[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sandra Weeser, Frank Sitta, Renata Alt,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/24144 –
Zustand der Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Zustand der Bahnhöfe und Empfangsgebäude an Bahnstrecken ist für die
Attraktivität des Schienenverkehrs von besonderer Bedeutung. Durch einen
ansprechenden baulichen Zustand und eine entsprechende Sauberkeit können
sie aus Sicht der Fragesteller in erheblichem Maße zur Steigerung der
Passagierzahlen auf der Schiene beitragen. Leider sieht die Wirklichkeit an vielen
Bahnhöfen oft anders aus. Teilweise verschmutzte Bahnhöfe, geringe WLAN-
Verfügbarkeit und eingeschränkte Barrierefreiheit werden dem eigenen
Anspruch der Deutschen Bahn AG (DB AG) als serviceorientiertem
Mobilitätsdienstleister nicht gerecht. Wenn der Schienenverkehr in Zukunft einen
Beitrag zur Luftreinhaltung und zur Entlastung des Straßenverkehrs leisten soll,
sind hier erhebliche Anstrengungen erforderlich.
Dazu gehören aus Sicht der Fragesteller unter anderem die zügige Beseitigung
baulicher Mängel und Verschmutzungen, eine angemessene Bereitstellung von
Toiletten, der barrierefreie Zugang zur Infrastruktur, die einfache
Erreichbarkeit, die Verfügbarkeit von WLAN, die Bereitstellung von Gewerbeflächen
sowie die Gewährleistung der Sicherheit aller Reisenden durch
Sicherheitskräfte oder Polizei.
1. Wie viele Bahnhöfe und Haltepunkte betreibt die Deutsche Bahn AG
nach Kenntnis der Bundesregierung in Rheinland-Pfalz?
Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG (DB AG) betreibt sie in Rheinland-
Pfalz 418 Verkehrsstationen.
2. Wie viele und welche Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz sind
nach Kenntnis der Bundesregierung seit 1990 stillgelegt worden?
Nach Auskunft der DB AG liegen Daten über Betriebseinschränkungen/
Stilllegungen erst ab dem Jahr 2000 vor. Seitdem erfolgte an folgenden
Verkehrsstationen die dauerhafte Betriebseinschränkung/ Stilllegung.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/25401
19. Wahlperiode 17.12.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 16. Dezember 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Bahnhof Betriebsgenehmigung eingeschränkt seit
Konz West 2013
Mäusheckerweg 2013
Salmrohr 2013
Worms Brücke 2017
3. Plant die DB AG, weitere Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz
stillzulegen, und wenn ja, welche, und aus welchen Gründen?
Nach Auskunft der DB AG sollen im Rahmen der Stationsoffensive die beiden
Haltepunkte Mayen West und Hohegrete durch zwei neue Stationen (Mayen
Mitte und Pracht-Wickhausen) ersetzt werden. Im Zuge der Reaktivierung der
Trierer Weststrecke für den Schienenpersonennahverkehr wird die bestehende
Station Ehrang durch die neue Station Trier-Hafenstraße ersetzt. Zusätzlich
werden die Stationen Trier-West, Trier-Pallien, Trier-Euren und Trier-Zewen
neu gebaut bzw. reaktiviert.
4. Wie viele Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz gelten nach
Kenntnis der Bundesregierung nicht als uneingeschränkt barrierefrei?
Nach Auskunft der DB AG werden an 389 Stationen noch nicht alle Merkmale
einer uneingeschränkten Barrierefreiheit erfüllt.
5. Welche dieser Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz sollen bis
2025 zu einem uneingeschränkt barrierefreien Bahnhof bzw. Haltepunkt
umgebaut werden?
Nach Auskunft der DB AG werden voraussichtlich 30 Bahnhöfe und
Haltepunkte bis zum Jahr 2025 zu uneingeschränkten barrierefreien Bahnhöfen
umgebaut:
Altenahr, Alzey, Andernach, Bad Breisig, Bad Münster am Stein, Bingen
(Rhein) Stadt, Boppard-Bad Salzig, Boppard Hbf, Brachbach, Budenheim,
Diez, Gerolstein, Heidesheim (Rheinhess), Hochstetten (Nahe), Kirn,
Kreuzberg (Ahr), Landau West, Langenlonsheim, Linz (Rhein), Lohnweiler, Pfalzel,
Pirmasens Nord, Obermohr, Oberwinter, Rech, Remagen, Rolandseck, Schopp,
Sinzig (Rhein), Thür.
