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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Fehlende LKW-Stellplätze in der Wetterau

(insgesamt 10 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Datum

31.08.2021

Antwortdauer

21 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 20/1514310.08.2021

Fehlende Lkw-Stellplätze in der Wetterau

der Abgeordneten Peter Heidt, Oliver Luksic, Frank Sitta, Bernd Reuther, Daniela Kluckert, Torsten Herbst, Dr. Christopher Gohl, Renata Alt, Jens Beeck, Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marcus Faber, Reginald Hanke, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Alexander Müller, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Seit vielen Jahren ist das Parkplatzproblem für Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer an den Wetterauer Autobahnen bekannt. Die Lastwagen parken dicht an dicht. Neuankömmlinge müssen sich auf der Raststätte Wetterau Ost an der A 5 in die zweite Reihe stellen. Die Lastwagen parken dann oft verkehrsbehindernd, teilweise sogar verkehrsgefährdend. Obwohl diese Situation bekannt ist, stecken die Planungen für einen Aus- oder Neubau der Tank- und Rastanlage Wetterau Ost fest.

Bei einer Bestandserhebung im Jahr 2018 zur Parksituation für Lkws an Autobahnen war im Zuge der A 5 zwischen dem Autobahnkreuz (AK) Gambach und der Anschlussstelle (AS) Friedberg ein Defizit von rund 90 Lkw-Abstellmöglichkeiten festgestellt worden. Im Zuge der A 45 zwischen dem AK Gambach und der AS Hammersbach wurde ein Fehlbestand von rund 50 Lkw-Abstellmöglichkeiten ermittelt. Dies geht aus der Antwort der hessischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der hessischen Landtagsfraktion der FDP vom 9. März 2021 hervor (http://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/3/04893.pdf).

Vor einigen Jahren befasste sich das hessische Verkehrsministerium und deren nachgeordnete Behörde Hessen Mobil zunächst mit einem gänzlichen Neubau einer Tank- und Rastanlage an der A 5 Höhe Ober-Mörlen als Ersatz für die mittlerweile zu klein geratene Anlage Wetterau Ost. Dies scheiterte jedoch am Widerstand der Bürgerinitiative „Ober-Mörlen sagt NEIN zum geplanten Standort der Tank- und Rastanlage Wetterau-Ost“. Später wurde bekannt, dass auch Ausbaupläne der bereits bestehenden Rastanlage infrage kämen. Im September 2017 übernahm die Deutsche Einheit Fernstraßenplanung und -bau GmbH (DEGES) vom bis dahin zuständigen Planungsträger Hessen Mobil ein Paket von 50 Tank- und Rastanlagen in Hessen zum Um- und Ausbau, darunter auch die Anlage Wetterau Ost. Die DEGES teilte der „Wetterauer Zeitung“ auf Anfrage mit, vertiefende Untersuchungen zum Auffinden eines Alternativstandortes und zur Erweiterung von Wetterau Ost aus Kapazitätsgründen würden erst Ende 2021 erwartet. Mit der neuen Prognose ändern sich laut DEGES auch die zu betrachtenden Streckenabschnitte. Laut DEGES ist die Raststätte Wetterau Ost in der Lkw-Stellplatzprognose 2030, die im November 2020 von Hessen Mobil an die DEGES übergeben wurde, einem Streckenabschnitt zugeordnet, der vom AK Bad Homburg bis zum AK Gambach verläuft (https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/ober-moerlen-ort848705/ausbauplaene-raststaette-wetterau-ost-2013-geworden-13953846.html).

Derweil wird die Situation durch den steigenden Güterverkehr von Jahr zu Jahr schlimmer. Der Mangel an Lkw-Stellplätzen ist für die Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer unter Umständen lebensgefährlich, insbesondere, wenn diese aufgrund der einzuhaltenden gesetzlichen Ruhezeiten gezwungen sind, in Ein- und Ausfahrten oder auf nicht ausgewiesenen Parkplätzen zu parken. Zwischen 2016 und 2020 gab es auf Wetterauer Autobahnen vier Unfälle im Zusammenhang mit unsachgemäß abgestellten Lkws (http://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/3/04893.pdf).

Eine zweite, konkretisierende, Kleine Anfrage der hessischen Landtagsfraktion der FDP zu den fehlenden Lkw-Stellplätzen auf Wetterauer Autobahnen blieb von der hessischen Landesregierung unter Hinweis darauf, dass mit Wirkung zum 1. Januar 2021 die Zuständigkeit für Planung, Bau und Betrieb der Bundesautobahnen vom Land Hessen auf die Autobahn GmbH des Bundes übergegangen sei, unbeantwortet (http://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/7/05347.pdf).

Wir fragen deshalb die Bundesregierung:

Fragen10

1

Wie schätzt die Bundesregierung den Bedarf ein, an der Tank- und Rastanlage Wetterau Ost einen Ausbau oder gar einen Neubau einer Tank- und Rastanlage vorzunehmen?

2

Wann ist nach Einschätzung der Bundesregierung mit einem Aus- oder einem Neubau der Tank- und Rastanlage Wetterau Ost zu rechnen?

3

Bezieht sich das bei der Bestandserhebung 2018 festgestellte Defizit von rund 90 Lkw-Abstellmöglichkeiten im Streckenabschnitt zwischen dem Autobahnkreuz (AK) Gambach und der Anschlussstelle (AS) Friedberg auf die von Nord nach Süd verlaufende, also westlich gelegene Fahrbahn der A 5 oder auf die östliche gelegene Fahrbahn, auf der die Raststätte Wetterau Ost liegt und Ausgangspunkt und Gegenstand der Antwort der hessischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage der hessischen Landtagsfraktion der FDP vom 9. März 2021 (Bundestagsdrucksache 20/4893) war?

4

Wie hoch ist das Defizit an Lkw-Stellplatzmöglichkeiten (bitte nach den Anlagetypen bewirtschaftete Rastanlagen, unbewirtschaftete Rastanlagen, Autohöfe und sonstige Abstellorte abseits der Bundesautobahn aufschlüsseln)?

5

In welcher Höhe ist für den Streckenabschnitt zwischen dem AK Bad Homburg und dem AK Gambach das Defizit an Lkw-Stellplätzen bei der Bestandserhebung 2018 festgestellt worden (bitte das Defizit an Lkw-Stellplatzmöglichkeiten jeweils nach den Anlagetypen bewirtschaftete Rastanlagen, unbewirtschaftete Rastanlagen, Autohöfe und sonstige Abstellorte abseits der Bundesautobahn aufschlüsseln)?

6

In welcher Höhe ist für den Streckenabschnitt AK Nordwestkreuz–AK Gambach das Defizit an Lkw-Stellplätzen bei der Bestandserhebung 2018 festgestellt worden (das Defizit an Lkw-Stellplatzmöglichkeiten jeweils bitte nach den Anlagetypen bewirtschaftete Rastanlagen, unbewirtschaftete Rastanlagen, Autohöfe und sonstige Abstellorte abseits der Bundesautobahn aufschlüsseln)?

7

In welcher Höhe ist für den Streckenabschnitt AK Nordwestkreuz–Autobahndreieck (AD) Reiskirchen das Defizit an Lkw-Stellplätzen bei der Bestandserhebung 2018 festgestellt worden (das Defizit an Lkw-Stellplatzmöglichkeiten jeweils bitte nach den Anlagetypen bewirtschaftete Rastanlagen, unbewirtschaftete Rastanlagen, Autohöfe und sonstige Abstellorte abseits der Bundesautobahn aufschlüsseln)?

8

Wie hoch ist auf Grundlage der seit November 2020 abgestimmten Lkw-Stellplatzprognose 2030 der berechnete Lkw-Stellplatzbedarf für den Streckenabschnitt, in dem die Rastanlage Wetterau Ost liegt, und wo beginnt beziehungsweise endet dieser Streckenabschnitt?

9

Welche Parameter und welche konkreten Parameterwerte wurden für die Berechnung verwendet?

10

In welcher Form beeinflusst das Fünf-Punkte-Programm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für besseres Parken die Standortsuche?

Berlin, den 4. August 2021

Christian Lindner und Fraktion

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