Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen
der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Daniel Föst, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Martin Neumann, Dr. Thomas Sattelberger, Judith Skudelny, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Linda Teuteberg, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Sprache ist das Fundament von Teilhabe und Integration sowie schulischem und beruflichem Erfolg von Kindern und Jugendlichen. Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ unterstützt das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend seit 2016 den Einsatz speziell geschulter Fachkräfte in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung (https://sprach-kitas.fruehe-chancen.de/).
Die Sprachförderung im frühkindlichen Alter ist auch nach Auffassung der Fragesteller ein wichtiger Baustein in der Sprachförderung insgesamt. Aber auch in schulischen Kontexten und beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder den Beruf spielt Sprachkompetenz eine entscheidende Rolle. Frühkindliche Förderung, Bildungserfolg und Berufschancen sind eng miteinander verflochten.
Die derzeitige pandemische Lage stellt Fachkräfte der frühkindlichen Bildung, Pädagoginnen und Pädagogen aber vor allem Kinder und Jugendliche selbst vor enorme Herausforderungen. Insbesondere Kinder und Jugendliche mit besonderen Betreuungs- und Förderbedarfen sind durch Kita- und Schulschließungen besonders in ihrer sprachlichen Entwicklung betroffen.
Aus Sicht der Fragesteller besteht Informationsbedarf darüber, welchen Stellenwert die Bundesregierung der Sprachförderung entlang der Bildungskette bemisst, auf welche Daten- und Forschungsgrundlage sie ihre Einschätzung begründet sowie über die Maßnahmen und Initiativen der Bundesregierung für die Stärkung und Fortführung der Sprachförderung auch während der Corona-Pandemie.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen13
Welchen Stellenwert misst die Bundesregierung der Kenntnis der deutschen Sprache für die Integration, den Bildungserfolg und langfristig für die Chancen auf einen erfolgreichen Übergang in die Ausbildung oder das Berufsleben von Kindern und Jugendlichen bei?
Wie viele Kinder und Jugendliche in Deutschland haben nach Kenntnis der Bundesregierung Bedarf an Sprachförderung (bitte nach Bundesländern und Altersgruppen aufschlüsseln)?
Liegen der Bundesregierung Daten und Erkenntnisse über die künftige Entwicklung der Zahlen sprachförderungsbedürftiger Kinder und Jugendlicher vor (bitte erläutern)?
Welche Schlüsse hat die Bundesregierung aus diesen Daten und Erkenntnissen gezogen?
Von welchen Studien und/oder Forschungsvorhaben im Bereich Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen hat die Bundesregierung Kenntnis (bitte für die letzten zehn Jahre unter Angabe des Titels, Forschungsinstitut sowie Haupterkenntnissen aufschlüsseln)?
Welche dieser Studien und/oder Forschungsvorhaben wurden von der Bundesregierung gefördert (bitte für die letzten zehn Jahre und unter Angabe der Höhe der Förderung aufschlüsseln)?
Von welchen Instrumenten der Sprachförderung in den Bundesländern für die Bereiche Frühkindliche und schulische Bildung hat die Bundesregierung Kenntnis (bitte nach Instrument und Bundesland aufschlüsseln)?
Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen (bitte nach Maßnahme, Beginn der Unterstützung durch den Bund sowie Höhe der Haushaltsmittel aufschlüsseln)?
Welche Bundesprogramme zur Sprachförderung existieren nach Kenntnis der Bundesregierung?
a) In welcher Höhe wurden diese Programme seitens des Bundes gefördert?
b) Wann wurde die Höhe der Förderung letztmalig angepasst?
c) Plant die Bundesregierung, diese Förderungen erneut anzupassen?
Welche Auswirkungen der Corona-Pandemie sieht die Bundesregierung auf das Sprachniveau insbesondere von Kindern und Jugendlichen mit Sprachförderbedarf?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um Kindern und Jugendlichen mit Sprachförderbedarf während der Corona-Pandemie zu unterstützen?
Von welchen Maßnahmen der Bundesländer zur Unterstützung der Sprachförderung während der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung über ihre strukturelle Zusammenarbeit Kenntnis erlangt?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um Fachkräfte der frühkindlichen Bildung sowie Pädagoginnen und Pädagogen im Rahmen der strukturellen Zusammenarbeit mit den Bundesländern eine Fortführung der Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen?