Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung – Bewertung der Beste-Reste-App von „Zu gut für die Tonne!“
der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Franziska Gminder, Wilhelm von Gottberg, Berengar Elsner von Gronow, Thomas Ehrhorn, Johannes Huber, Enrico Komning und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Die Beste-Reste-App von „Zu gut für die Tonne!“, einer Informationsinitiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln, soll dazu beitragen, dass in privaten Haushalten übriggebliebene Lebensmittel zu „Restegerichten“ verarbeitet und konsumiert werden (vgl. https://www.zugutfuerdietonne.de/beste-reste/die-beste-reste-app/). Die Rezepte in der App stammen von Sterneköchen, prominenten Kochpaten wie Sarah Wiener, Johann Lafer, Daniel Brühl sowie Hobby-Köchen (ebd.). Seit 2012 können Verbraucher diese App kostenfrei auf ihre Smartphones und Tablets herunterladen (vgl. https://www.agrarheute.com/land-leben/voller-erfolg-beste-reste-app-landwirtschaftsministeriums-512828). Die Beste-Reste-App ist u. a. bei Google Play erhältlich, wo sie insgesamt nicht gut abschneidet und in vielen Bewertungen kritisiert wird (vgl. https://play.google.com/store/apps/details?id=com.bmelv.zgt&hl=de).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Wie viele Gelder sind seit Beginn der 19. Legislaturperiode in die Beste-Reste-App von „Zu gut für die Tonne!“ (https://www.zugutfuerdietonne.de/beste-reste/die-beste-reste-app/) geflossen, und aus welchen Haushaltstiteln stammten diese Ausgaben?
Wie viele Gelder sind nach Kenntnis der Bundesregierung in die Erstellung der App bis zur Marktreife geflossen?
Flossen Gelder an die beteiligten Sterneköche sowie an die genannten Kochpaten für die Verwendung derer Rezepte in dieser App, und wenn ja, wie viele, und in welchem Zeitraum (bitte nach Sternekoch oder Kochpaten und Anzahl der für die App bereitgestellten Rezepte aufschlüsseln)? Waren die genannten Akteure an weiteren Tätigkeiten als nur der Erstellung der Rezepte beteiligt, und wenn ja, an welchen?
Wurden für der Erstellung der App Ernährungsberater hinzugezogen, und wenn nein, aus welchen Gründen?
Von wie vielen Verbrauchern wurde nach Kenntnis der Bundesregierung die Beste-Reste-App bereits heruntergeladen?
Wie viele Verbraucher haben sich bereits aktiv an der Beste-Reste-App beteiligt und Rezeptvorschläge für diese App hinzugefügt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Konnte die App nach Kenntnis der Bundesregierung bereits erste Erfolge im Bereich der Eindämmung der Lebensmittelverschwendung erzielen, und wenn ja, wie wurden diese gemessen?
Plant die Bundesregierung eine Optimierung der Beste-Reste-App, sodass beispielsweise Allergene oder die BE-Angaben für Diabetiker bei der Rezeptsuche berücksichtigt werden, und wenn nein, wieso nicht?
Plant die Bundesregierung eine Optimierung der Beste-Reste-App dahingehend, dass den Rezepten Kalorienangaben zugeordnet werden, sodass Konsumenten sich neben dem Einsparen von Lebensmittelabfällen bewusst mit den Rezepten ernähren können, und wenn nein, wieso nicht?
Welche Schlussfolgerung für ihr eigenes Handeln zieht die Bundesregierung aus den negativen Bewertungen der Beste-Reste-App im App Store und bei Google Play (vgl. https://play.google.com/store/apps/details?id=com.bmelv.zgt&hl=de)? Werden die Kritiken bei der Überarbeitung der App berücksichtigt, und wenn ja, inwiefern?
Welches Institut fand heraus, dass 2019 die Bekanntheit der Kampagne „Zu gut für die Tonne!“ bei knapp 45 Prozent lag (Antwort der Bundesregierung zu Frage 6 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD zum Ernährungspolitischen Bericht und Ernährungsreport 2020 auf Bundestagsdrucksache 19/20959)?
a) Wie viele Menschen wurden hierfür befragt?
b) Ist diese Studie öffentlich zugänglich, und wenn ja, wo?