[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sandra Weeser, Michael Theurer,
Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/29131 –
CO2-Abdruck und Vorbildfunktion der Bundesregierung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Schutz des Klimas und die dafür notwendige Reduzierung des weltweiten
Ausstoßes von Treibhausgasen sind ein wesentlicher Bestandteil
gesellschaftspolitischer Debatten. Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 hat
sich auch die Bundesrepublik Deutschland zu den darin enthaltenen Zielen
verpflichtet und somit ihre nationalen klimapolitischen Anstrengungen zur
CO2-Reduktion zugesagt.
Der Bundesregierung kommt nach Ansicht der Fragesteller in ihrer exekutiven
Funktion eine besondere Verantwortung zu, durch politische Maßnahmen das
nationale Vorankommen beim Klimaschutz sicherzustellen. Diese
umweltpolitischen Maßnahmen wirken sich in der Regel auf das Leben der Menschen
und die Wirtschaft aus, mit dem Ziel, deren Verbrauch von Ressourcen und
damit auch die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. Es bedarf nach
Ansicht der Fragesteller also eines größtmöglichen Maßes an Akzeptanz,
wenn politische Ziele als gesellschaftliche Gesamtaufgabe angegangen
werden sollen. Die politische Vorbildfunktion spielt hier eine besondere Rolle,
gerade im Kontext von CO2-Einsparungen und dem bewussten Umgang mit
Ressourcen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung bekennt sich zu den Klimazielen 2020, 2030, 2045 und
2050, die national, europäisch und im Rahmen des Pariser
Klimaschutzabkommens vereinbart wurden. Die Bundesregierung ist sich ihrer Vorbildwirkung
bewusst und geht auf dem Weg zur Klimaneutralität voran. Mit dem
Klimaschutzprogramm 2030 hat die Bundesregierung konkrete Maßnahmen beschlossen,
um die Klimaschutzziele 2030 zu erreichen. Dabei setzt die Bundesregierung
darauf, durch ein breites Maßnahmenbündel aus Innovation, Förderung,
gesetzlichen Standards und Anforderungen sowie einer Bepreisung von
Treibhausgasen die Klimaschutzziele zu erreichen.
Das Klimaschutzprogramm 2030 wie auch das Bundes-Klimaschutzgesetz
(KSG) legen fest, dass die Bundesverwaltung als Vorbild agiert. § 15 KSG legt
Deutscher Bundestag Drucksache 19/30686
19. Wahlperiode 14.06.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
nukleare Sicherheit vom 11. Juni 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
fest:„Der Bund setzt sich zum Ziel, die Bundesverwaltung bis zum Jahr 2030
klimaneutral zu organisieren.“
1. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit 2015 ergriffen, um den
CO2-Ausstoß ihrer Bundesministerien und nachgelagerten Behörden zu
verringern?
Um der Vorbildrolle der Bundesverwaltung für eine nachhaltige Entwicklung
gerecht zu werden, verabschiedete die Bundesregierung im Dezember 2010 das
Maßnahmenprogramm „Nachhaltigkeit konkret im Verwaltungshandeln
umsetzen“. Dieses wird regelmäßig fortgeschrieben, zuletzt im Jahr 2015. Seitdem
enthält es das Ziel der klimaneutralen Bundesverwaltung, versehen mit
konkreten Maßnahmen. Es wird auf das Programm verwiesen.
Des Weiteren wurde mit dem Klimaschutzpaket 2019 festgelegt, dass die
Bundesverwaltung bis zum Jahr 2030 klimaneutral organisiert wird. Hierzu wurden
im Klimaschutzprogramm 2030 eine Reihe von Maßnahmen festgelegt, die
u. a. bei der Weiterentwicklung des Maßnahmenprogramms Nachhaltigkeit
berücksichtigt werden. Auf Basis eines Beschlusses des
Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung wurde im Februar 2020 eine
Koordinierungsstelle „Klimaneutrale Bundesverwaltung“ (KKB) im Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) eingerichtet. Sie hat die
Aufgabe, die Aktivitäten der Bundesverwaltung auf dem Weg zur
Klimaneutralität zu koordinieren und die Ressorts sowie andere Institutionen fachlich zu
beraten und zu begleiten sowie ein Maßnahmenprogramm „klimaneutrale
Bundesverwaltung“ vorzulegen.
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 2 der Kleinen Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/14086 wird verwiesen.
2. Welche dem Klimaschutz zuträglichen Kriterien legt die
Bundesregierung an, wenn es um den Einsatz und die Beschaffung von Dienstwagen,
die Durchführung von Dienstreisen oder andere Tätigkeiten mit
erhöhtem CO2-Ausstoß geht?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 2 der Kleinen Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/14086 wird verwiesen.
3. Welche Dienstwagen stehen den Mitgliedern des Bundeskabinetts sowie
den parlamentarischen Staatssekretären und Staatsministern aktuell zur
Verfügung, und wie hoch ist der CO2-Ausstoß dieser Fahrzeuge (bitte
nach Kabinettsmitglied bzw. Parlamentarischem Staatssekretär oder
Staatsminister, Fahrzeugtyp und Ausstoß in Gramm CO2 pro Kilometer
aufschlüsseln)?
Über die in der Tabelle aufgeführten Dienstwagen hinaus stehen den
Kabinettsmitgliedern 14 sondergeschützte Limousinen mit einem CO2-Ausstoß zwischen
260 g/km und 421 g/km zur Verfügung.
Kabinettsmitglied bzw.
parlamentarischer
Staatssekretär oder Staatsminister
Fahrzeugtyp
CO2-Ausstoß in
Gramm pro
Kilometer
BM Helge Braun BMW 730Ld 150BMW 745Le 65
StM Hendrik Hoppenstedt Audi A8 L 60 TFSI e 60
StM’in Dorothee Bär Mercedes-Benz S350d 165
Kabinettsmitglied bzw.
parlamentarischer
Staatssekretär oder Staatsminister
Fahrzeugtyp
CO2-Ausstoß in
Gramm pro
Kilometer
StM‘in Annette Widmann-
Mauz
Audi A8 L 60 TFSI e 62
PStS’in Bettina Hagedorn BMW 745e 45
PStS’in Sarah Ryglewski Mercedes-Benz E 300e 37
PStS Günter Krings BMW X5 Hybrid 32
PStS Stephan Mayer BMW 730d 181
PStS Volkmar Vogel Audi A8 Hybrid 65
StM Michael Roth Audi A8 L 60 TFSI e 64
StM Niels Annen Audi A8 L 60 TFSI e 59
StM’in Michelle Müntefering Audi A8 L 60 TFSI e 59
BM Peter Altmaier Audi A8 L 60 TFSI e 66
PStS Thomas Bareiß Mercedes-Benz S 350d 190
PStS Marco Wanderwitz Audi A8 50 TDI 194
PStS’in Elisabeth
Winkelmeier-Becker Audi e-tron 55 0
BM’in Christine Lambrecht Audi A8 L 66
PStS Christian Lange Mercedes-Benz S 350d 175
PStS’in Rita Hagl-Kehl BMW 730 xDrive 168
BM Hubertus Heil BMW 745Le 61Audi A8 TFSI e 66
PStS’in Kerstin Griese Mercedes-Benz S 350d 195
PStS’in Anette Kramme Mercedes-Benz S 350d 195
PStS Thomas Silberhorn BMW 730Ld xDrive 184
BM’in Julia Klöckner
BMW 745Le xDrive i
Performance Limousine 59
Audi A8 L 50 TDI
quattro
191
PStS Hans-Joachim Fuchtel Mercedes-Benz S 350 166
PStS Uwe Feiler BMW 730 xDrive Limou-sine
167
BM’in Franziska Giffey*
Audi A8 L TFSI e 60e
quattro
67
PStS Stefan Zierke Audi A8 TFSI e 60e quattro
65
PStS Caren Marks Audi A8 50 TDI quattro 193
PStS’in Sabine Weiß Audi A8 158
PStS Dr. Thomas Gebhart Mercedes-Benz S 350d 163
BM Andreas Scheuer BMW 745Le xDrive 60
PStS Steffen Bilger Audi A8 TFSI 53
PStS Enak Ferlemann Audi A8 TFSI 58
BM’in Svenja Schulze Mercedes-Benz EQC 400 0BMW 745e iPerformance 52
PStS Florian Pronold BMW 745e iPerformance 52
PStS’in Rita Schwarzelühr-
Sutter
BMW 745e iPerformance 46
BM’in Anja Karliczek Audi A8 L TFSI e 60e quattro
59
PStS Dr. Michael Meister BMW 745e 46
PStS Thomas Rachel Audi A8 L TFSI e 60e quattro
64
* Zum Stichtag der Abfrage (30.04.2021) war Frau Giffey noch Familienministerin.
Kabinettsmitglied bzw.
parlamentarischer
Staatssekretär oder Staatsminister
Fahrzeugtyp
CO2-Ausstoß in
Gramm pro
Kilometer
BM Gerd Müller Audi A8 L60 TFSI e quattro 66
PStS’in Maria Flachbarth Audi A8 60 TFSI e quatt-ro 65
PStS Norbert Barthle Audi Q7 line 55 TFSI e quattro 62
StM’in Monika Grütters Audi A8 61
4. Wie viele Dienstwagen stehen den Bundesministerien und ihren
nachgelagerten Behörden aktuell insgesamt zur Verfügung, und mit welcher
Antriebstechnik sind diese ausgestattet (bitte nach Bundesministerium bzw.
Behörde und Antriebstechnik aufschlüsseln)?
Die Daten wurden der Datenerhebung für das Maßnahmenprogramm
Nachhaltigkeit (Maßnahme 2, Mobilität) für das Berichtsjahr 2020 entnommen. Die
Anzahl an Dienstwagen umfasst alle zivilen Fahrzeuge der Behörden der
unmittelbaren Bundesverwaltung, die im Jahr 2020 genutzt wurden. Hiervon
umfasst sind neben PKW auch alle übrigen Fahrzeuge (Nutzfahrzeuge,
Sonderfahrzeuge). Zwecks Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit sind die Daten
daher einmal vollständig (Tabelle 1) und einmal gefiltert nach PKW <3,5 t
zulässigem Gesamtgewicht dargestellt (Tabelle 2).
Die Anzahl der Fahrzeuge in den Tabellen ist höher als der tatsächliche
Bestand. Bedingt durch die vorgegebenen Abschreibungszeiträume bzw.
Laufzeiten von Leasingverträgen, findet ein permanenter Austausch eines Teils der
Fahrzeugflotten statt. In den für das Jahr 2020 berichteten Daten sind daher
immer auch Fahrzeuge enthalten, die während des Berichtszeitraums durch neue
Fahrzeuge ersetzt wurden.
Alle Fahrzeuge (Tabelle 1):
Geschäftsbereich
Anzahl Fahrzeuge je Antriebsart
Benzin
Benzin
(Plug-In
Hybrid)
Diesel
Diesel
(Plug-In
Hybrid)
Erdgas Flüssiggas (LPG)
Strom
(Elektrofahrzeuge)
BMF 1540 216 4503 1 142
BMI 1283 36 9215 20 81
AA 8 4 13
BMWi 5 45 236 1 17
BMJV 1 15 31 2 6
BMAS 16 28 4 5
BMVg 5412 111 15746 1 132
BMEL 19 20 212 4
BMFSFJ 11 30 98 1 6
BMG 1 10 22 5
BMVI 268 106 2448 1 1 26
BMU 4 26 53 1 8
BMBF 5 14
BMZ 15 2 6
Nur PKW bis 3,5 t mit max. acht Sitzplätzen (Tabelle 2):
Geschäftsbereich
Anzahl Fahrzeuge je Antriebsart
Benzin
Benzin
(Plug-In
Hybrid)
Diesel Diesel (Plug-In Hybrid) Erdgas
Strom
(Elektrofahrzeuge)
BMF 1526 216 4283 1 137
BMI 1265 36 8595 20 76
AA 8 3 13
BMWi 2 45 114 1 11
BMJV 15 21 2 3
BMAS 16 28 4 5
BMVg 5412 111 8741 114
BMEL 19 20 160 4
BMFSFJ 2 15 12
BMG 10 20 5
BMVI 264 90 993 24
BMU 4 26 10 1 7
BMBF 5 14
BMZ 15 2 6
5. Wie hoch ist der CO2-Ausstoß aller Dienstwagen der Bundesministerien
und ihrer nachgelagerten Behörden (bitte nach Bundesministerium bzw.
