBLS - ;
Teilvorhaben:
Kryptoagilität,
Seitenkanal- und
Fehlerangriffe, Tests
und Standardisierung
Ziel dieses Vorhabens ist es, die Kryptobibliothek Botan
so zu erweitern und zu verbessern, dass Entwicklerinnen
und Entwickler auf Basis der von der Bibliothek zur
Verfügung gestellten Funktionen Lösungen entwickeln
können, die langlebige Sicherheit umsetzen. Hierzu
gehören neben der Aufnahme quantencomputerresistenter
Kryptoalgorithmen auch die Unterstützung des
Schlüsselmanagements, die Beachtung des Themas
Kryptoagilität und vor allem die einfache Benutzbarkeit
der Bibliothek. Der Lehrstuhl Security in
Telecommunications der TU Berlin übernimmt im
Vorhaben die Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung
der Implementierung von Post-Quantum-Algorithmen in
der Botan Kryptobibliothek. Dazu zählen insbesondere
die Auswahl von Algorithmen und Parametern, die
Unterstützung bei der Entwicklung der Implementierung
sowie die Qualitätssicherung.
‒ 153 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
neXenio GmbH 01.11.
2019
31.10.
2022
254.757 Verbundprojekt:
Kryptobibliothek Botan
für langlebige
Sicherheit - KBLS - ;
Teilvorhaben:
Kryptoagilität,
Implementierung und
quantencomputerresiste
nte Updateverfahren
Ziel dieses Vorhabens ist es, die Kryptobibliothek Botan
so zu erweitern und zu verbessern, dass Entwicklerinnen
und Entwickler die in ihren Lösungen Botan nutzen, sich
auf langlebige Sicherheit verlassen können. Hierzu
gehören neben der Aufnahme quantencomputerresistenter
Kryptoalgorithmen auch die Unterstützung des
Schlüsselmanagements, die Beachtung des Themas
Kryptoagilität und vor allem die einfache Benutzbarkeit
der Bibliothek. Im Teilvorhaben sollen die
Anforderungen an die Kryptobibliothek hinsichtlich
Kryptoagilität aufgenommen und analysiert werden. Des
Weiteren ist die Implementierung des
Schlüsselmanagements für Postquantum-Verfahren und
hybride Verfahren zu entwickeln, diese in die Bibliothek
Botan zu integrieren und iterativ die Ergebnisse der
sicherheitstechnischen Tests einzuarbeiten. Um die
Anwendbarkeit der implementierten Verfahren
nachzuweisen, wird die gemeinsame Entwicklung anhand
eines Demonstrators evaluiert.
WIBU-
SYSTEMS
Aktiengesellsc
haft
01.11.
2019
31.10.
2022
641.366 Verbundprojekt: PQC
Technologien für den
Datenschutz in der
medizinischen
Versorgung in
Deutschland -
PQC4MED - ;
Teilvorhaben:
Zukunftssicherer IP-
Schutz durch
updatefähige
Schutzinfrastruktur
Für eingebettete Systeme mit Anwendungen für kritische
Infrastrukturen ist die langfristig verfügbare
Informationssicherheit ein zentrales Entwicklungsziel.
Die heute zu planende Langlebigkeit von Geräten in
derartigen Infrastrukturen erfordert, dass möglichst früh
bei der Entwicklung neuer Gerätegenerationen ein
"langzeitsicheres Security-by-Design" vorzusehen ist.
Dies ist die Antwort auf eine neue Bedrohungslage, die
durch zukünftige Leistungsfähigkeit des Quanten-
Computing (QC) entstehen wird. In vielen Fällen bedeutet
dies, eingebettete Systeme mit Hardware-Ressourcen
auszustatten, die zur Integration neuer kryptografischer
Verfahren vorbereitet sind. Ein updatefähiges Secure
Element (SE) muss der integrale Bestandteil eines
Embedded Systems sein und bildet die Grundlage für die
langfristige Gewährleistung von Quantencomputer (QC)-
resistenten Verfahren. Das SE ist somit ein
Vertrauensanker, der "Kryptoagilität" ermöglicht. Die
Medizintechnik ist ein Marktsegment, welches stark vom
Einsatz von Embedded Systems geprägt ist und welches
gleichzeitig hohe rechtliche Anforderungen an die
Vertrauenswürdigkeit und Integrität von
personenbezogenen Daten bezüglich Verarbeitung,
Übertragung und Speicherung stellt. Primäres Ziel dieses
Vorhabens ist somit die Entwicklung einer Update-
Plattform und updatefähiger Secure Elements für
Embedded Systems in der Medizintechnikbranche, um so
die Grundlage für den Einsatz von zukünftigen QC-
resistenten Algorithmen zu schaffen.
‒ 154 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Infineon
Technologies
AG
01.11.
2019
31.10.
2022
634.368 Verbundprojekt: PQC
Technologien für den
Datenschutz in der
medizinischen
Versorgung in
Deutschland -
PQC4MED - ;
Teilvorhaben:
Entwicklung und
Demonstration
Quanten-
Computerresidenter Verfahren
Für eingebettete Systeme mit Anwendungen für kritische
Infrastrukturen wie die Gesundheitsversorgung in
Deutschland ist die langfristig verfügbare
Informationssicherheit ein zentrales Entwicklungsziel von
Infineon für künftige Produktgenerationen. Die heute zu
planende Langlebigkeit von Geräten in derartigen
Infrastrukturen erfordert, dass möglichst früh bei der
Entwicklung neuer Gerätegenerationen ein
"langzeitsicheres Security-by-Design" vorzusehen ist.
