[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Markus Herbrand, Christian Dürr,
Dr. Florian Toncar, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/28054 –
Blackbox Finanzwissen – Neue Wege zum Vermögensaufbau
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben den Wunsch, finanziell
für das Alter und für Notfälle gerüstet zu sein, sich rechtzeitig auf größere
Ausgaben für Anschaffungen vorzubereiten und nahestehenden Personen
etwas hinterlassen zu können. Die Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge
und der Funktion und der Aufgaben des Geldes sowie die daraus folgenden
Möglichkeiten zur privaten Vorsorge bilden die Grundlage, um diesem
Wunsch nachkommen zu können.
In Zeiten extrem niedriger Zinsen ist nach Ansicht der Fragestellenden
mangelndes Wissen über die Wirkmechanismen der Finanzmärkte, über die
Möglichkeiten der Geldanlage und der privaten Altersvorsorge besonders
schädlich. Die Vermittlung von Finanzwissen und ökonomischer Bildung hat in den
letzten Jahren mehr Beachtung gefunden, wie etwa durch die Einführung des
Schulfachs „Wirtschaft“ in Nordrhein-Westfalen, die Nutzung von Bildungs-
und Informationsplattformen im Internet, die Initiativen und Projekte der
OECD oder durch die Vermittlung von „Zentralbankwissen“ durch
Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien der Deutschen Bundesbank. Trotz dieser
positiven Entwicklungen, sind für breite Teile der Gesellschaft Fragen der
finanziellen Vorsorge und zum Wesen des Geldes noch unbeantwortet.
Besonders viel Finanzbildungsbedarf sehen die Fragestellenden bei jungen
Menschen, die oftmals wertvolle Zeit verstreichen lassen, bis sie Vermögensaufbau
verstehen und betreiben.
Vor diesem Hintergrund möchten sich die Fragestellenden nach den
Maßnahmen der Bundesregierung erkundigen, die diese zur Vermittlung von
Finanzwissen und ökonomischer Bildung angestoßen hat und durchführt. Dabei
sollen auch Fragen berücksichtigt werden, wie die Bundesregierung steuer- und
finanzpolitischen Möglichkeiten zur Verbesserung des Vermögensaufbaus
gegenübersteht.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/28632
19. Wahlperiode 19.04.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Justiz und für
Verbraucherschutz vom 16. April 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Welche Rolle misst die Bundesregierung aus welchen Gründen der
Vermittlung von Finanzwissen und ökonomischer Bildung bei?
2. Was ist aus Sicht der Bundesregierung Finanzwissen und ökonomische
Bildung?
Die Fragen 1 und 2 werden im sachlichen Zusammenhang beantwortet.
Ökonomische Bildung ist nach Einschätzung der Kultusministerkonferenz ein
unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung und gehört somit zum
Bildungsauftrag der allgemeinbildenden Schulen in Deutschland (
https://www.km
k.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weitere-unterrichtsinhalte/wirtschaftli
che-bildung-und-verbraucherbildung.html), für die nach der grundgesetzlich
geregelten Kompetenzverteilung die Länder zuständig sind. Hierzu gehören
auch die Gestaltung des Fächerkanons und die inhaltliche Ausrichtung des
Unterrichts. Zum ökonomischen Grundwissen gehören auch Aspekte des
Umgangs mit Finanzdienstleistungen und das Verständnis grundlegender
finanzwirtschaftlicher Zusammenhänge. Ökonomische Bildung stärkt das
Urteilsvermögen der Verbraucherinnen und Verbraucher in vielen Fragen des Alltags.
3. Welche andauernden Herausforderungen und Missstände erkennt die
Bundesregierung für das politische Anliegen, Finanzwissen und
ökonomische Bildung in Deutschland zu stärken?
Auf die Antwort zu den Fragen 1 und 2 wird verwiesen.
4. Welche Erkenntnisse, statistischen Datenerhebungen und
wissenschaftlichen Studien liegen der Bundesregierung über die Verteilung von
Finanzwissen und ökonomischer Bildung vor?
Zum Finanzwissen thematisiert die OECD/INFE 2020 International Survey of
Adult Financial Literacy (
https://www.oecd.org/financial/education/oecd-infe-2
020-international-survey-of-adult-financial-literacy.pdf) Einstellung,
Verhaltensweisen sowie das Fachwissen in finanziellen Angelegenheiten erwachsener
Personen. Deutschland lag in dieser Umfrage bezogen auf das Finanzwissen
über dem Durchschnittswert der teilnehmenden OECD-Länder.
