[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jan Korte, Nicole Gohlke, Dr. Gesine
Lötzsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/2935 –
Möglicher Drehtüreffekt – Wechsel aus Bundesministerien in die Wirtschaft und
anschließende Kontakte
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Für Bundesministerinnen und Bundesminister, Parlamentarische
Staatssekretärinnen und Staatssekretäre findet seit Juli 2015 eine Karenzzeitregelung
Anwendung, die die Anzeigepflicht und ggf. auch Untersagungsmöglichkeit
der „Erwerbstätigkeit oder sonstigen Beschäftigung außerhalb des öffentlichen
Dienstes“ bis zu einer Dauer von 18 Monaten regelt (vgl. hierzu § 6a ff. des
Bundesministergesetzes (BminG), § 7 des Gesetzes über die
Rechtsverhältnisse der Parlamentarischen Staatssekretäre (ParlStG)). Der
Karenzzeitregelung des Bundesministergesetzes liegt die Wertung zugrunde, dass durch
wirtschaftliche Anschlusstätigkeiten nach der Amtszeit öffentliche Interessen
beeinträchtigt werden könnten.
Unzureichend öffentlich und zentral bekannt gemacht ist nach Auffassung der
Fragestellerinnen und Fragesteller jedoch, wie viele und welche Personen aus
der Leitungsebene der Bundesministerien in die Wirtschaft, also in Tätigkeiten
„außerhalb des öffentlichen Dienstes“ (§ 6a BMinG) wechseln, und wie oft
diese sich anschließend dann mit Mitgliedern der Bundesregierung oder
anderen Personen der Leitungsebene der Bundesministerien treffen. Dies ist für die
Mitglieder des Deutschen Bundestages und auch die Öffentlichkeit aber auch
deshalb von Interesse, weil diese Personen nach Auffassung der
Fragestellerinnen und Fragesteller einen besonders guten und besonders leichten Zugang
zu Kontakten in die Bundesministerien haben und damit einen Vorteil aus dem
früheren Amt ziehen können. Das würde ggf. öffentliche Interessen
beeinträchtigen. Um unzulässiger Bevorzugung vorzubeugen, ist nach Auffassung
der Fragestellerinnen und Fragesteller hierzu volle Transparenz erforderlich.
Das Bundesverfassungsgericht hat ganz zutreffend ausgeführt: „Die
parlamentarische Demokratie basiert auf dem Vertrauen des Volkes; Vertrauen ohne
Transparenz, die erlaubt, zu verfolgen, was politisch geschieht, ist nicht
möglich.“ (BVerfG, Urteil vom 4. Juli 2007 – 2 BvE 1/06 u. a.).
In ihrem am 13. Juli 2022 vorgelegten Jahresbericht zur Rechtsstaatlichkeit
in den 27 Mitgliedstaaten (16_1_193990_coun_chap_germany_en.pdf
(europa.eu)) hat die EU-Kommission Nachbesserungen beim Vorgehen
Deutschlands gegen Lobbyisten angemahnt. Neben einer deutlichen
Verschärfung der Vorschriften gegen den sogenannten Drehtüreffekt müsse der deut-
Deutscher Bundestag Drucksache 20/3211
20. Wahlperiode 29.08.2022
Die Antwort wurde mit Schreiben des Bundeskanzleramtes vom 26. August 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
sche Gesetzgeber auch „die Transparenz der Genehmigungen für die künftige
Beschäftigung hochrangiger Beamter und die Dauer der Karenzzeiten für
Bundesminister und parlamentarische Staatssekretäre“ verbessern. Ferner
müssten die Pläne zur Einführung eines sogenannten legislativen Fußabdrucks
im Zusammenhang mit dem seit Anfang des Jahres geltenden Lobbyregisters
vorangetrieben werden.
1. Wie viele Bundesministerinnen und Bundesminister sind nach Kenntnis
der Bundesregierung seit der Antwort der Bundesregierung auf die
Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/32020 in die private
Wirtschaft (Erwerbstätigkeit oder sonstigen Beschäftigung außerhalb des
öffentlichen Dienstes) gewechselt?
a) Wie viele Personen betraf dies nach Kenntnis der Bundesregierung?
b) Welche Personen betraf dies im Einzelnen nach Kenntnis der
Bundesregierung?
c) Wie viel Zeit lag jeweils zwischen der Aufgabe des vorherigen
Amtes und dem jeweiligen Beginn der Tätigkeit nach Kenntnis der
Bundesregierung?
d) Wurde in dem jeweiligen Fall eine Karenzzeitregelung angewendet,
und wenn ja, inwieweit?
e) Wechselte die Person in eine Tätigkeit in der privaten Wirtschaft in
dem früheren Tätigkeitsfeld (Geschäftsbereich bzw. thematische
Zuständigkeit des Bundesministeriums)?
Die Fragen 1 bis 1e werden zusammengefasst beantwortet.
Im von der Frage erfassten Zeitraum hat die Bundesregierung über mehrere
Anzeigen ehemaliger Bundesministerinnen und Bundesminister (BM), eine
Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes
aufnehmen zu wollen, entschieden. Dies betraf im Einzelnen folgende
Personen: Bundesminister a. D. Peter Altmaier, Bundesminister a. D. Prof. Dr. Helge
Braun, Bundesministerin a. D. Annegret Kramp-Karrenbauer sowie
Bundesminister a. D. Andreas Scheuer. Die Entscheidungen der Bundesregierung mit
weiteren Angaben zu den angezeigten nachamtlichen Beschäftigungen sind
jeweils im Bundesanzeiger veröffentlicht bzw. werden in Kürze veröffentlicht.
Der Bundesregierung ist nicht bekannt, ob und zu welchem Zeitpunkt die
angezeigten Beschäftigungen aufgenommen wurden.
2. Wie viele Parlamentarische Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sind
nach Kenntnis der Bundesregierung seit der Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/32020 in die
private Wirtschaft (Erwerbstätigkeit oder sonstigen Beschäftigung
außerhalb des öffentlichen Dienstes) gewechselt?
a) Wie viele Personen betraf dies nach Kenntnis der Bundesregierung?
b) Welche Personen betraf dies im Einzelnen nach Kenntnis der
Bundesregierung?
c) Wie viel Zeit lag jeweils zwischen der Aufgabe des vorherigen
Amtes und dem jeweiligen Beginn der Tätigkeit nach Kenntnis der
Bundesregierung?
d) Wurde in dem jeweiligen Fall eine Karenzzeitregelung angewendet,
und wenn ja, inwieweit?
e) Wechselte die Person in eine Tätigkeit in der privaten Wirtschaft in
dem früheren Tätigkeitsfeld (Geschäftsbereich bzw. thematische
Zuständigkeit des Bundesministeriums)?
Die Fragen 2 bis 2e werden zusammengefasst beantwortet.
Im von der Frage erfassten Zeitraum hat die Bundesregierung über mehrere
Anzeigen ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretärinnen und
Parlamentarischer Staatssekretäre bzw. Staatsministerinnen und Staatsminister, eine
Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes
aufnehmen zu wollen, entschieden. Dies betraf im Einzelnen folgende
Personen: Staatsministerin a. D. Dorothee Bär, Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
Hans-Joachim Fuchtel, Staatsminister a. D. Dr. Hendrik Hoppenstedt,
Parlamentarischer Staatssekretär a. D. Prof. Dr. Günter Krings, Parlamentarischer
Staatssekretär a. D. Christian Lange, Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
Florian Pronold und Staatsminister a. D. Dr. Michael Roth. Die Entscheidungen
der Bundesregierung mit weiteren Angaben zu den angezeigten nachamtlichen
Beschäftigungen sind jeweils im Bundesanzeiger veröffentlicht bzw. werden in
Kürze veröffentlicht. Der Bundesregierung ist nicht bekannt, ob und zu
welchem Zeitpunkt die angezeigten Beschäftigungen aufgenommen wurden.
3. Wie viele und welche konkreten dienstlichen Kontakte (Telefonate,
Gespräche, Treffen) hatte die Bundesregierung ggf. zu welchem Thema
seit dem jeweiligen Wechsel der betreffenden Person (bitte Datum des
Kontaktes, Beteiligte und Thema benennen. Im Fall von „allgemeinen
Themen“ oder „allgemeiner Austausch“ bitte das Sachthema angeben,
unter dem Dokumente zu dem Kontakt veraktet wurden)
a) mit den in den Fragen 1, 2 und 8 genannten Personen, und
b) seit der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/32020 mit den dort in Antworten zu den
Fragen 1 und 2 genannten Personen?
