Aspekte der Zwischen- und Endlagerung vor dem Hintergrund geplanter Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken
der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, Bärbel Höhn, Hans-Josef Fell, Undine Kurth (Quedlinburg), Oliver Krischer, Ingrid Nestle, Friedrich Ostendorff, Dr. Hermann Ott, Dorothea Steiner, Markus Tressel, Daniela Wagner, Dr. Valerie Wilms und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Die Bundesregierung beabsichtigt, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern. Eng verbunden mit einer solchen Laufzeitverlängerung wäre die Klärung mehrerer Fragen der Atommüll-Zwischen- und -Endlagerung.
Wir fragen die Bundesregierung:
Zwischenlageraspekte
Endlageraspekte
Fragen12
Gibt es Berechnungen der Bundesregierung, wie lange die Kapazitäten der Zwischenlager im Falle einer Laufzeitverlängerung noch ausreichen würden?
Würde beispielsweise im Falle einer Laufzeitverlängerung um zehn Jahre die genehmigte Gesamtmasse für die Zwischenlager Biblis, Brokdorf, Grafenrheinfeld, Gundremmingen und Krümmel überschritten?
Gibt es Pläne, vorhandene Zwischenlager auszubauen oder neue einzurichten? Falls ja, welche?
Bleibt im Falle von Laufzeitverlängerungen bei den Zwischenlagern sicherheitstechnisch alles beim Alten (also zum Beispiel keine Nachrüstung gegen terroristische Angriffe oder Ähnliches)?
Geht die Bundesregierung weiterhin von den auf die Antwort der Schriftlichen Frage 126 der Abgeordneten Birgit Homburger (Bundestagsdrucksache 14/3893) genannten reaktorspezifischen, durchschnittlich anfallenden jährlichen Massen hochradioaktiver Abfälle aus, oder mit welchen reaktorspezifischen durchschnittlichen Jahreswerten rechnet die Bundesregierung aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre (gegebenenfalls bitte reaktorblockspezifische Aufschlüsselung)?
Mit welcher anfallenden Gesamtmasse rechnet die Bundesregierung für das Zwischenlager Biblis seit den Strommengenübertragungen vom 11. Mai 2010 und 28. Juni 2010 auf Biblis A bzw. Biblis B?
Ab wann sollen die Erkundung und der eventuelle Endausbau von Gorleben als Endlager abgeschlossen sein?
Welche fachlich-wissenschaftlichen Gründe sprechen aus Sicht der Bundesregierung dafür, mit Erkundungsarbeiten in Gorleben bereits zu beginnen, bevor die vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben und der anschließende Peer-Review-Prozess abgeschlossen sind?
Gibt es auch fachlich-wissenschaftliche Gründe, die dafür sprechen, vor weiteren Erkundungsarbeiten in Gorleben zunächst die vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben und die damit verbundenen weiteren Prozesse abzuschließen? Falls ja, welche?
Werden zeitgleich neue Standorte für Erkundungsbergwerke erwogen?
Wie lange dauert es nach Einschätzung der Bundesregierung, bis der Standort eines neuen Erkundungsbergwerks gefunden und die Erkundung schließlich abgeschlossen ist?
Welche konkreten Schritte hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit seit der Ankündigung des Bundesministers Dr. Norbert Röttgen Mitte März 2010, die „wissenschaftliche Diskussion über Alternativen“ voranzutreiben, hinsichtlich möglicher Alternativen zu Gorleben bereits unternommen? Welche weiteren konkreten Schritte sind darüber hinaus bis wann vorgesehen?