In Deutschland wurde für diese OECD-Umfrage eine Befragung von der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) durchgeführt. Die BaFin
hat ihre Erkenntnisse ebenfalls veröffentlicht (
https://www.bafin.de/SharedDoc
s/Downloads/DE/Anlage/dl_Finanzkompetenzsstudie2019.html).
5. Bei welchen Bevölkerungsgruppen erkennt die Bundesregierung auf
Basis der ihr vorliegenden statistischen Datenerhebungen und
wissenschaftlichen Studien einen besonderen Nachholbedarf im Hinblick auf
Finanzkenntnisse und ein ökonomisches Verständnis?
Inwiefern nehmen folgende Aspekte eine Rolle ein:
a) Altersgruppe,
b) Geschlecht,
c) Migrationshintergrund,
d) Bundesland bzw. Wohnort (gibt es einen Unterschied zwischen den
alten und neuen Bundesländern),
e) weitere Merkmale?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. Es wird auf die
Zuständigkeit der Länder für die ökonomische Bildung (vgl. Antwort zu den
Fragen 1 und 2) verwiesen.
6. Welche Kenntnisse und Informationen liegen der Bundesregierung,
aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, zu der Anzahl der Personen bzw.
privaten Haushalte vor, die aufgrund einer unwirtschaftlichen
Haushaltsführung in die Überschuldung geraten sind (bitte Angaben des Statistischen
Bundesamtes berücksichtigen)?
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht mit Stand 31. März 2021 bis zum
Jahr 2019 auf seiner Webseite eine „Überschuldungsstatistik“. In dieser
Statistik sind auch nach Altersgruppen und nach den Hauptauslösern (u. a.
unwirtschaftliche Haushaltsführung) untergliederte Angaben abrufbar (www-genesi
s.destatis.de; Angaben in Klammern sind statistisch nicht hinreichend
abgesicherte Werte).
Die nachfolgende Tabelle enthält die Anteilswerte und die durchschnittlichen
Schulden von in Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen, bei denen das
Kriterium „unwirtschaftliche Haushaltsführung“ der Hauptauslöser der
Überschuldung war, untergliedert nach Altersgruppen für das Jahr 2019.
Überschuldungsstatistik Deutschland
Jahr
Unwirtschaftliche Haushaltsführung
als Hauptauslöser
Altersgruppen
(u20–70m)
Beratene Personen
(Anteilswerte)
%
Durchschnittliche
Schulden
Euro
2019
unter 20 Jahre 23,1 /
20 bis unter 25 Jahre 29,5 7 666
25 bis unter 35 Jahre 21,0 16 224
35 bis unter 45 Jahre 13,1 22 619
45 bis unter 55 Jahre 9,5 30 460
55 bis unter 65 Jahre 7,1 31 935
65 bis unter 70 Jahre (9,3) (33 141)
70 Jahre und mehr 10,0 30 936
Insgesamt 14,3 20 461
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand: 31. März 2021
/ keine Angaben; ( ) statistisch nicht hinreichend abgesicherte Werte
7. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Verschuldung von
Privatpersonen in den letzten 4 Jahren jeweils jährlich entwickelt (bitte
tabellarisch darstellen und Erhebungen des Statistischen Bundesamtes
einbeziehen)?
Im Rahmen ihrer Finanzierungsrechnung weist die Deutsche Bundesbank in
ihrer Zeitreihen-Datenbank die gesamten Verbindlichkeiten privater Haushalte
gemäß nachstehender Tabelle in folgender Höhe aus. Dabei umfasst ein
Großteil allerdings Kredite für Wohnungsbauzwecke, bei denen davon ausgegangen
werden kann, dass der Verschuldung ein entsprechendes (Immobilien-)
Vermögen gegenübersteht.
