[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Christian Sauter, Alexander Graf
Lambsdorff, Renata Alt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/27350 –
Die Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundeswehr ist im Bundesland Nordrhein-Westfalen stark verankert.
Einige Dienststellen haben dabei eine herausragende Bedeutung für die
Truppe in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Dazu zählen z. B. der
erste Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn, die
Luftwaffenkaserne Wahn in Köln und die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne
in Augustdorf. Die Bundesregierung möchte laut dem vierten
Fortschrittsbericht zur „Infrastrukturellen Entwicklung und Sanierungssituation in
Liegenschaften der Bundeswehr 2018“ bis 2029 12,5 Mrd. Euro in die
Infrastruktur der Bundeswehr investieren und möchte dies auch trotz der Auswirkungen
der Corona-Pandemie zeitgerecht realisieren (siehe Bundestagsdrucksache
19/24845). Bis zum Jahr 2029 wird die Bundesregierung davon nach
derzeitigem Stand ca. 1,653 Mrd. Euro in die Infrastruktur der Liegenschaften in
Nordrhein-Westfalen investieren (ebd.). Innerhalb des Bundeslandes fließen
hierbei zum Beispiel rund 157 Mio. Euro in Bundeswehrliegenschaften des
Bezirks Detmold und davon wiederum ca. 68 Mio. Euro in die
Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf (ebd.). Diese Investitionen in
Nordrhein-Westfalen sind nach Ansicht der Fragesteller im bundesweiten
Vergleich auch dringend erforderlich. So sind deutschlandweit 2020 72 Prozent
(2014: 53 Prozent) der Unterkunftsgebäude in gutem bis mittleren Zustand,
28 Prozent haben jedoch immer noch größere Mängel (2014: 38 Prozent). In
Nordrhein-Westfalen sind dagegen nur 64 Prozent der Liegenschaften in
einem mittleren oder guten Zustand, 35 Prozent weisen große Mängel auf
(ebd.). Damit besteht nach Ansicht der Fragesteller im bundesweiten
Vergleich noch Nachholbedarf. Die Frage nach den Infrastrukturinvestitionen
wirft auch die Frage nach energetischen Standards und der Architektur der
Bundeswehrliegenschaften auf. Die Finanzmittel sollten nach Ansicht der
Fragesteller so investiert werden, dass die Liegenschaften kosteneffizient
genutzt werden können, ohne dass die Funktionalität beeinträchtigt wird.
Letzteres muss nach Ansicht der Fragesteller Priorität haben, um ausreichend
qualifizierte Soldaten und zivile Beschäftigte an den Standorten in Nordrhein-
Westfalen zu gewinnen.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/28354
19. Wahlperiode 12.04.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung
vom 9. April 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Wie hat sich die Anzahl der Bundeswehrstandorte in Nordrhein-
Westfalen und der dort stationierten Einheiten bzw. Behörden in den
vergangenen zehn Jahren verändert (bitte detailliert aufschlüsseln)?
2. Wie soll sich die Anzahl der Bundeswehrstandorte in Nordrhein-
Westfalen und der dort stationierten Einheiten bzw. Behörden in den
kommenden fünf bzw. zehn Jahren entwickeln (bitte detailliert
aufschlüsseln)?
a) Welche Standorte oder dort stationierten Einheiten bzw. Behörden
sollen in den kommenden fünf bzw. zehn Jahren aufgelöst werden?
b) Welche Standorte oder Einheiten bzw. Behörden sollen in den
kommenden fünf bzw. zehn Jahren neu gegründet werden?
Die Fragen 1 bis 2b werden zusammen beantwortet.
Kommunen, in denen Organisationselemente der Bundeswehr mit zusammen
mehr als 14 Dienstposten verortet sind, werden als Standort der Bundeswehr
bezeichnet.
Im Ergebnis der Stationierungsentscheidung im Jahr 2011 hatte Nordrhein-
Westfalen 33 Standorte. Derzeit hat Nordrhein-Westfalen 34 Standorte der
Bundeswehr.
Standortschließungen sind nicht vorgesehen.
Für die Liegenschaft Boelcke-Kaserne in Kerpen wurde ein möglicher
dauerhafter Bedarf für die Zwecke der Bundeswehr, insbesondere für Kräfte der
Organisationsbereiche Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr und
Streitkräftebasis, festgestellt. Für die Festlegung der konkreten Nutzung durch
Dienststellen und Einheiten der Bundeswehr sind noch weitere
Detailuntersuchungen erforderlich.
In der folgenden Tabelle sind die Standorte der Bundeswehr im Bundesland
Nordrhein-Westfalen mit den wesentlichen Dienststellen aufgelistet:
Standort Dienststellenbezeichnung
Aachen Technische Schule des Heeres
Bundeswehr-Dienstleistungszentrum
Kraftfahrausbildungszentrum
Sanitätsversorgungszentrum
Ahlen 5./Panzerbataillon 203
Aufklärungsbataillon 7
Sanitätsversorgungszentrum
Augustdorf Panzerbrigade 21
Panzergrenadierbataillon 212
Panzerbataillon 203
2./Versorgungsbataillon 7
Bundeswehr-Dienstleistungszentrum
5./Feldjägerregiment 2
Kraftfahrausbildungszentrum
Sanitätsunterstützungszentrum
Sanitätsstaffel Einsatz
Standort Dienststellenbezeichnung
Bonn Bundesministerium der Verteidigung
Kommando Streitkräftebasis
Kommando Cyber- und Informationsraum
Kommando Informationstechnik der
Bundeswehr
Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und
Dienstleistungen der Bundeswehr
Bundeswehr-Dienstleistungszentrum
Bildungszentrum der Bundeswehr Abteilung IV
Bildung und Qualifizierung
Streitkräfteamt
Zentrum Militärmusik der Bundeswehr
6./Feldjägerregiment 2
Sanitätsversorgungszentrum
Brakel Teile der Einsatzunterstützungsstaffel 22
Dorsten Bundeswehr-Feuerwehr Wulfen
Munitionsversorgungszentrum West
Munitionslager Wulfen
Düsseldorf Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und
Dienstleistungen der Bundeswehr –
Kompetenzzentrum Baumanagement
Karrierecenter der Bundeswehr III
Bundesamt für das Personalmanagement der
Bundeswehr Abteilung VII – Personalservices
Bundesamt für das Personalmanagement der
Bundeswehr Servicezentrum West
Landeskommando Nordrhein-Westfalen
Erndtebrück Einsatzführungsbereich 2
Systemzentrum 25
Sanitätsversorgungszentrum
Eschweiler Technische Schule des Heeres Lehrgruppe A
Euskirchen Zentrum für Cyber- Sicherheit der
Bundeswehr
Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr
Zentrum Softwarekompetenz der
Bundeswehr
Big Band der Bundeswehr
Munitionslager Rheinbach
Sanitätsversorgungszentrum
Geilenkirchen Dienstältester Deutscher Offizier Deutscher Anteil
NATO Airborne Early Warning and Control Force
Zentrum für Verifikationsaufgaben der
Bundeswehr
Sanitätsversorgungszentrum
Gronau (Westfalen) Sanitätsmateriallager Epe
Hilden Feldjägerregiment 2
Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr
Sanitätsversorgungszentrum
Höxter ABC-Abwehrregiment 7
Sanitätsversorgungszentrum
Hürth Bundessprachenamt
Jülich Mechatronikzentrum der Bundeswehr
Standort Dienststellenbezeichnung
Kalkar Zentrum Luftoperationen
Führungsunterstützungssektor 3
Dienstältester Deutscher Offizier Deutscher Anteil
Joint Air Power Competence Centre
Luftwaffenunterstützungsgruppe Kalkar
Sanitätsversorgungszentrum
Köln Luftfahrtamt der Bundeswehr
Bundesamt für den militärischen Abschirmdienst
Amt für Heeresentwicklung
Bundeswehr-Dienstleistungszentrum
Bundeswehr-Feuerwehr
Luftwaffentruppenkommando
Flugbereitschaft Bundesministerium der Verteidigung
Führungsunterstützungszentrum der Luftwaffe
Führungsunterstützungssektor 2
Luftwaffenunterstützungsgruppe Wahn
Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der
Luftwaffe
Bundesamt für das Personalmanagement der
Bundeswehr
Bundeswehrfachschule
Regionales Karrierecenter
Sportfördergruppe der Bundeswehr
Sanitätsunterstützungszentrum Köln-Wahn
Königswinter Materiallager
Mechernich Bundeswehr-Feuerwehr
Bundeswehrdepot West
Kalibrierzentrum der Bundeswehr
Materiallager
Minden DEU/GBR Pionierbrückenbataillon 130
Mönchengladbach Zentrum Kraftfahrwesen der Bundeswehr
Münster Deutscher Anteil I. Deutsch-Niederländisches Corps
Deutscher Anteil Stabs- und Unterstützungsbataillon
I. Deutsch-Niederländisches Corps
Bundeswehr-Dienstleistungszentrum
Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und
Dienstleistungen der Bundeswehr –
Kompetenzzentrum Travelmanagement
Dienstältester Deutscher Offizier Deutscher Anteil
beim Air Operations Coordination Centre beim
I. (GE/NL) Korps
Truppendienstgericht Nord
Luftwaffenmusikkorps
Sanitätsversorgungszentrum
Bundessprachenamt Sprachenzentrum West
Regionales Karrierecenter
Nörvenich Bundeswehr-Feuerwehr
Taktisches Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“
Sanitätsversorgungszentrum
Ochtrup Materiallager
Rheinbach Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr
Zentrum Cyber- Operationen
Standort Dienststellenbezeichnung
Rheine Materiallager
Sanitätsregiment 4
Sanitätsversorgungszentrum
Sankt Augustin Bundesamt für das Personalmanagement der
Bundeswehr Abteilung V
Siegburg Bundesamt für das Personalmanagement der
Bundeswehr Abteilung VI
Musikkorps der Bundeswehr
Straelen Materiallager
Uedem Bundeswehr-Feuerwehr Kalkar
Zentrum Luftoperationen, Teile
Dienstältester Deutscher Offizier Deutscher Anteil
Combined Air Operations Centre Uedem
Unna Versorgungsbataillon 7
Kraftfahrausbildungszentrum
Sanitätsversorgungszentrum
Warendorf Sportschule der Bundeswehr
Sportfördergruppe der Bundeswehr
Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr
Wesel Dienstältester Deutscher Offizier/Deutscher Anteil
1st NATO Signal Battalion
3. Wie viele Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind derzeit an den
Bundeswehrstandorten in Nordrhein-Westfalen stationiert (bitte nach
Standorten wie in Frage 1 aufschlüsseln)?
