[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael
Theurer, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/25459 –
Jahresbericht der Drogenbeauftragten: Fehlende Daten zum Alkoholkonsum
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der am 26. November 2020 vorgelegte Jahresbericht der Drogenbeauftragten
der Bundesregierung unterscheidet sich nach Ansicht der Fragesteller deutlich
von den Berichten der vorherigen Jahre. Während im Drogen- und
Suchtbericht des Jahres 2019 auf 220 Seiten viele Fachdaten veröffentlich wurden
(
https://www.drogenbeauftragte.de/assets/Service/DSB_2019_mj_barr.pdf),
wurde der Jahresbericht des Jahres 2020 erheblich gekürzt. Auf nun nur noch
86 Seiten finden sich deutlich weniger Daten und Fakten als in den Berichten
der Vorjahre. Auffällig ist zudem, dass im Bericht des Jahres 2020 30 Fotos
der Drogenbeauftragten der Bundesregierung enthalten sind, erheblich mehr
als in den Vorjahren (
https://www.drogenbeauftragte.de/assets/Jahresbericht_2
020/DSB_2020_final_bf.pdf).
Hinzu kommt, dass der Drogen- und Suchtbericht deutlich später als vor
einigen Jahren erscheint. Im Jahr 2014 etwa erschien er Ende Mai (
https://www.fa
z.net/aktuell/politik/drogenbericht-2014-synthetisches-rauschgift-auf-dem-vor
marsch-12960446.html), 2018 erschien er im Oktober (
https://www.bundesreg
ierung.de/breg-de/suche/drogen-und-suchtbericht-2018-1545480) und 2020
erst Ende November.
Nach Auffassung der Fragesteller stellten die ursprünglich veröffentlichten
Fachdaten eine wichtige Informationsquelle dar, die von vielen in der Drogen-
und Suchtarbeit tätigen Personen aufmerksam verfolgt wurden. Diese Kleine
Anfrage soll daher im Bereich des Alkoholkonsums die fehlenden Fachdaten
abfragen und weitere wichtige Fachdaten liefern.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung veröffentlicht jährlich einen
Bericht zur Drogen- und Suchtpolitik. Dieser wird nicht zu einem festen Datum
veröffentlicht, sondern stets dann, wenn seine Erstellung inhaltlich und operativ
abgeschlossen ist. Wann dies jeweils der Fall ist, hängt von vielfältigen
internen wie externen Faktoren ab. Hierzu gehörten im Jahr 2020 auch die mit der
SARS-CoV-2-Pandemie verbundenen Herausforderungen und die durch die
Pandemie erforderlichen Prioritätensetzungen.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/25943
19. Wahlperiode 18.01.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit
vom 15. Januar 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
In der Sache fokussiert sich die Berichterstattung 2020 insbesondere auf die
drogen- und suchtpolitischen Aktivitäten des Bundes sowie die Arbeit der
Drogenbeauftragten der Bundesregierung im benannten Jahreszeitraum. Wie in den
Vorjahren geht auch der aktuelle Bericht sowohl im Kapitel Prävention als auch
im Kapitel Behandlung auf Maßnahmen ein, die insbesondere den
Alkoholkonsum und die Alkoholabhängigkeit betreffen. Daten zu Prävalenzen des
Konsums legaler und illegaler Suchtstoffe wurden – anders als in den Vorjahren –
mit dem Ziel größerer Übersichtlichkeit sowohl auf den Mittelseiten des
Berichts als auch auf einem herausnehmbaren Einleger gebündelt dargestellt.
Die mit Förderung durch die Bundesregierung erhobenen Daten zum
Alkoholkonsum und seinen Folgen werden neben dem Drogen- und Suchtbericht in
weiteren Publikationen und ausführlich auf speziellen Internetseiten
veröffentlicht, z. B. im Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen
(
https://www.dhs.de/unsere-arbeit/jahrbuch-sucht), der Internetseite des
Epidemiologischen Suchtsurvey (
https://www.esa-survey.de/) und der Seite zur
Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (https://
www.bzga.de/forschung/studien/abgeschlossene-studien/studien-ab-1997/sucht
praevention/).
1. Welche Prävalenzen des Alkoholkonsums bestehen nach Kenntnis der
Bundesregierung in den einzelnen Altersgruppen (Jugendliche, junge
Erwachsene, Erwachsene, ältere Erwachsene) der Bevölkerung (bitte Jahr
der Datenerhebung angeben und nach Geschlechtern aufschlüsseln) für
folgende Konsumarten:
a) Jemalskonsum,
b) Alkoholkonsum mindestens einmal in der Woche,
c) Konsum in den letzten 30 Tagen,
d) Konsum mindestens monatlich in den letzten zwölf Monaten,
e) Riskanter Konsum (bitte Alkoholmengen angeben),
f) Rauschtrinken (bitte Mengen angeben)?
Die Fragen 1 bis 1f werden gemeinsam beantwortet.
Auf Basis der Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2018 konnten
durch das Institut für Therapieforschung in München IFT für folgende
Indikatoren Prävalenzen berechnet werden:
• Jemalskonsum: im ESA als Lebenszeitprävalenz bezeichnet
• Konsum in den letzten 30 Tagen: im ESA als 30-Tage-Prävalenz bezeichnet
• Riskanter Konsum: im ESA als Riskanter Alkoholkonsum bezeichnet
• Rauschtrinken
Die Prävalenzen wurden nach Allgemeinbevölkerung und getrennt nach
Geschlecht sowie einzelnen Altersgruppen berechnet.
Mit dem ESA 2018 liegen Ergebnisse für die erwachsene
Allgemeinbevölkerung vor:
• Junge Erwachsene: 18 bis 24 Jahre
• Erwachsene: 18 bis 64 Jahre (Gesamt)
• Ältere Erwachsene: 60 bis 64 Jahre
Die Ergebnisse sind Tabelle 1 zu entnehmen. Die Indikatoren Alkohol
mindestens einmal in der Woche und Konsum mindestens monatlich in den letzten
zwölf Monaten können auf Basis der vorliegenden Daten nicht berechnet
werden.
