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Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Künftige Entwicklung des Eisenbahnknotens Leipzig

Fernverkehrsanbindung Leipzigs, Veränderungen durch den Fahrplanwechsel 2010 und die Fertigstellung der Neubaustrecken Erfurt&ndash;Halle/Leipzig und Erfurt&ndash;Nürnberg (VDE 8.1/8.2); Funktion und Kapazität der Rangierbahnhöfe Leipzig-Engelsdorf, Halle und Dresden-Friedrichstadt, Ausbau des Rangierbahnhofs Halle; Zugbelegung auf dem Leipziger Güterring, Auswirkungen des Ausbaus des &bdquo;Korridors Ost&ldquo;, Lärmschutz; Kostensteigerungen beim City-Tunnel Leipzig, bisher eingesetzte Mittel <br /> (insgesamt 34 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Datum

15.09.2010

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/282627. 08. 2010

Künftige Entwicklung des Eisenbahnknotens Leipzig

der Abgeordneten Stephan Kühn, Dr. Anton Hofreiter, Daniela Wagner, Dr. Valerie Wilms, Hans-Josef Fell, Bärbel Höhn, Oliver Krischer, Undine Kurth (Quedlinburg), Monika Lazar, Ingrid Nestle, Friedrich Ostendorff, Dr. Hermann Ott, Dorothea Steiner, Markus Tressel und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Der Eisenbahnknoten Leipzig steht in der kommenden Dekade vor weitreichenden strukturellen Veränderungen. Insbesondere mit der Vollendung der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8.2 (Erfurt–Halle/Leipzig) und Nr. 8.1 (Erfurt–Nürnberg) wird sich die Angebotsgestaltung des Fernverkehrs in Leipzig verändern.

Vor einem tiefgreifenden Wandel steht auch der Schienenpersonennahverkehr in der Region Leipzig, wenn 2013 der City-Tunnel in Betrieb genommen wird.

Mit dem Ausbau des Rangierbahnhofs in Halle und dem Ausbau des so genannten Korridors Ost für den Seehafenhinterlandverkehr wird schließlich auch der Schienengüterverkehr im mitteldeutschen Raum neu geordnet.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fernverkehrsanbindung Leipzigs

Fragen34

1

Wie beurteilt die Bundesregierung die Angebotsveränderungen auf der ICE-Linie 28, durch die Leipzig ab Dezember 2010 nur noch alle zwei Stunden durchgehende Verbindungen in Richtung Süddeutschland hat?

2

Welche Informationen hat die Bundesregierung zum Betriebskonzept nach Inbetriebnahme des VDE Nr. 8.2 (Erfurt–Halle/Leipzig) bzw. Nr. 8.1 (Erfurt–Nürnberg), und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Leipzig?

3

Welcher Umweg ergibt sich ab dem Fahrplanwechsel 2010 bei den Zügen in der Relation Berlin–München, die statt über Halle (Saale) den Weg über Leipzig nehmen?

4

Welcher Umweg entsteht mit Inbetriebnahme der VDE Nr. 8.2 und Nr. 8.1, wenn Fernverkehrszüge in der Relation Berlin–München statt auf direktem Weg über Halle (Saale) über Leipzig geführt werden?

5

Welcher Fahrtzeitverlust/Fahrzeitunterschied ergibt sich für die Linienführung eines Fernverkehrszuges über Leipzig im Vergleich zu Halle (Saale) einschließlich des notwendigen Fahrtrichtungswechsels im Leipziger Hauptbahnhof nach Inbetriebnahme der Neubaustrecken?

6

Welche Varianten wurden bei der infrastrukturellen Einbindung der Neubaustrecke (NBS) Erfurt–Halle/Leipzig in den Knoten Leipzig untersucht?

7

Was hat den Ausschlag für die jetzt im Bau bzw. in Betrieb befindliche Variante gegeben, und was sind die Vorzüge dieser Lösung?

8

Stimmt die Bundesregierung der Einschätzung zu, dass die jetzt realisierte bzw. im Bau befindliche Einbindung der NBS in den Knoten Leipzig hinsichtlich zu erzielender Fahrzeiten in der Relation Berlin–München strukturelle Nachteile aufweist, da ein Umweg gefahren wird (bitte mit Begründung)?

9

Welche Funktion übernimmt der Rangierbahnhof Leipzig-Engelsdorf heute im mitteldeutschen Raum insbesondere mit Blick auf die benachbarten Rangierbahnhöfe Dresden-Friedrichstadt und Halle?

10

Existiert heute eine Arbeitsteilung zwischen den drei genannten Rangierbahnhöfen Sachsens bzw. Sachsen-Anhalts, das heißt, werden in Leipzig vorrangig bestimmte Relationen bedient?

Wenn ja, wie gestaltet sich diese Arbeitsteilung?

11

Für welche Bergleistung sind die Rangierbahnhöfe Leipzig-Engelsdorf, Halle und Dresden-Friedrichstadt ausgelegt, und wie viele Züge können dort täglich aufgelöst und neu gebildet werden?

12

Welche Bergleistung wird bei den Rangierbahnhöfen Leipzig-Engelsdorf, Halle und Dresden-Friedrichstadt heute erreicht, und wie viele Züge werden dort heute täglich aufgelöst und neu gebildet?

13

Wie wirkt sich mittelfristig der Ausbau des Rangierbahnhofs Halle auf die Zugbildungsanlagen in Leipzig und Dresden aus?

Welche Nutzung strebt die Deutsche Bahn AG (DB AG) an?

14

Welche Funktion kommt den Rangierbahnhöfen Dresden-Friedrichstadt und Leipzig-Engelsdorf nach Abschluss des Ausbaus in Halle zu?

15

Wie viele Arbeitsplätze gibt es heute in den Rangierbahnhöfen Leipzig, Halle und Dresden, und wie viele werden es nach dem Ausbau des Rangierbahnhofs Halle sein?

16

Wie ist der aktuelle Sachstand beim Ausbau des Rangierbahnhofs Halle, und wann ist mit dem Abschluss der Bauarbeiten zu rechnen?

17

Wie hoch ist die Investitionssumme der Maßnahme, welchen Anteil trägt davon der Bund, und welchen Anteil steuert die DB AG aus Eigenmitteln bei?

18

Welche Bergleistung hat der Rangierbahnhof Halle nach dem Ausbau, und wie viele Züge können dort künftig täglich aufgelöst und neu gebildet werden?

19

Reicht die Kapazität des Rangierbahnhofs Halle perspektivisch auch vor dem Hintergrund der Notwendigkeit der Verkehrsverlagerung aus?

20

Welche Zugbelegung hat heute der Leipziger Güterring zwischen Leipzig-Stötteritz und Leipzig-Wahren (bitte abschnittsweise angeben)?

21

Welche Zugbelegung wurde auf dem Leipziger Güterring 1989 erreicht (bitte abschnittsweise angeben)?

22

Wie wirken sich die Planungen der DB AG zum Ausbau des Nord-Süd-Korridors in der Relation (Hamburg–)Uelzen–Stendal–Magdeburg–Leipzig–Hof–Regensburg („Korridor Ost“, DB AG) auf die Zugbelegung des Leipziger Güterrings aus?

23

Untersucht die Bundesregierung die notwendigen Einzelmaßnahmen im „Korridor Ost“ bei der Überprüfung der Bedarfspläne?

Wenn ja, welches Ergebnis ergibt die Überprüfung?

24

Welche Priorität räumt die Bundesregierung dem Ausbau des „Korridors Ost“ als Alternativroute des Schienengüterverkehrs ein?

25

Bis wann sind die notwendigen Einzelmaßnahmen im „Korridor Ost“ realisiert (bitte abschnittsweise angeben)?

26

Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, dass sich nach dem Ausbau des „Korridors Ost“ die Zugbelegung auf dem Leipziger Güterring deutlich erhöhen wird (bitte mit Begründung)?

27

Von welcher Zugbelegung im Schienengüterverkehr geht die Bundesregierung für den Leipziger Güterring nach Realisierung des „Korridors Ost“ aus (bitte abschnittsweise angeben)?

28

Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, dass entlang des Leipziger Güterrings sowohl passive als auch aktive Lärmschutzmaßnahmen unerlässlich sind, wenn ein hoher Anteil des Seehafenhinterlandverkehrs in der Nord-Süd-Relation künftig das Leipziger Stadtgebiet tangiert?

29

Sind am Leipziger Güterring Lärmschutzmaßnahmen nach dem Lärmschutzprogramm der DB AG geplant?

Wenn ja, welche Maßnahmen sollen bis wann umgesetzt werden (bitte abschnittsweise darstellen)?

30

Wie beurteilt die Bundesregierung die neuerlich bekannt gewordenen Kostensteigerungen beim Leipziger City-Tunnel?

31

Welche Mittel wurden bisher insgesamt verausgabt, und welche Regelung sieht die Bau- und Finanzierungsvereinbarung zum City-Tunnel bei der Aufteilung der Baukosten vor?

32

Welche Regelung sieht die Bau- und Finanzierungsvereinbarung zum City-Tunnel bei der Aufteilung der Mehrkosten vor?

Welchen Anteil der Mehrkosten tragen der Bund, der Freistaat Sachsen und die DB AG?

33

Von welchen Gesamtkosten geht die Bundesregierung beim Bau des City-Tunnels Leipzig aus?

34

Wie beurteilt die Bundesregierung die Notwendigkeit einer Fernverkehrsverbindung von Leipzig über Hof, Regensburg nach München, die den City-Tunnel nutzen könnte?

Berlin, den 27. August 2010

Renate Künast, Jürgen Trittin und Fraktion

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