a) Wie hat sich diese Anzahl im Verhältnis zu den anderen
Bundesländern in den vergangenen zehn Jahren verändert?
b) Welche zukünftigen Veränderungen sind hier zu erwarten?
c) Wie viele der laut aktueller Mittelfristiger Personalplanung 203 000
avisierten Soldatinnen und Soldaten, einschließlich der 4 500 Stellen
für Reservedienstleistende, sollen 2027 in Nordrhein-Westfalen
stationiert werden?
Die Fragen 3 bis 3c werden zusammen beantwortet.
In Nordrhein-Westfalen war bzw. ist die Bundeswehr in folgenden Standorten
2011 und künftig mit folgenden Dienstpostenumfängen für Soldatinnen und
Soldaten vertreten.
Standort 2011 2021+
Aachen 440 490
Ahlen 810 660
Augustdorf 2.290 2.090
Bonn 1.980 3.020
Brakel 10 20
Dorsten 10 20
Düsseldorf 110 140
Erndtebrück 680 650
Eschweiler 120 140
Euskirchen 630 1.000
Geilenkirchen 580 510
Gronau (Westfalen) 4 5
Hilden 230 290
Standort 2011 2021+
Höxter 680 630
Hürth 10 10
Jülich 10 8
Kalkar 560 660
Köln 4.660 5.690
Königswinter 0 4
Mechernich 90 110
Minden 660 930
Mönchengladbach 110 120
Münster 520 510
Nörvenich 810 820
Ochtrup 6 7
Rheinbach 610 850
Rheine 10 290
Sankt Augustin 0 60
Siegburg 260 280
Straelen 7 9
Uedem 240 310
Unna 540 620
Warendorf 130 190
Wesel 280 300
In diesen Stationierungsumfängen sind die Soldatinnen und Soldaten als
zeitweilige Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer an Schulen und
sonstigen Ausbildungseinrichtungen, Reservistendienst Leistende sowie
Bundeswehrangehörige, die in Kooperationsvorhaben der Bundeswehr mit der
Wirtschaft oder sonst außerhalb der Bundeswehr verwendet werden, nicht
enthalten.
Nordrhein-Westfalen hat unverändert nach Niedersachsen und Bayern die
dritthöchsten Dienstpostenumfänge an Soldatinnen und Soldaten.
In der Bundeswehr wird mit einem Umfang aus Berufssoldatinnen und
Berufssoldaten (BS), Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit (SaZ), freiwilligen
Wehrdienst Leistenden (FWDL), Reservistendienst Leistenden sowie sich in
Ausbildung befindlichen Personals von rund 203.000 Soldatinnen und Soldaten
geplant. Nach Abzug der FWDL flex (4.000), Reservistendienst Leistenden
(4.500 Vollzeitäquivalente) sowie des sich in Ausbildung befindlichen
Personals (ca. 8.000) verbleiben ca. 166.500 ausplanbare Dienstposten. Von diesem
geplanten Dienstpostenumfang sind in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2027 ca.
22.000 militärische Dienstposten vorgesehen. Für den Einsatz von
Reservistendienst Leistenden werden nach derzeitigen Planungen in Nordrhein-Westfalen
im Jahr 2027 insgesamt ca. 8.600 Verstärkungs-Dienstposten zur Verfügung
stehen, die bedarfsgerecht temporär durch Reservistinnen und Reservisten
besetzt werden können.
4. Wie viele zivile Beschäftigte der Bundeswehr sind derzeit in Nordrhein-
Westfalen beschäftigt (bitte nach Standorten wie in Frage 1
aufschlüsseln)?
a) Wie hat sich diese Anzahl im Verhältnis zu anderen Bundesländern
in den vergangenen zehn Jahren verändert?
b) Welche zukünftigen Veränderungen sind hier zu erwarten?
c) Wie viele der laut aktueller Mittelfristiger Personalplanung 69 700
avisierten zivilen Beschäftigten sollen 2027 in Nordrhein-Westfalen
beschäftigt werden?
Die Fragen 4 bis 4c werden zusammen beantwortet.
In Nordrhein-Westfalen war bzw. ist die Bundeswehr in folgenden Standorten
2011 und künftig mit folgenden Dienstpostenumfänge für Zivilbeschäftigte
vertreten.
Standort 2011 2021 +
Aachen 360 340
Ahlen 50 60
Augustdorf 190 230
Bonn 3.010 3.700
Brakel 10 10
Dorsten 140 170
Düsseldorf 510 990
Erndtebrück 180 110
Eschweiler 40 60
Euskirchen 630 750
Geilenkirchen 170 180
Gronau (Westfalen) 50 40
Hilden 40 40
Höxter 10 50
Hürth 420 450
Jülich 250 260
Kalkar 260 150
Köln 2.160 2.730
Königswinter 0 80
Mechernich 510 500
Minden 70 50
Mönchengladbach 40 50
Münster 270 450
Nörvenich 300 370
Ochtrup 110 170
Rheinbach 110 200
Rheine 110 170
Sankt Augustin 550 580
Siegburg 110 170
Straelen 70 70
Uedem 100 130
Unna 90 100
Warendorf 60 80
Wesel 20 50
In diesen Stationierungsumfängen sind die Zivilbeschäftigten als zeitweilige
Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer an Schulen und sonstigen
Ausbildungseinrichtungen sowie Bundeswehrangehörige, die in
Kooperationsvorhaben der Bundeswehr mit der Wirtschaft oder sonst außerhalb der
Bundeswehr verwendet werden, nicht enthalten.
Nordrhein-Westfalen hatte im Jahr 2011 nach Niedersachsen die zweithöchsten
Dienstpostenumfänge an zivilen Beschäftigten. Im derzeitigen Vergleich hat
Nordrhein-Westfalen die höchsten Dienstpostenumfänge der zivilen
Beschäftigten.
Für den geplanten Umfang von rund 70.000 Zivilbeschäftigten in der
Bundeswehr sind in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2027 ca. 14.000 zivile Dienstposten
vorgesehen.
5. Wie hoch ist der Anteil der in Nordrhein-Westfalen eingesetzten
Reservisten im Jahresdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre und im
Verhältnis zu den hauptberuflichen Soldatinnen und Soldaten?
Einschränkend ist anzuführen, dass sich eine Auswertung der letzten zehn Jahre
nicht realisieren lässt, da im Wehrersatzwesen-Informationssystem nur die
letzten zehn Heranziehungen hinterlegt sind. Dies entspräche im Idealfall einer
Heranziehung pro Kalenderjahr. Da viele Reservistinnen und Reservisten
teilweise mehrfach im Kalenderjahr Reservistendienst leisten, würden die
Ergebnisse bezogen auf einen Zehn-Jahreszeitraum verfälscht.
Die Betrachtung der letzten fünf Jahre führt zu einer sachgerechteren
Bewertung. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der angeführten
Zahl Dienst leistender Reservistinnen und Reservisten um die Gesamtzahl der
Personen handelt, die unabhängig von Häufigkeit und Dauer der jeweiligen
Heranziehung in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt pro Jahr Dienst
leisteten.
Die Reservistinnen und Reservisten waren also nicht täglich zum
Reservistendienst herangezogen. Insofern erscheint die Betrachtung des Verhältnisses
zwischen dauerhaft Dienst leistenden Soldatinnen und Soldaten und
herangezogenen Reservistinnen und Reservisten wenig aussagekräftig.
In den Jahren 2016 bis 2020 leisteten durchschnittlich rund 2.600
Reservistinnen und Reservisten in Dienststellen der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen
Dienst.
In den letzten fünf Jahren waren durchschnittlich rund 23.400 BS, SaZ und
FWDL zu Dienststellen der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen versetzt.
Das Verhältnis BS, SaZ und FWDL zu herangezogenen Reservistinnen und
Reservisten entspricht demnach 9 zu 1.