Infineon möchte mit PQC4MED die Antwort auf eine
neue Bedrohungslage entwickeln, die durch zukünftige
Leistungsfähigkeit von Quanten-Computer (QC)
entstehen wird. In vielen Fällen bedeutet dies,
eingebettete Systeme mit Hardware-Ressourcen
auszustatten, die zur Integration neuer kryptografischer
Verfahren vorbereitet sind. Ein updatefähiges Secure
Element (SE) muss der integrale Bestandteil eines
Embedded Systems sein und bildet die Grundlage für die
langfristige Gewährleistung von QC resistenten
Verfahren. Das SE ist somit ein Vertrauensanker der
"Kryptoagilität" ermöglicht. Die Medizintechnik und die
damit verbundenen mobilen und stationären Analyse- und
Versorgungsgeräte ist ein Marktsegment, welches stark
vom Einsatz von Embedded Systems geprägt ist und
welches gleichzeitig hohe rechtliche Anforderungen an
die Vertrauenswürdigkeit und Integrität von
personenbezogenen Daten bezüglich Verarbeitung,
Übertragung und Speicherung stellt. Primäres Ziel von
Infineon in diesem Vorhaben ist somit die Entwicklung
einer Update-Plattform, bestehend aus einem
updatefähigen Secure Elements für Embedded Systems
und die Bereitstellung von geeigneten PQC-Algorithmen
in der Medizintechnikbranche, Nach Abschluss des
Projektes wird Infineon SE mit PQC-Funktionalität zu
marktfähigen Produkten weiterentwickeln, qualifizieren
und ggfs. zertifizieren, um diese anschließend als "Plug &
Trust" Module am Markt für Gerätehersteller anzubieten.
‒ 155 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
MACIO GmbH 01.11.
2019
31.10.
2022
379.104 Verbundprojekt: PQC
Technologien für den
Datenschutz in der
medizinischen
Versorgung in
Deutschland -
PQC4MED - :
Teilvorhaben:
Implementierung von
Protectoren für PQC-
Schutzanwendungen,
automatisierte S/W-
Updates und
Demonstratoren
Für eingebettete Systeme mit Anwendungen für kritische
Infrastrukturen ist die langfristig verfügbare
Informationssicherheit ein zentrales Entwicklungsziel.
Die heute zu planende Langlebigkeit von Geräten in
derartigen Infrastrukturen erfordert, dass möglichst früh
bei der Entwicklung neuer Gerätegenerationen ein
"langzeitsicheres Security-by-Design" vorzusehen ist.
Dies ist die Antwort auf eine neue Bedrohungslage, die
durch zukünftige Leistungsfähigkeit des Quanten-
Computing (QC) entstehen wird. In vielen Fällen bedeutet
dies, eingebettete Systeme mit Hardware-Ressourcen
auszustatten, die zur Integration neuer kryptografischer
Verfahren vorbereitet sind. Ein updatefähiges Secure
Element (SE) muss der integrale Bestandteil eines
Embedded Systems sein und bildet die Grundlage für die
langfristige Gewährleistung von QC-resistenten
Verfahren. Das SE ist somit der Vertrauensanker, der
"Krypto-Agilität" ermöglicht. Die Medizintechnik ist ein
Marktsegment, welches stark von dem Einsatz von
Embedded Systems geprägt ist und welches gleichzeitig
hohe rechtliche Anforderungen gemäß
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an die
Vertrauenswürdigkeit, Langzeitsicherheit und Integrität
von personenbezogenen Daten bezüglich Verarbeitung,
Übertragung und Speicherung stellt. Primäres Ziel dieses
Vorhabens ist somit die Entwicklung einer Update-
Plattform und updatefähigen Secure Elements für
Embedded Systems in der Medizintechnikbranche, um so
die Grundlage für den Einsatz von zukünftigen QC-
resistenten Algorithmen zu schaffen. Als Hersteller von
modularen Software-Bibliotheken und innovativen,
objektorientierten Bedieneroberflächen unterstützt
MACIO das Projekt durch die Implementierung von
Protectoren für PQC-Schutzanwendungen, automatisierte
Software-Updates und Demonstratoren. MACIO bringt
insbesondere die Expertise im Bereich User Experience
Design mit ein, um nachhaltige, einfach nutzbare
Bedienszenarien zu entwerfen.
‒ 156 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Karlsruher
Institut für
Technologie
(KIT)
01.11.
2019
31.10.
2022
273.216 Verbundprojekt: PQC
Technologien für den
Datenschutz in der
medizinischen
Versorgung in
Deutschland -
PQC4MED - ;
Teilvorhaben:
Sicherheitsmodelle und
kryptographische
Funktionalitäten für
PQC Technologien
Für eingebettete Systeme mit Anwendungen für kritische
Infrastrukturen ist die langfristig verfügbare
Informationssicherheit ein zentrales Entwicklungsziel.
Die heute zu planende Langlebigkeit von Geräten in
derartigen Infrastrukturen erfordert, dass möglichst früh
bei der Entwicklung neuer Geräte-Generationen ein
"langzeitsicheres Security-by-Design" vorzusehen ist.
Dies ist die Antwort auf eine neue Bedrohungslage, die
durch zukünftige Leistungsfähigkeit des Quanten-
Computing (QC) entstehen wird. In vielen Fällen bedeutet
dies, eingebettete Systeme mit Hardware-Ressourcen
auszustatten, die zur Integration neuer kryptografischer
Verfahren vorbereitet sind. Ein updatefähiges Secure
Element (SE) muss der integrale Bestandteil eines
Embedded Systems sein und bildet die Grundlage für die
langfristige Gewährleistung von QC-resistenten
Verfahren. Das SE ist somit der Vertrauensanker, der
"Krypto-Agilität" ermöglicht. Die Medizintechnik ist ein
Marktsegment, welches stark von dem Einsatz von
Embedded Systems geprägt ist und welches gleichzeitig
hohe rechtliche Anforderungen gemäß
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an die
Vertrauenswürdigkeit, Langzeitsicherheit und Integrität
von personenbezogenen Daten bezüglich Verarbeitung,
Übertragung und Speicherung stellt. Primäres Ziel dieses
Vorhabens ist somit die Entwicklung einer Update-
Plattform und updatefähigen Secure Elements für
Embedded Systems in der Medizintechnikbranche, um so
die Grundlage für den Einsatz von zukünftigen QC-
resistenten Algorithmen zu schaffen. Das KIT wird sich
dabei im Bereich der beweisbaren Sicherheit einbringen.
