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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Das Handwerk in Zeiten von und nach Corona: Entwicklung und Perspektiven für Konjunktur und Beschäftigung

(insgesamt 10 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

14.05.2021

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/2926104.05.2021

Das Handwerk in Zeiten von und nach Corona: Entwicklung und Perspektiven für Konjunktur und Beschäftigung

der Abgeordneten Manfred Todtenhausen, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Torsten Herbst, Dr. Gero Clemens Hocker, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Stephan Thomae, Gerald Ullrich, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Das Handwerk ist wie andere Binnenbranchen in Deutschland von der Corona-Krise und den Eindämmungsmaßnahmen betroffen – wenn auch unterschiedlich stark. Während die Geschäfte im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe oftmals noch gut laufen, leiden Gewerke wie das Kfz-Gewerbe, aber auch der Messebau und die Nahrungsmittelhandwerke deutlich unter den Folgen.

Laut aktueller Frühjahrsumfrage der Creditreform Wirtschaftsforschung wird die Geschäftslage im Handwerk deutlich schlechter als im Vorjahr 2020 beurteilt (vgl. https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/pressemeldungen-fachbeitraege/news-details/show/wirtschaftslage-und-finanzierung-im-handwerk-2020/21). So sehen nur noch 62,7 Prozent der Befragten ihre Lage als gut oder sehr gut. Im Vergleich dazu meldeten im Vorjahr noch 76,2 Prozent positive Einschätzungen ihrer Lage. Da über 50 Prozent aller Betriebe aus dem Bau- bzw. Ausbauhandwerk stammen, fällt die Lagebeurteilung noch moderat aus, das Bauhandwerk beweist derzeit seine Rolle und seinen Ruf als Stabilitätsanker im Handwerk wie der Binnenwirtschaft insgesamt.

Allerdings zeigt die Umsatzentwicklung, dass die Corona-Krise Spuren im Handwerk hinterlässt. Fast ein Drittel der Betriebe (30,2 Prozent) verzeichnete seit Herbst 2020 einen Umsatzrückgang, nur gut ein Fünftel (21,8 Prozent) der Befragten ein Umsatzplus (Vorjahr: 38,1 Prozent). Somit überwiegen erstmals seit der Finanzkrise 2009/2010 und damit einer Dekade Aufschwung wieder negative Umsatzmeldungen. Hervorstechen tun hier insbesondere das Kfz-Gewerbe sowie die Nahrungsmittelhandwerke, bei denen jeder zweite Betrieb ein Umsatzminus verzeichnet.

Gleichzeitig erwarten 22,6 Prozent der Handwerksbetriebe niedrigere Umsätze in der Zukunft, schlechter waren die Umsatzerwartungen im Handwerk zuletzt 2010. Das hat auch Auswirkungen auf die Investitionsabsichten: Nur knapp die Hälfte der Betriebe (49,5 Prozent) will in der nächsten Zeit investieren. Im Jahr 2020 lag der Anteil noch bei 53,1, vor zwei Jahren sogar bei 59,2 Prozent.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die konjunkturelle Lage des Handwerks in den vergangenen fünf Jahren (bitte nach Umsatzentwicklung nach Jahren und nach Absatzmärkten aufschlüsseln)?

2

Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Entwicklung der Betriebszahlen, der Beschäftigtenzahlen und der Zahl der Auszubildenden in den vergangenen fünf Jahren verlaufen?

3

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in den letzten zwölf Monaten in Kurzarbeit befunden haben bzw. noch befinden (bitte nach Monaten aufschlüsseln)?

4

Wie viele Betriebe aus dem Handwerk haben nach Kenntnis der Bundesregierung seit Beginn der Pandemie im Frühjahr Corona-Hilfen beantragt und erhalten (bitte nach Gewerbegruppen, Monaten und Bundesländern aufschlüsseln)?

5

Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Investitionen in Personal, Ersatzausstattung und Innovationen (z. B. Digitalisierung) in den vergangenen fünf Jahren entwickelt (bitte nach Gewerbegruppen aufschlüsseln)?

6

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der Insolvenzen im Handwerk (bitte nach Gewerbegruppen aufschlüsseln)?

7

Welche Auswirkungen ergeben sich nach Kenntnis der Bundesregierung aus den Folgen der Corona-Pandemie für überbetriebliche Ausbildungsstätten des Handwerks (generelle Auslastung, Kursbelegung für Aus-, Fort- und Weiterbildung, Zusatzkosten)?

8

Welche Auswirkungen ergeben sich nach Kenntnis der Bundesregierung aus den Folgen der Corona-Pandemie für Berufsschulen (Berufsschulklassenauslastung, Kursbelegung)?

9

Welche sonstigen Förderprogramme oder Unterstützungsleistungen hat die Bundesregierung im Rahmen von Corona bisher für das Handwerk aufgelegt bzw. plant sie, aufzulegen?

10

Wie groß ist nach Erkenntnissen der Bundesregierung der Anteil der Handwerksbetriebe bei der Erteilung öffentlicher Aufträge durch Bund, Länder und Kommunen?

Berlin, den 21. April 2021

Christian Lindner und Fraktion

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