BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen

(insgesamt 16 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Datum

03.06.2021

Antwortdauer

42 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2889822.04.2021

Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen

der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Dr. Gero Clemens Hocker, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Dr. Jürgen Martens, Frank Sitta, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Die junge Generation ist die Zukunft unseres Landes. Werte wie Freiheit, Pluralität und Demokratie sind zentrale Bestandteile unserer Gesellschaft und politischen Ordnung. Daher ist es aus Sicht der Fragesteller geboten, die Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen näher zu beleuchten.

Eine repräsentative Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) zum Weltkindertag 2019 hat ergeben, dass das Zutrauen der Elterngeneration in die Demokratiekompetenz von Kindern und Jugendlichen geteilt ist: Während 69 Prozent der Befragten den Kindern und Jugendlichen die Übernahme von Verantwortung für den Erhalt der Demokratie im Erwachsenenalter zutrauen, verneinen dies 28 Prozent (https://www.dkhw.de/aktionen/weltkindertag/umfrage-zum-weltkindertag-2019/). Doch auch wenn 28 Prozent der Elterngeneration die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zur Demokratie skeptisch sehen, so ist die Akzeptanz der Demokratie als Staatsform bei Kindern und Jugendlichen sehr hoch.

So kommt die 18. Shell Jugendstudie aus dem Jahr 2019 zu dem Ergebnis: „Für die große Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland ist die Demokratie als Staatsform selbstverständlich.“ (https://www.shell.de/ueber-uns/shell-jugendstudie/_jcr_content/par/toptasks.stream/1570708341213/4a002dff58a7a9540cb9e83ee0a37a0ed8a0fd55/shell-youth-study-summary-2019-de.pdf). Gleichzeitig glauben laut der Studie jedoch auch 71 Prozent der Jugendlichen, nicht, dass sich „Politiker darum kümmern, was Leute wie ich denken“ (https://www.shell.de/ueber-uns/shell-jugendstudie/_jcr_content/par/toptasks.stream/1570810209742/9ff5b72cc4a915b9a6e7a7a7b6fdc653cebd4576/shell-youth-study-2019-flyer-de.pdf).

Aus Sicht der Fragesteller muss Demokratie immer wieder aufs Neue gelebt und gelernt werden. Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der Fragesteller von Interesse, die Bundesregierung zu ihren Aktivitäten und Erkenntnissen in Bezug auf die Demokratieakzeptanz und das Vertrauen in die Politik von Kindern und Jugendlichen zu befragen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen16

1

Welche Studien und repräsentativen Erhebungen zur Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen liegen der Bundesregierung vor (bitte für die letzten fünf Jahre aufschlüsseln)?

2

Welche Studien und repräsentativen Erhebungen zur Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen hat die Bundesregierung strukturell oder finanziell gefördert (bitte unter Angabe der Höhe der Förderung, der Fördernehmer sowie des zuständigen Bundesministeriums jährlich für die letzten fünf Jahre aufschlüsseln)?

3

Welche zentralen Schlüsse und Erkenntnisse hat die Bundesregierung aus diesen Studien und repräsentativen Erhebungen gezogen (bitte für die letzten fünf Jahre aufschlüsseln)?

4

Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklung der Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen in den letzten fünf Jahren?

5

Welche Initiativen hat die Bundesregierung auf Grundlage der ihr vorliegenden Erkenntnisse in den letzten fünf Jahren initiiert, mit dem Ziel, die Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen zu stärken?

6

Welche Studien und repräsentativen Erhebungen liegen der Bundesregierung über das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in Parlamente und politische Parteien vor (bitte für die letzten fünf Jahre aufschlüsseln)?

7

Welche Studien und repräsentativen Erhebungen zum Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in Parlamente und politische Parteien hat die Bundesregierung strukturell oder finanziell gefördert (bitte unter Angabe der Höhe der Förderung, der Fördernehmer sowie des zuständigen Bundesministeriums jährlich für die letzten fünf Jahre aufschlüsseln)?

8

Welche zentralen Schlüsse und Erkenntnisse hat die Bundesregierung aus diesen Studien und repräsentativen Erhebungen gezogen (bitte für die letzten fünf Jahre aufschlüsseln)?

9

Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklung des Vertrauens von Kindern und Jugendlichen in demokratische Strukturen wie Parlamente und politische Parteien in den letzten fünf Jahren?

10

Welche Initiativen hat die Bundesregierung auf Grundlage der ihr vorliegenden Erkenntnisse in den letzten fünf Jahren initiiert, mit dem Ziel, das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in demokratische Strukturen wie Parlamente und politische Parteien zu stärken?

11

Wie bewertet die Bundesregierung Unterschiede zwischen der generellen Demokratieakzeptanz von Kindern und Jugendlichen einerseits und dem Vertrauen in demokratische Strukturen wie Parlamente und politische Parteien andererseits?

12

Welche Handlungsbedarfe leitet die Bundesregierung aus der Bewertung dieser Unterschiede ab?

13

Welche Maßnahmen und Programme zur Förderung der Demokratiekompetenz von Kindern und Jugendlichen unterstützt die Bundesregierung (bitte für die letzten fünf Jahre nach Bundesministerium und struktureller bzw. finanzieller Unterstützung sowie ggf. Höhe und Laufzeit der finanziellen Unterstützung aufschlüsseln)?

14

Wie bewertet die Bundesregierung den Anteil von 28 Prozent der Elterngeneration, welche laut Deutschem Kinderhilfswerk Kindern und Jugendlichen die Übernahme von Verantwortung für den Erhalt der Demokratie im Erwachsenenalter nicht zutrauen?

15

Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Demokratieakzeptanz und das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in demokratische Strukturen wie Parlamente und politische Parteien in anderen EU-Mitgliedstaaten vor?

16

Wie bewertet die Bundesregierung vor diesem Hintergrund die Demokratieakzeptanz und das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland in demokratische Strukturen wie Parlamente und politische Parteien im europäischen Vergleich?

Berlin, den 14. April 2021

Christian Lindner und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen