[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Mario Brandenburg (Südpfalz),
Katja Suding, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), weiterer Abgeordneter
und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/32117 –
Staatliche Zukunftsforschung im Regierungshandeln der Gegenwart
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Zukunft schon in der Gegenwart zu wissen, ist seit jeher ein Bedürfnis der
Menschen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Verändert haben sich
jedoch die wissenschaftlichen Methoden und Instrumente dafür. An die Stelle
von sprichwörtlicher Kaffeesatzleserei, Glaskugeln oder menschlichen
Orakeln sind dabei wissenschaftlich fundiertere Foresight-Methoden getreten.
Mehrere Staaten benutzen mit durchaus unterschiedlichen Herangehensweisen
Methoden der Zukunftsforschung für die langfristige politische Planung (vgl.
etwa
https://www.iit-berlin.de/wp-content/uploads/2021/06/2021_06_10_iit-p
erspektive_Nr-59_Regierungs-Foresight.pdf). Darunter fallen die methodische
Planung für verschiedene Zukunftsszenarien, die Beobachtung
gesellschaftlicher und vor allem technologischer Entwicklungen in einem frühen Stadium
und regelmäßig auch die Einbindung von Expertinnen und Experten aus
verschiedenen Bereichen. Teilweise berichten die beauftragten Stellen direkt an
die für die strategische Politikplanung zuständigen Regierungschefinnen und
Regierungschefs, so dass eigene, thematisch spezifischere Programme von
verschiedenen staatlichen Stellen parallel verfolgt werden können. Aufbauend
auf Ergebnissen aus Foresight-Prozessen können Regierungen versuchen,
frühzeitig Entwicklungen zu antizipieren, Prioritäten zu setzen oder diese zu
ändern (vgl.
https://ec.europa.eu/info/sites/default/files/research_and_innovati
on/groups/rise/cuhls-foresight_into_decisions.pd). Vollständige Sicherheit für
den Erfolg absichtlichen politischen Handelns verspricht das zwar nicht, doch
trägt es in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft der Tatsache
Rechnung, „dass das Verlangen nach Zukunftssicherheit zunehmen wird und
ein Zukunftsbewusstsein in der Gesellschaft schon aus Gerechtigkeitsgründen
unabdingbar wird“ (vgl.
https://www.denkwerk-demokratie.de/wp-content/upl
oads/2014/02/DD_AP_1_2014_Zukunftsforschung.pdf, S. 24).
Unter dem Namen VORAUS:schau (vgl.
https://www.vorausschau.de) hat in
Deutschland das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
2019 einen dritten Zyklus zur strategischen Vorausschau gestartet und dafür
6,5 Mio. Euro bereitgestellt (vgl.
https://www.bmbf.de/de/karliczek-wir-schau
en-in-die-zukunft-9549.html). Von September 2007 bis Juli 2009 lief der erste
und von 2012 bis 2014 der zweite Zyklus (vgl.
https://www.isi.fraunhofer.de/d
Deutscher Bundestag Drucksache 19/32447
19. Wahlperiode 13.09.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
vom 10. September 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
e/competence-center/foresight/projekte/bmbf-foresight-prozess-zyklus-I.htm
und
https://www.isi.fraunhofer.de/de/competence-center/foresight/projekte/b
mbf-foresight-zyklus-2.html#4). Dem voraus gingen erste Delphi-Studien in
den 90er-Jahren und der „Forschungsdialog Futur“ im Jahr 2000 (vgl. https://
www.bmbf.de/bmbf/de/forschung/zukunftstrends/foresight/foresight-als-meth
ode-der-strategischen-vorausschau-im-bmbf/foresight-als-methode-der-strateg
ischen-vorausschau-im-bmbf_node.html).
Neu ist laut BMBF dieses Mal die Beauftragung eines Zukunftsbüros, betreut
durch Prognos und Z_punkt (vgl.
https://www.prognos.com/de/projekt/zukunf
tsbuero-des-bundesministeriums-fuer-bildung-und-forschung, das mit
Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Wissenschaftsbereiche und einigen
Personen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft besetzt ist (vgl.
Mitgliederübersicht unter vorausschau.de). Neben der bereits erfolgten Ausarbeitung einer
Wertestudie soll das Zukunftsbüro halbjährlich sogenannte Trendlisten
vorlegen, die bislang in Form von (zum Zeitpunkt der Fragestellung) 80
Themenblättern publiziert wurden (vgl. z. B.
https://www.vorausschau.de/SharedDoc
s/Downloads/vorausschau/de/Foresight2020_50_Themenblaetter.pdf). Dabei
fällt auf, dass es sich insbesondere bei den ersten 50 Blättern zu einem
wesentlichen Teil um Themen handelt, die medial bereits breit diskutiert werden.
Das zeigt, dass es gelungen ist, relevante Themen zu identifizieren. Doch
drängt es auch zur Frage, ob am Ende eine fokussierte Darstellung erarbeitet
werden soll, die als solide Grundlage Eingang in vorausschauendes politisches
Handeln finden wird. Die Fragestellerinnen und Fragesteller sehen hier das
BMBF als Auftraggeber in der ersten Verantwortung, bei der zielgeführten
Projektsteuerung und beim anschließenden Wissenstransfer insbesondere auch
in andere Ressorts der Bundesregierung voranzugehen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Es ist eine zentrale Aufgabe von Foresight, Fragestellungen zu untersuchen,
die für die Grundlinien des politischen Diskurs relevant sind oder in Zukunft
werden könnten. Foresight ist bestrebt, mittel- bis langfristig (5 bis 30 Jahre)
vorauszuschauen und verschiedene mögliche, nicht nur wahrscheinliche
Szenarien, unabhängig von ihrer Wünschbarkeit, aufzuzeigen. Hierbei geht es um die
Zusammenschau von gesellschaftlichen, ökonomischen, technologischen und
politischen Trends, die Bewertung von starken und schwachen Signalen und die
Analyse ihrer Wechselwirkungen. Die längerfristigen Entwicklungen in
anderen Regionen der Welt und ihre möglichen Auswirkungen auf Deutschland und
Europa gehören ebenfalls dazu. Diese Reflexion stellt Orientierungswissen
bereit. Der Wert besteht gerade darin, unterschiedliche Zukünfte zu beschreiben,
um daran anschließend geeignete Handlungsoptionen zu identifizieren. Dieses
Wissen kann von unterschiedlichen Zielgruppen (Individuen, Unternehmen,
Organisationen) genutzt werden. Mit den unterschiedlichen gesellschaftlichen
Gruppen in einen Dialog zu unterschiedlichen Zukünften und heutigen
Handlungsoptionen zu treten, ist Element eines jedes Foresight-Prozesses und wird
auf vielfältige Weise – Bürgerdialoge, Experten-Workshops, Konferenzen,
Publikationen, digitale Diskussionsformate – umgesetzt. Jedes Gespräch und
jede Auseinandersetzung mit Zukunftsoptionen ist ein Verwertungserfolg von
Foresight.
In der Regel sind die Impulse aus einem Foresight-Prozess nicht unmittelbar
und linear einem konkreten Umsetzungsvorhaben zuzuordnen. Es ist Aufgabe
von Prozessen der Strategischen Vorausschau, das Denken in Zukünften zu
stärken und die Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven zu reflektieren.
Hierzu dienen im aktuellen Foresight-Prozess des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung (BMBF) sowohl das sog. Horizon Scanning als auch
die vertiefenden Analysen einzelner Themen. Das Scanning berücksichtigt
nicht nur wissenschaftliche Literatur, sondern bezieht unterschiedliche Formate
(Blogs, Podcasts etc.) und Quellen (Tageszeitungen, Journals, Messen) ein.
Damit ist ein Anschluss an den laufenden gesellschaftlichen und politischen
Diskurs gewährleistet. Gleichzeitig werden die Analysen an den
Aufgabenschwerpunkten des BMBF und den Umsetzungsmaßnahmen der Hightech-Strategie
gespiegelt und knüpfen somit an die forschungs- und bildungspolitische Praxis
an. Hierzu erfolgt eine systematische Kommunikation mit den Fachreferaten.
Der Zukunftskreis, als begleitendes Gremium des BMBF-Foresight-Prozesses,
stellt mit seinen Expertinnen und Experten ebenfalls die Einbindung der
Analysen und Befunde in unterschiedliche fachliche Diskurswelten sicher.
1. Inwieweit sieht die Bundesregierung die ursprünglich im Jahr 2002 im
Rahmen von FUTUR für das Jahr 2020 erarbeiteten Foresight-Szenarien
als verwirklicht an (vgl.
https://www.bmbf.de/files/66bmbf_futur_eine_e
rste_bilanz.pdf, S. 29 ff.)?