Verbindlichkeiten privater Haushalte
Quartal/Jahr Mrd. Euro
3. Q/2016 1.661,7
3. Q/2017 1.716,3
3. Q/2018 1.779,1
3. Q/2019 1.862,0
3. Q/2020 1.935,8
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht mit Stand 31. März 2021 im Rahmen
der „Überschuldungsstatistik“ folgende zusammengefasste Angaben für die
Jahre 2016 bis 2019 (www-genesis.destatis.de):
Überschuldungsstatistik Deutschland
Jahr Beratene
Personen
Durchschnittliche
Schulden
Anzahl Euro
2016 617.237 31.613
2017 560.673 30.170
2018 571.467 29.008
2019 582.129 28.244
8. Welche Studien und Informationen liegen der Bundesregierung über
unterschiedliche Wissensstände bei Finanzwissen und ökonomischer
Bildung zwischen Männern und Frauen vor, und was sind die jeweiligen
Hauptaussagen dieser Studien?
Die in der Antwort zu Frage 4 erwähnte Auswertung der BaFin zum
Finanzwissen (
https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Anlage/dl_Finanzko
mpetenzsstudie2019.html) ergab, dass auf Basis der durchgeführten Umfrage
Männer bei der Beantwortung der gestellten Fragen in Teilen etwas besser
abschnitten als Frauen. Dieses Muster war auch in anderen Staaten zu erkennen
(siehe OECD/INFE 2020 International Survey of Adult Financial Literacy).
9. Sieht die Bundesregierung die Vermittlung von Finanzwissen
ausschließlich als Aufgabe der Schule und Eltern oder auch als
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die auch Unternehmen und Wirtschaftsorganisation
zuständig sind?
Ökonomische Bildung ist Grundlage für die Vermittlung von Finanzwissen.
Nach der föderalen Kompetenzordnung fällt der Schulbereich in die
Zuständigkeit der Länder. Hierzu gehören auch die Gestaltung des Fächerkanons und die
inhaltliche Ausrichtung des Unterrichts (vgl. Antwort zu den Fragen 1 und 2).
Wie in jedem Bereich des öffentlichen Lebens tragen auch andere Akteurinnen
und Akteure, wie etwa Unternehmen, Wirtschaftsorganisationen,
Verbraucherschutz, (Fach-)Presse und Nichtregierungsorganisationen im Rahmen ihrer
Möglichkeiten ebenfalls zur Vermittlung von Finanzwissen als
gesamtgesellschaftliche Aufgabe bei.
10. Mit welchen Instrumenten verbessert die Bundesregierung im Bereich
des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes die Finanzaufklärung für die
Verbraucherinnen und Verbraucher?
Im Bereich des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes werden Aufgaben der
Finanzaufklärung auf verschiedenen Ebenen wahrgenommen: So informiert die
BaFin im Rahmen ihrer Aufgaben im Bereich der Verbraucheraufklärung
Verbraucherinnen und Verbraucher über die verschiedenen Arten von
Finanzprodukten und damit zusammenhängende Dienstleistungen und erläutert ggf.
mit diesen Produkten verbundene Risiken, um auf diese Weise
Orientierungshilfe an die Hand zu geben. Dies stärkt die Fähigkeiten der Verbraucherinnen
und Verbraucher, in diesem Bereich eigenverantwortlich zu handeln. Die BaFin
nutzt zu diesem Zweck zahlreiche Formate und Kanäle.
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) fördert
darüber hinaus Maßnahmen der 16 Verbraucherzentralen im Bereich des
wirtschaftlichen Verbraucherschutzes, die unter anderem im Rahmen einer
Gemeinschaftsaktion zum Verbraucherschutz für Eltern und Kinder auch gezielt junge
Verbraucherinnen und Verbraucher adressieren, um ihnen praxisnah
Alltagskompetenzen in Finanzfragen zu vermitteln sowie Lösungsmöglichkeiten
aufzuzeigen, wenn es bei Vertragsangelegenheiten zu Problemen kommt. Die
Maßnahmen umfassen einen zielgruppenspezifischen Media- und
Instrumentenmix, der neben klassischen Veranstaltungen in Schulklassen insbesondere
auch verstärkt digitale und spielerische Formate nutzt. Auch das vom BMJV
geförderte Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland unterstützt
Verbraucherinnen und Verbraucher zu grenzüberschreitenden Fragen der
Finanzkompetenz – aktuell etwa zum Thema „Bezahlen in der EU“, insbesondere
mit Online-Informationen und einem Podcast.