Tabelle 1: Prävalenz des Alkoholkonsums nach Geschlecht und Altersgruppen
auf Basis der Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys 2018; Angabe
gewichtet in Prozent
Altersgruppen
Gesamt 18–24 25–39 40–59 60–64
Gesamt
Lebenszeitprävalenz 86,6 86,7 85,0 88,4 82,4
30-Tage-Prävalenz 71,6 70,1 68,2 74,5 70,1
Riskanter Alkoholkonsum1) 18,1 16,9 11,1 12,4 15,3
Rauschtrinken2) 34,5 55,1 40,9 28,1 22,9
Männer
Lebenszeitprävalenz 88,7 87,5 88,3 90,3 84,3
30-Tage-Prävalenz 76,5 72,4 73,8 79,8 74,8
Riskanter Alkoholkonsum1) 16,7 20,5 14,9 15,1 25,2
Rauschtrinken2) 42,8 61,9 49,1 36,9 29,4
Frauen
Lebenszeitprävalenz 84,3 85,9 81,5 86,4 80,7
30-Tage-Prävalenz 66,5 67,5 62,3 69,0 65,7
Riskanter Alkoholkonsum1) 19,7 28,8 18,2 18,6 18,6
Rauschtrinken2) 24,6 47,1 30,4 17,7 15,9
1) Alkoholkonsum in den letzten 30 Tagen mit Mengen von durchschnittlich 24–60 g (Männer)
bzw. 12–40 g (Frauen) Reinalkohol pro Tag
2) Konsum von fünf oder mehr alkoholischen Getränken an einem Tag
Erkenntnisse zur aktuellen Verbreitung des Alkoholkonsums unter 12- bis
17-jährigen Jugendlichen und 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen liefert
die Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(BZgA), die zuletzt im Jahr 2019 durchgeführt wurde (Orth & Merkel, 2020).
Demnach haben 63,4 Prozent aller 12- bis 17-jährigen Jugendlichen schon
einmal Alkohol konsumiert (Lebenszeitprävalenz bzw. Jemalskonsum; männliche
Jugendliche: 64,1 Prozent; weibliche Jugendliche: 62,7 Prozent). In den letzten
zwölf Monaten vor der Befragung haben 53,2 Prozent aller Jugendlichen
mindestens einmal Alkohol konsumiert (12-Monats-Prävalenz; männliche
Jugendliche: 53,2 Prozent; weibliche Jugendliche: 53,2 Prozent). Dabei hat in diesem
12-Monats-Zeitraum etwa jeder dritte Jugendliche (32,1 Prozent; männliche
Jugendliche: 34,6 Prozent; weibliche Jugendliche: 29,4 Prozent) monatlich und
jeder elfte Jugendliche (9 Prozent; männliche Jugendliche: 11,5 Prozent;
weibliche Jugendliche: 6,2 Prozent) regelmäßig, d. h. mindestens einmal pro Woche,
Alkohol konsumiert.
Die Alkoholmengen, die Jugendliche in den letzten zwölf Monaten im
Durchschnitt konsumiert haben, überschreiten bei 3,5 Prozent aller Jugendlichen
(männliche Jugendliche: 3,2 Prozent; weibliche Jugendliche: 3,7 Prozent) die
Grenzwerte, ab denen Alkoholkonsum für Erwachsene als gesundheitlich
riskant gilt. Für Männer beträgt dieser Grenzwert 24 Gramm und für Frauen
12 Gramm Reinalkohol am Tag.
Bezogen auf die letzten 30 Tage vor der Befragung (30-Tage-Prävalenz) haben
35,5 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen Alkohol konsumiert
(männliche Jugendliche: 37,1 Prozent; weibliche Jugendliche: 33,8 Prozent). Etwa
jeder siebte Jugendliche (14,7 Prozent; männliche Jugendliche: 15,9 Prozent;
weibliche Jugendliche: 13,4 Prozent) hat in den letzten 30 Tagen mindestens
einmal Rauschtrinken praktiziert. Für männlich Jugendliche heißt das,
mindestens fünf Gläser Alkohol hintereinander zu trinken, für weibliche Jugendliche
mindestens vier Gläser hintereinander.
Unter 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen ist der Alkoholkonsum weiter
verbreitet und intensiver als unter Jugendlichen. Die überwiegende Mehrheit
(94,9 Prozent) der jungen Erwachsenen hat Alkoholkonsum schon einmal
ausprobiert (Lebenszeitprävalenz bzw. Jemalskonsum; junge Männer: 96,5
Prozent; junge Frauen 93,2 Prozent).
Neun von zehn jungen Erwachsenen (90,0 Prozent; junge Männer: 91,9
Prozent; junge Frauen 87,9 Prozent) haben in den letzten zwölf Monaten Alkohol
getrunken (12-Monats-Prävalenz), knapp drei Viertel monatlich (72,8 Prozent;
junge Männer: 76,3 Prozent; junge Frauen 68,9 Prozent), etwa jeder Dritte
regelmäßig, d. h. wöchentlich (32,3 Prozent; junge Männer: 41,9 Prozent; junge
Frauen 21,8 Prozent), und fast jeder Sechste (16,8 Prozent; junge Männer:
19,0 Prozent; junge Frauen 14,4 Prozent) in einem Umfang, der über den
Grenzwertempfehlungen für Erwachsene liegt. Rund drei Viertel (75,4 Prozent;
junge Männer: 78,5 Prozent; junge Frauen 71,9 Prozent) haben in den letzten
30 Tagen Alkohol konsumiert. Insgesamt rund zwei Fünftel (40,6 Prozent;
junge Männer: 47,9 Prozent; junge Frauen 32,5 Prozent) weisen in den letzten
30 Tagen mindestens einen Tag mit Rauschtrinken auf.
Quelle: Orth, B. & Merkel, C. (2020). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der
Bundesrepublik Deutschland 2019. Rauchen, Alkoholkonsum und Konsum
illegaler Drogen: aktuelle Verbreitung und Trends. BZgA-Forschungsbericht.
Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. doi: 10.17623/
BZGA:225-DAS19-DE-1.0
2. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der riskante
Alkoholkonsum in den einzelnen Bundesländern und Altersgruppen jeweils bei
Männern und Frauen sowie insgesamt seit 2014 entwickelt?
Daten zum Alkohol in den Bundesländern liegen der Bundesregierung nur
begrenzt vor. Für die Jahre seit 2014 gibt es repräsentative Daten auf Basis des
Epidemiologischen Suchtsurveys nur für Bundesländer mit einer
Aufstockungsstichprobe in den Erhebungen 2015 und/oder 2018. Für einzelne
Bundesländer liegen auch Daten für die Altersgruppe der 15–17-Jährigen vor. Für
die Bundesländer Bayern und Hamburg liegen nur repräsentative Daten für
2015 vor. Sowohl für 2015 und 2018 gibt es repräsentative Daten aus den
Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. Für Berlin
liegen repräsentative Daten nur für 2018 vor. Die Ergebnisse sind den Tabellen
2 und 3 zu entnehmen.
Tabelle 2: 30-Tage-Prävalenz riskanter Alkoholkonsum der 30-Tage-
Alkoholkonsumenten nach Geschlecht und Bundesland der 18–64-Jährigen;
Angabe gewichtet in Prozent
2015 2018
Berlin
Gesamt – 21,8
Männer – 18,4
Frauen – 25,5
Hessen
Gesamt 22,9 20,7
Männer 26,0 16,0
Frauen 19,5 26,8
2015 2018
NRW
Gesamt 19,1 14,9
Männer 19,1 12,0
Frauen 19,2 18,4
Sachsen
Gesamt 28,3 23,8
Männer 34,6 26,6
Frauen 20,5 20,4
Thüringen
Gesamt 25,3 22,9
Männer 28,6 28,3
Frauen 21,1 16,6
Bayern
Gesamt 22,1 –
Männer 23,9 –
Frauen 20,0 –
Hamburg
Gesamt 21,9 –
Männer 17,6 –
Frauen 26,6 –
Anmerkungen: (–) Wurde nicht erhoben.
Tabelle 3: 30-Tage-Prävalenz riskanter Alkoholkonsum der 30-Tage-
Alkoholkonsumenten nach Altersgruppe und Bundesland der 18–64-Jährigen;
Angabe gewichtet in Prozent
2015 2018
Berlin
15–17 – 8,3
18–24 – 27,3
25–39 – 19,6
40–59 – 21,0
60–64 – 28,8
Hessen
18–24 20,8 23,6
25–39 17,7 17,7
40–59 25,6 19,5
60–64 25,3 33,6
NRW
15–17 – 13,9
18–24 27,2 18,3
25–39 16,3 14,6
40–59 18,2 13,6
60–64 20,8 18,4
Sachsen
15–17 9,6 13,3
18–24 19,6 20,4
25–39 25,9 24,0
40–59 31,4 24,2
60–64 28,7 24,2
2015 2018
Thüringen
15–17 – 15,5
18–24 30,9 29,4
25–39 26,2 23,5
40–59 24,7 22,4
60–64 21,5 19,5
Bayern
18–24 26,1 –
25–39 16,0 –
40–59 24,8 –
60–64 22,1 –
Hamburg
18–24 22,5 –
25–39 19,3 –
40–59 20,9 –
60–64 36,7 –
Anmerkungen: (–) Wurde nicht erhoben
3. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Prävalenz von
Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit in Deutschland und in den
jeweiligen Bundesländern?
Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit in Deutschland nach den Kriterien des
Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders DSM IV wurden im
ESA 2018 erhoben. Für das Jahr 2018 liegen Daten aus den Bundesländern
Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen vor.
Die Prävalenz für Alkoholmissbrauch nach DSM-IV-Kriterien in der
Gesamtstichprobe liegt bundesweit bei 2,8 Prozent, in Berlin bei 3,1 Prozent, in
Hessen bei 2,4 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei 1,8 Prozent, in Sachsen bei
1,9 Prozent, und in Thüringen bei 2,6 Prozent. Die Prävalenz für
Alkoholabhängigkeit nach DSM-IV-Kriterien in der Gesamtstichprobe liegt bundesweit
bei 3,1 Prozent, in Berlin bei 5 Prozent, in Hessen bei 4,1 Prozent, in
Nordrhein-Westfalen bei 2,9 Prozent, in Sachsen bei 3,2 Prozent und in
Thüringen bei 2,6 Prozent.
4. Welchen Einfluss hatte nach Kenntnis der Bundesregierung die Corona-
Pandemie auf die Prävalenzzahlen von Alkoholmissbrauch und
Alkoholabhängigkeit in Deutschland?
Zu den Themen Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit in Bezug auf die
Corona-Pandemie liegen bislang keine Daten vor. Alkoholmissbrauch und -
abhängigkeit entstehen über einen längeren Zeitraum, insofern sind hier keine
kurzfristigen Auswirkungen der Pandemie zu erwarten.
Eine Analyse von Manthey, Kilian, Schomerus, Kraus, Rehm und Schulte
(2020) zum Alkoholkonsum zeigt, dass seit Beginn der Pandemie im Mittel
weniger Alkohol getrunken wurde. Der Rückgang des Konsums ist vor allem
auf eine Reduktion der Gelegenheiten zum Rauschtrinken zurückzuführen.
Quelle: Manthey, J., Kilian, C., Schomerus, G., Kraus, L., Rehm, J. & Schulte,
B. (2020). Alkoholkonsum in Deutschland und Europa während der SARS-
CoV-2-Pandemie. SUCHT, 66 (5), 247–258.
https://doi.org/10.1024/0939-591
1/a000686
5. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche
Alkoholkonsum bei Männern und Frauen jeweils stratifiziert nach Alters-
und Sozialstatusgruppen?
Die durchschnittlich konsumierte Menge wird im ESA 2018 nach einzelnen
Getränken in Litern pro Woche für den Zeitraum der letzten 30 Tage berechnet;
die zu Grunde gelegten Alkoholgehalte sind
• Bier: 4,8 Vol.-%; entspricht 38,1 g Reinalkohol pro Liter
• Wein/Sekt: 11,0 Vol.-%; entspricht 87,3 g Reinalkohol pro Liter
• Spirituosen: 33,0 Vol.-%; entspricht 262,0 g Reinalkohol pro Liter
• Alkoholhaltige Mixgetränke: 0,04 Liter Spirituosen mit 33,0 Vol.-%;
entspricht bei Annahme einer durchschnittlichen Cocktailglasgröße von 0,4
Litern 26,2 g Reinalkohol pro Liter.
Die Trinkmengen pro Woche der 30-Tage-Alkoholkonsumenten sind Tabelle 4
zu entnehmen. Daten zu Sozialstatusgruppen liegen aktuell nicht vor.
Tabelle 4: Trinkmengen1) verschiedener Getränkearten in den letzten 30 Tagen
nach Altersgruppen und Geschlecht; Angaben gewichtet in Liter pro Woche.