Ohne geeignete formale Modelle können keine
wissenschaftlich fundierten Aussagen über die Sicherheit
der erarbeiteten Lösung getätigt werden. Wird die
Sicherheit nicht von Anfang an bei der Entwicklung
systematisch mitbetrachtet, so führt dies häufig zu
Sicherheitsproblemen, wie beispielsweise beim EMV-
Framework für Bezahlprotokolle deutlich wurde.
‒ 157 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Deutsches
Forschungszent
rum für
Künstliche
Intelligenz
GmbH
01.11.
2019
31.10.
2022
685.615 Verbundprojekt: PQC
Technologien für den
Datenschutz in der
medizinischen
Versorgung in
Deutschland -
PQC4MED - ;
Teilvorhaben:
Entwicklung und
Evaluation kryptoagiler
und
seitenkanalresistenter
Hardware-Module für
PQC-Verfahren
Für eingebettete Systeme mit Anwendungen für kritische
Infrastrukturen ist die langfristig verfügbare
Informationssicherheit ein zentrales Entwicklungsziel.
Die heute zu planende Langlebigkeit von Geräten in
derartigen Infrastrukturen erfordert, dass möglichst früh
bei der Entwicklung neuer Gerätegenerationen ein
"langzeitsicheres Security-by-Design" vorzusehen ist.
Dies ist die Antwort auf eine neue Bedrohungslage, die
durch zukünftige Leistungsfähigkeit des Quanten-
Computing (QC) entstehen wird. In vielen Fällen bedeutet
dies, eingebettete Systeme mit Hardware-Ressourcen
auszustatten, die zur Integration neuer kryptografischer
Verfahren vorbereitet sind. Ein updatefähiges Secure
Element (SE) muss der integrale Bestandteil eines
Embedded Systems sein und bildet die Grundlage für die
langfristige Gewährleistung von QC-resistenten
Verfahren. Das SE ist somit der Vertrauensanker, der
"Krypto-Agilität" ermöglicht. Die Medizintechnik ist ein
Marktsegment, welches stark von dem Einsatz von
Embedded Systems geprägt ist und welches gleichzeitig
hohe rechtliche Anforderungen gemäß
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an die
Vertrauenswürdigkeit, Langzeitsicherheit und Integrität
von personenbezogenen Daten bezüglich Verarbeitung,
Übertragung und Speicherung stellt. Primäres Ziel dieses
Vorhabens ist somit die Entwicklung einer Update-
Plattform und updatefähigen Secure Elements für
Embedded Systems in der Medizintechnikbranche, um so
die Grundlage für den Einsatz von zukünftigen QC-
resistenten Algorithmen zu schaffen. Das DFKI
entwickelt mit seinem Teilvorhaben Konzepte, Verfahren
und Hardwaremodule sowie ergänzende
Softwarebausteine, welche dabei helfen, die
Updatefähigkeit von Secure Elements auch im Zeitalter
von Quantencomputern langzeitsicher zu erhalten.
‒ 158 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Universität zu
Lübeck
01.11.
2019
31.10.
2022
544.848 Verbundprojekt: PQC
Technologien für den
Datenschutz in der
medizinischen
Versorgung in
Deutschland -
PQC4MED - ;
Teilvorhaben: Effiziente
und sichere Umsetzung
QC-resistenter
Verfahren für
eingebettete
medizinorientierte
Systeme
Die Universität zu Lübeck übernimmt im Projekt die
Analyse und Verifikation der Post-Quantum-Verfahren
von der Konzeptebene bis hin zur Implementierung. Die
Arbeiten werden in enger Kooperation mit
Industriepartnern und akademischen Partnern
durchgeführt. Die Uni zu Lübeck fokussiert sich auf
softwareorientierte Implementierung sowie die
Seitenkanaleigenschaften in Software. Ziel ist die
praktische Realisierung QC-resistenter Verfahren für
Embedded Systeme in zwei Anwendungsszenarien: für
High-End Secure Elements (SE) sowie für Low-End SEs
mit begrenzten Hardware Ressourcen. Für beide
Szenarien wird jeweils ein Demonstrator für medizinische
Anwendungen erstellt. Die Untersuchung der QC-
resistenten Verfahren beginnt bereits auf der
Konzeptebene. Einige Verfahren haben vorteilhafte
Eigenschaften aus Seitenkanalsicht, da ihre Struktur
bereits eine Vielzahl von Angriffen erschwert oder
unmöglich macht. In der nachfolgenden
Implementierbarkeitsanalyse werden ausgewählte PQC-
Verfahren in Software, mit und ohne domänenspezifische
HW-Beschleuniger sicher umgesetzt und die Performance
und Sicherheitseigenschaften in Bezug auf die
Anwendung in updatefähigen SEs evaluiert. Für die
Umsetzung der Migrationsfähigkeit und der Krypto-
Agilität ist die Überprüfung von Software- und Firmware-
Komponenten im Konzept der Gesamtlösung notwendig.
Die Uni zu Lübeck setzt auf die Entwicklung von Tools,
die zur automatisierten Sicherheitsanalyse eingesetzt
werden können. Hierdurch kann auch später im Projekt
auf die dynamische Weiterentwicklung der Verfahren in
der PQC-Forschung reagiert werden. Die Verifikation der
Seitenkanaleigenschaften wird unter anderem durch
automatisierte Analyse von Quelltexten oder
Binärimplementierungen der Software und
Firmwarekomponenten durchgeführt. Hierbei werden die
sich aus den zwei Anwendungsszenarien ergebenden
Systemeigenschaften berücksichtigt, um auch den Schutz
vor Angriffen auf Systemebene zu ermöglichen.
‒ 159 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
SCHÖLLY
FIBEROPTIC
GMBH
01.11.
2019
31.10.
2022
310.476 Verbundprojekt: PQC
Technologien für den
Datenschutz in der
medizinischen
Versorgung in
Deutschland -
PQC4MED - ;
Teilvorhaben:
Entwicklung einer
sicheren
Kameraplattform für
medizinische
Visualisierungssysteme
1. Medizinische Visualisierungssysteme nehmen eine
zentrale Stellung in medizinischen Anwendungen ein, da
sie im Fokus der handelnden Personen stehen und ein
direktes Interface zu den handelnden Personen besitzen.
Darüber hinaus werden medizinische
Visualisierungssysteme zunehmend mit weiteren
Systemen vernetzt, die auch personenbezogene Daten
liefern. Die zunehmende Vernetzung und die
zunehmenden regulatorischen Anforderungen stellen
somit hohe Ansprüche an die Vertrauenswürdigkeit, die
Langzeitsicherheit und die Integrität von Daten und
medizinischen Systemen. Ziel der Fa. SCHÖLLY ist es
gemeinsam mit den Projektpartnern tragfähige und
zukunftssichere Konzepte zu erarbeiten, die im Bereich
der Medizintechnik angewendet werden können. 2. Zu
Beginn der Arbeiten werden die Use-Cases zum Updaten
der Kryptographie für medizinische
Visualisierungssysteme definiert. Es werden
Demonstratoren für medizinische Visualisierungssysteme
aufgebaut. Die von den Projektpartnern zu erarbeitenden
Konzepte zum Updaten der Kryptographie werden dann
auf diesen Demonstratoren implementiert. Es werden
Sicherheitskonzepte für medizinische
Visualisierungssysteme erarbeitet und umgesetzt. Die
umgesetzten Konzepte werden getestet.
‒ 160 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
KSB SE & Co.
KGaA
01.11.
2019
31.10.
2022
441.046 Verbundprojekt:
Sicherung von
hydraulischen Anlagen
in kritischen
Infrastrukturen durch
Quantencomputerresistente
kryptografische
Verfahren - SIKRIN-
KRYPTOV - ;
Teilvorhaben:
Hardware-Entwicklung,
Implementierung und
Test
Das Internet der Dinge (IoT) verändert disruptiv die
Arbeitswelt. Vernetzung von Maschinen sowie die
Verfügbarkeit von Sensordaten in Clouds erschließen
neue Geschäftsmodelle und Optimierungsprozesse, z. B.
bzgl. Auslastung und Verfügbarkeit. Neben diesen
Vorteilen birgt die Kommunikation und Vernetzung auch
große Gefahren, v.a. was sicherheitskritische
Infrastrukturen angeht. Hydraulische Systeme (d.h.
Pumpen inkl. ihrer elektrischen Antriebe und
elektronischen Regelungssysteme) gehören in vielen
Anwendungsgebieten zu diesen sicherheitskritischen
Infrastrukturen. Für KSB als einer der weltweit größten
Pumpenhersteller ist es deshalb von zentraler Bedeutung,
ein entsprechendes Sicherheitskonzept für Pumpen in
sicherheitskritischen Infrastrukturen zu haben. Zentraler
Teil eines solchen Sicherheitskonzeptes stellt die
Kryptografie dar. Es ist deshalb für KSB äußert wichtig,
sich im Rahmen von Sicherheitskonzepten intensiv mit
dem Thema Kryptografie zu befassen und dazu proaktiv
Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere für den Fall, dass
in der Zukunft leistungsfähige Quantencomputer für
mögliche Angriffe zur Verfügung stehen. Ziel dieses
Projekts ist es, Signatur- und Verschlüsselungsverfahren
zu untersuchen, welche sowohl robust gegenüber
Quantencomputern sind, als auch effizient in "Embedded
Hardware" und damit in Pumpenregelungssystemen
integriert werden können. In dem Vorhaben steht also
nicht primär die Entwicklung neuer Post-
Quantenkryptografischer Verfahren und Algorithmen im
Vordergrund, sondern gemäß dem Themenpunkt
"Effiziente sichere Soft- und Hardware für
Quantencomputer-resistente Verfahren" des BMBF-
Programms "Post-Quanten-Kryptografie" vielmehr deren
anwendungsorientierte Hardware-Entwicklung, deren
effiziente und sichere Implementierung sowie Tests bzgl.
Angriffen von außen. Die Effizienz des entwickelten
Systems soll von KSB an konkreten Use-Cases anhand
von hydraulischen Systemen in verschiedenen
sicherheitskritischen Infrastrukturen aufgezeigt werden.
‒ 161 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Technische
Universität
Kaiserslautern
01.11.
2019
31.10.
2022
667.452 Verbundprojekt:
Sicherung von
hydraulischen Anlagen
in kritischen
Infrastrukturen durch
Quantencomputerresistente
kryptographische
Verfahren - SIKRIN-
KRYPTOV - ;
Teilvorhaben:
Algorithmen Auswahl
und Implementierung
auf Zielplattformen
Das Internet der Dinge (IoT) verändert disruptiv unsere
Arbeitswelt. Die Vernetzung von Maschinen sowie die
Verfügbarkeit von Sensordaten in der Cloud erschließen
neue Geschäftsmodelle und Optimierungsprozesse, z. B.
bezüglich Auslastung und Verfügbarkeit. Neben all
diesen Vorteilen birgt die Kommunikation und
Vernetzung auch große Gefahren, insbesondere was
sicherheitskritische Infrastrukturen angeht. Hydraulische
Systeme (d.h. Pumpen inkl. ihrer elektrischen Antriebe
und elektronischen Regelungssysteme) gehören in vielen
Anwendungsgebieten zu diesen sicherheitskritischen
Infrastrukturen, weshalb hier ein entsprechendes
Sicherheitskonzept essentiell ist. Gerade für den Fall, dass
in der Zukunft leistungsfähige Quantencomputer zur
Verfügung stehen, ist es wichtig, post-quanten-sichere
Signatur- und Verschlüsselungsverfahren zu nutzen um
diese Infrastrukturen zu schützen. Die Rolle der TUK als
Hardware- und Implementierungsspezialisten liegt in
diesem Projekt vor allem in der Untersuchung und
Auswahl geeigneter Verfahren für den konkreten
Anwendungsfall, deren effizienter und sicherer
Implementierung auf unterschiedlichen Zielplattformen
und deren Härtung gegenüber Seitenkanal- und
Fehlerattacken. Zusätzlich werden die Verfahren
serverseitig integriert, wodurch schließlich eine
vollständige post-quanten-sichere Ende-zu-Ende-
Verschlüsselung gewährleistet werden kann.
‒ 162 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Technische
Universität
München
01.11.
2019
31.10.