Das BMJV unterstützt als Stifter zudem die Stiftung Warentest, die
insbesondere durch ihre Periodika „test“ und vor allem „Finanztest“ sowie ihre Online-
Angebote auf test.de umfassend unabhängige Orientierungshilfen für
Verbraucherinnern und Verbraucher auch im Finanzbereich bietet.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv) wird durch das BMJV
institutionell gefördert. Seit Anfang letzten Jahres ist auch die
„Marktbeobachtung Finanzen“ beim vzbv angesiedelt, die aus dem bis einschließlich 2019 als
Projekt geförderten „Marktwächter Finanzmarkt“ hervorgegangen ist. Der
„Marktwächter Finanzmarkt“ beobachtete seit Anfang 2015 die Teilmärkte
Geldanlage/Altersvorsorge, Immobilienfinanzierung, Grauer Kapitalmarkt,
Versicherungen sowie Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite. Zuletzt
wurden „Effektivzinsangabe bei Immobilienfinanzierungen“,
„Anlageinformationen und Werbung bei Vermögensanlagen“ und
„Vorfälligkeitsentschädigungen“ untersucht und die Ergebnisse bekannt gemacht. Die
Marktbeobachtungsaktivitäten beruhen im Wesentlichen auf den bei den 16 Verbraucherzentralen
der Länder (VZn) gesammelten und aufbereiteten Daten aus der
Verbraucherberatung. Mit der „Marktbeobachtung Finanzen“ beobachten und analysieren
der vzbv und die VZn insofern gezielt den Finanzmarkt aus Verbrauchersicht
und machen die daraus gewonnenen Ergebnisse öffentlich.
11. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit Beginn der laufenden
Legislaturperiode angestoßen, um den Vermögensaufbau in Deutschland
zu erleichtern?
Zur Erleichterung des Vermögensaufbaus trat am 1. Januar 2021 eine Änderung
des Wohnungsbauprämiengesetzes in Kraft. Darin enthalten sind wesentliche
Verbesserungen, insbesondere bei der steuerlichen Bausparförderung. Für die
Wohnungsbauprämie wurde neben der Anhebung der Einkommensgrenzen und
des Prämiensatzes auch eine Anpassung des Höchstbetrages vorgenommen.
Noch in dieser Legislaturperiode ist zudem eine Verbesserung der
Mitarbeiterkapitalbeteiligung vorgesehen. Mit dem Fondsstandortgesetz soll der
steuerfreie Höchstbetrag für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen deutlich erhöht werden
(§ 3 Nummer 39 des Einkommensteuergesetzes). Zudem soll eine steuerliche
Regelung zur weiteren Förderung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen
insbesondere bei Startup-Unternehmen sowie kleinen und mittelständischen
Unternehmen eingeführt werden.
12. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit Beginn der laufenden
Legislaturperiode angestoßen, um Finanzwissen und ökonomische
Bildung zu fördern?
Das Netzwerk SchuleWirtschaft prämiert mit dem vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Preis „Das hat Potenzial!“
Unternehmen, Schulen und Verlage für ihr herausragendes Engagement an der
Schnittstelle Schule und Beruf. Dies dient einer frühzeitigen
Nachwuchssicherung. Die Zuwendung wird jeweils für zwei Jahre mit einer jährlichen
Zuwendung in Höhe von rund 200.000 Euro bewilligt
Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) ist eine
Geschäftsbereichsbehörde des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und
hat qua Erlass die Aufgabe, durch Maßnahmen der politischen Bildung
Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein
zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken. Das
Wissen über ökonomische Sachverhalte im engeren zu fördern wird dabei sowohl
als Querschnittsaufgabe im Zusammenhang mit einer Vielzahl verschiedener
Formate verstanden als auch durch spezielle Maßnahmen und Angebote zu
erreichen versucht. Dabei verfolgt die BpB einen multiperspektivischen und
partizipativen Ansatz. Im Zeitrahmen für diese Kleine Anfrage kann nur eine
Auswahl an Formaten der BpB aufgeführt werden, die seit Beginn der
Legislaturperiode umgesetzt worden sind.
Eigen-Publikationen der BpB:
Titel: Themen und Materialien „Ökonomie“ (AT) (Neuerscheinung für 2021
geplant)
Ziel ist es, Grundlagen und praxisnahe Anregungen für ein
handlungsorientiertes Lernen zu vermitteln. Es findet eine Auseinandersetzung mit grundlegenden
ökonomischen Betrachtungsweisen und Kategorien auf dem Hintergrund einer
Vielfalt ökonomischer Denkweisen und Perspektiven statt.