Behörde und durchschnittlichem CO2-Ausstoß der Dienstwagen in
Gramm pro Kilometer aufschlüsseln)?
Die Daten wurden der Datenerhebung für das Maßnahmenprogramm
Nachhaltigkeit (Maßnahme 2, Mobilität) für das Berichtsjahr 2020 entnommen. Die
Anzahl an Dienstwagen umfasst alle zivilen Fahrzeuge der Behörden der
unmittelbaren Bundesverwaltung, die im Jahr 2020 genutzt wurden. Hiervon
umfasst sind neben PKW auch alle übrigen Fahrzeuge (Nutzfahrzeuge,
Sonderfahrzeuge). Zwecks Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit sind die Daten
daher einmal vollständig (Tabelle 1) und einmal gefiltert nach PKW <3,5 t
zulässigem Gesamtgewicht dargestellt (Tabelle 2).
Die Anzahl der Fahrzeuge in den Tabellen ist höher als der tatsächliche
Bestand. Bedingt durch die vorgegebenen Abschreibungszeiträume bzw.
Laufzeiten von Leasingverträgen, findet ein permanenter Austausch eines Teils der
Fahrzeugflotten statt. In den für das Jahr 2020 berichteten Daten sind daher
immer auch Fahrzeuge enthalten, die während des Berichtszeitraums durch neue
Fahrzeuge ersetzt wurden.
Die in den Tabellen angegebenen spezifischen Emissionen entsprechen den
tatsächlich verursachten CO2-Emissionen je km, berechnet auf Basis der
tatsächlichen Verbräuche und Distanzen, sowie Emissionsfaktoren für die fossilen
Treibstoffe. Die spezifischen Emissionen sind daher nicht vergleichbar mit den
Normwerten nach WLTP1 bzw. NEFZ2, die auf Basis normierter Fahrzyklen
ermittelt werden. Für Elektrofahrzeuge können keine spezifischen Emissionen
ausgewiesen werden, da die Vollständigkeit der Stromverbräuche und der nur
teilweise bekannte Anteil an Ökostrom für die Ladevorgänge keine plausible
Auswertung zulassen.
1 Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedere
2 Neuer Europäischer Fahrzyklus
Alle Fahrzeuge (Tabelle 1):
Geschäftsbereich Anzahl Kfz Jahresfahrleistung (km)
Gesamtemissionen
(t CO2)
Spezifische
Emissionen
(g CO2/km)
BMF 6.402 79.184.821 14.281,8 180
BMI 10.635 111.624.680 27.421,7 246
AA 25 318.871 71,9 225
BMWi 304 2.930.841 699,7 239
BMJV 55 670.141 134,8 201
BMAS 53 491.777 94,1 191
BMVg 21.402 307.030.607 49.043,2 160
BMEL 255 3.123.231 747,2 239
BMFSFJ 146 1.150.089 178,0 155
BMG 38 493.874 105,8 214
BMVI 2.850 58.409.393 14.552,5 249
BMU 92 811.794 151,6 187
BMBF 19 328.078 50,0 152
BMZ 23 191.116 32,7 171
Nur Pkw bis 3,5 t mit max. acht Sitzplätzen (Tabelle 2):
Geschäftsbereich Anzahl Kfz Jahresfahrleistung (km)
Gesamtemissionen
(t CO2)
Spezifische
Emissionen
(g CO2/km)
BMF 6.163 76.044.741 13.667,6 180
BMI 9.992 107.567.686 24.792,1 230
AA 24 283.758 60,6 213
BMWi 173 1.712.494 301,5 176
BMJV 41 491.563 94,1 191
BMAS 53 491.777 94,1 191
BMVg 14.378 216.620.731 32.733,1 151
BMEL 203 2.617.326 599,7 229
BMFSFJ 29 175.378 41,3 235
BMG 35 489.577 104,9 214
BMVI 1.371 19.740.777 3.531,4 179
BMU 48 471.963 81,4 173
BMBF 19 328.078 50,0 152
BMZ 23 191.116 32,7 171
6. Wie viele Dienstwagen mit welcher Antriebstechnik und welchem CO2-
Ausstoß haben die Bundesministerien und ihre nachgelagerten Behörden
von 2018 bis heute beschafft (bitte nach Jahr, Bundesministerium bzw.