Hatten singuläre Ereignisse wie z. B. die Corona-Pandemie in den letzten
zehn Jahren nennenswerten Einfluss auf die Anzahl der eingesetzten
Reservisten in Nordrhein-Westfalen?
Im Hinblick auf einen nennenswerten Einfluss singulärer Ereignisse auf die
Anzahl der eingesetzten Reservistinnen und Reservisten in Nordrhein-
Westfalen liegen keine statistischen Erfassungen vor. Es kann jedoch grundsätzlich
davon ausgegangen werden, dass aufgrund des Aufrufs der Bundesministerin
der Verteidigung an die Reserve im März 2020 auch Reservistinnen und
Reservisten herangezogen wurden, die ansonsten nicht die Absicht hatten,
Reservistendienst zu leisten.
6. Gibt es ehemalige Bundeswehrliegenschaften in Nordrhein-Westfalen,
deren Nutzung durch die Bundeswehr in den vergangenen zehn Jahren
beendet wurde (falls ja, bitte detailliert aufschlüsseln)?
a) Für welche dieser Liegenschaften konnte bislang eine Folgenutzung
bzw. keine Folgenutzung gefunden werden?
b) Welche dieser Liegenschaften befinden sich noch im Eigentum des
Bundes?
c) Welche dieser Liegenschaften wurden zu welchen Preisen veräußert?
d) Für welche dieser Liegenschaften wird ein Verkauf angestrebt, und
welche dieser Liegenschaften sollen im Bundeseigentum verbleiben?
Die Fragen 6 bis 6d werden zusammen beantwortet.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat gemäß § 1 Absatz 1
Satz 5 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben den
Auftrag, die in das Verkaufsportfolio übertragenen nicht betriebsnotwendigen
Immobilien wirtschaftlich zu verwerten. Nach dem Ende der
Bundeswehrnutzung prüft die BImA daher zunächst, ob auf Bundesseite weiterer Bedarf durch
andere Bedarfsträger des Bundes besteht. Wenn in absehbarer Zeit kein
Bundesbedarf besteht, werden entbehrliche Bundesliegenschaften dem
Verkaufsportfolio zugeordnet.
Die Zusammensetzung des Verkaufsportfolios verändert sich dabei
kontinuierlich durch Neuaufnahmen oder die Herausnahme von Verkaufsfällen sowie
zeitliche Verschiebungen bei der Veräußerung von Liegenschaften. Kurzfristige
Bundesbedarfe können den Verkaufsbestand ebenfalls beeinflussen.
Bevor die BImA entbehrliche Liegenschaften auf dem Immobilienmarkt
veräußert, werden diese den Kommunen oder anderen Gebietskörperschaften im
Erstzugriff zum Kauf angeboten. Im Rahmen der Wohnraumoffensive der
Bundesregierung verfolgt die BImA zudem das Ziel, für den Wohnungsbau
geeignete und für den Bund entbehrliche Grundstücke vorrangig an Kommunen
zu veräußern.
Die Verkaufsplanung und die Strukturierung des Verkaufsportfolios der BImA
bestimmen sich maßgeblich nach Kriterien wie der planungsrechtlichen
Entwicklung der Liegenschaften durch die Belegenheitskommune
(Planungshoheit), notwendigen Verkaufsvorbereitungen und Untersuchungen der BImA
zur Marktreifmachung sowie den jeweiligen Marktbedingungen. Die geplanten
Veräußerungszeitpunkte unterliegen damit permanenten Veränderungen und
erfordern situationsbedingte Anpassungen. Die BImA muss sich bei ihren
Veräußerungsentscheidungen diesen Gegebenheiten anpassen und arbeitet insoweit
nur mit einer einjährigen konkreten und belastbaren Verkaufsplanung. Angaben
über weiteren Bundesbedarf bzw. darüber hinaus gehende Verkaufsabsichten
können nicht mit der erforderlichen Verbindlichkeit gemacht werden.
Die bereits veräußerten ehemaligen Bundeswehrliegenschaften in Nordrhein-
Westfalen sind in der Tabelle 2 dargestellt. Eine durchgängige Auswertung
erfolgt ab dem Verkaufsjahr 2013, da erst ab diesem Zeitpunkt die
entsprechenden Daten im Projektsystem digital erfasst werden. Ferner ist zu
berücksichtigen, dass insbesondere Großliegenschaften auch in Teilen veräußert werden, so
dass mehrere Teilverkäufe aufgeführt werden.
Das aktuelle Verkaufsportfolio ehemaliger Bundeswehrliegenschaften in
Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2021 ist in der Tabelle 3 dargestellt. Über das Jahr
2021 hinaus können derzeit noch keine konkreten Aussagen getroffen werden.
Die zu veräußernden Grundstücksgrößen stehen regelmäßig frühestens zum
Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses fest, da es sich in vielen Fällen um
Teilflächenverkäufe handelt. Insoweit können hier derzeit keine Angaben gemacht
werden.
Ob, wann, an wen wie viele Objekte ganz oder in mehreren Teilverkäufen und
zu welchem Nutzungszweck tatsächlich verkauft werden, kann wegen der
Unwägbarkeiten derzeit nicht angegeben werden.
Ehemalige Bundeswehrliegenschaften in Nordrhein-Westfalen, die aufgrund
der derzeitigen Nutzung beispielsweise als Asylunterkunft bzw. aufgrund eines
perspektivischen Bundesbedarfes (z. B. „Haltebestand Bundesforst“) aktuell als
nicht entbehrlich eingestuft werden, sind in der Tabelle 1 dargestellt. Diese
Liegenschaften verbleiben aufgrund der Folgenutzungen (mittelfristig) im
Eigentum der BImA.
Tabelle 1: Folgenutzung ehemaliger Bundeswehrliegenschaften in NW
lfd.
Nr
WE Bezeichnung der WE Folgenutzung
1 145154 Offizierskasino Höxter Asylnutzung
2 145217 Kreiswehrersatzamt Arnsberg Büronutzung Bez Reg. Arnsberg
3 145352 Kreiswehrersatzamt Siegen Asylnutzung Stadt Siegen
4 145438 Richtfunkstelle Lüdinghausen Asylnutzung
5 145439 Kreiswehrersatzamt Recklinghausen Asylnutzung
6 145441 Richtfunkstelle Stadtlohn Mobilfunknutzung/Haltebestand
7 145442 Richtfunkstelle Reken Mobilfunknutzung/Haltebestand
8 145465 Medienzentrale der Bundeswehr Asylnutzung/danach Bundesbedarf
9 145475 Funksendestelle Euskirchen Mobilfunknutzung/Haltebestand
10 145726 Teilfläche der Selfkant-Kaserne in Geilenkirchen Verpachtet/perspektivisch Verkauf
11 146973 Hindernisfeuermast Lohmarberg
(Standortübungsplatz Wahnerheide)
Vermietet/Haltebestand
12 146996 Kampfmittelräumdienst Standortübungsplatz
Wahnerheide
Vermietet/Haltebestand
13 147280 Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Bonn Asylnutzung
14 147478 Techn. Betriebsdienst der Standortverwaltung Höxter Asylnutzung
15 147515 Abkippfläche Mechernich Haltebestand Bundesforst
16 147595 Teilflächen Brückberg-Kaserne Siegburg Asylnutzung
17 147857 Teilfläche Boelcke-Kaserne, Kerpen Erneute Nutzung durch Bundeswehr
18 148327 Straßenflächen Standortmunitionsniederlage Höxter Bundesbedarf Straßenbau
19 149616 San.-Depot/Grünfläche Sendenhorst Haltebestand Bundesforst
Tabelle 2: Verkaufte ehemalige Bundeswehrliegenschaften in NW im Zeitraum
1. Januar 2013 bis 11. März 2021
lfd.
Nr.
Verkaufsjahr
Verkaufsobjekt PLZ Ort Straße Kaufpreis
in Euro
1 2013 ehem. Barbarakaserne –
Parkplatz&Sportplatz
48249 Dülmen Letterhausstraße 0,00
2 2013 Lufttanklager, Grünfläche 32361 Preußisch
Oldendorf
0,00
3 2013 Lufttanklager, Gewerbefläche 32361 Preußisch
Oldendorf
17.000,00
4 2013 Lufttanklager, Gewerbefläche 32361 Preußisch
Oldendorf
27.800,00
5 2013 Luftwaffen-Kaserne, ICE-Trasse,
Nottreppenhäuser
51147 Köln Flughafenstraße 128,67
6 2013 Standortübungsplatz Unna
Hengsen-Opherdicke
59439 Holzwickede Brauckstraße 12.528,60
7 2013 Theodor-Koerner-Kaserne,
Teilfläche Eselohr
52076 Aachen Lintertstraße 610.000,00
8 2013 ehem. Barbarakaserne –
Wohnbaufläche
48249 Dülmen Letterhausstr. 1.481.626,00
9 2013 ehem. Barbarakaserne,
Gewerbefläche
48249 Dülmen Letterhausstr. 1.530.000,00
lfd.
Nr.
Verkaufsjahr
Verkaufsobjekt PLZ Ort Straße Kaufpreis
in Euro
10 2013 Bundeswehrkrankenhaus
Detmold
32756 Detmold Heldmanstraße 2.080.010,00
11 2013 ehem. Kaserne Emmerich 46446 Emmerich
am Rhein
Nollenburger Weg 2.250.000,00
12 2013 Hemer, Übungsplatz 58675 Hemer Europastraße 200.000,00
13 2014 Autofüllstation Hoher Wald 57223 Kreuztal 300.000,00
14 2014 Herford, Kreiswehrersatzamt 32051 Herford Wittekindstr. 1.350.000,00
15 2014 Richtfunkstation Ochtrup 48493 Wettringen Rothenberge 36.650,00
16 2015 Gellendorf-Kaserne, Sportplatz 48432 Rheine Elter Straße 7.510,00
17 2015 Lufttanklager, Hallen 18+19 32361 Preußisch
Oldendorf
4.600,00
18 2015 Lufttanklager, Gebäude1 +
Hallen 21
32361 Preußisch
Oldendorf
76.000,00
19 2015 Lufttanklager, Flurstück 875 32361 Preußisch
Oldendorf
2.641,80
20 2015 Hörstel, Flugplatz Hopsten-
Dreierwalde
48477 Hörstel Uthuiser Straße 550.000,00
21 2015 Bürogebäude, Gustav-
Heinemann-Ufer 114
50968 Köln Gustav-
Heinemann-Ufer
3.335.000,00
22 2015 ehem. Pionierübungsplatz,
Flurstück 131 u. a.
46446 Emmerich Pionierstraße 162,00
23 2016 Gellendorf-Kaserne, Radweg 48432 Rheine Elter Straße 79.060,00
24 2016 Kreiswehrersatzamt Wesel 46483 Wesel Kreuzstraße 1.030.000,00
25 2016 ehem. Medienzentrale,
Verkehrsfläche
53757 Sankt
Augustin
Alte Heerstraße 877,50
26 2016 Teilfläche 1, Parkplatz 32832 Augustdorf Gfm-Rommel-
Straße
80.800,00
27 2016 Teilfläche 2, Parkplatz 32832 Augustdorf Gfm-Rommel-
Straße
13.600,00
28 2016 ehem. Munitionsdepot Reichshof 51580 Reichshof Mohrenbacher
Straße
2.500,00
29 2016 ehem. Übungsplatz Soest-
Büecke
59494 Soest Körbecker Straße 7.230,00
30 2016 ehem. Übungsplatz Vehling 46419 Isselburg Am Wolfssee 63.270,00
31 2016 Hemer, Übungsplatz 58675 Hemer Euroopastraße 127.700,00
32 2017 ehem. Kläranlage Gürzenich 52355 Düren Gürzenicher
Bruch
240,72
33 2017 Teilfläche Bundeswehr-
Dienstleistungszentrum
52078 Aachen Debyestraße 500,00
34 2017 Gleisanlage Gürzenich, Teilfäche 52355 Düren Schevenhüttener
Straße
8.300,00
35 2017 Holzwickede, Emscher-Kaserne 59439 Holzwickede Margaretenstraße 7.000.000,00
36 2017 Ermekeilkaserne, Haus 5 53113 Bonn Ermekeilstraße 891.000,00
37 2017 ehem. Gerätehauptdepot
Selm-Bork
59379 Selm Auf der Koppel 1.018.102,63
38 2017 Facharztzentrum Detmold 32756 Detmold Heldmanstraße 1.230.000,00
39 2017 Rheine; General-Wever-Kaserne 48429 Rheine Schorlemer Straße 11.000.000,00
40 2018 Lufttanklager, Halle 16+17 32361 Preußisch
Oldendorf
36.000,00
41 2018 Standortübungsplatz,
Teichanlage
52078 Aachen Freunder
Landstraße
9.060,00
42 2018 Pionierübungsplatz Vehlingen 46419 Isselburg Am Wolfssee 191.000,00
lfd.
Nr.
Verkaufsjahr
Verkaufsobjekt PLZ Ort Straße Kaufpreis
in Euro
43 2018 ehem. Richtfunkstation in
Viersen-Süchteln
41749 Viersen Harffweg 48.600,00
44 2018 ehem. Pionierübungsplatz
Emmerich
46446 Emmerich Pionierstraße 310.000,00
45 2019 Standortübungsplatz Lipperland-
Kaserne
59555 Lippstadt 0,00
46 2019 ehem. Gerätehauptdepot Selm-
Bork
59379 Selm Auf der Koppel 0,00
47 2019 Übungsplatz Handorf-Dorbaum 48157 Münster N.N. 0,00
48 2019 Hörstel, ehem. Flugplatz,
Teilfläche
48477 Hörstel Uthuiser Straße 4.900.000,00
49 2019 Tauschfläche Waldkaserne 40724 Hilden Elberfelder Straße 198,62
50 2019 Richtfunkanlage Bocholt 46397 Bocholt Wiener Allee 0,00
51 2020 ehem. Bobwerkstatt 59955 Winterberg Fichtenweg 0,00
52 2020 Truppenunterkunft, Teilfläche
Straßenbau
48155 Münster Warendorfer
Straße
0,00
Tabelle 3: Ehemalige Bundeswehrliegenschaften im Portfolio 2021 (NW)
lfd.
Nr.
Verkaufsobjekt PLZ Ort Straße
1 Freudenberg, Restgrundstück Tanklager 57258 Freudenberg Olper Straße
2 Flurstück 84, Kläranlage 48157 Münster
3 unbebautes Grundstück, Amelsbüren 40–45 48163 Münster Kappenberger Damm
4 Gellendorfkaserne, Rest 48432 Rheine Elter Straße
5 Dülmen, Rückerwerb 48249 Dülmen Letterhausstraße
6 ehem. Standortverwaltung/
Bekleidungskammer
59558 Lippstadt Mastholter Straße
7 ehem. Gerätehauptdepot Selm-Bork 59379 Selm Auf der Koppel
8 Truppenunterkunft Warendorfer Straße,
Straßenfläche
48155 Münster Warendorfer Straße
9 Mönchengladbach, Kaldenkirchener Straße 41065
Mönchengladbach, Stadt
Kaldenkirchener Straße 131
10 ehem. Damloup Kaserne,
Standortbekleidungskammer
48432 Rheine Mittelstraße
11 ehem. Baracke, Grünfläche 48249 Dülmen Letterhausstraße
12 Standortschießanlage 58640 Iserlohn Im Elsensiepen
13 Strangenhäuschen, Aachen 52070 Aachen Strangenhäuschen/Friedenstraße
14 Lager Buchhagen 57368 Lennestadt Obervalbert
15 ehem. Gerätedepot in Heiligenhausen 42579 Heiligenhaus Talburgstraße
16 Geländebetreuungsstelle 48432 Rheine Kammweg
17 Richtfunkstation Drabenderhöhe 53804 Much Heckhaus
18 Offiziersheim Mechernich 53894 Mechernich Friedrich-Wilhelm-Straße
19 Kreiswehrersatzamt Siegen 57072 Siegen Tiergartenstraße
20 Mobilisierungsstützpunkt 59227 Ahlen Im Oestricher Holt
21 Richtfunkstation Seppenrade 59348 Lüdinghausen Dorfbauernschaft
22 Richtfunkstation Ottenstein 48703 Stadtlohn Wendfeld
23 Richtfunkstation Reken 48734 Reken Melchenberg
24 Standortübungsplatz Ahlen, Flächentausch 59227 Ahlen Im Oestricher Holt/Frielicker Weg
25 Teilfläche, Selfkant Kaserne 52511 Geilenkirchen Richtweg
e) Welche dieser Liegenschaften wären durch die Bundeswehr
theoretisch wieder nutzbar, und gibt es Liegenschaften, bei denen dies
angestrebt wird?
Mit den Entscheidungen zu den Trendwenden Personal, Material und Finanzen
wurde auf die veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen reagiert.
Die daraus entstehenden zukünftigen Bedarfe können im Einzelfall dazu
führen, dass auch Liegenschaften, deren Rückgabe an die BImA bereits erfolgt ist,
nochmals betrachtet werden, um zukünftige Bedarfe zu decken.
Gegenwärtig strebt die Bundeswehr eine erneute Nutzung einer bereits an die
BImA zurückgegebenen Teilfläche der Boelcke-Kaserne in Kerpen an, um
diese Liegenschaft für die Aufstellung eines logistischen Verbandes zu nutzen.
Weitere konkrete Planungen, ehemalige Bundeswehr-Liegenschaften in
Nordrhein-Westfalen erneut zu nutzen, bestehen nicht.
7. Wie viele infrastrukturelle Vorhaben der Bundeswehr in Nordrhein-
Westfalen mit einer Projektgröße von bis zu 1 Mio. Euro je Standort werden
derzeit durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen
(BLB NRW) betreut, und wie sind diese zu kategorisieren?
In der folgenden Tabelle sind die investiven Baumaßnahmen aufgeführt, bei
denen beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) ein
Planungsauftrag durch die Oberfinanzdirektion NRW (OFD NRW) vorliegt, aufgeteilt
auf die Standorte/Orte und Art der Baumaßnahme. Die Liste enthält auch Orte,
die keine Standorte der Bundeswehr sind.
