Erreichen der Herdenimmunität
der Abgeordneten Uwe Witt, Detlev Spangenberg, Dr. Robby Schlund, Jörg Schneider, Paul Viktor Podolay, Jürgen Braun, Ulrich Oehme, Dr. Heiko Wildberg, Dr. Christian Wirth und der Fraktion der AfD
Vorbemerkung
Zur Bewältigung der Corona-Krise setzt die Bundesregierung vor allem auf die Impfung möglichst großer Teile der Bevölkerung. Studien des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) und des National Cancer Institute (NCI) bestätigen, dass eine überstandene Infektion mit COVID-19 in 95 Prozent der Fälle eine dauerhafte und natürliche Immunität gegen SARS-CoV-2 hervorrufe (vgl. https://www.nih.gov/news-events/nih-research-matters/lasting-immunity-found-after-recovery-covid-19). Zusätzlich fanden die Forscher heraus, dass bei Menschen, die zuvor an COVID-19 erkrankt waren, schon eine Dosis der Vakzine von BioNTech und Moderna ausreiche, um einen vollständigen Schutz gegen das Coronavirus herzustellen (vgl. https://www.nih.gov/news-events/nih-research-matters/immune-response-vaccination-after-covid-19). Demnach entsprach die im Blut gemessene Zahl der Antikörper bei vormals Infizierten vor einer Impfung der von nicht Infizierten nach ihrer ersten Impfung. Nach der ersten Impfung entsprach der Wert bei vormals Infizierten dem von nicht Infizierten nach ihrer zweiten Impfung (ebd.). So könne laut den Forschern bei Menschen, die sich zuvor mit COVID-19 infiziert hatten, die zweite Impfung eingespart und anderweitig verimpft werden (ebd.).
Immer noch ist allerdings unklar, ob Menschen auch mit vollständigem Impfschutz Überträger sein können (vgl. https://www.nature.com/articles/d41586-021-00728-2). Eine Herdenimmunität ist nur zu erreichen, wenn immunisierte Personen auch keine Überträger mehr sein können. Möglich ist indes, dass Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert und eine natürliche Immunität entwickelt haben, keine Überträger mehr sein können (vgl. Nummer 10 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html).
Eine Infektion verläuft bei nicht besonders gefährdeten Menschen mit intaktem Immunsystem in der Regel symptomlos oder mild. Bis zum 40. Lebensjahr gehören laut Robert Koch-Institut (RKI) weit unter 5 Prozent zur Hochrisikogruppe, wenn es um schwere Verläufe geht (vgl. https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/JoHMS22021Risikogruppen_COVID_19.pdf?__blob=publicationFile).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen4
Verfügt die Bundesregierung über Kenntnisse oder eigene Erkenntnisse darüber, ob mit SARS-CoV-2 infizierte Menschen nach ihrer Genesung eine dauerhafte und ausreichende natürliche Immunität entwickeln (bitte ausführen)?
Sieht die Bundesregierung die Möglichkeit, dass bei so natürlich immunisierten, genesenen Menschen mindestens auf eine Zweitimpfung verzichtet werden könnte (bitte ausführen)?
Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, ob vollständig Geimpfte oder natürlich immunisierte, genesene Menschen noch SARS-CoV-2 übertragen können?
Beabsichtigt die Bundesregierung die rechtliche Gleichstellung von Geimpften und Genesenen im Zusammenhang mit den geltenden Grundrechtseinschränkungen?