2022
358.968 Verbundprojekt:
Sicherung von
hydraulischen Anlagen
in kritischen
Infrastrukturen durch
Quantencomputerresistente
kryptographische
Verfahren - SIKRIN-
KRYPTOV - ;
Teilvorhaben:
Seitenkanalsicherheit
Quantencomputerresistenter Verfahren
Das Internet der Dinge (IoT) verändert disruptiv unsere
Arbeitswelt. Die Vernetzung von Maschinen sowie die
Verfügbarkeit von Sensordaten in der Cloud erschließen
neue Geschäftsmodelle und Optimierungsprozesse, z. B.
bezüglich Auslastung und Verfügbarkeit. Neben all
diesen Vorteilen birgt die Kommunikation und
Vernetzung auch große Gefahren, insbesondere was
sicherheitskritische Infrastrukturen angeht. Hydraulische
Systeme (d. h. Pumpen inkl. ihrer elektrischen Antriebe
und elektronischen Regelungssysteme) gehören in vielen
Anwendungsgebieten zu diesen sicherheitskritischen
Infrastrukturen. Für KSB als einer der weltweit größten
Pumpenhersteller ist es deshalb von zentraler Bedeutung,
ein entsprechendes Sicherheitskonzept für Pumpen in
sicherheitskritischen Infrastrukturen zu haben. Zentraler
Teil eines solchen Sicherheitskonzeptes stellt die
Kryptografie dar. Ziel dieses Projekts ist es, Signatur- und
Verschlüsselungsverfahren zu untersuchen, welche
sowohl robust gegenüber Quantencomputern sind, als
auch effizient in "Embedded Hardware" und damit in
Pumpenregelungssystemen integriert werden können. Die
Technische Universität München (TUM) unterstützt die
Projektpartner bei der sicheren Implementierung dieser
neuen Quantencomputer-resistenten Signatur- bzw.
Verschlüsselungsverfahren. Dabei liegt der Fokus auf der
Absicherung gegen Seitenkanal- und Fehlerattacken.
Diese Angriffe erlauben es, durch die Beobachtung des
Stromverbrauchs der ausführenden Hardware bzw. durch
systematisches Herbeiführen von fehlerhaften
Berechnungen, Informationen über verarbeitete Daten zu
erhalten und erlauben somit eine Extraktion der
verwendeten kryptografischen Schlüssel. Die Effektivität
dieser Angriffe wird auf der Zielplattform evaluiert, um
die Implementierung durch geeignete Gegenmaßnahmen
abzusichern. Hierbei wird das jeweilige Verfahren sowie
dessen Integration in das Gesamtsystem betrachtet.
operational
services GmbH
& Co.KG
01.12.
2019
30.11.
2022
90.688 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben:
Koordination &
Steuerung des
Projektteams und
inhaltliche
Qualitätssicherung
sowie Standardisierung
Ziel dieses Vorhabens ist es, eine abwärtskompatible,
quantencomputerresistente PKI zu entwerfen. Dabei
werden sowohl Lösungen betrachtet, die auf hybriden
X.509 Zertifikaten basieren, als auch Lösungen, die den
Parallelbetrieb von konventionellen und Post-Quantum
PKIs ermöglichen. Die entworfenen Konzepte werden
von führenden Industriepartnern aus den Bereichen
Automotive, Industrie 4.0 und Finanzinfrastruktur in
Demonstratoren umgesetzt. Ziel der operational services
GmbH & Co. KG ist es, Lösungen beratend im Markt zu
etablieren bzw. entsprechende Migrationsprojekte
voranzutreiben.
‒ 163 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
TU Berlin 01.12.
2019
30.11.
2022
399.882 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben: Post-
Quantum PKI in real
life deployments
Ziel dieses Vorhabens ist es, eine abwärtskompatible,
quantencomputerresistente PKI zu entwerfen. Dabei
werden sowohl Lösungen betrachtet, die auf hybriden
X.509 Zertifikaten basieren, als auch Lösungen, die den
Parallelbetrieb von konventionellen und Post-Quantum
PKIs ermöglichen. Die entworfenen Konzepte werden
von führenden Industriepartnern aus den Bereichen
Automotive, Industrie 4.0 und Finanzinfrastruktur in
Demonstratoren umgesetzt. Der Lehrstuhl Security in
Telecommunications der TU Berlin übernimmt im
Vorhaben die Aufgabe der Auswahl von Post-Quantum-
Signaturkandidaten, der wissenschaftlichen Evaluation
von Sicherheitsaspekten aktueller Publikationen und der
Entwicklung von Schlüsselaustausch und
Schlüsseleinigungsverfahren welche klassische und
quantencomputerresistente Verfahren kombinieren.
Weiterhin wird sich die TUB bei der Spezifikation von
hybriden X.509 Zertifikaten sowie der
Bedrohungsanalyse der ausgewählten Verfahren
einbringen und Gegenmaßnahmen für Angriffe auf die
Implementierung der Verfahren entwickeln und
implementieren.
FhG 01.12.
2019
30.11.
2022
637.006 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben: Hybride
Zertifikate und
kryptographische
Verfahren für sichere
Post-Quantum-PKIs
Ziel des Vorhabens ist ein abwärtskompatibles Konzept
von digitalen Zertifikaten zu entwickeln, die klassische
Kryptografie mit quantencomputerresistenter
kombinieren. Dazu zählt auch das Einbeziehen von
Anforderungen, die ein Parallelbetrieb von klassischen
und PQ PKIs mit sich bringt. Zusätzlich zu hybriden
Zertifikaten werden ebenfalls hybride
Schlüsselaustauschverfahren entwickelt, um den
gesamten Anwendungszyklus von Zertifikaten im Post-
Quantum Umfeld abbilden zu können. Die
konzeptionellen Ergebnisse sollen weitmöglichst in die
Kryptobibliothek Botan integriert werden. Die Resultate
sollen in einer präzisen technischen Spezifikation erfasst
und möglichst im Rahmen eines RFC-Drafts diskutiert
und standardisiert werden.
‒ 164 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Robert Bosch
GmbH
01.12.
2019
30.11.