Bei den investiven nationalen Baumaßnahmen handelt es sich um sogenannte
Kleine Neu-, Um- und Erweiterungsbauten (KNUE) sowie bei NATO-Objekten
um eine rein nationale Finanzierung (NATO FA 1). Maßnahmen, die im
Bauunterhalt vorwiegend von der BImA beauftragt werden, sind nicht aufgeführt.
Standort/Ort Gesamt KNUE NATO FA 1
Aachen 17 17
Ahlen 3 3
Augustdorf 2 2
Bonn 13 13
Brakel 3 3
Dorsten 1 1
Düsseldorf 9 9
Emmerich am Rhein 3 3
Erndtebrück 2 2
Eschweiler 10 10
Euskirchen 21 21
Geilenkirchen 8 8
Gronau (Westfalen) 3 3
Hilden 2 2
Höxter 1 1
Hürth 4 4
Jülich 4 4
Kalkar 5 5
Köln 18 18
Mechernich 15 15
Minden 5 5
Mönchengladbach 1 1
Münster (Westfalen) 17 17
Standort/Ort Gesamt KNUE NATO FA 1
Nörvenich 12 9 3
Ochtrup 4 4
Paderborn 2 2
Pulheim 1 1
Recklinghausen 1 1
Rheinbach 10 10
Rheine 9 9
Sankt Augustin 1 1
Straelen 10 10
Swisttal 1 1
Uedem 7 7
Unna 3 3
Warendorf 6 6
Wesel 4 4
Winterberg 3 ���3
8. Wie viele infrastrukturelle Vorhaben der Bundeswehr in Nordrhein-
Westfalen mit einer Projektgröße von mehr als 1 Mio. Euro je Standort
werden derzeit durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-
Westfalen betreut (bitte detailliert aufschlüsseln)?
In der folgenden Tabelle sind Große Neu,- Um- und Erweiterungsbauten
(GNUE) mit Kosten über 6 Mio. Euro gemäß den Richtlinien für die
Durchführung von Baumaßnahmen des Bundes (RBBau) und KNUE zwischen 1 Mio.
Euro und 6 Mio. Euro, aufgeteilt auf Standorte/Orte und Art der
Baumaßnahme, aufgeführt . Die Tabelle enthält auch Orte, die keine Standorte der
Bundeswehr sind.
Standort/Ort Gesamt GNUE KNUE NATO FA 1
Aachen 44 14 30
Ahlen 7 5 2
Augustdorf 14 5 9
Bonn 10 5 5
Dorsten 9 1 8
Düsseldorf 1 1
Erndtebrück 9 6 3
Eschweiler 14 3 11
Euskirchen 16 10 6
Geilenkirchen 4 2 2
Hilden 9 3 6
Höxter 5 3 2
Hürth 1 1
Jülich 1 1
Kalkar 15 10 5
Kerpen 2 1 1
Köln 43 25 18
Mechernich 18 6 12
Minden 9 2 7
Münster (Westfalen) 16 7 9
Nörvenich 31 5 26
Ochtrup 1 1
Pulheim 2 2
Rheinbach 9 7 2
Standort/Ort Gesamt GNUE KNUE NATO FA 1
Rheine 7 2 5
Sankt Augustin 1 1
Straelen 2 2
Uedem 8 1 2 5
Unna 4 2 2
Wachtberg 1 1
Warendorf 6 1 5
Wesel 4 1 3
Willich 1 1
Winterberg 1 1
a) Wie verhalten sich die derzeitigen Projektstände dieser Vorhaben im
Verhältnis zur ursprünglich avisierten Projektdauer?
Bis zum Planungsersuchen der jeweiligen Baumaßnahme, das vom
Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr
(BAIUDBw) an die OFD NRW herangetragen wird, wird abhängig von der Art
der Baumaßnahme zunächst ein Musterterminplan angelegt. Dabei wird von
einem Zeitraum für GNUE von ca. sieben Jahren, für KNUE von ca. vier
Jahren von der Bedarfsanerkennung bis zur Übergabe an den Nutzer ausgegangen.
Mit dem Planungsauftrag an den BLB NRW wird ein Terminplan innerhalb der
Bauverwaltung abgestimmt und konkretisiert. Terminliche Abweichungen sind
in dem diversen Aufwand für die jeweilige Baumaßnahme bzw. deren
Komplexität begründet.
b) Welches sind demnach die drei Projekte mit der größten zeitlichen
Verzögerung im Verhältnis zur ursprünglich avisierten Projektdauer,
und welche Gründe gibt es dafür?
Bei den aufgeführten Beispielen kam es zu erheblichen zeitlichen
Verzögerungen.
• Ersatzsatzneubauten für die bestehenden Unterkunftsgebäude der General-
Weber Kaserne, Höxter
Grund: umfangreiche Variantenuntersuchung, Bedarfsänderungen (u. a.
aufgrund der Strukturreform), Wechsel des Unterkunftsstandards
• Neubau zweier Unterkunftsgebäude in der Hachenberg Kaserne,
Erndtebrück
Grund: umfangreiche Variantenuntersuchung, Bedarfsänderungen (u. a.
aufgrund der Strukturreform), Wechsel des Unterkunftsstandards
• Anpassung Zielstationierung Zentrum für Geoinformationswesen der
Bundeswehr in der Mercator Kaserne, Euskirchen
Grund: Kündigung des Generalplaners der Technischen Gebäudeautomation
Häufige Ursachen für Verzögerungen sind darüber hinaus grundsätzlich:
• Limitierte Planungs- und Prüfungskapazitäten,
• Abhängigkeiten von anderen Baumaßnahmen,
• Ergänzungen im Bedarf aufgrund von Organisationsänderungen,
• Mängel in der Durchführung und damit im Zusammenhang stehende
Prüfungen bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.
c) Welches sind die drei Projekte, die im Verhältnis zur Projektdauer am
besten im Zeitplan liegen?
Die folgenden Projekte verlaufen planmäßig:
• Neubau Funktionsgebäude Sporttherapie für einsatzgeschädigte Soldaten
und Soldatinnen an der Sportschule in Warendorf,
• Herrichten Joint Force Air Command in Kalkar,
• Neubau Klettergarten für einsatzgeschädigte Soldaten und Soldatinnen an
der Sportschule in Warendorf.
d) Welche Veränderungen und insbesondere Mehrkosten sind an den
jeweiligen Projekten im Verhältnis zum ursprünglichen Kostenrahmen
aufgetreten?
Mit der Erstellung einer Maßnahme im Unterbringungs-
Fachinformationssystem wird zu Beginn eine Kostenschätzung beruhend auf Erfahrungswerten
eingetragen. Erst mit Vorlage der haushaltsmäßigen Anerkennung der
Bauunterlage liegt ein belastbarer Kostenrahmen vor. Aufgrund von
Stoffpreissteigerungen, konjunkturell bedingten Submissionsergebnissen, baufachlichen
Änderungen in der Ausführungsplanung oder notwendigen bedarfsträgerseitigen
Ergänzungen kann es zu Nachträgen kommen.
e) Welches sind die drei Projekte mit den größten relativen und absoluten
Mehrkosten im Verhältnis zum vor Projektbeginn angestrebten
Kostenrahmen, und welche Gründe gibt es dafür (bitte jeweils getrennt
nach relativen und absoluten Mehrkosten aufschlüsseln)?
Baumaßnahmen mit den größten relativen Mehrkosten
• „Abstellung Mängel in Geb. 9“, Glückauf-Kaserne, Unna
Mehrkosten i. H. v. 890.900 Euro (1.852 Prozent)
Grund: zusätzliche hygienische Anforderungen an die Truppenküche
• „Absicherung Aktenlager“, MUZ Willich, Willich
Mehrkosten i. H. v. 1.212.500 Euro (485 Prozent)
Grund: aufwendige technische Lösung
• „Neubau Wache NORD und Einfahrt“, Generalfeldmarschall-Rommel-
Kaserne, Augustdorf
Mehrkosten i. H. v. 2.156.000 Euro (408 Prozent)
Grund: Forderungen des BAMAD zur baulich–technischen Absicherung der
Liegenschaft
Baumaßnahmen mit den größten absoluten Mehrkosten
• „Sanierung Abwasseranlagen“, Luftwaffen-Kaserne, Köln
Mehrkosten i. H. v. 26.987.000 Euro (271 Prozent)
Grund: erheblich höherer Sanierungsaufwand aufgrund unklarer
Bestandszustände der Abwasserkanäle
• „Neubau Technische Bereiche“, Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne,
Augustdorf
Mehrkosten i. H. v. 10.351.000 Euro (88 Prozent)
Grund: Umfangserweiterung und erhöhte Qualitätsanforderungen an
Arbeitsstände für die Heeresinstandsetzungslogistik
• „Sanierung Straßen und Wege“, Luftwaffen-Kaserne, Köln
Mehrkosten i. H. v. 9.869.000 Euro (27 Prozent)
Grund: erheblich höherer Sanierungsaufwand aufgrund unklarer
Bestandszustände
f) Welches sind die drei Projekte, die im Verhältnis zum
Gesamtkostenrahmen, die geringsten Mehrkosten respektive Minderkosten
aufweisen?