Geplante Ausgaben: 73.517,58 Euro
Titel: Was geht? 2/2021 (AT: Geld und seine Verteilung), (erscheint im Laufe
des Jahres 2021)
Diese Ausgabe widmet sich dem Thema Geld und seiner Verteilung. Die
jugendliche Zielgruppe soll u. a. erkennen, dass Geldfragen nicht rein
individuell sind, sondern auch politische und gesellschaftliche Dimensionen besitzen
sowie dass die Verteilung von Geld innerhalb einer Gesellschaft mit politischen
Entscheidungen zur Ausgestaltung verschiedener gesellschaftlicher
Funktionsbereiche (Wirtschaft, Bildung, Soziales) zusammenhängt.
Geplante Ausgaben: 40.000,00 Euro
Titel: Zeitbilder „Finanzwirtschaft – Wie alles zusammenhängt“ (2021,
Neudruck)
Die Ausgabe thematisiert Funktionsweisen des Finanzsystems, Finanzkrisen
und die Funktion der Politik.
Verausgabte Mittel: 3.500 Euro
Titel: Zeitbilder „Wir Kapitalisten“ (2020)
Die Ausgabe setzt sich mit den kulturgeschichtlichen Grundlagen des
Kapitalismus als unsere aktuelle Lebensform auseinander und bereitet die Inhalte für
eine breite Zielgruppe (interessierte Bürger, Multiplikatoren) auf.
Verausgabte Mittel: 68.994,27 Euro
Thema im Unterricht: Wirtschaft für Einsteiger, (2020)
Anhand der 28 Arbeitsblätter von „Wirtschaft für Einsteiger“ kann entweder
kurz und knapp eine bestimmte Frage behandelt (wie z. B. „Was ist eigentlich
das Bruttosozialprodukt“ oder „Was ist von Statistiken zu halten?“) oder auch
eine ganze Unterrichtsreihe geplant und durchgeführt werden. Die Mappe
enthält Arbeitsaufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen,
unterschiedliche methodische Zugänge und Vorschläge und ist ansprechend gestaltet.
Verausgabte Mittel: 10.000 Euro
Titel: Aus Politik und Zeigeschichte „Datenökonomie“ (2019)
Die Ausgabe thematisiert datenökonomische Aspekte.
Verausgabte Mittel: 22.997,43 Euro
Verlagskooperationen der BpB:
Titel: Politik und Wirtschaft: ein integratives Kompendium von Karsten Mause/
Christian Müller/Klaus Schubert (2021)
Verausgabte Mittel: 17.983,35 Euro
Titel: Schattenwirtschaft. Die Macht der illegalen Märkte (2021) von Matías
Dewey/Caspar Dohmen/Nina Engwicht/Annette Hübschle
Verausgabte Mittel: 9.355,25 Euro
Titel: Gute Ökonomie für harte Zeiten. Sechs Überlebensfragen und wie wir sie
besser lösen können von Abhijit V. Banerjee/Esther Duflo (2020)
Verausgabte Mittel: 16.288,04 Euro
Titel: Die Rettung der Arbeit. Ein politischer Aufruf von Lisa Herzog (2020)
Verausgabte Mittel: 9.627,80 Euro
Titel: Das Auto im digitalen Kapitalismus. Wenn Algorithmen und Daten den
Verkehr bestimmen von Timo Daum (2020)
Verausgabte Mittel: 11.689,62 Euro
Die Produktion des Geldes. Ein Plädoyer wider die Macht der Banken von Ann
Pettifor, (2019)
Verausgabte Mittel: 10.558,50 Euro
Titel: Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie von Timo Daum
(2019)
Verausgabte Mittel: 9.214,36 Euro
Online-Formate der BpB:
Titel: Dossier „Europäische Schuldenkrise“: Ergänzung Corona-Pandemie
(2020–2021)
Das Dossier wurde zuletzt 2018 aktualisiert und soll nun um aktuelle Debatten
im Rahmen der Pandemie erweitert werden.
Verausgabte Mittel: 3.500,00 Euro
Titel: „Duden Wirtschaft“ (Online Lexika auf bpb.de/nachschlagen) (2021)
Mit den Inhalten der Online-Lexika können die User von bpb.de wichtige
Begriffe nachschlagen oder diese auch innerhalb der Texte direkt verlinkt werden.
So können Fragen und Hintergründe direkt und nach persönlichem Interesse
nachgeschlagen werden.
