Fetale Alkoholspektrumstörungen in Deutschland
der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Katja Suding, Linda Teuteberg, Stephan Thomae, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
In Deutschland werden jedes Jahr viele Kinder mit Schäden geboren, die auf Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Zwischen 10 000 und 20 000 Neugeborene sind jedes Jahr in Deutschland betroffen, davon rund 2 000 mit einer schweren Form der Schädigung (Drogen- und Suchtbericht 2019 der Drogenbeauftragen der Bundesregierung).
Zusammengefasst werden diese Schäden unter der Bezeichnung FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder). Sie reichen von Fehlbildungen über Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen bis zu körperlichen und geistigen Behinderungen. Die schwerste Form der Schädigung wird als Fetales Alkoholsyndrom (FAS) bezeichnet.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen15
Welche Anzahl an Schwangeren konsumiert, nach Kenntnis der Bundesregierung, alkoholische Produkte, und wie hat sich diese Zahl seit 2010 jährlich entwickelt?
Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Kenntnisstand in der Bevölkerung und spezifisch bei Schwangeren über die Risiken beim Alkoholkonsum in der Schwangerschaft, und wie hat sich dieser Kenntnisstand seit 2010 entwickelt?
Wie viele Kinder wurden, nach Kenntnis der Bundesregierung, jährlich seit 2010 mit FAS bzw. FASD geboren?
Wie viele Menschen leben, nach Kenntnis der Bundesregierung, insgesamt in Deutschland, die unter gesundheitlichen Schäden durch den Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft der Mutter leiden?
Wie hat sich, nach Kenntnis der Bundesregierung, die Zahl der Menschen, die Alkohol in der Schwangerschaft für unbedenklich halten, in den letzten zehn Jahren entwickelt?
Wie viele Menschen haben jährlich seit 2010, nach Kenntnis der Bundesregierung, aufgrund FASD bzw. FAS einen Schwerbehindertenausweis beantragt, und wie viele dieser Anträge wurden, nach Kenntnis der Bundesregierung, jährlich seit 2010 genehmigt?
Welcher Grad der Behinderung wird bei Menschen mit FASD bzw. FAS, nach Kenntnis der Bundesregierung, in der Regel festgestellt?
Welche Präventionsprojekte wurden in den letzten zehn Jahren im Bereich FASD bzw. FAS von der Bundesregierung gefördert oder durchgeführt?
Von wem wurden diese Präventionsprojekte jeweils mit welchem Ergebnis unabhängig evaluiert?
Welche Forschungsprojekte wurden in welcher Höhe in den letzten zehn Jahren im Bereich FASD bzw. FAS gefördert, und zu welchen Ergebnissen kamen diese?
Welche Initiativen wurden in den letzten zehn Jahren ergriffen, um das Wissen über FASD bzw. FAS in medizinischen und sozialen Berufen und Behörden zu vergrößern?
Welche Initiativen wurden in den letzten zehn Jahren ergriffen, um das Wissen über FASD bzw. FAS speziell bei werdenden Eltern zu vergrößern?
Von wem wurden diese Initiativen mit welchem Ergebnis unabhängig evaluiert?
Wie viele Zentren gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung, die sich auf die Beratung und Behandlung von FASD-Betroffenen spezialisiert haben?
Inwiefern ist die Bundesregierung ihrem selbstgesetzten Ziel der Punktnüchternheit in der Schwangerschaft und Stillzeit in den letzten Jahren näher gekommen?