Minderkosten werden im Regelfall erst im Rahmen der Abrechnung erfasst.
Die geringsten Mehrkosten entfallen auf die Projekte:
• Lecküberwachung ‚on-base‘ FlPl Nörvenich
Mehrkosten i. H. v. 5.309,91 Euro
• Abwassersanierung, Mercator-Kaserne, Euskirchen
Mehrkosten i. H. v. 5.400 Euro
• Anbindung Bundeswehr-Dienstleistungszentrum an die
Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne, Augustdorf
Mehrkosten i. H. v. 5.755 Euro
9. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit des BLB NRW bei der
Planung und Durchführung von Baumaßnahmen für die Bundeswehr
unter den Kriterien der Umsetzungsdauer und der Kosten- und
Leistungseffizienz?
Die Bundeswehr hat einen aus dem Fähigkeitsprofil und den Trendwenden
Material und Personal resultierenden enormen Infrastrukturbedarf. Weitere
Herausforderungen sind die Umsetzung der klimapolitischen Ziele im
Gebäudebestand des Bundes. Daher sind bundesweit Anstrengungen zur stetigen
Zunahme des Bauvolumens erforderlich.
Dies verdeutlichen auch die spezifischen Zahlen für NRW. Langfristig sind in
NRW Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von rund 2,1 Mrd. Euro geplant.
Davon sollen bis zum Jahr 2025 Vorhaben im Umfang von rund 1 Mrd. Euro
realisiert werden. Der durchschnittliche Umsatz der vergangenen fünf Jahre betrug
rund 116 Mio. Euro. Dem steht eine Plankostenentwicklung bis zu 257 Mio.
Euro im Jahr 2025 gegenüber.
Das Land NRW hat als Organverleiher in Abstimmung mit dem Bund, im
Vorgriff auf die noch abzuschließende neue Bundesbau-Vereinbarung, die
Personalausstattung im BLB NRW bereits erhöht und interne Prozesse optimiert. Die
bisherigen Maßnahmen reichen allerdings angesichts des zwischenzeitlichen
und sich perspektivisch noch verstärkenden dynamischen Aufgabenaufwuchses
im Bundesbau in NRW – auch im Zusammenhang mit Umsetzungsdauer/
Leistungseffizienz – noch nicht aus. Der Bund und auch das Land NRW sind sich
dessen bewusst und arbeiten an weiteren Verbesserungen. Hierbei ist eine
Optimierung des Bundesbaus in NRW durch die Stärkung der
fachaufsichtsführenden Aufgabenwahrnehmung sowie durch den geplanten Abschluss einer neuen
Bundesbau-Vereinbarung nach einem Modell, das sich in anderen
Bundesländern bereits bewährt hat, geplant.
Aufgrund des aufwachsenden Bauvolumens bei gleichzeitigem Rückgang des
auf dem Arbeitsmarkt zu gewinnenden baufachlich qualifizierten Personals
sind auch in NRW Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im gesamten
Bundesbau erforderlich. Im Rahmen sogenannter „Runder Tische“ erörtern das
Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und die Bauverwaltung NRW
regelmäßig Maßnahmen zur Gewährleistung einer termingerechten Umsetzung
von Infrastrukturmaßnahmen. Neben einer personell ausreichend ausgestatten
Bauverwaltung sind bei standardisierten Gebäudetypen, wie z. B. Unterkunfts-
und Dienstgebäuden, die verstärkte Anwendung von Generalunternehmer- bzw.
Funktionalausschreibungen und Wiederholungsplanungen wichtige Instrumente
zur effizienteren Realisierung von Infrastrukturmaßnahmen. Ebenso sind
elementierte und modulare Bauweisen stärker zu nutzen.
10. Was sind die Gründe für den im bundesweiten Vergleich schlechteren
Bauzustand der Unterkunftsgebäude in Nordrhein-Westfalen (siehe
Bundestagsdrucksache 19/24845)?
a) Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um die Bewertung
des Bauzustands der Liegenschaften in Nordrhein-Westfalen im
deutschlandweiten Vergleich auf Höhe des Bundesschnitts zu hieven,
und wann soll dieses Ziel erreicht werden?
b) Wie viel Prozent der Unterkunftsgebäude in Nordrhein-Westfalen
sollen sich in fünf bzw. in zehn Jahren in einem „guten oder
mittleren“ Zustand befinden?
Die Fragen 10 bis 10b werden zusammen beantwortet.
Die Hintergründe für die im Rahmen der Bundestagsdrucksache 19/25845
kommunizierten, im bundesweiten Vergleich schlechteren Bauzustände von
Unterkunftsgebäuden in Nordrhein-Westfalen sind vielschichtig.
Die strukturelle Reformierung der Bundeswehr der letzten zwei Jahrzehnte
sowie der teils entstandene Sanierungsstau führten zu notwendigen,
unterschiedlichen infrastrukturellen und regionalen Schwerpunktsetzungen.
Weiterhin stehen Fähigkeitsaufbau und -erhalt regelmäßig in Konkurrenz zu Erhalt
und Verbesserung der Bestandsinfrastruktur – insbesondere auch bei
Unterkünften.
Darüber hinaus sind z. B. bei größeren Liegenschaftsentwicklungen
umfassende Vorplanungen mit der Erstellung von Nutzungs- und Ausbaukonzepten
erforderlich, die Auswirkungen auf Prioritäten und Abfolgen von
Baumaßnahmen haben. Die Leistungsfähigkeit der Bauverwaltungen des Bundes und der
Länder ist auch innerhalb der regionalen Bereiche der Länder nicht immer
einheitlich.
Auch für Unterkunftsneubauten in NRW ist beabsichtigt, zukünftig über
modulare/elementierte Bauweisen schneller eine verbesserte Infrastruktur zu
erzielen.
11. Welche Unterkunftsgebäude der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen
weisen zum 1. Januar 2021 einen „guten bis mittleren“ Zustand auf, und
welche haben „größere Mängel“ (bitte nach Standorten aufschlüsseln,
siehe Bundestagsdrucksache 19/24845)?
Zum Stichtag 8. März 2021 wiesen 161 Unterkunftsgebäude bzw. Gebäude mit
Unterkünften an 26 Standorten/Orten in Nordrhein-Westfalen einen „sehr guten
bis guten“ Bauzustand (Bauzustände A und B) auf. In der Tabelle sind auch
Orte aufgeführt, die keine Standorte der Bundeswehr sind.
Standort/Ort Anzahl der Gebäude
Aachen 6
Ahlen 10
Augustdorf 27
Bonn 2
Brakel 1
Düsseldorf 3
Erndtebrück 6
Eschweiler 4
Hilden 3
Höxter 3
Hürth 2
Kalkar 2
Kerpen 1
Köln 3
Königswinter 1
Mechernich 4
Minden 8
Münster (Westfalen) 18
Nörvenich 9
Rheine 17
Siegburg 5
Straelen 1
Unna 7
Warendorf 6
Wesel 5
Winterberg 7
Zum Stichtag 8. März 2021 wiesen 146 Unterkunftsgebäude bzw. Gebäude mit
Unterkünften an 21 Standorten/Orten in Nordrhein-Westfalen Mängel auf, die
über den Bauunterhalt hinausgehende Maßnahmen erfordern (Bauzustand C).
Diese Tabelle enthält auch Orte, die keine Standorte der Bundeswehr sind.
Standort/Ort Anzahl der Gebäude
Aachen 19
Ahlen 6
Augustdorf 10
Bonn 1
Erndtebrück 3
Eschweiler 7
Euskirchen 3
Hövelhof 28
Hilden 1
Höxter 3
Hürth 1
Kalkar 3
Kerpen 10
Köln 9
Königswinter 1
Mechernich 3
Minden 2
Münster (Westfalen) 10
Nörvenich 18
Standort/Ort Anzahl der Gebäude
Unna 8
Wesel 1
Bei welchen Unterkunftsgebäuden an welchen Standorten sind bis 2029
Investitionen in welcher Höhe geplant?
Es sind aktuell ca. 30 Baumaßnahmen im Zusammenhang mit Unterkünften
aufgeführt. Bis zum Jahr 2029 sind dafür derzeit ca. 225 Mio. Euro an den
Standorten Aachen, Köln, Euskirchen, Hilden, Unna, Kalkar, Rheinbach,
Rheine, Minden, Augustdorf und Bonn vorgesehen.
12. Wie viel der 1,653 Mrd. Euro, die bis 2029 in die Liegenschaften der
Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen investiert werden, sollen in die
einzelnen Standorte jeweils fließen (bitte Standort mit Betrag angeben)?
Das mit Stand März 2021 aktualisierte Investitionsvolumen der Jahre 2021 bis
2029 beläuft sich auf 1,519 Mrd. Euro. Die Verteilung auf die einzelnen
Standorte/Orte ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Die Tabelle enthält auch Orte,
die keine Standorte der Bundeswehr sind.
Standort/Ort
Plankosten 2021–2029
in Euro
Aachen 158.256.000
Ahlen 21.495.000
Augustdorf 66.109.000
Bonn 125.346.000
Brakel 1.987.000
Dorsten 12.295.000
Düsseldorf 3.894.000
Emmerich am Rhein 633.000
Erndtebrück 14.677.000
Eschweiler 85.950.000
Euskirchen 86.986.000
Geilenkirchen 13.836.000
Gronau (Westfalen) 5.670.000
Hilden 26.489.000
Höxter 32.734.000
Hürtgenwald 750.000
Hürth 5.478.000
Jülich 6.943.000
Kalkar 105.904.000
Köln 184.697.000
Königswinter 1.800.000
Mechernich 78.260.000
Minden 47.785.000
Mönchengladbach 26.300.000
Münster (Westfalen) 38.773.000
Nörvenich 81.805.000
Ochtrup 24.774.000
Pulheim 2.584.000
Rheinbach 73.527.000
Rheine 38.607.000
Sankt Augustin 403.000
Standort/Ort
Plankosten 2021–2029
in Euro
Sendenhorst 250.000
Siegburg 1.140.000
Straelen 2.859.000
Uedem 33.033.000
Unna 79.213.000
Wachtberg 790.000
Warendorf 7.942.000
Wesel 18.499.000
Willich 4.000
Winterberg 936.000
13. Wie verteilen sich die rund 157 Mio. Euro, die bis 2029 in die
Bundeswehr-Liegenschaften im Regierungsbezirk Detmold investiert werden,
innerhalb der Standorte auf einzelne Bauvorhaben (bitte nach Standort,
Bauvorhaben und Betrag aufschlüsseln)?
Im Regierungsbezirk Detmold im Zuständigkeitsbereich des BLB Bielefeld
sind mit Stand März 2021 bis zum Jahr 2029 Baumaßnahmen im
Kostenumfang von ca. 159 Mio. Euro geplant.
Diese entfallen auf die Standorte Augustdorf (ca. 75 Mio. Euro), Minden (ca.
49,5 Mio. Euro), Höxter (32,5 Mio. Euro) und Brakel (2 Mio. Euro).
Ort Unterkünfte(in Euro)
Funktions-
Bereich
(in Euro)
Stabsbereich
(in Euro)
Wache
(in Euro)
Ausbildung
(in Euro)
Wirtschafts-
und
Betreuungsgebäude (in Euro)
Sonstiges
(in Euro)
Augustdorf 21.905.000 23.499.000 8.325.000 1.974.000 8.718.000 0 10.850.000
Brakel 0 0 1.200.000 0 0 0 787.000
Höxter 9.666.000 16.000.000 0 800.000 3.000.000 0 3.252.000
Minden 9.000.000 15.000.000 1.500.000 2.463.000 3.500.000 14.000.000 4.100.000
14. Wie verteilen sich die etwa 68 Mio. Euro, die bis 2029 in die
Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne investiert werden, innerhalb des
Standortes auf einzelne Bauvorhaben z. B. Neubau von Unterkunftsgebäuden,
Sanierung von Funktionsbereichen, Sanierung von Stabsbereichen,
Erneuerung des Verkehrsübungsplatzes, Neubauten der Wachen Nord und
Süd, Neubau von Ausbildungsinfrastruktur sowie Sanierung des Trink-
und Löschwassernetzes?
Für die Liegenschaft Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne sind bis zum Jahr
2029 ca. 73 Mio. Euro für investive Baumaßnahmen eingeplant.
Dabei entfallen ca. 22 Mio. Euro auf Unterkunftsgebäude, ca. 23,5 Mio. Euro
auf Funktionsbereiche und ca. 8 Mio. Euro auf Stabsbereiche. Für den
Verkehrsübungsplatz sind ca. 2,5 Mio. Euro und für weitere
Ausbildungsinfrastruktur ca. 6 Mio. Euro eingeplant. Für die Wachen nebst Einfahrten sind ca.
2 Mio. Euro und ca. 7,5 Mio. Euro für die Sanierung des Trink- und
Löschwassernetzes kalkuliert.
Die verbleibenden 1,5 Mio. Euro entfallen auf kleinere Baumaßnahmen.
15. Nach welchem energetischen Standard werden neue Gebäude in
Bundeswehrliegenschaften in Nordrhein-Westfalen derzeit gebaut, und wie
werden diese beheizt?
Bei allen Neubauten, aber auch bei anstehenden umfangreichen Sanierungen
der Infrastruktur in den Liegenschaften der Bundeswehr im Inland werden
grundsätzlich alle aktuellen nationalen Vorgaben zur Erfüllung der
klimapolitischen Ziele der Bundesregierung, wie auch die energetischen Vorgaben der
Energieeffizienzfestlegungen nach § 15 des Klimaschutzgesetzes, umgesetzt.
Für militärische Sonderbauten, die der Landesverteidigung dienen, werden
analoge Zielvorgaben im Sinne des Klimaschutzprogramms 2030 entwickelt.
Die Bundeswehrliegenschaften in Nordrhein-Westfalen werden überwiegend
aus eigenen zentralen Wärmeversorgungsanlagen heraus beheizt. Der
Hauptenergieträger, der dabei zum Einsatz kommt, ist momentan Gas. Die für die
Erfüllung der Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz notwendigen Mengen an
Erneuerbaren Energien für Neubauten und Sanierungen von Gebäuden werden
entsprechend gesetzlicher Vorgaben in den zentralen
Wärmeversorgungsanlagen nachgerüstet (z. B. Pelletanlagen, Blockheizkraftwerke).
Ansprechpartner rund um Fragen zur wirtschaftlichen Wärmeversorgung von
Bundeswehrliegenschaften ist die Musterplanungsgruppe Wärmeversorgung
der Bundeswehr bei der Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen, Bau- und
Liegenschaftsbetrieb, Niederlassung Münster, welche die entsprechenden
Grundlagen erarbeitet und bundesweit projektbezogene Unterstützung bei der
Planung der Wärmeversorgung in Bundeswehrliegenschaften leistet.
16. Wie viele Solaranlagen gibt es derzeit in den Liegenschaften der
Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen?
a) Wie viel kWh produzieren diese (bitte im Durchschnitt und je Anlage
aufschlüsseln)?
b) Wann wurden diese erbaut, und wie entwickelte sich die Anzahl der
betriebenen Anlagen in den vergangenen Jahren (bitte grafisch und
wie in Frage 10a nach jeweiliger Leistung aufschlüsseln)?
Die Fragen 16 bis 16b werden zusammen beantwortet.
In Nordrhein-Westfalen gibt es drei Photovoltaik-Anlagen, die alle in Münster
errichtet wurden.
Liegenschaft kWh/Jahr Jahr der
Inbetriebnahme
Stromnutzung
Lützow-Kaserne 159.000 2009 Eigennutzung
BwDLZ Münster 9.700 2009 Eigennutzung
BwDLZ Münster 17.500 2009 Eigennutzung
c) Wie wird der produzierte Strom genutzt (Einspeisung, Eigennutzung
oder Kombination), sofern es sich bei den Solaranlagen um
Photovoltaikanlagen handelt?
Photovoltaikanlagen werden grundsätzlich so ausgelegt, dass der produzierte
Strom eigenverbraucht wird. Nur für den Fall, dass sich Überschussspitzen bei
der Erzeugung ergeben, erfolgt eine Einspeisung in das öffentliche Netz. Für
die Zukunft ist beabsichtigt, geeignete Speichertechnologien einzusetzen.
d) Mit welchen Amortisationszeiten wurden die Anlagen jeweils
kalkuliert?
Nach Auskunft der Bauverwaltung wurde die Amortisationszeit der Anlagen
auf 20 Jahre festgelegt.
17. Wie bewertet die Bundesregierung ihren Umgang mit dem Potenzial von
Solaranlagen auf Dächern ihrer Liegenschaften in den vergangenen
15 Jahren?
18. Inwiefern werden die Potenziale für die Nutzung von Solaranlagen beim
Bau neuer Gebäude der Bundeswehr derzeit berücksichtigt
(beispielsweise Dachneigung und Ausrichtung der Dächer), und wie bewertet die
Bundesregierung die derzeitige Nutzung dieser Potenziale?
Die Fragen 17 und 18 werden zusammen beantwortet.
Bei der Planung von Neubaumaßnahmen ist der Einsatz von Solaranlagen
(Solarthermie, Photovoltaik) durch die Bauverwaltungen des Bundes und der
Länder schon seit vielen Jahren zu prüfen.
Grundsätzlich wird das Potenzial für die Nutzung der Solarenergie in den
Liegenschaften der Bundeswehr zur eigenen Versorgung als hoch bewertet.
Bedingt durch die besondere – meist militärische – Nutzung und damit
verbundenen besonderen Sicherheitsvorschriften sowie betrieblichen
Rahmenbedingungen kann dieses jedoch nur begrenzt ausgeschöpft werden.
Bei jeder Baumaßnahme werden die ermittelten Potenziale nur erschlossen,
wenn die Errichtung der Solaranlage wirtschaftlich darstellbar ist. Dazu sind
neben den genannten Aspekten auch der aktuelle Strompreis und der
Energiebedarf des Gebäudes zu betrachten. Außerhalb der Wirtschaftlichkeit und ohne
Beachtung der militärischen Besonderheiten, d. h. unter einer rein technischen
Betrachtung, könnten grundsätzlich mehr Potenziale erschlossen werden
Da der Einsatz Erneuerbarer Energien immer im Liegenschaftskontext zu
betrachten ist, werden die Liegenschaftsenergiekonzepte aktuell überarbeitet. Das
BMVg nimmt an, dass eine vernetzte „Quartierslösung“ aus Energielieferung,
Eigenerzeugung, Energiewandlung, Energiespeicherung sowie Sektorkopplung
die wirtschaftlichste Lösung darstellen wird.