Geplante Mittel: 8.600,00 Euro
Titel: Dossier Wirtschaftspolitik (2016–2020)
Erstellung eines Wirtschafts-Dossiers für die Website bpb.de zum Thema
Wirtschaft erstellt werden. Das Dossier soll neben einem einführenden Teil auch
einen aktuellen Teil zu aktuellen Fragen von Wirtschaftspolitik enthalten.
Verausgabte Mittel: 2.025,49 Euro
Titel: Webvideoformat „Grundlagen Wirtschaft“ (2017)
Es soll ein erster niedrigschwelliger Zugang zum Themenkomplex Wirtschaft
für eine junge Zielgruppe angeboten werden, der zur weiteren Beschäftigung
mit dem Komplex anregt, Grundlageninformationen zu umfassenden
Themenkomplexen wie Volkswirtschaft oder Wirtschaftspolitik sollen niedrigschwellig
vermittelt werden.
Verausgabte Mittel: 19.715,46 Euro
Zudem verweist die BpB auf die Übersicht über verschiedene Aspekte der
Wirtschaft sowie einzelne Dossiers und Schwerpunkte auf der Webseite der
BpB unter:
https://www.bpb.de/politik/wirtschaft/ <
https://www.bpb.de/politik/
wirtschaft/>
Zuwendungen der BpB:
Titel: Politische Bildung trifft Unternehmergeist (2020–2022)
Die Hermann Ehlers Akademie entwickelt in Kooperation mit den
Universitäten Flensburg und Kassel Bildungsmaterialien und Veranstaltungen
(Symposium, Workshops), die den Ansatz verfolgen, politische und sozioökonomische
Bildung miteinander zu verzahnen. Der Fokus des Projekts liegt auf einer
Öffnung des etablierten Themenkanons beider Bildungskontexte sowie auf der
Entwicklung neuer Ansätze und einer Auslotung von synergetischen
Schnittstellen.
Geplante Ausgaben: 130.929,20 Euro
Titel: Kapitalismus: Ästhetik, Gefühle, Zustände. Begleitende Filmreihe zur
Ausstellung KAPITALISMUS in der Bundeskunsthalle (2020)
Gegenstand dieser Zuwendung ist eine von der Stiftung Deutsche Kinemathek
kuratierte Filmreihe, die im Rahmen der Ausstellung „KAPITALISMUS“ (AT)
in der Bonner Bundeskunsthalle gezeigt und im Anschluss durch eine
Podiumsdiskussion und ein Publikumsgespräch nachhaltig reflektiert werden soll. Ziel
dieser Zuwendung ist es zudem, die Vernetzung zwischen Filmbildung,
kultureller und politischer Bildung zu fördern.
Verausgabte Mittel: 3.320,00 Euro
Richtlinienförderung der BpB (Auswahl)
Titel: Ökonomische Supermacht, bürokratisches Monster, unentschlossener
Haufen? Die Europäische Union als politischer Akteur, GEA Mecklenburg-
Vorpommern (2017)
Höhe: 3749,15 Euro
Titel: Öffentliche Finanzen in föderaler Verflechtung: Was ist in der neuen
Legislaturperiode zu klären? EAD Loccum (2017)
Höhe: 3417,89 Euro
Titel: „Der Fieberwahn des Geldes“ – Facetten des Finanzsystems in Berlin,
BAK Berlin (2017)
Höhe: 1618,38 Euro
Titel: Steueroase, Geldwäsche und Steuergerechtigkeit in Europa, EAD Bad
Boll (2018)
Höhe: 3257,65 Euro
Titel: Wie verdient wer im Internet Geld? Internetökonomie zwischen
Kostenloskultur und Plattformkapitalismus, DGB (2018)
Höhe: 2099,89 Euro
Titel: „Der Fieberwahn des Geldes“ – Facetten des Finanzsystems, BAK-Berlin
(2019)
Höhe: 2139,48 Euro
Titel: Geld regiert die Welt! Internationale Finanzpolitik und staatliche
Steuerungsmöglichkeiten in der Globalisierung, DGB (2020)
Höhe: 3740,00 Euro
Titel: Hat Geld ein Geschlecht? Maskulines Geld, feminines Risiko? EAD
Tutzing (2021)
Höhe: 2250,00 Euro
Titel: Europa und Geldpolitik, GEA EA NRW (2021)
Höhe: 1199,00 Euro
13. In welcher finanziellen Höhe in Euro hat die Bundesregierung seit
Beginn der Legislaturperiode bis heute jeweils jährlich Mittel zur Stärkung
von Finanzwissen und ökonomischer Bildung verwendet?
Für den Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung (BMBF) sind folgende finanzwirksame Maßnahmen zu nennen:
Im Rahmen der grundgesetzlich eingeräumten Kompetenzen (§ 2 der Anlage
zum Verwaltungsabkommen über das Zusammenwirken von Bund und
Ländern gemäß Artikel 91 Absatz 2 des Grundgesetzes) fördert das BMBF seit
2003 den bundesweiten Online-Wettbewerb „JUGEND GRÜNDET“ für
Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende. Die Teilnehmenden agieren in der
Rolle von Gründerinnen und Gründern, entwickeln eigene Geschäftsideen und
Businesspläne und planen deren Umsetzung strategisch. Seit Beginn der
19. Legislaturperiode bis heute wurden rund 1,35 Mio. Euro zur Verfügung
gestellt.
Durch das BMBF wird ferner das Projekt „Curriculum und
Professionalisierung der finanziellen Grundbildung (CurVe II) gefördert. In dem Projekt
werden ein Curriculum für die finanzielle Grundbildung Erwachsener sowie eine
Fortbildung für Multiplikatoren entwickelt und erprobt. In den Jahren 2017–
2020 wurden dafür Mittel in Höhe von rund 1,795 Mio. Euro zur Verfügung
gestellt.
Seitens der BpB wird bezüglich der verausgabten bzw. geplanten Mittel im
Rahmen einzelner Maßnahmen auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen.
14. Welche Projekte hat die Bundesregierung in welcher Höhe in Euro seit
Beginn der laufenden Legislaturperiode bis heute jeweils jährlich
angestoßen, um Finanzwissen und ökonomische Bildung zu fördern (bitte
tabellarisch darstellen)?
Übersicht über das Projekt SchuleWirtschaft des BMWi und die Fördermittel
innerhalb der 19. Legislaturperiode:
Jahr Mittel (in Euro)
2018 185.176,00
2019 186.067,00
2020 200.800,00
2021 204.487,60 (Plan)
Analog zur Auswahl unter Antwort zur Frage 12 eine Übersicht der BpB:
Jahr Titel Mittel
(in Euro)
2016–2020 Dossier Wirtschaftspolitik 2.025,49
2017 Webvideoformat „Grundlagen Wirtschaft“ 19.715,46
2017 Richtlinienförderung: Ökonomische Supermacht, bürokratisches Monster,
unentschlossener Haufen? Die Europäische Union als politischer Akteur
3.749,15
2017 Richtlinienförderung: Öffentliche Finanzen in föderaler Verflechtung:
Was ist in der neuen Legislaturperiode zu klären?
3.417,89
2017 Richtlinienförderung: Der Fieberwahn des Geldes – Facetten des
Finanzsystems in Berlin
1.618,38
2018 Richtlinienförderung: Steueroase, Geldwäsche und Steuergerechtigkeit in
Europa
3.257,65
2018 Richtlinienförderung: Wie verdient wer im Internet Geld? Internetökonomie
zwischen Kostenloskultur und Plattformkapitalismus
2099,89
2019 Aus Politik und Zeigeschichte „Datenökonomie“ 22.997,43
2019 Schriftenreihe: A. Pettifor, Die Produktion des Geldes. Ein Plädoyer wider
die Macht der Banken.
