[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Corinna Miazga, Thomas Seitz,
Dr. Alice Weidel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/319 –
Einkauf, Lieferung und Verbleib der Corona-Impfstoffe
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Impfkampagne der Bundesregierung nimmt nicht ihren doch einst
erhofften Verlauf. Nun wurde bei einer Inventur durch den Bundesminister für
Gesundheit Dr. Karl Lauterbach deutlich: Es fehlt Impfstoff und davon nicht
zu wenig. Im kommenden Jahr ereilt Deutschland ein erheblicher
Impfstoffmangel (
https://www.n-tv.de/politik/Lauterbach-ruft-nach-Inventur-Impfstoff-
Mangel-aus-article22999737.html, zuletzt aufgerufen am 14. Dezember 2021).
Neben Meldungen über zu wenig Impfstoff für die Impfwilligen und die
bundesweite 2G-Auferlegung stellen sich schon rein rechnerisch Fragen der
Machbarkeit, wenn eine vollständige Impfung in Zukunft aus drei statt bisher
zwei Einzelimpfungen bestehen soll (
https://www.focus.de/gesundheit/im-heu
te-journal-2g-nur-noch-mit-drei-impfungen-lauterbach-kuendigt-wegen-omikr
on-eine-neue-realitaet-an_id_24501443.html, zuletzt aufgerufen am 14.
Dezember 2021). Der Steuerzahler, also wir alle, kommen nicht nur für die
Corona-Hilfen, sondern auch für die Kosten der Impfstoffe auf. Nach dem
Maskenskandal zeigt sich nach Auffassung der Fragesteller nun auch bei der
Impfkampagne, trotz teurer Berater, erneut fragwürdiges Handeln der
Bundesregierung und des ehemaligen Bundesministers für Gesundheit Jens Spahn.
1. Wie viele Impfstoffdosen wurden zum Stichtag 16. Dezember 2021
durch die Bundesrepublik Deutschland selbst oder durch deren
Vertragspartner (z. B. APA – Advance Purchase Agreement, vgl. dazu
Bundestagsdrucksache 19/27666) und wann seit Beginn der Pandemie bestellt
(bitte nach Herstellern inklusive Bestelloptionen, Lieferprognose und
Bestelldatum aufschlüsseln)?
2. Wie viele der in Frage 1 erfragten Impfstoffdosen wurden zum Stichtag
16. Dezember 2021 tatsächlich an den Bund ausgeliefert (bitte nach
Herstellern aufschlüsseln)?
Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Deutscher Bundestag Drucksache 20/429
20. Wahlperiode 14.01.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit
vom 13. Januar 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutschland hat sich an der Impfstoffinitiative der Europäischen Kommission
beteiligt. Dabei wurde die EU-Kommission im Rahmen des europäischen
Soforthilfeinstruments (Emergency Support Instrument – ESI) beauftragt, im
Namen der Mitgliedstaaten mit den Impfstoffherstellern Abnahmegarantien
(Advance Purchase Agreements – APAs) zu verhandeln und abzuschließen. Die
EU-Kommission hat bislang für die Mitgliedstaaten mit folgenden Firmen
Verträge abgeschlossen: Pfizer/BioNTech, Moderna, AstraZeneca, Johnson &
Johnson, CureVac, Sanofi/GSK, Valneva, Novavax. Deutschland hat aus diesen
Verträgen in verschiedenen Tranchen zum Stichtag 16. Dezember 2021 rund
554 Mio. Impfdosen bestellt:
Firma
Bestellmenge
Impfdosen
(Stichtag
16.12.2021)
Bestelldatum/Tranchen Liefer-zeitraum
Astra Zeneca Ca. 56,3 Mio. 27.08.2020 2021
Pfizer/BioNTech
Ca. 287,3 Mio. 11.12.20: 39,0 Mio.
13.01.21: 25,1 Mio.
09.03.21: 36,6 Mio.
09.04.21: 18,3 Mio.
22.09.21: 168,3 Mio.
2021
2021
2021
2021
2022/2023
Moderna
Ca. 120,3 Mio. 23.12.20: 14,7 Mio.
23.12.20: 35,8 Mio.
18.03.21: 38,0 Mio.
21.09.21: 31,8 Mio.
2021
2021/2022
2021/2022
2022
Johnson&Johnson Ca. 55,0 Mio. 21.12.20: 36,6 Mio.31.05.21: 18,3 Mio.
2021
2022
Sanofi/GSK Ca. 20,0 Mio. 06.09.21: 20,0 Mio. 2022
Valneva Ca. 11,0 Mio. 06.12.21: 11,0 Mio. 2022
Novavax Ca. 4,0 Mio. 05.10.21: 4,0 Mio. 2022
Curevac Wurde nicht zugelassen
– –
Darüber hinaus hat die Bundesregierung von Polen am 3. Dezember 2021
3 Millionen Impfdosen der Firma BioNTech gekauft, diese sind im Dezember
2021 geliefert worden.
Zudem wird auf die veröffentlichten Übersichten der Bundesregierung auf der
Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit verwiesen.
3. Wie viele der gelieferten Impfstoffdosen liefen über den Stützpunkt der
Bundeswehr Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial
Quakenbrück in Niedersachsen, und wie, und wo wurden die restlichen
gelieferten Impfstoffdosen bis zur Auslieferung an die Länder durch den
Bund gelagert (bitte nach Herstellern und Verteilzentrum aufschlüsseln)?
Alle zentral beschafften COVID-19-Impfstoffe, die an Deutschland ausgeliefert
wurden, wurden über das zentrale Lager des Bundes an den pharmazeutischen
Großhandel bzw. an Länderstellen verteilt.
Der pharmazeutische Unternehmer BioNTech beliefert teilweise neben dem
zentralen Lager des Bundes auch direkt den pharmazeutischen Großhandel
bzw. die Länderstellen mit Comirnaty®.
4. Wie viele der gelieferten Impfstoffdosen wurden bis zum Stichtag
16. Dezember 2021 an COVAX (COVID-19 Vaccines Global Access)
gespendet beziehungsweise bilateral abgegeben (
https://www.bundesregi
erung.de/breg-de/aktuelles/impfstoffe-entwicklungslaender-1949506,
zuletzt aufgerufen am 17. Dezember 2021; bitte nach Herstellern und
Datum der Zusage der Abgabe aufschlüsseln)?
Zum Stichtag 16. Dezember 2021 wurden rund 7,66 Mio. Impfstoffdosen
bilateral gespendet. Ebenfalls zum Stichtag 16. Dezember 2021 hat die
Bundesregierung insgesamt rund 95,4 Millionen Impfstoffdosen aus deutschen
Lieferverträgen an COVAX übertragen. Diese Gesamtmenge setzt sich aus den
Impfstoffen von BioNTech (10,3 Millionen Dosen), Moderna (32 Millionen
Dosen), Johnson & Johnson (26,6 Millionen Dosen) und AstraZeneca
(26,5 Millionen Dosen) zusammen.
5. Wie viele der in Frage 4 zugesagten Impfstoffdosen wurden bis zum
Stichtag 16. Dezember 2021 tatsächlich ausgeliefert (bitte nach
Herstellern und Datum der Auslieferung aufschlüsseln)?
Zum 23. Dezember 2021 wurden 76.538.430 Impfstoffdosen ausgeliefert,
davon 68.877.730 über COVAX und 7.660.700 bilateral.
6. Wo werden die in Frage 4 international zugesagten, aber noch nicht
ausgelieferten Impfstoffdosen des Bundes gelagert (bitte nach Herstellern,
Lagerort und Resthaltbarkeit aufschlüsseln)?
Bis auf sehr wenige Ausnahmen in der Vergangenheit, spendet Deutschland
Impfstoffe an COVAX. Aus vertraglichen Gründen handelt es sich dabei
ausschließlich um Dosen, die noch nicht an Deutschland ausgeliefert sind, sondern
vom Hersteller sukzessive an COVAX umgeleitet werden. Bis zur Abholung
verbleiben die Dosen somit beim jeweiligen Hersteller.
7. Wie viele der an den Bund gelieferten Impfstoffdosen wurden aufgrund
von folgenden Gründen unbrauchbar und konnten daher nicht verimpft
werden (bitte nach Herstellern und Chargennummern aufschlüsseln):
a) Fehler in der Kühlkette,
b) Ablauf des Haltbarkeitsdatums,
c) sonstige (bitte aufschlüsseln)?