Altersgruppen
Gesamt 18–20 21–24 25–29 30–39 40–49 50–59 60–64
Gesamt Bier 1,6 1,7 1,6 1,5 1,5 1,5 1,6 1,8
Wein/Sekt 0,5 0,3 0,4 0,4 0,4 0,5 0,5 0,6
Spirituosen2) 0,05 0,09 0,07 0,06 0,06 0,04 0,04 0,03
Mixgetränke 0,5 1,1 0,7 0,6 0,5 0,4 0,4 0,3
Männer Bier 2,0 2,1 2,0 1,9 1,9 1,8 2,1 2,4
Wein/Sekt 0,5 0,4 0,3 0,3 0,4 0,5 0,5 0,6
Spirituosen2) 0,06 0,12 0,09 0,07 0,08 0,05 0,05 0,03
Mixgetränke 0,7 1,4 0,8 0,7 0,5 0,4 0,6 0,3
Frauen Bier 0,8 1,0 0,9 0,8 0,7 0,8 0,6 0,7
Wein/Sekt 0,5 0,4 0,5 0,4 0,4 0,5 0,5 0,5
Spirituosen2) 0,04 0,07 0,06 0,04 0,03 0,02 0,03 0,03
Mixgetränke 0,4 0,8 0,7 0,5 0,4 0,3 0,2 0,3
1) Mittelwert in Liter pro Woche, bezogen auf Konsumenten des jeweiligen Getränks.
2) Aufgrund des hohen Alkoholgehalts bei Spirituosen wird die Konsummenge auf zwei
Dezimalstellen genau angegeben.
Die Drogenaffinitätsstudie der BZgA zeigt für das Jahr 2019, dass 12- bis
17-jährige Jugendliche bezogen auf die letzten zwölf Monate vor der
Befragung durchschnittlich 18,7 Gramm Alkohol pro Woche konsumiert haben
(männliche Jugendliche: 22,6 Gramm; weibliche Jugendliche: 14,6 Gramm).
18- bis 25-jährige konsumierten 75,5 Gramm Alkohol pro Woche (junge
Männer: 101,0 Gramm; junge Frauen: 47,4 Gramm).
Die Alkoholmenge, die 12- bis 17-jährige Jugendliche konsumierten, die das
Gymnasium besuchen, ist mit durchschnittlich 19,6 Gramm pro Woche ähnlich
wie die Konsummenge der anderen Jugendlichen (18,2 Gramm). 18- bis
25-jährige junge Erwachsene mit (Fach-)Hochschulreife konsumierten
67,6 Gramm und mit mittlerer Reife 83,5 Gramm Reinalkohol pro Woche. Die
Gruppe der 18- bis 25-Jährigen, die maximal einen Hauptschulabschluss haben
bzw. keine Angaben zu ihrem Schulabschluss machen, konsumierte im
Durchschnitt 88,9 Gramm Reinalkohol pro Woche.
6. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Prävalenz von
Risikokonsum in Deutschland, und wie hat sich diese seit dem Jahr 1995
entwickelt (bitte nach Geschlechtern aufschlüsseln)?
Riskanter Alkoholkonsum ist im ESA wie folgt definiert: Alkoholkonsum in
den letzten 30 Tagen mit Mengen von durchschnittlich mehr als 24 g (Männer)
bzw. 12 g (Frauen) Reinalkohol pro Tag. Der riskante Alkoholkonsum ist seit
1995 unter den Personen, die in den letzten 30 Tagen Alkohol konsumiert
hatten, insgesamt wie auch bei Männern und Frauen deutlich zurückgegangen
(siehe Tabelle 5).
Zudem liegen Ergebnisse zum Trendverlauf von riskantem Alkoholkonsum in
einzelnen Altersgruppen getrennt nach Geschlecht vor. Ziel der Untersuchung
war zu prüfen, ob die Trends in allen Altersgruppen parallel zum pro-Kopf-
Konsum verlaufen („Kollektivität“) oder zwischen Altersgruppen im Sinne
einer „Polarisierung“ divergieren. Die zeitlichen Verläufe riskanten
Alkoholkonsums nach Altersgruppen zeigen bei Männern eine schwache Kollektivität,
d. h. dass sich die Trends zwischen den Altersgruppen unterscheiden, obwohl
die Entwicklung in die gleiche Richtung weist, und bei Frauen eine
Polarisierung, d. h. in den jüngsten und ältesten Altersgruppen steigt der Trend an,
wohingegen in den anderen Altersgruppen der Trend fallend ist.
Quelle: Kraus, L., Loy, J. K., Wilms, N. & Starker, A. (2020). Altersspezifische
Trends des risikoreichen Alkoholkonsums: Kollektive oder unterschiedliche
Verläufe? Eingereicht im Bundesgesundheitsblatt.
Tabelle 5: 30-Tage-Prävalenz riskanter Alkoholkonsum) der 30-Tage-
Alkoholkonsumenten nach Geschlecht der 18–59-Jährigen; Angabe gewichtet
in Prozent
Erhebungsjahr
1995 1997 2000 2003 2006 2009 2012 2015 2018
Gesamt 30,0 28,3 30,2 22,6 22,7 21,3 20,4 20,8 17,7
Männer 35,6 34,5 33,8 25,4 24,3 22,1 20,3 20,9 16,2
Frauen 23,3 21,2 26,1 19,4 20,8 20,4 20,5 20,7 19,4
1) letzten 30 Tage, Männer: > 24 g. Frauen: > 12 g
7. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Prävalenz von
Risikokonsum und regelmäßigem Alkoholkonsum bei Minderjährigen in
Deutschland, und wie haben sich die Zahlen seit dem Jahr 2000 entwickelt
(bitte nach Geschlechtern aufschlüsseln)?
Die Drogenaffinitätsstudie der BZgA zeigt, dass die Prävalenz des
Risikokonsums 12- bis 17-jähriger Jugendlicher von 6,6 Prozent im Jahr 2001 auf
3,3 Prozent im Jahr 2019 zurückgegangen ist (männliche Jugendliche: von
6,8 Prozent auf 3,1 Prozent; weibliche Jugendliche: von 6,4 Prozent auf
3,6 Prozent). Mit Risikokonsum ist der Konsum von für Erwachsene
gesundheitlich riskanten Alkoholmengen gemeint, d. h. im Schnitt mehr als 24 Gramm
(Männer) bzw. 12 Gramm (Frauen) Reinalkohol am Tag. Unter 18- bis
25-jährigen jungen Erwachsenen hat sich die Prävalenz des Risikokonsums von
insgesamt 17,7 Prozent im Jahr 2001 auf 14,5 Prozent im Jahr 2019 reduziert.
Der Rückgang ist auf eine statistisch signifikante Veränderung unter jungen
Männern zurückzuführen (2001: 22,3 Prozent; 2019: 14,5 Prozent). Unter
jungen Frauen unterscheiden sich die Werte der Jahre 2001 (12,8 Prozent) und
2019 (14,6 Prozent) statistisch nicht signifikant.
Eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse aller Erhebungen des Zeitraums
2001 bis 2019 ist für alle Alters- und Geschlechtergruppen verfügbar in
Tabelle 17, S. 84 des BZgA- Forschungsberichts zur Drogenaffinitätsstudie 2019
(Orth & Merkel, 2020).
Die Verbreitung des regelmäßigen, d. h. des wöchentlichen, Alkoholkonsums in
den letzten zwölf Monaten ist unter 12- bis 17-jährigen Jugendlichen von
17,9 Prozent im Jahr 2001 auf 9,5 Prozent im Jahr 2019 zurückgegangen
(männliche Jugendliche: von 23,3 Prozent auf 11,7 Prozent; weibliche
Jugendliche: von 12,2 Prozent auf 7,1 Prozent). Unter 18- bis 25-jährigen jungen
Erwachsenen hat sich die Prävalenz des regelmäßigen Alkoholkonsums von
insgesamt 39,8 Prozent im Jahr 2001 auf 32,9 Prozent im Jahr 2019 reduziert.
Wieder ist der Rückgang auf eine statistisch signifikante Veränderung unter
jungen Männern zurückzuführen (2001: 51,9 Prozent; 2019: 40,4 Prozent).
Unter jungen Frauen unterscheiden sich die Werte der Jahre 2001 (27,1 Prozent)
und 2019 (24,7 Prozent) statistisch nicht signifikant.
Eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse aller Erhebungen des Zeitraums
2001 bis 2019 ist für alle Alters- und Geschlechtergruppen verfügbar in
Tabelle 16, S. 83 des BZgA-Forschungsberichts zur Drogenaffinitätsstudie 2019
(Orth & Merkel, 2020).
Hinweis: Abweichungen der hier für das Jahr 2019 dargestellten Zahlen von
denen in der Antwort zu Frage 1 sind darauf zurückzuführen, dass in den
Trendanalysen zur besseren Vergleichbarkeit der verschiedenen Jahre
ausschließlich die Angaben von den Personen berücksichtigt werden, die per
Festnetztelefon befragt wurden. In der Antwort zu Frage 1 werden zusätzlich die
Personen berücksichtigt, die im Jahr 2019 per Mobiltelefon befragt wurden.
Quelle: Orth, B. & Merkel, C. (2020). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der
Bundesrepublik Deutschland 2019. Rauchen, Alkoholkonsum und Konsum
illegaler Drogen: aktuelle Verbreitung und Trends. BZgA-Forschungsbericht.
Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. doi: 10.17623/
BZGA:225-DAS19-DE-1.0
8. Welchen Einfluss hatte nach Kenntnis der Bundesregierung die Corona-
Pandemie auf den durchschnittlichen Alkoholkonsum in Deutschland, und
wie haben sich die Verkaufszahlen der einzelnen alkoholischen Getränke
(Wein, Bier, Spirituosen, Zwischenerzeugnisse, Alkopops) im Vergleich
zu den Vorjahren entwickelt?
Die gesellschaftlichen Auswirkungen auf Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch
und -abhängigkeit infolge der COVID-19-Pandemie sind derzeit noch nicht
abschätzbar. Zurzeit laufen verschiedene Studien über den Konsum und
eventuelle Änderungen des Konsumverhaltens während der COVID-19-Pandemie. Zum
Alkoholkonsum liegen erste Erkenntnisse aus der COSMO-Studie vor (
https://p
rojekte.uni-erfurt.de/cosmo2020/web/topic/wissen-verhalten/70-rauchen-trin
ken/). Danach hat sich bei der Mehrheit der Befragten (41,0 Prozent) der
Alkoholkonsum seit Beginn des sogenannten ersten Lockdowns nicht verändert.
21,2 Prozent gaben eine Verringerung und 37,2 Prozent eine Erhöhung des
Konsums an. 0,4 Prozent gaben an, erst während dieser Zeit mit dem
Alkoholkonsum begonnen zu haben.
Der Bundesregierung liegen keine Informationen zu den Verkaufszahlen der
einzelnen alkoholischen Getränke vor. Die Einnahmen aus der Verbrauchsteuer
differenziert nach den einzelnen alkoholischen Getränken können den
nachfolgenden Tabellen entnommen werden. Dabei ist zu beachten, dass die
Verbrauchsteuereinnahmen nicht deckungsgleich mit den Verkaufszahlen sind.
Einnahmen aus der Verbrauchsteuer im Jahr 2019 gerundet in Mio. Euro
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Bier 47,8 40,4 41,4 43,4 55,6 58,0 56,3 62,1 54,6 50,7 48,1 45,9
Schaumwein 46,5 55,3 21,9 23,7 28,3 32,6 36,8 25,9 32,3 26,6 32,5 31,4
Alkohol 215,8 216,9 146,2 147,0 160,5 177,8 181,2 160,4 173,6 166,7 157,2 214,5
Zwischenerzeugnisse 1,66 1,81 1,39 1,11 1,21 1,60 1,57 1,43 2,17 1,71 1,76 1,94
Alkopops 0,08 0,08 0,07 0,07 0,07 0,08 0,13 0,14 0,18 0,03 –0,01 0,11
Einnahmen aus der Verbrauchsteuer im Jahr 2020 gerundet in Mio. Euro
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov
Bier 47,1 44,1 39,3 32,0 21,0 48,8 60,7 68,8 65,5 55,9 51,1
Schaumwein 43,8 50,5 23,4 21,5 31,2 23,2 22,6 26,7 31,0 31,6 31,9
Alkohol 197,8 221,8 142,0 131,9 167,1 156,5 153,6 164,6 188,0 166,8 183,1
Zwischenerzeugnisse 1,68 2,06 1,36 1,23 1,19 1,40 1,79 1,63 2,40 2,25 2,01
Alkopops 7,82 2,60 –0,21 0,05 0,03 0,07 0,10 0,08 –0,26 0,25 0,09
Quelle: Bundesministerium der Finanzen
9. Welche Anzahl an Menschen sind nach Kenntnis der Bundesregierung
jährlich seit 2000 an den Folgen des Alkoholkonsums bzw. durch
Alkoholkonsum-bedingte Erkrankungen in den einzelnen Bundesländern
und insgesamt verstorben (bitte nach Geschlechtern und Alter
aufschlüsseln)?
Daten aus der Todesursachenstatistik liegen hierzu bis zum Jahr 2019 vor und
sind in der anliegenden Tabelle (Anlage 1*) des Statistischen Bundesamts
dargestellt.