Behörde, Antriebstechnik und CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer
aufschlüsseln)?
Die im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 30. April 2021 beschafften
Dienstwagen können der Tabelle (siehe Anlage) entnommen werden.
Betreffend das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) können die Fragen zur
Anzahl der beschafften Dienstwagen (unter Angabe der Antriebstechnik und des
CO2-Ausstoßes) nicht offen beantwortet werden. Gegenstand der Frage sind
solche Informationen, deren Kenntnisnahme für die Interessen der
Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder nachteilig sein kann. Hier ist zu
beachten, dass die angegebenen Beschaffungszahlen auch Zahlen für
Observationsfahrzeuge enthalten. Somit können aus der Antwort Rückschlüsse auf Art
und Umfang der operativen Tätigkeit und auch die Arbeitsweise des BfV
gezogen werden. Daher erfolgte die Einstufung als Verschlusssache „VS – Nur für
den Dienstgebrauch“.
Beim Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) wird ein Großteil der
Fahrzeuge durch den Flottendienstleister BwFuhrparkService (BwFPS) zur
Kurzzeitnutzung bereitgestellt. Durch dieses Fahrzeugpooling lässt sich eine höhere
Auslastung der Gesamtflotte und somit eine geringere Flottengröße realisieren.
Eine Trennung, welche Fahrzeuge dem BMVg und welche Fahrzeuge dem
nachgeordneten Bereich zur Verfügung stehen, kann aufgrund dessen nicht
vorgenommen werden, da die Fahrzeuge grundsätzlich bei sämtlichen
Dienststellen des Geschäftsbereichs zum Einsatz kommen und keinem festen Nutzer
zugeordnet sind.
7. Wie viele Dienstwagen der Bundesministerien und nachgelagerten
Behörden halten den europäischen CO2-Grenzwert von 95 gCO2/km ein?
Geschäftsbereich Anzahl der Dienstwagenbis zu 95 gCO2/km
BMF 18
GZD 621
ITZBund 6
BZSt 1
BImA 68
BaFin 2
BMI 11
BpB 1
BeschA 2
BBK 2
StBA 4
ZITiS 2
BDBOS 3
BSI 5
THW 20
BAMF 10
HS Bund 1
BfV 15
BVA 5
BPOL 233
BKA 9
BBR 3
AA 20
DAI 1
BMWi 15
BNetzA 15
BKartA 5
BAFA 7
PTB 10
BAM 8
BGR 2
BMJV 8
BfJ 2
DPMA 1
Generalbundesanwalt 2
Geschäftsbereich Anzahl der Dienstwagenbis zu 95 gCO2/km
BMAS 14
BAS 2
BAuA 5
BMVg (und nachgeordneter
Bereich) 408
BMEL 9
BfR 1
BLE 5
BVL 1
JKI 1
MRI 2
TI 2
BMFSFJ 10
BAFzA 27
BMG 13
BfArM 2
RKI 2
BMVI 134
BMU 18
UBA 6
BfS 5
BfN 3
BASE 1
BMBF 9
BMZ 14
8. Wie viele internationale Einzelflüge sind von Angehörigen der
Bundesministerien und nachgelagerten Behörden seit 2018 bestritten worden,
und wie hoch war deren CO2-Fußabdruck insgesamt (bitte nach
Bundesministerium, Jahr und Tonnen CO2 aufschlüsseln)?
Die Fragen 8 und 10 werden gemeinsam beantwortet.
Im Rahmen der Dienstreise-Kompensation der Bundesregierung werden für ca.