4. Wie viele und welche konkreten dienstlichen Kontakte hatte ggf. in der
19. und/oder in der 20. Wahlperiode die Bundesregierung mit ehemaligen
Bundesministerinnen und Bundesministern, die bereits zwischen dem
1. November 2009 und dem 25. Juli 2015 aus ihrem Amt
ausgeschieden und in der 19. Wahlperiode keine Mitglieder des Deutschen
Bundestages sind (beispielsweise ehemaliger Bundesminister Karl-Theodor zu
Guttenberg), und zu welchem Thema fand der Kontakt statt (bitte Datum
des Kontaktes, Beteiligte und Thema benennen. Im Fall von
„allgemeinen Themen“ oder „allgemeiner Austausch“ bitte das Sachthema
angeben, unter dem Dokumente zu dem Kontakt veraktet wurden)?
5. Inwieweit hat die Bundesregierung die jeweiligen Kontakte und ihre
Auswirkungen, etwa auf Gesetzgebungsverfahren,
a) öffentlich nachvollziehbar und
b) intern nachvollziehbar dokumentiert?
Die Fragen 3 bis 5b werden zusammengefasst beantwortet.
Im Rahmen ihrer Aufgabenwahrnehmung pflegen Vertreterinnen und Vertreter
der Bundesregierung (Mitglieder der Bundesregierung, Parlamentarische
Staatssekretärinnen und Parlamentarische Staatssekretäre, Staatsministerinnen
und Staatsminister sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre der
Bundesministerien) den Informationsaustausch mit einer Vielzahl von Personen,
darunter auch ehemaligen Mitgliedern der Bundesregierung, Parlamentarischen
Staatssekretärinnen und Parlamentarischen Staatssekretären,
Staatsministerinnen und Staatsministern sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretären der
Bundesministerien. Der Chef des Bundeskanzleramtes steht außerdem im
Zusammenhang mit Entscheidungen nach § 6b BMinG im Austausch mit den
Betroffenen.
Eine lückenlose Auflistung dieser Kontakte, der weiteren Beteiligten und des
Zweckes kann bei der Beantwortung der vorliegenden Frage nicht geleistet
werden. Es kann insbesondere nicht ausgeschlossen werden, dass es am Rande
von Veranstaltungen oder sonstigen Terminen zu weiteren Kontakten
gekommen ist.
Eine Verpflichtung zur Erfassung sämtlicher diesbezüglicher Daten besteht
nicht. Eine umfassende Dokumentation wird innerhalb der Bundesregierung
nicht durchgeführt und wäre insbesondere wegen datenschutzrechtlicher
Vorgaben auch nicht möglich.
Die nachfolgenden Angaben erfolgen auf der Grundlage der vorliegenden
Erkenntnisse sowie vorhandener Unterlagen und Aufzeichnungen. Dabei ließen
sich die Kontakte in vielen Fällen nicht automatisch elektronisch
zusammenstellen, sondern mussten händisch einzeln aus der allgemeinen
Schriftgutverwaltung sowie Kalendereinträgen ermittelt und herausgesucht werden, soweit
sie dort dokumentiert waren. Diesbezügliche Daten sind somit möglicherweise
nicht vollständig. Bei Kontakten ohne genaue Datumsangabe war der Termin
des Kontaktes nicht mehr zu ermitteln.
Im Sinne der Fragestellung zu Frage 4 werden dabei insgesamt keine Kontakte
mit ehemaligen Bundesministerinnen und Bundesministern sowie ehemaligen
Parlamentarischen Staatssekretärinnen und Parlamentarischen Staatssekretären
angegeben, die nach Ausscheiden aus der Bundesregierung weiter Mitglieder
des Deutschen Bundestages sind. Zu diesem Personenkreis besteht eine
Vielzahl von dienstlichen Kontakten im Zusammenhang mit ihrer
parlamentarischen Arbeit, etwa im Rahmen von Fraktions- oder Ausschusssitzungen.
Darüber hinaus werden keine Kontakte zu ehemaligen Bundesministerinnen und
Bundesministern angegeben, die nicht im Sinne der Fragestellung eine
Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes
aufgenommen haben, sondern in ein anderes öffentliches Amt gewechselt sind
(z. B. der Wechsel des ehemaligen Bundesministers des Auswärtigen Frank-
Walter Steinmeier in das Amt des Bundespräsidenten).
Da der Zeitpunkt des „Wechsels“, also der tatsächlichen Aufnahme der neuen
Tätigkeit, der Bundesregierung regelmäßig nicht bekannt ist (siehe Antworten
zu den Fragen 1 und 2), wird in der Beantwortung hinsichtlich der unter 1 und
2 genannten Personen der Zeitraum seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt
(8. Dezember 2021) zugrunde gelegt, hinsichtlich der übrigen Personen der
Zeitraum seit Beantwortung der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache
19/32020 am 16. August 2021.