6. Wie viele und welche Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz sind
seit dem Jahr 2000 modernisiert und saniert worden?
Nach Auskunft der DB AG wurden 210 Verkehrsstationen (teilweise) saniert
und modernisiert oder vollständig neu errichtet:
Ahrweiler, Albersweiler, Albsheim, Alsenz, Alsheim, Altenbamberg,
Altenglan, Altenkirchen, Alzey, Annweiler am Trifels, Annweiler-Sarnstall,
Armsheim, Asselheim, Bacharach, Bad Dürkheim-Trift, Bad Kreuznach, Bad
Sobernheim, Balduinstein, Bellheim, Bellheim am Mühlbuckel, Berg (Pfalz),
Berghausen (Pfalz), Bitburg-Erdorf, Bobenheim, Bockenheim-Kindenheim,
Bodenheim, Böhl-Iggelheim, Bretzenheim (Nahe), Bruchmühlbach-Miesau,
Bullay DB, Cochem (Mosel), Contwig, Daufenbach, Dausenau, Dellfeld,
Dienheim, Dreikirchen, Ebertsheim, Edenkoben, Einsiedlerhof, Eisenberg (Pfalz),
Eiswoog, Emmelshausen, Enkenbach, Eppelsheim (Rheinhess), Erpolzheim,
Fachingen (Lahn), Fischbach-Weierbach, Flomersheim, Föhren, Frankenthal
Hbf, Frankenthal Süd, Freinsheim, Friedrichssegen, Gau Algesheim, Gau
Bickelheim, Gensingen-Horrweiler, Germersheim, Germersheim Mitte/Rhein,
Germersheim Süd/Nolte, Glan-Münchweiler, Grünstadt, Grünstadt Nord,
Gundersheim (Rheinhess), Guntersblum, Hagenbach, Haßloch (Pfalz), Hatzenport,
Hauenstein Mitte, Hauptstuhl, Heiligenstein (Pfalz), Heinzenhausen,
Hochspeyer, Hohenecken, Hohensülzen, Höhmühlbach, Igel, Ingelheim, Jockgrim,
Jünkerath, Kaisersesch, Kaiserslautern Hbf, Kaiserslautern West, Kandel,
Katzweiler, Kaub, Kennelgarten, Kestert, Kindsbach, Kirchen, Kirnsulzbach,
Kobern-Gondorf, Koblenz Hbf, Koblenz Stadtmitte, Konz, Konz Mitte,
Kreimbach-Kaulbach, Kreuz Konz, Kusel, Kyllburg, Lambrecht (Pfalz),
Lampertsmühle-Otterbach, Landau (Pfalz) Hbf, Landau Süd, Landstuhl,
Laubenheim (Nahe), Laurenburg (Lahn), Lehmen, Limburgerhof, Lingenfeld,
Ludwigshafen (Rhein) Mitte, Ludwigshafen-Mundenheim, Ludwigshafen-
Oggersheim, Ludwigshafen-Rheingönheim, Maikammer-Kirrweiler, Mainz
Hbf, Mainz Römisches Theater, Mainz-Laubenheim, Mainz-Marienborn,
Martinstein, Matzenbach, Maximiliansau im Rüsten, Mayen Ost, Mayschoß,
Mertesheim, Mettenheim, Miesenbach, Monsheim, Montabaur, Monzingen,
Münchweiler (Rodalb), Münster-Sarmsheim, Mürlenbach, Nackenheim,
Nassau (Lahn), Neidenfels, Neubrücke (Nahe), Neuburg (Rhein), Neustadt
(Weinstr) Böbig, Neustadt (Weinstr) Hbf, Neustadt Süd, Neuwied, Nieder
Flörsheim-Dalsheim, Nieder Olm, Niederlahnstein, Niedermohr, Nierstein,
Nievern, Nohen, Oberbettingen-Hillesheim, Obernhof (Lahn), Olsbrücken,
Oppenheim, Osthofen, Pfeddersheim, Pirmasens Hbf, Rammelsbach, Ramsen,
Rehweiler, Rheinzabern, Rheinzabern Alte Römerstraße, Rheinzabern
Rappengasse, Rhens, Rieschweiler, Rinnthal, Rockenhausen, Rodalben, Rülzheim,
Rülzheim Freizeitzentrum, Salmtal, Saulheim, Schifferstadt, Schifferstadt Süd,
Schweich DB, Siebeldingen-Birkweiler, Sondernheim, Speyer Hbf, Speyer
Nord-West, Sprendlingen (Rheinhess), St, Goarshausen, Stambach,