Im zentralen Lager des Bundes werden die Daten der COVID-19-Impfstoffe,
u. a. des Verfalldatums, anhand der Charge dokumentiert und verfolgt. Das
Überschreiten des Verfalldatums der COVID-19-Impfstoffe und somit der
Verwurf soll hierdurch vermieden werden.
Bis zum 30. Dezember 2021 wurden insgesamt 11.530 Dosen an COVID-19-
Impfstoffen im zentralen Lager aufgrund des Erreichens des Verfalldatums
vernichtet.
Insgesamt wurden 2021 bis Kalenderwoche 47 nach Kenntnis der
Bundesregierung auf Seiten des pharmazeutischen Großhandels und der Apotheken
14.580 Dosen Comirnaty®, 12.900 Dosen Vaxzevria®, 1.255 Dosen
COVID-19 Vaccine Janssen® und 2.250 Dosen Spikevax® vernichtet. Gründe
für Vernichtungen von COVID-19-Impfstoffen sind u. a. Bruch bei
Kommissionierung, Beschädigungen beim Transport (z. B. Erschütterungen, Unfälle),
Flüssigkeitsverluste und das erreichte Verfalldatum. Bis Kalenderwoche 47
wurden nach Kenntnis der Bundesregierung auf Seiten des pharmazeutischen
Großhandels und der Apotheken 1.386 Dosen Comirnaty®, 5.310 Dosen
Vaxzevria®, 5.780 Dosen COVID-19 Vaccine Janssen® und 1.310 Dosen
Spikevax® aufgrund des Überschreitens des Verfalldatums vernichtet.
Mit der Annahme des Impfstoffs im Rahmen der Impfkampagne obliegt dem
pharmazeutischen Großhandel bzw. im Anschluss den Apotheken sowie
Ärztinnen und Ärzten die sachgemäße Handhabung. Informationen über
Vernichtungen nach diesem Zeitpunkt der Übergabe liegen dem Bund daher nur
insoweit vor, wie diese an den Großhandel zurückgemeldet werden.
8. Aus welchen Gründen antwortet das Auswärtige Amt auf die Schriftliche
Frage 29 auf Bundestagsdrucksache 20/235 zum Thema Impfstoffdosen
für COVAX in Quartal 4 2021, wenn doch das Bundesministerium für
Gesundheit (BMG) für die Bestellung, die Lagerung und die
Auslieferung aller Impfstoffe zuständig ist (über den Geschäftsverteilungsplan
des BMG, vgl.
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/
Dateien/3_Downloads/O/Organisationsplan/Organisationsplan_DE.pdf,
dort Referat Z 23 – Globale Gesundheitspolitik – sowie Referat 113 –
Blut und Blutprodukte, Sera, Impfstoffe und Gewebe –,
https://www.aus
waertiges-amt.de/blob/215270/5f1ee8943cafc0b184e7304a8b9be9cc/org
anisationsplan-data.pdf, aber beispielsweise Veröffentlichung
Auswärtiges Amt zum Thema Globale Gesundheitspolitik auf
https://www.auswa
ertiges-amt.de/blob/256814/9e04dfb59521c70ed44f23bd85dd1f80/konze
pt-der-bundesregierung-globale-gesundheitspolitik-data.pdf)?
Innerhalb der Bundesregierung ist das Auswärtige Amt federführend für die
Beantwortung von Internationalen Hilfeersuchen zur COVID-19-
Pandemiebekämpfung. Dies umfasst auch die Koordination der internationalen
Dimension der Abgabe von COVID-19-Impfstoffen, insbesondere die Abstimmung
mit COVAX und den Empfängerländern. Die Antwort der Bundesregierung auf
die Schriftliche Frage 29 auf Bundestagsdrucksache 20/235 wurde mit allen
beteiligten Ressorts abgestimmt.
9. Warum werden die Impfstoffdosen, unter der Antwort auf die
Schriftliche Frage 29 auf Bundestagsdrucksache 20/235, welche noch nicht an
COVAX ausgeliefert wurden (ca. 77 Millionen Dosen) nicht kurzfristig
zur Impf- und Boosterkampagne in Deutschland herangezogen?