Um den internen Ausbau Erneuerbarer Energie deutlich zu beschleunigen,
wurde darüber hinaus angewiesen, zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von
einem Prozent der Bausumme bei Neubau- und Sanierungsmaßnahmen in
Bundeswehrliegenschaften für Erneuerbare Energien im Eigenbetrieb
aufzuwenden. In diesem Zusammenhang sollen in Kürze bundesweit verschiedene
Pilotprojekte zu Themen der Optimierung der Energieversorgung der
Liegenschaften der Bundeswehr durchgeführt werden.
19. Welche Nachrüstungsstrategie und Nachrüstungsquoten strebt die
Bundesregierung für die Gebäude der Bundeswehr mit energetischen
Maßnahmen (bzw. Dämmung oder effizientere Energienutzung) in den
kommenden 15 Jahren an?
Bei anstehenden umfangreichen Sanierungen der Infrastruktur in den
Liegenschaften der Bundeswehr im Inland werden die aktuellen nationalen Vorgaben
grundsätzlich umgesetzt. Baumaßnahmen allein zur Verbesserung der
Energieeffizienz und eine energieeffizienz-induzierte Sanierungsrate würden im
Geschäftsbereich BMVg unweigerlich zu Verdrängungseffekten gegenüber den
für die Auftragserfüllung der Bundeswehr militärisch dringend erforderlichen
Maßnahmen führen. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund der
Kapazitätsgrenzen der Bauverwaltungen des Bundes und der Länder sowie der
Bauindustrie. Eine konkrete Sanierungsquote wird daher nicht festgelegt.
20. Welche Dienststelle in der Bundeswehr erfasst die Potenziale für
Solaranlagen in Bundeswehrliegenschaften und plant diese bundesweit?
Die Bundesrepublik Deutschland bedient sich zur Erledigung ihrer
Bauaufgaben der in Organleihe tätigen regionalen Bauverwaltungen des Bundes und
der Länder. Eine bundesweit übergreifende Planung erfolgt insofern nicht. Das
BAIUDBw erfasst jedoch die eigenbetriebenen Solaranlagen der Bundeswehr.
Zur Unterstützung der Umsetzung der Klimaschutzziele der Bundesregierung
erarbeitet das BMVg momentan einen Auftrag für eine Studie zur
„Potenzialanalyse für Erneuerbare Energien im Eigenbetrieb“, um bundesweit einen
Überblick über das Ausbaupotenzial sämtlicher EE-Technologien in den
Liegenschaften der Bundeswehr zu erhalten.
21. Wie hoch ist nach Einschätzung der Bundesregierung das derzeit noch
ungenutzte Potenzial für Solaranlagen in Bundeswehrliegenschaften in
Nordrhein-Westfalen?
Bedingt durch die besondere – meist militärische – Nutzung und die damit
einhergehenden besonderen Sicherheitsvorschriften kann das Potenzial für
Solaranlagen in Bundeswehrliegenschaften in NRW nur begrenzt ausgeschöpft
werden.
Auf die Antwort zu den Fragen 17 und 18 wird verwiesen.
22. Nach welchem Ausstattung- und Belegungsstandard werden neue
Unterkunfts- und Stabsgebäude der Bundeswehr derzeit in Nordrhein-
Westfalen gebaut?
Bei Neubaumaßnahmen von Unterkunftsgebäuden werden für
unterkunftspflichtige Soldatinnen und Soldaten, unabhängig von der Dienstgradgruppe,
Unterkunftsräume mit einer Größe von 13,50 m² zur Einzelnutzung mit
eigenem Duschbad zur Verfügung gestellt. In Grundausbildungseinheiten sind für
Rekruten Unterkünfte mit einer Größe von 27 m² in Vierer-Belegung mit
Sammelsanitärausstattung vorgesehen. Im gleichen Standard werden seit dem Jahr
2019 zusätzliche Unterkunftsstuben für „Unterkunftspflichtige aus besonderem
Anlass“ zur Sicherstellung von Ausbildungsvorhaben/Alarmierungen
vorgehalten. Neben der Ausstattung mit WLAN zur privaten, kostenfreien Nutzung,
erhalten die Unterkünfte eine verbesserte Ausstattung mit Fernseher,
Minikühlschrank, Wandspiegel und Stehleuchte. Seit dem Jahr 2021 wird eine neue
Möbelserie implementiert.
Bei Neubaumaßnahmen von Stabsgebäuden finden die Vorgaben für
Bürogebäude Anwendung. Die Raumgrößen richten sich nach den in Anlage 1 zu
Muster 13 der Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes
vorgesehenen Raumgrößen für Geschäftszimmer bei Bundesgebäuden.
Seit dem Jahr 2009 werden die Funktionsbereiche von Kompanien zur Nutzung
von Synergieeffekten in einem Gebäude zusammengefasst und räumlich vom
Unterkunftsbereich getrennt in den Liegenschaften umgesetzt.
23. Wie viele Heimbetriebe gibt es derzeit an Bundeswehrstandorten in
Nordrhein-Westfalen, und wie werden diese betrieben (bitte detailliert
auflisten)?
Derzeit werden 14 Heimbetriebe in Nordrhein-Westfalen durch Pächter
betrieben. Die Pächter werden im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen
ermittelt und betreiben die Heimbetriebe auf eigene Rechnung.
a) Wie hat sich diese Anzahl in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
b) Wo und warum kam es in den vergangenen zehn Jahren
gegebenenfalls zu Schließungen von Heimbetrieben an Bundeswehrstandorten in
Nordrhein-Westfalen?
Die Fragen 23a und 23b werden zusammen beantwortet.
Schließungen von Heimbetrieben können lediglich bis zum Jahr 2016
zurückverfolgt werden. In den folgenden Liegenschaften wurden Betriebe
geschlossen:
• Düsseldorf, Bergische Kaserne
• Eschweiler, Donnerberg-Kaserne
• Kerpen, Boelcke-Kaserne
• Köln, Luftwaffen-Kaserne
• Mechernich, Bleiberg-Kaserne
• Nörvenich, NATO-Flugplatz (2 Heimbetriebe)
• Rheine, Theodor-Blank-Kaserne
• Wesel, Schill-Kaserne
• Münster, Blücher-Kaserne
24. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um einem Wegfall
von Heimbetrieben entgegenzuwirken (bitte erläutern)?
Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um nach Wegfall
eines Heimbetriebs dennoch ein vergleichbares Versorgungsangebot für
die Soldatinnen und Soldaten aufrecht zu erhalten?
Die Bundeswehr ergreift eine große Bandbreite von Maßnahmen, um das
Versorgungsangebot für die Soldatinnen und Soldaten aufrecht zu erhalten.
Bei Kündigung eines Heimbetriebes durch den Pächter oder die Bundeswehr
wird zunächst im Rahmen eines Vergabeverfahrens ein neuer Pächter gesucht.
Sofern die Suche erfolglos bleiben sollte, wird geprüft, ob die Möglichkeit der
Übernahme der Versorgung mit Betreuungsleistungen durch eine
Heimgesellschaft besteht. Ist auch dies nicht möglich, kann die Betreuung durch eine
Kleinkantine in Eigenregie übernommen werden. In diesem Fall wird der
Betrieb durch engagierte Soldatinnen und Soldaten sichergestellt. Darüber hinaus
gibt es an vielen Standorten die Möglichkeit der Versorgung und Betreuung
durch nahegelegene Einrichtungen außerhalb der Kaserne, beispielsweise durch
externe Gastronomiebetriebe oder Kantinen anderer Bundes- oder
Landesbehörden. Als letzte Möglichkeit kann die Betreuung durch die Aufstellung von
Warenautomaten sichergestellt werden.
Um die bewirtschaftete Betreuung nachhaltig zu sichern, hat das BMVg das
Entwicklungskonzept „Bewirtschaftete Betreuung 2019+“ erarbeitet. Das neue
Konzept begegnet dem veränderten Kundenverhalten, das mit einem Rückgang
der Kundennachfrage und einer daraus resultierenden schwierigen
wirtschaftlichen Situation der Betreiber verbunden ist, und greift die aktualisierten
Bedarfsforderungen der Streitkräfte auf. Den potentiellen Kunden soll in einem
sog. „Kasino“ ein passgenaues und bedarfsorientiertes Angebot bereitgestellt
werden. Notwendige Leistungen, denen kein adäquater Umsatz für den
Betreiber gegenübersteht, wie beispielsweise erweiterte Öffnungszeiten, sollen vom
Bund erstattet werden. An den Modellstandorten Panker, Höxter, Prenzlau,
Kiel, Daun, Laupheim, Dornstadt und Niederstetten findet die Erprobung des
„Modells Kasino“ statt; der Standort Panker läuft seit dem 15. Oktober 2020
mit hoher Zufriedenheit nach dem neuen Konzept. Die anderen Standorte
befinden sich im Vergabeverfahren.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]