Dienstliche Kontakte in Bezug auf Frage 3:
Ehemaliger BM/PSt Datum Ressort Beteiligte (Gesprächsthema)
Annegret Kramp-Karrenbauer 15.12.2021 AA StM Dr. Tobias Lindner (Teilnahme an großem Zapfenstreich für die Bundesministerin a. D.)
Dr. Peter Tauber 09.07.2022 AA StM Dr. Tobias Lindner(Visumsangelegenheit)
Peter Altmaier 12.04.2022 BK-Amt BM Wolfgang Schmidt (Erfahrungsaustausch mit ehemaligem Chef des Bundeskanzleramts)
Annegret Kramp-Karrenbauer 15.06.2022 BMAS BM Heil (Allgemeiner telefonischer Austausch zu den Volkshochschulen)
Ehemaliger BM/PSt Datum Ressort Beteiligte (Gesprächsthema)
Annegret Kramp-Karrenbauer 23.02.2022 BMDV
PSt Oliver Luksic:
(Telefonat zum Thema Ukrainekrieg bzw.
insbesondere die Bundeswehr)
Oliver Wittke 02.05.2022 BMJ BM Dr. Marco Buschmann (mietrechtliche und andere Themen)
Christian Lange 04.02.2022 BMJ Stn Dr. Angelika Schlunck (IRZ)
Christian Lange 14.03.2022 BMJ Stn Dr. Angelika Schlunck (IRZ)
Annegret Kramp-Karrenbauer 08.12.2021 BMVg
BM’in Christine Lambrecht (Gespräch
anlässlich Ministerwechsel zwischen BM’in a. D.
Kramp-Karrenbauer und BM’in Lambrecht)
Annegret Kramp-Karrenbauer 15.12.2021 BMVg
BM’in Christine Lambrecht (Offizielle
Verabschiedung BM’in a. D. Kramp-Karrenbauer
mit Großem Zapfenstreich und Gespräch BM’in
Lambrecht)
Annegret Kramp-Karrenbauer 15.12.2021 BMVg PSts’in Siemtje Möller (Gast i. R. des Großen Zapfenstreichs für die BM’in a. D.)
Dr. Peter Tauber 07.10.2021 BMVg
BM’in Christine Lambrecht (Offizielle
Verabschiedung PSt a. D. Dr. Tauber mit Festakt
und Serenade und Gespräch BM’in a. D.
Kramp-Karrenbauer)
Dr. Peter Tauber 15.12.2021 BMVg PSts’in Siemtje Möller (Gespräch vor dem Zapfenstreich für die BM’in a. D.)
Dr. Peter Tauber 17.03.2022 BMVg
PSts’in Siemtje Möller (Telefonat zur Thematik
Ehrenamt „Bundeswehr hilft Kindern weltweit.
e. V.“)
Dr. Peter Tauber 05.04 2022 BMVg
PSts’in Siemtje Möller (Web-Ex zur Thematik
Ehrenamt „Bundeswehr hilft Kindern weltweit.