Inwieweit nicht?
Im FUTUR-Prozess des BMBF standen neben wissenschaftlich-technischen
Entwicklungen insbesondere die Identifikation sozioökonomischer Trends im
Fokus, um auf diese Weise mögliche zukünftige gesellschaftliche Bedarfsfelder
zu beschreiben, an denen sich Wissenschaft und Forschung orientieren können.
Der Prozess war stark partizipativ ausgerichtet und schloss sowohl
Wissenschaftler, Forscher und Fachleute ein, als auch Vertreter und Vertreterinnen
unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und Stakeholder.
Die Ergebnisse von FUTUR haben in vielfältiger Weise dazu beigetragen,
die FuE-Politik unter dem Eindruck zukünftiger Entwicklungen zu diskutieren.
So hat beispielsweise das Szenario „Tina und ihr Butler“ viele Aspekte eines
Lebens in einer vernetzten und digitalen Alltagswelt antizipiert, während das
Szenario „Problem XY ungelöst“ die Einbeziehung von Kunden und
Kundinnen in die Produktentwicklung und Teile der Maker-Bewegung frühzeitig
aufgegriffen hat.
Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung in der Antwort
auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache
19/32218 verwiesen.
2. Hat die Bundesregierung die Ergebnisse des auf das Jahr 2030
ausgerichteten zweiten Foresight-Zyklus aktuell bewertet (vgl.
https://www.bmb
f.de/files/VDI_Band_100_C1.pdf)?
Welche Maßstäbe legte die Bundesregierung bei der Bewertung der
Ergebnisse an?
Welche Ergebnisse werden als wahrscheinlich erachtet, und welche
nicht?
Was wird als erstrebenswert erachtet, und was nicht (bitte begründen)?
Vorrangiges Ziel von Foresight ist es, Denkräume zu öffnen. Die
Bundesregierung priorisiert und kategorisiert in diesen Foresight-Prozessen nicht einzelne
Ergebnisse nach der Übereinstimmung mit den Zielen ihrer Politik, sondern
nutzt sie als Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs. Im Anschluss an den
zweiten Foresight-Zyklus wurde die Bürgerdialogreihe der ZukunftsForen
durchgeführt, alle Ergebnisse publiziert und breit verbreitet. Im Übrigen wird
auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
3. Wie wird die Bundesregierung die bereits publizierten 50 Themenblätter
(vgl.
https://www.vorausschau.de/SharedDocs/Downloads/vorausschau/d
e/Foresight2020_50_Themenblaetter.pdf) und die jüngst publizierten 30
weiteren Themenblätter (vgl.
https://www.vorausschau.de/SharedDocs/D
ownloads/vorausschau/de/Foresight_30_Themenblaetter.pdf?__blob=pu
blicationFile&v=1) im Rahmen einer Gesamtstrategie oder in einzelnen
Strategien verwenden?
Mit welchen wissenschaftlichen Methoden werden die
Themenschwerpunkte ausgewählt?
Wie werden die darin ggf. erhaltenen neuen Erkenntnisse in die Arbeit
der Ressorts einfließen?
Wie wurden die jeweils inhaltlich betroffenen Ressorts über die
Arbeitsergebnisse informiert?
Die Themenblätter dienen als interner wie externer Debattenbeitrag über
Zukunftsthemen. Sie sind maßgebliche Inspirationsquelle für den Entwurf von
Vertiefungsstudien, die dem BMBF durch den Zukunftskreis vorgeschlagen
werden. Die Schwerpunktthemen dieser Vertiefungsstudien sind das Ergebnis
eines mehrstufigen Abstimmungsprozesses zwischen dem Zukunftskreis und
dem BMBF.
Die Themenblätter werden in einem mehrstufigen Verfahren erstellt. Die erste
Annäherung erfolgt durch ein sog. Themen-Scoping. In diesem Schritt wird
eine Reihe an Perspektivbereichen mit einem starken Zukunftsbezug
identifiziert. Danach werden in einem breiten sog. Horizon Scanning eine Vielzahl von
unterschiedlichsten Quellen auf potentielle Themen gescannt. Hierzu zählen
etwa Forschungspublikationen an den Top-100-Universitäten weltweit,
ausgewählte Artikel in der Fachpresse oder relevante seriöse Blogbeiträge.