Erkenntnisse zur Morbidität und Mortalität im Zusammenhang mit Alkohol
(alkohol-attributabel) für Gesamtdeutschland wurden in einer Studie von
Kraus, Pabst, Piontek, Gmel, Shield, Frick und Rehm (2015) vorgelegt. Die
Analysen zeigen einen Rückgang der alkohol-attributablen Erkrankungen
(2000–2012) und Mortalitätsraten (1995–2012).
Quelle: Kraus, L., Pabst, A., Piontek, D., Gmel, G., Shield, K. D., Frick, H. &
Rehm, J. (2015). Temporal Changes in Alcohol-Related Morbidity and
Mortality in Germany. Eur Addict Res, 21, 262–272. DOI: 10.1159/000381672
10. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamt- und Pro-
Kopf-Konsum der einzelnen alkoholischen Getränke (Wein, Bier,
Spirituosen, Zwischenerzeugnisse, Alkopops) gemessen in Reinalkohol
jährlich seit dem Jahr 2000 in Deutschland entwickelt?
Die Entwicklung des Verbrauchs je Einwohner an Bier, Wein, Schaumwein und
Spirituosen in Litern Fertigware in den Jahren 2000 bis 2018 in Deutschland ist
in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Zahlen für die Jahre 2019 und 2020
liegen noch nicht vor (Quelle: DHS, Jahrbuch Sucht 2020).
Jahr Bier Wein Schaumwein Spirituosen
2000 125,5 19,0 4,1 5,8
* Von einer Drucklegung der Tabelle wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/25943 auf der Internetseite
des Deutschen Bundestages abrufbar.
Jahr Bier Wein Schaumwein Spirituosen
2001 122,4 19,8 4,2 5,8
2002 121,5 20,3 3,9 5,9
2003 117,5 19,8 3,8 5,9
2004 115,9 20,1 3,8 5,8
2005 115,3 19,9 3,8 5,7
2006 116,1 20,1 3,8 5,7
2007 111,8 20,6 3,8 5,6
2008 111,1 20,7 3,9 5,5
2009 109,6 20,1 3,9 5,4
2010 107,4 20,5 3,9 5,4
2011 107,2 20,2 4,1 5,4
2012 107,3 20,8 4,2 5,5
2013 106,6 21,1 4,0 5,5
2014 106,9 20,7 3,9 5,4
2015 105,9 20,5 3,7 5,4
2016 104,1 21,1 3,7 5,4
2017 101,1 20,9 3,9 5,4
2018* 102,0 20,5 3,4 5,4
* = vorläufige Zahlen
11. Wie hoch liegt nach Kenntnis der Bundesregierung der Pro-Kopf-
Konsum der einzelnen alkoholischen Getränke (Wein, Bier, Spirituosen,
Zwischenerzeugnisse, Alkopops) gemessen in Reinalkohol in
Deutschland im Vergleich zu den anderen EU-Ländern (bitte für jedes Land
angeben)?
Der Pro-Kopf-Verbrauch von Reinalkohol in der Bevölkerung (ab 15 Jahren)
für das Jahr 2018 lässt sich der nachfolgenden Tabelle für Deutschland und die
anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union entnehmen. Aktuellere Zahlen
liegen nicht vor.
Land Typ Jahr 2018
Belgien
Gesamt 9,42
Bier 4,46
Wein 3,47
Spirituosen 1,15
andere alk. Getränke 0,34
Bulgarien
Gesamt 11,42
Bier 4,32
Wein 1,73
Spirituosen 5,2
andere alk. Getränke 0,16
Dänemark
Gesamt 9,31
Bier 3,45
Wein 4,22
Spirituosen 1,65
andere alk. Getränke 0
Deutschland
Gesamt 10,81
Bier 5,64
Wein 3,11
Spirituosen 2,07
andere alk. Getränke 0
Land Typ Jahr 2018
Estland
Gesamt 11,20
Bier 3,58
Wein 1,89
Spirituosen 4,62
andere alk. Getränke 1,11
Finnland
Gesamt 8,57
Bier 3,97
Wein 1,72
Spirituosen 1,10
andere alk. Getränke 1,58
Frankreich
Gesamt 11,24
Bier 2,43
Wein 6,29
Spirituosen 2,35
andere alk. Getränke 0,17
Griechenland
Gesamt 6,1
Bier 1,99
Wein 2,63
Spirituosen 1,4
andere alk. Getränke 0,09
Irland
Gesamt 11,20
Bier 5,12
Wein 2,90
Spirituosen 2,32
andere alk. Getränke 0,85
Italien
Gesamt 7,81
Bier 1,94
Wein 5,08
Spirituosen 0,79
andere alk. Getränke 0
Kroatien
Gesamt 10,10
Bier 4,67
Wein 3,72
Spirituosen 1,36
andere alk. Getränke 0,35
Lettland
Gesamt 12,60
Bier 5,3
Wein 1,4
Spirituosen 5,1
andere alk. Getränke 0,80
Litauen
Gesamt 11,49
Bier 4,47
Wein 0,80
Spirituosen 4,75
andere alk. Getränke 1,46
Luxemburg
Gesamt 10,94
Bier 4,03
Wein 4,70
Spirituosen 2,21
andere alk. Getränke 0
Land Typ Jahr 2018
Malta
Gesamt 7,87
Bier 2,83
Wein 2,33
Spirituosen 2,31
andere alk. Getränke 0,40
Niederlande
Gesamt 8,34
Bier 4,00
Wein 2,94
Spirituosen 1,41
andere alk. Getränke 0
Österreich
Gesamt 11,80
Bier 6,40
Wein 3,60
Spirituosen 1,90
andere alk. Getränke 0
Polen
Gesamt 10,62
Bier 5,90
Wein 0,85
Spirituosen 3,88
Andere alk. Getränke 0
Portugal
Gesamt 10,37
Bier 2,62
Wein 6,04
Spirituosen 1,34
andere alk. Getränke 0,37
Rumänien
Gesamt 10,14
Bier 5,28
Wein 3,09
Spirituosen 1,77
andere alk. Getränke 0
Schweden
Gesamt 7,20
Bier 2,69
Wein 3,38
Spirituosen 1,00
andere alk. Getränke 0,13
Slowakei
Gesamt 10.16
Bier 3,43
Wein 2,13
Spirituosen 4,14
andere alk. Getränke 0,47
Slowenien
Gesamt 9,99
Bier 4,66
Wein 4,13
Spirituosen 1,20
andere alk. Getränke 0
Spanien
Gesamt 10,43
Bier 4,64
Wein 3,34
Spirituosen 2,29
andere alk. Getränke 0,16
Land Typ Jahr 2018
Tschechien
Gesamt 12,93
Bier 6,89
Wein 2,76
Spirituosen 3,28
andere alk. Getränke 0
Ungarn
Gesamt 10,79
Bier 3,96
Wein 3,33
Spirituosen 3,50
andere alk. Getränke 0
Zypern
Gesamt 9,59
Bier 2,85
Wein 2,72
Spirituosen 4,02
andere alk. Getränke 0
Quelle:
https://apps.who.int/gho/data/node.gisah.A1039?lang=en&showonly=GISAH
12. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der deutsche Pro-Kopf-
Alkoholkonsum im europäischen Vergleich?