2022
236.472 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben:
Entwicklung einer
quantencomputerresiste
nten PKI für Industrie
4.0-Umgebungen
Ziel dieses Vorhabens ist es, eine abwärtskompatible,
quantencomputerresistente PKI zu entwerfen. Dabei
werden sowohl Lösungen betrachtet, die auf hybriden
X.509 Zertifikaten basieren, als auch Lösungen, die den
Parallelbetrieb von konventionellen und Post-Quantum
PKIs (PQ-PKI) ermöglichen. Die entworfenen Konzepte
werden von führenden Industriepartnern aus den
Bereichen Automotive, Industrie 4.0 und
Finanzinfrastruktur in Demonstratoren umgesetzt. In
Abgrenzung zu bekannten Ergebnissen soll dieses Projekt
den gesamten Lebenszyklus einer quantenresistenten PKI
inklusive des produktiven Einsatzes der Zertifikate
abdecken. Dabei sollen die oben genannten
Anwendungsgebiete betrachtet und der Einsatz einer PQ-
PKI in diesen untersucht werden. Zielsetzung der Robert
Bosch GmbH bei diesem Vorhaben ist, die
Anforderungen an die PQ-PKI aus dem Bereich Industrie
4.0 zu analysieren, die Ergebnisse der Analyse in die
Entwicklung einer quantencomputerresistenten PKI
einzubringen, sowie die entwickelten Konzepte an einem
Demonstrator zu erproben. Da sich die Einsatzszenarien
der PQ-PKI in Industrie 4.0 Anwendungen zum Teil stark
unterscheiden und die Ressourcenbeschränkung
bestimmter Geräte bei der Implementierung
berücksichtigt werden muss, werden sowohl Lösungen
basierend auf hybriden X.509 Zertifikaten betrachtet als
auch Konzepte, die den Parallelbetrieb von
konventionellen und PQ-PKIs ermöglichen. Die
entworfene quantencomputerresistente PKI wird in einem
Industrie 4.0 Demonstrator erprobt. In diesem
Demonstrator werden mithilfe der PQ-PKI neben den
notwendigen Erweiterungen standardisierter Protokolle
auch eine quantenresistente Over-the-Air Update
Methode konzipiert. Diese Konzepte werden unter
anderem hinsichtlich ihrer Abwärtskompatibilität
analysiert und evaluiert.
ESCRYPT
GmbH
01.12.
2019
30.11.
2022
257.872 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben: Post-
Quanten-Kryptografie,
abwärtskompatible
Post-Quantum-PKI
Ziel dieses Vorhabens ist es, eine abwärtskompatible,
quantencomputerresistente PKI zu entwerfen. Dabei
werden sowohl Lösungen betrachtet, die auf hybriden
X.509 Zertifikaten basieren, als auch Lösungen, die den
Parallelbetrieb von konventionellen und Post-Quantum-
PKIs ermöglichen. In ihrem Teilvorhaben wird die
ESCRYPT GmbH Arbeiten zu hybriden Verfahren mit
Fokus auf ressourcenbeschränkte Embedded Systems
durchführen. Hierzu werden klassische Verfahren
bereitgestellt und hybride Verfahren konzeptuell
entwickelt. ESCRYPT führt Risiko- und
Sicherheitsanalysen durch, untersucht mögliche
Seitenkanalangriffe und identifiziert Gegenmaßnahmen.
‒ 165 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Diebold
Nixdorf
Systems GmbH
01.12.
2019
30.11.
2022
223.656 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben:
Anforderungsanalyse,
Entwicklung und
Erprobung der PQ-PKI
in der
Finanzinfrastruktur
Ziel dieses Vorhabens ist es, eine abwärtskompatible und
Quantencomputer sichere Public-Key-Infrastruktur (PKI)
zu entwerfen, bei der die kryptografischen Verfahren
flexibel entsprechend der tatsächlichen und
angenommenen Bedrohungen eingesetzt und ausgetauscht
werden können. Dabei werden sowohl Lösungen
betrachtet, die auf neuartigen, hybriden X.509
Zertifikaten basieren, bei denen kryptografische
Algorithmen parallel in einer PKI verwendet werden, als
auch Lösungen, bei denen mehrere PKIs - mit
verschiedenen kryptografischen Algorithmen - parallel
betrieben werden. Ziel dieses Vorhabens auf Seite des
Anwendungspartners Diebold Nixdorf ist es, die
Anforderungen an die Post-Quantum PKI (PQ-PKI) aus
der Domäne der Finanzindustrie zu analysieren, die
Ergebnisse der Analyse in die Entwicklung einer
quantencomputerresistenten PKI und der entsprechenden
Migrationskonzepte einzubringen, sowie die entwickelten
Konzepte im Anwendungsbereich der Finanzinfrastruktur
zu erproben. Weiterhin werden zusammen mit den
Verbundpartnern die notwendigen
quantencomputerresistenten kryptographischen Verfahren
basierend auf den spezifizierten Anforderungen
ausgewählt und gegebenenfalls erweitert. Da sich die
Einsatzszenarien der PQ-PKI in der Finanzinfrastruktur
zum Teil stark unterscheiden, werden sowohl Lösungen
basierend auf hybriden X.509 Zertifikaten betrachtet als
auch Konzepte, die den Parallelbetrieb von
konventionellen und PQ-PKIs ermöglichen. Die
entworfene PKI und die Migrationskonzepte werden in
einem Finanzinfrastruktur-Demonstrator erprobt. In
diesem Demonstrator werden die notwendigen
Erweiterungen der standardisierten und der internen
Protokolle auf verschiedenen Ebenen der
Finanzinfrastruktur insbesondere im Hinblick auf die
Abwärtskompatibilität analysiert und evaluiert.
BMW AG 01.12.
2019
30.11.