Abschließend werden die Themenblätter durch das BMBF auf ihre Relevanz und ihr
Zukunftspotential hin geprüft. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung der
Bundesregierung verwiesen.
4. Welche neuen Perspektiven haben sich in welchen Punkten des
Foresight-Prozesses nach Ansicht der Bundesregierung für den Foresight-
Prozess durch die aktuelle Pandemie ergeben?
Aus welchen Gründen ist die Auswertung der anlässlich der Pandemie
im Rahmen des aktuellen Foresight-Zyklus durchgeführten Delphi-
Studie (vgl.
https://web.archive.org/web/20200929144103/ https://www.
vorausschau.de/files/BMBF_Forsight_Corona-und%20dann.pdf) nicht
mehr auf der Homepage von VORAUS:schau veröffentlicht (vgl. https://
www.vorausschau.de/files/BMBF_Forsight_Corona-und%20dann.pdf,
Stand: 6. Juli 2021)?
Als Reaktion auf die aktuelle Pandemie führte das Zukunftsbüro im Auftrag
des BMBF eine Delphi-Befragung zu „Langfristigen Chancen und
Herausforderungen infolge der Corona-Pandemie“ durch, deren Ergebnisse im Juli
2020 veröffentlicht und vom Institut für Technikfolgenabschätzung und
Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) als
Ausgangspunkt für eine eigene Online-Befragung zum Thema „Gesellschaftliche
Folgen der Corona-Krise – eine Zeitstudie“ genutzt wurden. Die Ergebnisse
dieser Befragung wurden im November 2020 veröffentlicht.
5. Welche Gründe führten zur Vergabe des Projekts an einen externen
Dienstleister (vgl.
https://taz.de/Expertentrat-fuer-kuenftige-Entwicklung
en/!5626556/)?
a) Erfolgte eine Ausschreibung des Projekts?
b) Wenn ja, wie war die Rückmeldung darauf seitens der sich
bewerbenden Unternehmen?
6. Welche Gründe waren ausschlaggebend für die Auswahl des
Dienstleisters?
Die Fragen 5 bis 6 werden im Zusammenhang beantwortet.
Um einen wissenschaftlich fundierten Foresight-Prozess in der geplanten
Größenordnung durchführen zu können, bedarf es entsprechender Ressourcen
und wissenschaftlicher Expertise mit breiter Methoden- und Analysekenntnis.
Der Dienstleistungsauftrag „Zukunftsbüro des Foresight-Prozesses
(Foresight III)“ wurde im Rahmen eines wettbewerblichen europaweiten offenen
Verfahrens ausgeschrieben. Die Anzahl der Angebote sowie die
Zuschlagskriterien sind dem folgenden Link zu entnehmen:
https://ted.europa.eu/udl?uri=TE
D:NOTICE:313969-2019:TEXT:DE:HTML
7. Wie wird die in den ersten beiden Zyklen im Fraunhofer INSI
gesammelte Erfahrung eingebunden?
Kenntnis über die ersten beiden Zyklen und der dort entwickelten Themen
wurde vorausgesetzt.
8. Wie, und durch wen erfolgte nach Kenntnis der Bundesregierung die
Auswahl der Expertinnen und Experten des Zukunftskreises (vgl. https://
www.vorausschau.de/#zukunftskreis)?
Wie bindet die Bundesregierung, über die direkten Mitglieder hinaus,
auch wechselnde Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft
und Zivilgesellschaft ein?
Wie erfolgt insbesondere die Ansprache zur Einbindung der im Vergleich
zu Wirtschaft und Wissenschaft weniger formal strukturierten
Zivilgesellschaft?
Die Experten und Expertinnen des Zukunftskreises decken
Querschnittskompetenzen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ab. Kriterien zur
Berufung in den Zukunftskreis sind unter anderem Kompetenzen in der Foresight-
Methodik und Zukunftsforschung.
Bei der Erstellung der Vertiefungsstudien werden unterschiedliche Formate
genutzt, um Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie der
Zivilgesellschaft einzubinden. Zu nennen sind hier u. a. repräsentative
Bevölkerungsbefragungen, Expertengespräche, Fokusgruppen mit unterschiedlichen Zielgruppen
(z. B. Schülerinnen und Schüler) und Workshops mit externer Beteiligung. Die
Ergebnisse werden auf der Projekt-Homepage publiziert. Auch die Foresight-
Halbzeitkonferenz diente der Information und Einbindung der Öffentlichkeit.
9. Was ist nach Ansicht der Bundesregierung unter „vertiefende Foresight-
Aktivitäten“ (vgl.
https://www.prognos.com/de/projekt/zukunftsbuero-de
s-bundesministeriums-fuer-bildung-und-forschung) zu verstehen, und
welche Aktivitäten wurden dazu im dritten Zyklus bereits initiiert?
Wann sollen sie abgeschlossen sein?
In welcher Form?
Nimmt die Bundesregierung bei den vorgeschlagenen vertiefenden
Aktivitäten eine Vorauswahl vor?
Vertiefende Analysen werden im Rahmen einzelner Studien durchgeführt. Die
Themenzuschnitte sind das Ergebnis eines mehrstufigen
Abstimmungsprozesses zwischen Zukunftsbüro, Zukunftskreis und ausgewählten Fachreferaten des
BMBF. Sie werden mit einer Laufzeit von vier bis sechs Monaten erstellt.
Abgeschlossen ist die Studie zur „Zukunft von Wertvorstellungen der Menschen in
unserem Land“. Studien zu den Themen „Auf dem Weg in ein hybrides
Zeitalter? Die wechselseitige Entgrenzung von Technologie und Biologie“, „Die
Zukunft des Vertrauens in digitalen Welten“ und „Neues Leitbild
Sinnstiftungsökonomie?“ werden voraussichtlich bis zum Jahresende veröffentlicht.
10. Welche personellen, technischen und zeitlichen Ressourcen zur
strategischen Vorausschau sind im BMBF selbst vorhanden?
Wie viel davon steht für den Wissenstransfer in andere Ressorts zur
Verfügung?
Im BMBF ist innerhalb des Fachreferats eine Teilzeit-Stelle (0,75 VZÄ) für die
strategische Vorausschau vorgesehen. Für das Aufgreifen der Impulse, die
Bewertung und Verarbeitung für die weitere Arbeit des Ministeriums sind alle
Abteilungen und dort insbesondere die Grundsatzreferate je nach ihren fachlichen
Bezügen zuständig.
11. Wie wird darüber hinaus sichergestellt, dass alle Ressorts von den
Ergebnissen vergangener Foresight-Zyklen und des aktuellen Foresight-Zyklus
profitieren?
Wird im BMBF selbst, im Bundeskanzleramt oder an anderer Stelle
nachverfolgt, ob die Ergebnisse Berücksichtigung finden?
Die Ergebnisse der Foresight-Zyklen werden veröffentlicht und allen Ressorts
zugänglich gemacht. Ein Austausch innerhalb der Ressorts findet regelmäßig
im „Ressortkreis Strategische Vorausschau“ statt, den das Bundeskanzleramt
organisiert, darüber hinaus über Workshops und Konferenzen der jeweiligen
Ressorts.
12. Wie stellt die Bundesregierung die entsprechende Ausstattung und
Ausrichtung der Abteilungen und Referate der Ressorts sicher, damit diese
auf im Rahmen des Foresight-Prozesses identifizierte Zukunftsszenarien
oder Zukunftstechnologien aktiv reagieren können?
Welche Rolle übernimmt das BMBF hierbei?
Die Bereitstellung von Foresight-Kompetenzen und -ressourcen liegt im
Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Bundesministerien, die organisatorisch und
personell vorsorgen, um ihre jeweiligen Foresight-Prozesse adäquat
umzusetzen.
13. Wie stellt die Bundesregierung „Futures Literacy“ (vgl.
https://www.iit-b
erlin.de/wp-content/uploads/2021/06/2021_06_10_iit-perspektive_Nr-5
9_Regierungs-Foresight.pdf, S. 6 f.) bei den Nutzerinnen- und
Nutzergruppen innerhalb der Bundesregierung sicher?
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, möglichst viele Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im methodengerechten Umgang mit Zukunftsfragen zu schulen und
ihnen Verständnis für die Methoden der strategischen Vorausschau zu
vermitteln. Neben der Teilnahme an den Vorausschau-Prozessen und -Konferenzen
der Bundesministerien dient dazu insbesondere das „Methodenseminar
Strategische Vorausschau“ der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS). Seit
2016 haben fast 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesministerien
und der nachgeordneten Bereiche an dieser sechstägigen modularen
Fortbildung teilgenommen, die ein umfassendes Verständnis für die Methoden der
Strategischen Vorausschau vermittelt.
Teil der strategischen Vorausschau des Bundesministeriums für Arbeit und
Soziales (BMAS) ist ein Weiterbildungskonzept zu „Futures Literacy“, das dem
Auf- und Ausbau von Kompetenzen in der strategischen Vorausschau dient.
Ziel ist es, die Aktivitäten des Hauses zur strategischen Vorausschau mit einem
Kompetenzerwerb von Mitarbeitenden zu verbinden, die fachlich an
Vorausschau-Projekten beteiligt sind, um die Zukunftskompetenzen im Sinne der
„Futures Literacy“ im gesamten Haus auszubauen. Dies geschieht
beispielsweise im Rahmen von Szenario-Workshops oder der Nutzung von Trendscans.
Zur nachhaltigen Sicherung von „Futures Literacy“ ist ein kontinuierlicher
Ausbau der Weiterbildungsaktivitäten geplant.
14. Welche Ressorts betreiben eigene, mit Foresight vergleichbare oder auf
vergleichbare Ziele angelegte Programme?
Wird dabei zwischen den Ressorts zusammengearbeitet?
Wie sind die Programme untereinander vernetzt?
Wie werden Schwerpunkte innerhalb der Vernetzung gesetzt und
Synergien erzielt?
Eigene Prozesse oder Programme auf Grundlage der Methoden der
Strategischen Vorausschau führen oder führten das BMBF, das Auswärtige Amt (AA),
das BMAS, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit (BMU) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt, das
Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Bundesministerium
für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für die Zukunftskommission
Landwirtschaft sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
durch.
Im Ressortkreis Strategische Vorausschau unter Leitung des
Bundeskanzleramtes sind alle Bundesministerien vertreten. Sie tauschen sich dort über
geplante und bereits durchgeführte Vorausschau-Prozesse sowie über
methodische Fragen, gute Praktiken und aktuelle internationale Entwicklungen auf dem
Gebiet der Strategischen Vorausschau aus. Zudem baut die BAKS derzeit ein
Kompetenzzentrum „Strategische Vorausschau“ auf, das neben der
Weiterbildung auch der Vernetzung und der Stärkung der ressortübergreifenden
Zusammenarbeit dienen soll. Daneben besteht im Rahmen einzelner Vorausschau-
Prozesse und -Programme ein fachbezogener Austausch zwischen den jeweils
inhaltlich betroffenen Bundesministerien.
a) Welche Zielkonflikte sieht die Bundesregierung zwischen den auf
Foresight-Prozessen beruhenden Empfehlungen verschiedener
Ressorts?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
b) Welche der genannten Foresight-Prozesse nehmen Zeiträume von zehn
Jahren und mehr in den Blick?
Beispielhaft können folgende Foresight-Prozesse genannt werden, die mehr als
zehn Jahre in den Blick nehmen:
– BMBF: Blick in die 2030er Jahre
– BMAS: Digitale Arbeitsgesellschaft 2040
– BMWi: „Strategischer Vorausschauprozess zu wirtschaftlichen Perspektiven
der Digitalisierung“ (Projektlaufzeit: Mai 2019 bis Juni 2021)
– BMZ:
• Delphi Studie Entwicklungspolitik in 2032
• Delphi Studie Zukunft der afrikanisch-europäischen Beziehungen
• Szenario Workshop Nigeria 2035
• BAKS WerkstattTag Afrika der Zukunft
– BMVg: Blick bis in die 2040er Jahre
15. Welches konkrete politische Handeln der Bundesregierung in der
aktuellen Legislatur war maßgeblich auf Ergebnisse des aktuellen Foresight-
Zyklus oder vergangener Foresight-Zyklen angewiesen oder wurde
davon beeinflusst?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Die Ergebnisse
der bisherigen Foresight-Zyklen haben wichtige Impulse für eine proaktive
Ausrichtung und thematisch innovative Forschungsförderung des BMBF
geliefert.
16. Gab es auf der Grundlage von Foresight analog zur Neubildung des
Referats 524 im BMBF „Demografischer Wandel, Mensch-Technik-
Interaktion“ im Jahr 2010 (vgl. z. B.
http://www.foresight-platform.eu/w
p-content/uploads/2011/01/EFP-Brief-No.-174_German-BMBF-Foresigh
t.pdf) weitere Ressortneuzuschnitte oder die Bildung neuer Referate
innerhalb der Bundesregierung?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
17. Wurden Erkenntnisse aus Foresight genutzt, um ressortübergreifend
Referate zu vernetzten oder gemeinsam an einer strategischen
Herausforderung arbeiten zu lassen?
Wenn ja, zu welcher Aufgabe, und welche Referate waren betroffen?
Die Ergebnisse der Vorausschau-Prozesse der Bundesministerien fließen in
jeweils unterschiedlichen Konstellationen in die ressortübergreifende
Zusammenarbeit ein, soweit dies im Einzelfall angezeigt ist. Darüber hinaus befinden sich
die Bundesministerien im Ressortkreis Strategische Vorausschau hierzu im
stetigen Austausch.
18. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung eine hinreichende
Vernetzung mit vergleichbaren Foresight-Prozessen anderer Ebenen, um etwa
a) mit den Bundesländern,
b) mit anderen Staaten innerhalb oder außerhalb der EU,
c) mit der EU insgesamt
frühzeitig Handlungsbedarf unter oder jenseits der nationalstaatlichen
Ebene zu identifizieren und politisches Handeln zu koordinieren?
19. Wie und in wessen Verantwortung wird sichergestellt, dass Ergebnisse
von Foresight-Prozessen auf Ebene der EU oder aus anderen EU-
Mitgliedstaaten in den deutschen Foresight-Prozess einfließen?
Wie wird ein Informationsfluss in die umgekehrte Richtung
sichergestellt?
Wie erfolgt die Vernetzung der involvierten Personen und Institutionen?
Die Fragen 18 und 19 werden im Zusammenhang beantwortet.
In allen Foresight-Aktivitäten der Ressorts finden intensive Austauschprozesse
– national wie international – zu den jeweiligen Zukunftsthemen auf
verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Akteuren statt, im Rahmen von
Konferenzen, Workshops und Vorträgen sowie auf Arbeitsebene.
Hervorzuheben sind Netzwerke wie die „Government Foresight Community“
der OECD, das EU-weite Netzwerk der EU-Kommission zu Strategic Foresight
sowie ein informelles Netzwerk der Forschungsministerien der EU-
Mitgliedstaaten, das unter deutscher Ratspräsidentschaft gegründet wurde.
Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
20. Welche die Bundesregierung beratenden Institutionen haben auf
Foresight-Ergebnisse zurückgegriffen?
Wie wird eine hinreichende Vernetzung sichergestellt, die eine Beratung
der Bundesregierung in Kongruenz mit der langfristigen strategischen
Planung oder ggf. auch eine Korrektur der strategischen Planung auf
Basis der Arbeit beratender Institutionen gewährleistet?
Die Bundesregierung hält nicht im Einzelnen nach, welche externen
Institutionen die Ergebnisse der verschiedenen Foresight-Prozesse in welcher konkreten
Form aufgegriffen haben. Es wird auf die Antwort zu Frage 17 und auf die
Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
21. Wie stellt die Bundesregierung die Vernetzung der am Foresight-Prozess
Beteiligten mit den beratenden Institutionen und den Ressorts der
Bundesregierung selbst sicher?
Wie bewertet die Bundesregierung den quantitativen und qualitativen
Grad der Vernetzung?
Die Vernetzungsaktivitäten liegen in der Verantwortung der jeweiligen
Ressorts. Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Foresight-Community eine aktive
Fachcommunity ist, in der ein reger Austausch über Themen und Methoden
stattfindet. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung
verwiesen.
22. Welche Foresight-Methoden kommen im aktuellen Zyklus nach Kenntnis
der Bundesregierung zur Anwendung?
Welche der genannten Methoden sind einmalig oder unregelmäßig
angewandt, welche auf regelmäßige Wiederholung angelegt?
Wie frei sind die beauftragten Institute in der Nutzung verschiedener
Methoden?
Wie wird das BMBF in methodische Entscheidungen eingebunden?
Der Methodenkasten der Aktivitäten zur strategischen Vorausschau der
Ressorts besteht aus einer breiten Palette von quantitativen, semiquantitativen und
qualitativen Methoden und Techniken. Ergebnisse werden in Form von
Analysen, Szenarien, Berichten oder Roadmaps dargestellt. Vor Beginn jeder
Vertiefungsstudie erstellt das Zukunftsbüro ein Kurzkonzept mit den Zielen sowie
anvisierten Ergebnissen der Studie. Die Methoden werden entsprechend der
Zielsetzung gewählt. Dieses Konzept wird zunächst mit ausgewählten
Mitgliedern des Zukunftskreises abgestimmt und abschließend vom BMBF geprüft
und beauftragt.
23. Ist Foresight nach Ansicht der Bundesregierung grundsätzlich auch
geeignet, um relevante Zukunftsfragen früh und sichtbar im politischen
Diskurs zu positionieren?
Wird der politische Diskurs im Foresight-Prozess berücksichtigt, und
wenn ja, wie?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Foresight ist
grundsätzlich geeignet, relevante Zukunftsfragen früh und sichtbar im
politischen Diskurs zu positionieren. Wesentliche Trends im politischen und
gesellschaftlichen Diskurs fließen in die Szenarienbildung und die Vertiefungsstudien
mit ein.
24. Sind die Ergebnisse von Foresight nach Meinung der Bundesregierung
relevant für die individuelle Lebensplanung der Bürgerinnen und Bürger
in Deutschland?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
25. Stellt die Bundesregierung sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger und
Organisationen der Zivilgesellschaft kontinuierlich von den Ergebnissen
der Foresight-Prozesse erfahren können, und wenn ja, wie?
Im Rahmen welcher Kooperationen erfolgt das?
a) Hat die Bundesregierung Erfolg und Nutzung dieser Angebote
bewertet, und wenn ja, mit welchem Ergebnis?
b) Sind die Angebote ganz oder teilweise für verschiedene Zielgruppen
(z. B. unterteilt nach Bildungsstand, Alter oder Beruf) zugänglich
aufbereitet?
26. Sind die Ergebnisse von Foresight nach Meinung der Bundesregierung
relevant für Unternehmen in Deutschland?
a) Stellt die Bundesregierung sicher, dass kontinuierlich Ergebnisse der
Foresight-Prozesse für verschiedene unternehmerische Zielgruppen
(z. B. Gründerinnen und Gründer, Start-ups, KMU, große
Unternehmen) aufbereitet werden, und wenn ja, wie?
b) Hat die Bundesregierung die Nutzung dieser Angebote bewertet, und
wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Die Fragen 25 bis 26b werden im Zusammenhang beantwortet.
Die verschiedenen Foresight-Ergebnisse der Ressorts werden regelmäßig
veröffentlicht und Bürgern und Bürgerinnen zugänglich gemacht.
Diskussionsrunden, Befragungen und andere Beteiligungsformate werden in den
verschiedenen Aktivitäten der Ressorts angeboten und bieten unterschiedlichen
Gesellschaftsgruppen wie Jugendlichen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern,
Unternehmerinnen und Unternehmern oder bestimmten Fachcommunities
Beteiligungsmöglichkeiten. Eine erschöpfende Übersicht über die
Öffentlichkeitsarbeiten innerhalb der Foresight-Aktivitäten der Ressorts liegt der
Bundesregierung nicht vor. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung
verwiesen.
27. Gab oder gibt es seitens der Bundesregierung Versuche, bekannte
Personen, z. B. bekannte Wissenschaftskommunikatorinnen und
Wissenschaftskommunikatoren bzw. Wissenschaftsjournalistinnen und
Wissenschaftsjournalisten für die Kommunikation von Ergebnissen des
Foresight-Prozesses zu gewinnen?
Wenn ja, welche, und mit welchem Erfolg (bewertet z. B. nach Erhöhung
der Sichtbarkeit bzw. Reichweite der Ergebnisse)?
Im Rahmen ihrer Presse- und Medienarbeit der Foresight-Prozesse kontaktieren
die Ressorts unterschiedliche bekannte Personen aus der
Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalisten. Eine erschöpfende Übersicht zu
Reichweiten und Sichtbarkeit dieser Personen liegt der Bundesregierung nicht vor.
28. Wie viele Zukunftsforscherinnen und Zukunftsforscher gibt es nach
Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Daten vor.
29. Wie viele Lehrstühle an Universitäten und Studiengänge befassen sich
nach Wissen der Bundesregierung mit der Zukunftsforschung?
Nach Denominationen befassen sich in Deutschland drei Professuren an zwei
Standorten mit Zukunftsforschung. Zudem soll im Rahmen der Hightech
Agenda Bayern nach aktueller Kenntnis der Bundesregierung an der TH
Ingolstadt ein Foresight-Institut mit vier Forschungsprofessuren entstehen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]