Der Alkoholkonsum der EU-Staaten variierte im Jahr 2018 zwischen 6,1 Liter
(Griechenland) und 12,6 Liter (Litauen). In Deutschland lag der Verbrauch bei
10,9 Liter. Der Durchschnittsverbrauch innerhalb der EU lag bei 10 Liter
(Quelle: OECD 2020, Health at a glance 2020).
13. Welche volkswirtschaftlichen Schäden hat nach Kenntnis der
Bundesregierung der Alkoholkonsum in den Jahren 2019 und 2020 in
Deutschland verursacht?
Die volkswirtschaftlichen Schäden des Alkoholkonsums werden nicht jährlich
ermittelt. Die jüngste verfügbare Schätzung beziffert die direkten und
indirekten Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland auf rund 57,04 Mrd. Euro
(Quelle: DHS, Jahrbuch Sucht 2020).
14. Welche Anzahl an Personen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung
auf Grund von Alkoholkonsum bzw. der durch den Alkoholkonsum
verursachten Gesundheitsschäden in den Jahren 2019 und 2020 in einem
Krankenhaus behandelt, und wie verhält sich diese Zahl der
Einweisungen im Vergleich zu den Gesamteinweisungen (bitte nach Geschlechtern
und Alter aufschlüsseln)?
Die angefragten Daten für die Krankenhausstatistik für die Jahre 2019 und
2020 liegen noch nicht vor. Die Daten für die Jahre 2017 und 2018 ergeben
sich aus der als Anlage 2* beigefügten Tabelle des Statistischen Bundesamts.
* Von einer Drucklegung der Tabelle wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/25943 auf der Internetseite
des Deutschen Bundestages abrufbar.
15. Welche Anzahl an Alkoholentwöhnungsbehandlungen hat nach Kenntnis
der Bundesregierung die Deutsche Rentenversicherung in den Jahren
2019 und 2020 durchgeführt bzw. finanziert, und wie hoch sind die
Rückfallquoten bei solchen Behandlungen (bitte jeweils nach
Geschlechtern und Alter aufschlüsseln)?
Für den Bereich der Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung wird
die Anzahl der Entwöhnungsbehandlungen für Erwachsene im Jahr 2019 in der
nachfolgenden Tabelle dargestellt. Zahlen für das Jahr 2020 werden erst ab
Frühjahr 2021 vorliegen. Da eine regelhafte Erfassung der Rückfallquote nicht
erfolgt, können hierzu keine Daten geliefert werden.
Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund
16. Wie viele Alkoholentzüge wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in
den Jahren 2019 und 2020 durchgeführt (bitte jeweils nach
Geschlechtern und Alter aufschlüsseln)?
Dazu liegen der Bundesregierung keine Daten vor.
17. Was hat die Bundesregierung in den Jahren 2019 und 2020 auf
europäischer Ebene unternommen, um einen riskanten Alkoholkonsum zu
vermindern und die Prävention im Bereich Alkohol zu verbessern?
Deutschland war regelmäßig auf den Sitzungen des Comitee on National
Alcohol Policy and Action CNAPA vertreten, das zuletzt 2018 getagt hat.
Deutschland hat sich in der Vergangenheit an Europäischen Initiativen wie z B.
Ratsschlussfolgerungen aktiv beteiligt. 2019 und 2020 wurden die EU-Projekte
DEEP SEAS Developing and Extending Pracise on the EU Standard Alcohol
Survey (Projektpartner ist u. a. die TU Dresden), und FAR SEAS (Fetal
Alcohol Reduction and exchange of European knowledge after SEAS) begleitet.
18. Welche Präventions- und Suchthilfeprojekte im Bereich Alkohol hat die
Bundesregierung jeweils in den Jahren 2019 und 2020 finanziell
gefördert?
a) In welcher Höhe wurden diese Projekte gefördert?
b) Welche Zielvorgaben gab es jeweils für die Gewährung der
Fördermittel?
c) Wie wurde überprüft, ob diese Zielvorgaben eingehalten bzw.
erreicht wurden?
d) Welche dieser Projekte wurden wann, wie und mit welchem Ergebnis
evaluiert?
e) Sind weitere Evaluationen der Projekte geplant, wenn ja, wann, und
für welche Projekte?
Die Fragen 18 bis 18e werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verfolgt in der
Alkoholprävention eine zielgruppenspezifische, auf wissenschaftlicher Basis
beruhende Präventionsstrategie, in der verschiedene Maßnahmen in den
Lebenswelten – wie Schulen, Kommunen, Sport, Freizeit – verzahnt sind mit
massenkommunikativen Angeboten. Diese Präventionsstrategie setzt sich
zusammen aus der Kampagne „Null Alkohol – Voll Power“ (Bundesmittel 2019:
650 000 Euro; 2020: 860 000 Euro), der Jugendkampagne „Alkohol? Kenn
dein Limit.“ (Bundesmittel 2019: 830 000 Euro; 2020: 1 100 000 Euro,
Drittmittel 2019: 4 200 000 Euro; 2020 4 200 000 Euro), der
Erwachsenenkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ (Bundesmittel 2019: 900 000 Euro; 2020:
900 000 Euro) sowie der Aktion „Alkoholfrei Sport genießen“ (Bundesmittel
2019: 200 000 Euro; 2020: 200 000 Euro).
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fördert derzeit die Projekte
„Schulische FASD-Primärprävention im Vorfeld eigener Schwangerschaften“
der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V. (ÄGGF) mit
Haushaltsmittel i. H. v. 99 820 Euro (Laufzeit 1. März 2020 bis 30. April 2021) und
das „Deutsche FASD Kompetenz Zentrum Bayern“ der Soziale Beratungs- und
Betreuungsdienste Bayern gGmbH mit Haushaltsmitteln i. H. v. 242 414 Euro
(Laufzeit: 15. Oktober 2018 bis 14. Oktober 2021). Außerdem wurde das
Projekt „Implementierung und Evaluation der S3-Leitlinie zu Screening, Diagnose
und Behandlung alkoholbezogener Störungen – IMPELA“ des
Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) durch das BMG mit Haushaltsmitteln
i. H. v. 400 644 Euro gefördert (Laufzeit: 1. Oktober 2017 bis 31. Dezember
2020). Darüber hinaus gibt es Projekte zu Querschnittsthemen, bei denen eine
exakte Unterscheidung nach Ausgaben für Alkohol nicht möglich ist.