2022
108.457 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben:
Integration and
Evaluation of a Post-
Quantum PKI into the
BMW Ecosystem
Ziel des Teilvorhabens ist die Anforderungsspezifikation
für eine abwärtskompatible, quantencomputerresistente
Public Key Infrastruktur (PKI). Dabei werden sowohl
Lösungen betrachtet, die auf hybriden X.509 Zertifikaten
basieren als auch auf Lösungen, die den Parallelbetrieb
von konventionellen und Post-Quantum PKIs
ermöglichen. Bei der Auswahl der hierfür benötigten
quantencomputersicheren kryptographischen Primitive
spezifiziert BMW insbesondere die harten
Einschränkungen der aktuellen und zukünftigen
elektrischen-elektronischen (E/E) Architekturen und ihrer
Use-Cases. Die von den Projektpartnern entworfenen und
implementierten Konzepte werden von BMW in einem
Demonstrator getestet und evaluiert. Basierend auf diesen
Ergebnissen soll ein Migrationsplan für die BMW-interne
Public Key Infrastruktur entwickelt werden.
‒ 166 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
D-Trust GmbH 01.12.
2019
30.11.
2022
381.293 Verbundprojekt: Full
Lifecycle Post-Quantum
PKI - FLOQI - ;
Teilvorhaben: Nutzung
agiler Kryptografie-
Algorithmen bei einem
Vertrauensdiensteanbiet
er nach eIDAS
Ziel dieses Vorhabens ist es, eine abwärtskompatible und
Quantencomputer sichere PKI für die D-Trust zu
entwerfen, bei der die kryptografischen Verfahren flexibel
entsprechend der tatsächlichen und angenommenen
Bedrohungen eingesetzt und ausgetauscht werden können.
Dabei werden sowohl Lösungen betrachtet, die auf
neuartigen, hybriden X.509 Zertifikaten basieren, bei
denen kryptografische Algorithmen parallel in einer PKI
verwendet werden, als auch Lösungen, bei denen mehrere
PKIs - mit verschiedenen kryptografischen Algorithmen -
parallel betrieben werden. Es wird untersucht, wie
verschiedene quantenresistente kryptografische
Algorithmen mit ihren besonderen Eigenschaften in die
verschiedenen PKI-Lösungen passen. Weiter werden die
spezifischen Anforderungen an die PKIs, die aus den
verschiedenen Geschäftsfeldern der Verbundpartner
erwachsen, wie Absicherung von Produktionsanlagen,
Finanznetzwerken, Fahrzeug-Kommunikation und
Hochsicherheitsanwendungen, berücksichtigt. Die
entworfenen Konzepte werden von führenden
Industriepartnern aus den Bereichen Automotive,
Industrie 4.0 und Finanzinfrastruktur in Demonstratoren
umgesetzt.
‒ 167 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Johannes
Gutenberg-
Universität
Mainz
01.02.
2020
31.01.
2023
288.210 Verbundprojekt:
Shortrange optical Quantum
Connections - ShoQC- ;
Teilvorhaben: Optische
Quantenverbindungen
in lokalen
Quantennetzwerken
Das Projekt untersucht Möglichkeiten heterogene
quantentechnologische Geräte wie zum Beispiel und
insbesondere Quantencomputer innerhalb eines lokalen
Gebiets (eines Zimmers, eines Gebäudes, mehrerer
Gebäude auf einem Campus, einer begrenzten
Nachbarschaft) optisch zu verbinden. Die
Quantenverbindungen müssen dabei ausreichend flexibel
sein, um verschiedene physikalische Hardware-
Plattformen zu verbinden und ein breites Spektrum von
Quantenzuständen zuverlässig zu übertragen. Im
Gegensatz zu den großen Distanzen (1000km und mehr),
die mittels üblicher zukünftiger Quantenrepeater
überbrückt werden, sind die relevanten Distanzen dieses
Projekts eher kurz: ein paar Meter bis zu ein paar Dutzend
Kilometer. Auch bei solch kurzen Distanzen kann sich die
Qualität fragiler nicht-klassischer Zustände schnell
verschlechtern. Insbesondere werden Fehler der
Zustandsübertragung wichtig, die nicht primär von
Transmissionsverlusten stammen, sondern durch
Instabilitäten aufgrund thermischen Rauschens oder
mechanischer Vibrationen in einem Gebäude verursacht
werden. Die zuverlässige und effiziente Verbindung von
Quantencomputern mittels eines breitbandigen lokalen
Netzwerkes erfordert ein hohes Maß an Fehlertoleranz,
sodass Methoden der Quantenfehlerkorrektur notwendig
sein können. In diesem Teilvorhaben werden zunächst die
fundamentalen Grenzen direkter Quantenverbindungen
erforscht, die ohne aktive Quantenfehlerkorrektur mittels
geeigneter quantenoptischer Modenkodierungen,
Zustände und Kanäle erreichbar sind. Als zweiter Schritt
wird die Möglichkeit verschränkungsbasierter Relays
bzw. Repeater betrachtet. Drittens sollen kanaladaptierte
Quantenfehlerkorrektur-Kodierungen einbezogen werden,
die typische Fehler in realistischen kurzen
Quantenverbindungen unterdrücken können. Das Projekt
wird diese Ansätze vergleichen und versuchen den besten
Kompromiss aus theoretischem Optimum und
experimenteller Praxis zu finden.
‒ 168 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Max-Planck-
Gesellschaft
zur Förderung
der
Wissenschaften
e.V.
01.02.
2020
31.01.