Staudernheim, Steinweiler, Sulzbachtal, Thaleischweiler-Fröschen, Theisbergstegen,
Traben-Trarbach DB, Trechtingshausen, Treis-Karden, Urmitz Rheinbrücke,
Vogelweh, Waggonfabrik, Wallertheim, Wehr (Mosel), Weidenthal,
Welgesheim-Zotzenheim, Wilgartswiesen, Wiltingen (Saar), Winden (Pfalz),
Winnweiler, Wissen (Sieg), Wittlich Hbf, Wolfstein, Worms Hbf, Wörrstadt,
Wörth (Rhein), Wörth Mozartstraße, Wörth Zügelstraße, Zweibrücken Hbf.
7. Welche Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz sollen nach
Planung der DB AG im Zeitraum bis 2025 modernisiert bzw. saniert
werden?
Nach Auskunft der DB AG sollen folgende 14 Verkehrsstationen bis zum Jahr
2025 modernisiert/saniert werden: Ahrweiler Markt, Bad Ems, Dernau,
Hochstätten (Pfalz), Kamp-Bornhofen, Kanzem, Karthaus, Kaub, Kirchheim
(Weinstr), Mainz-Mombach, Mendig, Müden, Norheim, Steinalben.
8. Wie viele Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz verfügen nach
Kenntnis der Bundesregierung über Park&Ride-Flächen?
Nach Auskunft der DB AG sind an 299 Stationen Parkplätze und/oder
Park&Ride-Flächen verfügbar.
9. Welcher Anteil der Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz
verfügt jeweils über keine bzw. keinen
a) einfachen Fahrradstellplätze,
b) Fahrradparkhäuser oder überdachte Unterstellmöglichkeit,
c) freien WLAN-Zugang für Passagiere,
d) öffentlichen Toiletten,
e) Anschluss an das örtliche ÖPNV-Netz (ÖPNV = öffentlicher
Personennahverkehr),
f) wettergeschützten und beheizten Warteräume,
g) Servicestelle mit Ansprechpartner für Ticketverkauf und Auskünfte?
Die Fragen 9 bis 9g werden gemeinsam beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG gibt es an ca. 51 Prozent der Stationen in
Rheinland-Pfalz keine Fahrradstellplätze. Eine Unterscheidung zwischen
Fahrradparkhäusern, überdachten Unterstellmöglichkeiten und einfachen
Fahrradabstellanlagen ist nicht möglich. Gegebenenfalls existieren allerdings Stellplätze
im Umfeld der Bahnhöfe, die die Gemeinden zur Verfügung stellen und der DB
AG und der Bundesregierung nicht bekannt sind.
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 1 auf
Bundestagsdrucksache 19/16788 verwiesen.
Ein freier WLAN-Zugang besteht an folgenden Stationen: Kaiserslautern Hbf.,
Neustadt (Weinstr) Hbf, Koblenz Hbf, Mainz Hbf, Worms Hbf, Ludwigshafen
(Rhein) Hbf und Trier Hbf. An 26 Bahnhöfen gibt es öffentliche Toiletten auf
DB-eigenen Flächen. Kenntnisse über WC-Anlagen außerhalb der DB-eigenen
Flächen liegen nicht vor. An ca. 47 Prozent der Stationen gibt es nach Auskunft
der DB AG keinen Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr;
zuständig ist der örtliche Aufgabenträger. An nahezu allen Bahnhöfen ist
wettergeschütztes Warten möglich. An ca. 93 Prozent der Bahnhöfe existiert nach
Auskunft der DB AG keine Servicestelle mit Ansprechpartnern für Ticketverkäufe
und Auskünfte. Diese werden im Regionalverkehr durch die Aufgabenträger
bestellt.