e. V.“)
Oliver Wittke 03.02.2022 BMWK
St Sven Giegold (Gespräch mit Andreas
Mattner und Oliver Wittke vom ZIA zu
Maßnahmen des neuen Koalitionsvertrags mit Bezug
zur Immobilienwirtschaft [allg.],
Programmstopp der Bundesförderung für effiziente
Gebäude [BEG], CO2-Kostenverteilung Mieter/
Vermieter)
Dr. Peter Tauber 07.02.2022 BMWK PSt Michael Kellner (Allgemeiner Austausch)
Dr. Peter Tauber 10.04.2022 BMWK
PSt Michael Kellner (Besuch bei der BLG
Project GmbH – Allgemeiner Austausch;
Produktion von Wasserstoff aus grüner Energie)
Oliver Wittke 15.12.2021 BMWSB
PSt Sören Bartol (Rücksprache zum Grußwort
zu ZIA-Veranstaltung zu Innenstädten am
10.05.2022)
Oliver Wittke 24.01.2022 BMWSB St Dr. Rolf Bösinger (allg. Austausch zu wohnungswirtschaftlichen Themen)
Oliver Wittke 15.02.2022 BMWSB PSt Sören Bartol (Übergabe Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft)
Oliver Wittke 17.02.2022 BMWSB St Dr. Rolf Bösinger (allg. Austausch zu wohnungswirtschaftlichen Themen)
Oliver Wittke 30.03.2022 BMWSB
St Dr. Rolf Bösinger,
PSt Sören Bartol
(Teilnahme an Veranstaltung Arbeitsrunde
„Bündnis bezahlbarer Wohnraum“)
Oliver Wittke 06.04.2022 BMWSB
BMin Klara Geywitz,
St Dr. Rolf Bösinger (Gespräch mit
wohnungswirtschaftlichen Verbänden)
Ehemaliger BM/PSt Datum Ressort Beteiligte (Gesprächsthema)
Oliver Wittke 20.04.2022 BMWSB
St Dr. Rolf Bösinger,
PSt Sören Bartol
(Teilnahme an Veranstaltung Arbeitsrunde
„Bündnis bezahlbarer Wohnraum“)
Oliver Wittke 27.04.2022 BMWSB
St Dr. Rolf Bösinger,
PSt Sören Bartol
(Teilnahme an Veranstaltung Spitzenrunde
„Bündnis bezahlbarer Wohnraum“)
Oliver Wittke 10.05.2022 BMWSB PSt Sören Bartol (Teilnahme an ZIA-Veranstaltung zu Innenstädten)
Oliver Wittke 10.05.2022 BMWSB
St Dr. Rolf Bösinger,
PSt Sören Bartol
(Teilnahme an Veranstaltung Arbeitsrunde
„Bündnis bezahlbarer Wohnraum“)
Oliver Wittke 16.05.2022 BMWSB Austausch mit ZIA und GdW zum Bündnis bezahlbarer Wohnraum
Oliver Wittke 20.06.2022 BMWSB
St Dr. Rolf Bösinger,
PSt Sören Bartol
(Teilnahme an Veranstaltung Arbeitsrunde
„Bündnis bezahlbarer Wohnraum“)
Oliver Wittke 29.06.2022 BMWSB
St Dr. Rolf Bösinger,
PSt Sören Bartol
(Teilnahme an Veranstaltung Arbeitsrunde
„Bündnis bezahlbarer Wohnraum“)
Dienstliche Kontakte in Bezug auf Frage 4:
Ehemaliger BM Datum Ressort Beteiligte (Gesprächsthema)
Ronald Pofalla 13.09.2021 AA St Andreas Michaelis (Telefonat zum
„Petersburger Dialog“)
Sabine Leutheusser-
Schnarrenberger
17.06.2022 BK-Amt BK Olaf Scholz (parallele Teilnahme an
öffentlicher Tagung des Politischen Clubs der
Evangelischen Akademie in Tutzing zum
Thema „Die Zukunft unserer Demokratie“)
Ronald Pofalla 13.01.2022 BK-Amt BM Wolfgang Schmidt (Telefonat zum
„Petersburger Dialog“)
Ronald Pofalla 22.03.2022 BK-Amt BM Wolfgang Schmidt (Erfahrungsaustausch
mit ehemaligem Chef des Bundeskanzleramts)
Dr. Franz Josef Jung Ende März
2022
BK-Amt BM Wolfgang Schmidt (Telefonat zu
ZDF-Fernsehrat)
Daniel Bahr 02.02.2022 BMBF Telefonat mit Stn Pirscher (kein Thema
bekannt)
Daniel Bahr 05.05.2022 BMBF Hr. Sattelberger, Hr. Bahr, Hr. Prof. Dr. Christof
von Kalle, Hr. Dr. Georg Ralle (Vorgespräch
Vision Zero Kongress)
Ronald Pofalla 13.09.2021 BMDV Stn a. D. Dr. Tamara Zieschang
(96. Sitzung des Prüfungs- und Compliance-
Ausschusses des AR der DB AG)
Ronald Pofalla 15.09.2021 BMDV Stn a. D. Dr. Tamara Zieschang
(151. AR-Sitzung DB AG)
Ronald Pofalla 17.01.2022 BMDV BM Dr. Volker Wissing, PSt Michael Theurer,
St Stefan Schnorr
Jour-Fixe mit DB
Ehemaliger BM Datum Ressort Beteiligte (Gesprächsthema)
Ronald Pofalla 02.02.2022 BMDV PSt Michael Theurer
(Allgemeiner Austausch)
Ronald Pofalla 24.02.2022 BMDV St Stefan Schnorr
(Allgemeiner Austausch DB)
Ronald Pofalla 02.03.2022 BMDV BM Dr. Volker Wissing, PSt Michael Theurer,
St Dr. Michael Güntner, St Stefan Schnorr
(Jour-Fixe mit DB)
Ronald Pofalla 17.03.2022 BMDV PSt Michael Theurer
(Jour-Fixe mit DB)
Ronald Pofalla 21.03.2022 BMDV PSt Michael Theurer, St Stefan Schnorr,
St Dr. Michael Güntner
(Austausch zur Digitalen Schiene)
Ronald Pofalla 25.03.2022 BMDV BM Dr. Volker Wissing, PSt Michael Theurer,
St Dr. Michael Güntner,
St Stefan Schnorr
(Wichtigste Schienenprojekte DB,
5-Strecken-Online-Gespräch)
Ronald Pofalla 29.03.2022 BMDV PSt Michael Theurer,
St Stefan Schnorr:
(Jour Fixe mit DB)
Ronald Pofalla regelmäßiger
Austausch
BMF St Werner Gatzer
(mit BM a. D. Ronald Pofalla bestand bis zu
dessen Ausscheiden aus dem Vorstand der
Deutschen Bahn AG über diese Funktion
regelmäßiger Kontakt mit Blick auf das
Aufsichtsratsmandat von St Werner Gatzer bei der
Deutschen Bahn AG)
Dr. Philipp Rösler 06.07.2022 BMG Schreiben Unterstützungsbitte Sachspenden
Ukraine
Sabine Leutheusser-
Schnarrenberger
01.02.2022 BMJ Stn Dr. Angelika Schlunck (Besetzung
Unterausschuss Europarat)
Sabine Leutheusser-
Schnarrenberger
29.04.2022 BMJ Stn Dr. Angelika Schlunck (allgemeiner
Austausch zu BMJ-Schwerpunkten)
Dr. Franz Josef Jung 28.08.2021 BMVg BM’in a. D. Annegret Kramp-Karrenbauer
(Telefonat mit BM a. D. Dr. Jung als
Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft
Soldatenbetreuung [BAS])
Dr. Franz Josef Jung 24.06.2022 BMVg BM’in Christine Lambrecht (Gespräch mit BM
a. D. Dr. Jung als Vorsitzender der
Bundesgemeinschaft für Soldatenbetreuung [BAS])
Ronald Pofalla 02.02.2022 BMZ St Jochen Flasbarth (Grüner Knopf
Zertifizierung der DB-Dienstbekleidung)
Die Kontakte sind jeweils intern elektronisch bzw. im Rahmen der allgemeinen
Schriftgutverwaltung dokumentiert.
6. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dem
Rechtsstaatlichkeitsbericht 2022 der Europäischen Kommission zur
Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf die darin formulierte dringende
Empfehlung nach einer „Verschärfung der bestehenden Vorschriften über
Drehtüren durch mehr Kohärenz der verschiedenen geltenden
Vorschriften, die Transparenz der Genehmigungen für die künftige Beschäftigung
hochrangiger Beamter und die Dauer der Karenzzeiten für
Bundesminister und parlamentarische Staatssekretäre.“ (
https://ec.europa.eu/info/site
s/default/files/16_1_193990_coun_chap_germany_en.pdf, S. 3)?
7. Hält die Bundesregierung die von der EU-Kommission in ihrem
Rechtsstaatlichkeitsbericht 2022 empfohlenen Maßnahmen in Bezug auf
Drehtüren, Karenzzeit und legislativen Fußabdruck für erforderlich, und wird
sie deren gesetzliche Umsetzung vorantreiben, und wenn ja, bis wann
wird dies jeweils geschehen, und wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 6 und 7 werden zusammengefasst beantwortet.
Die Bundesregierung prüft derzeit möglichen Umsetzungsbedarf hinsichtlich
der an die Bundesrepublik Deutschland gerichteten Empfehlungen des
„Berichts über die Rechtsstaatlichkeit 2022 – Lage der Rechtsstaatlichkeit in der
Europäischen Union“ der Europäischen Kommission vom 13. Juli 2022. Die
Prüfung ist noch nicht abgeschlossen.
8. Plant die Bundesregierung und/oder planen die Bundesbehörden nach
Kenntnis der Bundesregierung ggf. die Einführung oder Veränderung
von Vorgaben für die Anzeige und Dokumentation der dienstlichen
Kontakte zu Außenstehenden, insbesondere zu den ehemaligen
Bundesministerinnen und Bundesministern, und wenn ja, inwieweit, und wenn nein,
warum nicht?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 6 der Kleinen Anfrage
der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/23050 verwiesen.
9. Besteht nach Rechtsauffassung der Bundesregierung eine Anzeigepflicht
nach § 6a Absatz 1 BMinG auch für ehrenamtliche Tätigkeiten außerhalb
des öffentlichen Dienstes, und wenn nein, kann aus der Anzeige einer
Tätigkeit wie beispielsweise zuletzt von Bundeskanzlerin a. D. Angela
Merkel als Juryvorsitzende des Gulbenkian-Kreises für Menschlichkeit
(Beschluss der Bundesregierung vom 15. Juni 2022, veröffentlicht im
Bundesanzeiger am 17. Juni 2022) geschlossen werden, dass es sich
entsprechend des Wortlautes in § 6a Absatz 1 BMinG um „eine
Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen
Dienstes“ handelt?
Ja.
10. Wie viele Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sind nach Kenntnis der
Bundesregierung seit der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/32020 in die private Wirtschaft
(Erwerbstätigkeit oder sonstigen Beschäftigung außerhalb des
öffentlichen Dienstes) gewechselt?
a) Wie viele Personen betraf dies nach Kenntnis der Bundesregierung?
b) Welche Personen betraf dies im Einzelnen nach Kenntnis der
Bundesregierung?
c) Wie viel Zeit lag jeweils zwischen der Aufgabe des vorherigen
Amtes und dem jeweiligen Beginn der Tätigkeit nach Kenntnis der
Bundesregierung?
d) Wurde in dem jeweiligen Fall eine Karenzzeitregelung angewendet,
und wenn ja, inwieweit?
e) Wechselte die Person in eine Tätigkeit in der privaten Wirtschaft in
dem früheren Tätigkeitsfeld (Geschäftsbereich bzw. thematische
Zuständigkeit des Bundesministeriums)?
Die Fragen 10 bis 10e werden zusammengefasst beantwortet.
Nach derzeitiger Kenntnis der Bundesregierung haben in dem von der
Fragestellung umfassten Zeitraum insgesamt drei ehemalige beamtete
Staatssekretärinnen und Staatssekretäre der Bundesregierung nach § 105 BBG eine
Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes
angezeigt, die mit ihrer dienstlichen Tätigkeit in den letzten fünf Jahren vor
Beendigung des Beamtenverhältnisses im Zusammenhang steht und durch die
dienstlichen Interessen beeinträchtigt werden können. Ein ehemaliger beamteter
Staatssekretär hat eine Tätigkeitsaufnahme in der Privatwirtschaft angezeigt,
die nicht mit der dienstlichen Tätigkeit in den letzten fünf Jahren vor
Beendigung des Beamtenverhältnisses im Zusammenhang steht (keine Anzeige nach
§ 105 BBG).
Die Anzeigen sind zumeist einige Monate nach dem Ausscheiden bei der
letzten Dienstbehörde eingegangen. Der Zeitpunkt der tatsächlichen
Tätigkeitsaufnahme kann regelmäßig nicht festgestellt werden.
Eine weitergehende Beantwortung dieser Frage ist der Bundesregierung im
Hinblick auf das Persönlichkeitsrecht der betroffenen Beamtinnen und Beamten
nicht möglich.
Ein mit einer Auskunftserteilung verbundener Grundrechtseingriff ist nur
zulässig, wenn er in überwiegendem Allgemeininteresse erfolgt und mit dem
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vereinbar ist. Die namentliche Nennung der
beamteten Staatssekretärinnen und Staatssekretäre und die Umstände ihrer
nachamtlichen Beschäftigung ohne deren Einwilligung setzt voraus, dass der
Konflikt zwischen dem parlamentarischen Fragerecht und dem Recht auf
informationelle Selbstbestimmung (Artikel 2 Absatz 1 GG i. V. m. Artikel 1 GG) zu
Lasten der betreffenden Personen entschieden wird. Nach Abwägung aller
Umstände und mit Rücksicht auf die Entscheidung des Gesetzgebers, bei
beamteten Staatssekretärinnen und Staatssekretären nur eine Anzeigepflicht und keine
Veröffentlichung von Daten vorzusehen, muss hier das parlamentarische
Fragerecht zurückstehen.
Insbesondere sind die beamtenrechtlichen Vorgaben, die der Gesetzgeber in
§ 111 Absatz 3 BBG getroffen hat, zu berücksichtigen. Diese Vorschrift lässt
die Erteilung von Auskünften über personalaktenrechtliche Vorgänge wie z. B.
Anzeigepflichten nach Beendigung des Beamtenverhältnisses gegenüber
Dritten nur mit Einwilligung des Betroffenen zu, es sei denn, dass die Abwehr einer
erheblichen Beeinträchtigung des Gemeinwohls oder der Schutz berechtigter
Interessen Dritter die Auskunftserteilung zwingend erfordert. Diese Regelung
gilt auch für beamtete Staatssekretärinnen und Staatssekretäre.
Im Hinblick darauf, dass die parlamentarische Kontrolle des
Regierungshandelns auf eine politische Kontrolle gerichtet ist, unterscheidet sich die
Rechtslage für Bundesministerinnen und Bundesminister sowie Parlamentarische
Staatssekretärinnen und Staatssekretäre, die eine Veröffentlichung der
Entscheidung ausdrücklich vorsieht (§ 6b Absatz 4 BMinG), erheblich von den
entsprechenden beamtenrechtlichen Regelungen nach § 105 BBG.
11. Wie viele Beamtinnen und Beamte aus Bundesministerien,
Bundeskanzleramt oder Bundesbehörden haben seit der Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/28224 einen
Einsatz bzw. eine Tätigkeit in der Privatwirtschaft im Rahmen einer
Zuweisung aufgenommen (bitte mit Nennung der entsendenden Institution,
aufnehmenden Institution der Privatwirtschaft, Anzahl der entsendeten
Beamten, Zeitraum und Einsatzdauer des jeweiligen Beamten einzeln
ausgewiesen, Aufgaben bzw. Einsatzgebiet des Beamten, besondere
Auflagen für den Beamten, Spalten 1 bis 6 nennen)?
a) Durch wen wurde der Einsatz konkret angeordnet und mit welcher
Begründung (Spalte 7)?
b) Handelte es sich um einen Austausch, und wenn ja, bitte angeben
wer der Austauschpartnerin und Austauschpartner war (Spalte 8)?
c) Wie wurde über die Einsatzstellen bzw. aufnehmenden Institutionen
entschieden (Spalte 9)?
d) Wurden die Bezüge des Beamten weiterhin durch die entsendende
Behörde weitergezahlt?
Auf welcher Grundlage wurde hierüber entschieden (Spalte 10)?
e) Gab es Beamte die während oder unmittelbar nach Ende des
Einsatzes im Rahmen der Zuweisung aus ihrem Beamtenverhältnis
entlassen wurden, und wenn ja, wie viele waren das, und wieso
(Spalte 11)?
f) Gab es Fälle, wo erfolgte Zuweisungen durch Bundesministerien,
Bundeskanzleramt oder Bundesbehörden nach § 29 Absatz 1
Nummer 2 des Bundesbeamtengesetzes (BBG) im Nachhinein versagt
wurden (zum Beispiel durch eine höhere Behörde bzw. Instanz oder
Gerichtsbeschluss), und wenn ja, durch wen wurde die Zuweisung
gestoppt, wie viele waren das, und warum (Spalte 12)?
12. Wie viele und welche konkreten dienstlichen Kontakte (Telefonate,
Gespräche, Treffen) hatte die Bundesregierung ggf. zu welchem Thema seit
dem jeweiligen Einsatz bzw. Tätigkeit in der Privatwirtschaft im Rahmen
einer Zuweisung (bitte Datum des Kontaktes, Beteiligte und Thema
benennen. Im Fall von „allgemeinen Themen“ oder „allgemeiner
Austausch“ bitte das Sachthema angeben, unter dem Dokumente zu dem
Kontakt veraktet wurden) mit den in Frage 9 genannten Personen?
Zur Beantwortung der Fragen 11 und 12 wird auf die nachstehenden Tabellen
verwiesen.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass eine lückenlose Dokumentation der
dienstlichen Kontakte sämtlicher Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten –
einschließlich des in Frage 11 genannten Personenkreises – zu ihrer jeweiligen
Dienststelle sowie ggf. zu anderen Dienststellen nicht erfolgt und nach
Auffassung der Bundesregierung auch sowohl aus praktischen Gründen wie auch
aufgrund beamten- und datenschutzrechtlicher Vorgaben nicht möglich ist.
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ISSN 0722-8333]