[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. André Hahn,
Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/29448 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das Jahr 2020 und das erste
Quartal 2021 – Schwerpunktfragen zu Dublin-Verfahren
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Anteil von Verfahren zur Klärung der asylrechtlichen Zuständigkeit nach
der Dublin-Verordnung (Dublin-VO) der Europäischen Union (EU) an allen
Asylverfahren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lag im
Jahr 2019 bei 34,3 Prozent (2018: 33,9 Prozent, vgl. hierzu und soweit nicht
anders angegeben auch im Folgenden: Antwort der Bundesregierung auf die
Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/17100). Übernahmeersuchen
wurden im Jahr 2019 insbesondere an Italien gerichtet (29 Prozent), danach
folgten Griechenland (20,2 Prozent), Frankreich (10,3 Prozent) und Spanien
(5,8 Prozent). Nach jahrelanger Aussetzung werden auch wieder
Asylsuchende nach Griechenland überstellt, im Jahr 2019 waren es 20 Menschen (2018:
6). Nach Ungarn gibt es seit Mai 2017 keine Überstellungen mehr, nachdem
die EU-Kommission Vertragsverletzungsverfahren wegen Verstößen gegen
EU-Asylrecht eingeleitet hatte. Zwar gibt es noch vereinzelte
Übernahmeersuchen Deutschlands, Ungarn verweigert jedoch individuelle Zusagen,
Rücküberstellte nach Maßgabe des EU-Asylrechts zu behandeln.
Den insgesamt 48 847 Dublin-Ersuchen im Jahr 2019 standen 8 423
Überstellungen gegenüber, vor allem nach Italien (30,6 Prozent). Gemessen an den
Zustimmungen der anderen EU-Staaten zur Rückübernahme (29 794) lag die
sogenannte Überstellungsquote bei 28,3 Prozent (2018: 24,4 Prozent, 2017:
15,1 Prozent, 2016: 13,6 Prozent). Die Überstellungsquote wurde infolge einer
Prioritätensetzung im BAMF deutlich angehoben, es gibt Kritik, dass es bei
Sammelabschiebungen zur Durchsetzung von Überstellungen zu einem
unverhältnismäßigen Vorgehen, Familientrennungen und Polizeigewalt kommt (vgl.
die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/4960). Vielfach verhindern Gerichte geplante Überstellungen
wegen erheblicher Mängel in den Asyl- oder Aufnahmesystemen anderer
Mitgliedstaaten oder aufgrund individueller Umstände. So waren 2019 gut
49 Prozent aller Rechtsschutzanträge gegen Überstellungen nach
Griechenland erfolgreich, in Bezug auf Bulgarien lag diese Quote bei 40 Prozent, in
Bezug auf Italien bei gut 26 Prozent. Nicht wenige Schutzsuchende tauchen in
ihrer Not eher unter, als sich gegen ihren Willen in ein Land überstellen zu
Deutscher Bundestag Drucksache 19/30849
19. Wahlperiode 21.06.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
vom 17. Juni 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
lassen, in dem sie ein unfaires Asylverfahren, unwürdige Lebensbedingungen,
rassistische Übergriffe, Obdachlosigkeit oder eine Inhaftierung fürchten.
Innerhalb des BAMF wird für Dublin-Verfahren Personal viel gebunden: Ende
2019 waren 345 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der „Dublin-Gruppe“ des
BAMF mit dieser Aufgabe befasst. Während die immer komplexeren Dublin-
Verfahren das BAMF und die Gerichte zunehmend beschäftigen, bleibt die
Zahl der Asylsuchenden in Deutschland infolge des Dublin-Systems in etwa
gleich: 8 423 Überstellungen aus Deutschland standen im Jahr 2019 6 087
Überstellungen nach Deutschland gegenüber. Das ist ein Saldo von 2 336
Personen – dafür wurden fast 49 000 aufwändige Verfahren zur Klärung der
Zuständigkeit geführt. Für die betroffenen Schutzsuchenden sind die
zwangsweisen Überstellungen und die damit verbundene Unsicherheit mit großen
Belastungen verbunden.
Das BAMF hat seine Prüfpraxis im Umgang mit sogenannten
Kirchenasylfällen deutlich verschärft: Im Jahr 2019 machte das Bundesamt in gerade einmal
14 von 635 dokumentierten Kirchenasylfällen mit Dublin-Bezug von seinem
Selbsteintrittsrecht Gebrauch – bei 442 Entscheidungen ergibt das eine Quote
von 3,2 Prozent. Im Jahr 2018 erging noch in 11,9 Prozent eine positive
Entscheidung, und schon das war ein deutlicher Rückgang gegenüber den
Vorjahren. In den Jahren 2015/16 habe die Erfolgsquote bei Kirchenasylen noch bei
80 Prozent gelegen, erklärte „Asyl in der Kirche“, ab Mai 2016 sei die Quote
nach einem Zuständigkeitswechsel im BAMF dann auf 20 Prozent gesunken
(
https://www.kirchenasyl.de/portfolio/pm-offener-brief-zum-kirchenasyl-an-di
e- innenminis te r -der - laender/). Die Behauptung von BAMF-Präsident
Dr. Hans-Eckhard Sommer, das BAMF erkenne inzwischen „die Härtefälle
selbst“, deshalb würden nur noch wenige Kirchenasyle zum Erfolg führen
(
http://www.migazin.de/2019/06/26/andere-welten-bamf-chef-sommer/), steht
nach Auffassung der Fragestellenden im deutlichen Widerspruch zur
Entwicklung der Zahl der Fälle, in denen das BAMF im Dublin-Verfahren entscheidet,
sich für zuständig zu erklären (Selbsteintritt). Im ersten Halbjahr 2020 gab es
nur noch 598 Selbsteintritte des BAMF (Antwort zu Frage 3 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405), 2019 waren es 3 070 und 2018 sogar noch 7 809.
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel erklärte im Oktober 2015 im
Europäischen Parlament: „Das Dublin-Verfahren ist obsolet“ (
https://www.dw.com/d
e/dublin-verordnung-halb-tot-halb-lebendig/a-19532442), sie würde die „Zeit
zurückspulen“, wenn sie könnte (
https://www.welt.de/politik/deutschland/artic
le158248079/Wenn-ich-koennte-wuerde-ich-die-Zeit-zurueckspulen.html),
denn das Dublin-System habe „Länder wie Italien und Griechenland
überfordert“ (
https://www.welt.de/politik/deutschland/article168025621/Urlaub-im-H
eimatland-Merkel-droht-Asylbewerbern-mit-Konsequenzen.html). Ungeachtet
dessen unternimmt Deutschland weiterhin große Anstrengungen, um
Geflüchtete über das Dublin-System in Erstaufnahmeländer wie Italien und
Griechenland zurückzuschicken: Im ersten Halbjahr 2020 erfolgten die meisten
Ersuchen an Griechenland, die meisten Überstellungen Deutschlands gingen nach
Italien (Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 2 und 4 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405).
Wegen der Corona-Pandemie wurden Dublin-Überstellungen in der EU
zeitweilig ausgesetzt. Umstritten war dabei die Rechtsauffassung des BAMF, für
diese Zeit könnten Dublin-Fristen ausgesetzt werden, die normalerweise dafür
sorgen, dass die Zuständigkeit zur Asylprüfung nach einer bestimmten Dauer
auf den Staat des Aufenthalts übergeht, um Schutzsuchende nicht übermäßig
lange in Ungewissheit über ihren Status und das für sie zuständige Land zu
belassen (vgl.:
https://www.proasyl.de/hintergrund/praxishinweise-zur-aktuell
en-aussetzung-von-dublin-ueberstellungen-und-ueberstellungsfristen/). Dies
widerspricht der Rechtsauffassung der EU-Kommission (ebd.) und
Entscheidungen von Oberverwaltungsgerichten (ebd., und:
https://www.asyl.net/rsdb/
m28812/;
https://www.asyl.net/rsdb/m29028/).
1. Wie viele Verfahren im Rahmen der Dublin-Verordnung wurden im
Gesamtjahr 2020 bzw. im ersten Quartal 2021 eingeleitet (bitte in absoluten
Zahlen und in Prozentzahlen die Relation zu allen Asylerstanträgen
sowie die Quote der auf EURODAC-Treffern (EURODAC: europäische
Datenbank zur Speicherung von Fingerabdrücken) basierenden Dublin-
Verfahren angeben; bitte auch nach den unterschiedlichen EURODAC-
Treffern differenzieren), wie viele EURODAC-Treffer welcher Kategorie
gab es in diesen Zeiträumen?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Asylerstanträge
Übernahmeersuchen (ÜE)
an die
Mitgliedstaaten
gesamt
Prozentualer
Anteil der ÜE
zu den
Asylerstanträgen
Prozentualer
Anteil der ÜE
mit
EURODAC-
Treffer
Jahr 2020 102.581 30.135 29,4 71,8
1. Quartal
2021 27.995 8.901 31,8 76,1
Übernahmeersuchen mit EURODAC-Treffern
Jahr 2020 1. Quartal 2021
EURODAC-Treffer gesamt 21.644 6.776
davon EURODAC-Treffer
nach Artikel 9 EURODAC-
Verordnung
15.412 4.825
nach Artikel 14 EURODAC-
Verordnung
3.229 924
nach Artikel 17 EURODAC-
Verordnung
3.003 1.027
Liegen für eine Person mehrere unterschiedliche EURODAC-Treffer vor,
werden vorrangig die gemäß Artikel 9 der EURODAC-Verordnung vorhandenen
Treffer ausgewiesen.
EURODAC-Treffer
bei Asylerstanträgen
nach Artikel 9
EURODAC-
Verordnung
nach Artikel 14
EURODAC-
Verordnung
Jahr 2020 18.636 3.574
1. Quartal 2021 6.195 950
2. Welches waren im Gesamtjahr 2020 bzw. im ersten Quartal 2021 die 15
am stärksten betroffenen Herkunftsländer und welche die 15 am
stärksten angefragten Mitgliedstaaten der Europäischen Union (bitte in
absoluten Zahlen und in Prozentzahlen angeben sowie in jedem Fall die
Zahlen zu Griechenland, Zypern, Malta, Bulgarien und Ungarn nennen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2020 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 30.135 100,0
Griechenland 6.737 22,4
Italien 5.318 17,6
Frankreich 3.341 11,1
Schweden 2.549 8,5
Jahr 2020 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 30.135 100,0
Spanien 1.836 6,1
Niederlande 1.459 4,8
Österreich 1.335 4,4
Polen 1.182 3,9
Rumänien 1.080 3,6
Kroatien 807 2,7
Schweiz 753 2,5
Belgien 684 2,3
Bulgarien 497 1,6
Dänemark 435 1,4
Slowenien 294 1,0
Ungarn 293 1,0
Malta 109 0,4
Zypern 42 0,1
Jahr 2020 Übernahmeersuchen
nach Herkunftsland absolut in Prozent
gesamt 30.135 100,0
Afghanistan 4.791 15,9
Syrien, Arabische Republik 4.074 13,5
Irak 3.167 10,5
Türkei 1.483 4,9
Nigeria 1.366 4,5
Russische Föderation 1.331 4,4
Algerien 1.237 4,1
Iran, Islamische Republik 1.093 3,6
Ungeklärt 759 2,5
Somalia 757 2,5
Marokko 711 2,4
Guinea 649 2,2
Pakistan 628 2,1
Georgien 623 2,1
Moldau, Republik 612 2,0
1. Quartal 2021 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 8.901 100,0
Griechenland 2.118 23,8
Italien 1.457 16,4
Frankreich 900 10,1
Rumänien 830 9,3
Schweden 566 6,4
Spanien 423 4,8
Österreich 411 4,6
Niederlande 354 4,0
Kroatien 353 4,0
Bulgarien 340 3,8
Schweiz 223 2,5
Polen 214 2,4
Belgien 142 1,6
Dänemark 118 1,3
Slowenien 117 1,3
Ungarn 81 0,9
1. Quartal 2021 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 8.901 100,0
Malta 40 0,4
Zypern 13 0,1
1. Quartal 2021 Übernahmeersuchen
nach Herkunftsland absolut in Prozent
gesamt 8.901 100,0
Afghanistan 2.250 25,3
Syrien, Arabische Republik 1.566 17,6
Irak 822 9,2
Algerien 546 6,1
Nigeria 343 3,9
Iran, Islamische Republik 254 2,9
Marokko 235 2,6
Ungeklärt 199 2,2
Türkei 198 2,2
Pakistan 180 2,0
Russische Föderation 169 1,9
Somalia 164 1,8
Tunesien 154 1,7
Libyen 143 1,6
Moldau, Republik 140 1,6
3. Wie viele Dublin-Entscheidungen mit welchem Ergebnis (Zuständigkeit
eines anderen EU-Mitgliedstaats bzw. der Bundesrepublik Deutschland,
Selbsteintritt, humanitäre Fälle, Familienzusammenführung usw.) gab es
in den benannten Zeiträumen (bitte bei der Zahl der Selbsteintritte auch
nach Mitgliedstaaten der Europäischen Union und den jeweils fünf
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Entscheidungen über Dublin-Verfahren werden im Statistiksystem des
Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach den in den folgenden
Tabellen aufgeführten Kategorien erfasst:
Jahr 2020 1. Quartal
Ablehnungen durch den
Mitgliedstaat gesamt 14.012 4.035
Art. 3 II Dublin III 52 18
Art. 8 I Dublin III 24 12
Art. 8 II Dublin III 2 3
Art. 8 III Dublin III 1 0
Art. 8 IV Dublin III 160 144
Art. 9 Dublin III 41 10
Art. 10 Dublin III 12 6
Art. 11 a) Dublin III 35 1
Art. 11 b) Dublin III 14 0
Art. 12 I Dublin III 16 5
Art. 12 II Dublin III 45 5
Art. 12 III Dublin III 2 1
Art. 12 IV Dublin III 346 19
Art. 13 I Dublin III 1.101 225
Art. 13 II Dublin III 97 36
Art. 14 I Dublin III 6 0
Art. 14 II Dublin III 7 4
Jahr 2020 1. Quartal
Ablehnungen durch den
Mitgliedstaat gesamt 14.012 4.035
Art. 16 I Dublin III 2 0
Art. 17 I Dublin III 16 2
Art. 17 II Dublin III 76 20
Art. 18 I a Dublin III 5 1
Art. 18 I b Dublin III 2.088 505
Art. 18 I c Dublin III 9 1
Art. 18 I d Dublin III 50 16
Art. 18 II Dublin III 0 1
Art. 19 I Dublin III 10 5
Art. 19 II Dublin III 818 278
Art. 19 III Dublin III 460 121
Art. 20 III Dublin III 1 5
Art. 22 VII Dublin III 1 0
Ablehnende Zwischenantwort, da ÜE
an 3. MS noch nicht beantwortet
20 14
EURODAC-Treffer unvollständig 330 22
Kein Dublinfall (i. d. R., weil int.
Schutz in MS)
3.325 1.291
Keine Antwort auf Remonstration
innerhalb der Frist
2.776 514
Minderjährigkeit zw. MS strittig 85 69
Verweis auf Zuständigkeit eines
anderen MS
1.979 681
Zustimmungen des
Mitgliedstaats gesamt 15.759 4.489
Art. 3 II Dublin III 4 4
Art. 8 I Dublin III 6 0
Art. 8 IV Dublin III 2 2
Art. 9 Dublin III 13 8
Art. 10 Dublin III 3 1
Art. 11 a) Dublin III 5 1
Art. 11 b) Dublin III 4 0
Art. 12 I Dublin III 125 24
Art. 12 II Dublin III 830 105
Art. 12 III Dublin III 8 0
Art. 12 IV Dublin III 1.132 49
Art. 13 I Dublin III 546 333
Art. 13 II Dublin III 21 6
Art. 16 I Dublin III 3 0
Art. 17 II Dublin III 11 3
Art. 18 I a Dublin III 121 21
Art. 18 I b Dublin III 3.248 968
Art. 18 I c Dublin III 1.235 468
Art. 18 I d Dublin III 5.508 1.402
Art. 18 II Dublin III 2 0
Art. 19 I Dublin III 5 2
Art. 19 II Dublin III 3 0
Art. 19 III Dublin III 3 0
Art. 20 III Dublin III 8 2
Art. 20 III S. 2 Dublin III 10 0
Art. 20 V Dublin III 145 29
Art. 22 VII Dublin III 1.081 652
Jahr 2020 1. Quartal
Ablehnungen durch den
Mitgliedstaat gesamt 14.012 4.035
Art. 25 II Dublin III 1.661 405
Art. 28 III Dublin III 16 4
Jahr 2020
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Belgien 14 darunter:
Afghanistan 7
Irak 2
Eritrea 1
Kenia 1
Kongo, Demokratische Republik 1
Bulgarien 9 Irak 7
Afghanistan 1
Ungeklärt 1
Dänemark 6 Iran, Islamische Republik 3
Marokko 1
Nigeria 1
Syrien, Arabische Republik 1
Finnland 2 Irak 1
Russische Föderation 1
Frankreich 48 darunter:
Iran, Islamische Republik 7
Türkei 6
Nigeria 4
Simbabwe 4
Russische Föderation 3
Griechenland 398 darunter:
Türkei 116
Afghanistan 99
Syrien, Arabische Republik 98
Irak 42
Iran, Islamische Republik 13
Italien 232 darunter:
Nigeria 99
Eritrea 14
Somalia 13
Syrien, Arabische Republik 13
Iran, Islamische Republik 12
Kroatien 15 Iran, Islamische Republik 5
Syrien, Arabische Republik 5
Afghanistan 3
Tunesien 1
Türkei 1
Lettland 9 Aserbaidschan 4
Russische Föderation 4
Irak 1
Litauen 14 Russische Föderation 6
Tadschikistan 6
Irak 1
Kamerun 1
Malta 14 darunter:
Jahr 2020
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Nigeria 5
Guinea 3
Eritrea 2
Algerien 1
Äthiopien 1
Niederlande 30 darunter:
Nigeria 6
Syrien, Arabische Republik 4
Irak 3
Afghanistan 2
Georgien 2
Norwegen 4 Afghanistan 3
Libanon 1
Österreich 21 darunter:
Iran, Islamische Republik 6
Syrien, Arabische Republik 4
Afghanistan 3
Georgien 3
Indien 3
Polen 32 darunter:
Russische Föderation 18
Pakistan 4
Türkei 4
Irak 2
Aserbaidschan 1
Portugal 6 Angola 2
Nigeria 2
Armenien 1
Syrien, Arabische Republik 1
Rumänien 24 Irak 14
Syrien, Arabische Republik 7
Afghanistan 1
Ägypten 1
Ungeklärt 1
Schweden 22 Afghanistan 11
Irak 8
Ghana 1
Somalia 1
Tunesien 1
Schweiz 4 Eritrea 2
Somalia 2
Slowakei 3 Vietnam 2
Afghanistan 1
Slowenien 11 Afghanistan 6
Syrien, Arabische Republik 4
Türkei 1
Spanien 28 darunter:
Irak 5
Algerien 4
Guinea 4
Syrien, Arabische Republik 3
Vietnam 3
Jahr 2020
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Tschechien 15 Türkei 6
Russische Föderation 5
Iran, Islamische Republik 2
Äthiopien 1
Kasachstan 1
Ungarn 114 darunter:
Aserbaidschan 60
Afghanistan 15
Irak 9
Iran, Islamische Republik 9
Türkei 5
Vereinigtes
Königreich 4 Afghanistan 1
Nigeria 1
Sudan 1
Türkei 1
Zypern 4 Syrien, Arabische Republik 3
Armenien 1
Gesamt 1.083
1. Quartal 2021
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Belgien 2 Irak 1
Vietnam 1
Bulgarien 3 Irak 1
Iran, Islamische Republik 1
Syrien, Arabische Republik 1
Dänemark 3 Iran, Islamische Republik 1
Syrien, Arabische Republik 1
Ungeklärt 1
Finnland 1 Irak 1
Frankreich 13 darunter:
Türkei 3
Guinea 2
Moldau, Republik 2
Afghanistan 1
Côte d'Ivoire 1
Griechenland 52 Afghanistan 27
Syrien, Arabische Republik 14
Türkei 9
Eritrea 1
Somalia 1
Italien 49 darunter:
Nigeria 17
Pakistan 7
Eritrea 5
Algerien 2
Ghana 2
Kroatien 6 Afghanistan 4
Irak 1
Pakistan 1
Litauen 1 Vietnam 1
1. Quartal 2021
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Malta 1 Nigeria 1
Niederlande 9 darunter:
Syrien, Arabische Republik 2
Afghanistan 1
Gambia 1
Ghana 1
Irak 1
Österreich 4 Gambia 1
Iran, Islamische Republik 1
Nigeria 1
Ungeklärt 1
Polen 8 darunter:
Vietnam 3
Aserbaidschan 1
Russische Föderation 1
Türkei 1
Ungeklärt 1
Portugal 4 Angola 2
Gambia 1
Ruanda 1
Rumänien 10 Afghanistan 3
Irak 3
Syrien, Arabische Republik 3
Türkei 1
Schweden 15 Afghanistan 9
Somalia 3
Irak 2
Syrien, Arabische Republik 1
Schweiz 5 Eritrea 4
Algerien 1
Slowenien 5 Syrien, Arabische Republik 4
Marokko 1
Spanien 5 Algerien 1
Kamerun 1
Syrien, Arabische Republik 1
Tunesien 1
Usbekistan 1
Tschechien 1 Türkei 1
Gesamt 197
4. Wie viele Überstellungen nach der Dublin-Verordnung wurden in den
benannten Zeiträumen vollzogen (bitte in absoluten Zahlen und in
Prozentzahlen angeben und auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern und
Mitgliedstaaten der Europäischen Union – in jedem Fall auch
Griechenland, Ungarn, Bulgarien, Zypern und Malta – differenzieren), wie viele
dieser Personen wurden unter Einschaltung des Bundesamtes, aber ohne
Durchführung eines Asylverfahrens überstellt?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2020 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Gesamt 2.953 100,0
darunter:
Frankreich 724 24,5
Italien 509 17,2
Niederlande 319 10,8
Österreich 213 7,2
Schweden 203 6,9
Belgien 169 5,7
Polen 142 4,8
Schweiz 131 4,4
Spanien 119 4,0
Tschechien 58 2,0
Portugal 58 2,0
Dänemark 54 1,8
Finnland 52 1,8
Kroatien 28 0,9
Rumänien 28 0,9
Malta 12 0,4
Bulgarien 10 0,3
Griechenland 4 0,1
Zypern 3 0,1
Ungarn 0 0,0
Jahr 2020 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 2.953 100,0
darunter:
Irak 283 9,6
Nigeria 247 8,4
Russische Föderation 227 7,7
Afghanistan 212 7,2
Iran, Islamische Republik 144 4,9
Guinea 120 4,1
Somalia 116 3,9
Syrien, Arabische Republik 112 3,8
Algerien 107 3,6
Libanon 82 2,8
Pakistan 81 2,7
Türkei 79 2,7
Marokko 73 2,5
Georgien 64 2,2
Aserbaidschan 61 2,1
1. Quartal 2021 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 544 100,0
darunter:
Frankreich 100 18,4
Niederlande 74 13,6
Schweden 68 12,5
Österreich 65 11,9
Schweiz 36 6,6
Italien 34 6,3
Polen 34 6,3
Rumänien 34 6,3
Spanien 26 4,8
Belgien 25 4,6
Dänemark 11 2,0
Litauen 10 1,8
Portugal 8 1,5
Finnland 7 1,3
Luxemburg 6 1,1
Ungarn 1 0,2
Bulgarien 0 0,0
Zypern 0 0,0
Griechenland 0 0,0
Malta 0 0,0
1. Quartal 2021 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 544 100,0
darunter:
Irak 73 13,4
Afghanistan 70 12,9
Syrien, Arabische Republik 55 10,1
Algerien 38 7,0
Russische Föderation 38 7,0
Georgien 27 5,0
Marokko 23 4,2
Nigeria 23 4,2
Nordmazedonien 20 3,7
Guinea 17 3,1
Iran, Islamische Republik 17 3,1
Serbien 10 1,8
Somalia 9 1,7
Ungeklärt 8 1,5
Tadschikistan 7 1,3
Zeitraum Überstellungen ohne Durchführung eines Asylverfahrens
Jahr 2020 298
1. Quartal 2021 88
5. Wie viele Personen halten sich nach Angaben des
Ausländerzentralregisters derzeit in Deutschland auf, für die nach Auffassung des BAMF ein
anderer Mitgliedstaat für die Asylprüfung zuständig ist, wie viele dieser
Personen sind ausreisepflichtig bzw. verfügen über welchen
Aufenthaltsstatus (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern,
Mitgliedstaaten, Bundesländern und Aufenthaltsstatus differenzieren)?
Wie ist es zu erklären, dass zum Stichtag 30. Juni 2020 mehr als die
Hälfte dieser Personen über eine Aufenthaltsgestattung zur
Durchführung eines Asylverfahrens in Deutschland verfügte (vgl. die Antwort zu
Frage 5 auf Bundestagsdrucksache 19/22405), und ist in diesen Fällen
dann doch von der Zuständigkeit Deutschlands auszugehen, und wenn ja,
wieso wird das nicht im Ausländerzentralregister (AZR) vermerkt?
Im Ausländerzentralregister (AZR) wird durch das BAMF zum Zeitpunkt der
Bescheidzustellung die Angabe „über Überstellung an <Staat> entschieden am
<Datum>“ mit Datum der Zustimmung eingetragen. Für die in der Antwort der
Bundesregierung zu Frage 5 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 19/22405 genannten 28.292 Personen ist somit das
Zuständigkeitsbestimmungsverfahren abgeschlossen und ein anderer Mitgliedstaat
als die Bundesrepublik Deutschland für die Prüfung des von diesen Personen
gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig. Im AZR wird mit
Bestandskraft des Bescheides der Status „Aufenthaltsgestattung erloschen am
(Datum der Bestandskraft)“ gespeichert. Die unterschiedlichen
Eintragungszeitpunkte, insbesondere im Hinblick auf regelmäßig anhängige
Gerichtsverfahren und den damit einhergehenden zeitlichen Versatz zwischen Zustimmung
eines Mitgliedstaates und der Bestandskraft des diesbezüglichen Bescheides,
führen zu der in der Fragestellung genannten Konstellation.
Zum Stichtag 30. April 2021 hielten sich 24.025 Personen in Deutschland auf,
bei denen entschieden wurde, dass ein anderer Mitgliedstaat gemäß der Dublin
III-VO für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist. Von diesen
waren zum genannten Stichtag 8.646 Personen ausreisepflichtig. Angaben zur
Unanfechtbarkeit werden im AZR nicht erfasst. Die übrigen Angaben können
den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Staatsangehörigkeit Anzahl Personen
Gesamt 24.025
darunter:
Nigeria 3.805
Afghanistan 2.735
Irak 2.668
Iran, Islamische Republik 1.786
Russische Föderation 1.456
Syrien, Arabische Republik 1.298
Gambia 748
Somalia 748
Guinea 705
Türkei 554
Mitgliedstaat Anzahl Personen
Gesamt 24.025
davon:
Belgien 413
Bulgarien 617
Dänemark 393
Estland 52
Finnland 244
Mitgliedstaat Anzahl Personen
Gesamt 24.025
Frankreich 1.976
Griechenland 312
Vereinigtes Königreich 16
Island 4
Italien 9.775
Kroatien 840
Lettland 138
Litauen 307
Luxemburg 18
Malta 113
Niederlande 665
Norwegen 267
Österreich 668
Polen 1.500
Portugal 318
Rumänien 971
Schweden 1.755
Schweiz 352
Slowakei 86
Slowenien 179
Spanien 1.313
Tschechien 228
Ungarn 484
Zypern 21
Bundesland Anzahl Personen
Gesamt 24.025
davon:
Baden-Württemberg 4.175
Bayern 4.362
Berlin 995
Brandenburg 857
Bremen 190
Hamburg 615
Hessen 1.584
Mecklenburg-Vorpommern 511
Niedersachsen 2.356
Nordrhein-Westfalen 5.049
Rheinland-Pfalz 945
Saarland 148
Sachsen 576
Sachsen-Anhalt 298
Schleswig-Holstein 853
Thüringen 511
Aufenthaltsstatus Anzahl Personen
Gesamt 24.025
davon:
Niederlassungserlaubnis 71
Aufenthaltserlaubnis 1286
Aufenthaltsgestattung 12.667
Aufenthaltsstatus Anzahl Personen
Gesamt 24.025
Duldung 5.675
sonstiges (z. B. kein Aufenthaltsrecht,
Antrag auf Titel gestellt) 4.326
6. Wie viele Personen halten sich nach Angaben des
Ausländerzentralregisters derzeit in Deutschland auf, die bereits einmal in einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden (bitte zunächst die Angaben machen über die
Personen, die bereits einmal in einen anderen Mitgliedstaat überstellt
wurden, sich derzeit wieder in Deutschland aufhalten und keinen
Schutzstatus erhalten haben, diese Angaben fehlten nach Ansicht der
Fragestellerinnen und Fragesteller in der Antwort zu Frage 6 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405), und wie viele Personen, für die eine
Zuständigkeit zur Asylprüfung zunächst verneint wurde, erhielten zu einem
späteren Zeitpunkt dann doch einen Zugang zum Asylverfahren in
Deutschland, einen Schutz-, Abschiebungsschutz oder Aufenthaltsstatus in
Deutschland (bitte differenzieren nach überstellten Personen bzw.
solchen, die überstellt werden sollten; bitte zu allen Teilfragen nach den
zehn wichtigsten Herkunftsländern, Mitgliedstaaten und Schutz- bzw.
Aufenthaltsstatus differenzieren)?
Wie kann es sein, dass eine Person gleichzeitig sowohl in der Gruppe
von Personen, die in einen anderen Mitgliedstaat überstellt wurden, als
auch in der Gruppe von Personen, die nicht überstellt wurden, enthalten
sein kann (Nachfrage zur Antwort zu Frage 6 auf Bundestagsdrucksache
19/22405), und wieso wurden in der Antwort zu Frage 6 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405 bei den gewährten Schutzstatus keine nationalen
Abschiebungsschutzgewährungen benannt (bitte ausführen)?
Zur Berechnung der Personengruppe über deren Überstellung in einen anderen
Mitgliedstaat entschieden wurde bzw. deren Überstellung tatsächlich stattfand,
wird die gesamte Historie des Asylstatus betrachtet. Dadurch kann eine Person
beide Sachverhalte in ihrer Historie aufweisen: Zunächst wird über die
Überstellung an einen anderen Mitgliedstaat entschieden. Die Durchführung der
Überstellung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Allerdings führt nicht jede
Dublin-Entscheidung des BAMF auch zu einer erfolgreichen Überstellung.
Überstellungen scheitern aus verschiedenen Gründen und scheiden nach dem
gesetzlich vorgesehenen Fristablauf oder nach erfolgreichen Klageverfahren
der betroffenen Person aus.
Abschiebungsverbote können hier aus technischen Gründen nicht automatisiert
aus den Daten des AZR ermittelt werden.
Zum Stichtag 30. April 2021 waren 10.468 in Deutschland aufhältige Personen
im AZR registriert, die bereits an einen Zielstaat überstellt wurden und aktuell
keinen Schutzstatus haben. Die weiteren Angaben können den nachfolgenden
Tabellen entnommen werden:
Staatsangehörigkeit Anzahl aufhältige Personen,
die bereits an einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden und
aktuell keinen Schutzstatus haben
Gesamt 10.468
darunter:
Russische Föderation 1.689
Irak 781
Nigeria 640
Afghanistan 597
Staatsangehörigkeit Anzahl aufhältige Personen,
die bereits an einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden und
aktuell keinen Schutzstatus haben
Gesamt 10.468
Somalia 492
Syrien, Arabische Republik 414
Kosovo 398
Iran, Islamische Republik 389
Guinea 371
Serbien 363
Mitgliedstaat Anzahl aufhältige Personen,
die bereits an einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden und
aktuell keinen Schutzstatus haben
Gesamt 10.468
davon:
Belgien 728
Bulgarien 63
Dänemark 177
Estland 3
Finnland 76
Frankreich 1.086
Griechenland 119
Vereinigtes Königreich 25
Irland 4
Italien 2.961
Kroatien 69
Lettland 30
Liechtenstein 1
Litauen 84
Luxemburg 33
Malta 25
Niederlande 385
Norwegen 144
Österreich 562
Polen 1.534
Portugal 90
Rumänien 96
Schweden 664
Schweiz 310
Slowakei 54
Slowenien 81
Spanien 596
Tschechien 164
Ungarn 298
Zypern 6
Aufenthaltsstatus
Anzahl aufhältige Personen,
die bereits an einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden und
aktuell keinen Schutzstatus haben
Gesamt 10.468
davon:
Niederlassungserlaubnis 488
Aufenthaltserlaubnis 1.939
Aufenthaltsgestattung 2.034
Duldung 3.843
sonstiges (z. B. kein Aufenthaltsrecht,
Antrag auf Titel gestellt) 2.164
Zum Stichtag 30. April 2021 hielten sich 1.043 Personen in Deutschland auf,
die zunächst in einen anderen Mitgliedstaat überstellt wurden und die zu einem
späteren Zeitpunkt einen Schutzstatus in Deutschland erhielten, sowie 1.047
Personen über deren Überstellung vor der Erteilung eines Schutzstatus
entschieden wurde.
Die Angaben zum Schutzstatus beziehen sich auf Personen, die im AZR mit
einem Status „als Asylberechtigte anerkannt“, „Flüchtlingseigenschaft nach § 3
Absatz 1 Asylgesetzes (AsylG)“ oder „subsidiärer Schutz nach § 4 Absatz 1
AsylG“ gespeichert sind. Es ist zudem zu beachten, dass eine Person in beiden
betrachteten Gruppen enthalten sein kann. Die weiteren Angaben können den
nachfolgen Tabellen entnommen werden:
Staatsangehörigkeit Anzahl Personen, die an einen
anderen Mitgliedstaat überstellt
wurden mit Schutzstatus in
Deutschland
Gesamt 1.043
darunter:
Irak 237
Syrien, Arabische Republik 236
Eritrea 147
Iran, Islamische Republik 85
Russische Föderation 72
Somalia 64
Afghanistan 63
Libyen (Libysch-Arabische
Dschamahirija)
19
Pakistan 16
Ungeklärt 13
Mitgliedstaat Anzahl Personen, die an einen
anderen Mitgliedstaat überstellt
wurden mit Schutzstatus in
Deutschland
Gesamt 1.043
davon:
Belgien 16
Bulgarien 16
Dänemark 17
Finnland 4
Frankreich 61
Griechenland 75
Mitgliedstaat Anzahl Personen, die an einen
anderen Mitgliedstaat überstellt
wurden mit Schutzstatus in
Deutschland
Gesamt 1.043
davon:
Vereinigtes Königreich 6
Irland 1
Italien 394
Kroatien 7
Litauen 2
Malta 3
Niederlande 17
Norwegen 18
Österreich 46
Polen 78
Portugal 14
Rumänien 9
Schweden 82
Schweiz 24
Slowakei 7
Slowenien 2
Spanien 73
Tschechien 14
Ungarn 57
Schutzstatus Anzahl Personen, die an einen
anderen Mitgliedstaat überstellt
wurden mit Schutzstatus in
Deutschland
Gesamt 1.043
davon:
Als Asylberechtigter anerkannt 12
Flüchtlingseigenschaft nach § 3
Abs. 1 AsylG
697
subsidiärer Schutz nach § 4 Abs. 1
AsylG gewährt
334
Aufenthaltsstatus
Anzahl Personen, die an einen
anderen Mitgliedstaat überstellt
wurden mit Schutzstatus in
Deutschland
Gesamt 1.043
davon:
Niederlassungserlaubnis 102
Aufenthaltserlaubnis 761
Aufenthaltsgestattung 12
Duldung 15
sonstiges (z. B. kein Aufenthaltsrecht,
Antrag auf Titel gestellt) 153
Staatsangehörigkeit Anzahl Personen, bei denen über
die Überstellung in einen anderen
Mitgliedstaat entschieden wurde
mit Schutzstatus in Deutschland
Gesamt 1.047
darunter:
Syrien, Arabische Republik 276
Eritrea 182
Irak 147
Iran, Islamische Republik 85
Afghanistan 73
Russische Föderation 62
Somalia 45
Jemen 23
Pakistan 20
Guinea 17
Mitgliedstaat Anzahl Personen, bei denen über
die Überstellung in einen anderen
Mitgliedstaat entschieden wurde
mit Schutzstatus in Deutschland
Gesamt 1.047
davon:
Belgien 19
Bulgarien 62
Dänemark 19
Finnland 4
Frankreich 68
Griechenland 3
Italien 370
Kroatien 18
Litauen 4
Malta 1
Niederlande 10
Norwegen 10
Österreich 44
Polen 60
Portugal 28
Rumänien 3
Schweden 21
Schweiz 26
Slowakei 3
Slowenien 5
Spanien 120
Tschechien 15
Ungarn 134
Schutzstatus Anzahl Personen, bei denen über
die Überstellung in einen anderen
Mitgliedstaat entschieden wurde
mit Schutzstatus in Deutschland
Gesamt 1.047
davon:
Als Asylberechtigter anerkannt 7
subsidiärer Schutz nach § 4 Abs. 1
AsylG gewährt
438
Flüchtlingseigenschaft nach § 3
Abs. 1 AsylG
602
Aufenthaltsstatus
Anzahl Personen, bei denen über
die Überstellung in einen anderen
Mitgliedstaat entschieden wurde
mit Schutzstatus in Deutschland
Gesamt 1.047
davon:
Niederlassungserlaubnis 14
Aufenthaltserlaubnis 853
Aufenthaltsgestattung 20
Duldung 25
sonstiges (z. B. kein Aufenthaltsrecht,
Antrag auf Titel gestellt) 135
7. Wie viele Personen halten sich nach Angaben des
Ausländerzentralregisters derzeit in Deutschland auf, die in einem anderen Mitgliedstaat als
schutzberechtigt anerkannt wurden (soweit möglich bitte nach
Schutzstatus und Jahr der Anerkennung, Staatsangehörigkeit der Flüchtlinge und
dem Mitgliedstaat, der die Anerkennung ausgesprochen hat,
differenzieren), wie viele dieser Personen sind ausreisepflichtig bzw. geduldet bzw.
über welchen Aufenthaltsstatus verfügen sie (bitte auch nach
Bundesländern differenzieren)?
Im AZR kann der Sachverhalt „als Flüchtling im Ausland anerkannt“
grundsätzlich gespeichert werden. Es muss allerdings davon ausgegangen werden,
dass dieser Sachverhalt von den zuständigen Ausländerbehörden nicht
systematisch befüllt wird. Die Personengruppe der Flüchtlinge, die im Ausland
anerkannt ist, wird daher durch die ausgewiesenen Zahlen des AZR nicht
belastbar abgebildet.
Zum Stichtag 30. April 2021 waren 545 in Deutschland aufhältige Personen im
Ausländerzentralregister erfasst, die als Flüchtlinge außerhalb der
Bundesrepublik anerkannt wurden. Davon waren elf Personen ausreisepflichtig (darunter
sechs Geduldete). Angaben zum Schutzstatus, dem Jahr der Anerkennung
sowie zum Mitgliedstaat, der die Anerkennung ausgesprochen hat, werden im
AZR nicht erfasst. Den nachfolgenden Tabellen kann die Verteilung auf die
Staatsangehörigkeiten, Länder sowie Aufenthaltsstatus entnommen werden:
Staatsangehörigkeit Anzahl Personen
Gesamt 545
davon:
Syrien, Arabische Republik 120
Eritrea 50
Vietnam 49
Irak 45
Staatsangehörigkeit Anzahl Personen
Gesamt 545
davon:
Türkei 38
Afghanistan 30
Russische Föderation 26
Äthiopien 19
Ungeklärt 17
Ukraine 17
Iran, Islamische Republik 15
Somalia 13
Libanon 11
Kosovo 10
Bosnien und Herzegowina 10
Sri Lanka 8
Aserbaidschan 7
Serbien (ehemals) 5
Weißrussland 4
Staatenlos 4
Vereinigte Staaten von Amerika 3
Sonstige asiatische Staatsangehörigkeiten 3
Serbien 3
Kuba 3
Sudan (ohne Südsudan) 2
Sowjetunion (ehemals) 2
Serbien und Montenegro (ehemals) 2
Nigeria 2
Kongo, Dem. Republik 2
Ghana 2
Georgien 2
China 2
Armenien 2
Tschechoslowakei (ehemals) 1
Togo 1
Schweiz 1
Pakistan 1
Ohne Angabe 1
Norwegen 1
Nordmazedonien 1
Niger 1
Marokko 1
Mali 1
Kambodscha 1
Jugoslawien (ehemals) 1
Israel 1
Burundi 1
Australien 1
Angola 1
Albanien 1
Aufenthaltsstatus Anzahl Personen
Gesamt 545
davon:
Niederlassungserlaubnis 273
Aufenthaltserlaubnis 223
Duldung 6
sonstiges (z. B. kein Aufenthaltsrecht, Antrag auf Titel
gestellt) 43
Bundesländer Anzahl Personen
Gesamt 545
davon:
Baden-Württemberg 135
Bayern 124
Berlin 52
Brandenburg 7
Bremen 3
Hamburg 38
Hessen 43
Mecklenburg-Vorpommern 1
Niedersachsen 37
Nordrhein-Westfalen 76
Rheinland-Pfalz 4
Saarland 2
Sachsen 1
Sachsen-Anhalt 5
Schleswig-Holstein 1
Thüringen 16
8. Wie viele Asylsuchende, die in den Jahren 2017, 2018, 2019, 2020 bzw.
im laufenden Jahr 2021 einen Asylantrag in Deutschland gestellt haben,
verfügten über einen Schutzstatus, der in einem anderen Mitgliedstaat
zugesprochen wurde (bitte die Angaben zum einen auch quartalsweise
darstellen, zum anderen nach den wichtigsten Herkunfts- und
Mitgliedstaaten auflisten), wie ist die diesbezügliche Umgangs- und
Entscheidungspraxis des BAMF, und wie lauten interne Vorgaben hierzu mit
Bezug auf den Mitgliedstaat Griechenland (bitte so ausführlich wie möglich
darlegen)?
Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung liegen erst seit Ende Januar 2020 und
nur für Antragstellerinnen und Antragsteller vor, denen bereits ein Schutzstatus
in Griechenland zuerkannt wurde.
Im Jahr 2020 haben etwa 7.400 Personen, denen bereits ein Schutzstatus in
Griechenland zuerkannt wurde, einen Asylantrag in Deutschland gestellt,
darunter etwa 3.600 syrische, 1.700 irakische und 800 afghanische
Staatsangehörige. Im Zeitraum 1. Januar bis 30. April 2021 wurden ca. 4.800
Antragstellerinnen und Antragsteller verzeichnet, denen bereits ein Schutzstatus in
Griechenland zuerkannt wurde, darunter etwa 3.000 syrische, 750 afghanische und
600 irakische Staatsangehörige. Eine rückwirkende quartalsweise Zuordnung
ist nicht möglich, da die Angaben auf Basis der anhängigen Verfahren
(Bestandszahlen) zum Jahresende basieren.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 9 verwiesen.
9. Treffen Informationen der Funke-Medien-Gruppe vom 6. Februar 2021
zu (Griechenland: Deutschland legt Tausende Asylverfahren auf Eis – w
az.de), wonach es seit Dezember 2019 einen internen
„Entscheidungsstopp“ im BAMF in Bezug auf in anderen Mitgliedstaaten anerkannte
und in Deutschland Asyl suchende Flüchtlinge gebe oder gegeben habe
(„Rückpriorisierung“; bitte ausführen), seit wann bzw. von wann bis
wann gilt bzw. galt ggf. dieser Entscheidungsstopp in welchem Umfang
bzw. in welchen Fallkonstellationen, wie viele Personen waren insgesamt
bzw. sind aktuell davon betroffen (bitte jeweils auch nach wichtigsten
Herkunfts- bzw. Mitgliedstaaten differenzieren), und in wie vielen Fällen
gab es seit Dezember 2019 nach welchen Kriterien doch Abschiebungen
in Griechenland anerkannter Flüchtlinge nach Griechenland (bitte
darstellen)?
Wie bewertet die Bundesregierung die aus einem solchen
Entscheidungsstopp bzw. ungeklärtem Aufenthaltsstatus nach Auffassung der
Fragestellenden folgenden negativen Auswirkungen für die Integration
schutzbedürftiger Flüchtlinge (bitte ausführen)?
Anhängige Verfahren nach Herkunftsland von Antragstellenden, denen bereits
in Griechenland ein Schutzstatus zuerkannt wurde, können der folgenden
Tabelle entnommen werden (Stand: 30. April 2021):
Herkunftsland Personen
Syrien 6.995
Irak 2.520
Afghanistan 2.320
sonstiges 1.478
Gesamt 13.313
Angesichts der stetig wachsenden Zahl von Antragstellerinnen und
Antragstellern, die bereits in Griechenland internationalen Schutz erhalten hatten, wurde
im BAMF am 23. Dezember 2019 zunächst eine „Rückpriorisierung“ von
Anträgen vorgenommen, die von vulnerablen Personengruppen mit
internationalem Schutz in Griechenland stammten. Mit Entscheidung vom 20. Oktober
2020 wurde des Weiteren zur Prüfung der für diese Personengruppe
vorliegenden Situation in Griechenland die „Rückpriorisierung“ für alle
Antragstellerinnen und Antragsteller mit internationalem Schutz in Griechenland angeordnet.
Zu Abschiebungen dieser Personengruppe nach Griechenland liegen der
Bundesregierung keine belastbaren Erkenntnisse vor, da die
Aufenthaltsbeendigung im Kompetenzbereich der Länder liegt.
Gemäß § 29 Absatz 1 Nummer 2 AsylG ist ein Asylantrag unzulässig, wenn
ein anderer Mitgliedstaat der Europäischen Union dem Ausländer bereits
internationalen Schutz gewährt hat. Zu Ausnahmen hiervon wird auf die Antwort zu
Frage 10 verwiesen.
Die Integrationsmaßnahmen der Bundesregierung richten sich an alle
rechtmäßig und auf Dauer lebenden Zugewanderten mit Integrationsbedarf sowie an
Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive. Asylbewerber mit unklarer
Bleibeperspektive werden zu einem sehr frühzeitigen Zeitpunkt in Wegweiserkursen
und dem seit Juli 2017 bestehenden flächendeckenden Regelangebot der
Erstorientierungskurse in AnkER- und funktionsgleichen Einrichtungen erste
herkunftssprachliche Orientierungsangebote zu Leben und Alltag in Deutschland
angeboten. In den Erstorientierungskursen erhalten sie zudem die Möglichkeit,
landeskundliches Wissen verbunden mit einfachen Deutschkenntnissen zu
erwerben.
10. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung bzw. zieht das BAMF
aus der aktuellen obergerichtlichen Rechtsprechung zur drohenden
unmenschlichen Behandlung bei einer Abschiebung anerkannter
Flüchtlinge nach Griechenland (zuletzt: Niedersächsisches
Oberverwaltungsgericht, Urteile vom 19. April 2021, In Griechenland anerkannte
Flüchtlinge dürfen derzeit nicht dorthin rücküberstellt werden | Nds. OVG; vgl.
zur Lagebeurteilung auch: Anerkannte Flüchtlinge in Griechenland: Mit
Kind und Kegel auf der Straße | PRO ASYL)?
Die Bundesregierung hat das Urteil des Oberverwaltungsgerichts
Niedersachsen zur Kenntnis genommen. Die Unterbringung und Versorgung von
anerkannt schutzberechtigten Personen obliegt grundsätzlich dem europäischen
Mitgliedstaat, in dem die Zuerkennung internationalen Schutzes erfolgt ist. Die
anderen Mitgliedstaaten müssen grundsätzlich darauf vertrauen können, dass
diese im Einklang mit europäischem Recht sowie unter anderem der
Europäischen Menschenrechtskonvention und der Charta der Grundrechte der
Europäischen Union erfolgt.
Ausnahmen von diesem Grundsatz wurden in der Rechtsprechung des
Europäischen Gerichtshofes entwickelt und betreffen v. a. drohende Verstöße gegen
Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Diese Maßstäbe
werden durch die Verwaltungsgerichtsbarkeit angewandt. Jedes europäische
Land trifft die Pflicht, für die Einhaltung der europarechtlichen Vorgaben Sorge
zu tragen. Es ist die Aufgabe der Europäischen Kommission als Hüterin der
Verträge, über die Einhaltung der europäischen Verpflichtungen der
Mitgliedstaaten zu wachen. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 11 verwiesen.
11. Treffen Medienmeldungen zu (vgl. Welt am Sonntag und
Agenturberichte vom 25. April 2021), wonach die Bundesregierung der Regierung in
Athen angeboten habe, Kosten für die Unterbringung von in
Griechenland anerkannten und nach Deutschland weitergeflohenen Flüchtlingen
(z. B. in Hotels) zu übernehmen (bitte gegebenenfalls entsprechende
Planungen und Anschreiben mit Daten wiedergeben)?
Wie hat die griechische Regierung hierauf gegebenenfalls reagiert, wie
ist der aktuelle Stand etwaiger Verhandlungen, und mit welchen
Ergebnissen rechnet die Bundesregierung in welchem Zeitraum (bitte
ausführen)?
Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass schutzberechtigte
Flüchtlinge in Griechenland derzeit eine reale Chance auf Integration haben
(Spracherwerb, Anmietung eigenen Wohnraums, Arbeitsaufnahme usw.),
wenn sie in Hotels untergebracht werden?
Sollte es nach Ansicht der Bundesregierung eine Regelung zur
Verteilung von Schutzsuchenden auf die EU-Mitgliedstaaten geben, um
Ersteinreiseländer wirksam zu entlasten (bitte ausführen)?
Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat
Griechenland angeboten, bei der Bereitstellung einer Unterkunft, der Versorgung zur
Deckung des täglichen Lebensbedarfes und bei der Integration von anerkannt
Schutzberechtigten in Griechenland zu unterstützen. Das BAMF wäre in der
Lage, sehr zeitnah eine entsprechende Unterstützung zu gewährleisten. Die
Gespräche mit der griechischen Regierung dauern an. Zu Einzelheiten laufender
Gespräche mit Regierungen anderer Staaten äußert sich die Bundesregierung
grundsätzlich nicht. Die Bundesregierung setzt sich auf EU-Ebene im Rahmen
der Verhandlungen über das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS)
u. a. für ein hohes, verpflichtendes und vorhersehbares Maß an Solidarität ein.
Vor dem Hintergrund der neuen Vorschläge der Europäischen Kommission aus
dem Migrations- und Asylpaket gehört hierzu aus Sicht der Bundesregierung
ein Solidaritätsmechanismus, der insbesondere bei Migrationsdruck schnelle,
verlässliche und effektive Solidarität, einschließlich einer verpflichtenden
Umverteilung, vorsieht. Ziel des Mechanismus muss es sein, die belasteten
Mitgliedstaaten auch tatsächlich zu entlasten.
12. Wie viele Kirchenasylfälle wurden im Gesamtjahr 2020 bzw. im
bisherigen Jahr 2021 (bitte das Datum der Erfassung nennen) an das BAMF
gemeldet (bitte nach Bundesländern differenzieren und auch angeben, in
wie vielen dieser Fälle es einen Dublin-Bezug gab – werden
Kirchenasylfälle ohne Dublin-Bezug statistisch überhaupt erfasst)?
In wie vielen dieser Fälle wurde rechtzeitig ein Dossier vorgelegt, was
war das Ergebnis der Überprüfungen, und wie sind die Verfahren
ausgegangen (Überstellung, Selbsteintritt Deutschlands, sonstige
Verfahrenserledigung; bitte nach Monaten differenzieren)?
Die Kirchenasylfälle mit Dublin-Bezug im Zeitraum 1. Januar 2020 bis 31.
Dezember 2020 (Abfragestand: 23. Februar 2021) können der nachfolgenden
Tabelle entnommen werden:
Monat
Anzahl der
gemeldeten
Kirchen-
Asylfälle
dazu bisher
eingegangene
Dossiers*
Ergebnisse der bisherigen
Dossier-Prüfungen sonstige
Erledigungen
in
Bearbeitung
Selbsteintrittsrecht ausgeübt
kein
Selbsteintrittsrecht
ausgeübt
Januar 2020 53 47 2 44 1 0
Februar 2020 53 44 2 39 3 0
März 2020 24 13 0 11 2 0
April 2020 2 2 0 2 0 0
Mai 2020 0 0 0 0 0 0
Juni 2020 11 8 0 7 1 0
Juli 2020 26 22 0 17 5 0
August 2020 36 25 0 22 3 0
September 2020 33 28 1 27 0 0
Oktober 2020 28 25 0 24 1 0
November 2020 32 26 0 26 0 0
Dezember 2020 37 35 3 30 2 0
Gesamtergebnis 335 275 8 249 18 0
* Die der Statistik zu entnehmende Anzahl bisher eingegangener Dossiers spiegelt alle fristgemäß
eingereichten Dossiers wider.
Der nachfolgenden Tabelle kann die Verteilung der Kirchenasylmeldungen mit
Dublin-Bezug auf die Länder entnommen werden:
Bundesland Anzahl
Nordrhein-Westfalen 125
Hessen 65
Bayern 41
Berlin 27
Niedersachsen 24
Mecklenburg-Vorpommern 9
Schleswig-Holstein 7
Rheinland-Pfalz 7
Brandenburg 7
Bremen 6
Hamburg 5
Thüringen 5
Sachsen-Anhalt 4
Baden-Württemberg 2
Sachsen 1
Gesamtergebnis 335
Durch das BAMF sind in der Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
insgesamt 23 Kirchenasylfälle ohne Dublin-Bezug geprüft worden.
Die Kirchenasylfälle mit Dublin-Bezug im Zeitraum 1. Januar 2021 bis
31. März 2021 (Abfragestand: 12. April 2021) können der nachfolgenden
Tabelle entnommen werden:
Monat
Anzahl der
gemeldeten
Kirchen-
Asylfälle
dazu bisher
eingegangene
Dossiers
Ergebnisse der bisherigen
Dossier-Prüfungen sonstige
Erledigungen
in
BearbeitungSER ausgeübt kein SERausgeübt
Januar 2021 38 34 0 33 1 0
Februar 2021 40 31 2 24 1 4
März 2021 83 33 1 13 0 19
Gesamtergebnis 161 98 3 70 2 23
Der nachfolgenden Tabelle kann die Verteilung der Kirchenasylmeldungen mit
Dublin-Bezug auf die Länder entnommen werden:
Bundesland Anzahl
Hessen 37
Nordrhein-Westfalen 33
Bayern 25
Mecklenburg-Vorpommern 12
Niedersachsen 11
Berlin 10
Sachsen-Anhalt 9
Hamburg 8
Schleswig-Holstein 4
Thüringen 4
Bremen 4
Brandenburg 2
Rheinland-Pfalz 2
Gesamtergebnis 161
Durch das BAMF sind in der Zeit vom 1. Januar 2021 bis 31. März 2021
insgesamt sieben Kirchenasylfälle ohne Dublin-Bezug geprüft worden.
13. Wie wird im BAMF aktuell, d. h. auch unter Berücksichtigung der
Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Frage der menschenwürdigen
Unterbringung und eines gesicherten Zugangs zu einem fairen
Asylverfahren in Italien bzw. in Griechenland (bitte differenzieren) bewertet,
insbesondere mit Blick auf besonders schutzbedürftige Personen, und welche
konkreten Regelungen und gegebenenfalls Einschränkungen für das
Dublin-Verfahren gelten diesbezüglich (bitte so konkret wie möglich
ausführen)?
Bei den im Rahmen des Dublinverfahrens zu treffenden Entscheidungen
berücksichtigt das BAMF stets alle Umstände des Einzelfalls, insbesondere auch
die Gegebenheiten in den Mitgliedstaaten.
Bei allen Personen, insbesondere bei vulnerablen Personen, u. a. solchen mit
schweren Erkrankungen, wird geprüft, ob eine Überstellung rechtlich zulässig
ist. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) führte aus (EuGH, Urteil vom
19. März 2019 – C 163/17; siehe auch verbundene Rechtssachen C-297/17,
C-318/17, C-319/17 und C 438/17), dass Artikel 4 der Charta der Grundrechte
der Europäischen Union dem entgegensteht, dass eine Person, die
internationalen Schutz beantragt hat, gemäß Artikel 29 Dublin III-VO in den nach dieser
Verordnung grundsätzlich für die Prüfung ihres Antrags auf internationalen
Schutz zuständigen Mitgliedstaat überstellt wird, wenn dieser Antragsteller im
Fall der Gewährung eines solchen Schutzes in diesem Mitgliedstaat aufgrund
der Lebensumstände, die ihn dort als international Schutzberechtigten erwarten
würden, einem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, eine unmenschliche oder
erniedrigende Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta zu erfahren. Das
BAMF prüft auf Basis der in der Entscheidung des EuGH genannten Maßstäbe
jeden Einzelfall, hält jedoch grundsätzlich an Überstellungen nach
Griechenland und Italien fest.
Gemäß den Empfehlungen der Europäischen Kommission vom 8. Dezember
2016 nahm das BAMF am 15. März 2017 das Dublin-Verfahren mit
Griechenland wieder auf. Überstellungen von vulnerablen Personen nach Griechenland,
für die Griechenland ab dem 15. März 2017 zuständig geworden ist, finden
nicht statt.
In jedem Fall wird eine individuelle Zusicherung bezüglich Aufnahme und
Unterkunft sowie Durchführung des Asylverfahrens gemäß EU-Standards erbeten.
Dem BAMF liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass Italien die in der
Aufnahme- und Asylverfahrensrichtlinie festgelegten Regelungen zur
Unterbringung und Zugang zu einem Asylverfahren – insbesondere aufgrund der
COVID-19-Pandemie – nicht einhält.
14. Wie viele Asylanträge wurden im Jahr 2020 bzw. im ersten Quartal 2021
mit der Begründung einer Nichtzuständigkeit nach der Dublin-
Verordnung als unzulässig abgelehnt oder die Verfahren eingestellt, ohne
dass ein Asylverfahren mit inhaltlicher Prüfung durchgeführt wurde
(bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und auch die Zahl formeller
Entscheidungen nennen), und wie viele Asylanträge wurden in diesen
Zeiträumen als unzulässig erachtet, weil bereits in einem anderen Land
ein Schutzstatus gewährt wurde (bitte in absoluten und relativen Zahlen
angeben)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Zeitraum
Entscheidungen gesamt
davon formelle Entscheidungen
davon Dublin-Entscheidungen (Nichtzuständigkeit)
davon unzulässig
(nach § 29 Absatz
1 Nr. 1 AsylG)
davon
Einstellungen
Jahr 2020 145.071 36.015 11.785 11.711 74
1. Quartal 2021 43.353 18.566 4.375 4.355 20
Zeitraum
Entscheidungen gesamt
davon formelle Entscheidungen
davon Schutz im Mitgliedstaat
Jahr 2020 145.071 36.015 4.830
1. Quartal 2021 43.353 18.566 711
15. Welche statistischen Angaben können zu Rechtsmitteln gegen
Unzulässigkeitsentscheidungen des BAMF wegen „Schutz im Mitgliedstaat“ für
das Jahr 2020 bzw. für das bisherige Jahr 2021 gemacht werden (bitte die
Zahl der Klagen und Eilanträge, Ergebnisse der gerichtlichen
Entscheidungen, jeweils differenziert nach wichtigsten Herkunftsländern,
differenziert darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Entscheidungen zu Eilanträge gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. 1 Nr. 2
AsylG (Schutz in MS) im Zeitraum 01.01.-31.12.2020 (Stand 15.02.2021)
abgelehnt
stattgegeben Gesamt
Gesamt 1.226 207 1.433
darunter:
Syrien, Arabische Republik 554 83 637
Irak 162 27 189
Somalia 141 34 175
Afghanistan 109 10 119
Nigeria 78 13 91
Ungeklärt 34 10 44
Eritrea 33 7 40
Jemen 21 5 26
Iran, Islamische Republik 17 1 18
Gambia 8 3 11
Entscheidungen zu Eilanträge gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. 1 Nr. 2
AsylG (Schutz in MS) im Zeitraum 01.01.-31.03.2021 (Stand 15.05.2021)
abgelehnt
stattgegeben Gesamt
Gesamt 269 45 314
darunter:
Syrien, Arabische Republik 141 11 152
Somalia 26 11 37
Irak 22 5 27
Nigeria 24 2 26
Afghanistan 15 3 18
Ungeklärt 7 4 11
Iran, Islamische Republik 6 2 8
Eritrea 6 1 7
Libyen 1 5 6
Russische Föderation 6 0 6
Klagen gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG (Schutz in MS)
im Zeitraum 01.01.-31.12.2020 (Stand 15.02.2021)
Gesamt 4.886
darunter:
Syrien, Arabische Republik 2.253
Afghanistan 571
Irak 554
Somalia 490
Ungeklärt 269
Nigeria 219
Eritrea 127
Iran, Islamische Republik 49
Pers. aus palästinensischen Gebieten (nicht als Staat
anerkannt)
37
Sudan 33
Klagen gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG (Schutz in MS)
im Zeitraum 01.01.-31.03.2021 (Stand 15.05.2021)
Gesamt 712
darunter:
Syrien, Arabische Republik 350
Irak 80
Somalia 75
Afghanistan 42
Nigeria 39
Ungeklärt 23
Eritrea 19
Libyen 15
Sudan 10
Russische Föderation 8
01.01.-31.12.2020
(Stand: 15.02.2021)
Gerichtsentscheidungen gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG (Schutz in MS)
HKL
Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem. § 4
I AsylG
Abschiebungsverbot
Ablehnung sonst.
Verfahrenserledigung
Abschiebungsandrohung
Gesamt
absolut
In
Prozent
absolut
In
Prozent
absolut
in
Prozent
Absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
Gesamt 7 0,1 4 0,0 1.412 16,9 54 0,6 6.876 82,1 20 0,2 8.373
darunter:
Syrien, Arabische Republik 3 0,1 0 0,0 744 19,1 25 0,6 3.101 79,8 13 0,3 3.886
Irak 0 0,0 4 0,3 316 23,0 1 0,1 1.050 76,5 2 0,1 1.373
Somalia 0 0,0 0 0,0 58 7,4 6 0,8 721 91,7 1 0,1 786
Afghanistan 0 0,0 0 0,0 130 16,7 0 0,0 646 83,1 1 0,1 777
Nigeria 0 0,0 0 0,0 18 4,8 9 2,4 351 92,9 0 0,0 378
Ungeklärt 3 1,2 0 0,0 41 16,8 5 2,0 193 79,1 2 0,8 244
Eritrea 0 0,0 0 0,0 12 5,0 1 0,4 228 94,6 0 0,0 241
Iran, Islamische Republik 0 0,0 0 0,0 33 28,9 0 0,0 81 71,1 0 0,0 114
Russische Föderation 0 0,0 0 0,0 1 1,2 5 5,8 80 93,0 0 0,0 86
Staatenlos 1 1,4 0 0,0 4 5,4 0 0,0 69 93,2 0 0,0 74
01.01.-31.03.2021
(Stand: 15.05.2021)
Gerichtsentscheidungen gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG (Schutz in MS)
HKL
Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem. § 4
I AsylG
Abschiebungsverbot
Ablehnung sonst.
Verfahrenserledigung
Abschiebungsandrohung
Gesamt
absolut
in
Prozent
absolut
In
Prozent
absolut
in
Prozent
Absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
Gesamt 1 0,1 2 0,1 152 8,0 21 1,1 1.728 90,7 1 0,1 1.905
darunter:
Syrien, Arabische Republik 1 0 0 0,0 62 7,9 14 1,8 709 90,2 0 0,0 786
Irak 0 0,0 0 0,0 34 11,3 0 0,0 265 88,3 1 0,3 300
Somalia 0 0,0 0 0,0 8 3,5 1 0,4 220 96,1 0 0,0 229
Afghanistan 0 0,0 0 0,0 7 3,9 0 0,0 173 96,1 0 0,0 180
Ungeklärt 0 0,0 1 1,1 18 19,1 1 1,1 74 78,7 0 0,0 94
Nigeria 0 0,0 0 0,0 2 2,4 0 0,0 83 97,6 0 0,0 85
Eritrea 0 0,0 1 1,7 5 8,5 1 1,7 52 88,1 0 0,0 59
Iran, Islamische Republik 0 0,0 0 0,0 5 16,7 0 0,0 25 83,3 0 0,0 30
Sudan 0 0,0 0 0,0 3 17,6 0 0,0 14 82,4 0 0,0 17
Staatenlos 0 0,0 0 0,0 3 17,6 0 0,0 14 82,4 0 0,0 17
Eine statistische Auswertung nach dem Mitgliedstaat ist nicht möglich.
16. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung für ihre Verhandlungen
auf EU-Ebene zu der Frage, ob bzw. inwieweit es beschleunigte
Grenzverfahren an den EU-Außengrenzen geben soll, aus dem Umstand, dass
der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst Seehofer Vor-
Prüfungen vor einer Umverteilung von aus Seenot Geretteten in andere
Mitgliedstaaten ablehnte mit der Begründung, ein rechtsstaatliches
Asylverfahren sei in der Kürze der Zeit gar nicht möglich (epd, 23. September
2019; bitte nachvollziehbar begründen)?
Die am 23. September 2019 verkündete gemeinsame Absichtserklärung betraf
die Übernahme der Zuständigkeit für die Durchführung der Asylverfahren von
aus Seenot geretteten Asylsuchenden von Italien und Malta. Es handelte sich
um ein kontrolliertes Notfallverfahren bzgl. freiwilliger Verpflichtungen der
Mitgliedstaaten für einen verlässlichen vorübergehenden
Solidaritätsmechanismus, folglich außerhalb der Reform des GEAS. In diesem Zusammenhang ging
es um die Übernahme der Zuständigkeit durch Deutschland nach einem
Sicherheitsüberprüfungsverfahren durch deutsche Sicherheitsbehörden im Rahmen
eines zwischen den beteiligten Mitgliedstaaten unter Koordination der
Europäischen Kommission vereinbarten Standardverfahrens nach der Ausschiffung
entsprechender Personen.
Die von der Europäischen Kommission mit dem Migrations- und Asylpaket
vorgeschlagenen Asylgrenzverfahren sind dagegen in einem neuen Kontext und
im Zusammenhang mit einem ebenfalls neu vorgeschlagenen
Solidaritätsmechanismus zu bewerten. Aus Sicht der Bundesregierung sind verpflichtende
Asylgrenzverfahren für bestimmte Personengruppen relevant für die
Funktionsfähigkeit des gesamten Systems. Es sollte frühzeitig zwischen voraussichtlich
Schutzbedürftigen und grundsätzlich offensichtlich Nicht-Schutzbedürftigen
differenziert werden können. Im Rahmen des vorgeschlagenen
Asylgrenzverfahrens würde eine vollständige Prüfung des Asylantrags stattfinden. Der
Vorschlag der Kommission zum verpflichtenden Anwendungsbereich des
Asylgrenzverfahrens (u. a. bei einer Gefahr für die nationale Sicherheit oder
öffentliche Ordnung) wird von der Bundesregierung grundsätzlich begrüßt. Er ist
eine gute Basis für weitere Diskussionen im Kreis der Mitgliedstaaten.
17. Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass die Öffentlichkeit und
insbesondere die Kirchen in Deutschland erfahren sollten, ob die
Bundesregierung sich auf EU-Ebene für den Erhalt des Selbsteintrittsrechts in
Zuständigkeitsprüfungsverfahren einsetzt oder nicht, weil bei einem
Wegfall des Selbsteintrittsrechts auch die rechtliche Grundlage für
humanitäre Entscheidungen im Einzelfall, z. B. im Rahmen des Kirchenasyls,
oder für politische Entscheidungen, wie im Herbst 2015, wegfielen (bitte
darlegen und begründen)?
Die Bundesregierung setzt sich für ein funktionsfähiges, effizientes und
krisenfestes GEAS ein. Dabei strebt die Bundesregierung insgesamt eine Balance
zwischen Verantwortung und Solidarität auf höchstem Niveau an. Das
sogenannte Selbsteintrittsrecht nach Artikel 17 Absatz 1 der Dublin III-VO, welches
Mitgliedstaaten die Möglichkeit eröffnet, die Zuständigkeit für die
Durchführung eines Asylverfahrens trotz Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaats zu
übernehmen, findet sich in den Vorschlägen der Europäischen Kommission des
Migrations- und Asylpakets in Artikel 25 des Vorschlags für eine Verordnung
des Europäischen Parlaments und des Rates über Asyl- und
Migrationsmanagement und zur Änderung der Richtlinie (EG) 2003/109 des Rates und der
vorgeschlagenen Verordnung (EU) XXX/XXX Asyl- und Migrationsfonds (Asyl-
und Migrationsmanagementverordnung) wieder. Die Bundesregierung begrüßt
grundsätzlich, dass die Regelung zum Selbsteintrittsrecht erhalten bleiben soll.
18. Wie viele Übernahmeersuchen, Zustimmungen bzw. Überstellungen
(bitte differenzieren) im Rahmen des Dublin-Systems gab es im Jahr 2020
bzw. im ersten Quartal 2021 durch bzw. an Deutschland (bitte auch nach
Ländern differenzieren und die jeweiligen Überstellungsquoten nennen),
bitte in einer gesonderten Tabelle darstellen, wie über Ersuchen anderer
Mitgliedstaaten in diesen Zeiträumen durch das BAMF entschieden
wurde (bitte nach Gründen bzw. Rechtsgrundlage der Dublin-Verordnung
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Etwaige Überstellungsquoten ergeben sich grundsätzlich aus dem Verhältnis
der jeweils erfolgten Überstellungen zu den jeweiligen Zustimmungen:
Jahr 2020
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahme
ersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahme
ersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 1.335 802 213 603 417 314
Belgien 684 477 169 1.280 756 242
Bulgarien 497 118 10 29 6 0
Schweiz 753 378 131 789 576 336
Zypern 42 24 3 23 2 3
Tschechien 202 196 58 41 33 12
Dänemark 435 276 54 167 126 74
Estland 15 15 5 3 3 3
Griechenland 6.737 296 4 1.289 631 423
Spanien 1.836 905 119 66 31 2
Finnland 178 129 52 44 37 27
Frankreich 3.341 2.129 724 7.609 4.497 1.659
Kroatien 807 642 28 40 7 4
Ungarn 293 10 0 17 20 24
Irland 7 3 0 123 23 0
Island 29 1 0 8 5 7
Italien 5.318 3.586 509 632 536 139
Liechtenstein 2 0 0 3 3 2
Litauen 277 286 14 13 6 4
Luxemburg 61 31 17 95 71 45
Lettland 113 102 14 0 0 0
Malta 109 38 12 27 10 6
Niederlande 1.459 973 319 1.615 1.403 808
Norwegen 144 58 25 47 32 27
Polen 1.182 1.015 142 43 30 19
Portugal 173 136 58 110 80 17
Rumänien 1.080 728 28 16 3 2
Schweden 2.549 2.103 203 269 206 96
Slowenien 294 175 20 37 9 4
Slowakei 100 77 6 12 4 2
Verein. Königr. 83 50 16 2.203 1.110 68
Gesamt 30.135 15.759 2.953 17.253 10.673 4.369
1. Quartal 2021
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahme
ersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahme
ersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 411 255 65 158 104 93
Belgien 142 91 25 372 233 30
Bulgarien 340 108 0 14 15 0
Schweiz 223 119 36 230 175 96
Zypern 13 6 0 7 2 0
Tschechien 46 25 2 8 4 4
Dänemark 118 55 11 43 33 17
Estland 3 3 0 1 1 1
Griechenland 2.118 30 0 242 117 2
Spanien 423 327 26 0 0 2
Finnland 25 12 7 5 3 11
Frankreich 900 530 100 2.069 1.330 406
Kroatien 353 268 0 12 4 0
Ungarn 81 7 1 2 2 2
Irland 1 1 0 84 8 0
Island 5 3 0 1 1 0
Italien 1.457 1.204 34 192 173 14
Liechtenstein 1 0 0 2 0 0
Litauen 15 14 10 2 0 1
Luxemburg 21 9 6 17 14 7
Lettland 20 11 1 0 0 0
Malta 40 11 0 5 3 1
Niederlande 354 175 74 441 373 139
Norwegen 25 9 2 3 5 6
Polen 214 170 34 15 10 3
Portugal 20 8 8 18 17 1
Rumänien 830 496 34 6 1 2
Schweden 566 466 68 47 33 26
Slowenien 117 61 0 7 3 1
Slowakei 19 15 0 2 0 0
Gesamt 8.901 4.489 544 4.005 2.664 865
Jahr 2020
Ablehnungen durch das BAMF
an die Mitgliedstaaten
gesamt
7.356
davon
Art. 3 II Dublin III 2
Art. 8 I Dublin III 129
Art. 8 II Dublin III 73
Art. 8 IV Dublin III 39
Art. 9 Dublin III 292
Art. 10 Dublin III 138
Art. 11 a) Dublin III 58
Art. 11 b) Dublin III 28
Art. 12 I Dublin III 6
Art. 12 II Dublin III 14
Art. 12 IV Dublin III 96
Art. 13 I Dublin III 4
Jahr 2020
Art. 13 II Dublin III 7
Art. 14 I Dublin III 1
Art. 16 I Dublin III 24
Art. 16 II Dublin III 1
Art. 17 II Dublin III 374
Art. 18 I a Dublin III 2
Art. 18 I b Dublin III 65
Art. 18 I c Dublin III 2
Art. 18 I d Dublin III 84
Art. 18 II Dublin III 1
Art. 19 I Dublin III 6
Art. 19 II Dublin III 855
Art. 19 III Dublin III 603
Art. 20 III Dublin III 3
Art. 22 VII Dublin III 3
EURODAC-Treffer unvollständig 119
Kein Dublinfall (i. d. R., weil int. Schutz in MS) 882
Verweis auf Zuständigkeit eines anderen MS 3.412
Sonstige 33
Zustimmungen durch das BAMF
an die Mitgliedstaaten
10.673
gesamt
davon
Art. 3 II Dublin III 1
Art. 8 I Dublin III 228
Art. 8 II Dublin III 46
Art. 8 III Dublin III 2
Art. 9 Dublin III 153
Art. 10 Dublin III 96
Art. 11 a) Dublin III 4
Art. 11 b) Dublin III 1
Art. 12 I Dublin III 37
Art. 12 II Dublin III 228
Art. 12 III Dublin III 19
Art. 12 IV Dublin III 484
Art. 13 I Dublin III 4
Art. 13 II Dublin III 2
Art. 14 I Dublin III 5
Art. 14 II Dublin III 1
Art. 16 I Dublin III 6
Art. 17 II Dublin III 138
Art. 18 I a Dublin III 164
Art. 18 I b Dublin III 877
Art. 18 I c Dublin III 278
Art. 18 I d Dublin III 7.839
Art. 19 I Dublin III 2
Art. 19 II Dublin III 4
Art. 19 III Dublin III 1
Art. 20 V Dublin III 11
Art. 22 VII Dublin III 9
Art. 25 II Dublin III 32
Art. 28 III Dublin III 1
1. Quartal 2021
Ablehnungen durch das BAMF
an die Mitgliedstaaten
gesamt
1.496
davon
Art. 3 II Dublin III 3
Art. 8 I Dublin III 19
Art. 8 II Dublin III 13
Art. 8 III Dublin III 1
Art. 8 IV Dublin III 14
Art. 9 Dublin III 12
Art. 10 Dublin III 14
Art. 11 a) Dublin III 12
Art. 11 b) Dublin III 2
Art. 12 I Dublin III 2
Art. 12 IV Dublin III 7
Art. 13 I Dublin III 2
Art. 13 II Dublin III 1
Art. 14 II Dublin III 1
Art. 16 I Dublin III 1
Art. 17 I Dublin III 1
Art. 17 II Dublin III 69
Art. 18 I a Dublin III 1
Art. 18 I b Dublin III 25
Art. 18 I d Dublin III 15
Art. 19 II Dublin III 148
Art. 19 III Dublin III 127
Kein Dublinfall (i. d. R., weil int. Schutz in MS) 198
Verweis auf Zuständigkeit eines anderen MS 763
Sonstige 45
Zustimmungen durch das BAMF
an die Mitgliedstaaten
2.664
gesamt
davon
Art. 3 II Dublin III 1
Art. 8 I Dublin III 42
Art. 8 II Dublin III 10
Art. 9 Dublin III 28
Art. 10 Dublin III 21
Art. 11 a) Dublin III 1
Art. 11 b) Dublin III 1
Art. 12 I Dublin III 7
Art. 12 II Dublin III 11
Art. 12 IV Dublin III 10
Art. 13 II Dublin III 1
Art. 17 I Dublin III 1
Art. 17 II Dublin III 38
Art. 18 I a Dublin III 89
Art. 18 I b Dublin III 272
Art. 18 I c Dublin III 108
Art. 18 I d Dublin III 2.008
Art. 18 II Dublin III 2
Art. 19 I Dublin III 1
Art. 20 V Dublin III 8
Art. 25 II Dublin III 3
Art. 28 III Dublin III 1
19. Wie viele Zustimmungen zur Übernahme von Geflüchteten basierten im
Jahr 2020 bzw. im ersten Quartal 2021 auf Zustimmungen durch
Fristablauf nach Artikel 22 Absatz 7 bzw. Artikel 25 Absatz 2 Dublin-VO
(bitte jeweils im Verhältnis zu allen Zustimmungen angeben und nach
beiden Rechtsgrundlagen, differenziert nach Mitgliedstaaten und nach
Übernahmeersuchen Deutschlands bzw. an Deutschland, differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
2020
Zustimmungen
der Mitgliedstaaten
Zustimmungen Deutschlands
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7
Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2
Dublin III
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7
Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2
Dublin III
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
Österreich 802 1 0,1 5 0,6 417 0 0,0 0 0,0
Belgien 477 0 0,0 3 0,6 756 1 0,1 3 0,4
Bulgarien 118 0 0,0 0 0,0 6 0 0,0 0 0,0
Schweiz 378 0 0,0 3 0,8 576 0 0,0 2 0,3
Zypern 24 5 20,8 12 50,0 2 0 0,0 0 0,0
Tschechien 196 0 0,0 0 0,0 33 0 0,0 1 3,0
Dänemark 276 0 0,0 0 0,0 126 0 0,0 1 0,8
Estland 15 0 0,0 0 0,0 3 0 0,0 0 0,0
Griechenland 296 128 43,2 84 28,4 631 3 0,5 0 0,0
Spanien 905 9 1,0 11 1,2 31 0 0,0 0 0,0
Finnland 129 0 0,0 5 3,9 37 0 0,0 0 0,0
Frankreich 2.129 11 0,5 60 2,8 4.497 2 0,0 9 0,2
Kroatien 642 0 0,0 2 0,3 7 0 0,0 0 0,0
Ungarn 10 0 0,0 0 0,0 20 0 0,0 0 0,0
Irland 3 0 0,0 0 0,0 23 0 0,0 0 0,0
Island 1 0 0,0 0 0,0 5 0 0,0 0 0,0
Italien 3.586 904 25,2 1391 38,8 536 0 0,0 5 0,9
Liechtenstein 0 0 0,0 0 0 3 0 0,0 0 0,0
Litauen 286 1 0,3 26 9,1 6 0 0,0 0 0,0
Luxemburg 31 0 0,0 0 0,0 71 0 0,0 0 0,0
Lettland 102 0 0,0 4 3,9 0 0 0 0 0
Malta 38 0 0,0 1 2,6 10 0 0,0 0 0,0
Niederlande 973 4 0,4 9 0,9 1.403 3 0,2 6 0,4
Norwegen 58 0 0,0 2 3,4 32 0 0,0 0 0,0
Polen 1.015 2 0,2 20 2,0 30 0 0,0 0 0,0
Portugal 136 13 9,6 5 3,7 80 0 0,0 0 0,0
Rumänien 728 1 0,1 7 1,0 3 0 0,0 0 0,0
Schweden 2.103 2 0,1 5 0,2 206 0 0,0 1 0,5
Slowenien 175 0 0,0 2 1,1 9 0 0,0 0 0,0
Slowakei 77 0 0,0 0 0,0 4 0 0,0 0 0,0
Vereinigtes Königreich 50 0 0,0 4 8,0 1.110 0 0,0 4 0,4
Gesamt 15.759 1.081 6,9 1661 10,5 10.673 9 0,1 32 0,3
1. Quartal 2021
Zustimmungen der
Mitgliedstaaten
Zustimmungen Deutschlands
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7
Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2
Dublin III
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7
Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2
Dublin III
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
Österreich 255 0 0,0 0 0,0 104 0 0,0 0 0,0
Belgien 91 0 0,0 0 0,0 233 0 0,0 0 0,0
Bulgarien 108 0 0,0 0 0,0 15 0 0,0 0 0,0
Schweiz 119 0 0,0 1 0,8 175 0 0,0 0 0,0
Zypern 6 0 0,0 3 50,0 2 0 0,0 0 0,0
Tschechien 25 0 0,0 0 0,0 4 0 0,0 0 0,0
Dänemark 55 0 0,0 0 0,0 33 0 0,0 0 0,0
Estland 3 0 0,0 0 0,0 1 0 0,0 0 0,0
Griechenland 30 5 16,7 19 63,3 117 0 0,0 0 0,0
Spanien 327 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0
Finnland 12 0 0,0 0 0,0 3 0 0,0 0 0,0
Frankreich 530 3 0,6 23 4,3 1.330 0 0,0 2 0,2
Kroatien 268 1 0,4 7 2,6 4 0 0,0 0 0,0
Ungarn 7 0 0,0 0 0,0 2 0 0,0 0 0,0
Irland 1 0 0,0 1 100,0 8 0 0,0 0 0,0
Island 3 0 0,0 0 0,0 1 0 0,0 0 0,0
Italien 1.204 643 53,4 342 28,4 173 0 0,0 0 0,0
Litauen 14 0 0,0 2 14,3 0 0 0,0 0 0,0
Luxemburg 9 0 0,0 0 0,0 14 0 0,0 0 0,0
Lettland 11 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0
Malta 11 0 0,0 0 0,0 3 0 0,0 0 0,0
Niederlande 175 0 0,0 2 1,1 373 0 0,0 1 0,3
Norwegen 9 0 0,0 0 0,0 5 0 0,0 0 0,0
Polen 170 0 0,0 1 0,6 10 0 0,0 0 0,0
Portugal 8 0 0,0 0 0,0 17 0 0,0 0 0,0
Rumänien 496 0 0,0 3 0,6 1 0 0,0 0 0,0
Schweden 466 0 0,0 1 0,2 33 0 0,0 0 0,0
Slowenien 61 0 0,0 0 0,0 3 0 0,0 0 0,0
Slowakei 15 0 0,0 0 0,0 0 0 0,0 0 0,0
Gesamt 4.489 652 14,5 405 9,0 2.664 0 0,0 3 0,1
20. Wie viele Überstellungen im Rahmen des Dublin-Systems gab es im Jahr
2020 bzw. im ersten Quartal 2021, differenziert nach Bundesländern
(anknüpfend an die Aufenthaltsorte der Asylsuchenden bzw. die
Zuständigkeit für die Durchführung der Überstellungen), und welche Angaben
können dazu gemacht werden, wie viele Zustimmungen zur Übernahme
dem gegenüberstanden, nach Bundesländern differenziert (bitte
ausführen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Übernahmeersuchen an die Mitgliedstaaten
Jahr 2020 Zustimmungen Überstellungen
gesamt 15.759 2.953
davon
Baden-Württemberg 1.699 310
Bayern 2.108 413
Berlin 804 86
Brandenburg 724 77
Bremen 123 10
Hamburg 382 87
Hessen 1.244 233
Mecklenburg-Vorpommern 564 47
Niedersachsen 1.062 188
Nordrhein-Westfalen 2.452 765
Rheinland-Pfalz 771 212
Saarland 117 20
Sachsen 956 55
Sachsen-Anhalt 488 109
Schleswig-Holstein 1.044 106
Thüringen 409 82
unbekannt 812 153
Übernahmeersuchen an die Mitgliedstaaten
1. Quartal 2021 Zustimmungen Überstellungen
gesamt 4.489 544
davon
Baden-Württemberg 552 31
Bayern 602 78
Berlin 193 18
Brandenburg 166 6
Bremen 57 0
Hamburg 179 25
Hessen 567 46
Mecklenburg-Vorpommern 110 3
Niedersachsen 365 24
Nordrhein-Westfalen 381 124
Rheinland-Pfalz 245 47
Saarland 24 2
Sachsen 352 4
Sachsen-Anhalt 83 43
Schleswig-Holstein 214 26
Thüringen 139 21
unbekannt 260 46
Soweit ein Verfahren zum Abfragestand keinem Land zugeordnet werden kann,
wird es als unbekannt ausgewiesen.
21. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die statistischen Daten zu
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen in Dublin-Verfahren für das Jahr
2020 bzw. für das bisherige Jahr 2021 (bitte nach Zielstaaten
differenziert angeben), und warum werden in der von der Bundesregierung
übermittelten diesbezüglichen Statistik (vgl. Antwort zu Frage 17 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405) formelle Erledigungen oder
Verfahrenseinstellungen nicht gesondert kenntlich gemacht (bitte ausführen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
01.01. – 31.12.2020
(Stand 15.02.2021) abgelehnt stattgegeben Gesamt
Belgien 154 37 191
Bulgarien 74 25 99
Dänemark 76 19 95
Estland 16 0 16
Finnland 37 24 61
Frankreich 611 205 816
Griechenland 136 100 236
Irland 0 1 1
Italien 1.455 873 2.328
Kroatien 248 63 311
Lettland 58 32 90
Litauen 131 26 157
Luxemburg 5 0 5
Malta 16 15 31
Niederlande 268 49 317
Norwegen 26 6 32
Österreich 274 53 327
Polen 548 201 749
Portugal 105 49 154
Rumänien 258 77 335
Schweden 368 79 447
Schweiz 132 39 171
Slowakei 33 12 45
Slowenien 47 6 53
Spanien 301 114 415
Tschechien 97 27 124
Ungarn 5 0 5
Zypern 9 4 13
Vereinigtes Königreich 2 0 2
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
01.01. – 31.03.2021
(Stand 15.05.2021) abgelehnt stattgegeben Gesamt
Belgien 52 3 55
Bulgarien 35 11 46
Dänemark 27 3 30
Estland 5 0 5
Finnland 4 1 5
Frankreich 200 20 220
Griechenland 16 46 62
Island 1 0 1
Italien 388 260 648
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
01.01. – 31.03.2021
(Stand 15.05.2021) abgelehnt stattgegeben Gesamt
Kroatien 123 34 157
Lettland 10 3 13
Litauen 37 17 54
Luxemburg 4 0 4
Malta 3 5 8
Niederlande 44 5 49
Norwegen 2 4 6
Österreich 85 6 91
Polen 123 50 173
Portugal 6 6 12
Rumänien 169 22 191
Schweden 251 24 275
Schweiz 22 3 25
Slowakei 6 1 7
Slowenien 30 1 31
Spanien 107 33 140
Tschechien 12 4 16
Statistisch erfolgt keine gesonderte Erfassung und Auswertung von formellen
Erledigungen oder Verfahrenseinstellungen. Auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 17 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 19/22405 wird verwiesen.
22. In wie vielen Fällen wurde im Jahr 2020 bzw. im ersten Quartal 2021 bei
Asylsuchenden festgestellt, dass Griechenland nach der Dublin-
Verordnung zuständig ist (bitte auch nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern differenziert angeben und nach gestellten Übernahmeersuchen und
Selbsteintritten differenzieren wie in der Antwort zu Frage 18 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405)?
Die nachfolgenden Tabellen enthalten die Anzahl der Fälle, in denen
Griechenland nach der Dublin III-VO zuständig ist und ein Übernahmeersuchen an
Griechenland gerichtet wurde.
Übernahmeersuchen an Griechenland
Jahr 2020
Herkunftsländer gesamt: 6.737
darunter:
Syrien, Arabische Republik 2.046
Afghanistan 1.551
Türkei 956
Irak 909
Ungeklärt 318
Iran, Islamische Republik 287
Somalia 102
Pers. aus palästinensischen Gebieten (nicht als
Staat anerkannt)
81
Pakistan 76
Kamerun 57
Übernahmeersuchen an Griechenland
1. Quartal 2021
Herkunftsländer gesamt: 2.118
darunter:
Syrien, Arabische Republik 841
Afghanistan 645
Irak 209
Ungeklärt 95
Türkei 73
Pers. aus palästinensischen Gebieten (nicht als
Staat anerkannt)
55
Iran, Islamische Republik 43
Somalia 32
Pakistan 23
Marokko 16
Hinzu kommen Verfahren, in denen Griechenland zuständig wäre, das BAMF
jedoch das Selbsteintrittsrecht (SER) ausgeübt hat:
SER nach Feststellung der Zuständigkeit Griechenlands
Jahr 2020
Herkunftsländer gesamt 398
darunter:
Türkei 116
Afghanistan 99
Syrien, Arabische Republik 98
Irak 42
Iran, Islamische Republik 13
Somalia 7
Armenien 5
Kamerun 5
Kongo, Demokratische Republik 4
Nigeria 4
SER nach Feststellung der Zuständigkeit Griechenlands
1. Quartal 2021
Herkunftsländer gesamt 52
darunter:
Afghanistan 27
Syrien, Arabische Republik 14
Türkei 9
Eritrea 1
Somalia 1
a) Wie viele schriftliche einzelfallbezogene Zusicherungen der
griechischen Behörden in Bezug auf eine Aufnahme und ein Asylverfahren
nach dem EU-Recht wurden 2020 bzw. 2021 für wie viele Personen
ausgesprochen?
Grundsätzlich erfolgt eine entsprechende Zusicherung mit der Zustimmung.
Im Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020 erhielt das BAMF
für 79 Personen eine Zusicherung i. S. d. Fragestellung. Im Zeitraum vom
1. Januar 2021 bis 31. März 2021 erhielt das BAMF für keine Person eine
Zusicherung i. S. d. Fragestellung.
b) Welche aktuellen Erkenntnisse hat das BAMF über den Verbleib, die
Unterbringung und das weitere Asylverfahren der nach Griechenland
bislang Zurücküberstellten (bitte ausführen)?
Dem BAMF liegen derzeit keine Erkenntnisse über den Verbleib, die
Unterbringung und das weitere Asylverfahren der nach Griechenland bislang
Zurücküberstellten vor.
23. Wie ist die Dauer von Dublin-Verfahren im Jahr 2020 bzw. im ersten
Quartal 2021, und wie lange war die Verfahrensdauer in Fällen, in denen
nach der Feststellung, dass ein anderer EU-Staat für die Asylprüfung
zuständig sei, dann doch ein Prüfverfahren in nationaler Zuständigkeit
durchgeführt wurde, um wie viele Fälle handelt es sich hierbei, werden
diese Verfahrensdauern bei der Ermittlung der durchschnittlichen
Asylverfahrensdauer berücksichtigt (wenn nein, warum nicht?), und wie ist
das inhaltliche Ergebnis der Prüfverfahren in diesen Fällen (bitte jeweils
nach den wichtigsten Herkunftsländern differenziert darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
bei Dublin-Verfahren in Monaten
Jahr 2020 2,0
1. Quartal 2021 1,8
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer seit Asylantragstellung
bei Übergang ins nationale Verfahren nach gescheitertem Dublin-Verfahren
Dauer
in Monaten
Anzahl
Entscheidungen
Jahr 2020 21,4 13.897
darunter:
Nigeria 19,8 2.233
Iran, Islamische Republik 20,9 1.521
Irak 21,5 1.345
Afghanistan 20,7 1.198
Russische Föderation 23,7 875
Syrien, Arabische Republik 21,7 543
Guinea 24,8 511
Türkei 17,8 417
Eritrea 25,5 412
Somalia 25,1 379
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer seit Asylantragstellung
bei Übergang ins nationale Verfahren nach gescheitertem Dublin-Verfahren
Dauer
in Monaten
Anzahl
Entscheidungen
1. Quartal 2021 21,8 3.420
darunter:
Nigeria 23,1 529
Irak 22,4 338
Iran, Islamische Republik 22,5 302
Afghanistan 19,8 271
Russische Föderation 21,4 255
Syrien, Arabische Republik 18,4 217
Guinea 24,7 111
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer seit Asylantragstellung
bei Übergang ins nationale Verfahren nach gescheitertem Dublin-Verfahren
Dauer
in Monaten
Anzahl
Entscheidungen
1. Quartal 2021 21,8 3.420
darunter:
Gambia 25,7 92
Türkei 17,8 87
Aserbaidschan 25,0 86
Die oben genannten Dauern fließen vollumfänglich in die Berechnung der
durchschnittlichen Verfahrensdauern mit ein.
Jahr 2020
Anerkennung
Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I
AsylG
Subsidiärer
Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot
gem. § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnung
sonst.
Verfahrenserledigungen
Entscheidungen
gesamt
Gesamt: 49 898 836 830 7.897 3.387 13.897
darunter:
Nigeria 0 38 7 57 1.406 725 2.233
Iran, Islamische Republik 12 265 40 21 1.001 182 1.521
Irak 1 65 27 92 711 449 1.345
Afghanistan 4 99 16 337 334 408 1.198
Russische Föderation 5 4 18 5 592 251 875
Syrien, Arabische
Republik
0 42 424 20 0 57 543
Guinea 0 29 15 9 369 89 511
Türkei 22 134 1 1 235 24 417
Eritrea 0 20 169 95 91 37 412
Somalia 2 54 16 53 106 148 379
1. Quartal 2021
Anerkennung
Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I
AsylG
subsidiärer
Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot
gem. § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnung
sonst.
Verfahrens
erledigungen
Entscheidungen
gesamt
Gesamt: 4 141 257 212 2.046 760 3.420
darunter:
Nigeria 0 8 1 13 406 101 529
Irak 0 7 9 26 182 114 338
Iran, Islamische Republik 1 47 3 1 216 34 302
Afghanistan 0 10 7 93 79 82 271
Russische Föderation 1 8 1 4 162 79 255
Syrien, Arabische
Republik
0 12 190 8 1 6 217
Guinea 1 3 4 4 78 21 111
Gambia 0 1 0 3 67 21 92
Türkei 0 14 0 1 65 7 87
Aserbaidschan 0 1 6 2 73 4 86
24. Wie viele Übernahmeersuchen der griechischen Behörden an
Deutschland im Rahmen der Familienzusammenführungsregelungen nach der
Dublin-Verordnung gab es im Jahr 2020 bzw. im ersten Quartal 2021?
Wie vielen Ersuchen wurde stattgegeben bzw. wurden mit welchen
Gründen abgelehnt, und wie viele Überstellungen von Griechenland nach
Deutschland gab es in diesen Zeiträumen (bitte tabellarisch wie in der
Antwort zu Frage 14 auf Bundestagsdrucksache 19/14079 darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Ersuchen von Griechenland Jahr 2020 1. Quartal 2021
gesamt: 1.289 242
davon familiäre Gründe:
Art. 8 Abs. 1 Dublin III 304 64
Art. 8 Abs. 2 Dublin III 19 3
Art. 9 Dublin III 373 24
Art. 10 Dublin III 170 43
Art. 11 Dublin III 6 0
Art. 16 Abs. 1 Dublin III 10 0
Art. 16 Abs. 2 Dublin III 2 0
Art. 17 Abs. 2 Unterabs. 1 Dublin III 301 93
Zustimmungen des BAMF
an Griechenland
Jahr 2020 1. Quartal 2021
gesamt 631 117
davon familiäre Gründe:
Art. 8 I Dublin III 213 30
Art. 8 II Dublin III 44 9
Art. 8 III Dublin III 2 0
Art. 9 Dublin III 143 18
Art. 10 Dublin III 88 21
Art. 16 I Dublin III 5 0
Art. 17 II Dublin III 128 38
Ablehnungen des BAMF
an Griechenland
2020 1. Quartal 2021
gesamt 1.036 135
davon familiäre Gründe:
Art. 8 I Dublin III 100 13
Art. 8 II Dublin III 65 9
Art. 8 IV Dublin III 3 2
Art. 9 Dublin III 265 9
Art. 10 Dublin III 120 12
Art. 11 a) Dublin III 1 0
Art. 16 I Dublin III 23 0
Art. 17 II Dublin III 329 54
Erfolgte Überstellungen
aus Griechenland an Deutschland
2020 1. Quartal 2021
gesamt 423 2
davon aus familiären Gründen:
Art. 8 I Dublin III 130 0
Art. 8 II Dublin III 35 0
Art. 8 III Dublin III 2 0
Art. 9 Dublin III 105 0
Art. 10 Dublin III 59 0
Art. 16 I Dublin III 7 0
Art. 17 II Dublin III 76 2
25. Wie viele Remonstrationen (Wiedervorlagen) durch Griechenland nach
einer Ablehnung durch das BAMF mit welchem Ergebnis gab es im Jahr
2020 bzw. im ersten Quartal 2021 (bitte nach Monaten auflisten) in
Bezug auf Überstellungen nach Deutschland, insbesondere im Rahmen der
Familienzusammenführung nach der Dublin-Verordnung?
Wie erklärt die Bundesregierung, dass die griechischen Behörden im
ersten Halbjahr 2020 gegen mehr als die Hälfte aller Ablehnungen des
BAMF bei Übernahmeersuchen aus Griechenland Remonstrationen
einlegten (540 Beschwerden bei 974 Ablehnungen, Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/22405)
und damit im Ergebnis fast jede zweite Zustimmung des BAMF zur
Übernahme erst nach einer (erfolgreichen) Beschwerde der griechischen
Behörden erfolgte (185 von 388 Zustimmungen, vgl. ebd.) – spricht dies
nach Auffassung der Bundesregierung z. B. für eine (zu) strenge
Prüfpraxis des BAMF (bitte begründen)?
Die Angaben zu Remonstrationen von Griechenland an Deutschland können
den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Remonstrationen von Griechenland
Jahr 2020 743
davon:
Jan 2020 92
Feb 2020 128
Mrz 2020 140
Apr 2020 106
Mai 2020 44
Jun 2020 56
Jul 2020 30
Aug 2020 32
Sep 2020 31
Okt 2020 22
Nov 2020 43
Dez 2020 19
Remonstrationen von Griechenland
Jan – Mrz 2021 69
davon:
Jan 2021 26
Feb 2021 26
Mrz 2021 17
Remonstrationen von Griechenland Jahr 2020
gesamt 743
davon familiäre Gründe:
Art. 8 Abs. 1 Dublin III 91
Art. 8 Abs. 2 Dublin III 24
Art. 9 Dublin III 72
Art. 10 Dublin III 431
Art. 16 Abs. 1 Dublin III 10
Art. 17 Abs. 2 Unterabs. 1 Dublin III 112
Remonstrationen von Griechenland Jan – Mrz 2021
gesamt 69
davon familiäre Gründe:
Art. 8 Abs. 1 Dublin III 7
Art. 8 Abs. 2 Dublin III 5
Art. 9 Dublin III 6
Art. 10 Dublin III 27
Art. 17 Abs. 2 Unterabs. 1 Dublin III 24
Antworten des BAMF auf Remonstrationen von Griechenland
Jahr 2020 Ablehnungen Zustimmungen
gesamt 434 328
darunter
familiäre Gründe:
Art. 8 I Dublin III 51 128
Art. 8 II Dublin III 39 25
Art. 8 III Dublin III 0 1
Art. 9 Dublin III 98 71
Art. 10 Dublin III 60 43
Art. 16 I Dublin III 18 4
Art. 17 II Dublin III 150 55
Antworten des BAMF auf Remonstrationen von Griechenland
Jan – Mrz 2021 Ablehnungen Zustimmungen
gesamt 38 52
darunter
familiäre Gründe:
Art. 8 I Dublin III 1 9
Art. 8 II Dublin III 3 5
Art. 8 IV Dublin III 2 0
Art. 9 Dublin III 3 8
Art. 10 Dublin III 4 6
Art. 17 II Dublin III 21 24
Die Vorgaben der Dublin III-VO sind bindend und die Einhaltung durch das
BAMF gerichtlich überprüfbar. Legt der betreffende Mitgliedstaat die
erforderlichen Nachweise, z. B. zur Identität, für eine Familienzugehörigkeit, eine
etwaige Abhängigkeit der Beteiligten oder auch zum Vorliegen eines besonderen
humanitären Härtefalles nicht vor, oder bestehen Zweifel daran, dass eine
Familienzusammenführung dem Wohl des Kindes dient, erteilt das BAMF
zunächst eine Ablehnung.
Werden die erforderlichen Nachweise sodann nachträglich im Rahmen einer
Remonstration innerhalb der hierfür in der Durchführungs-Verordnung zur
Dublin III-VO vorgegebenen Frist vorgelegt, so ist im jeweiligen
Remonstrationsverfahren eine Zustimmung zu erteilen.
26. Welche genaueren Vorgaben gibt es im BAMF dazu, wann von einer
besonderen, außergewöhnlichen Härte bei Überstellungen auszugehen ist,
sodass vom Selbsteintrittsrecht oder von humanitären
Ermessensspielräumen, die die Dublin-Verordnung bietet (vgl. z. B. Artikel 17 der
Dublin-III-Verordnung), Gebrauch gemacht werden kann oder soll
(Nachfrage zur Antwort zu Frage 22 auf Bundestagsdrucksache
19/22405, bitte nachvollziehbar ausführen)?
Die Ausübung des Selbsteintrittsrechts stellt nach Artikel 17 der Dublin-III-
Verordnung eine Einzelfallentscheidung aus humanitären Gründen, die sich
insbesondere aus dem familiären oder kulturellen Kontext ergeben, um Personen
jeder verwandtschaftlichen Beziehung zusammenzuführen. Grundlage der
Entscheidung können nach der Praxis des BAMF die vorgetragenen bzw.
eingereichten Härtefallgründe, aber auch Hinweise, Indizien und Beweise im
Hinblick auf Überstellungshindernisse sein. Humanitäre Gründe können sich dabei
insbesondere aus dem familiären oder kulturellen Kontext ergeben. Die
Entscheidung hängt von der individuellen Situation der einzelnen Personen ab.
27. Hat es inzwischen eine Überstellung nach Ungarn gegeben, nachdem
dies seit Mai 2017 nicht mehr der Fall war (vgl. Antwort zu Frage 21a
auf Bundestagsdrucksache 19/8340), und liegen inzwischen
einzelfallbezogene Zusicherungen Ungarns über eine EU-rechtskonforme
Behandlung überstellter Asylsuchender vor (bitte ausführen)?
Im Jahr 2020 fand keine Überstellung, im Zeitraum Januar bis April 2021 eine
Überstellung nach Ungarn statt. Eine Zusicherung über die EU-rechtskonforme
Behandlung lag vor.
28. Liegen inzwischen Bewertungen der Juristischen Dienstes der EU-
Kommission und des Rates zu der Frage einer Unterbrechung der
Überstellungsfrist nach Artikel 27 Absatz 4 der Dublin-VO vor (Nachfrage
zur Antwort zu Frage 27 auf Bundestagsdrucksache 19/22405), und
wenn ja, was beinhalten diese im Kern (bitte darlegen)?
Nein.
29. Wie viele Asylsuchende gibt es aktuell, bei denen die Überstellungsfrist
abgelaufen ist, und bei wie vielen von diesen ist der Ablauf der Frist
Folge der coronabedingten Aussetzung der Überstellungen (bitte auch
nach den wichtigsten Herkunfts- und Mitgliedstaaten differenzieren)?
Mit Stand 20. Mai 2021 war für den Zeitraum von Januar 2020 bis Mai 2021
bei 30.497 Personen, die aus Deutschland in einen anderen Mitgliedstaat
überstellt werden sollten, die Überstellungsfrist abgelaufen. In 9.329 Fällen ist der
Ablauf der Frist auf die coronabedingte Aussetzung der Überstellungen
zurückzuführen.
Die jeweils 15 wichtigsten Mitgliedstaaten bzw. Herkunftsländer können den
folgenden Tabellen entnommen werden:
Mitgliedstaat Gesamtergebnis
Italien 3.636
Frankreich 1.236
Schweden 641
Spanien 520
Polen 496
Mitgliedstaat Gesamtergebnis
Niederlande 370
Österreich 352
Schweiz 239
Rumänien 217
Litauen 198
Kroatien 194
Belgien 176
Dänemark 147
Tschechien 124
Bulgarien 118
Sonstige 665
Gesamtergebnis 9.329
Herkunftsstaat Gesamtergebnis
Nigeria 1.380
Irak 808
Afghanistan 733
Russische Föderation 657
Iran, Islamische Republik 535
Gambia 369
Guinea 330
Pakistan 284
Syrien, Arabische Republik 242
Algerien 236
Somalia 219
Eritrea 177
Türkei 166
Albanien 161
Ungeklärt 154
Sonstige 2.878
Gesamtergebnis 9.329
30. In welche Mitgliedstaaten sind Überstellungen coronabedingt derzeit
nicht möglich, bzw. welche diesbezüglichen besonderen Auflagen oder
Bedingungen gibt es (bitte nach Mitgliedstaaten auflisten), welche
Auflagen oder Bedingungen in Bezug auf welche Mitgliedstaaten oder -
welche allgemeinen coronabedingten Regelungen gibt es umgekehrt von
deutscher Seite aus (bitte so ausführlich wie möglich darlegen, etwa
welche Hygiene- und Abstandsregelungen gelten, welche Art Tests in
welchen Zeiträumen gefordert werden usw.)?
Derzeit besteht coronabedingt kein Überstellungsverkehr mit den
Mitgliedstaaten Bulgarien, Slowenien, Lettland, und nur eingeschränkt mit Kroatien.
Besondere Anforderungen der einzelnen Mitgliedstaaten, unter denen
Überstellungen durchgeführt werden dürfen, können der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden:
Mitgliedstaat Bedingungen
Belgien Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung,
Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren),
Passagierlokalisierungsformular (48h vor Überstellung),
eidesstattliche Versicherung zu Grund der Einreise
Dänemark Negativer COVID-19-Test
Mitgliedstaat Bedingungen
Estland Negativer COVID-19-Test, Info frühere COVID-19-
Erkrankung
Finnland Negativer COVID-19-Test (48h vor Überstellung), Info
frühere COVID-19-Erkrankung
Frankreich Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung,
Ausnahme: Kinder unter 11 Jahren)
Griechenland regelmäßig Online-Registrierung
Irland Negativer COVID-19-Test (72h vor Ankunft)
Italien Negativer COVID-19-Test (48h vor Überstellung),
Flugeinschränkungen
Liechtenstein Negativer COVID-19-Test
Litauen Negativer COVID-19-Test, Info frühere COVID-19-
Erkrankung
Luxemburg Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung,
Ausnahmen: Kinder unter 6 Jahren, früher erkrankte und
bereits genesene Personen)
Malta Negativer COVID-19-Test, 14-tägige Quarantäne vor
Überstellung
Niederlande Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung,
Ausnahmen: Personen, die an COVID-19 erkrankt waren und
vollständig genesen sind und Kinder unter 13 Jahren).
Norwegen Negativer COVID-19-Test (48h vor Überstellung,
Ausnahme: Kinder unter 6 Jahren), Online-Registrierung
Österreich Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung,
Ausnahme: Kinder unter 10 Jahren)
Portugal Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung)
Polen Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung)
Rumänien Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung),
Flugeinschränkungen
Schweden Negativer COVID-19-Test (48h vor Ankunft) für
Erwachsene
Schweiz Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung,
Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren)
Slowakei Negativer COVID-19-Test (72h vor Ankunft, Ausnahme:
Kinder unter 10 Jahren), Info frühere COVID-19-
Erkrankung
Spanien Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung),
Gesundheitsformular
Tschechien Negativer COVID-19-Test (72h vor Überstellung,
Ausnahme: Kinder unter 5 Jahren)
Die Infektionsdynamik in Deutschland und in den meisten europäischen
Mitgliedstaaten erfordert weiterhin Vorsichtsmaßnahmen, um einerseits das
Funktionieren des Dublin-Verfahrens inklusive des Überstellungsverkehrs zwischen
den Mitgliedstaaten sicherzustellen und andererseits zusätzliche
grenzüberschreitende Infektionsketten zu verhindern. Auch müssen die jeweiligen
Grenzbehörden und weitere Beteiligte bei den Überstellungen geschützt werden.
Deshalb haben die Mitgliedstaaten Überstellungsvorgaben in Bezug auf
Testerfordernisse erlassen. Überstellungen im Rahmen des Dublin-Verfahrens von und
nach Deutschland finden seit dem 7. Dezember 2020 derzeit im Rahmen der
Gegenseitigkeit nur unter der Bedingung eines negativen COVID-19-Tests
statt.
31. Wie viele Personen sind aktuell mit Dublin-Verfahren im BAMF befasst
bzw. in der Gruppe „Dublin-Verfahren“ tätig (bitte nach genauer
Tätigkeit und jeweiliger Stellenzahl auflisten)?
In der Dublin-Gruppe des BAMF sind Personen im Umfang von 353,12
Vollzeitäquivalenten (VZÄ) beschäftigt (Stand: 1. Mai 2021); hiervon sind 11,8
VZÄ im höheren Dienst, 181,40 VZÄ im gehobenen Dienst und 159,92 VZÄ
im mittleren Dienst beschäftigt.
32. In welchem Umfang hat es im Jahr 2020 bzw. im bisherigen Jahr 2021
welche Unterstützung des Bundes bei Überstellungen aus AnkER
(Ankunft, Entscheidung, Rückführung)- oder funktionsgleichen
Einrichtungen gegeben (bitte insbesondere Zahlen zu Amtshilfeleistungen durch
die Bundespolizei bei Überstellungen, differenziert nach Einrichtung und
Jahren, nennen)?
Die Angaben im Sinne der Fragestellung für das Kalenderjahr 2020 sind der
beigefügten Tabelle zu entnehmen.
BPOL-Direktion
Bundesland Zeitraum
transportierte
Personen
davon
vollzogene
Ausreisen
Bad Bramstedt
MV (ab
07/2019)
2019 45 36
2020 21 18
Bad Bramstedt
SH (ab
01/2020) 2020 49 48
Bad Bramstedt HH (12/2020) 2020 1 1
Hannover
HH (ab
02/2020) 2020 38 36
Koblenz
SL (ab
02/2019)
2019 82 67
2020 15 15
Pirna
SN (ab
05/2019)
2019 49 26
2020 22 21
Berlin
BB (ab
08/2019) 2019 118 25
2020 74 54
Gesamt: 2019 294 154
2020 220 193
Für den Zeitraum von Januar bis April 2021 liegen folgende Angaben vor.
BPOL-Direktion Bundesland transportierte
Personen
davon
vollzogene
Ausreisen
Bad Bramstedt MV 2 2
Bad Bramstedt SH 13 13
Bad Bramstedt HH 1 1
Hannover HH 21 20
Koblenz SL 3 3
Pirna SN 0 0
Berlin BB 4 4
Gesamt 44 43
33. Wie wird konkret der Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 14. Juli
2020 (Aktenzeichen XIII ZB 81/19) zu unzulässiger Zurückweisungshaft
bei Binnengrenzkontrollen bzw. diesbezüglich geänderten
Haftanforderungen (Informationsverbund Asyl & Migration – Details) in der Praxis
der Bundespolizei umgesetzt, und zu welchen Änderungen des
Verfahrens bzw. der Haftbeantragungs- und Anwendungspraxis führte dies
(bitte so konkret wie möglich darstellen und entsprechende interne
Rundschreiben usw. mit Datum und Inhalt auflisten)?
Nach Veröffentlichung des Beschlusses des Bundesgerichtshofs hat die
Bundespolizei ihre Praxis bei der Beantragung von Haft zur Sicherung der
Zurückweisung in den für die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz
zuständigen Mitgliedstaat der Europäischen Union dahingehend angepasst, dass Haft
zur Sicherung einer Zurückweisung an einer Binnengrenze der Europäischen
Union nur beantragt wird, wenn zusätzlich zu den in § 15 Absatz 5 Satz 1 des
Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) genannten Voraussetzungen erhebliche
Fluchtgefahr nach Artikel 28 Absatz 2 der Dublin-III-VO i. V. m. § 2 Absatz 14, § 62
Absatz 3a und 3b Nummer 1 bis 5 AufenthG vorliegt.
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