10. Wie viele Bahnhofsgebäude in Rheinland-Pfalz im Eigentum der DB AG
stehen leer und werden nicht durch Schienenverkehrsangebote bedient?
11. Für welche dieser leerstehenden Bahnhofsgebäude plant die DB AG eine
weitere Nutzung bzw. Verwendung?
Die Fragen 10 und 11 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG steht in Rheinland-Pfalz kein in ihrem Eigentum
befindliches Empfangsgebäude leer und wird nicht durch
Schienenverkehrsangebot bedient.
12. Welcher Anteil der Bahnhöfe und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz wird
ganzjährig durch Sicherheitspersonal der DB AG oder durch die
Bundespolizei überwacht?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 12 auf
Bundestagsdrucksache 19/24519 verwiesen.
13. An welchen Bahnhöfen und Haltepunkte in Rheinland-Pfalz erfolgt
keine Videoüberwachung der öffentlich zugänglichen Bereiche?
Die Auswahl der Verkehrsstationen erfolgt durch die DB AG und die
Bundespolizei für Standorte, an denen Videotechnik auf Grundlage von bestimmten
Faktoren erforderlich ist. Die Offenlegung der Informationen könnte
nachteilige Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit haben. Durch die Bekanntgabe
einer Liste mit Bahnhöfen, an denen keine Videoüberwachung erfolgt, könnte
diese Information missbraucht werden und dazu führen, dass potentielle Täter
sich unüberwachte Bahnhöfe für Straftaten – auch terroristische Angriffe –
aussuchen. Durch die Abfrage der Informationen zu vorhandener
Videoüberwachung in jedem einzelnen Bundesland, bekämen potenzielle Täter ggf. über
Umwege zudem ein vollständiges Bild der Überwachungssituation an
Bahnhöfen durch die DB aber auch der Bundespolizei.
Unter Abwägung zwischen dem parlamentarischen Auskunftsanspruch
einerseits und dem Schutz der Öffentlichkeit unter Berücksichtigung möglicher
nachteiliger Auswirkungen auf die Sicherheit an Bahnhöfen, wurden die
erbetenen Informationen als „VS – Vertraulich amtlich geheimgehalten“ eingestuft
und der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages übermittelt. Die
Antwort der Bundesregierung ist in der Geheimschutzstelle des Deutschen
Bundestages hinterlegt und kann dort nach Maßgabe der Geheimschutzordnung des
Deutschen Bundestages eingesehen werden.
14. Wie hat sich die Anzahl der Straftaten an Bahnhöfen und Haltepunkte in
Rheinland-Pfalz seit 2010 entwickelt (bitte nach Delikt, Jahr und
Bahnhof bzw. Haltepunkt aufschlüsseln)?
Eine Erfassung der Delikte je Bahnhof erfolgt in der Polizeilichen
Eingangsstatistik der Bundespolizei (PES) erst seit dem Jahr 2019. Diese Aufstellung
enthält keine Massendelikte, wie z. B. Erschleichen von Leistungen oder
Hausfriedensbruch, da die Erfassung solcher Delikte nicht bahnhofsbezogen erfolgt. Es
wird auf die Anlagen* verwiesen.
15. Sieht die Bundesregierung Handlungsbedarf, um die Sicherheit an
Bahnhöfen und Haltepunkten zu erhöhen, und wenn ja, wie, und mit welchen
Mitteln?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 15 auf
Bundestagsdrucksache 19/24519 verwiesen.
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese sind auf Bundestagsdrucksache 19/25401 auf der
Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
Drucksache 19/25401 – 6 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/25401 – 8 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Drucksache 19/25401 – 10 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]