Den Schwerpunkt der zielgruppenspezifischen Präventionsprogramme der
BZgA bildet die Jugendkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“, die sich an die
16- bis 20-Jährigen richtet mit dem Ziel, vor allem das Rauschtrinken zu
vermeiden. Flankiert wird diese Kampagne durch die BZgA-Präventionsangebote
„Null Alkohol – Voll Power“ für die unter 16-Jährigen mit dem Ziel, deren
Abstinenz zu fördern, sowie der Aktion „Alkoholfrei Sport genießen“ in
Kooperation mit den großen Breitensportverbänden mit dem Ziel, erwachsene
Bezugspersonen für ihre Vorbildfunktion zu sensibilisieren. Die
Erwachsenenkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ richtet sich an die erwachsene
Bevölkerung mit dem Ziel, einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu
vermitteln und den Konsum insgesamt zu senken.
Ziel des Projekts „Schulische FASD-Primärprävention im Vorfeld eigener
Schwangerschaften“ ist die Entwicklung und Durchführung eines
Informationsangebots für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 bis 7 zur
Aufklärung über die Risiken von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und der
Verhinderung von Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD). Insgesamt sollen
600 Veranstaltungen inklusive der Elternabende und Fortbildungen für
Lehrkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durchgeführt werden.
Ziel des Projekts „Deutsches FASD Kompetenz Zentrum Bayern“, das
gemeinsam mit dem Land Bayern entwickelt wurde, ist die Etablierung eines
Deutschen FASD-Kompetenzzentrums beim Integrierten Sozialpädiatrischen
Zentrums im Klinikum der Universität München sowie die Entwicklung und
Evaluierung eines Versorgungskonzeptes zu FASD zur bundesweiten
Implementierung. Das FASD Kompetenzzentrum wird durch das Bayerische
Staatsministerium für Gesundheit und Pflege für den Bereich der Versorgung gefördert. Das
BMG fördert die Bereiche Evaluation und Entwicklung eines Konzeptes für
den bundesweiten Transfer. Im Rahmen des Projektes sollen insbesondere ein
niedrigschwelliger Informationszugang und eine Verbesserung der
Früherkennung erreicht und patientenzentrierte und systematische Interventions- und
Rehabilitationsmodule entwickelt werden. Außerdem wird das Projekt
wissenschaftlich evaluiert mit dem Ziel, vor allem effektive Interventionselemente,
die zukünftig in der Versorgung in ganz Deutschland eingesetzt werden
können, zu bestimmen.
Ziel des Projektes IMPELA ist die bedarfs- und nutzenorientierte Auswahl,
systematische Entwicklung, modellhafte Implementierung und Evaluation von
Umsetzungsstrategien für die S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und
Behandlung alkoholbezogener Störungen.
Zur Überprüfung der Zielvorgaben führt die BZgA regelmäßig
Repräsentativbefragungen (Drogenaffinitätsstudie, Alkoholsurvey) durch, die Veränderungen
des Alkoholkonsums von Jugendlichen und jungen Erwachsenen untersuchen.
Da die vom BMG geförderten Projekte noch laufen bzw. ein Abschlussbericht
des Projekts IMPELA erst zum 31. März 2021 vorzulegen ist, war eine
endgültige Überprüfung der Zielvorgaben noch nicht möglich. Der Zwischenstand der
Projekte wird bzw. wurde laufend anhand der Zwischen- und
Meilensteinberichte überprüft und ggf. erforderliche Anpassungen vorgenommen.
Die Präventionsmaßnahmen der BZgA setzen sich aus mehreren
Einzelmaßnahmen zusammen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist bereits
nachgewiesen bzw. werden parallel zu deren Umsetzung Studien über die Wirkungen der
Einzelmaßnahmen durchgeführt.
Das Projekt „Deutsches FASD Kompetenz Zentrum Bayern“ wird
wissenschaftlich evaluiert (s. Antwort zu Frage 18c). Mit Ergebnissen ist im ersten
Quartal 2022 zu rechnen. Das Vorgängerprojekt der ÄGGF zur Entwicklung
einer schulischen Präventionsveranstaltung ab Klasse 8 wurde vom Institut für
Therapie- und Gesundheitsforschung – IFT-Nord gGmbH- wissenschaftlich
evaluiert. Danach hat die Präventionsveranstaltung eine hohe Akzeptanz und
kann zur Vermeidung von FASD beitragen. Das Projekt IMPELA beinhaltet die
Evaluation von Umsetzungsstrategien für die S3-Leitlinie „Screening,
Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen“ in der Versorgung.
Ergebnisse werden mit dem Abschlussbericht Ende März 2021 vorliegen.
19. Welche messbaren Ziele hat sich die Bundesregierung im Bereich
Prävention und Suchthilfe im Bereich Alkohol für die Zukunft gesetzt?
Zu den wichtigsten Zielen der Gesundheitspolitik der Bundesregierung zählt
die Reduzierung des missbräuchlichen Konsums von Alkohol. Im Jahr 2015
wurde ein Nationales Gesundheitsziel „Alkoholkonsum reduzieren“ im
Rahmen des Gesundheitszielprozesses „gesundheitsziele.de“ beschlossen. In der
Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik, die die übergreifende
nationale Ausrichtung der Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland beschreibt, sind
für den Bereich Alkohol folgende Ziele vorgesehen:
• Reduzierung der Häufigkeit des Rauschtrinkens unter Kindern und
Jugendlichen
• Konsequente Umsetzung der bestehenden Regelungen des
Jugendschutzgesetzes
• Kinder und Jugendliche vor Alkoholwerbung schützen
• Alkoholkonsum im Straßenverkehr reduzieren
• Punktnüchternheit am Arbeitsplatz
• Punktnüchternheit in Schwangerschaft und Stillzeit
• Reduzierung der alkoholbedingten Gewalt
• Konzentration auf Risikogruppen in der erwachsenen Bevölkerung.
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 19 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 21 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 23 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 25 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 27 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 29 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 31 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 33 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 35 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 37 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 39 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 41 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 43 – Drucksache 19/25943
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 45 – Drucksache 19/25943
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ISSN 0722-8333]