10.558,50
2019 Schriftenreihe: Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie von
Timo Daum
9.214,36
2019 Richtlinienförderung: Der Fieberwahn des Geldes – Facetten des
Finanzsystems
2.139,48
2020 Zeitbilder „Wir Kapitalisten“ 68.994,27
2020 Thema im Unterricht: Wirtschaft für Einsteiger 10.000,00
2020 Schriftenreihe: Das Auto im digitalen Kapitalismus. Wenn Algorithmen und
Daten den Verkehr bestimmen von Timo Daum
11.689,62
2020 Schriftenreihe: Die Rettung der Arbeit. Ein politischer Aufruf von Lisa
Herzog
9.627,80
2020 Schriftenreihe: Gute Ökonomie für harte Zeiten. Sechs Überlebensfragen
und wie wir sie besser lösen können von Abhijit V. Banerjee/Esther Duflo
16.288,04
2020 Dossier „Europäische Schuldenkrise“: Ergänzung Corona-Pandemie 3.500,00
2020 Zuwendung: Kapitalismus: Ästhetik, Gefühle, Zustände. Begleitende
Filmreihe zur Ausstellung KAPITALISMUS in der Bundeskunsthalle
3.320,00
Jahr Titel Mittel
(in Euro)
2020 Richtlinienförderung: Geld regiert die Welt! Internationale Finanzpolitik und
staatliche Steuerungsmöglichkeiten in der Globalisierung
3.740,00
2020–22 Zuwendung: Politische Bildung trifft Unternehmergeist 130.929,20
(Plan)
2021 Was geht? 2/2021 (AT: Geld und seine Verteilung), (erscheint im Laufe des
Jahres 2021)
40.000,00
(Plan)
2021 Themen und Materialien „Ökonomie“ (AT) (Neuerscheinung für 2021
geplant)
73.517,58
(Plan)
2021 Zeitbilder „Finanzwirtschaft – Wie alles zusammenhängt“ 3.500,00
2021 „Duden Wirtschaft“ (Online Lexika auf bpb.de) 8.600,00
2021 Schriftenreihe: M. Dewey/Cr. Dohmen/N. Engwicht/A. Hübschle,
Schattenwirtschaft. Die Macht der illegalen Märkte
9.355,25
2021 Schriftenreihe: Politik und Wirtschaft: ein integratives Kompendium von
Karsten Mause/Christian Müller/Klaus Schuber
17.983,35
2021 Richtlinienförderung: Hat Geld ein Geschlecht? Maskulines Geld, feminines
Risiko?
2.250,00
2021 Richtlinienförderung: Europa und Geldpolitik 1.199,00
15. Wie viele Personalstellen beschäftigen sich im Geschäftsbereich der
Bundesregierung mit Fragen zur Stärkung von Finanzwissen und
ökonomischer Bildung?
Im Geschäftsbereich des BMWi liegt der Personalaufwand für das in den
Antworten zu den Fragen 12 und 14 genannte Projekt bei ca. 10 bis 15 Prozent
einer Vollzeitstelle.
Im Geschäftsbereich des BMBF ist die Betreuung und Begleitung der in der
Antwort zu Frage 13 genannten Projekte und Maßnahmen Bestandteil der
Betreuung anderer Programme und Maßnahmen. Ein konkreter
Personalstellenanteil kann nicht angegeben werden. Dies gilt in gleicher Weise für die in der
Antwort zu Frage 10 genannten Projekte und Maßnahmen im Geschäftsbereich
des BMJV.
Wie zudem in der Antwort zu Frage 12 beschrieben, wird die Förderung von
Finanzwissen und der ökonomischen Bildung auch als Querschnittsaufgabe
innerhalb der BpB umgesetzt, bzw. sind verschiedene Stellen der BpB mit der
Umsetzung spezieller Maßnahmen beschäftigt. Aus diesem Grund kann eine
Angabe zu konkreten Planstellen in diesem Bereich nicht erfolgen.
Eine abschließende Aufzählung der Personalstellen oder konkreter
Personalstellenanteile im Geschäftsbereich der Bundesregierung kann nicht angegeben
werden, da keine hinreichend eindeutige Definition für die erfragten
Arbeitsbereiche mit der Umschreibung „Stärkung von Finanzwissen und
ökonomischer Bildung“ besteht.
16. Inwiefern sind Fragen zur ökonomischen Bildung Bestandteil der außen-
und entwicklungspolitischen Arbeit der Bundesregierung?
Die Bundesregierung fördert im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit den
Aufbau inklusiver und stabiler Finanzsysteme in Partnerstaaten. Hierzu zählen
Maßnahmen zur finanziellen Grundbildung insbesondere für benachteiligte
Gruppen, damit Kundinnen und Kunden sowie potenzielle Kundinnen und
Kunden von Finanzdienstleistern über ihre Rechte und Verantwortlichkeiten
aufgeklärt sind und für sich das richtige Finanzprodukt wählen können.
Des Weiteren fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit
Qualifizierungen im Bereich unternehmerischer Kompetenzen und Finanzmanagement für
kleinste, kleine oder mittlere Unternehmen (KKMU) zur Stärkung ihrer
Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hinaus werden fachpraktische
Weiterbildungsangebote für den Finanzsektor in Partnerstaaten umgesetzt.
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ISSN 0722-8333]