120 oberste und obere Bundesbehörden die CO2-Emissionen aus
Flugdienstreisen ermittelt. Der dabei ausgewertete Datensatz enthält jedoch keine einzelnen
Dienstreisen, sondern Einzelflüge. Dadurch wird die Genauigkeit der
Emissionsberechnung erhöht, da dadurch auch Umsteigeverbindungen erfasst werden,
die deutlich höhere Emissionen als ein Direktflug verursachen. Die Daten
werden jährlich anonymisiert für alle Behörden der unmittelbaren
Bundesverwaltung ausgewertet. Ein Datensatz enthält zu jeder Relation (Startflughafen/
Zielflughafen) Angaben zur Anzahl der Passagiere je Serviceklasse. Der Datensatz
enthält keine Zuordnung zu einzelnen Behörden, so dass eine Aufschlüsselung
nach einzelnen Behörden nicht erfolgen kann.
Die Emissionsberechnung erfolgt mit Hilfe eines in der DEHSt entwickelten
Emissionsrechners auf Basis statistischer Daten sowie einem von EURO-
CONTROL entwickelten Berechnungsmodell, welches als Eingangsgrößen die
Distanz zwischen den Relationen und den genutzten Luftfahrzeugtyp
verwendet.
Zur Auswertung der Frage 8 wurden alle Flüge mit Ankunft und Abflug auf
Flughäfen in Deutschland ausgewertet. Durch eine weitere Filterung werden
Umsteigeverbindungen ins Ausland aus den Daten ausgeschlossen. Hin- und
Rückflüge werden als zwei getrennte Flüge gewertet. Daraus ergeben sich
folgende Angaben zu innerdeutschen Flügen:
Jahr Anzahl Passagiere
CO2 Emissionen
[t CO2]
2018 106.902 6.439,9
2019 111.025 6.556,1
2020 13.461 800,0
Zur Auswertung der Frage 10 wurden alle Flüge, bei denen Start und Ziel nicht
innerhalb desselben Landes liegen, inklusive aller Umsteigeverbindungen
ausgewertet. Daraus ergeben sich folgende Angaben zu internationalen Flügen:
Jahr Anzahl Passagiere
CO2 Emissionen
[t CO2]
2018 183.803 42.924,8
2019 165.125 41.775,0
2020 52.443 12.592,9
9. Wie viele Bahnfahrten sind von Angehörigen der Bundesministerien und
nachgelagerten Behörden seit 2018 bestritten worden (bitte nach Jahr
und Fahrten aufschlüsseln)?
Es liegen kumulierte Daten für die am Travel Management System des Bundes
beteiligten Institutionen vor: Verfassungsorgane, Ministerien, Behörden,
Körperschaften, Anstalten, Stiftungen und die zu mindestens 50 Prozent
institutionell aus Bundesmitteln geförderten Zuwendungsempfänger, sowie die
Unternehmen des Bundes, soweit die zuständigen Ressorts der Einbeziehung
zugestimmt haben.
Jahr Anzahl Fahrten
2019 rd. 1.350.000
2020 rd. 370.000
Hinsichtlich der Bahnfahrten im Jahr 2018 wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 11 der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache
19/14086 verwiesen.
10. Wie viele innerdeutsche Flüge wurden seit 2018 von Angehörigen der
Bundesministerien bestritten, und wie hoch war deren CO2-Fußabdruck
(bitte nach Jahr, Anzahl Passagiere und CO2-Fußabdruck aufschlüsseln)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 8 verwiesen.
11. Wie hoch ist der jeweilige CO2-Fußabdruck der Bundesministerien und
nachgelagerten Behörden (bitte nach Bundesministerium bzw. Behörde
in Tonnen CO2 und pro Jahr aufschlüsseln)?
Die durch Dienstreisen und -fahrten per Flugzeug und Dienstkraftfahrzeug
verursachten CO2-Emmissionen der oberen und obersten Bundesbehörden werden
jährlich anonymisiert erfasst. Eine Aufschlüsselung dieser Emissionen pro
Behörde ist daher nicht möglich.
Stillgelegte Emissionsminderungsgutschriften3 der einzelnen Jahre zur oben
genannten Kompensation:
Jahr Gesamtemissionen[in t CO2Äq.]
2014 138.038
2015 203.630
2016 235.240
2017 298.040
2018 309.358
2019 347.507
Weitere Hinweise sind folgender Webseite zu entnehmen:
https://www.dehs
t.de/DE/Klimaschutzprojekte-Seeverkehr/Dienstreisen-der-Bundesregierung/di
enstreisen-der-bundesregierung_node.html.
Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 12 der Kleinen
Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/14086 verwiesen.
12. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit 2018 ergriffen, um den
von ihren Bundesministerien und nachgelagerten Behörden verursachten
CO2-Fußabdruck zu kompensieren (bitte nach Projekten, Ankauf von
Emissionsminderungsgutschriften o. ä. aufschlüsseln)?
Die Bundesregierung folgt generell dem Grundsatz „erst vermeiden, verringern
und dann kompensieren“. Durch die freiwillige Kompensation gleicht die
Bundesregierung die verbliebenen Emissionen durch Emissionseinsparungen
an anderer Stelle aus, indem Emissionsminderungsgutschriften aus
anspruchsvollen Klimaschutzprojekten erworben und stillgelegt werden. Beschafft
werden Gutschriften aus anspruchsvollen, zusätzlichen Klimaschutzprojekten nach
dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development
Mechanism, kurz CDM). Entsprechend der energie- und klimapolitischen Ziele
der Bundesregierung wurden mehrheitlich Projekte aus den Sektoren
Erneuerbare Energie und Energieeffizienz ausgewählt, die überwiegend die Kriterien
des Gold Standard erfüllen. Weiterhin sind die ausgewählten Projekte
überwiegend Kleinprojekte (Small-Scale-Projekte).
Die Bundesregierung hat bisher folgende Aktivitäten freiwillig kompensiert:
Aktivität: Kompensation der Dienstreisen und -fahrten
Jahr4 Teilnehmerkreis
Gesamtemissionen
[in t CO2Äq.]
Ausgewählte Projekte, Projektland und
Anzahl der stillgelegten Gutschriften
[Angabe in CERs]
2018
Unmittelbare
Bundesbehörden
(116 Behörden)
309.358
Kleines Laufwasserkraftwerk in Laos
(29.681)
Effiziente Kochöfen in Malawi (30.129)
Haushaltsbiogas in Bangladesch (40.000)
3 Stillgelegte Menge an Gutschriften entspricht den Emissionen
4 Kalenderjahr der stattgefundenen Aktivitäten
Aktivität: Kompensation der Dienstreisen und -fahrten
Jahr4 Teilnehmerkreis
Gesamtemissionen
[in t CO2Äq.]
Ausgewählte Projekte, Projektland und
Anzahl der stillgelegten Gutschriften
[Angabe in CERs]
Effiziente Kochöfen in Sambia (40.000)
Haushaltsbiogas in China (40.000)
Effiziente Kochöfen in Äthiopien
(40.000)
Effiziente Kochöfen in Ruanda (40.000)
Haushaltsbiogas in Nepal (40.000)
Kleines Laufwasserkraftwerk in Indien
(9.548)
2019
Unmittelbare
Bundesbehörden
(119 Behörden)
347.507
Effiziente Kochöfen in Malawi (12.657)
Trinkwasserprojekt in Uganda (41.391)
Effiziente Kochöfen in Sambia (42.467)
Effiziente Kochöfen in Ruanda (80.000)
Haushaltsbiogas in China (80.000)
Haushaltsbiogas in Nepal (80.000)
Effiziente Kochöfen in Nigeria (10.992)
Nach jedem Kalenderjahr wird die verursachte Klimawirkung im jeweiligen
Folgejahr berechnet und kompensiert. D. h. Emissionen aus dem Jahr 2020
werden im Jahr 2021 ausgeglichen.
Aktivität: Kompensation der 13. Deutschen Ratspräsidentschaft
Jahr4 Teilnehmerkreis
Gesamtemissionen
[in t CO2Äq.]
Ausgewählte Projekte, Projektland und
Anzahl der stillgelegten Gutschriften
[Angabe in CERs]
2020 BReg 71.519
Effiziente Kochöfen in Malawi (7.595)
Trinkwasserprojekt in Uganda (26.391)
Effiziente Kochöfen in Sambia (37.553)
Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 14 der Kleinen
Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/14086 verwiesen.
4 Kalenderjahr der stattgefundenen Aktivitäten
A
nl
ag
e
A
nz
ah
l d
er
v
om
0
1.
J
an
ua
r
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A
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ISSN 0722-8333]