Mit schriftlicher Annahme eines deutschen Spendenangebots durch COVAX
kommt ein rechtsverbindlicher Vertrag zustande, durch den die angebotenen
Dosen Eigentum von COVAX werden. Sie stehen Deutschland hernach nicht
mehr zur Verfügung und befanden sich zum Zeitpunkt der Beantwortung
bereits physisch im Auslieferungsprozess an die Empfängerländer.
10. Bei wie vielen der bestellten und gelieferten Impfstoffdosen ist nach
Abzug der verimpften, der verschenkten, der beim Bund gelagerten, der vor
Ort gelagerten (Arztpraxen, Länder, Impfzentren etc.) und der
unbrauchbar gewordenen Dosen nach Kenntnis der Bundesregierung der Verbleib
weiterhin unbekannt?
Nach dem Verständnis der Bundesregierung können – wie in der Frage
dargestellt – Impfstoffdosen vom Bund an andere Staaten gespendet, beim Bund oder
Großhandel gelagert werden, vor Ort (Apotheken, Arztpraxen, Länder,
Impfzentren etc.) für die Versorgung bereitgehalten werden, durch
Leistungserbringer verimpft werden oder unbrauchbar werden (z. B. durch Verfall, Bruch).
Daher verbleiben aus Sicht der Bundesregierung keine Restmengen, deren
Verbleib unbekannt ist.
11. Wie viele verschiedene Lieferlisten (Lieferung an den Bund und
deutsche Spenden an COVAX) der Hersteller, welche das Bundesministerium
für Gesundheit an die Länder übermittelt hat, wurden seit
Pandemiebeginn erstellt (bitte jeweils alle chronologisch übermitteln, weil auf
www.impfdashboard.de diese Zahlen fehlen)?
Lieferlisten in verschiedenen Ausführungen, z. B. zu Lieferprognosen von
Herstellern, Lieferungen an Leistungserbringer sowie Spenden an COVAX, stellt
das Bundesministerium für Gesundheit regelmäßig in jeweils aktuell gültiger
Fassung auf seiner Website bereit (
www.bundesgesundheitsministerium.de/cor
onavirus/faq-covid-19-impfung.html). Eine Auflistung aller seit Beginn der
Impfkampagne veröffentlichten Lieferlisten ist aufgrund der Vielzahl nicht
möglich.
12. Wie hoch sind bis zum Stichtag 16. Dezember 2021 die Kosten für die an
den Bund gelieferten Impfstoffdosen (bitte nach Herstellern
aufschlüsseln)?
Bis zum 16. Dezember 2021 sind von den Impfstoffherstellern insgesamt rd.
4 Mrd. Euro in Rechnung gestellt worden. Die Preise der COVID-19-
Impfstoffe unterliegen zum Schutz der Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der
Hersteller der Vertraulichkeit. Weitere Angaben, die Rückschlüsse auf die
Einzelpreise zulassen, sind daher nicht möglich.
13. Wie hoch sind bis zum Stichtag 16. Dezember 2021 die Kosten der
Impfkampagne insgesamt?
Eine Auswertung der Kosten ist bis zum Zeitpunkt der Beantwortung der
Anfrage nicht möglich.
14. Wie viele Impfstoffdosen wurden für das Jahr 2022 (bitte nach
Kalenderwoche und Herstellern aufschlüsseln) durch die Bundesregierung bis
zum Stichtag 8. Dezember 2021 und danach bestellt (Wechsel der
Regierung)?
15. Wie viele Impfstoffdosen plant die Bundesregierung zusätzlich für das
Jahr 2022 zu bestellen,
a) für die aktuelle Erst-, Zweit- und Boosterimpfung,
b) im Falle einer Veränderung des Impfstoffs wegen Mutation (z. B.
Omikron) und einer damit eventuell einhergehenden vierten
Impfung?
Die Fragen 14 und 15 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Zu den Bestellungen und Bestelldaten bis zum Stichtag 8. Dezember 2021 wird
auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen. Nach dem in Frage 1 genannten Stichtag
wurden darüber hinaus folgende Impfdosen für das Jahr 2022 aus den APA
bestellt:
Firma
Bestellmenge
Impfdosen
(nach dem
17.12.2021)
Bestelldatum/Tranchen Liefer-zeitraum
Pfizer/BioNTech 80,0 Mio. 23.12.21 2022
Novavax Bis zu 30,0 Mio. 29.12.21 2022
Darüber hinaus hat die Bundesregierung Impfdosen der Firma Moderna
bilateral von Rumänien (29. Dezember 2021: 0,9 Mio.), Portugal (23. Dezember
2021: 1,0 Mio.) und Polen (21. Dezember 2021: 3,4 Mio.) erworben, deren
Anlieferung in KW 52 im Jahr 2021 bzw. in KW 1 im Jahr 2022 erfolgte. Zu den
Lieferplänen im Detail (d. h. insbesondere bezüglich der wöchentlichen
Ausweisung von Liefermengen) befindet sich die Bundesregierung im Austausch
mit den Herstellern, so dass diese nicht statisch sind. So wurden Lieferungen
zum Teil vorgezogen, um akute Bedarfsspitzen abzudecken oder es wurden
Lieferungen zunächst zurückgestellt als der Bedarf weniger hoch war. Die
aktuellen Lieferprognosen werden vom Bundesministerium für Gesundheit
veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert:
https://impfdashboard.de/.
Um das Gesundheitssystem zu entlasten, gilt primär, das Risiko einer SARS-
CoV-2-Infektion möglichst zu minimieren. Die durch COVID-19-Impfungen
vermittelte Immunität in der Bevölkerung ist der beste Schutz vor einer
erhöhten Infektionsdynamik und auch vor schweren Krankheitsverläufen. Daher wird
durch die Bundesregierung insbesondere die Erhöhung der Impfquote mit
höchster Priorität verfolgt. Entsprechend wird der Bedarf an Impfstoff
fortlaufend geprüft. Die auf EU-Ebene geschlossenen Verträge insbesondere mit
BioNTech/Pfizer und Moderna berücksichtigen bereits, dass die Firmen ggf. an
Virusvarianten angepasste Impfstoffe entwickeln können und bieten die
Möglichkeit, diese angepassten Impfstoffe statt der ursprünglichen Impfstoffe zu
erhalten.
16. Welche Kenntnisse liegen der Bundesregierung über die Häufigkeit
zukünftiger Auffrischimpfungen (Boosterimpfungen) vor, insbesondere in
Bezug auf die neuen mRNA Impfstoffe, wenn Impfstoffhersteller wie
beispielsweise BioNTech darauf abzielen „langfristige und nachhaltige
Umsätze aus dem COVID-19-Impfstoffprogramm zu erzielen“ (
https://in
vestors.biontech.de/static-files/cabef1f1-7dfa-420a-b48c-731dbafa3b50,
S. 76, zuletzt aufgerufen am 14. Dezember 2021)?
Die Bundesregierung kann keine Aussagen und Bewertungen zum
Geschäftsbericht der Firma BioNTech und deren langfristigen und nachhaltigen Umsätze
aus dem COVID-19 Impfstoffprogramm treffen. Über die Häufigkeit
zukünftiger Auffrischimpfungen stützt sich die Bundesregierung auf die Empfehlungen
der Ständigen Impfkommission (STIKO). Derzeit empfiehlt die STIKO allen
Personen im Alter ab 18 Jahren eine COVID-19-Auffrischimpfung mit einem
mRNA-Impfstoff. Es ist unsicher, ob und für wen in Zukunft weitere
Auffrischimpfungen nötig werden können. Hierzu fehlen noch wissenschaftliche
Erkenntnisse, die die Wirksamkeit nach drei Impfstoffdosen über einen langen
Zeitraum untersuchen. Da der Impfschutz bei älteren Personen oder Personen
mit Immundefizienz schneller abnimmt, sollen diese Personengruppen aktuell
prioritär eine Auffrischimpfung erhalten. Erste Daten bezüglich der
Schutzwirkung vor der Omikron-Variante zeigen eine geringere Wirksamkeit im
Vergleich zur Delta-Variante. Nach Verabreichung einer Auffrischimpfung wurde
jedoch eine gute Schutzwirkung gegenüber einer symptomatischen Infektion
mit der Omikron-Variante festgestellt. Inwiefern in Zukunft angepasste
Impfstoffe nötig sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt.
Impfstoffhersteller arbeiten aktuell an angepassten Impfstoffen. Die STIKO wird,
sobald entsprechende Daten vorliegen, die Bewertung dieser Daten vornehmen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]