2023
207.637 Verbundprojekt:
Shortrange optical Quantum
Connections – ShoQC- ;
Teilvorhaben:
Experimentelle Tests zu
lokalen
Quantennetzwerken
Das experimentelle Teilvorhaben untersucht
Möglichkeiten heterogene quantentechnologische Geräte
wie zum Beispiel und insbesondere Quantencomputer
innerhalb eines lokalen Gebiets (eines Zimmers, eines
Gebäudes, mehrerer Gebäude auf einem Campus, einer
begrenzten Nachbarschaft) optisch zu verbinden. Die
Quantenverbindungen müssen dabei ausreichend flexibel
sein, um verschiedene physikalische Hardware-
Plattformen zu verbinden und ein breites Spektrum von
Quantenzuständen zuverlässig zu übertragen. Im
Gegensatz zu den großen Distanzen (1000km und mehr),
die mittels üblicher zukünftiger Quantenrepeater
überbrückt werden, sind die relevanten Distanzen dieses
Projekts eher kurz: ein paar Meter bis zu ein paar Dutzend
Kilometer. Auch bei solch kurzen Distanzen kann sich die
Qualität fragiler nicht-klassischer Zustände schnell
verschlechtern. In dem experimentellen Teilvorhaben
werden in enger Abstimmung mit den Partnern neuartige
Quantenfehlerkorrekturverfahren und gegenüber Fehlern
robuste Quantenzustände in solchen kurzen Strecken
untersucht. Der Fokus liegt dabei auf möglichst
realistischen Tests in Freiraumstrecken und
Glasfaserverbindungen. Dabei werden zunächst
verschiedene Kommunikationsstrecken bzgl. der
Übertragung von Quantenzuständen charakterisiert. An
einer Freiraumstrecke werden einfache Verfahren zur
Nutzung von Quantenzuständen getestet, die gegenüber
typisch auftretender Fehler weniger anfällig sind. In enger
Abstimmung mit europäischen Partnern wird daran
gearbeitet in einem zweiten Schritt Verfahren für
verschränkungsbasierte Relays zu entwickeln. In einem
dritten Schritt werden kanaladaptierte
Quantenfehlerkorrektur-Kodierungen einbezogen, die
typische Fehler in realistischen kurzen
Quantenverbindungen unterdrücken können. Die
verschiedenen Vorgehensweisen werden bzgl. ihrer
Effizienz aber auch ihres technischen Aufwandes und der
Umsetzbarkeit unter realistischen Bedingungen evaluiert.
‒ 169 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
Universität
Paderborn
01.03.
2020
28.02.
2023
226.548 Verbundprojekt:
Quanteninformation und
Quantenkommunikation
mit hochdimensionaler
Informationskodierung
– QuICHE -;
Teilvorhaben:
Hochdimensionalität
durch Pulsmoden
Der QuICHE-Verbund plant, anhand von optischen
Plattformen die Vorteile von neuartigen
hochdimensionalen Quantenkodierungen zu zeigen. Im
Gegensatz zu klassischen Anwendungen, die auf bits
basieren welche entweder "0" oder "1" sind, basieren
Quantenanwendungen auf sogenannten Qubits, die
gleichzeitig "0" und "1" sein können. Dies führt zu einer
signifikanten Leistungssteigerung. QuICHE geht hier
noch einen Schritt weiter und untersucht Möglichkeiten,
Informationen in hochdimensionalen Alphabeten (quasi
"0", "1", "2", "3") zu kodieren. Im Kontext der
Quantenkommunikation erhöht dies die Sicherheit echter
Anwendungen und ermöglicht gleichzeitig höhere
Datenraten. Als Buchstaben des Alphabets werden hier
sogenannte Pulsmoden gewählt, welche durch die
komplexe zeitliche Form von gepulsten
Einzelphotonenzuständen definiert sind. Diese erlauben
nicht nur eine hohe Packungsdichte im Zeit-Frequenz-
Raum, sondern eignen sich auch ideal für eine
Übertragung durch Glasfasern. In diesem Teilvorhaben
sollen innovative Technologien für Multi-User
Quantenkommunikation mit hochdimensionaler
Informationskodierung entwickelt werden. Konkret
handelt es sich dabei um neuartige Quellen für
hochkomplexe, verschränkte Quantenzustände sowie
Detektoren, welche die Information zuverlässig auslesen
können. Zusammen mit den Theoriepartnern werden
maßgeschneiderte Kommunikationsprotokolle erarbeitet,
welche die oben erwähnten Vorteile optimal umsetzen.
Letztlich soll die hochdimensionale
Quantenkommunikation demonstriert werden, die größere
Datenraten und eine höhere Sicherheit hat als binäre
Ansätze.
Heinrich-
Heine-
Universität
Düsseldorf
01.03.
2020
28.02.
2023
276.858 Verbundprojekt:
Quanteninformation und
Quantenkommunikation
mit hochdimensionaler
Informationskodierung
– QuICHE -;
Teilvorhaben:
Quantenprotokolle mit
höhendimensionaler
Kodierung
Der QuICHE-Verbund plant anhand von optischen
Plattformen Vorteile von neuartigen hochdimensionalen
Quantenkodierungen zu zeigen. In diesem theoretischen
Teilvorhaben sollen Quanteninformationskonzepte für
hochdimensionale Quantenzustände entwickelt werden.
Insbesondere gehören dazu Methoden für den
Verschränkungsnachweis, Verletzung von Bell-
Ungleichungen, Zufallszahlenerzeugung, Eigenschaften
von Steering und Sicherheitsanalysen von
hochdimensionaler Quantenschlüsselverteilung. Es soll
jeweils ein möglicher Vorteil von höheren Dimensionen
gegenüber Qubits untersucht werden. Insbesondere sollen
diese Methoden mit den konkreten experimentellen
Plattformen koordiniert werden.
‒ 170 ‒Drucksache 19/21858 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Konsortium:
StoneOne AG,
TU Stuttgart,
Accenture
GmbH,
Bundesdruckerei
GmbH (BDr),
DB Systel
GmbH, d-fine
GmbH,
Frankfurt
Consulting
Engineers
GmbH (FCE),
Fraunhofer
FOKUS, Freie
Universität
Berlin, QS
Quantum
Simulations
GmbH, LMU
München,
Planerio
GmbH, regio
iT, Deutsche
Telekom AG,
TRUMPF
GmbH + Co.
KG
01.01.
2020
31.12.
2022
10.207.000 Projekt PlanQK –
Plattform und
Ökosystem für
quantengestützte
Künstlich Intelligenz
Ziel: Erschließung der Anwendungspotenziale von
Quantencomputing insbesondere für die mittelständische
Wirtschaft und Schaffung einfacher
Zugangsmöglichkeiten zu Expertise, Algorithmen und
Quantenrechnern. Grundlegend ist die Idee eines App-
Stores für Quantencomputing. PlanQK ist derzeit das
größte Community bildende Vorhaben in D, das die
Software- und Anwenderseite beim Quantencomputing
abbildet.
Anmerkung: Alle Beträge in Euro.
‒ 171 ‒Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Drucksache 19/21858
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ISSN 0722-8333]